close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Alkohol wer – was & wie viel - kontakt+co Suchtprävention

EinbettenHerunterladen
wer – was & wie viel
Wieviel Alkohol oder Tabak wird in Österreich konsumiert,
wieviele Menschen sind magersüchtig oder internetabhängig?
Diese und ähnliche Fragen versucht dieser Folder kompakt zu
beantworten.
Überblick
Zahl der Abhängigen: Im Bereich der substanzgebundenen
Süchte lässt sich sagen, dass etwa 1,4 Millionen Österreicher­
Innen von Nikotin abhängig sind, gefolgt von Alkohol
(350.000) und Medikamenten (90.000 - 130.000); bei den
Verhaltenssüchten liegt Schätzungen zufolge Kaufsucht vor
Internet- und Glücksspielabhängigkeit.
Bei den Todesfällen liegt wiederum Nikotin mit ca. 14.000 Toten pro Jahr vor Alkohol (ca. 8.000 Todesfälle), an illegalen
Suchtmitteln sterben in Österreich pro Jahr zwischen 150 und
200 Menschen.
Nikotin
Kaufsucht
Alkohol
Medikamente
Internet
Glücksspiel
Opiate
Bulimie
Magersucht
1.400.000
565.000
350.000
130.000
57.000
38.000
37.000
24.000
5.500
„Factsheet“, Institut Suchtprävention, Linz
Sucht in Österreich
Abhängige in Österreich
14.000
Nikotin
8.000
Alkohol
illeg.Drogen
170
Todesfälle in Österreich
Alkohol in Österreich
Über 95% der österreichischen Bevölkerung haben bereits
mindestens einmal in ihrem Leben Alkohol getrunken. Laut
der Österreichweiten Repräsentativerhebung zum Substanzkonsum 2008 konsumieren allerdings über 2/3 der Befragten Alkohol bloß in geringem Ausmaß. 5% der Bevölkerung
werden als AlkoholikerInnen eingeschätzt, insgesamt konsumieren rund 17% Alkohol in problematischem Ausmaß. Im
Vergleich zu 1993/94 und 2004 stieg die Anzahl der abstinent
oder fast abstinent Lebenden (von 23% über 31% auf 42%),
deutlich an. Die Zahl der geringen und mittleren KonsumentInnen nahm ebenso wie die Anzahl der täglichen AlkoholkonsumentInnen (von 12,3% über 9,2% auf 6,6%) ab. Die Zahl der
prob­
lematischen KonsumentInnen blieb hingegen konstant
(18%, 16%, 17%). Der durchschnittliche Alkoholkonsum in
Österreich scheint in der Bevölkerung langsam aber kontinuierlich rückläufig zu sein. Männer zwischen 50 und 54 Jahren
zeigen den höchsten durchschnittlichen Alkoholkonsum.
Alkohol und Jugendliche
Ein Viertel der österreichischen SchülerInnen (11 bis 17) trinkt
laut der HBSC-Studie 2010 regelmäßig Alkohol, das heißt mindestens einmal pro Woche oder öfters, wobei dies bei Burschen
(28,7%) etwas häufiger der Fall ist als bei Mädchen (21,7%).
Der Anteil an Mädchen, die nie Alkohol konsumieren, liegt
in fast allen Altersgruppen immer leicht über jenem der Burschen. Ab einem Alter von 15 Jahren tendieren Mädchen eher
zu seltenerem Alkoholkonsum als Burschen. Bei den 17-jähri© kontakt+co Suchtprävention Jugendrotkreuz, 2012
männl.
20%
gesamt
weibl.
19,6%
18%
16%
13,9%
14% 12,3%
12%
9,2%
10%
8%
6%
6%
9,9%
6,6%
5%
3%
4%
2%
0%
Tägl. Alkoholkonsum 1993/94, 2004, 2008
gen Burschen liegt der Anteil der täglichen Alkoholtrinker mit
fast 10% schon sehr hoch. Im Alter von 17 Jahren geben nur
noch 7,1% der Mädchen und 5,6% der Burschen an, niemals
Alkohol zu konsumieren. Eine Abnahme des Anteils jener
SchülerInnen, die wöchentlich Alkohol konsumieren, konnte
bei den Burschen mehr oder weniger kontinuierlich seit 1994
festgestellt werden. Bei Mädchen nahm dieser Anteil bis 2002
zu und sinkt seither kontinuierlich ab.
