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Die Gehörlosenheime Wie verändert das Cochlea-Implant - Sonos

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Schweiz. Verband für Gehörlosenund Hörgeschädigten-Organisationen
Association Suisse pour organisations
de sourds et malentendants
Associazione Svizzera per organizzazioni
a favore delle persone audiolese
4 Die Gehörlosenheime
gestern und heute
9 Wie verändert das Cochlea-Implant
die Arbeit in den Gehörlosenfachstellen
14 Abschluss des Forschungsprojektes
Leseverständlichkeit Untertitelung
20 Behindertengleichstellung
koordinieren
21 Jahresversammlungen
104. Jahrgang
Nr. 6 Juni 2010
• LKH Schweiz
• SGB-FSS
• pro audito Zürich
Seite des
Präsidenten
SONOVA verspricht sich einen gigantischen
Wachstumsmarkt durch demographische
Verschiebungen und erweiterte Indikationen. Die Wirtschaftszeitung „Finanz und
Wirtschaft“ schätzt den Cochlea-ImplantatMarkt auf 750 bis 800 Millionen US Dollar.
Drei Anbieter teilen sich diesen Betrag:
Führend ist Cochlear aus Australien mit 67
Prozent, gefolgt von Advanced Bionics mit
18 Prozent und Med-El aus Österreich mit
14 Prozent. Gemäss Prof. Dr. R. Probst aus
Zürich unterscheiden sich die Produkte der
drei Hersteller kaum voneinander.
Liebe Leserinnen und Leser
„Und sie dreht sich doch“, soll Galileo
Galilei unmittelbar nach der erzwungenen
Abschwörung auf die Gültigkeit der
kopernikanischen Theorie von der um den
Fixstern Sonne kreisenden Erde geäussert
haben.
Von geringerer historischer Dimension,
aber für alle mit Hörbehinderung betroffenen oder sich befassenden Personen von
entscheidender Bedeutung ist die
Dynamik, die der schweizerische Hörsystemhersteller SONOVA an den Tag legt. Im
Januar übernahm sie die Firma ADVANCED
BIONICS aus Kalifornien, die Nummer zwei
im Markt für Hörimplantate. Es kommt
Bewegung in diesen Markt. Der Kaufpreis
betrug ansehnliche 510 Millionen Schweizerfranken (Quelle "Finanz und Wirtschaft"
vom 28. April 2010).
Wir können davon ausgehen, dass SONOVA
in dieser Sparte eine ähnliche Dynamik entfalten wird wie bei den Hörgeräten. Der
Schritt in die Implantatwelt ist jedoch ein
Vorstoss in relativ unsicheres Neuland. Die
Gesellschaft muss sich auf komplizierte
Zulassungsverfahren und Auseinandersetzungen mit medizinischen Behörden
gefasst machen.
Wie bereits erwähnt, kommt durch die
Beteiligung einer Schweizerfirma Bewegung in den Markt für Hörimplantate. Ein
kleines Land entwickelt und produziert ein
Produkt, das weltweit vertrieben wird. Der
Wirtschaftsstandort Schweiz wird gestärkt.
Was bedeutet diese Neuerung für die
Betroffenen und Fachleute? Wir dürfen
davon ausgehen, dass die Erfolgsgeschichte der Hörimplantate mit neuem
Schwung fortgesetzt wird. Wir dürfen auch
darauf vertrauen, dass SONOVA alles daran
setzen wird, die technische Reife ihrer Produkte voranzutreiben. Wir haben infolge
der geographischen Nähe die Möglichkeit,
mit der Firma in Kontakt zu treten, Einfluss
zu nehmen und Know-how einzubringen.
Wir kennen die Firma, deren Philosophie,
Ausrichtung, Ziele und die Leute. Das bis
zum heutigen Zeitpunkt erarbeitete Knowhow der Kliniken, Schulen, audio-pädagogischen Dienste und CI-Centren gewinnt an
Bedeutung. Mit geeinten Kräften sollte es
noch besser möglich sein, hörbehinderte
Mitmenschen an die akustische Umwelt
anzukoppeln.
Euer Bruno Schlegel
Präsident sonos
Impressum
Zeitschrift sonos
Editorial
Erscheint monatlich
Liebe Leserinnen und liebe Leser
Dieser Mai hat es in sich gehabt. Nicht genug,
dass es im Wonnemonat mehrheitlich regnerisch und kalt war. Nein, viel schlimmer noch
sind die Hiobsbotschaften über den drohenden
Staatsbankrott von Griechenland und der damit
verbundenen Gefährdung der gesamten EuroZone. Nur ein Jahr nach der desaströsen Wirtschaftskrise droht diese Staatskrise die ganze
Weltwirtschaft erneut in den Abgrund zu ziehen.
Mit einem gigantischen Rettungspaket von 750
Milliarden Euro wird nun versucht, die maroden
Staatshaushalte von Griechenland sowie weiterer hochverschuldeter EU-Staaten in den Griff
zu bekommen. Die Folgen sind fatal. Zu den
bereits vorhandenen Schulden kommen weitere
Zinsschulden dazu. Die Spirale dreht sich
unweigerlich weiter und weiter.
Denn den Geldgeberstaaten fehlen dann jene
Mittel, welche sie für diese Rettungsaktion zur
Verfügung stellen, um in ihrem eigenen Inland
wichtige staats- und wirtschaftspolitische Aufgaben wahrzunehmen. Die Konsequenz ist, dass
der „Gürtel“ auf dem Buckel der Bevölkerung
bzw. der Steuerzahler noch enger geschnallt
werden muss. Es bildet wohl eine Binsenwahrheit, dass die Staaten dann vor allem bei der
sozialen Wohlfahrt sparen werden. So wird es
wieder einmal mehr am stärksten jene Menschen treffen, welche nicht auf der Sonnenseite
des Lebens stehen und die auf die Unterstützung ihres Staates dringend angewiesen wären.
Ob und in welchem Umfang die Euro-Krise auch
Auswirkungen auf die Schweiz hat, wird sich
wohl noch weisen. Die Alarmglocken bei den
Politikerinnen und Politikern haben aber wahrscheinlich heftig geläutet. Ihnen dürfte mit
dieser neuen Krise unmissverständlich vor
Augen geführt worden sein, dass unter allen
Umständen versucht werden muss, den Staatshaushalt so zu managen, dass es zu keinen
exorbitanten Verschuldungsquoten kommt.
Denn eines ist klar, Schulden können nur
zurückbezahlt werden, wenn es ein Wirtschaftswachstum gibt oder wenn ganz rigoros
gespart wird.
Die Zukunft wird zeigen, ob auch Leistungen
im Behindertenbereich von damit zusammenhängenden weiteren drohenden Sparübungen
tangiert sind. Gerade vor dem Blickwinkel der
aktuellen weltpolitischen „Grosswetterlage“
ist es aus meiner persönlichen Einschätzung
vorstellbar, dass Leistungen im IV-Bereich, die
nicht fundiert als Notwendigkeit deklariert
werden können, politisch arg unter Druck
geraten könnten. Einen erster Gradmesser
wird die parlamentarische Diskussion rund
um die 6. IV-Revision liefern. Mit dem ersten
Massnahmenpaket wird sich der Ständerat als
Erstrat in der kommenden Sommersession
befassen. Der zweite Teil der Revisionsvorlage
soll im Juni in die Vernehmlassung geschickt
werden.
Unter Ausrichtung einer ganzheitlichen Optik
scheint es mir je länger je wichtiger, sich in
allen Sektoren d.h. überall im Profit- als auch
Nonprofitbereich, auf die wahren Kernaufgaben zu konzentrieren, diese gemeinsam mit
stichhaltigen Begründungen zu vertreten und
dafür glaubwürdig bzw. authentisch einzustehen. Denn um nachhaltig Erfolg zu
erzielen, braucht es funktionierende Netzwerke und gegenseitiges Vertrauen. Dafür
setzt sich sonos ein, und das stimmt trotz der
grossen derzeitigen Ungewissheit zuversichtlich.
Roger Ruggli
Master of Arts (M.A.)
Herausgeber
sonos
Schweizerischer Verband für Gehörlosenund Hörgeschädigten-Organisationen
Feldeggstrasse 69
Postfach 1332
8032 Zürich
Telefon 044 421 40 10
Fax
044 421 40 12
E-Mail info@sonos-info.ch
www.sonos-info.ch
Redaktion
Redaktion sonos
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Druck und Spedition
Bartel Druck AG
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8750 Glarus
sonos verwendet bei Personen zur
Vereinfachung abwechslungsweise die
weibliche oder männliche Form,
angesprochen sind beide Geschlechter.
Nachdruck nur mit Genehmigung der
Redaktion, unter Hinweis auf die Quelle
und mit Zustellung eines Belegexemplars.
Die veröffentlichten Artikel von Gastautoren
geben nicht in jedem Fall die Auffassung des
Herausgebers wieder.
Die nächste Ausgabe erscheint
am 1. Juli 2010
Redaktor
Redaktionsschluss:
15. Juni 2010
Titelseite:
Maja Brumm und Philipp Keller
vom LKH Schweiz
3
100
1911 - 2011
Jahre
im Einsatz für Gehörlose und
Schwerhörige!
100 Jahre später - wie sic
bedürfnissen anpassen
anbieten
Bedürfnisse im Wandel der
Zeit
Vor 100 Jahren erkannten verschiedene
Pioniere, Einzelpersonen wie der gehörlose Laienprediger Sutermeister, aber
auch andere Amtsstellen und private Initianten, dass für damals taubstumme, heute
gehörlose Menschen, gerechte und angepasste Ausbildungen, Wohn- und Arbeitsangebote geschaffen werden mussten.
Die Stiftung Schloss Turbenthal war bereits
als Schule für schwachbegabte, gehörlose
Menschen gegründet. Das Hirzelheim in
Regensberg, das Wohnheim Belp und die
Stiftung Uetendorfberg wurden einige
Jahre später ebenfalls ins Leben gerufen.
1958 gründeten die Gemeinnützigen
Gesellschaften der Ostschweiz in Trogen
das heutige Haus Vorderdorf. 1972 entstand auf Privatinitiative von Georg und
Dora Meng ein weiteres Heim in Zizers.
Letzteres ist dann nach rund 30 Jahren
wieder geschlossen worden.
Die ersten HeimbewohnerInnen damals
waren taubstumme, arbeitswillige, so
genannt „wärchige“ Männer und Frauen,
die offenbar aus verschiedensten Gesellschaftsschichten kamen. Da keine öffentlichen Gelder zur Verfügung standen,
musste zwingend auch durch Arbeit der
Das Gehörlosendorf Schloss Turbenthal im neuen modernen Glanz mit seinem attraktiven Dorfplatz. Treffpunkt
für Austausch und Kennenlernen zwischen Jung und Alt von nah und fern.
Direktbetroffenen die Betriebsrechnung
mit finanziert werden.
Im Verlauf der Zeit wandelte sich die Klientel. In den ersten Jahren lebten vorwiegend selbständige, gehörlose Männer und
Frauen in diesen Heimen. Sie waren hier,
weil die Gesellschaft mit der Gehörlosigkeit
und den Kommunikationsschwierigkeiten
sowie der daraus resultierenden Eigenwilligkeit der Betroffenen kaum oder unzureichend umzugehen wusste.
Heute weisen viele Heimbewohner und
Bewohnerinnen eine Mehrfachbehinderung auf. Wenn früher vorwiegend in der
Landwirtschaft und im Garten für die
Selbstversorgung gearbeitet wurde, so
finden heute die Heimbewohner in den verschiedensten Arbeitsbereichen einen
Berufsausbildungsplatz oder eine Dauerarbeitsstätte. Über all die Jahre ist punkto
Betreuung und Tagesstruktur eines
gemeinsam geblieben: Mehrheitlich gehen
die Heimbewohnerinnen und Heimbewohner einer geregelten Arbeit nach.
Arbeit beinhaltet Wertschöpfung. Arbeit ist
Hilfe zur Lebensgestaltung. Wertschöpfung
bestätigt das menschliche Dasein, macht
stolz und gibt ein gutes Selbstwertgefühl.
Psychologische oder psychiatrische Therapien werden punktuell durch Fachpersonen
angeboten, aber die individuelle Betreuung
Tag ein Tag aus geschieht vor Ort, im Wohnheim, am Arbeitsplatz.
Im Gehörlosendorf Schloss Turbenthal hat es Platz für
Ausgelassenheit und Fröhlichkeit.
ch Heime für Gehörlose den Gesellschaftsund zukunftsgerichtete Dienstleistungen
Heime - auch Gehörlosenheime - sind zum Teil mit Vorurteilen konfrontiert
Sie werden als notwendiges Übel
betrachtet, und man hört auch, Heime
gehörten besser abgeschafft. Sind denn
die Hörbehinderteninstitutionen immer
noch abgeschiedene Inseln für Gehörlose,
die wie damals vor langer Zeit dem
strengen Regime und Takt der Heimleitung
zu folgen haben? Hat, wer ins Heim eintritt,
seine Eigenständigkeit an der Türe abzugeben? Wird man dort einfach versorgt
rund um die Uhr - bis ans Lebensende?
Gelten diese Bilder heute noch? Hat nicht
schon lange ein stiller Wandel eingesetzt?
Unsere Ausrichtung heute und
was wir in naher Zukunft
anstreben wollen
Unsere Institutionen sind heute Begegnungszentren für gehörlose, hörbehinderte
und hörende Menschen mit und ohne
Behinderung, für starke Persönlichkeiten
wie auch für Menschen mit schwachem
Selbstwertgefühl. Wir wollen weder Oase
noch Insel sein. Wir wollen eine Plattform
für Menschen verschiedenster Prägungen
und Bedürfnissen sein. Gegenseitige Achtung und Wertschätzung stellen wir ins
Zentrum unserer Begleitung. Das heisst
aber nicht, dass jeder tun und lassen kann,
Die Gebäudekomplexe der Stiftung Uetendorfberg inmitten einer herrlichen Landschaft.
was ihm gefällt. Je heterogener die Spannweite einer solchen Gemeinschaft wird,
desto klarer muss der Umgang mit alltäglichen und verbindlichen Gesellschaftsregeln gelernt werden.
Jugendliche stärken für ein
eigenständiges Leben
So trifft der Jugendliche in Ausbildung
einen Arbeitsplatz und eine Wohnsituation
an, die klar strukturiert ist. Leitplanken
dienen als Hilfestellungen, als Orientierungsmassstab, als Stütze. Oft werden
Regeln als Einschränkung und Bevormundung empfunden. Generell bekunden
Jugendliche heute vermehrt Unverständnis
und Unbehagen, mit Richtlinien umzugehen und diese zu akzeptieren. Da bildet
unsere Klientel keine Ausnahme. Im
Erwachsenwerden spielt das Nehmen und
Geben, das Dürfen, Wollen und Müssen,
das Abstecken und Ausloten von Grenzen
seit jeher eine wichtige Rolle.
Dieser Herausforderung stellen wir uns. Wir
wollen Partner unserer Jugendlichen sein.
Wir sorgen ganz klar für eine dynamische
Festigkeit, damit ein tragendes Fundament
fürs Leben geschaffen wird, das wiederum
hilft, gesellschaftsfähig zu werden.
Der SGB-FSS - sonos - und die
Heime
Gehörlose, generell hörbehinderte Menschen, ohne zusätzliche Behinderung
haben sich in den letzten Jahrzehnten stark
emanzipiert, sich Gehör verschafft und mit
Beharrlichkeit auf ihre Rechte hingewiesen
Feststimmung in Uetendorfberg.
5
Schweiz tausende Gehörlose in der freien
Berufswelt integriert und weit über 25
Heime bieten für einzelne hör- und mehrfachbehinderte Menschen ein Zuhause an.
Kompetenzzentren für Menschen mit Kommunikationsproblemen
Das Wohnheim Belp im Herzen des Kantons Bern. Ein Zuhause für gehörlose und hörende Erwachsene in allen
Lebensaltern.
und diese bereits zu einem grossen Teil
auch durchgesetzt. Die Selbsthilfeorganisation, der SGB-FFS, ist zu einem profilierten Verband gewachsen, hat für seine
Mitglieder wichtige Meilensteine gesetzt
und den Weg zu mehr Selbständigkeit und
zur Förderung der Gebärdensprache frei
gemacht.
Mehrfachbehinderten Menschen mit
zusätzlichen Kommunikationsbeeinträchtigungen haben teilweise durchaus auch an
dieser Entwicklung teilhaben können.
Aus der Sicht der Institutionen sind wichtige Entwicklungsschritte auch dank sonos,
dem Fachverband für Hörgeschädigte,
ermöglicht worden. Wenn nicht die Institutionen selbst, wenn nicht sonos, wer denn
sonst würde sich den mehrfachbehinderten
Menschen annehmen, ihre Bedürfnisse
ausloten um ihren komplexen Betreuungsformen und Hilfestellungen gerecht zu
werden?
Wer selbstbestimmt leben
möchte, übernimmt auch Verantwortung
Autonomie, Selbstbestimmung, Freiheit
sind Schlagwörter, die auch Mehrfachbehinderte kennen. In den letzten Jahren
beginnen sich vernachlässigte oder
benachteiligte Gesellschaftsschichten, darunter auch Hörbehindertengruppen zu
emanzipieren; Zu Recht. Das wird auch in
der Heimlandschaft Spuren hinterlassen.
Mit dem Assistenzprojekt Fassis ist im
Behindertenbereich auf politischer Ebene
Das Heim Regensdorf inmitten des historischen
Stadtkerns hoch über dem Zürcher Unterland und
mit atemberaubender Aussicht.
ein erster Schritt getan. Beachtet und eben
gelernt werden muss: Wer Freiheiten ausleben möchte, muss auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen - jedes Recht
ist auch mit einer Pflicht verbunden.
