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Flink wie ein - Volkswagen AG

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Vergleichstest Mini One D, VW Polo 1.4 TDI Blue Motion
Flink wie ein
Diesel
Der neue Mini und der modellgepflegte VW Polo stehen mit
Euro-6-Dieselmotoren in den
Startlöchern. Im direkten
Vergleich müssen sie zeigen,
welches Konzept besser
zündet.
F
ünf Jahre hat es gedauert, bis der New
Mini in der dritten Generation vorstellig wurde. Genauso lang ließ der Polo
auf sein Facelift warten. Zwar bekam er mit
der getesteten Fresh-Edition ein neues Sondermodell auf Basis der Comfortline-Ausstattung, auf den ersten Blick hat sich bei
ihm aber nicht allzu viel getan. Gerade einmal um zwei Millimeter wuchs der Wolfsburger in die Länge, neun Millimeter in die
Höhe. Die Breite und das Kofferraumvolumen blieben unverändert, sodass die leicht
146 19/2014
überarbeiteten Front- und Heckschürzen die
markantesten Merkmale sein dürften, die
aufmerksamen Fahrern des Vorgängermodells auffallen. Wen wundert es, bei 68 343
Neuzulassungen allein in Deutschland im
vergangenen Jahr trifft das Polo-Design offenbar genau den Nerv der Kundschaft.
Bei der dritten Generation des Mini legten die Designer dagegen deutlich stärker
Hand an. Mit größeren Überhängen, anderen Front- und Rückleuchten, gewachsenem
Radstand und zehn Zentimetern mehr
Außenlänge hebt sich der Neue bereits optisch deutlich von seinem Vorgänger ab.
Der Diesel im Mini wirkt spritzig
Doch genug der Äußerlichkeiten. Schließlich setzt gerade das Facelift der fünften
Polo-Generation auf innere Werte. Wie zum
Beispiel auf den neuen drehfreudigen 1,4-Liter-TDI, der je nach Auslegung 75, 105 oder,
wie im Testwagen, 90 PS leistet und damit
die beiden 1,2- und 1,6-Liter-Aggregate ablöst. Sein maximales Drehmoment von 230
IM VERGLEICH
MINI ONE D: 95 PS,
0–100 km/h in 11,9 s,
ab 19 400 Euro
VW POLO 1.4 TDI
BMT: 90 PS,
0–100 km/h in 12,4 s,
ab 18 025 Euro
Nm bringt der Dreizylinder schon bei 1500
Touren, und er hat genug Druck, den Polo
zügig anzuschieben.
Der neue Selbstzünder-Triple im Mini
(Teil des neuen Baukasten-Motorkonzepts)
spielt seine 95 PS noch etwas besser aus. In
Kombination mit dem knackig geführten
Sechsganggetriebe wirkt er trotz des minimal geringeren Drehmoments deutlich
spritziger, kräftiger – und kultivierter. Den
Standardsprint erledigt er in 11,9 Sekunden,
der Polo braucht eine halbe Sekunde länger.
89 g CO /km
2
stößt der Mini One D aus.
Das ist zwar ein Gramm mehr
als der 1,4-Liter-TDI mit Blue
Motion Technology des Polo,
bleibt aber ebenfalls unter der
90-Gramm-Grenze der Euro 6
1
ams-Messwerte auf Seite 148
Beim Rennen um die Öko-Krone liegen
beide quasi gleichauf. Seinen etwas höheren
Testverbrauch von 5,8 l/100 km gegenüber
den 5,6 Litern des Mini kontert der VW dank
Blue-Motion-Technologie und damit serienmäßiger Start-Stopp-Automatik mit einem
Normausstoß von 88 Gramm CO2 pro Kilometer (Mini: 89 g/km). Die Euro-6-Abgasnorm erfüllen beide.
Beim Thema Fahrspaß dreht der Mini
dafür wieder mächtig am Rad. Mit bequemeren Sportsitzen (ab 960 Euro), Sportleder19/2014 147
Vergleichstest
DATEN UND
-MESSWERTE
Fahrzeugtyp
Mini
One D
Motorbauart/Zylinderzahl
Hubraum
cm3
Leistung
kW (PS)
bei 1/min
Verbrauch
(minimal)
4,2 l/100 km
Bremsweg aus
100 km/h
35,7 m
max. Drehm.
