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Man ist, wie man ist - SECUM GmbH

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Secum
Man ist, wie man ist
»Man muss Menschen begeistern und motivieren«, sagt Karl-Heinz Brunner, einer der
Geschäftsführer von Secum in Kempten. Das gilt vor allem in der Arbeitswelt und ist
ein wichtiger Punkt in dem Bereich Personalstrategie, das die Firma neben den
Bereichen Arbeitsschutz und Managementsystemen anbietet. Leute suchen, vermitteln
und beurteilen, wer für welchen Job geeignet ist – Karl-Heinz Brunner hat sich schon
immer mit Personal beschäftigt. Um noch sensibler in diesem Bereich agieren zu
können, hat Brunner von 2005 bis 2007 eine zweijährige Ausbildung zum Trainer und
Personalcouch absolviert.
BILD: SECUM
W
2 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2009
enn in einem Betrieb die Kommunikation nicht mehr rund
läuft, der Firmenchef merkt,
die Krankheitsrate der Mitarbeiter ist
hoch, das Team ist unzufrieden oder der
Umsatz sinkt, dann ist das ein Fall für KarlHeinz Brunner, der sich
auf dem Markt der Personalstrategen schon
längst einen Namen geEs geht nicht darum,
macht hat.
Menschen zu entlassen,
Zu Beginn seiner
Tätigkeit in einem Unsondern gemäß ihren Fähigkeiten
ternehmen als Personalan die richtige Position zu setzen.
berater steht eine Mitarbeiterbefragung. Nach
der Auswertung gibt es
Gespräche mit den Führungskräften, um
gemeinsam ein Konzept zu entwickeln.
Bei einer Firma, in der sich Brunner seit
drei Jahren um die Personalstrategie kümmert, ergab die Mitarbeiterbefragung, dass
diese trotz vieler Arbeit nicht mehr bereit
waren Überstunden zu machen und dass
immer die Gleichen die Bereitschaft dazu
hatten und trotzdem nicht mehr verdienten und sich somit ungerecht behandelt
fühlten. Den Mitarbeitern fehlte einfach
die Transparenz und Nachvollziehbarkeit.
Los gegangen sei das Problem in der
Firma unter zwei Meistern. Das sei damals
die Ausgangssituation gewesen, so Brunner. Zusammen mit dem Firmenchef entwickelte und führte Brunner ein Lohnsystem mit Grundlohngruppen ein. Dazu erstellte Brunner für alle Mitarbeitern im
Vorfeld ein Stellenprofil. Zu dem Grundlohn gehört eine Leistungszulage, die sich
durch eine Mitarbeiterbewertung ergibt.
So wird einmal im Quartal die Quantität
und Qualität der Arbeit bewertet und in
den Gesprächen auf den derzeitigen Stand
hingewiesen. Somit hat der Mitarbeiter
die Möglichkeit, sich noch zu verbessern.
Am Jahresende wird im Schlussgespräch
die Gesamtsituation besprochen und die
Leistungsbezahlung für das kommende
Jahr festgelegt.
BILD: FISCHER
Auf Menschen speziell eingehen
»Bei der Beratung zur Prozessoptimierung
kommt oft heraus, dass die Abläufe gut or-
Werte und Motive lerne man von Jugend
ganisiert und strukturiert sind, jedoch
an und bilden die Grundeinstellung des Lenicht immer das Personal«, sagt Karlbens. In diesem Bereich gibt es auch PerHeinz Brunner. »Jeder Mensch hat Fähigsönlichkeitsverhaltens-Schulungen und
keiten, die nur gezielt im Betrieb eingesetzt
Schulungen zur Menschenführung.
werden müssen. Dann gibt es nur Gewinner«, so Brunner. Es geht
nicht darum, Menschen
zu entlassen, sondern gemäß ihren Fähigkeiten
»Jeder Mensch hat Fähigkeiten,
an die richtige Position
die nur gezielt im Betrieb
zu setzen und Teams zu
eingesetzt werden müssen.
bilden, die zusammen
Dann gibt es nur Gewinner«
passen und sich ergänzen. »Das ist meine AufKarl-Heinz Brunner
gabe und mein Ziel«, so
der Personalstratege.
