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Das Leser-Forum - Deutsches Ärzteblatt

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BRIEFE
Das Leser-Forum
FORTBILDUNG
Bei Präsenzveranstaltungen fehlt es noch an
Transparenz bezüglich finanzieller Zuwendung
(DÄ 38/2014: „Interessenkonflikte in der Fortbildung: Kritisches Denken ist gefragt“ von
Heike Korzilius).
Mehr Selbstkritik gefragt
Wenn laut Umfrage etwa 60 Prozent der
Ärzte glauben, nicht durch Geschenke der
Pharmaindustrie beeinflusst zu werden,
dann sollten sich doch bitte alle die Diskrepanz überlegen, dass in anderen Umfragen über zwei Drittel der Kollegen antworten, nur die anderen Ärzte seien beeinflussbar. Somit liegt das Problem noch
viel tiefer, da selbst viele Autoren die Problematik noch nicht erkannt haben oder
ihre Abhängigkeit nicht sehen wollen.
Auch ist es mir selbst schon passiert, dass
ich Referenten auf pharmafinanzierten
Veranstaltungen hören durfte (auch ich bin
nicht frei von Beeinflussung), die später
diesen Vortrag als Artikel veröffentlichten,
ohne den Interessenkonflikt durch die
Honorierung durch die Pharmaindustrie zu
benennen. Wenn sich dann auch noch herausstellt, dass der gleiche Autor auch
noch Mitverfasser der Leitlinien zum entsprechenden Thema ist, dann wird es mit
der Glaubwürdigkeit bezüglich pharmaunabhängiger Therapieempfehlungen sehr
schwierig. Vielleicht müssen die Herausgeber von medizinischen Zeitschriften ihre Autoren nicht nur zu Interessenkonflikten aktiv im Vorfeld befragen, sondern
auch dazu recherchieren und somit überprüfen; ansonsten werden sie ihrem Anspruch auf Seriosität nicht mehr gerecht.
Gleichzeitig sollten wir uns alle über unser eigenes Fortbildungsverhalten (Welche
Zeitschriften lese ich? Welche QZs und
sonstige Veranstaltungen besuche ich?)
selbstkritisch Gedanken machen und
eventuell mehr Finanzmittel für unabhängige Information investieren. Nichts gegen klar gekennzeichnete Werbung; indirekte und subtile Beeinflussung machen
mich sauer!
Dr. med. Joachim Suder, 72072 Tübingen
Willkürliche Zertifizierung
Es soll sie ja geben, die pharmaunabhängige Fortbildung. Nur von den von uns
teuer bezahlten Ärztekammern und Kas-
E-MAIL
Leserbriefe können per E-Mail an die Adresse leserbriefe@aerzteblatt.de gerichtet
werden. Sie können nur veröffentlicht werden, wenn sie ausdrücklich als „Leserbrief“
bezeichnet sind. Voraussetzung ist ferner die vollständige Anschrift des Verfassers
(nicht nur die E-Mail-Adresse). Die Redaktion behält sich ohne weitere Mitteilung vor,
Leserbriefe zu kürzen.
DÄ
BRIEFE
senärztlichen Vereinigungen gibt es so gut
wie keine Hinweise, Anregungen oder
Hilfestellungen.
Die Zertifizierung erscheint völlig willkürlich: Offensichtlich pharmagesteuerte
Fortbildungen werden nach für uns Ärzte
undurchsichtigen Vorgaben zertifiziert, andererseits habe ich zweimal Veranstaltungen besucht, bei denen die Pharmafirmen
„nur“ Stände vor den Türen des Vortragssaales hatten, um im Nachhinein zu erfahren:
Pech gehabt – keine Zertifizierungspunkte.
Ralph Thiel, 51427 Bergisch Gladbach
BETREUUNGSRECHT
Aufgabe des Arztes ist es, die psychopathologischen Anknüpfungstatbestände mitzuteilen, auf
deren Grundlage das Gericht eine Entscheidung
treffen kann (DÄ 26/2014: „Begutachtung der
Geschäfts- und Testierfähigkeit: Komplexe Aufgabe für den Arzt“ von Harald Dreßing, Johannes Leygraf und Frank Schneider).
Weiterbildung gefordert
Es ist erfreulich, dass auch im DÄ ein
Beitrag zur Geschäfts- und Testierfähigkeit erscheint. Selbst als Sachverständige
häufiger mit dieser Fragestellung beauftragt, finde ich immer wieder Atteste von
Hausärzten, in denen in Unkenntnis der
Voraussetzungen für die Testier- und Geschäftsfähigkeit diese gleichwohl bescheinigt wird, auch ohne dass dazu eine Untersuchung stattgefunden hat. Dieses wurde
vom Nachlassgericht wiederholt gerügt.
Psychopathologische Kurztests können eine Geschäfts- oder Testierfähigkeit weder
beweisen noch widerlegen. Notare werden
im Zweifel beurkunden. Sie müssen einen
Vermerk zur Geschäfts- und/oder Testierfähigkeit machen, können diese jedoch
nicht beurteilen.
Anders als der Autor dieses Beitrags ausführt, entspricht es nicht meiner Erfahrung, dass die Weiterbildung in forensischer Psychiatrie oder das Zertifikat der
Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie
und Psychotherapie, Psychosomatik und
Nervenheilkunde besonders für diese Fragestellungen qualifiziert. Im Schwerpunkt
Forensische Psychiatrie haben zivile Fragestellungen einen nur geringen Raum.
Leider gibt es bisher noch keine entsprechende Weiterbildung für die Begutachtung in Zivilrechtssachen . . .
Dr. med. Margret Hüffer, 53129 Bonn
A 1810
Deutsches Ärzteblatt | Jg. 111 | Heft 42 | 17. Oktober 2014
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Bildung
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