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FCb-U21 – ein Team wie die klasse 2a - BaZ

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spezial.zeitung in der schule.
baz | Montag, 7. April 2008 | Seite 16
FCB-U21 – ein Team wie die Klasse 2a
U21-Spieler Samet Gündüz (20) ging einst in die gleiche Orientierungsschule
Heute: Klasse 2a
OS Vogesen
Diese Seite schrieben die SchülerInnen:
Liya Arackal, Birsen Atci, Tugba Ipek, Zade
Jasari, Anamarija Soldo, Izzet Akgün, Rafael
Costa Nobre, Düzgün Dilsiz, Mehmet Ilkhan,
Ardian Mahmuti, Borja Martinez, Miguel Martins,
Argezon Musa, Emanuel Outão, Sufjon Selami,
Jasjotbir Singh. Lehrer: Peter Ernst.
> www.baz.ch/zisch
nachrichten
F wie Familie oder
Fussball
familienbande. Die ganze Familie
Kunz spielte Fussball (fünf Knaben).
Auch seine Frau hat Marcel Kunz
während eines Fussballspiels
kennen­gelernt. Sein Schwiegervater
war ein bekannter Schiedsrichter
(Wembleytor). Sohn Sascha spielte
auch Fussball. Patrick Rahmens
­Vater spielte mit Marcel Kunz, ebenso
sein Onkel. Auch sein Bruder war ein
guter Fussballspieler.
Der schwarze Panther
Ballabio
Gruppenbild. Die Klasse 2a der OS Vogesen zusammen mit Patrick Rahmen und Samet Gündüz von der U21 des FCB.
vorbild. Das Vorbild von Marcel
Patrick Rahmen (38) ist der Trainer
des U21-Teams. Zusammen mit seinem Spieler Samet Gündüz gibt er
der Klasse 2a der OS Vogesen bereitwillig Auskunft.
als ruhigen und umgänglichen Schüler,
meint aber, die Schüler sollten doch ihren Klassenlehrer fragen. Dieser bestätigt mit einem Kopfnicken. Was die
Schüler nicht wussten: Samet ging in
das gleiche OS-Schulhaus wie sie.
Schule des Lebens. Patrick, wie die
Schüler ihn nennen durften, und Samet
sind beide in Basel und zum Teil in der
Umgebung aufgewachsen. Patrick
dachte als Schüler, dass er in erster Linie für die Lehrkraft lernt – «ich hatte
nur Fussball im Kopf». Mittlerweile hat
er auch eine andere Sichtweise. Er erklärt, dass in einer Schulklasse neben
den Fertigkeiten (Umgang mit Zahlen,
erlernen von Sprachen) auch andere
Grundlagen trainiert werden: Umgang
mit andern, Teamgeist, Zielstrebigkeit.
Samet schildert sich selbst im Rückblick
guter trainer. Warum ist Patrick Rahmen ein guter Trainer? Nach der Meinung der Schüler ist er ein guter Trainer
für die U21, weil er die Jungen versteht.
Die Schüler haben ihn nett und umgänglich erlebt; «er ist ruhig und cool». Er
kann Leute gut einschätzen und motivieren. Deswegen stört ihn als Trainer,
dass seine Mannschaft nicht aufsteigen
kann, auch wenn sie, wie jetzt, überlegen auf dem ersten Tabellenplatz steht;
aber natürlich gibt es auch noch eine andere Sichtweise, räumt er ein. Deshalb
finden die Schüler auch, dass Patrick
vernünftig und einsichtig ist. Seine Spieler überzeugt er mit Verantwortlichkeit
anstatt mit Verboten. Das haben die
Schüler genau gemerkt, als er ihre Fragen beantwortet hat. Natürlich hat er
grosse Fachkenntnis als Profitrainer.
klasse 2a
Kunz war Erwin Ballabio. Auch er ist
ein ehemaliger Nationaltorhüter. Er
stammte aus derselben Gegend, wo
Marcel Kunz aufwuchs, und man
nannte ihn immer den «schwarzen
Panther». Genau an dem Tag, als
Marcel Kunz den Schülern dies erzählte, starb Ballabio im Alter von
neunzig Jahren.
Warum sollten die FCB-U21 und die
2a übereinstimmende Teams sein?
Nun, beide werden von einem Einheimischen trainiert, beide verzeichnen
acht (neun) Erstsprachen und beide
Gruppen verstehen sich sehr gut.
Von Gerlafingen ins
Wembley
zahlenspiele. 3848 Einwohner hatte die Ortschaft, aus der Marcel Kunz
stammt, im Jahr 2006. Mit der Nationalmannschaft spielte er im Wembleystadion vor 100 000 Zuschauern.
rekord. Auch Samet Gündüz hat
bereits einen Zuschauerrekord zu
bieten: Auftritt vor 40 000 Zuschauern
bei seinem Debüt mit der 1. Mannschaft des FC Basel in der VeltinsArena auf Schalke.
Wenn er verletzt war, spielte er im Sturm
Zwei Schüler der Klasse 2a konnten eine Torhüterlegende interviewen
Marcel Kunz ist am 24. Mai
1943 im Sternzeichen Zwillinge
geboren. In seinem heutigen Horos­
kop steht: «Es wird Ihnen bald Arbeit übertragen, die sie zwar stark
fordert, Ihnen aber auch grossen
Spass bereiten wird.» Und so war es
wohl auch, denn die Schüler haben
sehr viel über ihn erfahren: Dass er
zusammen mit vier Geschwistern
in Gerlafingen, Kanton Solothurn,
aufgewachsen ist und ein guter
Schüler war. Marcel Kunz wollte
immer Torhüter sein, trug immer
die Nummer 1. Nur wenn er verletzt war (Armbruch oder so),
spielte er im Sturm.
