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keit. Sie sind heute so beliebt wie nie. Die Verbraucher - Ernährung

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April 2012 AUSGABE NR. 1
Inhaltsverzeichnis für Heft Nr. 1,
April 2012
1 01-12
Informationen für
Fachfrauen für Kinderernährung
im Rahmen der Landesinitiative BeKi
Aktuell
11. DGE-BW-Forum: Kräuter und Gewürze . . . . . . . 2
„Essen von Hier“ –
Tagungen zum Megatrend Regionalität . . . . . . . . . . 3
Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung . . . 4
Im Kinderhaus Lukas kommen
Essen und Trinken ganz groß raus! . . . . . . . . . . . . . 6
Schmeckt fit! an Süßener Schulen –
ein Erfolgsprojekt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Poster zur Schulverpflegung
in BaWü gewinnt Preis. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Liebe Leserinnen und Leser,
BeKi unterstützt Tageseltern bei . . . . . . . . . . . . . . . .
der Ernährungsbildung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
der Name ist Programm: Die Landesinitiative Bewusste
Kinderernährung
vermittelt seit vielen
Jahren bewusstes
Essen und Trinken und
macht dabei deutlich,
dass Essen mit allen
Sinnen auch etwas mit Wissen und Nachdenken zu tun hat. Lebensmittel und Essen Wert
schätzen, das ist ein zentrales Ziel unserer
Arbeit, und diese Wertschätzung ist heute
wichtiger denn je.
Kinderlebensmittel in der Kritik . . . . . . . . . . . . . . . . 9
»stark.stärker.WIR.« – Prävention in . . . . . . . . . . . . .
baden-württembergischen Schulen . . . . . . . . . . . . 10
Folsäure in Multivitaminsäften. . . . . . . . . . . . . . . . 11
Rohes Hackfleisch nichts für kleine Kinder! . . . . . . 11
GRETA-Studie untersucht Kleinkinder . . . . . . . . . . 12
Wissen
Hygiene bei der Säuglingsernährung . . . . . . . . . . . 13
Keine Trinkbreie für Babys . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Fischöl in der Schwangerschaft schützt
nicht vor Übergewicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Lebensmittelinfektionen in
der Schwangerschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Nachgefragt: Was sind Flexitarier?. . . . . . . . . . . . . 15
Clean Label – die Werbung mit dem Verzicht. . . . . 16
Praxis
Essen und Trinken überwindet Grenzen –
Erzieherinnenfortbildungen im Enzkreis. . . . . . . . . 17
Leckeres und Spaß mit Gemüse . . . . . . . . . . . . . . . 18
Fachtag „Ernährung – Bewegung – Entspannung“
in Friedrichshafen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
BeKi-Kita-Fortbildung für Küchenleitungen
und Pädagogen in Ludwigsburg. . . . . . . . . . . . . . . 20
Netzwerk QuiKK. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Medien
Ideenwettbewerb. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Bücher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Broschüren. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Lernspiele. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Internet/Downloads/Apps . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Esspresso
VSSV-Werkstattgespräche Frühjahr 2012 . . . . . . . . 24
Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
MINISTERIUM FÜR LÄNDLICHEN RAUM
UND VERBRAUCHERSCHUTZ
Zu bewusstem Essen gehören auch eine
gezielte Auswahl von Lebensmitteln guter
Qualität, Kenntnisse und Freude an der
Zubereitung und Gestaltung von Mahlzeiten
sowie Genuss beim Essen und Trinken. All
diese Facetten der Ernährungserziehung
deckt die Landesinitiative ab. Immer mehr
Kooperationspartner greifen auf diese Kenntnisse und diesen großen Erfahrungsschatz
zurück. Ich freue mich deshalb, dass wir mit
dem Landesverband der Tagesmütter-Vereine
e.V. einen Kooperationsvertrag geschlossen
haben (s. S. 8) und dass wir die Zusammenarbeit mit den Fachschulen für Sozialpädagogik landesweit intensivieren.
Immer wieder wird über Lebensmittelverschwendung geredet. Die Gründe dafür sind
vielfältig. Mangelnde Kenntnisse über die
Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums
und schlechte Einkaufsplanung sowie ein
fehlendes Bewusstsein für die Arbeit und die
eingesetzten Ressourcen bei der Produktion
der Lebensmittel gehören sicher dazu. Die
weggeworfene Menge muss dringend vermindert werden. Wir wollen deshalb dieses
Thema auch im Rahmen der Landesinitiativen verstärkt aufgreifen, sei es bei Kindern,
Eltern oder in den zahlreichen Fortbildungen
für pädagogische Fachkräfte in Schulen und
Kindertageseinrichtungen.
Auch der hohe Stellenwert regionaler
Lebensmittel ist ein Aspekt der Nachhaltig-
keit. Sie sind heute so beliebt wie nie. Die
Verbraucher verbinden damit Frische, kurze
Transportwege und die Unterstützung der
heimischen Landwirtschaft. Über die Landesinitiative BeKi können wir Kindern und
Jugendlichen vor Ort zeigen, wie Lebensmittel in Baden-Württemberg wachsen und wie
viel Sorgfalt und Mühe bei der Erzeugung
und Verarbeitung nötig sind.