Es gibt Alternativen zu den
Gehörlosenheimen
Wer es sich zutraut und fähig ist, möchte
integriert in der Gesellschaft leben. Auch
die Gehörlosenheime fördern Jugendliche
mit dem Ziel, künftig ihren Fähigkeiten entsprechend möglichst selbständig leben zu
können. Die Möglichkeiten dafür sind
heute viel besser als früher. Durch die
Dienste der Beratungsstellen für Gehörlose
können auch ambulante Stützmassnahmen
in Anspruch genommen werden.
Wenn früher einige wenige Institutionen
Gehörlose betreuten, so sind heute in der
In der Regel leben gehörlose oder hörbehinderte Menschen aber gerade dort in der
Minderheit und fühlen sich oft einsam,
nicht zuletzt deshalb, weil viele dieser
Institutionen nicht über genügend Fachpersonal verfügen. Mehrmals haben wir Kontakt mit Hörbehinderten aufgenommen, die
in einer Institution für hörende Menschen
ihre Ausbildung begannen und später
abbrechen mussten, weil es nicht „ging“.
Warum wohl?
Eine fachkompetente Begleitung und Ausbildung ist sinnvoll - auch in Zukunft.
Darum wollen die Institutionen für Gehörlose weiterhin Kompetenzzentren für Menschen mit Kommunikationsschwierigkeiten
bleiben. Dazu gehört aber eine minimale
Durchmischung mit hörenden Menschen.
Dadurch bleiben wir nicht Oase für Gehörlose, sondern wir bieten eine „soziokulturelle Biosphäre“. Dieses Übungsfeld dient
unter anderem denjenigen Jugendlichen,
die einerseits Elemente der Gehörlosenkultur erleben möchten, aber andererseits
die Integration suchen. Die Heime für
Gehörlose setzen sich ein für eine Durchmischung der Kulturen, weil dies auch eher
der Realität entspricht. So vielfältig sich
unser Land zeigt, in dem Sprachkulturen,
regionale Unterschiede, Völkervielfalt, etc.
So verschieden die Menschheit ist, so verschieden sich die Gesellschaft organisiert,
so sollen auch differenzierte Angebote für
und mit Behinderten erarbeitet werden.
Diese Vision der Selbstbestimmung hat
aber ihren Preis!
Die Zeichen der Zukunft
wurden erkannt
In der appenzellischen Gemeinde Trogen steht das frisch renovierte Heim Haus Vorderdorf.
gelebt werden, so verschieden dürfen die
einzelnen Bewohner- und MitarbeiterInnen
einer Institution sein. Auch mehrfachbehinderte Menschen dürfen sich selbst sein,
dürfen ihre Eigenartigkeit leben. Jedoch,
wie schon erwähnt, die Grenzen der Freiheit beginnen dort, wo sie die Grenzen
anderer überschreiten.
gäbe noch viele solcher Beispiele. Statt
Schwarzpeter zu spielen, suchen wir viel
besser nach Gemeinsamkeiten, nach
Ansätzen, die für die Betroffenen, seien sie
gehörlos, sprach-, körper- oder mehrfachbehindert, Sinn machen. Geschützte Wohnformen, professionelle Begleiter, professionelle Ausbildner müssen weiterhin zur
Stelle sein.
Gemeinsam nach Lösungen
suchen
Wenn früher das Heim oft als einzige Alternative zur Verwahrlosung bestand, so
öffnen sich heute verschiedene prüfenswerte Perspektiven. Statt sturer HeimHausordnung installieren sich professionelle Behinderten-Coachs und Netzwerke,
die bedürfnisgerechte Begleitung und
Betreuung auch ausserhalb der Heimmauern anbieten. Die Fachstellen und die
Gehörloseninstitutionen haben dies bereits
erkannt und entwickeln zukunftsweisende
Modelle.
Oft hören wir den Satz: Ich habe kein Geld,
IV soll bezahlen. So einfach geht es wohl
kaum. Auch Nicht-IV-Rentner müssen sich
oft nach der Decke strecken. Auch Hörende
erleben den heutigen Arbeitsmarkt als
hart, ja brutal. Auch so genannt „Normale“
werden ausgeschlossen, wenn sie die Leistung nicht mehr zu 100% erbringen. Es
Alle fünf Einrichtungen haben sich sowohl
äusserlich wie innerlich, will heissen, in
ihren Angeboten gewandelt. Sie sind wohl
gut gerüstet für die künftigen Herausforderungen. Ein Verharren als Gehörloseneinrichtung wäre falsch, ja würde die Weiterentwicklung dieser Einrichtungen gefährden.
Wichtig ist allen trotzdem, dass sie ihre
Erfahrungen und ihre Kompetenz für gehörlose, schwerhörige, hörende, stumme und
mehrfach behinderte Menschen nutzen
wollen. Die Aufnahmen dieser Menschen
werden in allen Einrichtungen prioritär
behandelt.
Die Einrichtungen entsprechen heute alle
in ihrer personellen und räumlichen Ausstattung den derzeit geforderten, qualitativen Ansprüchen. Ja sogar mehr, sie sind
auch Erholungszentren geworden. Es lohnt
sich diese Heime zu besuchen und sei es
nur für ein Mittagessen. Einzelne Heime
bieten auch Ferienaufenthalte an.
Die Durchmischung mit lokalen BewohnerInnen brachte einen grossen Gewinn, eine
verstärkte Standorteinbindung und ein
Gewinn auch für die BewohnerInnen allgemein. Es tut allen gut, dass das isolierte
Denken in Behindertengruppen, mag dies
in der Selbsthilfe durchaus seine Berechtigung haben, überwunden werden konnte.
Die Heime für Gehörlose entwickeln sich
weiter. In Trogen, zum Beispiel, wird es
bald auch eine spezielle Gruppe für an
Demenz erkrankte Menschen geben.
Für die Gehörlosenheime:
Bernhard und Marianne Winkler, Paul Hunziker,
Reto Casanova, Walter Gamper und Martin Näf,
Elisabeth Jäggi und Ilir und Sabine Selmanaj.
Gemütlicher Raclette-Abend im Heim
Haus Vorderdorf.
7
Die Heime für Gehörlose im Überblick
Stiftung Schloss Turbenthal,
Gehörlosendorf
Gründungsjahr:
1905
Gründer:
Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft
Zweck:
Die Stiftung bezweckt behinderten Menschen, insbesondere mehrfachbehinderten
oder psychisch behinderten Gehörlosen,
die im gesellschaftlichen Umfeld nicht
zurechtkommen, einen auf sie ausgerichteten bedarfsgerechten und zeitgemässen
Rahmen in der Form eines Gehörlosendorfes zu bieten. Diese Einrichtung stellt
zeitlich begrenzte oder dauerhafte Arbeitsund Wohnmöglichkeiten zur Verfügung.
Angebote:
70 Wohnplätze, 75 Arbeits- und Ausbildungsplätze für Menschen mit besonderen
Bedürfnissen insbesondere mehrfachbehinderte oder psychisch behinderte Gehörlose.
(30 extern wohnende)
BewohnerInnen:
95% gehörlose und schwerhörige und 5%
hörende Menschen
Angestellte:
54 Vollzeitstellen
Zweck:
IV-Bereich:
Das Wohnheim Belp bietet geistig- und
mehrfachbehinderten, praktischbildungsund gewohnheitsfähigen Erwachsenen eine
Wohn- und Beschäftigungsmöglichkeit.
AHV-Bereich:
Wir bieten Platz für hörbehinderte und
hörende betagte Menschen, welche wegen
zunehmender Pflegebedürftigkeit oder aufgrund veränderter Lebenssituationen auf
einen Heimplatz angewiesen sind.
Bei Aufnahmen werden hörbehinderte und
gehörlose Menschen bevorzugt behandelt.
Angebote:
Führen eines AHV- und IV-Bereiches unter
einem Dach Besonderen Umgang und Kommunikation mit Hörbehinderten und
Hörenden Führen einer IV-Aussenwohngruppe in Kirchdorf Gemäss Normalisierungsprinzip eine geregelte Tagestruktur im
externen Atelier oder durch interne
Beschäftigungsmöglichkeiten Tages- und
Ferienplätze in beiden Bereichen.
BewohnerInnen:
60, davon je ein Drittel gehörlose, hörbehinderte und hörende Menschen.
Angestellte:
57 Vollzeitstellen
Hirzelheim Regensberg
Stiftung Uetendorfberg
Gründungsjahr:
1912
Gründer:
Schweizerischer Fürsorgeverein für Gehörlose und Elise Hirzel von Schwerzenbach
Zweck:
Wohn-, Alters- und Pflegeheim für hörbehinderte Menschen
Angebote:
Wohn- und Ferienangebote
BewohnerInnen:
12 BewohnerInnen (8 gehörlose und
schwerhörige und 4 hörende Menschen)
Angestellte:
7 Vollzeitangestellte
Gründungsjahr:
1921
Gründer:
Eugen Sutermeister; Schweizerischer Fürsorgeverein für Taubstumme
Zweck:
Die Stiftung bezweckt die berufliche und
gesellschaftliche Eingliederung von hörund sprachbehinderten, vorwiegend mehrfachbehinderten Menschen, die zeitweise
oder dauernd einer geschützten Lebenssituation bedürfen. Das Angebot richtet sich
an behinderte Personen, welche fast ausschliesslich in der deutschsprachigen
Schweiz wohnen.
Angebote:
65 Wohnplätze; 57 Arbeits- und Ausbildungsplätze für Menschen mit besonderen
Bedürfnissen insbesondere mehrfachbehinderte oder psychisch behinderte Gehörlose.
BewohnerInnen:
70% Gehörlose oder schwerhörige; 10%
hörend aber stumm; 20% hörende und
sprechende Menschen.
Wohnheim Belp
Gründungsjahr:
1916
Gründer:
Bernischer Verein für Gehörlosenhilfe
Angestellte:
42 Vollzeitstellen
Stiftung Ostschweizerisches Wohnund Altersheim für Gehörlose, Haus
Vorderdorf
Gründungsjahr:
1958
Gründer:
Gemeinnützige Gesellschaften: GL, SG, TG,
AR, AI.
Zweck:
Wohnheim Alters- und Pflegeheim für
Gehörlose
Angebote:
• Wohn-Alters und Pflegeheim für Selbstständige und Pflegebedürftige
• Alterswohnungen mit Service
• Animationsstätte gemeinsam mit SGBFSS
• Tagesstätte für bis zu sechs Tagesgästen
pro Tag
• Wohngruppe für Menschen mit Demenz
• Mahlzeitendienst für Spitex Speicher und
Trogen, Kochgruppe, Mittagstisch
• Lehrbetrieb für: Fa Ge und Fa Be, Fachfrau
Hauswirtschaft
• Offene Veranstaltungen wie Diskussionsabende, aktuelle unterhaltende Anlässe,
Geburtstagsfeste, Traueranlässe, Weiterbildung für Mitarbeiter/-innen und Senioren und vieles andere.
BewohnerInnen:
40% gehörlose, 35% schwerhörige und
25% hörende Menschen
Angestellte:
34 Vollzeitstellen
Wohnheim für Gehörlose Zizers
Gründungsjahr:
1972
Gründer:
Georg und Dora Meng
Eigentümer:
Bündner Hilfsverein für Gehörlose
BewohnerInnen:
12, Zahl der gehörlosen BewohnerInnen
ging stark zurück
Vermietung:
an eine andere Institution
Verkauf der Liegenschaft:
2009
Fachtagung vom 26. April 2010 zum
Thema Cochlea-Implant mit
Dr. Bodo Bertam
Am Montag 26. April 2010 findet in Olten
im Mehrzweckraum in der Gehörlosenfachstelle eine Weiterbildungstagung der
Arbeitsgemeinschaft der Sozialtätigen im
Gehörlosenwesen, ASG, statt. Eric Herbertz, der Präsident der ASG, hat diese
Veranstaltung organisiert und mit viel
Umsicht und Einfühlungsvermögen moderiert.
Es brauchte Zeit, bis sich die im Sozialtätigen im Gehörlosenwesen an das nicht
ganz einfache Thema des Cochlea Implants
heranwagen. Doch die ersten mit einem CI
implantierten Kinder sind mittlerweile
erwachsen und beanspruchen die Beratungsangebote der Gehörlosenfachstellen.
Wie geht man professionell mit dieser
Anspruchsgruppe, diesen Stakeholdern,
um? Auch engagierte Verfechter und Verfechterinnen
der
Gebärdensprache
erkennen, dass nun eine neue Generation
Gehörloser das Erwachsenenalter erreicht
hat, die CI-TrägerInnen, die oftmals weder
in Gebärdensprache kommunizieren noch
von den Lippen absehen können.
Rund zwei Dutzend interessierte Teilnehmende sind an diesem von Aprilwetter
geprägten Frühlingstag nach Olten
gekommen, um vom europaweit bekannten
langjährigen Leiter des Cochlea Implant
Centrums „Wilhelm Hirte“ in Hannover, Dr.
rer. biol. hum. Bodo Bertram aus erster
Hand zu erfahren, wie ein CI funktioniert
und was für Chancen bzw. auch Risiken in
dieser Technologie in Zukunft zu erwarten
sind.
Eric Herbertz, Präsident ASG, hat den Weiterbildungstag mit viel Fingerspitzengespür und Umsicht moderiert.
in geeignete Reizströme umwandelt, die
transkutan induktiv auf das Implantat übertragen werden. Anders formuliert: Der
Sprachprozessor, der äusserlich hinter dem
Ohr getragen wird, wandelt die Sprache
sowie Umgebungsgeräusche in elektrische
Signale um, welche über das Implantat an
den Hörnerv weitergeleitet werden. Bei der
Operation werden Elektroden in das Innenohr eingesetzt. Anders als bei einem Hörgerät werden die Laute durch das Implantat
weder lauter noch klarer wahrgenommen.
Stattdessen wird der Hörnerv direkt stimuliert. Das Implantat übernimmt die Funktion der beschädigten Gehörschnecke
(Cochlea), in der wichtige Sinneshärchen
fehlen.
Was ist eigentlich ein Cochlea
Implant?
Was bewirkt eine hochgradige
Hörschädigung beim Kleinkind?
Das Cochlea Implant, CI, ist eine hochkomplexe Verbindung zwischen Chirurgie und
Hörprothetik. Einerseits wird chirurgisch
eine Stimulationselektrode bzw. ein Elektrodenbündel ans runde Fenster der
Schnecke eingelegt und fixiert. Anderseits
trägt der Patient einen computergesteuerten Prozessor bei sich, der Sprachsignale
Die frühkindliche hochgradige Hörschädigung hat bekanntermassen fatale Auswirkungen auf die Gesamtentwicklung der
betroffenen Kinder. Das funktionstüchtige
Hörsystem ist die entscheidende Voraussetzung für den Erwerb der Muttersprache.
Sie wird vom Kind erworben als kulturelles
Gut seiner unmittelbaren Sprachgemeinschaft. Hörgeschädigten Kindern ist der
Lautspracherwerb ohne spezielle Hörhilfen
und ohne moderne Therapietechniken nur
unter erheblichen Schwierigkeiten möglich. Insbesondere der Erwerb eines
umfangreichen Wortschatzes, der Erwerb
von Syntax, Semantik und Pragmatik sind
nachhaltig beeinträchtigt. Durch die hochgradige Hörschädigung gehen hochgradig
hörgeschädigten Kindern entwicklungsrelevante akustische Reizvermittlungen ihrer
Umwelt verloren. Das Nichtverfügen über
Lautsprache und das Unvermögen, gesprochene Sprache zu hören, führen im Dialog
mit Hörenden zu einer stark eingeschränkten Kommunikation. Die hörgeschädigten Kinder erleben dadurch gehäuft
Frustration und Enttäuschung. Missverständnisse mit all ihren Folgen sind vorprogrammiert. Zudem ist die frühe Eltern-KindBeziehung in tragischer Weise gefährdet.
Die Diagnose trifft die Eltern überraschend
und stürzt sie oftmals in Hilfslosigkeit. Die
Kommunikation mit ihrem Kind erscheint
ihnen nicht möglich. Sie erleben die Hörschädigung als schweren Einschnitt ihrer
Lebenskontinuität.
9
bedeutungstragender Worte und lerne so
die semantisch syntaktische Variabilität
der Lautsprache kennen.
Dr. Bodo Bertram
Der Lautspracherwerb des
Kleinkindes
Der Vormittag des Weiterbildungstages
vom 26. April 2010 steht im Zeichen der
Vermittlung von Wissen über den Lautspracherwerb des Kleinkindes sowie über die
technische Funktionsweise des CIs.
Bertram gibt insbesondere zu bedenken,
dass die Familie der vertrauteste und natürlichste Raum des Mutterspracherwerbs sei.