„Bierflaschen“, Nadine Rinner, CC-BY-NC-SA 3.0
Alkohol
Rauchen in Österreich
Bei der Österreichweiten Repräsentativerhebung zum Substanzkonsum 2008 gaben 38% der österreichischen Bevölkerung an, in den letzten 12 Monaten geraucht zu haben: Unter
Männern (43%) ist der RaucherInnenanteil höher als unter
Frauen (34%). 28% der ÖsterreicherInnen rauchen täglich,
wobei auch hier ein Geschlechterunterschied bemerkbar ist
(Männer: 31%, Frauen: 26%). Als starke RaucherInnen (20
Zigaretten oder mehr pro Tag) können 15% der Befragten bezeichnet werden (Männer: 18%, Frauen: 12%).
gesamt
weibl.
62,0%
>= 20
18,0%
11,0%
7,0%
7,0%
männl.
10-19
1-9
57,0%
<1
12,0%
11,0%
7,0%
3,0%
0
66,0%
Zigaretten pro Tag, 15-99 J.
Tabak und Jugendliche
Rund 43% der 11- bis 17-jährigen SchülerInnen geben in
der HBSC-Studie 2010 an, bereits geraucht zu haben, 25,4%
rauchen derzeit. Der Anteil der NichtraucherInnen sinkt von
97,9% bei den 11-Jährigen auf 50,0% bei den 17-Jährigen, der
Anteil der täglichen RaucherInnen nimmt zwischen 13 und 15
Jahren stark zu und erreicht 32,6% bei den 17-Jährigen. Insgesamt gibt es kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
Der Anteil der männlichen Raucher nimmt seit 1994 kontinuierlich ab. Bei den Mädchen sinkt der Anteil nach einen Anstieg zwischen 1994 und 1998 seither kontinuierlich ab.
15,0%
11,0%
7,0%
5,0%
30%
26,2%
24,3%
25%
21,1%
24,6%
19,5%
23,3%
16,9%
20%
21,2%
17,8%
1994
1998
2002
16,6%15%
10%
2010
2006
RaucherInnen, 11/13/15 J.
männl.
weibl.
Medikamente in Österreich
60%
Laut einer Studie des Anton-Proksch-Instituts 2003 sind nach
den WHO-Kriterien Dosissteigerung, Gewöhnungseffekt, Entzugssymptomatik 90.000 - 130.000 Österreicher medikamentenabhängig (bis zu 2% der Bevölkerung), davon 20.000 40.000 von mehr als einem Medikament. Insgesamt sind ca.
320.000 - 380.000 Österreicher gefährdet in Hinblick auf Medikamentenkonsum. Die Lebenszeitprävalenz für Schlaf- bzw.
Beruhigungsmittel liegt laut der Österreichweiten Repräsentativbefragung zu Substanzkonsum 2008 bei 18,2%.
50%
55%
40%
33%
30%
20%
20%
23%
22%
6%
10%
11%
14%
12%
6%
0%
keine
eines 1x
mehrere 1x eines öfter mehrere öfter
Medikamente/Monat, 15 J.
Medikamente und Jugendliche
© kontakt+co Suchtprävention Jugendrotkreuz, 2013
„Symbolfoto Drogen Gegen Geld“, Christian Köck, CC-BY-NC-SA 3.0
Medikamente
Laut HBSC-Studie 2010 hat etwa die Hälfte (47,3%) der SchülerInnen von 11-17 im letzten Monat keine Medikamente zu sich
genommen (11: 57,8%, 17: 39,2%), regelmäßig konsumiert
rund ein Viertel (25,5%) der SchülerInnen ein oder mehrere
Medikamente. Es zeigt sich ein höherer Anteil bei den Älteren
und bei den Mädchen. Am häufigsten nehmen SchülerInnen
Medikamente gegen Kopfschmerzen zu sich sowie gegen Magen- oder Bauchschmerzen (Mädchen). Medikamente gegen
Einschlafschwierigkeiten und gegen Nervosität werden eher
selten eingenommen. Der Medikamentenkonsum scheint gegenüber der Erhebung 2006 unverändert.
