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Eishockeyspielen ist wie Fliegen - Pascal Corbat Photography

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schwerpunkt
Mittwoch, 3. Oktober 2012
Freiburger Nachrichten
Eishockeyspielen ist wie Fliegen
Seit Jahren begleitet der Düdinger Pascal Corbat den HC Freiburg-Gottéron mit seinem Fotoapparat. Er bekommt dabei Einblicke, die
den meisten Hockeyfans verwehrt bleiben. Einige dieser Eindrücke zeigt er jetzt in einer Ausstellung zum 75-Jahr-Jubiläum von Gottéron.
CAROLE SCHNEUWLY
jenseits der gewohnten Sportfotografie zu präsentieren, habe er schon länger gehabt, so
Corbat. Das 75-Jahr-Jubiläum,
das Gottéron dieses Jahr feiert,
habe ihm den Anlass geliefert.
«Mit der Ausstellung geht ein
Traum in Erfüllung», sagt der
43-Jährige, der hauptberuflich
als Entwicklungsingenieur bei
der Saia-Burgess in Murten
arbeitet.
Gottéron-Stürmer
Julien
Sprunger in fast horizontaler
Position in der Luft, den Stock
fest in den Händen, den Blick
einzig auf den Puck vor sich
gerichtet. Dazu der Spruch
«Hockey makes me fly», vom
Spieler selbst zum Bild geschrieben. Bild und Spruch
wirken umso stärker, wenn
man bedenkt, welche Geschichte dahinter steckt. Das
Foto entstand vor dem 29.
April 2012, als sich der Freiburger im Nati-Testspiel gegen
Kanada eine Gehirnerschütterung zuzog, von der er sich bis
heute nicht vollständig erholt
hat. Den Spruch dazu schrieb
er im Sommer, zu einem Zeitpunkt, als er nicht wusste, ob
und wie es mit seiner Karriere
weitergehen würde. Und trotzdem: «Hockey makes me fly.»
Drama und Gefühle
Die Ausstellung solle die Intensität, die Dramatik und die
Emotionen zeigen, die das Eishockey ausmachten, erklärt
Corbat. Dazu setzte er nebst
der Bildauswahl auch auf die
Farbbearbeitung mit Akzenten
in Schwarz, Weiss und Rot.
Und die Spieler selbst lieferten
das gewisse Etwas mit den
Sprüchen zu den Fotos, auf denen sie zu sehen sind. Corbat
legte ihnen die Bilder vor und
liess sie von Hand notieren,
was ihnen spontan dazu einfiel. Diese Gedanken druckte
er in der Original-Handschrift
auf die Fotos – und lässt so seinen Freund Julien Sprunger
auch in Zeiten grosser Zweifel
dank des Hockeys fliegen.
Besondere Augenblicke
16 solche Geschichten erzählt der Düdinger Fotograf
Pascal Corbat in seiner Ausstellung «The Passionizers»,
die derzeit am Hauptsitz der
Freiburger Kantonalbank in
Freiburg zu sehen ist. Mit den
Bildern wolle er besondere
Momente des Eishockeysports
zeigen, so Corbat. Es sind
Augenblicke wie jener mit Julien Sprunger, die man erst
wahrnimmt, wenn man sie auf
ein Foto gebannt sieht. Und es
sind ungewöhnliche Perspektiven, die dem normalen
Matchbesucher sonst verwehrt
sind: Fotos von der Spielerbank zum Beispiel oder der
Blickwinkel der Spieler, wenn
sie durch den Drachenkopf
das Eis betreten.