Das Cochlea Implant bilde beim gehörlosen
Kleinkind die Basis für identische und konstante Wahrnehmungsbedingungen und
biete damit eine optimale Ausgangslage für
die strukturierte Lautwahrnehmung. Generiert aus den elektrisch aufgezwungenen
Reizmustern ergäben sich gute Artikulationsmuster, die sich über alle Wachstunden
des Kindes positiv auf die Sprechmotorik
auswirkten. Diese sinnesspezifischen Reize
seien strukturierende Faktoren der Hirnentwicklung. Jedes Kleinkind erhalte vielfältige akustische Reizinformationen aus
seiner unmittelbaren Umwelt. Die Hörentwicklung benötige angemessen Zeit. Von
seinen engsten Bezugspersonen - meistens
der Mutter - nehme das Kind die emotional
gefärbte Sprechmelodie auf. Es nehme
Akzenturierungen und Lautstärkenkontraste auf wie auch das Herausheben
Kinder lernen Sprache durch Nachahmung
und Regelbildung. Regelbildung ist das
Erkennen gleicher Muster, die sprachlichen
Äusserungen zugrunde liegen. Regelbildung in diesem Sinne ist ein natürlicher
Lernmechanismus. In der 2006 durchgeführten Studie von Gisela Szagun kam sie
zum Resultat, dass die Sprachentwicklung
von etwas weniger als der Hälfte der untersuchten Kinder der natürlichen Sprachentwicklung bei hörenden Kindern geglichen
habe. Bei etwas mehr als die Hälfte der
untersuchten Kinder stellte die bekannte
Forscherin indes eine Sprachentwicklung
fest, die der natürlichen nicht ähnelte.
Szagun verzeichnete auch CI-Kindern,
deren Sprachentwicklung sehr langsam
blieb und über einen Zeitraum von drei bis
dreieinhalb Jahren nicht zu ganzen Sätzen
kamen. Sie gebrauchten kaum Mehrzahl
oder korrekte Endungen an Verben, und
Artikel und Hilfswörter fehlten fast gänzlich.
Als Schlussfolgerung fasste Szagun 2006
zusammen: „Die Erwartungen an das CI
sind ungeheuer hoch. Medizinische Errungenschaften sind Teil einer Kultur und der
Zeitgeschichte. Der Glaube, dass medizintechnische Errungenschaften ein gesundheitliches Problem optimal lösen, ist Teil
unserer Kultur. Hilfen nicht-technischer Art
betrachten wir häufig nur als nebensächlich. Dementsprechend ist das CI dem
Gisela Szagun ist eine der renommiertesten Wissenschaftlerinnen
auf dem Gebiet der Spracherwerbsforschung in Deutschland. Sie hat
mehrere Bücher und viele Artikel zum Spracherwerb in englischer und
deutscher Sprache verfasst. Seit 1996 arbeitet sie mit dem Cochlear
Implant Centrum Wilhelm Hirte in Hannover zusammen.
Ihre Forschungsarbeiten zum Spracherwerb bei Kindern mit CochleaImplantat werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Sie gehören zu den ersten, die den Spracherwerb von CI-Kindern
nach sprachpsychologischen und sprachdiagnostischen Kriterien
wissenschaftlich fundiert und im Detail untersucht haben. Sie
geniessen international grosse Anerkennung. Prof. Szagun lebt jetzt
wieder in Großbritannien. Sie gibt in Deutschland und deutschsprachigen Ländern Fortbildungskurse und hält Vorträge zum Spracherwerb bei Kindern für Kinder- und Jugendärzte, Logopäden, Sprachtherapeuten, Erzieher und Referentinnen in der Elternbildung.
Quellen-Angaben:
Gisela Szagun: Sprachentwicklung bei Kindern mit Cochlea Implant 2006
(downloadbar unter http://giselaszagun.com/de/Sprache_CI_2009.pdf );
und ferner ganz aktuell:
Gisela Szagun: Einflüsse auf den Spracherwerb bei Kindern mit Cochlea
Implant, Heft 1/10 Zeitschrift „hörgeschädigte Kinder - erwachsene hörgeschädigt“ ISSN 1612-53-98
Bodo Bertram hat es als alten Streitpunkt
bezeichnet, ob ein Kind in der Lautsprache
und/oder der Gebärdensprache erzogen
werde. Niemand werde den Eltern eines
gehörlosen Kindes verbieten, es in Gebärdensprache zu erziehen. Hörende Eltern
von gehörlosen Kindern wollten indes oft
keinen Kontakt mit Gehörlosen.
Doris Hermann beanstandet in diesem
Zusammenhang das Machtmonopol der
Fachleute bzw. der Medizin: „Die Eltern
bringen ihr gehörloses Kind zu den Ärzten
und nicht zu den Gehörlosen.“
Gespannt verfolgen die Sozialtätigen im Gehörlosenwesen die Ausführungen von Bodo Bertram.
Erfolg verpflichtet. Es entsteht ein hoher
Erfolgsdruck für Kinder, die ein CI erhalten,
und auch für deren Eltern. So konzentrieren
sich Berichte über die Cochlea-Implantation und die Sprachentwicklung bei CI-Kindern auf Erfolgsmeldungen. In den Medien
wird das CI als Wunder dargestellt, das
Kinder unweigerlich zur Sprache verhilft.
Selbst auf wissenschaftlichen Tagungen
herrscht der Zwang zur Darstellung des
Erfolgs. So werden gerne Videoszenen
eines ‚Stars‘ gezeigt und der Eindruck
erweckt, dass dies für alle Kinder mit CI
gilt. Die Kriterien, nach denen der Erfolg
gemessen wird, sind jedoch oft unklar oder
höchst zweifelhaft. Die sog. ‚Tests‘ entsprechen meistens nicht den Standards einer
wissenschaftlich fundierten Sprachdiagnostik. Es ist dringend erforderlich, die Erwartungen an den Spracherwerb von Kindern
mit CI auf ein realistisches Mass zu
bringen. Ein Kind mit CI bleibt auch beim
Tragen des CI beeinträchtigt in seiner Hörfähigkeit und ist gehörlos, sobald das CI
ausfällt. Wie stark die Hörbeeinträchtigung
ist und in welcher Weise sie den Spracherwerb möglich macht, ist im Einzelfall nicht
vorhersagbar.“
Bertram weist in seinen Ausführungen
auch noch darauf hin, dass Sprachentwicklungsverzögerungen oder insuffiziente
Lautsprachentwicklung vorkommen und
sowohl bei hörenden und auch CI-implantierten Kindern durch Hirnleistungsstörungen - auch teilweise - oder andere
Faktoren bedingt sein könnten.
Als kompensatorische Kommunikationsmöglichkeiten bezeichnet er Körper-
sprache, Mimik, Gestik, Gebärden, Blickkontakt.
Kritische Fragen und Ausblick
Am Nachmittag findet eine rege und auch
kritische Diskussion mit den Sozialtätigen
im Gehörlosenwesen statt. Dies überrascht
vor dem Hintergrund der CI-Thematik und
der obstehend wiedergegebenen Erwartungen und der effektiven Realität nicht.
Es ist klar, dass es CI-implantierte Kinder
gibt, sie sich recht mühelos in der Lautsprache und der Welt der Hörenden
zurechtfinden. Anderseits ist ebenso klar,
dass ein Teil der CI-Implantierten Geburtsgehörlosen sich wohler in der Gebärdensprache und der Gehörlosenkultur fühlt.
Wichtig ist, wie Bodo Bertram es auf den
Punkt bringt, dass man sich gegenseitig
mit Toleranz und Respekt begegnet. Es soll
nicht sein, dass die gebärdensprachlich orientierte Gehörlosengemeinde Druck auf
gehörlose Eltern eines gehörlosen Kindes
ausübt und sie ausgrenzt, wenn sie sich
dafür entschieden haben, das Kind mit
einem CI zu versorgen.
Ebenso ist das von Doris Hermann geäusserte Anliegen legitim, dass auch CIImplantierte in der Gehörlosengemeinschaft willkommen geheissen werden
möchten. Dies aber schwierig sei, weil
diese Personen häufig nicht in Gebärdensprache kommunizieren oder von den
Lippen absehen könnten.
Bertram weist ferner darauf hin, dass es
letzten Endes der individuelle Entscheid
des Einzelnen sei, in welcher Kultur er oder
sie sich heimisch fühle bei den CI-TrägerInnen, den Hörenden, den Schwerhörigen
oder der Gehörlosengemeinschaft.
Bertram ist überzeugt, dass sich mit dem CI
je länger je mehr neue Wege auftun werden
und so eine echte Chance für eine bilinguale Erziehung gegeben sei. Als essentiell
stuft es Bertram auch ein, dass in den
pädagogischen Einrichtungen die Artikulation geübt werden müsse und damit die
Basis zu legen, auch von den Lippen
absehen zu können.
Bei einem autistischen Kind würde er nicht
zu einem CI raten, macht er geltend. Und
auch bei hyperaktiven Kindern müsse sehr
genau abgeklärt werden, ob ein CI implantiert werden solle.
Wichtig sei, dass das Kommunikationsbedürfnis des Kindes gestillt werde. Hier liege
eine ganz essentielle Aufgabe der Eltern.
Das Kommunikationsbedürfnis könne
selbstverständlich auch über die Gebärdensprache befriedigt werden. Denn
sowohl bei der Laut- als auch der Gebärdensprache gelte: „Sprache entsteht durch
das Sehen.“
Kinder, die bis zum sechsten Lebensjahr
mit dem CI implantiert würden, erlangen
gemäss Bodo Bertram in der Regel eine so
gute Lautsprachkompetenz wie hörende
Kinder. Wer aber erst nach dem sechsten
Lebensjahr implantiert würde, habe dann
die typische Artikulation hörbehinderter
Menschen.
Auf die Frage, wie es sich verhalte, wenn
sich ein CI-Träger über einen Tinnitus
beklage, gibt Bertram zu bedenken, dass
ein Tinnitus, der länger als ein Jahr vor-
11
handen sei, chronisch werde. Es gebe CIs,
die den Tinnitus maskieren würden.
Kopfschmerzen seien bei den Hochfrequenztönen gelegentlich ein Problem, führt
er aus. Dies werde vor allem bei Personen
verzeichnet, die jahrelang nichts gehört
hätten.
Schliesslich schildert Bodo Bertram dann
noch Begebenheiten mit taubblinden Kindern, die mit einem CI versorgt wurden und
von ihm therapiert worden sind. Er legt eindrücklich dar, dass die Betroffenen die CIVersorgung positiv erlebten. Durch die
Wahrnehmung
akustischer
Signale
könnten sich gerade taubblinde Menschen
viel mehr auf das, was komme, mental vorbereiten. Sie würden dann nicht mehr von
plötzlichen Berührungen erschreckt.
Auf die Schlussfrage von Eric Herbertz, wie
sich die Situation in Zukunft in 20 Jahren
präsentieren könnte, wenn ein Gehörloser
kein CI habe bzw. ob auf so jemanden
Druck ausgeübt würde, meint Bertram, dies
könne nicht ausgeschlossen werden. Er
geht davon aus, dass schon heute der
Widerstand gegen Behinderte virulent aber immer in verdeckter Form - vorhanden
sei. Abschliessend meint er: „Das CI bringt
ein gehörloses Kind näher an die Sprache.
Das kann schon zum Gradmesser werden,
wie stark sich jemand in die Gesellschaft
eingliedern lässt.“ Ob in 20 Jahren die
Stammzellentherapie das CI abgelöst
haben könnte, vermag Bodo Bertram nicht
zu beantworten.
Wichtig ist nach Ansicht aller, nicht nur die
technisch-medizinischen Aspekte, sondern
auch der menschlichen und psychischen
Seite Rechnung zu tragen. Zusammen mit
Bodo Bertram einigen sich die Teilnehmenden der heutigen Fachtagung auf das
Schlusswort: „Ein bisschen mehr Bescheidenheit, ein bisschen mehr offene Herzen.“
Dieses Votum stimmt hoffnungsvoll, veranschaulicht es als Motto oder Leitsatz doch,
dass sich die Positionen annähern und man
sich bewusst wird, alle setzen sich für das
Gleiche ein: Hörbehinderten Menschen
eine hohe Lebensqualität und Chancengleichheit zu ermöglichen.
[lk]
Was ist aus verhaltensbiologi
lungsjahren des Kindes?
Anlässlich der ordentlichen Jahresversammlung des Dachverbandes Elternbildung Schweiz vom 30. April 2010 steht ein
spannendes Referat von Dr. Joachim
Bensel, Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des Menschen, aus dem deutschen
Kandern auf dem Programm mit dem Titel
„Verborgene Schätze der frühen Entwicklungsjahre - neue Fundstücke für die
Elternbildung“. Die von Dr. Bensel gewonnenen Erkenntnisse treffen grundsätzlich
auch auf Kleinkinder zu, die unter einer
Hörschädigung leiden.
100 Millionen Neuronen
Ein Neugeborenes hat 100 Milliarden Neuronen und damit die gleiche Anzahl wie ein
erwachsener Mensch. Diese Nervenzellen
bei Babys sind indes noch klein und nur
wenig vernetzt. In den ersten drei Lebensjahren nimmt die Zahl der Dendriten und
Synapsen rasant zu - eine Gehirnzelle kann
bis zu 10.000 ausbilden. Mit zwei Jahren
entspricht die Menge der Synapsen derjenigen von Erwachsenen (= 100 Billionen).
Bis zum Jugendalter wird die Hälfte der
Synapsen wieder abgebaut.
Nicht benötigte Synapsen werden abgebaut, häufig benutzte Verbindungen verfestigen sich. So entsteht nach und nach eine
Dr. Joachim Bensel.
an die Umweltbedingungen angepasste
Gehirnstruktur. Bereits ab dem 10. Lebensjahr haben sich feste Strukturen gebildet.
Das soziale Gehirn
Bensel macht geltend: „Wir haben ein
soziales Gehirn. Die frühen Kindesjahre
sind enorm wichtig für die Entwicklung des
Gehirns. Fördern lässt sich dieser Prozess
nicht, indem man den Kindern möglichst
früh Lesen, Schreiben und Rechnen,
womöglich sogar noch Englisch und die
Bedienung von Computern beibringt, sondern nur dadurch, dass man Räume und
Gelegenheiten schafft, wo Kinder sich
selbst erproben können und möglichst
viele und möglichst unterschiedliche
andere Menschen mit ihren vielfältigen
Fähigkeiten und Fertigkeiten kennen und
schätzen lernt."
Er gibt zu bedenken: „In den ersten Jahren
hat es keine Vorteile mit Kleinstkindern
lernzielorientiert zu lernen. Die frühkindliche Bildung ist in erster Linie Selbstbildung im sozialen Kontext.“
Bensel weist auf ein Zitat von Wolf Singer:
„Die Kleinen stellen stets die Fragen an die
Welt, die ihrer Entwicklung angemessen
sind.“ Eltern sollten daher nach Ansicht
ischer Sicht wichtig in den frühen EntwickBensels insbesondere ein Sensorium dafür
haben, wo Selbstbildungsprozesse stattfinden.
Vor diesem Hintergrund überrascht der
Hinweis Bensels nicht, dass Neugeborene
mehr schreien, umso weniger Körperkontakt sie bekommen.
Affektregulierung
Affektregulierung ist Stressregulierung beispielsweise Wut und Angst, aber auch
Freue und Interesse. Ein in der Kindheit
falsch justierter Stressschalter führt zu
einer extrem leicht aktivierbaren Kampfoder Fluchtbereitschaft als Jugendlicher
oder Erwachsener, gibt Dr. Bensel zu
bedenken. Je häufiger eine Stressantwort
in der frühen Kindheit ausgelöst worden
ist, umso leichter ist es, sie erneut auszulösen, weil die neuronale Verdrahtung
immer stärker wird. Die wiederholte Ausschüttung von Stresshormonen während
der kritischen Periode, in der sich die
Fähigkeit entwickelt, diese Stressantwort
auszuschalten, scheint die Entwicklung
dieser Fähigkeit zu behindern. die kritische
Periode um zu lernen, die Stressantwort
abzuschalten, liegt zwischen der Geburt
und dem Alter von 4 Jahren.
Was ist Verhaltensbiologie?
• Etwas verbinden
• Etwas in etwas stecken
Kinder unter Kindern
Selbstbildungsbemühungen
des Kleinstkindes
Die Selbstbildungsbemühungen des
Kleinstkindes sind sehr ausgeprägt. Sie
machen sich auf den Bildungsweg selbst
organisiert, erfahrungsabhängig, eigenaktiv und spontan. Als angeborene Lernstrategien des Kleinstkindes bezeichnet
Bensel vor allem nachahmen und wiederholen.
Im Kinderspiel universell zu findende Verhaltensmuster zur Aneignung von Welt
bilden dabei:
•
•
•
•
Gerade Linien suchen oder ziehen
Etwas entwickeln
Kreise ziehen oder nachfahren
Etwas transportieren
Was ist Verhaltensbiologie? (vgl. auch www.verhaltensbiologie.com)
Bereits ab 6 Monaten sind Sockelkompetenzen zur Peerinteraktion zu beobachten,
die die affektive, kognitive und soziale Entwicklung beeinflussen. Dies kommt vor
allem in der Fähigkeit zur konzentrierten
visuellen Wahrnehmung, dem Willen zur
Interaktion aus dem Wunsch nach
Anschluss und Gemeinsamkeit heraus zum
Ausdruck. Auch werden bei Kindern in
diesem Alter Signale zur Bereitschaft,
gemeinsam zu handeln, werden sichtbar,
ein zielgerichteter, richtungsgenauer Einsatz von Bewegungen sowie die Fähigkeit
zur Nachahmung bzw. Fähigkeit andere zur
Nachahmung zu bewegen. So konnte auch
im Parallelspiel unter gleichaltrigen
Kleinstkindern beobachtet werden, dass
darin kein unreifes Verhalten liegt, sondern
Kinder von einander vielmehr sehr viel
lernen. [lk]
13
Untertitel barrierefrei sehen
An Institut für Übersetzen und Dolmetschen (IUED) der Zürcher Hochschule für
Angewandte Wissenschaften (ZHAW) wird
am Donnerstag, 6. Mai 2010, der Abschlussbericht über das Forschungsprojekt Respeaking vorgestellt.
Respeaking - Was ist das?
