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Blogs: Wie wichtig sind sie? Interview mit Michael - BlogProfis.de

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versicherung“ bekommt der Seitenbetreiber teilweise pro Klick 1,91
Euro. Schaltet man selbst Werbung bei Google AdWords, zahlt man
manchmal pro Klick mehr als 20 Euro, wenn es um Themen wie Finanzen oder Versicherungen geht. Bei Webseiten mit mehr als 500
Besuchern pro Tag kann sich die Integration von AdSense durchaus
lohnen. Auch wenn man nicht über sehr hohe Besucherzahlen verfügt, lassen sich die Hosting-Kosten einer Domain in der Regel mit
den Anzeigen verdienen.
Blogs: Wie wichtig sind sie?
Interview mit Michael Firnkes
Michael Firnkes ist Autor, hauptberuflicher Blogger aus Leidenschaft sowie Betreiber des Fachmagazins www.blogprofis.de. Als
Corporate Blog Consultant berät
er Selbstständige und Unternehmen hinsichtlich ihrer WeblogStrategie. Seine Schwerpunkte
sind professionelles Bloggen,
Blogmarketing und Blog-SEO.
Welches Blogsystem empfehlen
Sie einem Unternehmer, der im
Bereich Blogging zum ersten
Mal tätig wird?
Ich persönlich würde zu WordPress raten, und dies aus mehreren Gründen:
Es

Abb. 3.6: Quelle: © Christine
Halina Schramm
ist am flexibelsten einsetzbar und kann mit recht
hoher
Wahrscheinlichkeit
sogar für den kompletten Unternehmensauftritt als CMS (Content Management System) herangezogen werden und nicht nur
für den Blog. Viele meiner Kunden lösen ihre veraltete Home-
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page gleich mit ab, wenn sie einen Blog installieren. In diesem
Fall hat man zukünftig nur noch ein System zu warten.
Das CMS selbst ist kostenlos und vor allem sehr einfach zu be
dienen, auch für die Blogredakteure und -autoren.
Es ist mit Abstand Marktführer, mit unzähligen frei verfügbaren

Erweiterungen (Plug-ins), die nahezu alle denkbaren Einsatzgebiete und Wünsche der Unternehmen abdecken.
Wichtig für Unternehmer: Es gibt mittlerweile viele WordPress
Dienstleister, welche bei der Einführung und/oder fortlaufenden
Weiterentwicklung behilflich sind. Dies ist wichtig, wenn man
nicht über eigene Ressourcen zur Installation und Programmierung, aber auch Vermarktung verfügt.
Auf jeden Fall würde ich jedoch auf eine Eigeninstallation auf einem eigenen Webserver zurückgreifen und nicht auf vorgefertigte,
bereits gehostete Systeme (die von WordPress.com selbst oder auch
beispielsweise von blogger.de angeboten werden), idealerweise gar
mit eigener IP-Adresse für den Blog. Zum einen bleibt man mit einer
Eigeninstallation für zukünftige Erweiterungen flexibler, zum anderen sprechen in der Regel zahlreiche SEO-Gründe für eine solche
Entscheidung. Die konkrete Platzierung und Anbindung des Blogs an
bereits vorhandene Unternehmenswebseiten hängt jedoch von so
vielen individuellen Faktoren ab (Was möchte ich mit dem Corporate
Blog erreichen? Wie sieht meine vorhandene Webseiten-Landschaft
aus?), dass man sich hier vorab von einer Blog- und SEO-fachkundigen Person beraten lassen sollte.
Welchen sozialen Netzwerke würden Sie einem UnternehmerNeuling zur Nutzung des Blogs empfehlen und warum?
Das hängt sehr stark von der Branche ab. Unternehmen im B2C- oder
gar im Online-Umfeld werden nicht daran vorbeikommen, parallel
zum Blog die wichtigsten sozialen Netzwerke wie Twitter, Facebook
und mehr und mehr auch Google+ zu bedienen, wobei Google+
derzeit nur von einigen, eher technisch orientierten Zielgruppen genutzt wird. Und dies bedeutet – wenn man den Effekt der Netzwerke
voll ausnutzen möchte –, dort nicht einfach nur neue Blogartikel eins
zu eins zu „posten“. Idealerweise sollte man all diese Dienste regelmäßig mit individuellen Inhalten bestücken, wobei man auch noch
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auf die Gegebenheiten im Netzwerk selbst achten müsste. Was auf
Facebook mit einer sehr lockeren, knappen Ansprache funktionieren
kann, das muss es auf dem etwas „seriöseren“ Google+ noch längst
nicht und umgekehrt. Nur wenige Unternehmen verfügen jedoch
über die personellen Ressourcen, um mehrere dieser sozialen Netzwerke individuell mit Content zu versorgen.
