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Inhaltangabe: Das Auslandstudium in Deutschland ist nach wie vor

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2. CDAH-Tagung, 15.-18.09.2009, Hannover
第二届论坛大会,2009 年 9 月 15-18 日,汉诺威
LI, Kangkang
Zhejiang University of Science and Technology
Überlegung zur interkulturellen Kompetenzbildung in der anwendungsorientierten
Hochschulbildung am Beispiel der chinesischen 2plus3-Programmstudenten an FHH in
Deutschland
对应用型人才培养中跨文化能力培养的思考
——以德古哦汉诺威应用科学大学与中国合作的“2+3”项目为例
李康康1
( 浙江科技学院中德学院
浙江 杭州 310023 )
Inhaltangabe: Das Auslandstudium in Deutschland ist nach wie vor für manche sehr
erwünscht. Aber was bedeutet eigentlich ein erfolgreiches Studium im Ausland? Welche
Vorraussetzungen muss man für ein Auslandstudium besitzen? Wie kann man sein
Studium in Ausland erfolgreich beenden? Diese Arbeit erhebt nicht das Anspruch einer
Diskussion der Theorie der interkulturellen Kommunikation, sondern möchte zu einer
Sensibilisierung und zum besseren Verständnis der Probleme und Schwierigkeiten
beitragen, die unter chinesischen Studierenden bei ihrem Studium und im Alltagsleben
in Deutschland oft vorkommen und als Störungen in der Kommunikation
wahrgenommen werden. Dabei wurde versucht, die wahrgenommenen Probleme in
ihrem kulturell geprägten Rahmen zu begreifen und dessen ursächliche Wirkung
deutlich zu machen.
Stichwörter: interkulturelle Kompetenz; 2+3 Programm; Integrationsproblem
留学德国一直以来是许多中国学生的夙愿。但留学海外“学业有成”意味着什么?出国留学
需要具备哪些先决条件?如何真正做到在国外学业有成?文章并不想对跨文化交际问题进行深
入的理论研究;而是以 2+3 项目学生留学德国时在学业以及日常生活中所遭遇的实际困难为
例,从这些困难对他们的日常人际交往造成了障碍为切入点,对如何更好地理解并领悟出现这
些问题和困难进行探讨。同时从自身文化背景的范畴,探究留学过程中出现困难与问题的真正
原因。
1.Einleitung:
Die Zusammenarbeit zwischen der Zhejiang University of Science and Technology (ZUST) und der
Fachhochschule Hannover (FHH) blickt in diesem Jahr auf eine20- jährige Geschichte zurück. Im
Januar 1984 wurde in einer freundlichen Nachricht von der chinesischen Botschaft an das
Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur mitgeteilt, dass die heutige ZUST, die
damals noch die Technische Fachhochschule Hangzhou genannt wurde, als Projektpartner für
die Zusammenarbeit zwischen der Provinz Zhejiang und dem Land Niedersachsen ausgewählt
wurde. Seit dieser Zeit entwickelt sich die Zusammenarbeit zwischen ZUST und FHH in
erfreulicher und erfolgreicher Weise; seit 1996 auf der Basis von Kooperationsvereinbarungen,
die den Austausch von Lehrkräften und Forschern sowie Studierenden in unterschiedlichen
Formen regeln [1]. In diesem Rahmen arbeiteten beide Seiten in den letzten Jahren intensiv in
李康康:浙江科技学院中德学院德语教师
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verschiedenen fachlichen Bereichen zusammen und vertieften die Kooperationen durch
zahlreiche Maßnahmen des Personenaustauschs und der gemeinsamen Projektarbeit. Im März
2000 vereinbarten die FHH und die ZUST die Einrichtung internationaler Studiengänge im
sogenannten´2plus3-Programm`: Studierende der ZUST verschiedener Fachrichtungen können
seitdem unter folgenden Voraussetzungen deutsch-chinesische Doppeldiplome erhalten:
- 4 Semester Studium an der ZUST inklusive chinesischem Vordiplom
-Auswahl durch eine deutsch-chinesische Fachkommission (in Hangzhou)
-Feststellung ausreichender Deutschkenntnisse durch die Fachprüfung Deutsch entsprechend der
Feststellungsprüfung des Studienkollegs der Universität Hannover (in Hangzhou)
-2 Semester ‚tutorenbegleitetes Kennenlernstudium‘ bestehend aus einem Fächerspektrum des
Grundstudiums in der gewählten Fachrichtung und Deutsch als Fachsprache (in Hannover)
-4 Semester Hauptstudium mit Abschluss durch FH–Diplom (in Hannover), anschließend
Diplomierung in Hangzhou (ZUST) [2]
Im September 2000 meldeten sich 121 chinesische Studierenden für einen Studienplatz im
2plus3-Programm an. Im Mai 2002 wurden 32 Kandidaten durch sprachliche und fachliche
Auswahlprüfung von deutscher Seite in das 2plus3-Programm aufgenommen. Mit großen
Erwartungen der Eltern und voller eigener Erwartungen an ihr Studium kamen diese jungen
Menschen als erste Programmstudierende im Oktober 2002 in Hannover an und setzten ihr
Studium an der FHH fort.