Das aktuelle Schwerpunktjahr Ernährung
im Rahmen der UN-Dekade für nachhaltige
Bildung ist darüber hinaus Anlass, dieses
Thema auch einer breiteren Öffentlichkeit
vorzustellen. Mit unserer Tagungsreihe
„Essen von hier - Mehrwert für Mensch
und Natur“, über die wir in diesem Esspress
berichten, haben wir wichtige Anstöße für
nachhaltige Ernährung im Alltag gegeben.
Wir sind gemeinsam mit Ihnen auf einem
richtigen und ganz aktuellen Weg. Setzen
Sie weiterhin auf alltagsnahe bewusste
Kinderernährung und helfen Sie mit, Essen
und Trinken und gemeinsamen Mahlzeiten
in Baden-Württemberg einen noch höheren
Stellenwert zu verschaffen.
Alexander Bonde
Minister für Ländlichen Raum
und Verbraucherschutz
AKTUELL
2
01-12
11. DGE-BW-Forum: Kräuter und Gewürze
beeinflussen. So manches Kraut und Gewürz
werde auch als Arznei eingesetzt. Immerhin
sei die Kunst des Würzens eine sehr hohe
Kunst, die es bei traditionellen Gerichten wie
neuen Rezepten zu pflegen gelte.
„Die Welt der Gewürze ist voller Abenteuer
und Magie und verbunden mit Kriegsherren,
Seefahrern, Mönchsärzten und Kräuterhexen“. Dr. Manuela Mahn, Wirtschaftshistorikerin aus Bamberg gab einen Überblick
zur Geschichte der Kräuter. Schon aus dem
Am 22. März 2012 fand das 11. DGE-BW4. Jahrtausend vor Christus gibt es ChiliForum zum Thema Kräuter und Gewürze an
Funde, im Mittelalter und der Antike war
der Universität Hohenheim statt. Prof. Dr.
überwürztes Essen aufgrund des hohen
Stephan Bischoff, Universität Hohenheim,
Preises der Spezereien ein Statussymbol. Erst
begrüßte zu Beginn die ca. 350 Multiplikatodurch die Erkundung der Seewege wurden
rInnen aus dem Ernährungssektor. Er dankte
Gewürze auch für die breitere Bevölkerung
dem ausscheidenden Rektor der Universität
erschwinglich.
Hohenheim Prof. Dr. Hans-Peter Liebig für die
Beim Riechen und Schmecken haben Lebenslangjährige Unterstützung der DGE-BW.
mittelaromastoffe eine direkte GeruchswirCarola Rummel, Ministerialrätin im Ministekung. Darüber wird bereits seit langer Zeit
rium für Ländlichen Raum und Verbraucherintensiv geforscht. Gerade neue Untersuschutz Baden-Württemberg, überbrachte
chungen zeigen jedoch, dass Geruchsstoffe
die Grüße von Minister Alexander Bonde
auch in viel komplexeren Mechanismen beund verwies darauf, dass sich die Forumsdeutend auf den menschlichen Organismus
tagungen der DGE Sektion BW traditionell
einwirken können. In ihrem Vortrag stellte
alle zwei Jahre mit der LebensmittelgrupProf. Dr. Andrea Buettner von der Universität
pe befassen, die Schwerpunktthema der
Erlangen-Nürnberg, verschiedene Aspekte
dieser unmittelbaren
und mittelbaren
GeruchsstoffWirkungen auf den
Menschen vor.
Prof. Dr. med. Christian Steffen, Facharzt
für Pharmakologie
und Toxikologie aus
Königswinter gab Einblicke in die pharmakologische Wirkung
von Gewürzen. Basilikum hat zum Beispiel
eine antibakterielle
Wirkung, doch zeigen
sich Effekte erst ab eiFachschülerinnen der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in
ner Aufnahme von 60
Kupferzell bereiten den Workshop „Kräuter und Gewürze – KostGramm. Die Wirkung
proben aus der Küchenwerkstatt“ vor.
von Curcumin auf AlzLandesinitiative Blickpunkt Ernährung ist.
heimer-Kranke wird noch untersucht und ob
Mit Kräutern und Gewürzen werden in
Zimt den Blutzucker von Diabetikern senkt,
diesem Interimsjahr Lebensmittel fokussiert,
ist nach wie vor nicht nachgewiesen.
die in kleinen oder kleinsten Mengen die
Welche Anforderungen werden an Kräuter
sensorische Qualität, den Genuss, aber auch
und Gewürze in der Lebensmittelverarbeidie Wirkung der Speisen im Körper stark
tung gestellt und wie können diese erfüllt
werden? Diese Fragen beantwortete Werner
Frey, langjähriger Betriebsleiter in einem
der großen Gewürzbetriebe Deutschlands.
Jährlich werden 63.614 Tonnen Gewürze
importiert und der mit Abstand größte
Teil davon wandert in die Lebensmittelverarbeitung. Die Lebensmittelproduktion
in Deutschland verlangt hohe Standards
bezüglich Lebensmittelsicherheit (Reinheit,
Hygiene etc.) und gleichbleibende Qualität
durch Standardisierung (Farbe, Inhaltsstoffe,
Verarbeitungseigenschaften etc.). Das Qualitätsmanagementsystem mit lückenlosen
Kontrollen auf allen Produktionsstufen wird
deshalb immer wichtiger.