Pascal Corbat hat Zugang zu
diesen Orten, weil er Gottéron
seit Jahren fotografisch begleitet. Seine Bilder erscheinen etwa im Gottéron-Magazin und
auf der Plattform Planète Hockey. Den Wunsch, die Bilder
Programm
Führung mit
dem Fotografen
Die Ausstellung in der Eingangshalle des Hauptsitzes
der Freiburger Kantonalbank
am Perolles 1 in Freiburg
dauert bis zum 23. November. Sie ist während der Öffnungszeiten der Bank frei zugänglich. Am Freitag, dem
12. Oktober, führt Fotograf
Pascal Corbat persönlich
durch die Ausstellung und
erzählt, wie die Bilder entstanden sind (16 Uhr). cs
Julien Sprunger fliegt, Michael Ngoy beschwört den Teamgedanken, und Andrei Bykov sieht nicht Eis, sondern Feuer:
Fotograf Pascal Corbat lässt die Betrachter seiner Bilder teilhaben an den besonderen Momenten des Eishockeysports.
www.pascalcorbat.ch
Bilder Pascal Corbat
Theaterfestival Friscènes will auch Aufschub für die Bergbahnen
Mit einem Zusatzkredit von 200 000 Franken hat die Gemeindeversammlung
das deutsche Publikum ansprechen von
Charmey die Bergbahnen vor der Konkursanmeldung bewahrt.
Das Freiburger Theaterfestival Friscènes findet dieses Jahr zum fünften Mal
statt. Erstmals sind auch
deutschsprachige Veranstaltungen programmiert.
CAROLE SCHNEUWLY
FREIBURG Berufsschauspieler,
ambitionierte Amateurschauspieler und das Publikum zusammenbringen: Mit dieser
Idee sind die jungen Organisatoren von Friscènes 2008 gestartet, als sie das Festival zum
ersten Mal durchführten. Die
Idee sei immer noch die gleiche, und sie funktioniere gut:
Das sagte Geschäftsführer Paul
Pignat am Montag bei der Präsentation des diesjährigen
Programms vor den Medien.
Das Festival habe sich gut
entwickelt, und jedes Jahr sei
etwas dazugekommen. So
wurden etwa die professionellen Beiträge ausgebaut und
Theaterateliers ins Programm
aufgenommen. Auch die Bekanntheit beim Publikum sei
stetig gewachsen. Paul Pignat:
«Ganz am Anfang hatten wir
vor allem ein studentisches
Publikum. Heute kommen
rund tausend Besucherinnen
und Besucher aus allen Altersgruppen.»
Mireille Gugolz und Sara Zollinger alias Eva und Maria präsentieren ein dreissigminütiges Mundartprogramm mit
Textkreationen unter dem
Titel «Silbenzischen».
Mit dem Talman Ensemble
Dieses Jahr machen sich die
Veranstalter auf, ein weiteres
Besuchersegment zu erobern:
die deutschsprachigen Theaterfans. Mit zwei Theaterproduktionen und einem Atelier
sind zum ersten Mal Veranstaltungen in deutscher Sprache im Programm zu finden.
«Es ist ein Versuch, dem Vorwurf der Abschottung zu begegnen», so Pignat. Funktioniere es, werde man die Zweisprachigkeit in den kommenden Jahren weiter ausbauen.
Richten sollen es in diesem
Jahr das Talman Ensemble aus
Überstorf und das Duo Eva
und Maria aus Zürich. Das Talman Ensemble, das einzige
deutschsprachige Profitheater
im Kanton, zeigt Dürrenmatts
Krimikomödie «Abendstunde
im Spätherbst» mit Niklaus
Talman und Luc Spori. Parallel
dazu bietet Talman ein Schauspielatelier rund um Dürrenmatt, Frisch und Kishon an.
Amateure im Wettbewerb
Fünf französisch- und ein
englischsprachiges Stück finden sich im Wettbewerb des
Festivals. Dieser richtet sich an
Amateurtruppen aus der
Schweiz und dem Ausland. 25
Bewerbungen waren eingegangen. Von den sechs ausgewählten Beiträgen kommen
zwei aus Frankreich und je einer aus Freiburg, Neuenburg,
der Waadt und aus Quebec.
Die Jury setzt sich aus drei
Theaterprofis zusammen, den
Westschweizern Jacques Michel und Marianne Radja sowie dem Franzosen Sidney Ali
Mehelleb. Alle drei sind auch
mit eigenen Stücken oder Ateliers im Programm vertreten.