„Rauchen gefährdet die Gesundheit“, Clemens Löcker, CC-BY-NC-SA 3.0
Nikotin
18%
16%
14%
12%
10%
8%
6%
4%
2%
0%
männl.
weibl.
17%
15%
12%
10%
10%
5%
3%
Kopfweh
3%
4% 4%
Bauchweh Einschlafen Nervosität
Art der Medikamente, 15.J
Sonstiges
männl.
weibl.
Cannabis in Österreich
Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Substanz
in Österreich und der EU. Aktueller Konsum spielt allerdings
auch bei Cannabis laut der Österreichweiten Repräsentativbefragung 2008 nur eine geringe Rolle (1,3% im letzten Monat
und 2,7% im letzten Jahr): Personen, die Erfahrung mit Cannabiskonsum zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens angaben
(11,8%), waren in der überwiegenden Zahl Ex-KonsumentInnen und konsumierten zum Zeitpunkt der Erhebung kein
Cannabis mehr. Illegaler Drogenkonsum ist somit im Lebensverlauf der meisten Betroffenen ein vorübergehendes Phänomen.
Cannabis und Jugendliche
Ein Fünftel (19,6%) der 15- und 17-jährigen SchülerInnen
hat laut HBSC-Studie 2010 bereits zumindest einmal Cannabis konsumiert, wobei dies bei mehr Burschen (22,1%) als
bei Mädchen (17,5%) der Fall ist. 14,4% (Burschen: 17,4%,
Mädchen: 11,8%) gaben einen Konsum im letzten Jahr an.
Von aktuellem Cannabiskonsum, also in den letzten 30 Tagen,
berichten 7,6% (Burschen: 10%, Mädchen: 5,7%). Insgesamt
zeigt sich ein deutlich höherer Konsum von Cannabis bei Burschen als bei Mädchen.
100%
80%
60%
78,8% 73,7% 83,9% 84,3%
87,6% 91,7%
95,6% 98,2%
40%
20%
0%
15-19 20-24 25-29 30-39 40-49 50-59 60-69 70+
nie
Leben
Jahr
Monat
Cannabiskonsum nach Alter
25%
22,1%
20%
17,5%
17,4%
15%
11,8%
10,0%
10%
5,7%
5%
0%
Leben
15- und 17-Jährige
Jahr
Monat
männl.
weibl.
Amphetamine
Cannabis
Ecstasy
Kokain
LSD
biogene Drogen
Abgesehen von Cannabis erreicht in der Österreichweiten Repräsentativerhebung zu Substanzkonsum 2008 keine illegale
Substanz eine Lebenszeitprävalenz von über 2,0%: Die Werte
für biogene Drogen, Kokain, Amphetamine, Ecstasy und LSD
liegen zwischen 1,5% und 2%, Heroin wird am seltensten genannt (0,6%). Tendenziell berichten Männer sowie Personen,
die in größeren Ortschaften wohnen, häufiger von Erfahrung
mit Konsum von illegalen Substanzen als Frauen bzw. Personen, die am Land wohnen.
„Symbolfoto Abhängigkeit“, Yvonne Schatz, CC-BY-NC-SA 3.0
Kokain, XTC,
Heroin, …
Andere illegale Substanzen
in Österreich
16%
14%
12%
10%
8%
6%
4%
2%
0%
Lebenszeitprävalenz, 15-99
Illegale Substanzen und Jugendliche
25%
Bei nahezu allen Substanzen erreicht laut der Österreichweiten Repräsentativerhebung zu Substanzkonsum 2008 die angegebene Lebenszeitprävalenz in der Altersgruppe der 20- bis
24-Jährigen den höchsten Wert und nimmt mit zunehmendem Alter ab. Werte bei den 15- bis 19-Jährigen: Cannabis
21,2%, Ecstasy 4,4%, Amphetamine 4,1%, Kokain 3,4%, LSD
1,7%, Heroin 1,0%.
20%
männl.