Am Nachmittag standen den Teilnehmern 12
Workshops zur Auswahl:
• Der Kräutergarten der Universität,
• Schulgarten – Pädagogik am Beispiel
“Kräuter und Gewürze”,
• Kräuter und Gewürze sinnlich erleben –
Umgang in der alltäglichen Küchenpraxis,
• Pesto unter der Lupe – italienisches Original oder herbe Enttäuschung?
• Die Kräuterpädagoginnen in BW – Die
Kräuternetzwerke-IG-Wildkräuter und
Kräuterregio stellen an praktischen Beispielen ihre Arbeit vor,
• Prävention in der Praxis: Kochsalz einsparen durch Kräuter und Gewürze,
• Kräuter – woran erkenne ich Qualität?
Vermarktungsnormen und ihr Einfluss,
• Lebens- oder Arzneimittel? – Oder
beides?
• Heimische Kräuter und Wildpflanzen als
Nahrungsergänzung – mit kleinen kräuterigen Kostproben,
• Kräuter und Gewürze – Kostproben aus
der Küchenwerkstatt,
• Riechen, Schmecken & Co, mit Experimenten,
• Räuchern mit Kräutern & Harzen für
Körper, Geist & Seele.
Stefanie Böhringer, Prof. Dr. Peter Grimm
DGE-BW e.V.
3
01-12
AKTUELL
„Essen von Hier“ – Tagungen zum Megatrend Regionalität
Wo fängt regional an und wo hört es auf?
Wie können regionale Lebensmittel dem Verbraucher näher gebracht werden? Welchen
Mehr(wert) haben regionale Lebensmittel?
Über diese Fragen referierten Experten und
diskutierten Multiplikatoren aus unterschiedlichsten Bildungseinrichtungen und
Interessierte bei der Tagungsreihe „Essen
von hier – Mehrwert für Mensch und Natur“,
die das Ministerium für Ländlichen Raum
und Verbraucherschutz in Zusammenarbeit
mit der Akademie Ländlicher Raum BadenWürttemberg im März und April veranstaltet.
Food Deutschland bei der Veranstaltung
in Bad Urach (28.3.). Dirscherl betonte,
dass Regionalerzeugnisse nur bei umfassender Information eine nennenswerte
Chance haben. „Der Verbraucher muss zum
kundigen Kunden werden, der wissen will,
was er isst.“ Die Renaissance gesellschaftlicher Werteorientierungen sei eine Chance
für den Lebensmittelbezug aus regionaler
Erzeugung. Im Erhalt der Biodiversität sieht
Slow Food eine wichtige Rolle der regionalen
Lebensmittel. „Denn wir müssen essen, was
wir erhalten wollen“, so Hudson.
Dr. Maria Müller-Lindenlauf, IFEU-Institut
Heidelberg, erläuterte
die Bedeutung des
CO2-Fußabdrucks
und die Umweltbilanz
regionaler Lebensmittel am Beispiel von
Tomaten, Äpfeln und
Fleisch. Dabei wurde
deutlich, dass die
Verbraucher durch
ihr Einkaufsverhalten
einen ganz entscheidenden Einfluss
haben. Wer für 5
Kilogramm Äpfel 20
Minister Bonde beim Besuch der Informationsstände
Kilometer mit dem
Ernährungsminister Alexander Bonde
Auto zum Erzeuger fährt, macht damit alle
eröffnete die Reihe am 22. März 2012 im
Einsparungen durch den regionalen Anbau
Ev. Bauernwerk Hohebuch: „Regionalität ist
zunichte. „Der Einkauf regionaler Lebensein Megatrend im Lebensmittelmarkt. Wir
mittel ist aus Umweltsicht am günstigsten,
verfügen in Baden-Württemberg mit dem
wenn die Produkte aus der Saison sind,
Qualitätszeichen Baden-Württemberg und
standortgerecht und energieeffizient erzeugt
seiner Bio-Variante bereits über sehr gute
werden, ohne lange Transportwege einHerkunftszeichen bzw. Qualitätsprogramme.
gekauft und ohne viel Abfall verwendet
Wir werden uns bei der nächsten Agrarmiwerden.“
nisterkonferenz im April für vergleichbare
Den Trend zu regionalen Lebensmitteln
Regionalsiegel mit kontrollierbaren Anforbelegte Katharina von Plocki, Gesellschaft
derungen auch in anderen Bundesländern
für Marketing und Absatzförderung für
einsetzen. Die Verbraucher sollen sicher
Agrar- und Forstprodukte, durch aktuelle
gehen, dass das Produkt, für das sie sich aus
Erhebungen: „Da ist wirklich Potenzial
guten Gründen entscheiden, auch tatsächlich
vorhanden. Regionale Produkte können ein
aus der angegebenen Region stammt.“
Mehrwert sein. Wichtig ist, dass der Kunde
Einen Überblick über die vielfältigen Facetten
den Vorteil erkennt.“ Sie erläuterte Qualider regionalen Lebensmittel brachten Dr.
täts- und Biozeichen in Baden-Württemberg
Clemens Dirscherl, Bauernwerk-Leiter und
und stellte Beispiele für erfolgreiche VerAgrarbeauftragter der Ev. Kirche in Deutschmarktungskonzepte vor.
land bei der Tagung in Waldenburg (20.3.)