Im vorliegenden Bericht werden die
Arbeiten aus dem Forschungsprojekt Respeaking beschrieben. Beim Respeaking
handelt es sich um Live-Untertitelung von
Fernsehbeiträgen für Hörbehinderte und
Gehörlose. Da die Beiträge „live“ gesendet
werden, können sie nicht im Voraus mit
Untertiteln versehen werden, sondern
werden während der Sendung von einem/r
RespeakerIn mit einem Diktiersystem nachgesprochen. Mit Hilfe des Diktiersystems
werden dann die Untertitel erzeugt und im
unteren Bildschirmbereich angezeigt.
Idee und Inhalt des Forschungsprojekts
Die Idee und Initiative zu dem Forschungsprojekt stammt von Juan Martinez, der als
Ausbildner im Bereich Respeaking arbeitet.
Projektpartner im Forschungsprojekt sind
Gion Linder, Nationaler Koordinator Untertitelung bei der Schweizerischen Teletext
AG, Beatrice Caruso, Leiterin Untertitelung
Zürich der Schweizerischen Teletext AG und
lic. iur. Léonie Kaiser, Geschäftsführerin
sonos, Schweizerischer Verband für Gehörlosen- und Hörgeschädigten-Organisationen. Die Forscherinnen und Forscher des
Instituts für Übersetzen und Dolmetschen
IUED der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften sind Peter Jud, wissenschaftlicher Assistent, lic. phil. Anne B.
Darmstätter, Prof. Dr. Susanne J. Jekat, Dr.
Alexander Künzli und Dr. Felix Steiner.
Das Projekt-Team freut sich über den Abschluss der Forschungsarbeiten zur barrierefreien Untertitelung. Anne B.
Darmstätter, Gion Linder, Felix Steiner und Sunsanne J. Jekat (v.l.n.r.).
• Einen Forschungsbericht zur Text-BildRelation
Autor: Dr. Felix Steiner
• Einen Forschungsbericht zum möglichen
Informationsverlust beim Respeaking
Autorin: Prof. Dr. Susanne J. Jekat
• Einen Forschungsbericht über die Befragung und die Tests zum Verständnis von
Respeaking bei der Zielgruppe Hörbehinderte und Gehörlose
Autorin: lic. phil. Anne B. Darmstätter
• Eine Kurzbeschreibung von BachelorArbeiten zum Respeaking
AutorInnen: Dr. Felix Steiner und lic. phil.
Anne Darmstätter
• Eine Beschreibung des neu eingeführten
Kurses Respeaking am IUED
Autorin: Prof. Dr. Susanne J. Jekat
• Einen kurzen Ausblick
Autorin: Prof. Dr. Susanne J. Jekat
Die Forschungsarbeit
Der Bericht enthält qualitative und quantitative Aussagen zur definierten Forschungsarbeit selbst sowie weiterführende
Hintergrundinformationen:
• Eine Betrachtung der Qualitätsansprüche beim Respeaking
Autor: Gion Linder
Prof. Dr. Susanne J. Jekat weist in ihrer Einleitung darauf hin, dass ganz grosse
Anstrengungen hätten gemacht werden
müssen, um für das Forschungsprojekt
genügend hörbehinderte und gehörlose
Versuchspersonen zu gewinnen. Nur mit
einer genügend grossen Anzahl von Versuchspersonen hätten schlussendlich
quantitative und qualitative Aussagen bzw.
eine wissenschaftlich fundierte Forschungsarbeit gemacht werden können.
Mit grossem persönlichem Engagement
des Forschungsteams gelang es doch noch,
dass sich insgesamt 22 Personen als Versuchspersonen für die Teilnahme am Forschungsprojekt bereit erklärt haben.
Das Forschungsteam bedankt sich bei allen
Hörbehinderten ganz herzlich für die Mitwirkung an den Befragungen und die Übermittlung weiterer Informationen sowie für
das Interesse an der Forschungsarbeit.
Vollständigkeit der Informationen
Das Forschungsteam ist sich bewusst, dass
möglichst alle Informationen hörbehindertengerecht untertitelt werden müssen und
dies auch ein legitimer Anspruch der Empfänger ist. Gerade diesem Umstand wurde
im
Projekt
besondere
Beachtung
geschenkt. Die Auswertungen der verschiedenen Untersuchungen und Testreihen
zeigen aber, dass die Informationsflut
durch die Empfänger nicht vollständig verarbeitet bzw. verstanden wird.
Prof. Jekat hofft, dass das Forschungsprojekt doch noch durch Drittmittel gefördert wird. Sie betont, dass
es sich bei der vorliegenden Arbeit um eine linguistische Studie handle.
Die zentrale Frage dabei ist, wie wird der
Text gelesen. Dabei ist es von zentraler
Bedeutung, ob die Empfänger text- oder
bildfokussiert oder allenfalls beides sind.
Anhand der Untersuchungen kann ausgesagt werden, dass die Zielgruppen bei der
möglichst vollständigen Informationsübermittlung an Grenzen stosst. Da mehr als die
Hälfte der Versuchspersonen angeben,
dass sie Informationen bildfokussiert
wahrnehmen, kann dies als Hinweis auf
mangelnde Lesekompetenzen interpretiert
werden.
Die Untersuchungsergebnisse zeigen aber
erfreulicherweise, dass die Testpersonen
mit der Qualität der Respeaking-Texte
zufrieden sind. Der Forschungsbericht wiederspiegelt den IST-Zustand und erfreulicherweise kann die Aussage gemacht
werden, dass die Live-Untertitelung bei den
hörbehinderten und gehörlosen Fernsehzuschauerinnen und -zuschauern scheinbar
einen relativen hohen Zufriedenheitsgrad
erreicht.
Ausblick
Prof. Jekat erklärt, dass sich nach
Abschluss der Forschungsarbeit auf zwei
Ebenen ein Mehrwert ergibt. Einerseits
können bei der berufsorientierten Fachhochschul-Ausbildung konkrete Anpassungen an die aktuellen Marktbedürfnisse
unmittelbar eingeführt und umgesetzt
werden. Andererseits gibt es nun eine wissenschaftliche Evaluation und Abstützung
der von der SwissTXT eingesetzten Werkzeuge und Methoden.
Konkret hat sich folgendes gezeigt:
• Eine visuelle Strukturierung des gerespeakten Textes (z.B. Makrothema, Sprecherwechsel, segmentadäquater Zeilenumbruch) ist wünschenswert und wird
durch die von der Firma FAB in Zusammenarbeit mit SwissTXT zu entwickelnden Schnittstelle zur Umsetzung
der
Add-on-Line-by-Line-Methode
gewährleistet
Angaben zu den Versuchspersonen:
Alter:
Anzahl Probanden
35 Jahre
4
36 - 50 Jahre
8
51 - 65 Jahre
7
66 Jahre
3
Hörverlust
Anzahl Probanden
20 - 40% 30dB)
2
40 - 60% (30 - 60dB)
2
60 - 80% (60 - 90dB)
3
80 - 95% (90 - 120dB)
6
Taubheit (120dB)
Total Probanden:
22
• Der erwartete und durch eine Untersuchung abgestützte Informationsverlust
bzw. die Informationsveränderung durch
den Respeaking Prozess hat sich in einer
Untersuchung nur teilweise bestätigt,
allerdings wird dieses - in vielen Fällen
unvermeidliche Phänomen - von den
dazu befragten Testpersonen nicht als
zentral störend bewertet
• Bei der Befragung der Zielgruppe stellt
sich heraus, dass in der Schweiz eine
hohe Zufriedenheit in Bezug auf die
gegenwärtige Qualität des Respeakings
durch die SwissTXT besteht. Diese kann
durch die geplanten Verbesserungen
noch erhöht werden
• Eine offene Frage besteht in Bezug auf
die Veränderung der Darstellung des
gerespeakten Textes. Bisher wurde
dieser nach der Scrolling-Methode dargestellt, die sehr viele Augenbewegungen erfordert. Neu wird der Text jetzt
nach der Add-on-Line-by-Line-Methode
dargestellt. Hier sollte in einem nachfolgenden Forschungsprojekt untersucht
werden, welche der beiden Arten der
Darstellung für die Hörbehinderten und
Gehörlosen besser zu verarbeiten ist
Prof. Jekat gibt abschliessend zu bedenken,
dass die weitere Finanzierung dieses Forschungsprojekts trotz zweimaliger Antragstellung beim KTI leider nicht gesichert sei.
In dieser Angelegenheit müssten deshalb
nochmals Gespräche geführt und Anträge
erarbeitet werden.
Die sonos-Redaktion hofft, dass diese
Bestrebungen von Frau Prof. Jekat erfolgreich sein werden.
[rr]
Für weitere Informationen zum Thema Respeaking wenden Sie sich an:
Prof. Dr. Susanne J. Jekat, Institut für Übersetzen und Dolmetschen, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften,
e-mail: Susanne.Jekat@zhaw.ch
9
22
15
iPod-Videoguide für gehörlose und
hörbehinderte Menschen
Das Historische Museum Bern und die
IGGH, die Interessengemeinschaft Gehörlose, Hör- und Sprachbehinderte der Kantone Bern und Freiburg, lancieren als
Schweizer Pilotprojekt einen Videoguide
für gehörlose und hörbehinderte
Museumsbesucherinnen und -besucher.
Der iPod-Videoguide führt in Gebärdensprache durch die Einstein-Ausstellung im
Historischen Museum Bern.
Gemäss Untersuchungen sind 16% der
Bevölkerung von einer Hörbehinderung
betroffen. Als Hörbehinderung wird von der
Weltgesundheitsorganisation WHO ein
Hördefizit von 25 Dezibel und mehr definiert. In der Schweiz sind rund 1.2 Millionen Menschen von einer Hörbehinderung betroffen. Die Zahl der Gehörlosen
wird auf ca. 8‘000 geschätzt. Auf Initiative
der IGGH, welche in den Kantonen Bern
und Freiburg die Gleichstellung und Integration von gehörlosen und hörbehinderten Personen fördert, gibt es als
schweizweites Pilotprojekt nun erstmals
einen Videoguide durch eine Ausstellung.
Die IGGH setzt sich begrüssenswerterweise
neben ihrem sonstigen Engagement auch
für eine bessere kulturelle Integration von
Gehörlosen und hörbehinderten Menschen
ein. Sie hat deshalb eine Arbeitsgruppe
Kultur gegründet, in welcher Fragen, wie
der Zugang für Gehörlose und Hörbehinderte zum kulturellen Leben in der Gesellschaft verbessert werden könnte, diskutiert und nach Lösungen gesucht wird.
Ein spontaner Besuch von Kulturveranstaltungen ist für gehörlose und hörbehinderte
Personen bisher kaum möglich. Das kulturelle Angebot wird für hörgeschädigte Personen durch viele Hürden sehr stark eingeschränkt.
Der neue iPod-Videoguide durch die Einstein-Ausstellung basiert auf der Grundlage des bereits bestehenden iPod-Audioguides. Damit auch gehörlose und stark
hörbehinderte Besucher in den Genuss
dieser spannenden zusätzlichen Hintergrundinformationen kommen, wurde der
Text des Audioguides in die deutschschweizerische Gebärdensprache übersetzt und in
eine Videoversion umgewandelt. Zur Unterstützung sind die Gebärden zusätzlich in
deutscher Sprache untertitelt. Ein Testpublikum hat den rund einstündigen Parcours
durch die Ausstellung mit dem Videoguide
bereits geprüft und positiv beurteilt. Die
Verantwortlichen der IGGH und des Historischen Museums Bern hoffen, mit diesem
Angebot einen weiteren Beitrag zur Integration von Menschen mit Behinderung im
Museumsbereich zu leisten und sind
gespannt, wie das Zielpublikum auf den
Videoguide reagieren wird und ob das
Pilotprojekt Nachahmer findet. Natürlich
können Menschen mit eingeschränktem
Hörvermögen auch den Audioguide ausleihen. Für sie steht bei der Ausleihe ein
Hörsystem mit Induktionskopfhörern zur
Verfügung.
An der Medienorientierung im Historischen
Museum vom 19. Mai 2010 streicht Paul von
Moos, Vorstandsmitglied der IGGH, in
seiner Ansprache heraus: "Durch meine
Gehörlosigkeit bin ich in den Möglichkeiten, kulturelle Veranstaltungen zu besuchen leider sehr stark eingeschränkt. Viele
der öffentlichen Veranstaltungen werden
von Gehörlosen in Gruppenveranstaltungen besucht. Dazu braucht es eine
lange Organisation und Vorbereitung. Für
die Übersetzung der Lautsprache müssen
Dolmetscherinnen in Gebärdensprache
organisiert werde. Man muss also rechtzeitig planen und sich anmelden. Die
Gehörlosen selber oder ihre Organisationen müssen die Kosten für Dolmetscherinnen in Gebärdensprache vielfach auch
selber bezahlen. Nicht immer sind Veranstalter bereit, diese zu übernehmen."
Von Moos veranschaulicht an einem Beispiel überzeugend, dass für Gehörlose
alles viel komplizierter und umständlicher
ist als für Hörende: "Gehörlose Personen
möchten alleine oder in Begleitung ihrer
Familie oder mit Bekannten ganz spontan
an einem verregneten Sonntag ein Museum
besuchen. Für Hörende ist das ganz einfach, es gibt Audioguides, welche ihnen
erlauben, mit vielen spannenden Zusatzinformationen durch die Ausstellung
begleitet zu werden. Gehörlose sind hier
benachteiligt. Sie sind auf zusätzliche
Unterstützung angewiesen. Man darf dies
also ruhig als Benachteiligung bezeichnen.
So ist die Idee zu diesem Videoguide entstanden. Auf einem iPot-Touch werden
Gehörlose in Gebärdensprache durch die
Ausstellung im Einstein Museum geführt.
Ein ähnliches Verfahren also wie in den
Audioguides für Hörende. Aber eben in
visueller Form, in Gebärdensprache. Gehörlose können nun jederzeit selbständig
diese Ausstellung besuchen, ohne Unterstützung durch Dritte und haben gleichwertige Informationen wie die Hörenden. Das
ist super! Mit dem neuen Angebot ist für
Gehörlose ein wichtiger Schritt in Richtung
Gleichstellung und Integration gemacht
worden. Dieses Projekt gibt die richtige
Richtung vor.“
nderte
im
Bern/Swisslos, dem SGB-FSS und pro
audito Bern.
Miete Videoguide für gehörlose und
stark hörbehinderte Personen:
CHF 5.-- (Ausweis als Depot)
Miete Audioguide für Personen
mit Hörgerät:
CHF 5.--, Induktionskopfhörer gratis
(Ausweis als Depot)
[lk]
Stiftungsrat
der
Stiftung
Zwei Hörbehinderte im Stiftungsrat der Stiftung
Uetendorfberg
Der Stiftungsrat der Stiftung Uetendorfberg hat an seiner Sitzung vom 7. April 2010
g Uetendorfberg hat an seiner
Sitzung vom 7.April 2010 bewusst
bewusst zwei Hörbehinderte in den Stiftungsrat gewählt. Ihm ist es ein Anliegen, dass
Stiftungsräte zu Themen
der Hörbehinderung
mitreden und Lösungen
Stiftungsrat gewählt. Ihm ist direkt
es betroffene
ein Anliegen,
dass
direkt betroffemitgestalten können.
en der Hörbehinderung mitreden und Lösungen mitgestalten könFrau Angelica Rey bezeichnet sich als stark schwerhörige und multilinguale Person. Sie
studierte in den USA Psychologie. Heute lebt sie mit ihren beiden Töchtern in Basel, wo
sie sich einerseits als Mutter voll engagiert und andererseits in einem Teilpensum in der
Stiftung „Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind“ die Adress- und Kontaktverwaltung
führt.
chnet sich als stark schwerhörige und multilinguale Person. Sie
hologie. Heute lebt sie mit ihren beiden Töchtern in Basel, wo sie
oll engagiert und andererseitsHerrin
einem
inorientiert.
der Als
Stiftung
Lukas
Tschudin ist Teilpensum
CI-Träger und lautsprachlich
Polygraf bildete er sich
an
der
„Höheren
Fachschule
für
Technik
und
Management
der
grafischen Industrie
Mutter und Kind“ die Adress- und Kontaktverwaltung führt.
Zürich“ zum Diplomtechniker HF Polygrafie weiter. Heute ist er Teamleiter Prepress- und
Digitaltechnik bei der Neuen Luzerner Zeitung.
CI-Träger und lautsprachlich orientiert. Als Polygraf bildete er sich
Der Stiftungsrat heisst beide Mitglieder herzlich willkommen. Er freut sich, mit jungen
ule für Technik und Management
der grafischen Industrie Zürich“
dynamischen Selbstbetroffenen die Stiftung Uetendorfberg zielgerichtet in die Zukunft zu
Polygrafie
Heute
Teamleiter
und
Digital- MenPaul von weiter.
Moos dankt allen
Partnern,ist er
steuern.
Dabei gilt es in ersterPrepressLinie, den hör-, sprachund mehrfachbehinderten
welche die Realisierung dieses Projektes
schen
weiterhin
geeignete
und
angepasste
Wohn-,
Arbeitsund
Ausbildungsbedinerner Zeitung.
unterstützt und begleitet haben: Dem
gungen zu schaffen.
historischen Museum Bern, den beiden
Firmen FOKUSFIVE und Texetera für die
technische Umsetzung und Produktion
dieses Videoguides, der Paul Hess Stiftung,
dem kantonalen Lotteriefonds Kanton
de Mitglieder herzlich willkommen. Er freut sich, mit jungen dynaBernhard Winkler
die Stiftung Uetendorfberg zielgerichtet
in die Zukunft zu steuern.
Institutsleitung
, den hör-, sprach- und mehrfachbehinderten Menschen weiterhin
Wohn-, Arbeits- und Ausbildungsbedingungen zu 17
schaffen.