Heroin
weibl.
gesamt
21%
15%
10%
4%
5%
4%
4%
3%
2%
1%
0%
Cannabis
Ecstasy
Amphetamine
biogene Drogen
Kokain
Lebenszeitprävalenz, 15-19
© kontakt+co Suchtprävention Jugendrotkreuz, 2013
„Marihuana Cannabis sativa“, floresyplantas.net, CC-BY-NC-SA 2.0
Cannabis
LSD
Heroin
Essstörungen in Österreich
Zur Prävalenz von Essstörungen gibt es in Österreich nur grobe
Schätzungen. Gebräuchlich ist eine Anwendung von Ergebnissen deutscher Studien, um annäherungsweise Aussagen zur
Verbreitung der Essstörungen in Österreich treffen zu können.
Demnach leiden ca. 2,5% der 18- bis 35-jährigen Frauen an
Bulimie und ca. 1% der 15- bis 25-jährigen Frauen an Magersucht. Etwa 200.000 Österreicherinnen erkranken demnach zumindest einmal im Laufe ihres Lebens an einer Essstörung. D.h. etwa jede 15. Frau in Österreich ist betroffen. Die
Diagnose Essstörung wird nicht nur bei Frauen gestellt, auch
bei Männern ist eine Zunahme festzustellen. Das Verhältnis
Männer:Frauen liegt im Jahr 2010 bei etwa 1:4.
Essstörungen und Jugendliche
Von den 15- bis 25-jährigen Mädchen leiden zur Zeit etwa
5.500 an Anorexia nervosa (Magersucht), weitere 5.000 sind
sehr gefährdet bzw. weisen einzelne Symptome auf. Jedes Jahr
erkranken ca. weitere 600 Mädchen. Von den 18- bis 35-jährigen Frauen leiden zur Zeit etwa 24.000 an Bulimie. Jedes Jahr
erkranken zumindest 900 weitere Frauen neu an Bulimie.
männl.
„Anorexia nervose“, Janine, CC-BY-NC-SA 2.0
Essstörungen
weibl.
35%
32,3%
28,9%
30%
25%
20%
23,5%
17,8%
15,2%
15%
13,5%
10%
5%
0%
11-13 J.
14-17 J.
gesamt
Häufigkeit von Essstö rungen, BRD
Spielen und Internet in Österreich
Glücksspiel: Laut der Österreichischen Studie zur Prävention
der Glücksspielsucht 2011 weisen 0,43% aller Befragten (im
Alter von 14 bis 65 Jahre) ein problematisches und 0,66% ein
pathologisches Spielverhalten auf. (Ca. 26.000 problematische und ca. 38.000 pathologische SpielerInnen.)
Internetsucht: Laut der 2011 im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für Gesundheit durchgeführten Studie liegt
bei ca. 1% der 14- bis 64-Jährigen eine Internetabhängigkeit
vor. Das Verhältnis Männer:Frauen wird auf 1,5:1 geschätzt.
Auf Östereich übertragen wären bei einem Anteil von 1% Internetabhängiger in der Gruppe der 14- bis 64-Jährigen ca.
57.000 Personen als internetabhängig einzuschätzen.
Internetsucht und Jugendliche
In der Altersgruppe 14-24 steigt die Zahl der Internetabhängigen auf 2,4% an, bei den 14- bis 16-Jährigen auf 4,0% (Frauen 4,9%, Männer 3,1%). Mädchen nutzen vorwiegend Soziale
Netzwerke im Internet (77,1%) und eher selten Onlinespiele
(7,2%). Die jungen Männer nutzen ebenfalls, aber in geringerer Ausprägung Soziale Netzwerke (64,8%), aber häufiger
Onlinespiele (33,6%).
© kontakt+co Suchtprävention Jugendrotkreuz, 2013
pathologisch
70%
„Mouse-Falle“, Andreas Scheiring, CC-BY-NC-SA 3.0
Spiel- und
Internet​s ucht
problematisch
60%
50%
40%
47%
30%
17%
20%
20%
10%
19%
17%
10%
15%
15%
0%
Sportwetten
Automaten (Kasino)
Kasino (klassisch)
Automaten (Spielhalle)
Anteil problem./patholog.SpielerInnen
Document
Kategorie
Gesundheitswesen
Seitenansichten
9
Dateigröße
982 KB
Tags
1/--Seiten
melden