Aber die Realität, die ihnen hier begegnete, war nicht mit ihren Vorstellungen von einem
Studium in Deutschland identisch. Und erst nach dem Beginn des Studiums an der FHH fiel den
Studierenden auf, dass das Auslandstudium anders verlief als sie sich vorgestellt hatten.
Integrationsprobleme machten die Studierenden darauf aufmerksam und sie stellten sich Fragen
wie:
Was bedeutet eigentlich ein erfolgreiches Studium im Ausland?
Welche Voraussetzungen muss man für ein Auslandstudium zu besitzen?
Wie kann man sein Studium in Deutschland erfolgreich beenden?
Als deutschsprachige Austauschslehrerin arbeitete ich seit September 2002 im Internationalen
Büro der FHH und dabei als Vertrauensdozentin für die chinesischen Programmstudierenden und
gab parallel zu meiner Fortbildung in Deutsch als Fremdsprache den deutschen Studierenden
Unterricht in Chinesisch. Persönliche Eindrücke und Gespräche mit chinesischen Studierenden
während meines einjährigen Aufenthaltes in Deutschland weckten mein Interesse, die
Bewertung des Austauschprogramms‚ 2plus3‘ nach der Wirkung der interkulturellen
Kommunikation auf den Studienerfolg zu thematisieren und Lösungsansätze für das ‚2plus3Programm‘ darzustellen.
Aus diesem Anlass habe ich im Juni und Juli 2003 eine Befragung aller Programmteilnehmer und
Interviews mit 15 Studierenden durchgeführt.
Die vorliegende Arbeit setzte nach einer achtzehnmonatigen Mitwirkung am 2plus 3–Programm
ein. Zunächst war ich als Deutschlehrerin am ZUST an der sprachlichen Vorbereitung der
Studierenden beteiligt. In Hannover begleitete ich die Studenten als Betreuerin in den ersten
Semestern an der FHH. Die Auswertung dieser Erfahrungen konnte ich mit Hilfe meiner
Kolleginnen aus dem Internationalen Büro der FHH und der chinesischen Austauschstudierenden
aus der Zhejiang University of Science and Technology (ZUST) an der FHH durchführen.
2. Zielsetzung
Diese Arbeit erhebt nicht den Anspruch einer Diskussion der Theorie der interkulturellen
Kommunikation, sondern möchte zu einer Sensibilisierung und zum besseren Verständnis der
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Probleme und Schwierigkeiten beitragen, die unter chinesischen Studierenden bei ihrem
Studium und im Alltagsleben in Deutschland oft vorkommen und als Störungen in der
Kommunikation wahrgenommen werden. Dabei wurde versucht, die wahrgenommenen
Probleme in ihrem kulturell geprägten Rahmen zu begreifen und dessen ursächliche Wirkung
deutlich zu machen.
Es wurde versucht, mit größtmöglicher Unvoreingenommenheit die Situation vom anderen
Standpunkt aus zu betrachten und die Relevanz der Vorbereitungsarbeit für die Sprach- und
Kommunikationskompetenz, d.h. verbaler und nonverbaler Verständigung für das 2plus3Programm festzustellen.
3 Fragestellung und Methode
Im Juni 2003 wurden 32 Studierende aus den Fachbereichen Elektro- und Informationstechnik,
Maschinenbau, Design und Medien sowie Bioverfahrenstechnik zur Bewertung des 2plus3Programms befragt. Dabei wurden 29 von den 32 verteilten Fragebögen zurückgesandt und
ausgewertet sowie auf freiwilliger Basis Interviews mit 15 Studierenden geführt. Der Rücklauf
der Umfrage betrug 90.62%, mit den geführten Interviews
wurden
46.87% der
Programmstudierenden erfasst.