In drei Workshops diskutierten die Teilund Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow
nehmer über Impulse für die Arbeit mit
Jugendlichen und Erwachsenen sowie über
Hilfen für Argumentation und Marketing von
regionalen Lebensmittel.
Unter dem Titel Regional – total genial!
gaben Kathrin Walter von der Landjugend
Württemberg-Baden sowie Andreas Fehrenbach und Sabine Zwick vom Bund der
Landjugend Württemberg-Hohenzollern Einblicke in ihre Arbeit mit Kindern und jungen
Erwachsenen. Praktische und zupackende
Ansätze sind dabei ausschlaggebend für
den Erfolg: Jugendliche kochen Gerichte aus
Zutaten, die ihnen ein landwirtschaftlicher
Betrieb vor Ort bietet und veröffentlichen
die regionalen, selbst erfundenen Rezepte.
Kinder ernten auf landwirtschaftlichen
Betrieben Lebensmittel, bereiten sie zu und
dürfen bei einem Projekt sogar Eigenerzeugnisse auf dem Markt verkaufen. Alle
Workshop-Teilnehmer diskutierten intensiv
über gemeinsame Ziele und eine bessere
Zusammenarbeit. Einig war man sich, dass
Aktivitäten wie Lernort Bauernhof für den
Bezug der Jugendlichen zur Erzeugung von
Lebensmitteln und deren Wertschätzung eine
große Bedeutung haben.
(F. Wöhrlin)
Im Workshop Die bewusste Wahl –
regional und fair stellte Dr. Beate Krieg,
Arbeitsgemeinschaft ländliche Erwachsenenbildung in Baden-Württemberg, das Projekt
„Schmeck den Wert – regional und fair“ vor.
Auch in der Erwachsenenbildung sind die
Vermittlung praktischer Kenntnisse, Essen
mit allen Sinnen und Ernährungsthemen als
Infotainment notwendig. Dadurch lässt sich
auch die Wertschätzung von Lebensmitteln
verbessern. Wichtig war den Teilnehmern,
dass Ernährung und Hauswirtschaft zusammen gehören. Zur Verwendung regionaler
Lebensmittel sind Wissen und Fertigkeiten
nötig und dazu brauche es dringend mehr
AKTUELL
Lehrküchen. Wichtig sei aber auch die
Zusammenarbeit vieler Akteure, angefangen
von den Erzeugern, den Direktvermarktern
bis zur Lehrerfortbildung und der Unterstützung politischer Akteure.
Die Teilnehmer des Workshops Regionale
Lebensmittel im Veranstaltungsangebot – Hilfen für Argumentation und
Marketing wünschten sich insbesondere
eine größere Transparenz und stärkere
Vernetzung. Regionale Lebensmittel sind
Spezialitäten mit Alleinstellungsmerkmal, die
sich z.B. auch mit dem Tourismus verknüpfen lassen und zu einem bewussterem
Umgang mit Lebensmitteln führen können.
Die fehlende Definition des Begriffs Region
erschwert die Vermarktung ebenso wie die
Haltung der Verbraucher, die eine ganzjährige Versorgung mit allen Lebensmitteln
gewöhnt sind. Für die Gastronomie ist
eine verlässliche Belieferung mit regionalen Produkten zu annehmbaren Preisen
entscheidend. Die Teilnehmer begrüßten die
Entwicklung gemeinsamer Standards und die
Einrichtung einer Koordinationsstelle.
Auf beiden Veranstaltungen präsentierten
die Landesinitiative „Blickpunkt Ernährung“
und die LandFrauenverbände Baden-Württemberg Beispiele für den Mehrwert regionaler Produkten und nachhaltiger Ernährung.
Zwei weitere Tagungen finden
statt am:
20. April in der Rainhof Scheune in
Kirchzarten-Burg
26. April im Bildungshaus Neckarelz in
Mosbach
Seminargebühr 25 Euro (einschließlich
Seminarunterlagen und Verpflegung)
Anmeldungen unter: www.alr-bw.de oder
alr@lel.blw.de
Die Vorträge der Tagungen sind zum
Download verfügbar unter www.alr-bw.de.
Katharina Janz, Monika Radke, MLR
4
01-12
Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung
Der Film „Taste the Waste“
von Valentin Thurn hat das
Thema Lebensmittelverschwendung in die breite
Öffentlichkeit getragen und
eine Vielzahl von Aktivitäten in Wirtschaft,
Politik und bei Verbrauchern angestoßen.
Neue Studie als Datenbasis
Das Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität
Stuttgart erstellte im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums eine Studie zur
Abschätzung der Mengen weggeworfener
Lebensmittel in Deutschland. Die Wissenschaftler identifizierten die Hauptursachen
für die Entstehung von Lebensmittelabfällen
und entwickelten darüber hinaus Vorschläge
zur Verminderung der Wegwerfrate.
