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Lernen und Lehren bedingen einander – aber wie!? - NMSvernetzung

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Neue Mittelschule
Vernetzungstagung
Wien, 7.-8. Mai 2012
Lernen und Lehren bedingen einander –
aber wie!?
Univ.-Prof. Dr. Michael Schratz
Institut für
LehrerInnenbildung und
Schulforschung
1
Bedeutung unterschiedlicher Quellen für
erfolgreiches Lernen in der Schule
Quelle
Varianzanteil
Schüler/in
50%
Familie
5-10%
Peers
5-10%
Schule
5-10%
Lehrer/in und Unterricht
30%
Der gleiche Lehrer
unterrichtet alle gleichaltrigen Schüler/innen
im gleichen Tempo
mit dem gleichen Material
im gleichen Raum
mit den gleichen Methoden
und dem gleichen Ziel.
2
Problemstellung
• Unterricht vs. teaching and learning
• „Kriterien für guten Unterricht“ vs. Kriterien für
erfolgreiches Lernen
• „Den Schüler dort abholen, wo er gerade steht.“
• „Schülerorientiert arbeiten.“
• Effektivierung von didaktischen Kompetenzen
der Lehrpersonen.
 Mythos: Lernen ist das Ergebnis von Lehren
„Schülerinnen und Schüler sollen dort abgeholt werden, wo sie
sind. Diese Parole geistert schon seit einiger Zeit durch die
didaktische Landschaft. Sie findet viel Zustimmung, sind mit ihr
doch Reformenthusiasmus, Schülernähe, Empathie und
pädagogischer Einsatz verbunden. Sehen wir einmal davon ab,
dass es auch etwas Bedrohliches hat, genau zu wissen, wo
jemand anderes steht, wenn dieser uns seinen Ort nicht
preisgeben kann oder will, so bleibt doch die Frage, ob es
überhaupt möglich ist, den Schüler an der Stätte seiner
Erfahrungen zu empfangen.“
Käte Meyer-Drawe
3
Why can‘t they1 change?
„This requires an openness … and a willingness to seek
a better alternative to what the teacher is currently doing
by evaluating the effects of the change on student
learning. Adopting any innovations means discontinuing
the use of familiar learning.“ (p. 252)
1
teachers, policy makers, teachers educators and
oftentimes parents
What works?
„If the teacher‘s lense can be changed to seeing learning through
the eyes of students, this would be an excellent beginning. This
involves teachers seeking countering evidence as to the
effectiveness of their teaching, looking for errors in their thinking and
knowledge, seeing how students build on prior knowledge and
conceptions of learning, asking whether there is sufficient challenge
and engagement in the learning, and understanding
the strategies students are using when learning and
confronting difficulties.“ (p. 252-253)
4
Welche Brille setze ich auf?
Woher wissen wir,
WAS
WIE
Schülerinnen und Schüler lernen
?
5
„The trouble with learnin‘ is
that it‘s always about somethin‘
that you don‘t know.“
(Dennis the Menace)
„Lernen ist das Persönlichste auf der Welt.
Es ist so eigen wie ein Gesicht
oder wie ein Fingerabdruck.
Noch individueller als das Liebesleben.“
Heinz von Foerster (1999)
6
7
INDIVIDUALISIERUNG
Individuen
Lehrplan
Lernfragen
PERSONALISIERUNG
Persönlichkeiten
Lebensplan
Lebensfragen
„Wären Schüler wie unbeschriebene Blätter, Wachstafeln ohne
jegliche Spur, leere Gefäße, wie leicht hätte es doch die Kunst
des Lehrens! Sie beschriftete die Blätter mit dem Wissenswerten,
prägte das Schickliche in das Wachs oder füllte die Behälter mit
dem Lebensdienlichen. Noch leichter wäre das Lehren, wenn es
sich auf genetische Anlagen oder neuronale Dispositionen
herausreden könnte. Statt zu führen, könnte es nun wachsen
lassen. Aber die Bilder täuschen. Selbst wenn man beschriftete,
prägte oder füllte, wie könnte sich die Beschriftung
weiterentwickeln, die Prägung vertiefen und die Füllmenge
verändern? Allein vom Lehren aus ist Lernen nicht zu verstehen.“
Käte Meyer-Drawe
8
DEM LERNEN AUF DER SPUR …
Forschungsprojekt
„Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“
Übersicht der drei Feldphasen (Untersuchungszeitraum 2009/2010)
Vignette
• eine „dichte Beschreibung“ (Geertz, 1991)
der primären, protokollierten Erfahrungen im
Feld
• prägnante, trächtige „Anekdoten gelebter
Erfahrung“ (van Manen, 1990)
• eine kurze Erzählung eines tatsächlichen
Ereignisses, welches an sich nicht sonderlich
bedeutsam, doch geeignet ist, große
Bedeutung anzunehmen (Arrighetti, 2007)
„Klangkörper des Lernens“
9
„Orchester haben keinen eigenen Klang;
den macht der Dirigent.“
(Herbert von Karajan, Dirigent, 1908-1989)
„Ich muss die Kreativität von jedem einzelnen
Musiker haben, auch dort, wo er von meiner
Meinung abweicht. Ich habe 80 oder 100 Musiker
vor mir, und jeder hat eine eigene Auffassung.