Die Schwerpunkte der Befragung lagen in den Unterschieden zwischen fachlichem Studium und
Sprachlernen in der ZUST und in der FHH sowie dem Einfluss der interkulturellen
Kommunikation auf das Studium in Deutschland. Die Befragungsergebnisse wurden den
Problembereichen Sprachkompetenz, Lernverhalten und interkulturelle Kompetenz zugeordnet
und in anschließenden Tiefeninterviews näher untersucht.
Die folgende Analyse behandelt die Ergebnisse der Umfrage und Interviews.
Im Punkt 3.1. geht es hauptsächlich um die Sprachschwierigkeiten bei den 2plus3Studierenden.
Im Punkt 3.2 wird das Thema Unterschiede in der Lernmethode in ZUST und FHH behandelt.
Auf die Schwierigkeit der interkulturellen Kompetenz kommen wir in Punkt 3.3 zu sprechen.
3.1 Sprachkompetenz
Tabelle 1
Schwierigkeiten 1)bei der Sprache, 2)beim Studium,
3) Beim Alltagsleben, 4) interkultureller Kommunikation
45.00%
40.00%
35.00%
30.00%
25.00%
Reihe1
20.00%
15.00%
10.00%
5.00%
0.00%
1
2
3
4
5
Das Ergebnis der Umfrage in der Tabelle 1 zeigt deutlich, dass die Schwierigkeit in erster Line bei
der Sprache besteht, danach folgt die Schwierigkeit beim fachlichen Studium, nämlich bei den
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Vorlesungen und der Laborarbeit. Die Schwierigkeit der interkulturellen Kommunikation wird
bei den Studierenden eher klein geschrieben.
Es ist nicht verwunderlich, dass 39,62% der Studierenden, die sich durch erfolgreiche Fach –
und Deutschprüfung in China in ihrer Fach- und Sprachkompetenz bestätigt fühlten, erst in
Hannover ein Problembewusstsein für eine noch nicht ausreichende Beherrschung der
Fremdsprache entwickeln. Zwar haben die chinesischen Studierenden in China den Kurs für
Deutsch als Fremdsprache absolviert, aber ihnen ist aufgefallen, dass ihre Sprachkenntnis für
ihre Integration und das Fachstudium in Deutschland überhaupt nicht ausreichten sobald sie mit
ihrer Umwelt in Austausch treten wollten. Gründe sind zum einen in den Anforderungen an die
Persönlichkeit und zum anderen im Kulturschock zu suchen.
Die unzureichende Vorbereitung ist aber durchaus auch auf die chinesische Didaktik und
Methodik im DaF- Unterricht zurückzuführen. Die chinesische Deutsch- bzw.
Fremdsprachendidaktik und –methodik ist im allgemein grammatisch orientiert und zielt auf
den Erwerb von Lexik und Strukturwissen ab. Die Folge des fehlenden Trainings der
kommunikativen Fertigkeiten in der Fremdsprache ist, dass die Schwierigkeiten des einzelnen
beim Verstehen und sich Verständlichmachen in der interkulturellen Kommunikation erheblich
unterschätzt werden.
Darüber hinaus war eine große Mehrheit der Befragten der Ansicht, dass Sprachkenntnisse ein
relevantes Kommunikationsmittel sind und gleichzeitig auch als Voraussetzung für ein
erfolgreiches Auslandstudiums gehalten werden.
Das Erlernen einer kommunikativen
Grundkompetenz der deutschen Sprache hat nach der Erfahrung der Interviews folgende
Vorteile: Es erleichtert zum einen das individuelle Alltagsleben, zum anderen auch das
Verständnis beim Studium, u.a. in den Vorlesungen und bei der Laborarbeit. Gemeint ist in
diesem Zusammenhang selbstverständlich nicht nur grammatikalisches oder lexikalisches
Beherrschen der erworbenen Sprache, sondern auch die Kommunikationskompetenz in Fachund Wissenschaftssprachen.