Nm bei 1/min
Schadstoffeinstufung
CO2-Ausstoß
g/km
Leergewicht/Zuladung kg
Länge × Breite
mm
(mit Spiegeln) × Höhe
Radstand
mm
Wendekreis l./r.
m
Gepäckraum
l/VDA
Anhängelast/gebremst kg
Tankinhalt
l
Innenbreite v./h.
mm
Innenhöhe v./h.
mm
Normsitzraum
mm
Testwagenbereifung
Kraftübertragung
Der dritte New Mini ist erwachsener geworden. Passend dazu
bekam er einen neuen sparsameren Dreizylinder-Diesel mit 95 PS
und 220 Nm Drehmoment
lenkrad (330 Euro) und Leichtmetallrädern (ab 1300 Euro) ausgestattet, braust
der Mini dank straff abgestimmten
Federelementen, agilem Eigenlenkverhalten und der tendenziell spitzeren
Lenkung voller Elan über kurvige Pisten. Dynamikfreunde nehmen dafür
sogar das Gepolter auf Querfugen in
Kauf. Ganz klar: Der Komfort-Chef im
Vergleich kommt aus Wolfsburg. Egal
ob leer oder beladen, speziell auf unebener Fahrbahn bietet der Polo mehr
Reserven.
Apropos Reserven bei der Zuladung:
Mit 548 Kilogramm sticht der kleine
VW den Mini mit 410 Kilogramm klar
aus. Ähnliches passiert, wenn man das
Maßband zückt: Außer bei der Kopffreiheit für Fahrer und Beifahrer bietet der
Polo überall mehr Platz. Ob beim Normsitzraum, im Fond oder beim Kofferraumvolumen mit 280 und 952 Litern
bei umgeklappter Rückbank zu 211 und
731 Litern im Mini, der Polo gibt sich
deutlich großzügiger. Zudem wirkt der
Mini wegen seiner weit nach vorn gerückten Dachkante und der kleineren
Fensterf lächen nicht so luftig wie der
Polo.
Mini: Keyless Go ist Serie
Anders sieht es im Kapitel Sicherheit
aus. Dank vehement zupackender Stopper bremst der Mini den VW mit 35,7
Metern aus 100 km/h um eine halbe
Wagenlänge aus. Hinzu kommt das umfangreiche Angebot an serienmäßigen
148 19/2014
Das Cockpit wirkt aufgeräumter. Mit dem Rädchen unter dem
Schalthebel lässt sich zwischen
den Driving Modes (180 Euro)
Green, Normal und Sport wählen
45 Meter
benötigt der Polo, bis er
bei nasser Fahrbahn aus
Tempo 100 km/h zum Stillstand kommt. Der Mini
steht drei Meter früher
2
ams-Messwerte auf dieser Seite
Airbags sowie die optionalen LEDScheinwerfer mit Abbiegelicht für 990
Euro. LED kann der Polo nur beim
Rück- und Tagfahrlicht — der Rest erstrahlt mit klassischen H7-HalogenLeuchten.
Deutlich verbessert hat sich der Mini
beim Thema Bedienung. Der Tacho
wanderte aus dem pizzagroßen Gehäuse in der Mittelkonsole direkt ins Blickfeld des Fahrers, die Fensterheber in die
Türen, und in der Mittelkonsole befindet sich neben Schalthebel, Navi (ab 800
Euro) und Handbremse nichts, was man
dort nicht erwarten würde. Ganz ohne
die altbekannten und frickeligen Kippschalter will man allerdings nicht auskommen und platzierte für das serienmäßige Keyless-Go-System einen
leuchtend roten Start-Stopp-Kippschalter in die Fahrzeugmitte.
Der Polo bleibt sich treu, startet standardmäßig klassisch per Schlüsseldreh,
und auch sonst blinkt außer dem Warn-
Beschleunigung
s
0 – 80 km/h
0 – 100 km/h
0 – 120 km/h
0 – 130 km/h
0 – 140 km/h
0 – 160 km/h
0 – 400 m
Elastizität1)
s
60 – 100 km/h (IV./V. Gang)
80 – 120 km/h (V./VI. Gang)
Höchstgeschw.
