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Allgäuer Anzeigeblatt vom 11.10.2014 - Allgäuer Zeitung als iPaper

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UNABHÄNGIGE TAGESZEITUNG FÜR DAS OBERALLGÄU UND KLEINWALSERTAL
...
A llgäuer A nzeigeblatt
Allgäuer Zeitung
Der Kohl-Biograph
Heribert Schwan und sein
Verhältnis zum Altkanzler
Politik
SAMSTAG/SONNTAG, 11./12. OKTOBER 2014
Landgericht
Duo infiziert 300 000 Computer
mit Trojanerprogramm: Millionenschaden
Allgäu-Rundschau
Wolkig, 20 Grad
Teils wechselhaft,
teils freundlicher
Wetter
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NR. 234
PREIS ¤ 1,90
Blickpunkt Lokales
Kreistag für Kraftwerk
Der Kreistag Oberallgäu hat sich
für den Bau des geplanten Wasserkraftwerks „Älpele“ in Hinterstein
ausgesprochen. Grüne und ÖDP
waren dagegen.
»Seite 37
Kommentar
VON BERNHARD JUNGINGER
» bju@augsburger-allgemeine.de
Deutschland isst vegan
Beißen Sie zu?
Foto: Fotolia
Warum rein pflanzliche Kost kein Verzicht
sein muss – ein Hausbesuch »Die Dritte Seite
Weitere Erfolge
des IS
in Kobane
Anklage gegen Allgäuer Top-Polizisten
Justiz Beim Kemptener Ex-Drogenfahnder wurden nicht nur 1,8 Kilo Kokain gefunden. Er hat
auch seine Ehefrau vergewaltigt und versucht, sie zu töten. Dabei trug er einen Kampfanzug
Hauptquartier der
Kurden eingenommen
VON BERNHARD JUNGINGER
Beirut In Kobane bauen die IS-Terroristen ihre Machtposition weiter
aus. Nach Angaben der syrischen
Menschenrechtsbeobachter brachten sie seit ihrem Vormarsch in die
Kurdenbastion am Montag trotz internationaler Luftschläge und der
erbitterten Gegenwehr kurdischer
Kämpfer rund 40 Prozent der umkämpften Stadt unter ihre Kontrolle. Aktivisten meldeten, dass der IS
das Hauptquartier der lokalen kurdischen Verwaltung erobert hat.
Mit dem weiteren Vormarsch der
Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an
der syrisch-türkischen Grenze spitzt
sich die Lage in der Region von Kobane dramatisch zu. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte Ankara erneut den Schutz des Bündnisses zu.
Der blutige Konflikt mobilisiert
auch dieses Wochenende die Kurden in Deutschland. Bis zu 12 000
Kurden werden heute zu einer Demonstration gegen den IS in Düsseldorf erwartet. Die Polizei wird mit
mehreren hundert Beamten vor Ort
sein. (afp, dpa) »Leitartikel, Politik
München/Kempten Die Staatsanwaltschaft München hat Anklage
gegen Armin N., den früheren Leiter der Allgäuer Drogenfahndung,
erhoben. Bei dem 53-jährigen TopPolizisten war im Februar eine große Menge Kokain gefunden worden.
Zuvor hatte er offenbar versucht,
seine Ehefrau umzubringen.
Nun muss sich N. wegen Besitzes
einer „nicht unerheblichen Menge“
Drogen sowie „vollendeter gefährlicher Körperverletzung mittels einer
das Leben bedrohenden Behandlung“ in Tateinheit mit „Vergewaltigung unter Mitführen eines gefährlichen Werkzeugs“ verantworten. Dies geht aus der noch nicht
veröffentlichten Anklageschrift hervor, die unserer Zeitung vorliegt.
Was das Landeskriminalamt bei
seinen Ermittlungen über jene
Nacht herausgefunden hat, in der
das wohl jahrelange Doppelleben
des hochrangigen Rauschgiftfahnders als Kokainkonsument aufgeflogen ist, zeichnet einerseits das Bild
einer Ehehölle hinter gutbürgerlicher Fassade in einem idyllischen
Kardinal glaubt an
Öffnung der Kirche
Rom/Augsburg Der deutsche Kardinal Walter Kasper hält es für möglich, dass die katholische Kirche auf
wieder verheiratete Geschiedene
zugeht. Diese sind von der Kommunion ausgeschlossen. Im Gespräch
mit unserer Zeitung, das Sie in der
Politik finden, sagte er: „Die Doktrin ist nicht in Beton gegossen oder
in Stein gemeißelt.“ Eine Lösung
gebe es allerdings noch nicht. Bis
zum 19. Oktober diskutieren im Vatikan Kardinäle und Bischöfe unter
anderem darüber, ob wieder verheiratete Katholiken wieder zur Kommunion zugelassen werden sollten.