Dies belegt auch, dass die Lehr- und Lernmethoden des traditionellen grammatikorientierten
Deutschunterrichts in China geändert werden müssen, da sie dem Bedarf des Auslandstudiums
nicht mehr entsprechen.
3.2 Lernverhalten
Tabelle 2
27.Frage .wie studieren Sie in ZUST
1 zielstrebig, 2.ziellos
3. vor der Prüfung auswendiglernen
50.00%
45.00%
40.00%
35.00%
30.00%
Reihe1
25.00%
20.00%
15.00%
10.00%
5.00%
0.00%
1
2
3
30,19% der Befragten hielten das fachliche Studium für die zweitgrößte Schwierigkeit in ihrem
Auslandstudium und im nach hinein bereuten viele, dass sie in China nicht besser gelernt hatten.
Hätte man gewusst, dass das Auslandstudium so unerwartet anstrengend ist, wäre mehr Zeit
und Mühe für die Vorbereitung ausgegeben worden.
Das Ergebnis der Tabelle 2 zeigt deutlich, dass die von jeweils 45.16% und 16.13% der
Studierenden verwendeten Lernmethoden, nämlich kurz vor den Prüfungen intensiv auswendig
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oder ziellos lernen, für das fachliche Studium hier in der FHH nicht mehr funktioniert. Die
Befragten äußerten, dass sie das diskutieren müssen und das Fragen stellen müssen quält, weil
sie Hemmungen vor der Teilnahme an Diskussionen haben und sich nicht trauen, Fragen im
Plenum zu stellen, obwohl ihrer Ansicht nach die Teilnahme an Diskussionen und individuelle
Fragen stellen eine relevante Voraussetzung für das Studium in Deutschland ist. Hier treffen
chinesische und deutsche Traditionen aufeinander. Der an deutschen Hochschulen gepflegte
Diskursstil gegen das chinesische Konsensdenken, das im Lernprozess in Deutschland erwartete
aktive Lernen gegen das in China übliche Auswendiglernen .
Dass die chinesischen Studierenden Hemmungen vor Diskussionen haben und von den
Professoren für zu schüchtern gehalten werden, weil sie kaum Fragen stellen und während der
Diskussion immer schweigen, lässt sich auch auf den chinesischen Kulturhintergrund
zurückzuführen. Die Hemmung vor der Teilnahme an Diskussionen liegt nicht nur an
mangelndem Mut oder an unzureichender Sprachkenntnis, sondern auch an der andersartigen
Lern- und Lehrmethode, d.h. in Abhängigkeit von der chinesischen Lern- und Lehrmethode wird
ein erfolgreiches Auslandstudium erschwert.
In China steht nicht das aktive, selbständige Lernen im Vordergrund, sondern ein
zuhörendes, nachahmendes, reproduzierendes Lernen. Das Passivlernen steht sowohl in
der Schule als auch während des Studiums in erster Linie im Vordergrund. Um möglichst
mehr Prüfungen bestehen zu können, sind die perfekte Beherrschung des Gelehrten
und das Auswendiglernen wichtiger als Originalität und Kreativität. Darüber hinaus
entsteht auch eine dementsprechende Strategie für die Prüfung: Kurz vor der Prüfung
möglichst viel von dem Gelehrten intensiv auswendig zu lernen, um die jeweiligen
Prüfungen bestehen zu können, ohne den Sachverhalt wirklich zu durchdringen und
entsprechende Fähigkeiten zu erlangen. Andererseits ist gute Rhetorik im chinesischen
Sinne nicht darauf ausgerichtet, den Lehrer und Professor sowie die Eltern aggressiv von
der eigenen Meinung zu überzeugen. Sie richtet vielmehr darauf ab, das Gesicht des
anderen zu wahren und Konfrontationen zu vermeiden. Offene Auseinandersetzung
und konfrontativer Stil bedeutet schlechte Bildung und persönliche Unreife, sie
gefährden das eigene und das fremde Gesicht. „Die Diskussion, die für den Deutschen
durchaus konstruktiven Charakter hat, ist
für den Chinesen tendenziell
gesichtsbedrohend und daher zu vermeiden.“( Kerstin Nagels 1996 : 72)
Aber wer sein Auslandstudium erfolgreich beenden will, soll möglichst in beiden Kulturen zu
Hause sein und gleichzeitig sprachliche und fachliche Kenntnisse mitbringen. Nicht zu
vernachlässigen ist auch, dass die Unterschiede in der Lern- und Lehrmethode des jeweiligen
Landes dabei eine bedeutende Rolle spielen. Die Probleme in Abhängigkeit von der gewohnten
Lernmethode fordert zu Nachdenken darüber auf, wie man sich richtig orientieren soll, damit
auch Originalität und Kreativität entwickelt werden können.