Im B2B-Umfeld oder in sehr speziellen bzw. technischen Branchen
rate ich manchmal sogar von der Nutzung einzelner Netzwerke –
wie etwa Facebook – ab, nach dem Motto „entweder richtig machen
oder gar nicht“. Zudem gibt es Kunden, die sich im Nutzerumfeld
von Facebook schlicht und einfach nicht wohlfühlen, da sie mit ihren Produkten und Dienstleistungen einen gänzlich anderen Nutzerkreis ansprechen. Dort könnte es sogar schädlich für das (Online-)
Renommee sein, in Verbindung mit der nicht immer ganz seriösen
Informations- und Werbewelt des sozialen Giganten in Verbindung
gebracht zu werden. In einem solchen Fall greift man besser auf
Nischen- und Branchennetzwerke wie beispielsweise XING zurück.
Können Sie ein positives Beispiel eines Linkbaits nennen, womit
Sie über einen Blog viele Social Shares erzielen konnten?
Auf meinen eigenen Blogs passiert das immer dann, wenn ich etwas
von mir oder meinem Wissen „preisgebe“, was so noch nicht oder
nicht in dieser Form im Internet existiert. Ich werde von meinen Lesern immer wieder einmal gefragt, warum ich auf meinem eigenen
Projekt zum Thema Blogmarketing so offen mit Tipps umgehe und
diese nicht „für mich“ behalte. Ich glaube, genau das ist der Punkt,
an dem sich der Erfolg oder auch Misserfolg eines Unternehmensblogs entscheidet, denn auch mein Blogportal lässt sich ja in diese
Kategorie der Corporate Blog einordnen. Wenn man bereit ist, Tipps
preiszugeben, die nicht nur die eigenen Kunden, sondern auch potenzielle Kunden, Kunden von Mitbewerbern oder gar die Konkurrenz selbst ganz offen im eigenen Blog lesen können, dann wird man
langfristig davon profitieren. Gerade – aber nicht nur – im Dienstleistungssegment. Denn nicht nur, dass man sich damit einen Namen
aufbaut, man wird nach und nach als authentisches und vertrauenswürdiges Unternehmen wahrgenommen. Und im Web 2.0 mit seinen
interaktiven Bewertungsmöglichkeiten wird in Zukunft nichts mehr
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zählen als eben dieses durch Transparenz und Offenheit aufgebaute
Online-Renommee.
Das kann sogar so weit gehen, dass ich – um ein beliebiges Beispiel
zu nennen – meinen Kunden und potenziellen Kunden auf dem eigenen Blog eine konkrete Bauanleitung mit auf den Weg gebe, wie
sich die eigenen Unternehmensprodukte mit einfachen Mitteln und
in Eigenregie optimieren lassen, ohne dass man gleich das Nachfolgeprodukt kaufen muss, was für das Unternehmen selbst natürlich
profitabler wäre. Oder aber – für viele sicherlich undenkbar – man
erwähnt einen indirekten Mitbewerber positiv oder verlinkt gar auf
diesen. Diese Vorgehensweise hat sich bei sehr vielen Firmenblogs
bewährt, sie liegt aber nicht jedem Unternehmen bzw. nicht jedem
Unternehmer. Wer unter der ständigen Angst bloggt, er könnte seinen Mitbewerbern etwas zu viel verraten, oder sich stets und ständig
vor kritischen Leserkommentaren im eigenen Blog fürchtet, der sollte
es lieber bleiben lassen. Es bedarf meiner Ansicht nach einer grundlegend modernen und offenen Firmenkultur, um erfolgreich einen
Corporate Blog betreiben zu können.
Wie kann ein Unternehmer seinen Blog am besten und schnellsten
bekannt machen, wenn er keine Agentur damit betrauen möchte?