Bei der Familiensynode geht es auch
um das Thema Homosexualität. Homosexuelle Handlungen gelten als
Sünde. Wie sehr Gläubige darunter
leiden, lesen Sie auf Bayern. (AZ)
Wie der Einzelhandel auf den Trend reagiert
und was zu beachten ist »Titel-Thema
Dörfchen. Andererseits ist von
haarsträubenden Vorgängen bei Polizei und Justiz im Allgäu zu lesen.
Über die Nacht zum 15. Februar
heißt es: „Nach einem offenbar für
beide Seiten unbefriedigend verlaufenen Valentinstags-Abendessen“
betrat Armin N., der sich einen
Kampfanzug angezogen hatte, das
Schlafzimmer, wo seine Frau bereits
schlief. Er würgte sie demnach mit
Händen und Ellenbogen, schlug mit
den Fäusten auf sie ein, auch in ihr
Gesicht. Im weiteren Verlauf des
Angriffs bedrohte er sein Opfer laut
Anklageschrift mit einem großen
Küchenmesser und kündigte an, es
an einem über dem Ehebett angebrachten Haken aufzuhängen. Dann
habe er seine Frau auf brutalste Art
und Weise vergewaltigt, wobei diese
weitere Verletzungen erlitt.
Das Leben gerettet hat der Frau
nach den vorliegenden Informationen offenbar allein der Umstand,
dass ihr schwer betrunkener Mann
im Kampfgetümmel vom Bett fiel.
Die Frau sei danach ins Erdgeschoss
Rätsel um die Herkunft der Droge
● In der Kokain-Affäre bei der Kemptener Polizei geht es um 1,8 Kilogramm der Droge – zunächst war von
1,5 oder 1,6 Kilo die Rede.
● Der Reinheitsgrad war mit 23,5
Prozent vergleichsweise gering.
● Alter oder Herkunft des Kokains
konnten nicht geklärt werden.
● Dass der Stoff aus „dunklen Kanälen“ stammt, könne nicht ausgeschlossen werden, doch vieles spricht
laut Anklageschrift dafür, dass das
Kokain aus einem früheren Ermittlungsverfahren kommt.
● Die Anklage zeigt, dass es bei den
Behörden offenbar jahrelang bei
Aufbewahrung und Vernichtung von
beschlagnahmten Drogen gravierende Versäumnisse gegeben hat.
● Ein während der Ermittlungen gestorbener Top-Vertreter der Kemptener Staatsanwaltschaft hat dazu laut
Bericht widersprüchliche Angaben
gemacht. (bju)
Friedensnobelpreis für 17-Jährige
Auszeichnung Malalas Kampf für die Rechte von Mädchen wird belohnt
Oslo/Memmingen Vor ziemlich genau zwei Jahren schossen in Pakistan zwei Talibankämpfer der damals
15-jährigen Malala Yousafzai im
Schulbus gezielt ins Gesicht.
Das Mädchen, das sich offen
für ein Recht auf Bildung für
alle Mädchen einsetzte,
überlebte schwer verletzt.
Trotz des Attentats ließ
sie nicht locker. Weltweit
setzte die Schülerin ihren Kampf fort. Schon
im Dezember 2012, als
sie noch im britischen Birmingham im Krankenhaus
lag, wurde ihr der MemminMalala Yousafzai
Foto: dpa
ger „Freiheitspreis 1525“ zugesprochen, ein Jahr später in London auch
übergeben. Jetzt ist sie die jüngste
Nobelpreisträgerin aller Zeiten.
Die heute 17-Jährige erhält den
Friedensnobelpreis gemeinsam
mit dem 60-jährigen Inder Kailash Satyarthi, der seit Jahrzehnten
gegen
Kinderarbeit
kämpft. Die Entscheidung
wurde weltweit gefeiert.
Malala geht heute in Birmingham zur Schule, ist
überall ein Vorbild für
Mädchen. Sie war schon bei
der Queen, zu Hause bei
Barack Obama oder UNGeneralsekretär Ban Ki
Moon. Sie hält bewegende
Vorträge. Irgendwann will sie nach
Pakistan zurückkehren und Politikerin werden. Dort ist sie jetzt
schon eine Heldin. Im Swat-Tal, wo
sie herkommt, gehen jetzt schon
deutlich mehr Mädchen zur Schule
als vor zwei Jahren.
