close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

E-Procurement am Zuckerhut – wie geht das?

EinbettenHerunterladen
Beschaffung
E-Procurement am Zuckerhut – wie
geht das?
27.09.12 | Autor / Redakteur: Robert Weber / Robert Weber
Unternehmen sourcen weltweit ihre
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe oder
Fertigprodukte. In Europa und den
USA gehören E-ProcurementLösungen zum Alltag. Doch in den
BRIC-Staaten sehen Experten noch
Nachholbedarf. In Brasilien,
Ab nach Rio: SAP sieht in China und Brasilien
Potenzial für seine Einkaufssoftware. Auch
kleine Softwarehäuser wagen den Sprung über
den Atlantik. (Bild: Squeaky Marmot unter CC
Lizenz, wikipedia.de)
Russland, Indien und China
wachsen Märkte für
Softwareanbieter und Berater.
Vattenfall macht es, Krones auch und
Metro sowieso – die deutsche
Industrie kauft elektrisch ein. Die
Einkaufsabteilungen der Konzerne
und Mittelständler nutzen seit mehreren Jahren die elektronische Beschaffung, das
E-Procurement, und sparen dadurch Prozesskosten. Auch der Staat hat das
Potenzial mittlerweile entdeckt. Zahlreiche Experten verdienen daran gutes Geld,
denn sie haben viele schlaue Bücher zu dem Thema geschrieben, intelligente
Software entwickelt oder halten Vorträge. Eines blendet die Mehrheit noch aus: EProcurement in den BRIC-Staaten. Europa und Nordamerika sind als Erfinder an
der Spitze gesetzt, wenn es um die elektronische Beschaffung geht.
Europäer haben anderen Blickauf Geschäftsbeziehungen
Seite 1 / 5
Doch in Brasilien, Russland, Indien und China sieht die Einkaufswelt anders aus.
Auf Einkäufer, Softwareentwickler und Berater warten neue Welten, Werte und
Kulturen in der Beschaffung. Braucht es dafür eine andere E-ProcurementStrategie? „Die gängigen Systeme sind beispielsweise in Asien noch nicht sehr
verbreitet. Das liegt auch daran, dass die Lohnkosten und damit die Prozesskosten
im Einkauf viel geringer sind. In Indien arbeiten zum Teil 30 bis 40 Mitarbeiter in der
Beschaffung eines Unternehmens mit 100 Mio. Euro Umsatz“, erklärt Marc Kloepfel
von der Einkaufsberatung Kloepfel Consulting aus Düsseldorf. Unterstützung für
seine These bekommt Kloepfel von der Wissenschaft. „Wir haben einen anderen
Blick auf Geschäftsbeziehungen als in den BRIC-Nationen und damit auf EProcurement. In Westeuropa und den USA nutzen wir aus operativer Sicht die
Systeme, um die Prozesskosten zu minimieren“, springt Dr. Holger Müller,
Geschäftsführer des Centrums für Supply Management in Würzburg, dem Berater
bei.
Indien ist Vorreiter und China macht sich auf den Weg
Etwas anders schätzt die Lage in den BRIC-Staaten ein. „In vielen
Großunternehmen ist E-Procurement schon heute im Einsatz. Wir haben einen
existierenden Kundenstamm in allen BRIC-Nationen, die MRO-Beschaffung über EProcurement abwickeln“, erklärt Rolf Weiland, Vice President LOB Procurement
Solutions von SAP. Aus Sicht der Walldorfer war vor allem Indien einer der Vorreiter
bei der elektronischen Beschaffung.
BILDERGALERIE
<img alt="" bei="bei" beteiligten="beteiligten" border="0"
class="leftimggalerie" den="den" die="die" e-procurement-managerin="e-procurement-managerin"
e-procurement-software="e-procurement-software" einem="einem" einer="einer" gea.="gea."
Seite 2 / 5
indira="indira" meint="meint" mit="mit" scheibe="scheibe" sehen="sehen"
src="http://vogelonline.sftool01.vogel-net.de:80/imgserver/bdb/504300/504338/25.jpg" title=""
training="training" umfassenden="umfassenden" und="und" unterstützung="unterstützung"
vorteil="vorteil" /> <img alt="" andreas="andreas" asiatischen="asiatischen" border="0"
class="leftimggalerie" das="das" für="für" geschäftsführer="geschäftsführer" größte="größte"
im="im" liegt="liegt" onventis.="onventis." potenzial="potenzial" raum="raum" schwarze="schwarze"
src="http://vogelonline.sftool01.vogel-net.de:80/imgserver/bdb/504300/504339/25.jpg" title=""
uns="uns" von="von" />
Fotostrecke starten: Klicken Sie auf ein Bild (3 Bilder)
Der Subkontinent, Lateinamerika und Osteuropa werden in der Literatur oft als
„early adopter“ bezeichnet. Das bedeutet, so Andreas Schwarze, Geschäftsführer
vom Softwarehaus Onventis, die „Unternehmen beginnen E-Procurement-Systeme
zu implementieren“. Die Schwaben konzentrieren sich gegenwärtig auf den
asiatischen und lateinamerikanischen Markt, denn einige ihrer Kunden nutzen in
Brasilien und China bereits die Softwarelösungen made in Germany. Dadurch
verspricht sich Schwarze Referenzen und neue Kunden.