Die Abschätzung der Mengen resultiert aus
Hochrechnungen von Informationen zum Abfallaufkommen in Deutschland und anderen
europäischen Ländern sowie Nordamerika
und berücksichtigt verschiedene Versorgungsbilanzen für Deutschland sowie Daten
der „Nationalen Verzehrstudie“. Ergänzend
wurden Befragungen und Stichproben durchgeführt. Einbezogen wurden die Lebensmittelverarbeitung/Industrie, der Groß- und
Einzelhandel, Großverbraucher (Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung) sowie
private Verbraucher. Die landwirtschaftliche
Produktion war nicht Teil der Studie, wird
aber noch gesondert
untersucht.
eine Länge von 5400 km Länge erreichen.
Der größte Teil, 61 % der Abfälle fallen in
Privathaushalten an. Großverbraucher und
Lebensmittelindustrie verursachen jeweils
17 %, der Handel 5 %. Die weggeworfene
Menge pro Jahr entspricht einem Wert von
21,6 Mrd. Euro. Im Privathaushalt werden
pro Kopf gut 80 kg an Lebensmitteln weggeworfen. Gemüse und Obst machen dabei mit
44 % den größten Teil aus. Etwa die Hälfte
der weggeworfenen Menge könnte bei
Großverbrauchern und in Privathaushalten
vermieden werden, so die Wissenschaftler.
Die Ermittlung zuverlässiger Daten ist
schwer. Bei Privathaushalten werden zum
Beispiel viele Abfälle nicht oder kaum
erfasst: Während Biomüll und Restmüll über
das kommunale Sammelsystem entsorgt
werden, tauchen jene Lebensmittel, die über
die Kanalisation und die Eigenkompostierung entsorgt oder an Haustiere verfüttert
werden, in keiner Statistik auf. Wegen der
unterschiedlichen Lebensgewohnheiten,
Haushaltsformen und -größen sowie regionaler Unterschiede gibt es den „typischen
Durchschnittshaushalt“ in Wirklichkeit nicht.
Die Hauptursachen für die Verluste sind
vielfältig und auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette anders. In der Industrie spielen
Überproduktion und Fehlplanung, im Handel
Überbestände durch falsche Einkaufverhalten, Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums
und volle Regale bis Ladenschluss eine Rolle.
Die wichtigsten
Ergebnisse:
In Deutschland
werden jedes Jahr
knapp elf Millionen
Tonnen Lebensmittel
von Industrie, Handel,
Großverbrauchern
und Privathaushalten
als Abfall entsorgt.
Diese Menge entspricht
275.000 Sattelschlepperladungen. StoßZusammensetzung der vermeidbaren und teilweise vermeidbaren
stange an Stoßstange Lebensmittelabfälle aus Haushalten in Deutschland nach Prowürde dieser Konvoi duktgruppe (Masseprozent)
5
Bei Großverbrauchern sind es z.B. mangelhafte Lagerung und zu wenig differenzierte
Portionsgrößen, im privaten Haushalt vor
allem die mangelnde Wertschätzung und
Fehler bei der Einkaufsplanung und Aufbewahrung.
01-12
die Ministerin.
BeKi und Blickpunkt bereits aktiv
Für Verbraucher gibt es einen neuen Internetauftritt mit Informationen zur Lebensmittelkennzeichnung und speziell zum Mindesthaltbarkeitsdatum, mit Tipps zur Vermeidung
von Abfällen und Rezepten für
die Resteküche: www.zugutfuerdietonne.de.
Dort steht auch die Studie in
Kurz- und Langfassung zum
Download zur Verfügung.
Weitere Informationen im Internet auch unter www.bmelv.de/
lebensmittelabfaelle
Bundesweites Bündnis nötig
Die Essensvernichter
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner
fordert ein breites Bündnis, getragen von
Wirtschaft und Wissenschaft, Verbrauchern
und Verbänden, um die Abfallmenge zu
reduzieren. Nur dann lässt sich das Ziel der
Europäischen Union, die Menge der unnötigen Lebensmittelabfälle bis zum Jahr 2020
zu halbieren, verwirklichen. Strategien dazu
wurden auf einer Fachkonferenz am 27. 3.
2012 in Berlin diskutiert.
Das Buch zum Film
Taste the Waste: Rund
die Hälfte unserer
Lebensmittel landet im
Müll. Dem Skandal der
Lebensmittelvernichtung
– der in hohem Maß
auch zum Klimawandel
beiträgt – ist auf internationaler, aber auch
auf individueller Ebene zu begegnen. Das
Buch enthält dazu viele Anregungen: durch
regionale Einkaufsgemeinschaften, eine
Küche, in der auch Reste verarbeitet werden,
aber auch durch Verbraucherdruck auf
Supermärkte, Waren kurz vor Ablauf billiger
zu verkaufen oder zu verschenken.