km/h
Bremsweg
m
aus 100 km/h kalt leer
aus 100 km/h kalt beladen
aus 100 km/h warm beladen
aus 160 km/h kalt leer
aus 100 km/h nass
µ-split-Bremsweg
Testverbrauch
l/100 km
min. (ams-Verbrauchsrunde)
maximal
Reichweite
km
NEFZ-Verbrauch
l/100 km
Stadt
über Land
gesamt
Innengeräusch
dB(A)
bei 80 km/h
bei 100 km/h
bei 130 km/h
bei 160 km/h
Fahrversuche leer/bel. km/h
Slalom 18 m
ams-Wedelgasse
ams-Ausweichgasse
Einfahrgeschwindigkeit
Ausfahrgeschwindigkeit
Festkosten
Steuer
Haftpflicht
Teilkasko2)
Vollkasko3)
Euro
Unterhaltskosten im Monat4)
bei 15 000 km/Jahr
bei 30 000 km/Jahr
Grundpreis
Euro
Euro
Euro
Einparkhilfe vorn/hinten
Klimaanlage/-automatik
Navigationssystem
adaptiver Tempomat ACC
Bi-Xenon-/LED-Scheinwerfer
VW Polo
1.4 TDI BMT
Fresh
Reihe/3
Reihe/3
1496
1422
70 (95)
66 (90)
4000
3500
220 bei 1750
230 bei 1500
Euro 6
Euro 6
88
1 89
1185/410
1122/548
3821 × 1727
3972 × 1682
(1932) × 1415
(1901) × 1453
2495
2470
10,9/11,0
10,5/10,5
211/731
280/952
–/–
570/1100
44
45
1400/1260
1415/1375
1025/920
1000/940
600
655
205/45 R 17 Y
215/45 R 16 H
Pirelli
Dunlop
P Zero
SP Sport Maxx
Vorderradantrieb Vorderradantrieb
Sechsganggetriebe Fünfganggetriebe
8,0
11,9
17,4
21,0
25,2
39,2
18,1
8,4
12,4
18,5
22,1
26,9
43,0
18,5
9,9/13,3
13,9/19,4
190
9,8/16,7
15,5/–
184
35,7
35,7
35,7
92
42
96
5,6
4,2
7,8
785
Diesel
3,9
3,1
3,4
37,5
38,2
38,2
99
45
117
5,8
4,3
8,0
775
Diesel
4,0
3,1
3,4
2
65
68
71
75
65
67
70
75
66,7/66,6
143,5/139,4
64,7/64,3
136,6/132,0
80
48
75
50
142,–
302,–
114,–
377,–
143,–
265,–
76,–
327,–
156,–
265,–
24 000,– 5)
790,–
960/1330,–
1300,–6)
990,–
–/790,–
134,–
241,–
19 975,–
•
•/325,–
830,–6)
505,–
–/–
Für die Punktwertung sind die im zweithöchsten (60 bis 100 km/h) und
höchsten (80 bis 120 km/h) Gang erzielten Werte maßgebend; 2) ohne SB;
mit 150 Euro SB; 4) ohne Wertverlust; 5) inkl. 17" Räder, Chili-Paket; 6)
Radio und Navigationsfunktion; • = Serie; – = nicht lieferbar
1)
3)
Vergleichstest
ERGEBNISSE
Fahrzeugtyp
VW Polo
1.4 TDI BMT
(Maximalpunktzahl)
Fresh
Mini
One D
(10)
(10)
(15)
(10)
(10)
(10)
(15)
(5)
(15)
9
9
12
10
8
9
11
3
12
7
8
8
7
7
8
12
4
13
(100)
83
74
8
6
5
9
5
5
2
4
3
5
4
3
10
6
8
8
7
5
3
7
4
5
4
5
(100)
59
72
(25)
(15)
(20)
(10)
(10)
(10)
(10)
22
12
16
8
7
10
8
19
10
18
8
8
9
7
(100)
83
79
(10)
(10)
(5)
(10)
(20)
(20)
(20)
(5)
6
5
4
7
12
12
11
4
7
6
3
9
13
7
12
4
(100)
61
61
(15)
(10)
(10)
(5)
(10)
(25)
(15)
(10)
10
8
8
4
5
23
13
6
13
9
8
3
3
23
13
8
Karosserie
Innenmaße
Raumgefühl
Kofferraum
Zuladung
Funktionalität
Instrumente
Rundumsicht
Zusatzausstattung
Qualitätsanmutung
Verbrauch
(minimal)
4,3 l/100 km
Bremsweg aus
100 km/h
37,5 m
Außen hat sich beim Polo fast
nichts getan. Mit dem Facelift gab
es aber einen neuen DreizylinderDiesel, der je nach Auslegung 75,
90 oder 105 PS leistet
lämpchen für das vergleichsweise früh
eingreifende ESP nichts unerwartet.