Begegnung der Gener ationen im
Haus Vor der dorf
Brückenschlag zwischen Alt und Jung.
Betagte Menschen werden in der heutigen
Zeit vielfach als Belastung angesehen.
Dem will das Alters- und Pflegeheim Vorderdorf in Trogen entgegenwirken und lanciert das Projekt „Begegnung der Generationen“.
Text: Markus Fässler in Appenzeller Zeitung
vom 14. Mai 2010
Fotos: Sabine und Ilir Selmanaj
Bis vor einigen Jahren hat das HeimleiterEhepaar Ilir und Sabine Selmanaj
zusammen mit ihren kleinen Kindern selbst
im Haus Vorderdorf gewohnt. Bereits dort
fiel Sabine Selmanaj auf, welche Begeisterung die Kinder bei den betagten Bewohnerinnen und Bewohner auslösen. „Da ist mir
die Idee gekommen, ein Projekt zur Generationenbegegnung zu lancieren“, sagt sie.
ungefähr: „Sie haben keinerlei Vorurteile
gegenüber älteren Menschen, gehen offen
auf sie zu und wecken Hoffnung und Zuversicht in ihnen“, sagt Sabine Selmanaj. Dem
gegenüber stehen die Geduld und die
Lebenserfahrung, die die Betagten mitbringen. Dazu kommt, dass die Kinder
diese Erlebnisse zu einem späteren
Lebenszeitpunkt wieder abrufen können
und so keine Entfremdung zwischen Jung
und Alt entsteht.
Wichtiger Schritt in Zukunft
Unterricht im Pflegeheim
Gleicher Meinung ist auch Emil Hersche,
Präsident der Heimkommission: „Als die
Heimleitung mit der Idee an uns gelangte,
waren wir sofort begeistert davon“, sagt er.
Die Infrastruktur für ein solches Projekt sei
vorhanden, wieso sie also nicht nutzen, so
Hersche weiter.
Ab Juni startet das Projekt „Begegnung der
Generationen“. Dazu verlegen die Spielgruppe, der Kinderhort „Pinocchio“ und die
Chrabbelgruppe ihren Unterricht zeitweise
ins Haus Vorderdorf. Je nach anfallender
Aktivität werden die Bewohnerinnen und
Bewohner dazu eingeladen, mit den Kindern zu spielen, zu basteln oder zu lesen.
Dass gerade die junge Altersgruppe für das
Projekt gewählt wurde, kommt nicht von
Begleitet werden die Kinder und die
Bewohner zum einen durch die Lehrpersonen und durch Monika Deng, die Aktivierungstherapeutin des Alters- und Pflegeheims. „Niemand soll überfordert werden.
Alle leisten nur das, was sie können.“. Es
sei ein wichtiger Schritt in die Zukunft, so
Deng weiter. Denn wer nie Erfahrungen mit
betagten Menschen gemacht habe, könne
sich nicht öffnen und verliere dadurch den
Respekt vor ihnen. „Glücklicherweise hat
sich das Betreuungskonzept der Betagten
in den letzten fünf Jahren stark verändert“,
sagt Heimleiter Ilir Selmanaj. Früher wurde
auf das aufgebaut, was die Leute nicht
mehr können. Heute konzentriert sich die
Pflege darauf, das, was sie noch können zu
nutzen und zu fördern. Das Projekt läuft
versuchsweise für ein halbes Jahr. Weitere
Ideen sind bereits in der Entstehung. So
sollen die Begegnungen auch auf Altersgruppen ab der Mittel- bis zur Oberstufe
ausgeweitet werden. Mit der evangelischen
Pfarrerin sei man bereits in Kontakt, so
Sabine Selmanaj. „Sie will die Klasse vor
der Konfirmation mit den Betagten zusammenbringen.“
Generationenfest als Auftakt
Den Auftakt zum Projekt „Begegnung der
Generationen“ machte am Samstag, 15.
Mai 2010 das „Generationenfest“. Von 14
bis 17 Uhr fand im Haus Vorderdorf ein Kinderjahrmarkt statt. Dazu kam ein Märlizelt,
ein Bratwurststand und eine Schmink-Verkleidungsecke. Ebenfalls eingeladen waren
die Eltern der Kinder. „Wir wollen, dass die
Eltern sehen, wo ihre Kinder sich aufhalten
werden“, sagt Sabine Selmanaj. Ein weiteres Ziel des Alters- und Pflegeheims Haus
Vorderdorf ist es, den Spaziergarten und
den Gemeindespielplatz zu einer Begegnungszone zu machen.
die Grosseltern, wie haben die gelebt? Wie
war es damals? Und, und, und? Unsere
BewohnerInnen erleben die Begegnungen
als wohltuende Kontakte, Freude,
Abwechslung, Herausforderung für Kommunikation, aber auch als kleine neu dazugekommene Aufgabe: Sie können den Kindern etwas bieten, etwas zeigen, anleiten,
korrigieren, sie wirken gleichsam ebenso
animierend auf die Kinder.
Präsidiale Gedanken zum Projekt „Begegnungen der Generationen“
Heimpräsident Emil Hersche erläutert in
seiner Ansprache, warum er als Präsident
mit
der
ganzen
Heimkommission
zusammen das wegweisende Projekt
„Begegnungen der Generationen“ unterstützt. „Als die Heimleitung Sabine und Ilir
Selmanaj mir das Projekt vorgestellt haben,
hatten wir in der Heimkommission spontan
grosse Freude. Warum? Immer mehr leben
die verschiedenen Generationen wie auf
einer Insel, jede Generation mehr oder
weniger getrennt für sich. Die Jüngeren
leben in den Wohnblöcken und im Einfamilienhaus. Die älteren Menschen leben
wohlbehütet in den Alters- und Pflegeheimen. In vielen Altersheimen erscheinen
kaum noch Kinder und Jugendliche. Vielleicht an Weihnachten, dann kommen so
viele wohlgemeinten Gesangs-JugendGruppen, dass es schon fast wieder zu viel
wird.
Menschen in Kontakt zu kommen. „Das
Kind erlebt den älteren Menschen als gütig,
vertrauenserweckend, ausgleichend, ruhig
und dem Kind zugetan. Aus der Pädagogik
ist bekannt, dass Grosseltern oft die besseren Erzieher sind als die Eltern. Soziale
und karitative Gefühle und Empfindungen
werden in den Begegnungen in den Kindern geweckt. Sie profitieren von den
gemachten Erfahrungen der älteren Menschen. Die Erlebniswelt der Senioren ist für
Kinder und Jugendliche hoch interessant
und hat etwas Phantastisches, Urtümliches, längst Vergangenes. Wie viele Kinder
bitten die Eltern und Grosseltern: Erzähl
mir doch nochmals die Geschichte, wie du
damals als Kind, dies oder jenes erlebt
hast! Wie war es noch mit Deinen Eltern,
Am Schluss seiner berührenden Ansprache
weist Emil Hersche darauf hin, dass das
Trogener Projekt am Internationalen Tag
der Familien beginne. Dies sei ein besonders schönes Zeichen. „Denn die Kinder
sind unsere Zukunft, die Alten haben diese
Zukunft vorbereitet. Sie haben mit ihrem
Schaffen, Erschaffen, Planen und Kreieren
das erreicht, was wir heute geniessen und
leben. Ohne die gewaltige Leistung unserer
Vorfahren und Eltern hätten unsere Kinder
nicht das, was sie heute leben und
geniessen.“
lk
Wenn die Begegnungen aber regelmässig
stattfinden, dann ist die Freude bei den
SeniorInnen gross. Dieses Wohlbefinden
bei den Älteren wirkt noch lange nach den
Treffen mit den Kindern positiv auf ihre
Stimmung. Heute ist es ist keine Seltenheit
mehr, dass 5 Generationen zur gleichen
Zeit leben. Das ist erstmalig so, seit es den
Menschen gibt! – Eigentlich eine wunderbare Sache.“
Emil Hersche erwähnt, wie wichtig es ist,
dass Kinder Gelegenheit haben mit älteren
19
Gleichstellung
koordinieren
Am 10. Mai 2010 findet in Bern eine vom
Eidg. Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, EBGB, organisierte Tagung statt. Das Behindertengleichstellungsgesetz, BehiG, ist fünf
Jahre in Kraft. Wo steht man heute und wie
wird die Gleichstellung koordiniert?
Rund 40 VertreterInnen verschiedenster
Behindertenverbände kann Andreas
Rieder, Leiter EBGB, und sein Team im
Novotel willkommen heissen.
Rück- und Ausblick
5 Jahre BehiG
Iris Glockengiesser macht eingangs einen
kurzen Rück- und Ausblick in Bezug auf das
BehiG. Sie streicht hervor, dass die Regelungen im Bereich Bau ein Kernstück des
BehiG darstellen. So habe das BehiG zu
einer erhöhten Sensibilität und vielfach zu
einer Berücksichtigung des Aspekts der
Zugänglichkeit bei Neu- und Umbauten
geführt. Als grosses Manko vermerkt sie
die fehlende Anwendung des BehiG auf
bestehende Bauten.
Im Zusammenhang mit dem öffentlichen
Verkehr weist sie auf die EG-Verordnung
über die Rechte von Flugreisenden mit
Behinderung und Flugreisenden mit eingeschränkter Mobilität vom 1. November
2009. Damit müsse neu auch der Flugverkehr in der Schweiz behindertengerecht
ausgestaltet werden.
Im Bereich Schulen macht Glockengiesser
geltend, der fehlende Anspruch auf Integration verhinderte eine konsequente
Gleichstellung. Zudem bestünden grosse
Unterscheide zwischen den Kantonen und
es fehle an Flexibilität der Behörden im
Umgang mit Privatschulangeboten. Am
Schluss ihres spannenden Vortrags weist
Iris Glockengiesser auf den integralen
Bericht der DOK „5 Jahre Behindertengleichstellungsgesetz - Wirkungsanalyse
und Forderungen“, der auch als Kurzfassung - unter www.egalitehandicap.ch/
5_Jahre_Behindertengleichstellungsgesetz.htlm downgeloadet werden könne.
Koordination der
Gleichstellung
Anschliessend
zieht
Andreas
Rieder in seinem
Inputreferat
erste Schlüsse
Andreas Rieder, Leiter des EBGB, streicht hervor, es sei wichtig, die Erfahrungen zu bündeln.
aus der fünfjährigen Anwendung des BehiG und den daraus gewonDefinition dann je nach Behinderungsart
nenen Erfahrungen hinsichtlich des Themas
anders laute. Rieder findet es wichtig, dass
der Koordination der Gleichstellung. Die
die Verbände mehr darüber nachdenken und
Gleichstellung stehe auf Bundesebene
dies auf ihren Websiten gegen aussen mithinter der IV-Thematik und in den Kantonen
teilen, was sie konkret unter Gleichstellung
hinter der NFA-Thematik, ist Rieder überverstehen. Rieder nennt hier als Stichwort
zeugt. Die meisten Leute wüssten in der
den Begriff "Kompass".
Regel nichts zum Thema Behindertengleichstellung. Demgegenüber sei man heute im
Ein Teil der Selbstbetroffenen erwähnt, das
Bereich Gleichstellung zwischen den
Thema Gleichstellung überfordere die BehinGeschlechtern überall sensibilisiert. Fast
derten selbst.
jede Firma und in allen Kantonen gebe es
diesbezüglich Gleichstellungsbeauftragte.
Im Bereich Monitoring geht es darum, mit
Im Behinderungsbereich sei dies überhaupt
welchen
Indikatoren
Gleichstellung
nicht der Fall. Vor allem Menschen mit psygemessen wird. Hier wird erwähnt, dass beichischen und geistigen Behinderungen
spielsweise anhand der politischen Partiziwürden sehr stiefmütterlich behandelt.
pation Behinderter in Parlamenten, Exekutivämtern etc. gemessen werden könne, wie
Ganz wichtig ist es - so Rieder - Erfahrungen
weit Gleichstellung in diesem - politischen zu bündeln. Dies gerade angesichts der sehr
Bereich bestehe. Im beruflichen Bereich
knappen Mittel. Die inhaltliche und instituwären es dann sozioökonomische Parationelle Vernetzung soll gestärkt werden.
meter, mit denen Antworten auf folgende
Diesem Ziel dient der Anlass vom 10. Mai. In
Fragen gewonnen werden können: Gibt es
vier Workshops setzen sich die TeilnehBehinderte in der Berufswelt, im Kaderbemenden anschliessend mit den Unterreich und wie viel verdienen sie bzw. sind die
themen „Information und Sensibilisierung“,
Löhne gleich wie bei Nichtbehinderten? Ein
„Koordination“, Monitoring und Evaluation“
weiterer Parameter betrifft, welches Beund „Einbezug in die Gleichstellungspolitik“
wusstsein von Gleichstellung die Betrofauseinander.
fenen selbst haben. Mit Daten des Bundesamtes für Statistik will die Fachstelle Egalité
Handicap hierzu eine Analyse erstellen.
Schlussfolgerungen aus den
Workshops
Als Quintessenz der Tagung wird zur
Sprache gebracht, dass sich die einzelnen
Behindertenverbände selbst viel zu wenig
damit befassen, was Gleichstellung für sie
bedeute. Andreas Rieder fasst dies damit
zusammen, dass es wohl verschiedene Definitionen von Gleichstellung gebe - und die-
Man darf deshalb gespannt auf die Resultate
warten, die dann effektiv Rückschlüsse
erlauben werden, inwieweit die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen hierzulande vorankommt.
[lk]
weiz))
Generalversammlung
2010 des
LKH Schweiz
Stabwechsel beim LKH Schweiz. Nach 8 Jahren Präsidium gibt Philipp Keller dieses Amt an Maja Brumm ab.
Am Abend des 23. April 2010 treffen sich
rund zwei Dutzend LKH-Mitglieder und
Gäste zur ordentlichen Jahresversammlung, die heuer in Basel im Sitzungszimmer der Firma Cochlear AG stattfindet.
Statutarische Geschäfte
Routiniert und souverän führt Philipp
Jahren Präsidium
gibt Philipp
Keller durch
die statutarischen Geschäfte.
Seit 8 Jahren ist er jetzt Präsident des LKH
Schweiz. Heute wird er dieses Amt
abgeben. Maja Brumm, bisher Vizepräsidentin, wird als erste Frau einstimmig an
die Spitze des LKH Schweiz gewählt.
Im Jahr 2009 hat der LKH Schweiz - da
viele Spenden zu verzeichnen waren einen Gewinn von Fr. 5'600.-- erwirtschaftet. Auch für das laufende Jahr
rechnet der LKH Schweiz mit einem
Gewinn in der Höhe von Fr. 1'200.--.
Andrea Zihlmann hat sich 3 Jahre lang als
Quästorin engagiert. Nun gibt sie dieses
verantwortungsvolle Amt im Vorstand ab.
Nachfolgerin wird Gabriela Frei, die sich
kurz vorstellt und Bezug auf die Meilensteine in ihrer Biografie als Schwerhörige
nimmt. Gabriela Frei kam infolge einer
Rötelinfektion ihrer Mutter während der
Schwangerschaft hochgradig schwerhörig zur Welt.
Sie hat verschiedene Ausen an der diesjährigen
Versammbildungen absolviert und ist unter
anderem als dipl. med. Masseurin FA/SRK
tätig (vgl. auch sonos Juniausgabe 2009,
wo Gabriela Frei als Podiumsgast im
Gespräch mit Marianne Gegeckas schon
einiges über sich preisgegeben hat).
Andrea Zihlmann gibt das Ressort Finanzen an der diesjährigen Versammlung ab …
Die bisherigen Vorstandsmitglieder Lukas
Arnold, Veranstaltungen, Marianne
Gegeckas, Public Relations, Matthias
… an Gabriela Frei.
21
Gratwohl, Redaktion, und Philipp Keller,
neu Vizepräsident, werden bestätigt.
Maja Brumm verdankt das langjährige
engagierte Wirken von Philipp Keller als
Präsident mit einem spannenden mit verschiedenen Fotos untermalten Rückblick.
Was dem LKH zu schaffen
macht
Unter dem Traktandum Verschiedenes gibt
Keller bekannt, dass auch im letzten Jahr
ein Mitgliederrückgang von 10 Personen zu
verzeichnen gewesen sei. Er weist darauf
hin, dass es schwierig sei, neue Mitglieder
zu finden. Er nimmt dann auch noch auf die
Hörgerätethematik Bezug und moniert die
Erhöhung des Selbstbehaltes in der Tarifstufe 3. Er weist darauf hin, dass hochgradig Hörgeschädigte in dieser Tarifstufe
jetzt Fr. 710.-- Selbstbehalt bezahlen müssten. Da habe sich das BSV wenig überlegt,
meint er vorwurfsvoll. Denn bei den AHVRentnern, die ein Hörgerät bräuchten, sei
der Selbstbehalt demgegenüber ganz tief,
obwohl die Kaufkraft in dieser Bevölkerungsgruppe eigentlich am höchsten sei,
gibt Philipp Keller zu bedenken.
Ausblick in die Zukunft
Anschliessend macht Maja Brumm als neue
Präsidentin noch einen Ausblick in die
Zukunft. Sie legt dar, dass sie den bisherigen Kurs des LKH Schweiz - wieder vermehrt Kernaufgaben wahrzunehmen - fortsetzen werde. So sei damit zu rechnen,
dass weitere Fachtagungen vom LKH
Schweiz durchgeführt würden in der Art
wie man das in den Jahren 2008 und 2009
mit grossem Erfolg getan habe. Auch die
Lesung mit Sarah Neef im März 2010 sei auf
ausgesprochen
positive
Resonanz
gestossen, erklärt Brumm mit viel Freude.