Folgende Tabelle zeigt das Ergebnis dieser Überlegung und bestätigt damit, dass die
2plus3- Studierenden auf ihre Schwierigkeiten beim Studium positiv reagiert haben. Die
Tabelle 3 zeigt, dass jeweils 55.17% und 34.48% der Studierenden ihre Lernmethode
während ihres Auslandstudiums teilweise und grundsätzlich geändert bzw. verbessert
haben. Sie legen u.a. mehr Wert auf die Entwicklung eines intensiven Verständnisses
der Lehrinhalte.
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26.Frage: Wie studieren Sie in FHH
1. Lernmethode nicht geändert, 2. Lernmethode teilweise geändert,
3.Lernmethode gGrundsätzlich geändert
60.00%
50.00%
40.00%
Reihe1
30.00%
20.00%
10.00%
0.00%
1
2
3
3.3 Interkulturelle Kompetenz
Tabelle 4 : Bewertung der Vorbereitungskurse vor dem Auslandstudium
unerlässlich notwendi hilfreich unnötig keine
g
Angaben
Vorbereitung der Sprachkenntnis 21
6
2
0
0
Vorbereitung der Landeskunde
Vorbereitung
Trainieren
13
interkultureller 13
10
4
2
0
8
7
0
1
Nach den Erfahrungen der Befragten wurde der Wunsch nach einer Verbesserung der
Vorbereitung auf Sprache und Landeskunde sowie auf interkulturelle Unterschiede geäußert.
Die Interviewten waren der Meinung, dass die Vorbereitungskurse für die Integration in
Deutschland erforderlich sind. Die Kurse könnten dabei helfen, einige grobe Fehler im ersten
Umgang mit der Umwelt zu vermeiden und sollten an der ZUST größeren Stellenwert
bekommen.
Trotz der Absolvierung der Deutschkurse trat die mangelnde Kommunikationskompetenz ans
Licht, sobald man in dem Zielland mit der fremden Kultur konfrontiert wurde. Darüber hinaus
wird in erster Linie Bedarf am besseren Erlernen der deutschen Sprache gesehen.
44.83% der Befragten hielten die Landeskunde zur Vorbereitung für unerlässlich, lediglich
34.48% hielten sie für notwendig. Die Interviewten äußerten die Meinung, dies sei für die
Kommunikation mit Fremden am wenigsten wichtig. Eindeutiger Vorteil sei, dass man durch
diese Kenntnisse Unterhaltungsthemen vertiefen könne. 6.9% der Befragten hielt Landeskunde
für unnötig.
Gegenüber der eindeutigen Bewertung der sprachlichen Vorbereitung waren die Aussagen der
Befragten zum Thema interkulturelle Vorbereitungskurse sehr unterschiedlich (Frage 3.Tabelle)
44.83% der Befragten hielten interkulturelle Vorbereitungskurse für unerlässlich, 27.59%
hielten sie für notwendig und 24.14% bewerteten sie als hilfreich. Nur ein Befragter machte
darüber keine Angabe.
Das Ergebnis der Interviews zeigt, dass kulturelle Kompetenz und Auslandserfahrung bei der
Großzahl chinesischer 2plus3-Studierenden vor ihrem Auslandstudium eher klein geschrieben
wurde, dass die Erwartung an das Beherrschen der Fremdsprache höher als an die Fähigkeit zur
Kommunikation war. 80% der Interviewten hatten das Wort „interkulturelle Kommunikation“
zum ersten Mal bei der Befragung gehört und haben vorher überhaupt keine Vorstellung, wie
eng Sprache und Kommunikation mit Kultur verknüpft sind und welche Bedeutung dies für ihr
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Studium in Deutschland hat. Demgegenüber war die Erwartung, sich im Ausland so schnell wie
möglich integrieren zu können, viel zu hoch.