Indem er möglichst regelmäßig möglichst viele und vor allem möglichst hochwertige Blogbeiträge veröffentlicht, die einen deutlichen
Mehrwert für den Leser darstellen. Dies ist generell die wichtigste
Maßnahme, einen Blog bekannter werden zu lassen. Auch der organische Backlink-Aufbau wird hiervon nachhaltig profitieren. Es geht
dann möglicherweise nicht ganz so schnell, als wenn man unterstützend zu dieser Maßnahme eine Agentur beauftragt. Aber ich bin
nach wie vor – und seit den jüngsten Google Ranking-Updates immer mehr – überzeugt davon, dass ohne gute Inhalte gar nichts geht.
Viele rein hobbymäßig vorgehende Blogger machen sich überhaupt
keine Gedanken über SEO-Aspekte und Ähnliches und sind dennoch
– oder manchmal vielleicht gerade deswegen – oft erstaunlich erfolgreich. So mancher „erzwungener“ Online-Marketing-Maßnahme
fehlt diese Leichtigkeit.
Viele Unternehmen etablieren einen Blog und schauen dann erst,
wie man diesen bekannter werden lassen kann. Meines Erachtens
ist dies die falsche Vorgehensweise. Wenn man sich zuallererst über-
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legt, welche Inhalte die potenziellen Leser interessieren und diesen
weiterhelfen werden, die es so in dieser Form von den Mitbewerbern
möglicherweise noch gar nicht frei verfügbar gibt, dann wird man
sich über kurz oder lang kaum Sorgen um Besucher und Weiterempfehlungen machen müssen. Mit ein wenig Marktforschung, aber auch
gesundem Menschenverstand sowie einem guten Kundenverständnis kann man in diesem Zusammenhang oftmals mehr erreichen als
mit hohen Marketing-Budgets. Was nicht bedeutet, dass flankierende Maßnahmen unnötig wären. Aber sie kommen eben nicht unbedingt an erster Stelle. Bei nicht wenigen Kunden, die möchten,
dass man ihren Firmenblog „bekannter“ macht, muss ich manchmal
einen Schritt zurückgehen und erst einmal eine vernünftige ContentStrategie erarbeiten. Das sollte jedoch bereits im Vorfeld erfolgen, da
man mit einem ungünstigen Blogstart unter Umständen auch nachhaltigen Schaden anrichten kann.
Mit welchen Kosten muss ein Gründer ungefähr rechnen für die
Erstellung eines Blogs inklusive Standarddesign?
Das ist keine wirklich beliebte bzw. leicht zu beantwortende Frage
bei Entwicklern und Designern, da es auch hier darauf ankommt,
ob der Kunde den „Volkswagen“ oder den „Porsche“ haben möchte.
Beide erfüllen ihren Zweck, der eine sieht eben nur schicker aus.
Bei Selbstständigen und Freiberuflern, Handwerkern etc. würde ich
aus meiner Erfahrung heraus mit Kosten ab ca. 1.000 Euro aufwärts
rechnen, wenn man mit einem nur leicht individualisierten Blog, den
zugehörigen Standardfunktionen und einem Template-basierten
Blogdesign auskommt. Mittelständische Unternehmen, die sich exklusiver präsentieren möchten und den Auftritt in eine vorhandene
Landschaft einbetten wollen, sind in der Regel ab 2.000 bis 3.000
Euro mit dabei. Das grundlegende Corporate Design (Logos etc.)
sollte dann jedoch schon stehen und als Basis für die Ausgestaltung
dienen können. Will man Shop-Komponenten, Communities, ausgeklügelte Endkundenbereiche oder Ähnliches mit umsetzen lassen, so
kann man auch hohe fünfstellige Summen ausgeben.
Ich rate in diesem Zusammenhang stets: lieber eine Nummer kleiner anfangen und nicht gleich jedes Feature programmieren lassen,
das irgendwann einmal zum Einsatz kommen könnte. Ausbauen lässt
sich WordPress immer sehr einfach. Und dennoch sollte man nicht zu
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knapp planen, soll das Projekt „Corporate Blog“ ein Erfolg werden.
Nicht vergessen darf man hierbei auch die Folgekosten und/oder
Ressourcen, die für die fortlaufende Erstellung der Blogbeiträge und
sonstiger Inhalte anfallen. Denn erst wenn der Firmenblog mit Leben
gefüllt wird, kann er sich langfristig auszahlen. Die Technik ist nur
ein Gerüst, Bloggen ist jedoch viel mehr als reine Programmierung.
Berücksichtigt man dies, so kann man unter Umständen erstaunliche Erfolge mit einem Firmenblog erzielen. Ich kenne nicht wenige
Unternehmer und vor allem Selbstständige, bei denen der Blog zur
reinen Akquise-„Maschine“ geworden ist. Diese stecken dann aber
auch sehr viel Arbeit und Mühe in ihre Bloginhalte.