Von Lebensmittelherstellern, Handel und
Großverbrauchern forderte die Ministerin
verstärkte Anstrengungen, um Abfälle
nachhaltig zu vermeiden und sie sinnvoll
zu verwerten. Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum in Kürze abläuft,
könnten generell vom Handel preisreduziert
angeboten werden. Um die Zusammenarbeit
der Wirtschaft mit den Tafeln und ähnlichen
Projekten zu fördern, arbeitet das Verbraucherministerium derzeit an einem Leitfaden
für die Abgabe von Lebensmitteln an soziale
Einrichtungen. Weil die Datenbasis in vielen
Wirtschaftsbereichen noch lückenhaft ist und
Abfallströme nicht oder uneinheitlich erfasst
werden, dringt das Bundesministerium auf
eine verbesserte Erfassung in den einzelnen
Branchen. Lebensmittelhersteller sollten
verstärkt kleinere Packungen ins Sortiment
aufnehmen, Gaststätten und Kantinen
unterschiedliche Portionsgrößen anbieten.
Als wichtigen Faktor nannte die Ministerin auch Schulen und Kindertagesstätten,
wo verstärkt für mehr Wertschätzung von
Lebensmitteln geworben werden müsse.
„Schuldzuweisungen bringen keine Verbesserung der Situation. Jeder ist gefordert,“ so
AKTUELL
Stefan Kreutzberger, Valentin Thurn, Die
Essensvernichter, Warum die Hälfte aller
Lebensmittel im Müll landet und wer dafür
verantwortlich ist, 336 Seiten,
ISBN: 978-3-462-04349-5, Preis 16,99 €
Taste the Waste
Dokumentarfilm von
Valentin Thurn über den
weltweiten Umgang mit
Lebensmitteln und das
Ausmaß des Abfalls auf
allen Stufen der Wertschöpfungskette.
DVD, 91 Minuten,
Bestell-Nr. 28408301 bei
www.lighthouse-kg.com, Preis: 15,99 €
In den Landesinitiativen Baden-Württembergs sind die Themen Wertschätzung
von Lebensmitteln, Einkaufsplanung
und bedarfsgerechte Zubereitung zur
Vermeidung von Abfällen schon immer
ein wichtiges Thema. Auch regionale Lebensmittel, ihre Erzeugung und Verwendung werden in praxisnahen Aktionen,
im Unterricht, bei Betriebsbesichtigungen
und Tagungen (siehe S. 2) Verbrauchern
jeden Alters bekannt gemacht.
Die aktuelle Kampagne zur Verringerung
von Lebensmittelabfällen ist Anlass,
diese Inhalte bei allen Veranstaltungen
der Landesinitiativen noch mehr zu
betonen. Wer erlebt hat, wie viel Arbeit,
aber auch Freude und Stolz der Anbau
von Lebensmitteln und die Zubereitung
leckerer Speisen macht, wird Lebensmittel
nicht unbedacht wegwerfen. Kinder und
Jugendliche lernen durch die Einsätze der
BeKi-Fachfrauen Lebensmittel wertschätzen. Besuche auf dem Bauernhof
vertiefen dieses Wissen und schaffen
einen Zugang zur Vielfalt der regionalen
Lebensmitteln und ihrer Verwendung je
nach Jahreszeit.
Auch die Lebensmittelkennzeichnung
ist Thema der Ernährungsbildungsmaßnahmen des MLR. Schon junge Verbraucher lernen dadurch zum Beispiel die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums
kennen und werden nicht ohne sensorische Prüfung Lebensmittel wegwerfen,
die noch einwandfrei sind.
Mit dem Qualitätszeichen BadenWürttemberg verfügt das Land außerdem
über ein Regionalkennzeichen, das hohe
Anforderungen für die Produktions- und
Prozessqualität der Lebensmittel festlegt.
Zur Verringerung der Lebensmittelverluste
müssen alle Partner der Wertschöpfungskette beitragen. Praxisnahe Hilfen für
die Verbraucher in den Privathaushalten
stellen die Landesinitiativen in großem
Maße zur Verfügung.
Monika Radke, MLR
AKTUELL
6
01-12
Im Kinderhaus Lukas kommen Essen
und Trinken ganz groß raus!
Am 8. Februar 2012 erhielt das Evangelische
Kinderhaus Lukas in Oberhofen als erste
Einrichtung im Landkreis Ravensburg das
BeKi-Zertifikat. Waltraud Kraußmüller, Leiterin des Ernährungszentrums Bad Waldsee,
überreichte die Auszeichnung dem engagiertem Team. In der Rekordzeit von 5 Monaten
waren alle Voraussetzungen erfüllt.
lernen im Sinne des Orientierungsplanes
werden schon längst umgesetzt.
Essen und Trinken ist im Tagesablauf der Kinder fest verankert. Das tägliche gemeinsame
Frühstück ist eine Selbstverständlichkeit. Die
Feier der Geburtstage ist auch ohne Kuchen
und Süßigkeiten ein besonders schönes
Fest – oder vielleicht sogar deshalb. Das
Geburtstagskind
bringt Brot, Butter,
Obst und Gemüse
mit und darf sich
zwei Kinder aussuchen, die mit
ihm zusammen
mit Unterstützung
einer Erzieherin
daraus ein tolles
Überraschungsvesper für alle
herrichten.
Die Eltern werden
beim Gespräch
vor der Anmeldung über das Profil anhand der Konzeption
informiert und stimmen mit ihrer Anmeldung
auch den Ernährungsempfehlungen zu. Ein
Eltern-ABC macht deutlich, welche Lebensmittel zum Profil des Kinderhauses passen
und welche nicht erwünscht sind.