Eventuell fände deshalb eine zweite Lesung
noch in diesem Jahr statt. Sie macht darauf
aufmerksam, dass die Unterstützung von
hörbehinderten Menschen sehr gross sei in
der Schule und während der Lehre. Aber
danach im Berufsalltag als Erwachsene
würden Hörgeschädigte nur noch ganz
wenig Unterstützung erhalten. Hier sieht
Maja Brumm Handlungsbedarf. Sie führt
aus, ihr schwebe vor, zu diesem Thema
allenfalls eine Broschüre herauszugeben
Dominique Feusi erklärt den Anwesenden die Vorschläge der Hörgerätebranche.
mit dem Titel „Hörgeschädigte im Berufsleben“.
dann erhalten habe, wenn man ein Hörgerät wähle, das nicht auf der Liste des BSV
stehe. Neu soll dies nicht mehr so sein.
Statement von Dominique
Feusi
Bis anhin wird die Austauschbefugnis im
Sozialversicherungsrecht aus dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit abgeleitet.
Wer Anspruch auf eine Leistung hat, kann
sich den zustehenden Betrag einer besseren, selber gewählten Leistung anrechnen lassen. Der Bundesrat will diese
Austauschbefugnis bei den Hörgeräten
nach seiner im Rahmen der 6. Revision des
Invalidenversicherungsgesetzes geäusserten Vorstellung auf staatlich eingekaufte Geräte beschränken.
Am Schluss des offiziellen Teils der Generalversammlung erhält Dominique Feusi
von „hörenschweiz“ das Wort. Er dankt
dem LKH Schweiz für seine eigenständige
Meinung zur Hörgerätethematik. Alsdann
nimmt er Bezug auf die Beanstandung von
Philipp Keller bzw. die Erhöhung des
Selbstbehaltes bei den Hörgeräten der
Stufe 3. Er wendet ein, der Hörgerätebranche sei dieser Vertrag mit dem BSV
aufgezwungen worden. Das BSV habe der
Branche im Rahmen der Vertragsverhandlungen angedroht, dass man andernfalls wenn die Branche mit dem Vorschlag des
BSV nicht einverstanden sein sollte - bis
ans Bundesgericht gelangen werde. Dies
wäre für die Hörgeräteakustikerbranche
mit Kosten von mehreren hunderttausend
Franken verbunden gewesen. Deshalb
habe man sich zähneknirschend darauf eingelassen.
Feusi nimmt im Weiteren Bezug auf die Vorschläge des Bundesrates im Zusammenhang mit der derzeit heiss diskutieren Vorlage der 6. Revision des Invalidenversicherungsgesetzes. So solle nach der Vorstellung des Bundesrates die Austauschbefugnis gestrichen werden, gibt er zu
bedenken. Bis jetzt sei es so, dass man von
der Invalidenversicherung das Geld gemäss
ärztlich attestierter Hörverluststufe auch
Das Problem liegt nach Ansicht von Dominique Feusi vor allem bei den leichtgradig
Hörgeschädigten. Feusi erwähnt, dass sich
die Anzahl leichter Hörschädigungen seit
1995 verdoppelt habe. Das BSV bzw. der
Anmerkung der Redaktion:
Die Auswertung des BSV von Februar 2010
über die einzelnen Stellungnahmen zum
ersten Massnahmenpaket zur 6. Revision
des Invalidenversicherungsgesetzes ist
downloadbar unter:
http://www.news-service.admin.ch/
NBSSubscriber/message/
attachments/18348.pdf
Auf Seite 47 findet sich eine Zusammenfassung über die Darlegungen pro und contra
der verschiedenen Hörbehindertenverbände zur vorgesehenen Einschränkung
der Austauschbefugnis.
Bundesrat wolle, dass Personen mit
leichter Hörschädigung quasi ohne nennenswerten Selbstbehalt ein Hörgerät
erhalten sollten. Die leichtgradige Hörschädigung komme insbesondere bei Personen
im AHV-Alter vor. Hochgradig hörgeschädigte Menschen, die dann aber wegen dem
eklatanten Hörverlust auch stärkere Hörgeräte bräuchten, sollten nach der Idee des
Bundesrates stärker zur Kasse gebeten
werden. Dies stufe die Hörgeräteakustikerbranche als ausgesprochen stossend ein.
Man habe deshalb von Seiten der Branche
einen eigenen Antrag zuhanden des Ständerates gestellt, so dass von einer starken
Hörschädigung Betroffene ihren vollen
Bedarf an einem diesbezüglich adäquaten
Hörgerät finanziell abgegolten erhalten
sollten in der Art, dass hier ein Anrecht auf
einen Pauschalbetrag eingeräumt werde.
Hörgeschädigte könnten dann selbst entscheiden, wo sie das Hörgerät beziehen
bzw. anschafften und anpassen lassen
wollten. Der Antrag der Hörgerätebranche,
der derzeit beim Ständerat liege, sei auf die
Subjektfinanzierung ausgerichtet. Dies
komme den Bedürfnissen der Hörgeschädigten in jeder Hinsicht entgegen. Ein Hörgerät könne so auch kostengünstiger im
Ausland erworben und von einem Akustiker
hier in der Schweiz eingestellt werden.
Feusi erwähnt, dass damit der Wettbewerb
viel mehr zum Spielen kommen sollte.
Beim heutigen System bestehe indes kaum
ein Anreiz, dass es im Hörgerätemarkt zu
einem echten Wettbewerb in der Schweiz
komme.
Das vom Bundesrat und vom BSV favorisierte System, bei dem der Staat die Hörgeräte einkaufe, passt nach Ansicht von
Dominique Feusi nicht zu einem Staat, der
sich ein Behindertengleichstellungsgesetz
gegeben habe und bei jeder anderen Gelegenheit dezidiert postuliere, dass Menschen mit Behinderungen eigenständig
und in ihren Entscheidungen autonom
seien. Der Staatseinkauf von Hörgeräten
lasse sich deshalb mit dem modernen Menschenbild, wie es das Behindertengleichstellungsgesetz statuiere, nicht vereinbaren.
Feusi erwähnt abschliessend noch, dass in
Grossbritannien der Staat 14 Hörgerätetypen einkaufe. Wenn man keines dieser
Hörgeräte brauchen könne, dann bekomme
man von der Versicherung in Grossbritannien keinen Cent. Es habe bis vor kurzem in
Grossbritannien auch eine lange Warteliste
gegeben. So sei beispielsweise einer 108-
Mathias Aeberhardt Leiter bei Cochlear AG Schweiz.
jährigen schwerhörigen Engländerin
gesagt worden, sie müsse 18 Monate
warten, bis sie ein Hörgerät bekomme. Zwischenzeitlich bestünden keine solch
langen Wartezeiten mehr. Dies deshalb,
weil der britische Staat nun viel mehr Personal angestellt habe, um die Hörgerätelager zu bewirtschaften. Diese massive Personalaufstockung gehe allerdings auch ins
Geld.
Flashlights der Firma
Cochlear AG
Nach einer kurzen Pause ergreift dann noch
Mathias Aeberhardt, der Leiter von
Cochlear AG Schweiz das Wort, um die Produkte der Firma und deren Organigramm
vorzustellen.
Wichtig ist, dass im Rahmen des Upgrades
die Kompatibilität der Sprachprozessoren
untereinander bzw. auch mit älteren
Geräten gewährleistet ist.
Interessant ist zu erfahren, dass die Firma
Cochlear in der Schweiz von 50 bis 60 Neugeborenen pro Jahr ausgeht, die ein CI
bräuchten. Marktforschungsstudien bei
Cochlear AG hätten ergeben, dass von den
Neugeborenen in der Schweiz, die ein CI
bräuchten ca. 80 bis 90% auch eines
erhalten würden. Demgegenüber gebe es
in der Alterskategorie der 71- bis 80Jährigen in der Schweiz pro Jahr ca. 900
Kandidaten für ein CI. Die Penetration
betrage hier indes nur gerade 1%, d.h. von
diesen potentiellen Kandidaten werde
effektiv nur ein Prozent mit einem CI ver-
sorgt. Aeberhardt bezeichnet dies als eklatantes Ungleichgewicht.
Marktforschungsstudien bei Cochlear AG
hätten im Weiteren ergeben, dass sich Personen mit einer Hörschädigung nur dann
für Hörgerätetechnik interessieren würden,
wenn der Kauf eines neuen Hörgerätes bei
ihnen persönlich anstehe.
Auf Anfrage erklärt Aeberhardt noch, dass
der Marktanteil der Cochlear AG bei den CIs
bei 70% liege. Advanced Bionics und Medel
hätten je einen Marktanteil von je 14% und
ein französischer Anbieter komme gerade
mal auf 2%.
Gemütlicher und informeller
Ausklang
Nach diesen Ausführungen steht eine
Besichtigung der Geschäftsräume von
Cochlear AG in Basel auf dem Programm,
bevor dann zum gemütlichen Teil mit einem
feinen von der Firma Cochlear offerierten
Umtrunk und Imbiss übergegangen wird,
bei dem noch manch anregende Diskussion
geführt wird.
[lk]
23
Engagierte Diskussionen beim Apéro.
SGB-FSS Delegiertenversammlung in Biel,
GB-FSS Delegiertenversammlung in Biel, der Stadt mit
der Stadt mit über 70 Sprachen
r 70 Sprachen))
Die Delegiertenversammlung des SGBFSS vom Samstag, 8. Mai 2010 findet am
Samstag, 8. Mai 2010, im Kongresshaus in
Biel statt, und sie wird live im weltumspannenden Internet übertragen.
elegiertenversammlung des SGB-FSS vom Samstag, 8. Mai 2010 findet am Sams. Mai 2010, im Kongresshaus in Biel statt, und sie wird live im weltumspannenternet übertragen.
Der Präsident des SGB-FSS, Roland Hermann, eröffnet pünktlich die Delegiertenversammlung und heisst die 62 stimmberechtigten Delegierten sowie die zahlreichen Gäste ganz herzlich willkommen.
äsident des SGB-FSS, RoHermann, eröffnet pünktlich
elegiertenversammlung
und
Er weist darauf hin, dass die Delegiertendie 62versammlung
stimmberechtigten
auch in diesem Jahr in den
Gebärdensprachen
SSGS / LSF / LIS mit
erten sowie die zahlreichen
Einblendungen der DolmtscherInnen sowie
ganz herzlich
willkommen.
mit Tonübertragungen
in Deutsch, Italie-
nisch und Französisch simultan übersetzt
werde. Sichtlich stolz ist Roland Hermann
darauf, dass die heutige Veranstaltung live
im Internet global zu sehen ist. Er bedankt
sich bei allen Mitwirkenden für die perfekte
Organisation der Delegiertenversammlung.
st darauf hin, dass die Deenversammlung auch in
m Jahr in den GebärdenRoland Hermann begrüsst die Delegierten und die vielen Gäste, die zur Delegiertenversammlung ins Konhen SSGS / LSF / LIS mit
gresshaus nach Biel gekommen sind.
ndungen
der DolmtscherInGrussbotschaft
Christoph
Regierungsrat des
owie mitNeuhaus,
Tonübertragungen
Kantons Bern
utsch, Italienisch
und Franh simultan übersetzt werde.
Regierungsrat Christoph Neuhaus nutzt in
ch stolz
ist Roland Herseiner Grussbotschaft die gute Chance, den
darauf,anwesenden
dass die
heutige Roland Hermann begrüsst die Delegierten und die vielen Gäste, die zur
Versammlungsteilnehmerinnen und -teilnehmern den Kanton Bern
staltungetwaslive
im Internet Delegiertenversammlung in das Kongresshaus nach Biel gekommen sind.
näher vorzustellen. So weist er unter
zu sehen
bedankt
anderemist.
daraufEr
hin, dass
die höchste Erhebung
im
Kanton
Bern
mit
das
ei allen Mitwirkenden für4‘274
diemü.M.
perfekte
Organisation der Delegiertenversammlung.
Finsteraarhorn und der tiefste Punkt mit
401,5 mü.M. die Aare bei Wynau sei. Der
Kanton Bern grenze insgesamt an 11 Kantone. Der Kanton Bern sei flächenmässig
nach Graubünden und bevölkerungsmässig
nach Zürich jeweils der zweitgrösste
Kanton in der Schweiz.
botschaft Christoph Neuhaus, Regierungsrat des Kantons Bern
ungsrat Christoph Neuhaus
n seiner Grussbotschaft die
Neuhaus stellt fest: „Der
Chance,Regierungsrat
den anwesenden
heutige Tagungsort Biel ist vom SGB-FSS
sehr gut gewählt worden. Dem Kanton Bern
mmlungsteilnehmerinnen
hat seit jeher mit beiden Landes- und Amts-teilnehmern
den Kanton
sprachen Deutsch und Französisch eine
etwas näher vorzustellen.
ist er unter anderem darauf
ass die höchste Erhebung
Als Dank und Erinnerung bekommt Regierungsrat Christoph Neuhaus das SGB-FSS T-Shirt mit der symbolisierten Gebärde für „idee“.
25
Brückenfunktion übernommen. Gerade hier
in Biel, wo gegenwärtig Menschen aus über
120 Nationalitäten leben und ca. 70 Sprachen gesprochen werden, ist die Gebärdensprache also eine weitere Sprache unter
vielen und für uns Berner eine völlige
Selbstverständlichkeit.“
Regierungsrat Neuhaus hofft, dass sich die
in Gebärdensprache kommunizierenden
Delegierten in Biel wohl fühlen und
wünscht Roland Hermann und allen Anwesenden einen guten Versammlungsverlauf.
Grussbotschaft Hans Stöckli,
Stadtpräsident von Biel Bienne
Multimedial. Der Bieler Stadtpräsident Hans Stöckli bei seiner Grossbotschaft, die auch live im Internet übertragen wird.
Der Bieler Stadtpräsident Hans Stöckli
weist in seiner Grussbotschaft darauf hin,
dass Biel unbestritten die Welthauptstadt
der Uhren sei. Aber Biel sei auch durch die
Landesaustellung im Jahre 2002 weltweit
bekannt geworden. Er meint: „Die Expo.02
in einer Region mit den drei Seen und zwei
Sprachen war für uns Bieler sehr positiv.
Sie hat uns gestärkt, und darüber sind wir
sehr froh und glücklich.“
Stadtpräsident Hans Stöckli betont, dass
die Vielfalt der Sprachen zusammenführe.
Mit der Wahl von Pascale Bruderer zur
Nationalratspräsidentin habe die Gebärdensprache und deren Kultur landesweit
wie auf einen Schlag eine grosse Beachtung bekommen. Er macht geltend: „Die
verschiedenen Kulturen müssen zusammengeführt und in der Gesellschaft verankert werden. Und bei dieser wichtigen Aufgabe spielen die Medien und die Medienschaffenden eine ganz wichtige Rolle.“
Stadtpräsident Hans Stöckli beleuchtet in
seiner Rede noch die anstehende 6. Revision der Invalidenversicherung und die
damit verbundenen drohenden Leistungseinschränkungen, die die Versicherten zu
tragen haben. Deshalb sei es wichtig, dass
die Behindertenverbände gemeinsam und
mit vereinten Kräften für ihre Anliegen einstehen.
Stadtpräsident Stöckli bedankt sich bei
den Organisatoren, dass sie Biel als
Tagungsort für ihre Delegiertenversammlung ausgewählt haben und wünscht allen
Hans Stöckli freut sich über das SGB-FSS-T-Shirt.
Anwesenden einen erfolgreiche Tagung
sowie einen schönen Aufenthalt im Seeland.
Statutarischer Teil der Delegiertenversammlung
Roland Hermann bedankt sich ganz herzlich bei den beiden Politikern für die überbrachten Grussbotschaften. Er stellt fest,
dass aus seiner Sicht der Zusammenhalt
untereinander wichtig sein. Deshalb müssten Netzwerke gebildet werden, um für
gemeinsame Anliegen einzustehen und
diese nach aussen mit Nachdruck zu vertreten und dafür zu kämpfen.
Wie in den vergangenen Jahren leitet
Roland Hermann kompetent und mit der
notwendigen Übersicht durch die statutarischen Geschäfte der Delegiertenversammlung.
Die Delegierten sind mit den vorgeschlagenen Stimmenzählern Hansmartin Keller,
Beat Koller und Jean Charles Bichet sowie
Anna Stroppini einverstanden. Die
Genannten werden ohne irgendwelche
Wortmeldungen einstimmig gewählt.
Die Abnahme des Protokolls der letztjährigen Delegiertenversammlung wird auf
die nächste DV im Jahr 2011 verschoben.
Roland Hermann begründet dieses ungewöhnliche Vorgehen damit, dass die Protokollführerin den SGB-FSS kurz nach der
letztjährigen Delegiertenversammlung verlassen und es im vorliegenden Protokoll
leider noch Passagen habe, die den Versammlungsverlauf nicht korrekt wiedergeben und nun mit einem erheblichen
Mehraufwand richtig gestellt bzw. korrigiert werden müssten. Die Delegierten sind
damit einverstanden, dass die Protokollabnahme im Jahr 2011 erfolgen soll und dann
nochmals traktandiert werde.
Austritt und Neuaufnahme
Roland Hermann informiert, dass bereits im
letzten Jahr die Genossenschaft Hörgeschädigten-Elektronik GHE-CES ausgetreten sei, darüber aber an der Delegiertenversammlung nicht informiert worden sei.
Mit grossem Applaus seitens der Delegierten wird der neugegründete Verein für
Musik und Gebärdensprache MUX als
neues Mitglied des SGB-FSS aufgenommen
und ganz herzlich willkommen geheissen.
