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Die saubere Lösung - Swisscleantech

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Datum: 20.10.2014
Tages-Anzeiger
8021 Zürich
044/ 248 44 11
www.tagesanzeiger.ch
Medienart: Print
Medientyp: Tages- und Wochenpresse
Auflage: 173'877
Erscheinungsweise: 6x wöchentlich
Themen-Nr.: 200.011
Abo-Nr.: 1093893
Seite: 23
Fläche: 82'242 mm²
Die saubere Lösung
Früher haben Umweltschützer Walfangboote sabotiert und sich an Geleise angekettet, um Atomtransporte
zu stoppen. Heute sitzen sie mit Wirtschaftsführern am Verhandlungstisch - und entwickeln grüne Konzepte.
Ralph Hofbauer
411rie
Mit dem Montieren allein ist es nicht getan: Ein Solarteur weiss alles über Solarenergie und -technik. Foto. Mohamad Torokman (Reuters)
Wirtschaftswachstum und Umwelt-
«Investitionen in die ökologische greifenden Qualitätsfaktor handelt,
schutz stehen im Widerspruch - könnte Nachhaltigkeit bringen Wertschöpfung werden Umweltkompetenzen künftig in
man meinen. Doch die internationale ins Land und schaffen neue Ar- allen Sektoren vermehrt gefragt sein»,
Kommission New Climate-Economy hat beitsplätze», sagt Nick Beglinger, Präsi- so Beglinger.
kürzlich das Gegenteil bewiesen. Wie dent von Swisscleantech. Der Wirtder Bericht, den die Kommission im schaftsverband setzt sich dafür ein, dass Wachsende Umweltmärkte
Vorfeld des New Yorker Klimagipfels pu- die Schweiz bei den sauberen Techno- Eine Untersuchung des WWF bestätigt,
bliziert hat, zeigt, gibt es keinen Wider- logien eine Vorreiterrolle übernimmt. dass sich der Klimawandel zum Wachsspruch zwischen wirtschaftlicher Pro- Cleantech umfasst Technologien, Ver- tumsmotor entwickelt. Die Studie «Umsperität und ökologischer Nachhaltig- fahren, Güter und Dienstleistungen, bei weltmärkte in der Schweiz» prognostikeit. Vielmehr birgt die Abkehr von fos- denen natürliche Ressourcen nachhaltig ziert, dass 2020 in der Umweltwirtschaft
silen Energien ein grosses Wachs- genutzt werden sollen. «Da es sich bei 169000 Personen tätig sein werden, was
Cleantech um einen branchenüber- gegenüber 2009 einer Steigerung von
tumspotenzial.
Medienbeobachtung
Medienanalyse
Informationsmanagement
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ARGUS der Presse AG
Rüdigerstrasse 15, Postfach, 8027 Zürich
Tel. 044 388 82 00, Fax 044 388 82 01
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über 53 000 Arbeitsplätzen entspricht. von BSD Consulting. Da sich durch umDer erweiterte Umweltmarkt, zu dem welteffiziente Produktionsprozesse Kosauch Cleantech zählt, wächst dabei ten sparen lassen, wächst die Nachfrage
deutlich stärker als der klassische nach den Dienstleistungen seines Be-
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wohlfühlen», sagt Nick Beglinger. Die
Nachfrage nach Spezialisten wächst
auch bei Swisscleantech. In diesem Jahr
ist das Team von 12 auf 20 Mitarbeitende
Umweltmarkt. Das Wachstum der ratungsunternehmens. Teuscher be- angewachsen.
Umweltmärkte lässt neue Berufsbilder obachtet, dass Green Skills in vielen
entstehen wie etwa Solarteure oder Firmen wichtiger werden: «Vom Ein- Neue Bildungsgänge und Berufe
Sustainability-Manager (Nachhaltig- kauf über die Produktentwicklung Mit den prosperierenden Umweltmärk-
keits-Fachmann). Berater und Analysten bis hin zum Marketing sind Umwelt- ten entwickelt sich auch die Bildungssind künftig nicht mehr nur in der kompetenzen gefragt.»
landschaft. Neben neuen Grundbildun-
Finanzbranche, sondern auch im
gen wie Entwässerungstechnologe und
Umweltbereich gefragt.