Mit zwanzig Jahren kam Marcel Kunz nach Basel und lebte hier
unter sehr bescheidenen Umstän-
Umfeld und Familie. Vom U21-Trainer
haben die Schüler auch erfahren, dass
neben dem Spielfeld die Familie, eine
Partnerin und ein guter Freundeskreis
sehr wichtig sind. Wenn es vielleicht
nicht so rund läuft, sollte man jemanden zum Reden haben, wenn man etwas sehr Emotionales erlebt hat, jemanden der zuhört. Für seinen Beruf (er
arbeitet sieben Tage in der Woche, seine Verpflichtungen sind unregelmäs­
sig) braucht es eine Partnerin, die verständnisvoll und einsichtig ist. Vielleicht wird er seine Verlobte noch in
diesem Jahr heiraten.
Auch ein Hobby kann zum Ausgleich und zur Entspannung beitragen.
Patrick spielt Eishockey und Tennis, Samet liest gerne ein Buch, hört je nach
dem Musik aller Stilrichtungen oder
guckt sich einen Fernsehfilm an. Und
natürlich trägt auch positive Fan-Post
zur guten Stimmung bei.
Warum kann es Samet Gündüz
schaffen? Die Schüler meinen, dass Samet den Willen hat und «dranbleibt». Er
ist ein Kämpfer, behält trotzdem die
Ruhe, er ist schon ziemlich abgeklärt.
Er kann auf seine Chance warten, ist
also geduldig. Er hat das Vertrauen seines Trainers, auch das haben die Schüler genau beobachtet. Er hört auf ihn
und ist diszipliniert. Natürlich hat er
auch Talent, ist beweglich und torgefährlich (neun Tore in dieser Saison,
das haben die Schüler im Internet recherchiert). Samet ist bescheiden und
weiss um seine Schwächen: Kopfball;
wenn mal etwas nicht auf Anhieb gelingt, weitermachen. Daran arbeitet er.
im auge behalten. Auf alle Fälle werden die Schüler die U21, Trainer und
Spieler von nun an ganz genau im Auge
behalten, was gut machbar ist, weil alle
von ihnen durch das Zeitungsprojekt
täglich ein Exemplar in die Schule geliefert bekommen und bis Juni den
Schultag jeweils mit Zeitungslektüre
beginnen.
Die Torhüterlegende
der doppelte Marcel Kunz.
Klasse 2a
Marcel Kunz (65) war FCB-Spieler und Torhüter in der Schweizer Nationalmannschaft.
Auch aus seiner aktiven Karriere (BSC
Young Boys, SR Delémont und anderen)
kann er viel weitergeben.
den in einem kalten Kellerraum.
Schliesslich nahm ihn die Familie
eines Mitspielers bei sich auf. Zu
dieser Zeit wurden die Schweizer
Spieler im Ausland als Profis wahrgenommen, aber eigentlich waren
sie Amateure, jeder übte neben der
sportlichen Tätigkeit noch einen
Beruf aus.
saunabesuch. Für ein gewonnenes Spiel gab es einen symbo­
lischen Beitrag, etwas weniger für
ein Unentschieden, für eine Niederlage gar nichts. Mässig bezahlt
war auch der tägliche Trainingsbesuch, das höchste der Gefühle
der wöchentliche Saunabesuch.
Vielleicht ist dies der Grund, dass
die Rotblauen zu dieser Zeit so
viele Pokale in Meisterschaft und
Cup gewannen. Im Jahre 1967
wurde Marcel Kunz National­
torhüter. Sein Einstand in Zürich
gegen Rumänien war sehr erfolgreich (7:1). Einer seiner Mitspieler in der Nationalmannschaft war
Köbi Kuhn, den er als sehr eleganten Spielgestalter und Regisseur
in Erinnerung hat. Sicher gute
­Voraussetzungen für den jetzigen
Schweizer Coach. Mit seinem
Nachfolger Ottmar Hitzfeld (59)
spielte Marcel Kunz im Club
­zusammen. Er schildert ihn als
­angriffslustigen und forschen
­Mittelstürmer.
Mit seinen Mit- und Gegenspielern ist Marcel Kunz gut ausgekommen, ist auch nie vom Platz geflogen. Ausnahmen waren jene Gegner, die er «Lamas» nennt. Und
auch er selbst zeigte ausnahmsweise mit dem Finger an die Stirn
– dummerweise ist er dabei fotografiert worden.
Dieses pädagogische Projekt zur Leserförderung wird unterstützt durch:
Institut für Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren
Pressesprecherin Tugba
(12) und Fragensteller
­Jasjotbir (11) zusammen
mit Marcel Kunz (65) im
Vordergrund. Im Hintergrund Marcel Kunz bei
einer Parade während eines
Junioren­lagers im Jahre
1978. Der Interview-Gast
war als Aktiver dafür
bekannt, dass er für sein
Team Kopf und Kragen
­riskierte. Zahlreiche Ver­
letzungen zeugen zum Teil
heute noch davon. 2a
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Seele and Geist
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