Der Verein MUX organisiert den gehörlosengerechten Zugang zu musikalischen
Anlässen. In den vergangen 10 Jahren
wurden übe 50 Live-Anlässe übersetzt und
damit musikinteressierten Gehörlosen und
Gebärdensprachbenutzern
zugänglich
gemacht.
Der Verein MUX möchte 2 bis 3 Anlässe pro
Jahr zugänglich machen und die Etablierung und langfristige Sicherstellung der
Musikübersetzung ermöglichen.
Die Präsidentin von MUX, Marzia Brunner,
sowie die beiden Vorstandsmitglieder Gaby
Hauswirth und Lilly Kahler freuen sich sehr
über die Neuaufnahme in den SGB-FSS.
Ihre Freude wird noch übertroffen, als sie
aus den Händen von Roland Hermann als
grosses Dankeschön für das bisherige
Engagement für die Gebärdensprache
einen namhaften Geldbetrag entgegennehmen dürfen.
Jahresbericht 2009
Bis auf eine Wortmeldung einer jungen
Delegierten aus der Westschweiz, die als
Anregung beliebt machen möchte, dass bei
den in den Jahresberichten veröffentlichten
Fotografien die drei Sprachregionen in
Zukunft besser berücksichtigt werden
sollten, wird der Jahresbericht von den
Delegieren einstimmig abgenommen.
Roland Hermann erklärt, dass in Zukunft
die Sprachregionen gleichwertig im Jahresbericht berücksichtig werden und es zu
keinen mit Sicherheit ungewollten Benachteiligungen mehr kommen sollte.
Jahresrechnung 2009
Durch Ronny Bäuerle, Bereichsleiter
Finanzen beim SGB-FSS, werden die wichtigsten Finanzkennzahlen der Jahresrechnung 2009 vorgestellt.
Die Jahresrechnung schliesst mit einem
Gewinn von 249‘508 Franken ab. Zu diesem
positiven Ergebnis haben erfreulicherweise
die hohen Spendeneingänge auf der
Ertragsseite beigetragen.
Ronny Bäurle erklärt auf Anfrage eines
Delegierten, dass der Personalfonds mit
600‘000 Franken auf insgesamt 800‘000
Franken aufgestockt worden sei. Dieser
Fonds diene primär als Sicherheit für die
Mitarbeitenden des SGB-FSS. Damit
könnten die Arbeitgeberverpflichtungen
gegenüber dem Personal garantiert
werden.
27
Ronny Bäuerle weist abschliessend noch
darauf hin, dass im SGB-FSS eine konservative Anlagestrategie verfolgt werde und
die Richtlinien des separaten Finanzreglements eingehalten würden.
Durch die Delegiertenversammlung werden
sowohl die Jahresrechnung wie auch der
Revisionsbericht einstimmig angenommen
und dem Vorstand wird Decharge erteilt.
Roland Hermann bedankt sich im Namen
des Gesamtvorstandes bei den Delegierten
für das soeben erhaltene Vertrauensvotum
und für die darin enthaltende Wertschätzung hinsichtlich der geleisteten Arbeit.
Wahl eines Vorstandsmitglieds
Roland Hermann informiert, dass sich
Monique Aubonney aus Genf schriftlich als
Vorstandsmitglied beworben habe. Der
Vorstand schlägt den Delegierten vor,
Monique Aubonney in den SGB-FSS-Vorstand zu wählen. Einstimmig und mit
grossem Applaus wird Monique Aubonney
als 7. Mitglied in den SGB-FSS-Vorstand
gewählt.
erklären, wieso es richtig wäre, wenn der
SGB-FSS der DOK beitreten würde.
Thomas Bickel informiert, dass die Dachorganisationenkonferenz der privaten Behindertenhilfe DOK den Zweck verfolge, die
Interessenvertretung ihrer Mitglieder auf
nationaler Ebene zu koordinieren. Die Konferenz diene der Verwirklichung von
gemeinsamen sozialpolitischen Aktivitäten
im Interesse behinderter Menschen.
Thomas Bickel betont, dass die Gehörlosen
in den letzten Jahren erfreulicherweise sehr
aktiv geworden seien. Deshalb wäre es
schön und auch logisch, wenn der SGB-FSS
der DOK beitreten würde - nämlich ganz im
Sinne in der nationalen politischen Tätigkeit.
Die Delegierten stimmen einstimmig und
ohne weitere Wortmeldungen dem Beitritt
in die DOK zu.
Diverses
Nachdem die Delegierten über wichtige
laufende Projekte aus dem SGB-FSS informiert wurden, macht Andreas Janner,
Geschäftsführer SGB-FSS, noch auf wichtige kommende Veranstaltungen aufmerksam.
Statutenänderungen
Nachdem die Delegierten kurz und prägnant über aktuelle sozialpolitische Themen
informiert worden sind, werden die vorgeschlagenen Statutenänderungen einstimmig und ohne Wortmeldungen angenommen.
Beitritt zur DOK
Roland Hermann erklärt, es wäre gut und
wichtig, dass der SGB-FSS Mitglied bei der
DOK werde. Die DOK (Dachorganisationenkonferenz der privaten Behindertenhilfe)
ist der Zusammenschluss aller wesentlichen Organisationen der privaten Behindertenhilfe und Selbsthilfe in Form einer
einfachen Gesellschaft.
Roland Hermann freut sich, dass Thomas
Bickel, Zentralsekretär von Integration
Handicap und der Dachorganisation DOK,
heute nach Biel gekommen sei, um zu
• Welttag der Gebärdensprache vom 25.
September 2010 in Winterthur mit dem
Motto: „Sinne - Sinn und Unsinn“
• 4. Kongress vom 23. bis 25. September
2011 in Montreux, eine gemeinsame Veranstaltung von SGB-FSS, sonos und
SVEHK
Über alle kommenden Veranstaltungen
wird jeweils zu gegebener Zeit in den einschlägig bekannten Publikationsorganen
informiert.
Programmgemäss schliesst Roland Hermann den statutarischen Teil der Delegiertenversammlung mit einem grossen Dankeschön an alle Mitwirkenden für das gute
Gelingen des Anlasses und an alle Delegierten für ihr Erscheinen.
[rr]
Generalversamm
Am 8. Mai 2010 findet im Kirchgemeindehaus Enge in Zürich die ordentliche Generalversammlung statt. Rund 80 Personen
nehmen teil
Sozialberatung bei pro audito
Zürich in neuer Form
Gitti Hug, die Präsidentin, nimmt im Zusammenhang mit der Vorstellung des Jahresberichts recht ausführlich auf die Sozialberatung Bezug, die pro audito Zürich schon
seit vielen Jahren anbietet. In den letzten
Jahren sei bei der Stelle der Sozialberaterin
eine grosse Fluktuation zu verzeichnen
gewesen. Nach dem Weggang von Antonia
Onamade per Ende April 2010 habe man
sich im Vorstand vertieft Gedanken über
diese
unverhältnismässig
häufigen
Abgänge von Sozialberaterinnen gemacht.
Man habe in diesem Zusammenhang festgestellt, dass die Auslastung nur zu einem
ganz kleinen Teil eigentliche Sozialberatungen betreffe. So handle es sich nur bei
20% der Aufgaben, die an dieser Stelle zu
verrichten seien, effektiv um Sozialberatungen. Der Rest betreffe organisatorische
Tätigkeiten, Öffentlichkeitsarbeit, Organisation von Kursen, Sekretariatsarbeiten.
Darin habe wohl der Grund für die vielen
Abgänge gelegen, gibt Gitti Hug zu
bedenken. Deshalb habe der Vorstand
beschlossen, die 20% Sozialberatung auszulagern. Man habe bei der Gehörlosenfachstelle Zürich und bei pro infirmis Zürich
je eine Offerte eingeholt. Entschieden sei
am heutigen Tage noch nicht, wer den
Zuschlag erhalte, erwähnt Hug. Sicher sei
einzig, dass die Beratung nicht mehr in
Räumen von pro audito Zürich durchgeführt werde. pro audito Zürich habe aber
die Regie weiterhin inne und trage auch die
Verantwortung gegen aussen für die
Dienstleistung Sozialberatung, die weiterhin zum Leistungsangebot von pro
audito Zürich gehören werde. Gesamthaft
wurden im Jahr 2009 von pro audito Zürich
41 Fälle mit Dossierbearbeitung erledigt
und über 220 Kurzberatungen durchgeführt.
Breite Angebotspalette
Als weitere Angebote von pro audito Zürich
bezeichnet Hug Weiterbildungs- und Ani-
mlung pro audito Zürich
((Generalversammlung pro audito Z
können, der mehr als 40 ExponentInnen
Am 8. Mai 2010 findet
im Kirchgemeindehaus Enge
aller Parteien angehörten. Sie schildert im
sammlung statt. Rund
80 Personen
nehmenvon
teilpro
Weiteren,
dass das Engagement
((Generalversammlung pro audito Zürich
2010))
audito Schweiz im Zusammenhang mit der
Hörgerätepreisfestlegung darauf ausgerichtet sei, dass nicht auf dem Buckel der
Sozialberatung bei Hörgeschädigten
pro audito Zürich
in neuer
Form
Sparmassnahmen
umgeAm 8. Mai 2010 findet im Kirchgemeindehaus Enge in Zürich die ordentliche
Generalversetzt würden, unter denen dann vor allem
sammlung statt. Rund 80 Personen nehmen
teil
die Selbstbetroffenen
stark zu leiden
Gitti Hug, die Präsidentin,
nimmt
hätten. Dank des Einsatzes von pro audito
im Zusammenhang mit der VorSchweiz werde nun die Hörgeräteversorstellung des Jahresberichts
recht
gung auch in
den Medien immer wieder
Sozialberatung bei pro audito Zürich ausführlich
in neuer Form
auf diezumSozialberaThema gemacht, wohingegen man
früher lediglich
ganz stiefmütterlich über
tung Bezug, die pro audito
Zürich
Gitti Hug, die Präsidentin, nimmt
diese Materie berichtet habe.
schon seit vielen Jahren anbietet.
im Zusammenhang mit der VorIn den letzten Jahren sei bei der
stellung
des
Jahresberichts
recht
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der
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eineAusklang
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bei
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gemacht
mit
mationskurse, Betrieb einer Website mit
Gemütlicher
ausführlich
dieVermieSozialberaihrem Wissen über
Induktionsanlagen.
Informationen
rund umauf
das Ohr,
grosse Fluktuation zu verzeichBezug, die
pro audito Zürich
tungtung
und Installation
von Induktionsannen gewesen. NachAnschliessend
dem Weglagen.
besteht bei einem feinen
schon seit vielen Jahren anbietet.
von
Antonia Onamade
Essen, das vonper
den Vorstandsmitgliedern
Referat von gang
Barbara
Wenk
In den letzten Jahren sei bei der
von
pro
audito
Zürich
Ende April 2010 habe man sich den 67 stimmberechStelle
der
Sozialberaterin
eine
Mitgliedern und dem Dutzend
Gesunde Finanzen
im Vorstand vertiefttigten
Gedanken
Gästen
serviert
wird, ausreichend GelegenNach dem offiziellen Teil erhält Barbara
grosse Fluktuation zu verzeichüber
diese
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heit
zu
plaudern
und ungezwungen beiWenk,
Präsidentin
von
pro
audito
Schweiz,
nen gewesen. Nach dem Weghäufigen
Abgänge
von
Sozialbesammen
zu
sitzen.
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über
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und
Zweck
des
pro audito Zürich steht erfreulicherweise
gang von Antonia OnamadeDachverbandes
per
sowie über die 6.
IV-Reviauf einem sehr gesunden finanziellen Funraterinnen
gemacht.
Man habe in Gitti Hug, Präsidentin von
Ende
habe mansion
sich
[lk]
zu referieren. Barbara Wenk streicht
dament.
DankApril
einem2010
sehr grosszügigen
diesem Zusammenhang festge- lung kompetent und symp
hervor, dass aufgrund der professionellen
Legatim
von Vorstand
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Gedanken
stellt, dass
die
Auslastung nur zu
Lobbying-Bestrebungen
von pro
audito
jahr beträgt das Vereinsvermögen nahezu
über diese unverhältnismässig
einem ganz kleinen
Teil eigentliche Sozialberatungen
Schweiz eine Parlamenterariergruppe
HörFr. 600'000.--. Vor diesem Hintergrund
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gegründet
werden
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es sich der Verein
ohne Weiteres
20% der Aufgaben, die an dieser Stelle zu verrichten
sten raterinnen
jedes Jahr einengemacht.
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Gitti Der
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von pro audito
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organisatorische
Tätigkeiten,
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von rund Fr.Zusammenhang
80'000.-- zu verkraften - festgelung kompetent und sympathisch.
sen, Sekretariatsarbeiten. Darin habe wohl der Grund
wie das in den letzten 10 Jahren jeweils zu
stellt, dass die Auslastung nur zu
Gitti Hug zu bedenken. Deshalb habe der Vorstand b
verzeichnen war. Infolge der beträchtlichen
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es sich nur bei
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die pro audito
ZürichTeil
zuge- eigentliche Sozialberatungen
auszulagern. Man
habe bei
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20%
Aufgaben,
die an dieser Stelleeine
zu Offerte
verrichten
seien,
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die Zürcher Stiftung
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Tätigkeiten,
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einzig, dass die
das Defizit jeweils gedeckt hat, nicht mehr
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der Grund
für die werde.
vielen pro
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angefragt werden.
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durchgeführt
auditogelegen,
Zürich habe
Gitti Hug zu bedenken. Deshalb habe auch
der Vorstand
beschlossen,
die aussen
20% Sozialberatung
die Verantwortung
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für die Dienst
auszulagern. Man habe bei der Gehörlosenfachstelle
Zürich
und
bei
pro
infirmis
Zürich
je
zum Leistungsangebot von pro audito Zürich
gehören
Neue
Vorstandsmitglieder
eine
Offerte eingeholt. Entschieden sei 2009
am heutigen
Tage
noch
nicht,
wer
den
Zuschlag
ervon pro audito Zürich 41 Fälle mit Dossierbearbe
halte, erwähnt Hug. Sicher sei einzig, dass
die
nicht mehr in Räumen von pro auditungen Beratung
durchgeführt.
werde. pro audito Zürich habe aber die Regie weiterhin inne und trage
Die to
seitZürich
ihrem 10.durchgeführt
Lebensjahr hörbehinderteauch
Carmen
Röser
und
der
seit
seiner
die Verantwortung gegen aussen für die Dienstleistung Sozialberatung, die weiterhin
ersten
Stelle
als Bauingenieur hörgeschäzum Leistungsangebot
von pro audito Breite
Zürich Angebotspalette
gehören werde. Gesamthaft wurden im Jahr
digte Matthias Arioli werden neu in den
2009
von
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Zürich
41
Fälle
mit
Dossierbearbeitung
erledigt und über 220 KurzberaVorstand gewählt. Carmen Röser hat sich
tungen
durchgeführt.
schon
in den vergangenen
Jahren einen
Als weitere Angebote von pro audito Zürich bezeichn
Gitti Hug, Präsidentin von pro audito Zürich moderiert die Generalversammlung kompetent und sympathisch.
onskurse, Betrieb einer Website mit Informationen rund
lation von Induktionsanlagen.
Jahresversammlung
Allah Kariem Schweiz
Nach dem Gottesdienst am 2. Mai 2010 in
der evangelischen Kirche Grossacker in
St.Gallen und dem gemeinsamen Mittagessen hält der Verein Allah Kariem
Schweiz am Nachmittag traditionsgemäss
seine Jahresversammlung ab.
Nach den von Präsident Rainer Nobs zügig
abgehandelten üblichen Traktanden wie
Protokolle und Jahresbericht sowie der von
Peter Germann übersichtlich präsentierten
Jahresrechnung steht der Hauptteil der Versammlung wieder Dr. Hussein Ismail zur
Verfügung. Der selber gehörlose Direktor
der Gehörlosenschule Beirut (LCD) legt in
diesem Jahr den Schwerpunkt seiner Schilderungen auf die Bereiche Universität und
Früherziehung. Er bedankt sich auch sehr
herzlich für die jedes Jahr ähnlich hohe
Unterstützung mit Spendengeldern aus der
Schweiz.
Nebst einer beeindruckenden Videodokumentation, die gut verständlich mit deutschen Untertiteln versehen war, erzählt er
aus dem anstrengenden Alltag der High
School-Absolventen, welche im letzten
Sommer an verschiedene Universitäten
wechselten. Sie studieren zum Beispiel
Grafikdesign, Biochemie oder Journalismus
(!). Die Studenten müssen sich weitgehend
ohne Gebärdensprachdolmetscher zurechtfinden. Allerdings darf gesagt werden, dass
die meisten Professoren sehr kooperativ
sind und den ehrgeizigen Gehörlosen gute
Manuskripte zur Verfügung stellen.
Bei der Früherziehung hat sich in den
letzten beiden Jahren viel getan: es
arbeiten mittlerweile vier Früherzieherinnen für das LCD (Learning Center for the
Deaf ), wobei sie - ähnlich wie bei uns in der
Schweiz - vor allem zu Hause mit den Kindern arbeiten und dabei natürlich auch die
Familien intensiv begleiten. Dank einer gut
vorbereiteten Veranstaltung mit Informationen und Gehörsabklärungen an einer
Behindertenschule im Südlibanon konnten
zusätzlich über 50 Familien mit gehörlosen
Kindern „erreicht“ werden. Allerdings
bereitet dieser Teil der Arbeit des LCD dem
Direktor auch am meisten Sorgen. Der
Staat Libanon hat seine Beiträge für die
Löhne der Audiopädagogischen Früherzieherinnen gekürzt, und so kann Hussein
Ismail seinen vier in diesem Bereich Angestellten nicht mehr die gleichen Löhne wie
zuvor bezahlen, was zur Folge haben
könnte, dass diese ausgezeichnet ausgebildeten Frauen sich eine andere Stelle
suchen könnten. Es fehlen jedes Jahr gegen
20'000 US-Doller in der Kasse! Er ruft deshalb alle Anwesenden dazu auf, mit grosszügigen Spenden mitzuhelfen, dass die
vier geschätzten Mitarbeiterinnen gehalten
werden können.