Friscènes, Nouveau Monde, Freiburg.
Di., 16. Oktober, bis So., 21. Oktober. Auf
Deutsch: Atelier mit Niklaus Talman: Fr.,
19. Oktober, 15.30 Uhr. Eva und Maria:
Fr., 19. Oktober, 18.30 Uhr. Talman Ensemble: Sa., 20. Oktober, 21 Uhr. Programm und Tickets: www.friscenes.ch.
VON AURÉLIE LEBREAU/LA LIBERTÉ
CHARMEY «Es ist ganz einfach:
Könnt Ihr morgen keine Zahlungen machen, müsst Ihr die
Bilanz deponieren.» Felix
Grossrieder, Syndic von Charmey, brachte die Probleme der
Bergbahnen von Charmey am
Montagabend an der Gemeindeversammlung
auf
den
Punkt. Die Bürgerinnen und
Bürger haben einen Zusatzkredit für die Bergbahnen von
200 000 Franken mit einem
grossen Mehr akzeptiert – mit
99 Ja gegen ein Nein bei zwölf
Enthaltungen.
Finanzieller Engpass
Bei dieser Entscheidung
spielten die Aussicht auf einen
Konkurs und vor allem der
Wille der Verantwortlichen,
die Zukunft der Bergbahnen
genau zu prüfen, eine grosse
Rolle. Der Zusatzkredit sollte
es den Bergbahnen erlauben,
über den aktuellen Liquiditätsengpass (die Freiburger
Nachrichten berichteten) hinwegzukommen. Der Engpass
wurde vom Syndic auf 580 000
Franken beziffert, vom Verwaltungsratspräsidenten Jean-
Pierre Thürler auf 500 000
Franken.
Bevor es zur Abstimmung
kam, diskutierten die Anwesenden sehr lange und intensiv: Sie stellten Fragen zur Zukunft, zum Marketing – und
«Wir machen hier
niemandem den
Prozess.»
Felix Grossrieder
Syndic von Charmey
auch, ob denn ein Konkurs
keine Lösung sein könnte. Der
Syndic wehrte ab: Der Gemeinderat habe daran gedacht, doch bringe dies keine
wirklichen Antworten auf die
grundlegenden Fragen.
Der Zusatzkredit wird die
nächsten Löhne der Angestellten decken. Zwölf bis 15 Vollstellen sind es laut Thürler; in
der Wintersaison gar 21 Vollzeitstellen. Dazu kommen
noch vier bis fünf Stellen im
Restaurant von Vounetz. Syndic Grossrieder sagte aber
auch, dass nun mit dem Zusatzkredit zwar die Löhne bezahlt werden könnten, nicht
aber alle ausstehenden Rechnungen.
Das beunruhigte mehrere
Bürgerinnen und Bürger – vor
allem auch angesichts der
660 000 Franken Mehrkosten
für den neuen Sessellift Vounetz, verursacht durch geologische Probleme, die zum aktuellen Liquiditätsproblem hinzukommen. Seit 1990 hat die
Gemeinde sieben Millionen
Franken in die Bergbahnen investiert. Nun will der Gemeinderat Klarheit über die Situation und die Zukunft der Bahnen erhalten und hat deshalb
eine Studie in Auftrag gegeben.
Ein Anwesender fragte, ob es
nun zu Wechseln im Verwaltungsrat komme. Der Syndic
wischte die Frage vom Tisch:
«Wir machen hier niemandem
den Prozess.»
Jean-Pierre Thürler, der
sich während den Debatten
zurückgezogen hatte, zeigte
sich erleichtert über den Ausgang der Abstimmung. Und er
fügte an, dass nun über die Tarife der Skikarten diskutiert
werden müsse. Die Tageskarte,
die für Erwachsene 43 Franken
kostet, könnte also bald teurer
werden. bearbeitet von njb/FN
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