Dabei muss man auf die
Menschen speziell eingehen, herausfinGanzheitlicher Einblick
den, woher der Mensch kommt und welEin Chef hat es immer mit unterschiedliche Fähigkeiten er mitbringt. Dazu gibt es
chen Menschen zu tun und sollte ein beverschiedene Persönlichkeitstools, nach
stimmtes Basiswissen über seine Mitarbeidenen bewertet wird – das Verhalten, die
ter haben. Wenn der Chef weiß, welches
Werte/Motive und die Kompetenzen. Die
Verhalten die Mitarbeiter an den Tag legen,
Albert Pfender, Geschäftsführer von MBK (li.)
und Secum-Geschäftsführer Karl-Heinz
Brunner vor einer Schweißmaschine für den
Betonbau, die weltweit exportiert wird.
3–2009 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3
Interview …
… mit Albert Pfender,
Geschäftsführer von MBK Maschinenbau GmbH in Kisslegg,
der Karl-Heinz Brunner vor drei Jahren beauftragt hat.
MBK ist Weltmarktführer in dem Bereich
Schweißmaschinen für Betonbau.
Was hat sich seit der Betreuung durch
die Firma Secum in Ihrem Betrieb
verändert?
Albert Pfender: Vieles. Die Mitarbeiterzufriedenheit ist vor allem durch das neue
Entlohnungsmodell gestiegen. Auch haben wir die Mitarbeiterzahl von 50 auf 80
erhöht. Es ist wieder Ruhe und Ausgeglichenheit eingekehrt und weniger Stresspotenzial vorhanden.
Haben Sie Ihre Führungsmethoden
umgestellt?
Albert Pfender: Ja. Ich habe inzwischen
viele Aufgaben delegiert, um mich den wesentlichen Dingen zu widmen. Alles ist viel
strukturierter, und ich fühle mich nicht
mehr für alles alleine verantwortlich. Die
Aufgaben sind verteilter.
Betrachten Sie Ihre Angestellten
nun aus einem anderen Blickwinkel?
Albert Pfender: Ich war schon immer außerordentlich sozial eingestellt und hatte
immer eine persönliche Einstellung zu
meinem Personal. Da musste kaum etwas
geändert werden. Durch die Verantwortungsübertragung auf die mittlere Führungsebene habe ich Schwächen und Stärken der Mitarbeiter besser erkannt und
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Maßnahmen entwickelt, besser damit umzugehen.
Was war für Sie die einschneidenste
Veränderung?
Albert Pfender: Die Einführung des Entlohnungssystems und des Qualitätsmanagements, dazu der Ausbau auf Führungsebene. Vor allem habe ich gelernt, Aufgaben abzugeben und konnte endlich mal
wieder Urlaub machen.
Gibt es noch Problem?
Wenn ja, wie können diese
behoben werden?
Albert Pfender: Derzeit gibt es keine Probleme. Wenn welche auftreten sollten, werden sie durch Secum behoben.
Wie sind Sie auf die Firma Secum
aufmerksam geworden?
Albert Pfender: Zufällig bei einer Veranstaltung der Kreishandwerkerschaft 1994.
In diesem Jahr begann die Zusammenarbeit in dem Bereich Arbeitssicherheit. Ab
2002 haben wir mit Qualitätsmanagementsystemen gearbeitet und 2007 mit
der Personalstrategie begonnen, angefangen mit dem Personalentwicklungskonzept.
GRAFIK: SECUM
Analyse kann ich aus einem zerstrittenen
Team ein Team machen, das an einem
Strang zieht und ein ideales Arbeitsumfeld
schaffen«, sagt der Geschäftsführer von Secum. »Man ist, wie man ist. Wenn das erkannt worden ist, ändert sich das Teamverhalten positiv«.
kann er darauf eingehen. So kann beispielsweise vermieden werden, dass Mitarbeiter,
die nicht zusammen passen, ein Team bilden und dadurch unproduktiv arbeiten.
