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1 Wie weiter bei Hymer AG - IG Metall

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Riedleparkstr. 13, D-88045 Friedrichshafen
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Fax: +49 7541 38 93 20
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friedrichshafen@igmetall.de
1 Wie weiter bei Hymer AG.doc
22.06.2005
Wie weiter bei Hymer Bad Waldsee?
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
nachdem die Gespräche mit dem Vorstand am Montag 24.01.2005
unterbrochen wurden informieren wir wie folgt:
1. Streitfragen
Wir wollen, dass Hymer AG in Bad
Waldsee investiert. Die neuen Hallen
wurden immer wieder propagiert und sind
seit Jahren fällig. Diese werden nun in
Frage gestellt. Die Umsetzung dieser seit
langem angekündigten Investition (16 Mio.
EUR) um den Standort noch stärker zu
machen, wird nun an Bedingungen geknüpft. Die IG Metall soll einer dauerhaften, tarifvertraglichen Senkung der Arbeitsbedingungen in Höhe von 5,5 Mio.
EUR jährlich (bei ca. 1.000 Beschäftigten)
zustimmen. Schwerpunkt soll eine Arbeitszeitverlängerung und weitere „Maßnahmen“ sein.
2. Situation am Standort
Hymer ist marktfähig. Von der Konkurrenz
zu Recht gefürchtet sind die erwirtschafteten Renditen (~ 30%). Das ist für die
Branche beispiellos. Die neuen Hallen
sind kein „Geschenk“ sondern produktionstechnische Notwendigkeit. Die Neugestaltung der Arbeitsorganisation und
Arbeitsabläufe nach gewonnenen Erfahrungen und neusten Erkenntnissen bringt
mehr Produktivität und zusätzliche Standortvorteile. Damit wird Bad Waldsee auf
den neuesten Stand gebracht. Die Forderung nach Arbeitzeitverlängerung ist
unpassend!
3. Haltung der IG Metall
Die Forderung nach Arbeitszeitverlängerung ist vom Vorstand im Oktober 2004
gegenüber der IG Metall formuliert worden. In mehreren Gesprächen ist darüber
gestritten worden. Wir können uns „Vor-
stellungen“, die Vorstände formulieren,
nicht total verschließen. Im Sanierungsfall
ist die IG Metall zur Rettung der Arbeitsplätze bereit, zeitlich begrenzte Einschnitte
zu vereinbaren. Hymer ist kein Sanierungsfall! Wir haben gemeinsam gute Arbeitsbedingungen erreicht. Diese können
wir kurzfristigen Konzerninteressen nicht
opfern! Das Ziel des Vorstandes, noch
mehr Profite zu erwirtschaften, darf nicht
auf Kosten der Beschäftigten und ihrer
Familien erreicht werden! Im übrigen würde das ganze Tarifsystem zusammenbrechen, wenn trotz traumhafter Renditen der
Hymer AG Verschlechterungen zugelassen würden. Eine Woche später würden,
verständlicherweise, alle Konkurrenten
Ähnliches
verlangen.
Wir wollen eine gute Entscheidung für
den Erfolg des Standortes, nicht eine
für den kurzfristigen „Erfolg“ des Vorstandes!
4. Forderungen des Vorstandes
Die Beschäftigten sollen 5,5 Mio. EUR
jährlich einbringen. Dies ist für den Vorstand „unabdingbar“. Das macht im Schnitt
5.500 EUR pro Beschäftigten aus. Das ist
nicht nur unangemessen sondern auch
gefährlich. Zur Disposition stehen Arbeitszeitverlängerung,
Prämienentlohnung,
Gewinnbeteiligung, Verzicht auf Tariferhöhungen, Einstiegslohngruppen, Zuschläge
für Überstunden, noch mehr Flexiarbeit,
noch
mehr
Leiharbeit.
UNGLAUBLICH! Wir lassen nicht zu,
dass die notwendige und längst fällige
Investition hie rzu missbraucht wird.
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Riedleparkstr. 13, D-88045 Friedrichshafen
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1 Wie weiter bei Hymer AG.doc
22.06.2005
5. Betriebsrat
Der Vorstand droht, nicht in Bad Waldsee
zu investieren sondern im Osten und die
Produktion dorthin zu verlagern. Damit
wird der Betriebsrat unter Druck gesetzt.
Das ist für die IG Metall nicht akzeptabel.
Es wurde auch eine Frist gesetzt: Bis zum
31. Januar soll die „Einigung“ stattfinden!
Für den Tarifvertrag ist gesetzlich die IG
Metall zuständig. Obwohl tarifvertragliche
Bedingungen mit dem Betriebsrat nicht
verhandelbar sind, wurden mehrere „Alternativen“ diskutiert. Diese wurden der IG
Metall als „Möglichkeit“ vorgelegt.
6. Wie weiter?
Die IG Metall hat dem Vorstand am
25.01.05 mitgeteilt, dass auf dieser Basis
Lösungen nicht machbar sind. Draufgängertum war nie hilfreich bei der Suche
nach Lösungswegen. Nicht nur die Art des
Umganges mit den Beteiligten sondern
auch das Ausmaß der „Begehrlichkeiten“
V.i.S.d.P.
hat die Grenzen des Zumutbaren überschritten. Hymer hat schon einmal die tarifvertragliche Ausweitung der Flexibilisierung alsBedingung für diese Investition
gestellt. Die IG Metall hat dem zugestimmt. Davon will der Vorstand jetzt
nichts mehr wissen. Die IG Metall fordert
die Einhaltung der Zusagen. Vertragstreue! Und genau dies macht einen Tarifvertrag aus. Sichere und gute Arbeits- und
Einkommensbedingungen für die Mitglieder! Für ihre Kolleginnen und Kollegen, für
ihre Familien, für die arbeitenden Menschen. Der Konflikt ist nicht gelöst. Wir
werden die Öffentlichkeit informieren, Unterstützung aus anderen Betrieben organisieren, für Solidarität werben. Damit die
Interessen derjenigen, die Millionen erarbeiten, nicht den Wahnvorstellungen der
Millionäre geopfert werden.
Unterstützen Sie uns.
IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben, Riedleparkstr. 13, D-88045 Friedrichshafen
26.01.2005
Seite 2 von 2
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