Beispiel A :
Nach einer Party in einem Studentenwohnheim wurde ein chinesischer Student danach gefragt,
ob er während der Party, ohne zu fragen, Lebensmittel eines anderen Studenten aus dem
Kühlschrank genommen hätte. Das war eine Beleidigung für den Befragten, und hat ihn noch
lange Zeit belastet, da er unschuldig in Verdacht geraten war. In China wird in dem Fall der
Sachverhalt durch eine dritte Person indirekt angesprochen, damit Gesichtsverlust vermieden
werden kann.
Beispiel B:
Die deutschen Kommilitonen fanden es unfair, dass die chinesischen Studierenden, während sie
bei der Laborarbeit intensiv arbeiteten, nur freundlich lächelnd zuschauten, ohne sich selbst
daran zu beteiligen. Es entstand der Eindruck, sie seien zu „faul“. Folge war, dass bei der
nächsten Gruppenbildung keiner mit chinesischen Studierenden zusammenarbeiten mochte.
Blickt man auf die Laborarbeit in der ZUST zurück, dann erkennt man, woran es lag. In China
macht man Laborarbeiten unter der Leitung der zuständigen Professoren oder Dozenten, die
entscheiden, wer was macht. Anstatt individuell nachzudenken, brauchen die Studenten nur
dem zuständigen Professor oder Dozenten zu gehorchen. Gegenüber der andersartigen
Laborarbeitsorganisation in der FHH waren die chinesischen Studenten ahnungslos. Sie wussten
überhaupt nicht, womit sie anfangen sollten. Wegen des Sprachproblems trauten sie sich nicht,
danach zu fragen. Sicherheitshalber rührten sie nichts an und schauten zu. Wegen der
fehlenden Fähigkeit dem Fremden zu begegnen und zur Zusammenarbeit mit Kommilitonen
aus anderen Kulturkreisen, zur Kommunikation und zur Anpassung an die fachliche Arbeit,
gerieten die chinesischen Studierenden, obwohl sie sehr gern mitarbeiten wollten, in große
Verlegenheit.
Beispiel C:
Die Tutoren meinten, wenn chinesische Studierenden „Ja“ sagten, hätten sie schon verstanden,
was besprochen wurde. Tatsächlich aber nicht. Die chinesischen Studierenden meinten dagegen,
man müsse vor den Fremden freundlich sein und sagen deshalb nur aus Höflichkeit immer „ ja“,
egal ob sie verstehen oder nicht.
Diese Beispiele sind nicht komisch, sondern zeigen deutlich, dass einige grundlegende Aspekte
der interkulturellen Kompetenzbildung behandelt werden müssen, die sowohl von relevanter
Bedeutung im Rahmen der unbewussten Wahrnehmung, als auch von praktischer Relevanz für
das Auslandstudium sind. Viele interkulturelle Missverständnisse und Probleme, die unter
2plus3-Studierenden vorkamen, ergeben sich daraus, dass die Kommunikationsmuster und die
dahinter versteckte Kultur die Wahrnehmung und Denkweise der Studierenden beeinflusst.
Außerdem „ist die interkulturelle Kompetenzbildung eine Forderung unserer Zeit, da die
interkulturelle Kommunikation uns gelehrt hat, dass die Verständigungsprobleme im Umgang
der Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund alleine durch die Beherrschung der
Fremdsprachen bzw. fachlicher Kenntnisse nicht bewältigt werden können. Allerdings wird in
der heutigen Zeit die Begegnung der Menschen aus verschiedenen Kulturen in verschiedenen
Lebensbereichen insbesondere durch die Globalisierung immer unvermeidlicher und
fremdkulturelles Wissen bzw. interkulturelle Kompetenz sind ein unabdingbarer Bestandteil
unserer Handlungskompetenz geworden„ (vgl. Liang 1996: 142) Nicht zu vernachlässigen ist,
dass die mangelnde bewusste Wahrnehmung von Kulturunterschieden zwischen Deutschland
bzw. Europa und China, mangelnde Informationen über Kultur, Tradition und Landeskunde
sowie fehlende Kenntnisse in den damit verbundenen Denkstrukturen und Handlungsstrategien
oft mitverantwortlich sind für Probleme beim fachlichen Studium, für misslungene
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Kontaktaufnahmen, gescheiterte Verhandlungen und nicht zuletzt für schlechte Leistungen im
Auslandstudium.