Die Festtagsgesellschaft bei der Übergabe mit den kleinen Schauspie(Foto: Siegfried Heiss)
lern von „Fitti und Schlappi“
„Wir freuen uns über Kinder, die wissen was
ihnen gut tut. Diesen Satz haben wir schon
2005 in unsere Konzeption geschrieben. Eine
positiv besetzte Ernährungserziehung gehört
fest zu unserem pädagogischen Selbstverständnis und deshalb freuen wir uns ganz
besonders über das BeKi-Zertifikat,“ so
Angelika Halder, Leiterin des Kinderhauses
Lukas. Ortsvorsteherin Bettina Haller begrüßte neben Kindern, Eltern und dem Team
auch den Ravensburger Bürgermeister Hans
Georg Krauss und Pfarrer Friedemann Manz
als Vertreter der Trägerschaft. Die Hauptpersonen aber waren die Kinder. Sie zeigten
mit ihrem Theaterstück „Fitti und Schlappi“,
wie viel Spaß gutes Essen machen kann. Das
BeKi-Team überreichte den Erzieherinnen
saftige Birnen als neues Markenzeichen –
natürlich mit BeKi-Fähnchen gespickt.
Eine Fülle von Ideen für die Praxis
Das Kinderhaus fördert das sinnliche Erleben
der Kinder. Neben wöchentlichen Waldtagen,
Turnen, Bewegung im Freien bei Wind und
Wetter lernen Kinder hier leckeres und ausgewogenes Essen und Trinken kennen. Die
vielen Anknüpfungspunkte zum Erfahrungs-
Für den einmal pro Woche stattfindenden
Milchtag wird Milch von einem Biohof
angeliefert und immer wieder einmal besuchen die Kinder einem Bauernhof. Auch am
Schulfruchtprogramm nimmt das Kinderhaus
teil. Als besonderen Höhepunkt pflanzten
die Kinder auf einer Streuobstwiese einen
Apfelbaum, für den das Kinderhaus die
Patenschaft übernommen hat.
Erst vor einigen Monaten wurde der
Essensanbieter gewechselt. Jetzt liefert die
benachbarte Seniorenwohnanlage ein kindgerechtes Mittagessen. Die „großen Kinder“
(die Wackelzähne!) und die Ganztagesgruppe dürfen zweimal wöchentlich sogar bei
den Senioren essen. Zwei Kinder gehen mit
einer Erzieherin voraus, um die Tische für die
anderen Kinder zu decken. Für die Senioren
ist der Besuch der Kinder immer eine große
Freude. Viele sitzen schon am Eingang und
warten auf ihre jungen Besucher.
Das Team des Kinderhauses Lukas beschließt
in jedem Jahr eine Projektidee für das
ganze Jahr und alle 5 Kindergruppen und
formuliert Projektziele für die unterschiedlichen Altersstufen. Ausreichend Zeit ist den
Erzieherinnen sehr wichtig, denn die Kinder
lieben es, an einem Thema dran zu bleiben,
Zeit zum Verweilen und für das Wiederholen
neuer Erfahrungen zu haben.
Anfang 2011 startete im Kinderhaus das
Projekt „Fitti und Schlappi“, das bis zu den
Sommerferien andauerte. Die Kinder konnten
dabei die aid Ernährungspyramide mit allen
Sinnen wahrnehmen. Die Eltern brachten
sich mit viel Engagement in den Bereichen
Bewegung und Ernährung ein. Das Kinderhaus hängte im Flur für alle zum Gebrauch
eine große aid-Ernährungspyramide auf. Zu
jeder Lebensmittelgruppe fanden Aktionen
statt. Eine als Frau Schleck verkleidete Erzieherin zeigte wie man selber Popcorn herstellt
und auch alle anderen Pyramidenbewohner/
innen kamen zur großen Freude der Kinder
einmal zu Besuch. Zusammen mit „Herrn
Müller“ durften die Kinder Säen, Pflanzen,
Dreschen, Mahlen und Quetschen. Exkursionen zu Bauernhöfen und einer Gärtnerei
rundeten das Programm ab. Sogar der in die
Projektzeit fallende Fasching stand unter
dem Motto Gemüsedschungel. Im Frühlingsgottesdienst wurden Kohlrabi gepflanzt und
Weizen gesät. Das Thema war auch in der
Vorbereitung auf Ostern ständig präsent.
Pinnwände voller Fotos und Aktionsbeschreibungen schmückten den Eingangsbereich.
Durch dieses Projekt entstand der Kontakt
des Kinderhauses mit dem Ernährungszentrum in Bad Waldsee. BeKi-Fachfrau Maria
Gessler-Koch führte einen Elternabend durch,
ihre Kollegin Anke Stenkamp informierte an
einem Nachmittag speziell die Eltern von
Kleinkindern. Die große Begeisterung der
Kinder steckte die ohnehin schon sehr interessierten Eltern an. Auch das Team bildete
sich fort, unter anderem mit der Vorstellung
des Ordners „Esspedition Kindergarten“
und einer Veranstaltung „Hygiene in der
Kindertagesstätte“ mit BeKi-Fachfrau Sabine
Mader. Innerhalb kurzer Zeit entstand das
Kursbuch für das BeKi-Zertifikat und wurde
eine weitere Arbeitsunterlage des hochmotivierten Teams.