Die Nachfrage wächst
Mit der sogenannten Corporate Social Responsibility geht die Forderung
einher, dass Unternehmen mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Dazu gehört auch die ökologische
Nachhaltigkeit. «Im Sozialen hat die
Schweiz bereits einen hohen Standard
erreicht, doch wenn es um die Umwelt
geht, besteht noch Handlungsbedarf»,
sagt Peter Teuscher, Geschäftsführer
Tipps für die VVeiterbildung
In der Privatwirtschaft sind die Einfluss- Energieberater sind an den Universitämöglichkeiten oft grösser als im klassi- ten und Fachhochschulen eine Vielzahl
höheren Berufsbildungsgängen wie
schen Umweltbereich. Selbst Umwelt- von Abschlüssen im Bereich Umwelt
organisationen versuchen, über die und Nachhaltigkeit entstanden. LetztZusammenarbeit mit wirtschaftlichen lich wird grünes Wissen in allen AusEntscheidungsträgern Einfluss zu ge- bildungen wichtiger: «Ein Master of
winnen. «Ob man sich in der Privatwirt- Cleantech wäre aber ein Unsinn», ist
schaft oder für eine NGO engagiert, ist sich Beglinger sicher. «Das Thema muss
eine persönliche Frage. Letztlich muss verstärkt in sämtliche Ausbildungen
man sich als Person in seinem Umfeld einfliessen.»
«Fast in jedem Beruf kann man sich fur die Umwelt engagieren»
Mit Simon Zysset
sprach Ralph Hofbauer
Abfallwirtschaft, Lebensmittelindus- Fachkompetenzen mit methodischen
trie und im Verkehr. Dabei entstehen Kompetenzen - vor allem im Projektma-
Herr Zysset, wie ernst nimmt
die Schweizer Wirtschaft
Umweltfragen?
Jobs, sondern auch dienstleistungs- keiten kombiniert werden. In unserer
orientierte.
Weiterbildungsberatung schauen wir
Überlegungen und Strategien zur Nach-
Was empfehlen Sie jungen
Menschen, die einen Job im
Umweltbereich ins Auge fassen?
Zwei Punkte scheinen mir zentral: Fast
in jedem Beruf kann man sich für die
Umwelt engagieren. Und: Man muss
nicht in einer Umweltorganisation ar-
nicht nur technisch ausgerichtete nagement - und kommunikativen Fähig-
immer drei Schritte an: Wo will ich hin?
haltigkeit und zur Corporate Social
Responsibility werden immer wichtiger.
Hat man bis vor einigen Jahren den
Bereich Umwelt vor allem als Kostenfak-
tor gesehen, gelten Ressourceneffizienz
und andere Cleantech-Themen heute
mehr und mehr als Innovationstreiber.
Wodurch unterscheidet sich
der erweiterte vom klassischen
Umweltmarkt?
Während man sich im klassischen Umweltmarkt allein auf den Umweltschutz
konzentriert, zielt der erweiterte Umweltmarkt auf den Schutz in Prozessen
und Produkten. Dazu gehören biologische Landwirtschaft oder erneuerbare
Energien. Weil im Cleantech- und im
Nachhaltigkeitsbereich Neuerungen zu
spüren sind, interessieren sich viele jüngere Menschen für solche Jobs.
Wo entstehen die meisten Jobs?
In den Branchen Bau, Energie- und
beiten, um sich für die Umwelt einsetzen zu können. In der Wirtschaft sind
die Einflussmöglichkeiten oft grösser.
Was bringe ich bereits mit? Und was
fehlt mir noch?
Was beinhalten die sogenannten
Green Skills7
Wichtige Kompetenzen sind etwa: vorausschauend Entwicklungen analysieren und beurteilen, interdisziplinäres
Denken und Arbeiten sowie der Umgang
mit Entscheidungsdilemmas und Zielkonflikten.