Der Vorsitzende der Memminger
Freiheitspreis-Jury, Herbert Müller, sagt über Malala: „Sie ist eine
Frau, die unter Einsatz ihres Lebens
für das Recht auf Bildung von Kindern und Frauen eingetreten ist.“
Die 17-Jährige und ihr Vater haben
schon vergangenes Jahr einen Besuch in Memmingen zugesagt. Jetzt
wird es noch schwerer, einen Termin mit der Friedensnobelpreisträgerin zu finden. (bom, dpa) »Politik
geflohen, um eine Verwandte zu
Hilfe zu rufen. Den Umstand, dass
Armin N. danach nicht versucht
habe, die Tötung seiner Frau zu
vollenden, wertet die Staatsanwaltschaft als Rücktritt vom Vorsatz,
weshalb nicht wegen Mordes oder
Totschlags anzuklagen sei.
Nach der Attacke auf seine Frau
setzte sich Armin N. nach Erkenntnissen der Ermittler in sein Auto
und fuhr davon, obwohl er fast 1,5
Promille Alkohol im Blut hatte. Wenig später stoppten ihn Polizeikollegen, es kam zur Durchsuchung des
Dienstbüros des Leiters des Kemptener Drogendezernats.
Dabei fanden sich insgesamt 1,8
Kilogramm Kokain. Bereits seit
2007, so der Bericht, habe der Polizist selbst Kokain genommen. Gegen eine Kollegin und frühere Geliebte N.s, deren Erbgutspuren sich
auf dem Kokain fanden, wird offenbar noch ermittelt. Hinweise, dass
Armin N. selbst mit Rauschgift gehandelt oder Kontakte zur Unterwelt gehabt habe, fanden die Ermittler nicht. Solche Verstrickungen seien aber auch nicht auszuschließen.
»Kommentar, Bayern
Viele Fragen an
Allgäuer Polizei
E
s geht in der Kemptener KokainAffäre nicht nur um menschliche Abgründe, um einen Gesetzeshüter, der nach Erkenntnissen der
Staatsanwaltschaft seine Frau vergewaltigte und zu töten versuchte,
eine Riesenmenge Kokain in seinem
Büro hortete. Es geht auch um die
Frage, was bei der Allgäuer Polizei
möglicherweise jahrelang schiefgelaufen ist. Warum hat von den geschulten Kollegen keiner etwas
vom offenbar jahrelangen Drogen-,
Alkohol- und Medikamentenmissbrauch Armin N.s bemerkt? Und
dass der Leiter eines Kommissariats, noch dazu im sensiblen Rauschgiftbereich, seine Kollegen schon
in der Vergangenheit wegen häuslicher Gewalt beschäftigte, ohne
dass dies irgendwelche Konsequenzen nach sich zog, ist schlichtweg
unfassbar. Herrschte in den Führungsetagen ein unguter Korpsgeist, sah die Polizeispitze zur Seite,
als es um mögliche Verfehlungen
in den eigenen Reihen ging? Hätte
ein frühzeitiges Eingreifen der
Ehefrau des gefallenen Polizisten
womöglich sogar unsägliches Leid
ersparen können?
Betroffen ist auch die Justiz, denn
aus dem Ermittlungsbericht geht
hervor, dass sich der Verbleib von
gewaltigen Drogenmengen, die bei
früheren Verfahren beschlagnahmt
wurden, nicht befriedigend nachvollziehen lässt.
Es gibt noch viel zu klären im
Kemptener Kokainskandal.
Heute in Ihrer Zeitung
Neustart in Bayern
Eine junge Frau aus dem Krisenland
Spanien erzählt, wie sie in Augsburg mit EU-Hilfe beruflich neu
startet.
»Politik
Teurer Werbespruch
No-Name-Produkte
liegen im Trend
Augsburg Zwei Drittel der Deutschen greifen beim Einkauf bewusst
zu No-Name-Produkten – wohl
auch, um Geld zu sparen. Das spiegelt sich auch in den Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung
(GfK) wider. Danach ist der Marktanteil der Eigenmarken in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und liegt inzwischen bei 38
Prozent. Beim Discounter sind es
sogar 70 Prozent. Selbst Supermärkte setzen verstärkt auf Hausmarken. So erzielte Edeka zuletzt
zehn Prozent mehr Umsatz mit den
Linien „Gut und Günstig“ und
„Edeka“. Doch Marktforscher warnen, dass No-Name-Ware nicht immer die günstigste Alternative sein
muss. Woran das liegt, erklären wir
auf der Wirtschaft. (sok)
Red Bull verleiht angeblich Flügel.
Stimmt nicht, sagten amerikanische Verbraucherschützer und zogen vor Gericht. Der Werbespruch wird den österreichischen
Hersteller jetzt wohl einige Millionen Dollar kosten.
»Wirtschaft
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