Haben Sie noch einen bestimmten Tipp für einen Gründer, um
seinen Bekanntheitsgrad via Blogging zu steigern und Leser für
seinen Blog zu finden?
Auf die wichtigsten Punkte in diesem Zusammenhang – die Offenheit und die Inhalte mit Mehrwert – bin ich ja bereits eingegangen.
Dennoch gibt es zwei weitere Tipps, die man berücksichtigen sollte.
Zum einen muss man nicht stets und ständig das Rad neu erfinden.
Schauen Sie sich erfolgreiche Firmen-, aber auch Nicht-Firmen-Blogs
in Ihrem jeweiligen Segment an. Welche Inhalte sind dort besonders
erfolgreich? Welche Beiträge erhalten die meisten Likes, Shares und
Kommentare? Was zeichnet den jeweiligen Content aus? Und warum
erkennen die Leser in diesem einen Mehrwert? Ich bin immer wieder
erstaunt darüber, wie selten die meisten Unternehmensblogger über
ihren eigenen Tellerrand schauen. Auch mir selbst passiert dieser
Fehler immer wieder. Die Blogosphäre ist sehr offen und man kann
recht leicht und mit wenig Aufwand nachvollziehen, wer mit welchen
Inhalten Erfolg hat. Man muss diese Informationen nur nutzen.
Der zweite Tipp geht in eine ähnliche Richtung. Gute Blogbetreiber
(aber auch Webseitenbetreiber generell) analysieren stets und ständig, welche ihrer Maßnahmen sich wie auswirken. Welchen Einfluss
hat meine neue Artikelserie auf die Anzahl der Twitter-Follower?
Welche Kategorienanordnung in meinem Blog sorgt für die meisten
internen Klicks? Geht die Kennzahl „Anzahl der angesteuerten Seiten
je Besucher“ nach oben, wenn ich dem Leser am Ende jedes Beitrags
ähnliche Artikel als weiterführende Lektüre empfehle? Bis hin zu der
Frage: „Wie muss das Wording über meinem Kommentarfeld im Blog
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lauten, damit diese Funktion möglichst oft genutzt wird?“ Bloggen
hat sehr viel mit Ausprobieren zu tun, da selbst bei thematisch sehr
ähnlichen Blogportalen ein und dieselbe Änderung oder Optimierung ganz unterschiedliche Auswirkungen haben kann. Und moderne Blogsysteme wie WordPress machen es extrem einfach, schnell
einmal Inhalte gegeneinander auszutauschen und damit zu testen,
welches die effektivere Variante ist – was bei rein statischen Seiten
konventioneller Content-Management-Systeme oftmals gar nicht so
einfach ist. Diesen Vorsprung sollte man nutzen.
Empfehlungen gehören zur
Marketing-Strategie
Empfehlungen spiegeln Qualität, Service, Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens wider. Wer empfohlen werden möchte,
sollte dafür sorgen, dass seine Seite in Bewertungsportalen eingetragen ist. Seitenbetreiber sind vorsichtiger geworden, was die Anmeldung bei solchen Portalen betrifft. In der Vergangenheit wurde über
Einzelfälle berichtet, bei denen Konkurrenten Webseiten als Pseudokunde schlecht bewertet haben. Diese Vorgehensweisen können
strafrechtlich verfolgt werden. Sich dagegen zu wehren, kann eine
aufwendige Angelegenheit sein. Dennoch lohnt sich die Eintragung
in verschiedene Bewertungsportale. Qualität wird sich dauerhaft
durchsetzen und negative Fake-Bewertungen gehen in einer Vielzahl
von Empfehlungen unter. Nicht nur große Firmen nutzen die Chance,
über Bewertungsportale besser aufgefunden zu werden. Hotels, Restaurants, Ärzte, Versicherungsexperten oder Immobilienmakler findet
man in allen möglichen Portalen mit Profilen.
Erfahrungsberichte erscheinen in den Suchergebnissen von Google,
entweder direkt im Ergebnis oder im regionalen Eintrag von Google
Places. Der Verbraucher hat die Möglichkeit, sich ein Bild von der
Firma zu verschaffen, bevor er kauft. Negative Bewertungen werden
auf Wunsch des Betreibers gelöscht, wenn es sich dabei um Manipulation handelt.
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