close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Im Kloster mit Eimerdusche

EinbettenHerunterladen
8 Unser Erzbistum Ortstermin 19. Oktober 2014 / Nr. 42
Im Kloster mit Eimerdusche
Wie eine bayerische Reisende das benediktinische Ordensleben in Tansania erlebte
ein Beispiel nehmen. Und
dann haben sie noch für uns
gesungen. Da hatte ich direkt Tränen in den Augen.“
Doch alles in allem bleibt
Christa dabei: das klösterliche Leben war für sie der
Höhepunkt. Einen Abend
durfte die Gruppe auch an
der Komplet, dem Nachtgebet der Mönche, teilnehmen. Erinnerungen an
ihre Zeit bei den Dominikanerinnen wurden wach.
Der Sonntagsgottesdienst
hingegen war schon etwas
anders als bei uns. Herausgeputzt für die Messe sangen die Leute aus dem Dorf
begleitet von den Mönchen
Es war auch nicht zur stillen Von Missionsbenediktinern aus St. Ottilien gegründet liegt das Kloster Hanga, das Christa (Mitte) be- mit Harmonium und afriEinkehr oder zu Exerzitien sucht hat, in der Nähe der Stadt Songea in Tansania. Neben Schulen wird hier auch eine Autowerkstatt, kanischen Trommeln. Viel
in einem Konvent, wo man eine Hühnerfarm und Landwirtschaft betrieben.
Foto: Liegl-Baum/Off (3) fröhlicher und lebendiger
nicht wirklich am „richtigen
hat Christa das empfunden:
Klosterleben“
teilnimmt: bei Ordensschwestern stan- Zimmertür und klopfte: nem Kindergarten kommen „Unsere Kirchenlieder sind
Christa flog im Rahmen den dreieinhalb Stunden „Water is ready!“ Afrikani- die Mönche ihrem bene- so schwer. In Afrika ist das
einer organisierten dreiwö- Autofahrt Richtung Süden sche Eimerdusche. Abend- diktinischen Leitspruch des anders.“
chigen Gruppenreise nach auf dem Programm. Durch brot gab es gemeinsam mit „Ora et labora“ – „Bete und
Zum Abschluss ihres
Tansania und lebte fünf eine endlos scheinenden Mönchen und Schwestern. Arbeite“ nach. Die karge Besuchs bekommen die
Tage im BeneHü g e l l a n d - Vor dem Essen wurde gebe- und veraltete
Gäste
aus
diktinerklosDeutschland
Gemeinsamkeit schaft geht es tet und nach dem Essen ge- Au s s t a t t u n g
Für die Messe
ter Hanga in
über Njom- meinsam abgespült. Christa der Krankenpersönlistatt Luxus
herausgeputzt eine
der Nähe der
be auf 1.900 genoss dieses so einfache station
und
che Audienz
Stadt Songea
Metern hin- und gemeinschaftliche Klos- der Schulen
beim Abt. Bei
in Südtansania. Hanga ge- unter in die Ruvuma-Ebe- terleben. Luxus und Kom- war im Vergleich zu unseren Bier und Wein wurde über
hört zur Kongregation der ne, wo die Gruppe am spä- fort, den es in den teuren gewohnten Standards für das Kloster, Tansania und
Missionsbenediktiner von ten Nachmittag das Kloster Lodges in Afrika auch gibt, Christa fast schockierend. Deutschland erzählt und
hatte sie weder erwartet „Da hatte wir damals bei diskutiert. Und dann ist der
St. Ottilien bei München. erreichte.
Jetzt wurden die Zimmer noch vermisst.
den Dominikanerinnen ja Ausflug ins Kloster schon
Gegründet wurde es 1957
In den nächsten Tagen regelrechten Luxus,“ reka- wieder vorbei. Christa ist
vom nahegelegenen Bene- bezogen. Einfache Einzeldiktiner-Klosters Peramiho, zimmer. Warm Duschen erkundete die Gruppe die pituliert sie. Der Besuch des froh, dass sie diese Reise
das seit 1898 von Missiona- ging nur auf Anfrage. Das Klosteranlagen und das Kindergartens beeindruckte gewagt hat. Klösterliches
ren aus St. Ottilien geführt Wasser musste erst von Dorf Hanga. In der eigenen Christa am meisten: „Die Leben in Tansania abseits
Haushälterin Filberta auf Schreinerei, der Autowerk- Freude der Kinder über ein der touristischen Routen zu
wird.
Die Anreise war abenteu- dem Feuer hinter dem Gäs- statt oder Hühnerfarm und paar Luftballons, Bleistif- erfahren, war wahrlich ein
erlich: Von Dar es Salaam tehaus erhitzt werden. Den auf den Feldern, aber auch te und Seifenblasen war so Erlebnis. Bis heute zehrt sie
ging es mit der Tazara-Eisen- 5-Liter Kübel samt Schöpf- mit ihrer Krankenstation, schön. Daran sollten sich von den Erinnerungen.
bahn Richtung Südwesten. kelle stellte sie dann vor die mehreren Schulen und ei- manche unserer Kinder mal
Barbara Off
In den 70-er Jahren von den
Chinesen erbaut, zuckeln
die Waggons von damals
noch heute ins Landesinnere. In Makambako wurde die
Gruppe von Bruder Jerome
aus Hanga abgeholt. Nach
einem stärkenden Frühstück
Über 50 Jahre ist es her, dass
Christa als junges Mädchen die Schule der Missionsdominikanerinnen
im Kloster Strahlfeld bei
Regensburg besucht hat.
Eine Aufbauschule war das
mit den Fächern Buchführung und Hauswirtschaft.
Schon damals haben sie das
Beten und die Gesänge der
Schwestern fasziniert. Nach
all den Jahren war es im
Januar 2013 noch einmal
so weit: Christa tauchte,
wenn auch nur für kurze
Zeit, ins Klosterleben ein.
Allerdings nicht in Bayern,
sondern in Afrika.
Anzeige
Document
Kategorie
Reisen
Seitenansichten
6
Dateigröße
3 501 KB
Tags
1/--Seiten
melden