Ich muss das kanalisieren und in eine Richtung
bringen. Aber aufzwingen im diktatorischen Sinn
hat überhaupt keinen Sinn.“
Nikolaus Harnoncourt, Dirigent
10
11
2 Seiten einer Medaille
lehrseits
lernseits
von Unterricht
lehrseits
lernseits
von Unterricht
Die Aufgabe für die
SchülerInnen steht im
Mittelpunkt.
Die SchülerInnen stehen
im Zentrum ihres Lernens.
Aufmerksamkeit auf
gelingender Umsetzung
von Planung.
Aufmerksamkeit auf entstehender
Zukunft (C.O. Scharmer).
12
„Ein Lehrer, der nicht von seinen Schülern
lernt, versagt in seinem Beruf.“
Charlotte Wolff
Unterrichten îm
Modus des Lehrens
“lehrseits”
Modus des Lernens
“lernseits”
WAS?
Was unterrichte ich?
(Inhalte)
Was sollen die SchülerInnen
wissen/verstehen/können?
WIE?
Wie unterrichten ich?
(Methoden)
Welche wirkmächtigen Erfahrungen
können sie dazu machen?
13
Welche Brille setze ich auf?
14
“Ein System kann nur sehen,
was es sehen kann,
es kann nicht sehen,
was es nicht sehen kann.
Es kann auch nicht sehen,
dass es nicht sehen kann,
was es nicht sehen kann.”
(Niklas Luhmann)
LEHRSEITS - LERNSEITS
wie
zwei Seiten einer Münze
15
Welche Brille setze ich auf?
16
Teaching is impossible.
(Lee Shulman 1983)
Teaching as a subversive activity.
(Postman & Weingartner 1969)
17
LERNEN
Didaktik vom Lernen aus denken
und
Lehren „in den Dienst" des Lernens nehmen.
(Lothar Klingberg 1997)
Wir nennen das Lehren im Unterschied
zu anderen Verständigungsarten …
… einführende Verständigung
(Günther Buck 1989)
18
„Beim Lehren ‚legen wir das Gelingen des eigenen Tuns in fremde Hand‘
(Waldenfels 2009). Erst im Lernen wird unserem Handeln Erfolg bescheinigt.
Wir sind deshalb weder nur Ingenieure noch lediglich Animateure. Wir holen
niemanden ab, wo er steht. Diesem irreführenden Bild muss ein anderes
gegenübergestellt werden. Als Lehrende bereiten wir einen Boden, auf dem
wir den Lernenden, sie uns und sie sich untereinander begegnen können. Die
Resonanzfunktion des gemeinsamen Handelns und Sprechens gründet darin,
dass es Antworten ermöglicht, die es selbst nicht parat hat. Ohne Macht wird
es auch bei einem responsiven Verständnis des Lernens und Lehrens nicht
gehen; denn als Unterrichtende lenken wir die Blicke, wecken wir das
Begehren nach Wissen.“
Käte Meyer-Drawe
Lernen ist Erfahrung, in der eine Person von der Welt
(jemand, etwas) in Anspruch genommen wird, darauf
als etwas respondiert und in der Welt wirkmächtig
wird. Forschungsgruppe „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“
19
Lernen ist Erfahrung, in der eine Person von der Welt
(jemand, etwas) in Anspruch genommen wird, darauf
als etwas respondiert und in der Welt wirkmächtig
wird. Forschungsgruppe „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“
Lernen ist Erfahrung, in der eine Person von der Welt
(jemand, etwas) in Anspruch genommen wird, darauf
als etwas respondiert und in der Welt wirkmächtig
wird. Forschungsgruppe „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“
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Lernen ist Erfahrung, in der eine Person von der Welt
(jemand, etwas) in Anspruch genommen wird, darauf
als etwas respondiert und in der Welt wirkmächtig
wird. Forschungsgruppe „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“
Lernen ist Erfahrung, in der eine Person von der Welt
(jemand, etwas) in Anspruch genommen wird, darauf
als etwas respondiert und in der Welt wirkmächtig
wird. Forschungsgruppe „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“
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Lernen ist Erfahrung, in der eine Person von der Welt
(jemand, etwas) in Anspruch genommen wird, darauf
als etwas respondiert und in der Welt wirkmächtig
wird. Forschungsgruppe „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“