Weder das Touchscreen-Navi aus dem
Golf (505 Euro) noch die Make-up-Spiegel in den Sonnenblenden.
Der Mini leuchtet lichterloh
Wer dagegen den Mini mit dem Excitement-Paket für 170 Euro entert, erhält
die Erleuchtung — in Grün, Rot, Gelb
und Blau und allem, was dazwischenliegt. Denn sowohl der LED-Ring rund
um das Navi als auch die Ambientebeleuchtung für Fußraum, Türen und
Mittelkonsole lassen sich in der Farbe
stufenlos variieren. Nun ja, Geschmacksache.
Zudem lässt man sich bei Mini die
Extras traditionell teuer bezahlen. So
werden aus den 19 400 Euro Grundpreis
beim Testwagen mit der Chili-Ausstattungsvariante (3300 Euro) und Drein-
Summe
Sicherheit
Der Polo wirkt innen vergleichsweise funktional und nüchtern.
Deutlich peppiger wird es, wenn
dank MirrorLink das SmartphoneDisplay im Cockpit leuchtet
gaben wie automatisch abblendbaren
Innen- und Außenspiegeln (400 Euro),
Parkassistent (350 Euro), dem Visual
Boost Radio für 500 Euro mit 6,5-ZollDisplay, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und dem Mini Controller auf
BMWs iDrive-Basis schnell mehr als
30 000 Euro. Allein die 17-Zoll-Aluräder
schlagen mit 1300 Euro zu Buche. VW
ruft beim Polo Fresh dagegen nur 335
Euro für gleich großes Leichtmetall auf,
für das Radio werden nur 325 Euro fällig, und die Parkpiepser für vorn und
hinten sind ab Comfortline Serie. Alles
in allem kommt der Polo unwesentlich
schlechter ausgestattet auf nur 22 335
Euro und schubst den Mini trotz überzeugender Eigenschaftswertung kurz
vor Schluss doch noch von Rang eins.
Text: Luca Leicht
Fotos: Achim Hartmann
Für vergleichsweise kleines Geld bietet
der Polo den besseren Kompromiss aus
Fahrspaß, Komfort und Platzangebot.
Summe
Fahrkomfort
Federung leer
Federung beladen
Sitze vorn
Sitze hinten
Klimatisierung
Innengeräusch-Messwerte1)
Geräuscheindruck
Summe
Antrieb
Laufkultur
Durchzugskraft
Leistungsentfaltung
Schaltung/Getriebeabstufung
Beschl./Höchstgeschwindigkeit
Elastizität
Testverbrauch
Reichweite
Summe
Fahreigenschaften
Handling
Lenkung
Traktion/Wintertauglichkeit
Geradeauslauf/Windempfindl.
Wendekreis
Fahrsicherheit leer
Fahrsicherheit beladen
Fahrdynamik
Summe
Eigenschaftswertung
Umwelt
Minimalverbrauch
Emissionsverhalten
Leergewicht
Stand- und Fahrgeräusch1)
➔ Fazit
1 VW Polo 1.4 TDI BMT Fresh
passive Sicherheitsausstattung
aktive Sicherheit
Licht
Bedienbarkeit
Bremsweg leer
Bremsweg leer nass
Bremsweg kalt beladen
Bremsweg warm beladen
Verzögerung 160 km/h
Pedalgefühl
µ-split-Stabilität
µ-split-Bremsweg
Summe
2 Mini One D
Der Mini macht fast alles richtig und gewinnt verdient die Eigenschaftswertung.
Die Aufpreispolitik kostet aber den Sieg.
Kosten
Grundpreis1)
Ausstattung1)
Aufpreisgestaltung
Wiederverkaufschancen
Festkosten für 5 Jahre1)
Wart./Rep. 100 000 km1)
Kraftstoffkosten 100 000 km1)
Garantie
Summe
Gesamtwertung
1)
150 19/2014
Bester erhält volle Punktzahl
(15)
(15)
(10)
(10)
(10)
(5)
(5)
(10)
(5)
(5)
(5)
(5)
(100)
(500)
(20)
(15)
(10)
(5)
77
363
80
366
15
15
9
5
16
15
9
4
(50)
44
44
(25)
(10)
(5)
(10)
(10)
(15)
(15)
(10)
25
8
4
8
10
15
14
5
17
10
3
8
9
13
15
5
(100)
(650)
89
496
80
490
1
2
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Automobil
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