Um 16.00 Uhr schliesst Rainer Nobs die Versammlung. Wiederum scheint die Zeit wie
im Flug vergangen zu sein und einige Mitglieder haben den Eindruck „schon wieder
vorbei?!“. Alle freuen sich bereits auf die
nächste Zusammenkunft mit dem engagierten und sympathischen Direktor der
Gehörlosenschule LCD aus Beirut am
Sonntag 1. Mai 2011 - wiederum in der
bestens für diesen Anlass geeigneten evangelischen Kirche Grossacker in St. Gallen.
Kirchliche Vera
Katholische Gehörlosengemeinden
REGION AARGAU
Kath. Gehörlosenseelsorge im Kt. Aargau
Theaterplatz 1, 5400 Baden
Peter Schmitz-Hübsch
Gehörlosenseelsorger
Tel.
056 222 13 37
Fax
056 222 30 57
E-Mail peter.schmitzhuebsch@gehoerlosenseelsorgeag.ch
www.gehoerlosenseelsorgeag.ch
Veranstaltungen siehe Zürich
REGION ZÜRICH
Rainer Nobs
Katholische Gehörlosenseelsorge Kt. Zürich
Beckenhofstrasse 16, 8006 Zürich
Telescrit 044 360 51 51
Tel.
044 360 51 51
Fax
044 360 51 52
E-Mail
info@gehoerlosenseelsorgezh.ch
www.gehoerlosenseelsorgezh.ch
Interessierte Personen oder auch
Institutionen melden sich bei:
Sonntag, 20. Juni 2010, 09.30 Uhr
Katholischer Gottesdienst mit hörender
Gemeinde in St. Agatha, Dietikon
Rainer Nobs
8590 Romanshorn, Steinhaldenweg 12
Fax 071 461 13 11
Mail: rainer.nobs@bluewin.ch
Samstag, 26. Juni 2010
Jahresausflug mit dem Aargauischen Verein
für Gehörlosenhilfe und der Elternvereinigung sowie dem Sportclub Aargau
REGION BASEL
Katholische Hörbehindertenseelsorge KHS
Basel, Häslirain 31, 4147 Aesch BL
Tel.
061 751 35 00
Fax
061 751 35 02
E-Mail
khs.rk@bluewin.ch
Samstag, 12. Juni 2010, 18.00 Uhr
Pfarreiheim St. Franziskus in Riehen
Letzter Gottesdienst vor den Sommerferien. Mitwirkung eines Gebärdensprachdolmetschers. Wir freuen uns, wenn Sie
dabei sein können.
Pfarrer Kuhn und Mitarbeiter.
REGION SOLOTHURN+BERN
kath. Gehörlosenseelsorge
Felix Weder-Stöckli, Oberdorfstr. 23,
Postfach, 3053 Münchenbuchsee
Tel.
031 869 57 32,
anstaltungen
Fax
031 869 57 05,
Mobile 078 833 51 01
felix.weder@kathbern.ch
Sonntag, 6. Juni 2010, 14.30 Uhr
Gottesdienst in Schaffhausen, Kirchgemeindehaus Ochseschüür
(anschliessend Hotel Kronenhof )
provisorisch
REGION ST.GALLEN
Katholische Gehörlosenseelsorge
des Bistums St.Gallen
Klosterhof 6b, 9001 St.Gallen
Dorothee Buschor Brunner
Gehörlosenseelsorgerin
Tel.
071 227 34 61
Fax
071 227 33 41
E-Mail gehoerlosenseelsorge@bistum-stgallen.ch
Sonntag, den 20. Juni 2010, 9.30 Uhr
Gottesdienst in der Schutzengelkapelle am
Klosterplatz St. Gallen
Mit Dorothee Buschor und Pfr. Titus Lenherr
Evangelische Gehörlosengemeinden
REGION ZüRICH
Kant. Pfarramt für Gehörlose Zürich
Oerlikonerstr. 98, 8057 Zürich
Ref. Gehörlosengemeinde des
Kantons Zürich
Fax
044 311 90 89
E-Mail
gehoerlosenpfarramt.zh@ref.ch
GEHÖERLOSENGEMEINDE
ST.GALLEN - APPENZELL - GLARUS - THURGAU GRAUBÜNDEN - SCHAFFHAUSEN
Pfr. Achim Menges
Pfrn. Andrea Leupp-Meierhofer
Oberer Graben 31, 9000 St. Gallen
Tel.
071 227 05 70
Fax
071 227 05 79
E-Mail gehoerlosenseelsorge@ref-sg.ch
www.gehoerlosengemeinde.ch
Dienstag, 1. Juni 2010, 15.00 Uhr
Senioren-Andacht in Trogen, Haus
Vorderdorf (Gehörlosenheim)
Josef Manser
Sonntag, 6. Juni 2010, ab 10.00 Uhr
Gottesdienst und Picknick in Liechtenstein,
mit dem Gehörlosenclub St. Gallen
A. Locher, I. Scheiber-Sengl
Freitag, 11. Juni 2010, 09.00 Uhr
Jugendgottesdienst für die
Sprachheilschule St. Gallen,
evang. Kirche Rotmonten
A. Bösch, D. Buschor
trum Breite, Farnsburgerstr. 58
mit Heinrich Beglinger
anschliessend Brunch
REGION BERN, JURA
Ref.-Kirchen Bern-Jura-Solothurn
Bereich Sozial-Diakonie
Schwarztorstrasse 20; Postfach 5461
3001 Bern, Tel. 031 385 17 17
E-Mail: isabelle.strauss@refbejuso.ch
Sonntag, 13. Juni 2010, 10.40 Uhr
Gottesdienst in der Alten Kirche
Romanshorn und Schifffahrt auf
dem Bodensee
A. Menges, A. Leupp
Sonntag, 6. Juni 2010, 09.30 Uhr
Gemeinsamer Gottesdienst mit der
Kirchgemeinde Belp Gottes Liebe spüren
- ein Salbungsgottesdienst Belp, Kirche
mit Pfarrerin Susanne Bieler, Pfarrer
René Schaufelberger und Freiwilligen
aus beiden Gemeinden
Dienstag, 15. Juni 2010, 15.00 Uhr
Senioren-Andacht in Trogen, Haus Vorderdorf (Gehörlosenheim) Josef Manser
Montag, 14. Juni 2010, 14.00 Uhr
Belp, Atelier Triebwerk, mit Pfarrerin
Susanne Bieler
Dienstag, 29. Juni 2010, 15.00 Uhr
Senioren-Andacht in Trogen, Haus Vorderdorf (Gehörlosenheim) Andrea Leupp
Sonntag, 20. Juni 2010, 09.30 Uhr
Gottesdienst Einigen, Kirche (ab Thun
STI-Bus Nr. 1 bis Haltestelle Einigen
Post) mit Susanne Bieler, Doris De Giorgi
und Andreas Fankhauser
REFORMIERTES GEHÖRLOSENPFARRAMT
DER NORDWESTSCHWEIZ
Pfr. Anita Kohler
Friedenssrasse 14, 4144 Arlesheim
Tel./Fax 061 701 22 45
Natel:
079 763 43 29
E-Mail: anita.kohler@ref-aargau.ch
anita.kohler@gmx.ch
Sonntag, 6. Juni 2010, 14.30 Uhr
Gottesdienst in Liestal, Kirchgemeindehaus Martinshof, Rosengasse 1
mit Heinrich Beglinger
anschliessend Kaffee und Kuchen
Sonntag, 13. Juni 2010, 10.15 Uhr
Konfirmationsgottesdienst in der reformierten Kirche Baden
mit Pfarrerin Anita Kohler
anschliessend Apéro
Sonntag, 20. Juni 2010, ab 09.30 Uhr
Ökumenischer Gottesdienst mit Picknick in
der Verenaschlucht
mit Seelsorger Felix Weder und Pfarrerin
Anita Kohler
Montag, 21. Juni 2010, 20.00 Uhr
Gottesdienst Uetendorf, Stiftung Uetendorfberg mit Sozialdiakon Andreas Fankhauser
Mittwoch, 23. Juni 2010, 15.00 Uhr
Gottesdienst mit Abendmahl Bärau,
Kapelle der Heimstätte Bärau mit Pfarrerin Susanne Bieler
Dienstag, 29. Juni 2010, 14.30 Uhr
Gottesdienst Belp, Wohnheim, Seftigenstrasse 101 mit Sozialdiakon Andreas
Fankhauser
Bereich Sozial-Diakonie
Hörbehindertengemeinde Bern
Mittwoch, 16. Juni 2010, 12.30 – 13.00 Uhr
Heiliggeistkirche Bern
mit Pfarrerin Susanne Bieler
Sonntag, 27. Juni 2010, 10.00 Uhr
Gottesdienst in Basel, Kirchgemeindezen-
31
2
Zürcher Fürsorgeverein für Gehörlose
8057 Zürich
Beratungsstelle für Gehörlose und Hörbehinderte
Zürcher Fürsorgeverein für Gehörlose
Beratungsstelle für Gehörlose und Hörbehinderte
Ab 18 Uhr
Um 19 Uhr
Apéro
Beginn Generalversammlung
Einladung zur
Anschliessend an den offiziellen Teil stellt
sich DIMA vor:
Einladung
zur
Generalversammlung
Einladung
zur
Generalversammlung
Generalversammlung
Montag,
28. Juni 2010
Die Veranstaltung wird von Gebärdensprachdolmetscherinnen
übersetzt.
Montag, 28. Juni 2010
Ort: Hochschule für Heilpädagogik HfH,
Schaffhauserstrasse 239 (Berninaplatz),
8057 Zürich
Ab 18 Uhr Apéro
Um 19 Uhr Beginn Generalversammlung
Anschliessend an den offiziellen
Teil stellt
Engagement
für die
sich DIMA vor:
Kommunikation und
Montag, 28. Juni 2010
zur Verbesserung von
Engagement für die Kommunikation
und
Sprachkompetenzen
Ort: Hochschule für Heilpädagogik
HfH,
zur Verbesserung von Sprachkompetenzen
Schaffhauserstrasse
239 (Berninaplatz),
Ort: Hochschule für Heilpädagogik
HfH, Die Veranstaltung wird von Gebärdensprachdolmetscherinnen übersetzt.
Schaffhauserstrasse
239 (Berninaplatz),
8057
Zürich
IG Schweiz
Telefon 044 363 12 00
CI
Interessengemeinschaft
Schweiz
8057
Zürich CIFeldeggstrasse
69
Telefax 044 363 13 03
Postfach 1332
8032 Zürich
info@cochlea-implantat.ch
www.cochlea-implantat.ch
Ab5. CI-Forum
18 Uhr
St. GallenApéro
der CI Interessengemeinschaft Schweiz (CI IG Schweiz)
Ab 18 Uhr Apéro
Schw eiz
Um
19 Uhr CI Interessengemeinschaft
Beginn Generalversammlung
Cochlea-Implantat und Zusatzgeräte - Welche Neuigkeiten gibt es?
Um 19 Uhr
Beginn Generalversammlung
5. CI-Forum
St.CI-Kindern
Gallen der
CIweiteren
Interessengemeinschaft
Schweiz
(CI IG Schweiz)
Tagung für CI-TrägerInnen,
Eltern von
und
am Cochlea-Implantat
interessierten
Personen
Anschliessend
anCochlea-Implantat
den offiziellen
stellt
Anschliessend an den
offiziellen
Teil
undstellt
ZusatzgeräteTeil
- Welche
Neuigkeiten gibt es?
Wann: Samstag, 13. November 2010
sich
DIMA
vor:
sichSprachheilschule
DIMA vor:
Tagung
für CI-TrägerInnen,
Eltern von CI-Kindern und weiteren am Cochlea-Implantat interessierten
Wo:
St. Gallen
(SHS St. Gallen)
Personen
Programm
Wann:
Wo:
09.00 – 10.00
Samstag, 13. November 2010
Sprachheilschule St. Gallen (SHS St. Gallen)
Anmeldung, Kaffee und Gipfeli
10.00
10.15
Begrüssung
Engagement
für–die
Engagement
fürProgramm
die Hans-Jörg Studer, Präsident CI-IG Schweiz
Kommunikation und
09.00 – 10.00
Anmeldung,
Kaffee
Bruno Schlegel,
Direktor
derund
SHSGipfeli
St. Gallen
Kommunikation
zur Verbesserung
vonund Zusatzgeräte für CIs im Alltag – eine aktuelle Übersicht
10.15 – 10.45
10.00
– 10.15
Begrüssung
zurSprachkompetenzen
Verbesserung
von
Daniel Abels,
CI-Audiologe und Akustiker, Basel
Hans-Jörg Studer, Präsident CI-IG Schweiz
10.50 – 12.25
Sprachkompetenzen
Hersteller
informieren
Bruno Schlegel, Direktor der SHS St. Gallen
CI: Advanced Bionics, Cochlear, MED-EL
Zusatzgeräte:
Phonakfür
AG,CIs
Gleichcom
Hünenberg
10.15von
– 10.45
Zusatzgeräte
im AlltagAG,
– eine
aktuelle Übersicht
Die Veranstaltung wird
GebärdensprachdolmetscherDaniel Abels, CI-Audiologe und Akustiker, Basel
12.30 – 13.30
Stehlunch
übersetzt.
Dieinnen
Veranstaltung
wirdWorkshops
von Gebärdensprachdolmetscherab 13.00 – 14.45
der Hersteller
10.50 – 12.25
Hersteller
informieren
Individueller
Besuch
in den für Sie eingerichteten Räumen der Herstellerfirmen. Fachpersonen
innen übersetzt.
CI: Advanced Bionics, Cochlear, MED-EL
stellen ihre Produkte vor und beantworten persönliche Fragen
Zusatzgeräte: Phonak AG, Gleichcom AG, Hünenberg
15.00 – 15.30
"Anleitung zur Taubheit"
Prof. Dr.Stehlunch
Anton Leist, Professor für praktische Philosophie
12.30 – 13.30
Leiter der Arbeits- und Forschungstelle für Ethik, Universität Zürich
ab 13.00 – Podiumsgespräch
14.45 Workshops der Hersteller
15.45 – 16.15
Individueller
in den für
eingerichteten Räumen der
Referenten
und der Besuch
Ombudsmann
fürSie
Hörprobleme,
Herstellerfirmen.
Fachpersonen
stellen
ihre Produkte vor und
Dr. iur. Ernst Ganahl
beantworten persönliche Fragen
Eine Höranlage im Plenumssaal
ist installiert.
15.00 – 15.30
"Anleitung zur Taubheit"
Die Veranstaltung wird von von einer Schriftdolmetscherin
mitgeschrieben
von GebärdensprachdolmetscherInnen
übersetzt.
Prof. Dr. Anton Leist,
Professor fürund
praktische
Philosophie
Anmeldeschluss: Samstag, 6. November 2010.
ist begrenzt.
EineUniversität
frühzeitigeZürich
Anmeldung ist empfehlensLeiterDie
derTeilnehmerInnenzahl
Arbeits- und Forschungstelle
für Ethik,
wert. Der Unkostenbeitrag kann an der Tagung bezahlt werden.
15.45 – 16.15
Podiumsgespräch
Erwachsene Fr. 40.-, Elternpaare
Fr. 60.-. Der
Mittagslunch ist inbegriffen.
Referenten und
der Ombudsmann
Hörprobleme,
Dr. iur. Ernst Ganahl
Kinder werden von einem Team der Sprachheilschule
St. Gallen
betreut undfür
nehmen
gratis teil.
Alle TeilnehmerInnen des
letztjährigen Forums sowie alle, die dazu eine Einladung erhalten haben, sind auf unserer Adressliste
Eine Höranlage im Plenumssaal ist installiert. Die Veranstaltung wird von von einer
und erhalten das gedruckte
Programm automatisch.
Für weitere
Interessierte
ist es ab Ende September
2010 bei der GeschäftsSchriftdolmetscherin
mitgeschrieben
und von
GebärdensprachdolmetscherInnen
übersetzt.
stelle der CI Interessengemeinschaft Schweiz erhältlich oder kann auf der Homepage herunter geladen werden.
Anmeldeschluss: Samstag, 6. November 2010. Die TeilnehmerInnenzahl ist begrenzt. Eine frühzeitige
Anmeldung
CI Interessengemeinschaft
Schweizist empfehlenswert. Der Unkostenbeitrag kann an der Tagung bezahlt werden.
Erwachsene
Feldeggstrasse 69, Postfach 1332 Fr. 40.-, Elternpaare Fr. 60.-. Der Mittagslunch ist inbegriffen.
von einem Team der Sprachheilschule St. Gallen betreut und nehmen gratis teil.
8032 Zürich Telefon 044Kinder
363 12werden
00 info@cochlea-implantat.ch
Fax 044 363 13 03 www.cochlea-implantat.ch
Alle TeilnehmerInnen des letztjährigen Forums sowie alle, die dazu eine Einladung erhalten haben,
sind auf unserer Adressliste und erhalten das gedruckte Programm automatisch. Für weitere
Interessierte ist es ab Ende September 2010 bei der Geschäftsstelle der CI Interessengemeinschaft
Document
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Seele and Geist
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