Lernen ist Erfahrung, in der eine Person von der Welt
(jemand, etwas) in Anspruch genommen wird, darauf
als etwas respondiert und in der Welt wirkmächtig
wird. Forschungsgruppe „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“
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Lernen ist Erfahrung, in der eine Person von der Welt
(jemand, etwas) in Anspruch genommen wird, darauf
als etwas respondiert und in der Welt wirkmächtig
wird. Forschungsgruppe „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“
Lernen ist Erfahrung, in der eine Person von der Welt
(jemand, etwas) in Anspruch genommen wird, darauf
als etwas respondiert und in der Welt wirkmächtig
wird. Forschungsgruppe „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“
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Lernen ist Erfahrung, in der eine Person von der Welt
(jemand, etwas) in Anspruch genommen wird, darauf
als etwas respondiert und in der Welt wirkmächtig
wird. Forschungsgruppe „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“
Lernen ist Erfahrung, in der eine Person von der Welt
(jemand, etwas) in Anspruch genommen wird, darauf
als etwas respondiert und in der Welt wirkmächtig
wird. Forschungsgruppe „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“
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Lernen ist Erfahrung, in der eine Person von der Welt
(jemand, etwas) in Anspruch genommen wird, darauf
als etwas respondiert und in der Welt wirkmächtig
wird. Forschungsgruppe „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“
Lernen ist Erfahrung, in der eine Person von der Welt
(jemand, etwas) in Anspruch genommen wird, darauf
als etwas respondiert und in der Welt wirkmächtig
wird. Forschungsgruppe „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“
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Lernen ist Erfahrung, in der eine Person von der Welt
(jemand, etwas) in Anspruch genommen wird, darauf
als etwas respondiert und in der Welt wirkmächtig
wird. Forschungsgruppe „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“
Lernen ist Erfahrung, in der eine Person von der Welt
(jemand, etwas) in Anspruch genommen wird, darauf
als etwas respondiert und in der Welt wirkmächtig
wird. Forschungsgruppe „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“
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Lernen ist Erfahrung, in
der eine Person von der
Welt (jemand, etwas) in
Anspruch genommen
wird, darauf als etwas
respondiert und in der
Welt wirkmächtig wird.
Forschungsgruppe
„Personale Bildungsprozesse in
heterogenen Gruppen“, Innsbruck
Lernen ist Erfahrung, in
der eine Person von der
Welt (jemand, etwas) in
Anspruch genommen
wird, darauf als etwas
respondiert und in der
Welt wirkmächtig wird.
Forschungsgruppe
„Personale Bildungsprozesse in
heterogenen Gruppen“, Innsbruck
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Lernen ist Erfahrung, in
der eine Person von der
Welt (jemand, etwas) in
Anspruch genommen
wird, darauf als etwas
respondiert und in der
Welt wirkmächtig wird.
Forschungsgruppe
„Personale Bildungsprozesse in
heterogenen Gruppen“, Innsbruck
Lernen ist Erfahrung, in
der eine Person von der
Welt (jemand, etwas) in
Anspruch genommen
wird, darauf als etwas
respondiert und in der
Welt wirkmächtig wird.
Forschungsgruppe
„Personale Bildungsprozesse in
heterogenen Gruppen“, Innsbruck
28
„Es sind die Lehrerinnen und Lehrer, die schlussendlich
die Welt von Schule und Unterricht verändern werden,
indem sie sie verstehen.“
Lawrence Stenhouse
Die Zukunft des Lehrens bestimmt die Zukunft des Lernens
29
Und wenn Sie wieder in die Schule/
Klasse gehen, vergessen Sie nicht, die
richtige Brille aufzusetzen …
30
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