Auch SAP sieht in China noch Potenzial. „China folgt mit Verzögerung, aber auch
dort ist der Bedarf groß“, weiß Weiland aus seiner Erfahrung zu berichten. Auch vor
dem Hintergrund der steigenden Lohnkosten in der Industrieregion Shanghai und
der starken Fluktuation im Reich der Mitte sind E-Procurement-Lösungen gefragt.
Dabei steht nicht die Beschaffung im Mittelpunkt der Anwendung, sondern die
Möglichkeit, mit ihr ein Wissens- und Dokumentationsmanagement aufzubauen.
Eine weiteres Anwendungsszenario beschreibt Einkaufsberater Kloepfel: „Auch
Compliance wird in Zukunft in den BRIC-Staaten immer wichtiger. In diesem Fall
sind Softwarelösungen hilfreich.“
Der persönliche Kontakt ist den BRIC-Staaten wichtig
Es sind immer Menschen, die sich nicht an Regeln halten und damit die Compliance
eines Unternehmens unterlaufen. Vor allem im Einkauf nimmt das Thema viel Raum
ein, denn es wird verhandelt, gefeilscht und manche überschreiten Grenzen –
bewusst und unbewusst. Unternehmen, die erfolgreich in China oder Indien sourcen
Seite 3 / 5
wollen, müssen dabei aber auch um die kulturellen Besonderheiten wissen.
Den persönlichen Austausch kann die Software nicht ersetzen, sind Fachleute
überzeugt. „Aus strategischer Sicht müssen wir erkennen, dass in den neuen
Zuliefermärkten andere kulturelle Voraussetzungen existieren, um
Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Für die Ansprache und den Aufbau neuer
Lieferanten ist ein E-Procurement-System in BRIC-Nationen sicherlich nicht
zielführend – hier ist der persönliche Kontakt häufig unabdingbar. Zur Unterstützung
der Bestellabwicklung oder im Bereich des Lieferantenmanagements bei
eingefahrenen Beziehungen können dagegen die entsprechenden Elemente der EProcurement-Systeme durchaus Anwendung finden“, erklärt Wissenschaftler Müller.
E-Procurement-System in Indien oder China - funktioniert das überhaupt?
Funktioniert und lohnt sich ein E-Procurement-System in Indien oder China dann
überhaupt? „Es funktioniert, aber das Unternehmen wird viele Angebote
einsammeln können, die aber in der Mehrzahl qualitativ minderwertig sind, denn die
guten Zulieferer in Indien oder auch China sind ausgelastet und haben gar kein
Interesse an einer Auktion über eine E-Procurement-Plattform teilzunehmen. Dazu
kommt, dass Firmen in Europa ein bindendes Angebot abgeben. Die Chinesen
wollen immer nachverhandeln. E-Procurement scheitert somit auch an
unterschiedlichen kulturellen Einstellungen“, meint Unternehmensberater Kloepfel.
Auch zu Russland hat der Consultant eine klare Meinung: „Ehrlich gesagt, muss
man in Russland froh sein, wenn man einen qualitativ hochwertigen Zulieferer findet.
Das Qualitätsbewusstsein hinkt Indien und China weiter hinterher. Brasilien
schneidet aus meiner Sicht etwas besser ab.“
Im Land des Zuckerhuts ist auch GEA Heat Exchangers aktiv. Das Unternehmen
hat vor Ort die elektronische Beschaffung implementiert. Die User nutzen eine
Onventis-Lösung. Der Schlüssel zu effizienten Beschaffungsprozessen ist Wissen,
sind die Verantwortlichen um Scheibe, Managerin E-Procurement bei GEA,
überzeugt. Das Unternehmen setzt die Einkaufssoftware meistens für Anfragen und
Bestellungen ein.
Seite 4 / 5
Fortbildung ist wichtig für die Akzeptanz der Programme
„Derzeit nutzen weltweit 20 unserer Tochtergesellschaften die E-ProcurementSoftware“, erklärt die Einkaufsexpertin. Das Unternehmen wollte den administrativen
Aufwand für seine Einkäufer minimieren. „Zu Beginn stand ein großer
Schulungsaufwand“, bestätigt Scheibe „Änderungen rufen generell Widerstand bei
den Anwendern hervor. Mit einem umfassenden Training sowie Unterstützung und
eigener Erfahrung durch die Anwendung sehen die Beteiligten den Vorteil einer
solchen Software. Zudem kann durch eine richtige Change-Management-Strategie
die Akzeptanz erhöht werden“, ist sich die E-Procurement-Verantwortliche sicher.
Auch die Lieferanten profitieren von dem Programm, das sie einfach über einen
Webbrowser bedienen können.
„Bezüglich der Einführung (einer E-Procurement-Software; Anmerkung der
Redaktion) sehen wir keinen gravierenden Unterschied zu den klassischen Ländern.
Indien und Brasilien gehen damit nicht anders um als Kunden in den angestammten
Ländern“, bestätigt SAP-Mann Weiland die Erfahrungen von GEA. Für ihn ist „das
Verkaufen von Software-Lösungen von Land zu Land anders“. Man könnte meinen:
Die BRIC-Kunden verkaufen nicht nur anders, sondern kaufen anders ein.
Copyright © 2012 - Vogel Business Media
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt.
Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden?
Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de.
Dieses PDF wurde Ihnen bereitgestellt von http://www.maschinenmarkt.vogel.de
Seite 5 / 5
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
1
Dateigröße
120 KB
Tags
1/--Seiten
melden