Secum arbeitet mit den Insights-Entwicklungsinstrumenten, mit denen Firmenchefs eine sichere Entscheidungsbasis mit
Kunden, Partnern und Dienstleister typgerechter und damit erfolgreicher kommunizieren können.
Mit den
Insights-Analysen
kommt jeder Mitarbeiter voran.
chen Antriebsysteme und erklären, wer
sich warum in einer bestimmten Art und
Weise verhält.
Man ist, wie man ist
»Mit diesen Tools erkennt man, wann ein
Mitarbeiter in seinem Job gut oder nicht
so gut ist«, so Brunner. Es stellt sich die Frage, hat er die Fähigkeiten oder sind die Lücken so groß, dass auch keine Schulung
hilft. »Es gibt nun mal
Menschen, die sind
nicht als Führungskräfte geeignet«, so der 52»Mit der Insights-Analyse
Jährige. Dabei geht es
kann ich aus einem zerstrittenen
nicht um Fachwissen,
Team ein Team machen, das
sondern um Verhalten
an einem Strang zieht…«
und zu hinterfragen,
welche Kompetenzen
Karl-Heinz Brunner
notwendig sind, um andere zu führen. Bei der
Insights-Analyse sollen
Die Tools bilden eine Grundlage für efdie Mitarbeiter und der Firmenchef 25 Frafiziente Personalauswahl und Integration
gen zu Verhalten und Werte/Motive anvon Teammitgliedern und Führungskräfkreuzen. Dabei stehen fünf Antworten zur
ten. So geben die Profile einen ganzheitliAuswahl, die mit eins bis fünf bewertet
chen Einblick in die Komplexität menschwerden. »Sie sind gezwungen zu werten«,
licher Entwicklungschancen und zeigen
so Brunner. Das Ergebnis der Analyse stellt
auf, wie sich Menschen in bestimmten Arfür das Unternehmen einen immensen
beits- und Stresssituationen verhalten, wie
Wert dar und der Firmenchef erhält eine
sie im Team agieren und welche Rolle sie
Checkliste für die Kommunikation, aus
meinen, spielen zu müssen. Sie geben Einder hervorgeht, wie er mit den Mitarbeiblicke in die Wertekultur und persönlitern umgehen muss. »Mit der Insights-
Profil ohne Wertung
Ein weiteres Tool ist die Assess-Analyse.
Bei dem 350-seitigen Fragenkatalog geht
es um Kompetenzen, ähnlich wie bei der
Insights Analyse. Jeder Mensch besteht
aus drei Kernkompetenzen, den Denk-, Arbeits- und Beziehungsstil. Am Ende der
Analyse entsteht ein graphisches Profil ohne Wertung. Mit diesem erstellten Profil
kann man die Mitarbeiter verschiedene
Berufe durchlaufen lassen, um zu sehen,
für was er geeignet ist.
Über 1000 Menschen eingestellt
Im Rahmen der Personalstrategie übernimmt Karl-Heinz Brunner die Rolle des
Personalchef, erstellt Stellenprofile, setzt
Anzeigen auf, führt Bewerbungsgespräche
und sucht den passenden Bewerber für das
Unternehmen aus. Selbstverständlich hat
der Firmenchef bei der Einstellung das letzte Wort. Jedoch entscheiden sie sich meistens für Brunners Favoriten. »Inzwischen
habe ich über 1 000 Menschen eingestellt«,
sagt Brunner. Es sei ein gutes Gefühl, wenn
Chefs nach Schulungen bei ihm anrufen,
um zu sagen, dass nun alles funktioniert
und besser läuft. »Es ist schön zu sehen,
wie sich etwas positiv verändert und jemand sagt, seit sie da sind, ist alles viel schöner geworden«, so Karl-Heinz Brunner.
Secum betreut derzeit 750 Betriebe im
Allgäu.
Sabine Fischer
secum gmbh
Lindauer Straße 4
87439 Kempten
Telefon (0831) 960394-0
Telefax (0831) 960394-99
info@secum.de
www.secum.de
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