Das gegenseitige Verstehen ist weit mehr als nur eine Frage von Sprachkenntnissen. Es
erfordert Qualifikationen, die zum Teil charakterliche Eigenschaften darstellen, zum Teil
aber durchaus antrainierbar sind.
Es erfordert interkulturelle Lehr– und Lernziele vertretende Lehrer, die sich selbst als interkulturell
Lernende verstehen und kulturelle Mittler werden müssen. Im Mangel von ausreichend
qualifizierten Lehrkräften ist ein Grund dafür zu sehen, dass es noch nicht möglich war, die
Programmstudierenden vor ihrem Auslandstudium ausreichend interkulturell vorzubreiten.
4.Zusammenfassung:
Aller Anfang ist schwer, das Auslandstudium ist auch keine Ausnahme. Trotz all dieser
Schwierigkeiten haben die Studierenden Leistungen gezeigt und die Prüfungsergebnisse der
zurückliegenden zwei Semester zeigen erfreulicherweise, dass 82% von ihnen ihr Grundstudium
erfolgreich beenden und im Wintersemester 2003 wie geplant mit ihrem Hauptstudium
anfangen können. Besonders zu erwähnen ist, dass 6 Programmstudenten DAAD Preis für
hervorragende Leistungen ausländischer Studierender erhalten haben. Zurzeit haben mehr als
360 Studierende in Deutschland an diesem Programm teilgenommen und die 84 von den ersten
4 Jahrgängen haben es inzwischen überwiegend erfolgreich durchlaufen [3]
Alles in allem kann festgestellt werden, dass das 2plus3–Programm ein trag- und ausbaufähiges
Modell der Zusammenarbeit zwischen ZUST und FHH ist und von allen Teilnehmern, sowohl den
dafür zuständigen Kollegen beider Seiten, als auch den Studierenden positiv bewertet wird.
Zur besseren Vorbereitung auf das Studium in Deutschland haben die Programmstudierenden
aus meiner Sicht vorrangig die folgenden Fähigkeiten zu erwerben: die Bereitschaft zur
Begegnung und Zusammenarbeit zwischen fremden Kulturen, zur Kommunikation, zur
Anpassung an die fachliche Arbeit, die Fähigkeit, selbständig Fragen zu stellen und zu
diskutieren sowie zum Austausch mit anderen und zur Flexibilität .
Dies entspricht dem Persönlichkeitsprofil für ein Auslandstudium mit Fähigkeiten wie:
-Offenheit
-Bewusstsein und Kenntnis über kulturelle Unterschiede
-Beachtung und Beherrschung der Verhaltensformen
-Fachliche und sprachliche Kenntnisse.
Hier zeigt sich auch die Notwendigkeit einer stärkeren Berücksichtigung der Vorbereitung. Um
den hohen Anforderungen der fremdkulturellen Umwelt gerecht werden zu können, muss bei
der Vorbereitung auf die deutsche Sprache das interkulturelle Training sowie die Landeskunde
eingebunden werden.
Schon bei der Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten für ein Auslandstudium sollten
Fähigkeiten wie Kooperationsbereitschaft, interkulturelle Kompetenz und kritische
Selbstreflexion stärker bewertet werden.
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Literaturverzeichnisse:
[1] Kooperationsvereinbarung zwischen dem Hangzhou Institut für Angewandte Technologie,
Hangzhou, Volksrepublik China und der Fachhochschule Hannover, Bundesrepublik
Deutschland[G]
[2] Protokoll des Internationalen Büros der FHH[G]
[3] Protokoll des Büros für auswärtige Angelegenheiten der ZUST[G]
[4] Zhu ,Jianhua.
Gu, Shiyuan. Arbeiten zur Interkulturellen Kommunikation ChinesischDeutsch Shanghai [M] Verlag der Tongji Universität, 2000
[5] Jürgen Bolten . Interkulturelle Kompetenz . [M] Erfurt/ Thüringen 2003
[6]
Kerstin Nagels, Interkulturelle Kommunikation in der Deutsch-Chinesischen
Zusammenarbeit[M], Verlag der Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Bremen 1996
[7] Margrith A. Lin-Huber, Chinesen verstehen lernen [M], Verlag Hans Huber 2000
[8] Beate Blümel, Erfahrungen bei der chinesisch- deutschen Zusammenarbeit in der
anwendungsorientierten Hochschulbildung 应用型人才培养的理论与实践[M], 高等教育出版
社 2008
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