Simon Zysset
Leiter des
WWF-Bildungszentrums
Werden diese Kompetenzen künftig
generell wichtiger?
Bei jeder Reform eines Berufes der be-
ruflichen Grundbildung wird geprüft,
welche umweltrelevanten Kompetenzen
Welche Qualifikationen muss man
für einen umweltrelevanten Job
mitbringen?
Es braucht eine entsprechende Ausbildung und oft auch eine bestimmte
Berufserfahrung, Engagement allein
reicht nicht. Für den Erfolg müssen die
Medienbeobachtung
Medienanalyse
Informationsmanagement
Sprachdienstleistungen
gefördert werden sollen. Bei der Gewichtung dieser Kompetenzen in den
Lehrplänen bestehen jedoch grosse
Unterschiede. Nachholbedarf besteht
insbesondere in der höheren Berufsbildung.
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Drei Beispiele
«Ich schätze die Wirkung, die mein Job auf die Umwelt hat»
Michael Arnold (35)
...,`"
Je
Head of Corporate Relations
beim WWF
«Mein Interesse für den Umweltschutz
wurde durch meinen Primarlehrer geweckt. Schon früh war ich WWF-Mitglied. Weil mich gesellschaftliche Fragen
interessieren, habe ich Politikwissenschaften studiert. Nach einem Nachdiplomstudium zu nachhaltiger Entwick-
Josephine Herzig (29)
Martina Novak (29)
Nachhaltigkeitsberaterin
bei BSD Consulting
Analystin bei Swisscleantech
«Während meines Studiums der Politik-
«Ein Themenabend zu Welthandel und
Klima bei Oikos, einer Studentenorgani-
wissenschaften befasste ich mich mit
der Verantwortung von Unternehmen.
Ich stellte fest, dass deren Umweltauswirkungen im internationalen Kontext
erst im Ansatz adressiert werden, ob-
sation für nachhaltiges Wirtschaften,
hat mein Interesse für Umweltfragen geweckt. Ich habe mich darauf für ein Doppeldiplomstudium entschieden, das die
wohl wesentliche Auswirkungen - auch
CO2-Emissionen - durch Unternehmen
Wirtschafts- und Umweltperspektive
lung habe ich als Sustainability- und PR-
Berater gearbeitet. Als ich eine Stelle
beim WWF im Bereich Firmenpartner-
entstehen. Nach meinem Abschluss
habe ich nach einem Arbeitgeber ge-
schaften ausgeschrieben sah, wusste ich:
Das will ich machen. Nicht mehr Umwelt-
sucht, bei dem ich dieses Interesse weiterverfolgen kann. Bei BSD Consulting
bin ich schliesslich fündig geworden. In
meiner Beratungstätigkeit helfe ich Unternehmen, die richtigen Prioritäten zu
setzen, um ihre Ressourcen effektiv ein-
dium in Internationalen Angelegenheiten habe ich in Paris nachhaltige Entwicklung mit einer Vertiefung im Bereich Energie und Klima studiert. Bei
Swisscleantech erstelle ich Analysen für
unsere politische Arbeit und erarbeite
Konzepte zu Rahmenbedingungen, die
nachhaltiges Wirtschaften stärken. Mich
reizen die interdisziplinäre Arbeitsweise
und die Möglichkeit, Nachhaltigkeits-
schutzarbeit bei Firmen, sondern Firmenarbeit im Umweltschutz. Mein Team
gewinnt Firmen für Partnerschaften. So
stehe ich heute mit einem Fuss in einer
NGO und mit dem anderen in der Wirtschaft und kann Entscheidungsträgern
helfen, kurzfristige Sachzwänge für langfristige Lösungen zu überwinden.»
zusetzen. An meinem Job schätze ich
sehr die Vielseitigkeit und die direkte
Wirkung, die meine Arbeit auf die Umwelt hat.»
Medienbeobachtung
Medienanalyse
Informationsmanagement
Sprachdienstleistungen
vereint. Ergänzend zu meinem HSG-Stu-
aspekte in den nationalen Entscheidungsfindungsprozess einzubringen.»
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