Maria Gessler-Koch, BeKi-Fachfrau
im Landkreis Ravensburg
7
01-12
AKTUELL
Schmeckt fit! an Süßener Schulen – ein Erfolgsprojekt
Was kommt dabei raus, wenn eine Stadt,
vier Schulgemeinschaften und ein örtlicher
Bäcker gemeinsam mit einem Praxisbegleiter
Schulverpflegung BW der Vernetzungsstelle
Schulverpflegung Baden-Württemberg eine
hochwertige, gesunde und ansprechende
Schulverpflegung zum Ziel haben?
Schmeckt fit! Süßen is(s)t für die Zukunft
pingen statt. Vertreter der Süßener Schulen
lernten dabei die Arbeit der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Baden-Württemberg
sowie Praxisbegleiter Schulverpflegung BW
Sandra Müller kennen. Schon im Juli 2010
fragte die Stadt Süßen eine Begleitung für
ihr Projekt an und Sandra Müller übernahm
den Auftrag. Als erste Maßnahme wurde ein
Runder Tisch mit Vertretern der Stadt sowie
gung so zu verändern, dass sie mit den
Lehrinhalten übereinstimmt. Das Einbeziehen
aller wichtiger Akteure trägt wesentlich zum
Gelingen der Schulverpflegung beiträgt. Dies
wurde in Süßen vorbildlich gelöst. Zur Erarbeitung des Anforderungskatalogs Pausenverpflegung nahmen zusätzlich Hausmeister,
Lehrkräfte und der zuliefernde Bäcker am
Runden Tisch Platz und stellten das neue
tägliche Angebot zusammen:
• Briegel, Brötchen (davon mind. 1 aus Vollkorn), Brezeln, Laugengebäck, Käsestangen, tagesfrisch
• Brötchen, belegt mit Wurst, Käse (mind. 2
verschiedene Sorten), Salatblatt, Gemüse
• Frisches, heimisches Obst
• Saftschorle
• Wasser (mit und ohne Kohlensäure)
• Multivitaminsaft
• Trinkmilch und Kakao mit einem Fettgehalt von max. 3,5%
Zusätzlich können angeboten werden:
• Salate
• Nussmischung
• Frisches Obst in Form von Obstbechern
Im Juli 2010 machte sich die Stadt Süßen
auf den Weg, ihre Schulverpflegung zu
verändern.
Ausgangslage: Drei Schulstandorte (vier
Schulen, Johann-Georg-Fischer-Schule
Grund- und Werkrealschule, Förderschule
Süßen, Geschwister Scholl-Realschule) mit
zwei Mensen, die von zwei verschiedenen
Caterern beliefert werden. Drei Schulen
nutzen die Mittagsverpflegung. Die Zufriedenheit ist uneinheitlich.
Ziele: Mittagessen soll an allen vier Schulen
angeboten werden, und zwar von einem
Caterer. Das Abrechnungssystem soll einheitlich werden. Die Pausenverpflegung soll
für alle Schulen gleich und gesund gestaltet
werden. Gesunde Ernährung soll in die Profile der Schulen aufgenommen werden. Die
Ziele sollten bis März/April 2012 realisiert
werden.
Der Weg: Im Frühjahr 2010 fand das erste
regionale Netzwerktreffen im Landkreis Göp-
der Schulen ins Leben gerufen, so wie es in
der prozessorientierten Arbeitshilfe und dem
Erfahrungskatalog „Aufbau und Akzeptanz
der Schulverpflegung“ der Vernetzungsstelle
beschrieben ist. Nach einer Bestandsaufnahme vor Ort erarbeiteten die Teilnehmer
einen Anforderungskatalog für die Mittagsverpflegung. Die Stadt Süßen führte eine
beschränkte Ausschreibung für den Caterer
durch und der Gemeinderat folgte bei der
Auswahl des Anbieters dem Entschluss des
Schulbeirats. Parallel dazu war auch ein
Abrechnungssystem eingeführt worden.
Wie oft in Schulmensen wurde bei der
IST-Aufnahme ein sehr hoher Lärmpegel in
der Mensa der Grund- und Förderschule
ermittelt. Schnell und mit einfachen Mitteln
konnte hier erfolgreich Abhilfe geschaffen
werden, z.B. Filzstopper an den Stühlen,
Schwammtuch im Besteckkorb und Mensaregeln.
Blieb als letzter Schritt, die Pausenverpfle-
Nicht mehr im Angebot sind koffeinhaltige
Getränke, alkoholische Getränke, kalorienreduzierte Produkte, Fruchtsaftgetränke,
Limonaden, Knabbereien aller Art (Chips
etc.), Kuchen und süßes Gebäck, Fertigprodukte (z.B. Pizza), Croissants, Süßigkeiten
und Müsliriegel.
Fazit: Pünktlich zum Zieltermin hat die Stadt
Süßen mit ihren Schulen ihre Ziele erreicht.
Mehr noch: Jugendliche des Jugendhaus
Süßen und der Schulsozialarbeit an der
J.G.-Fischerschule / WRS haben dem Projekt
einen Namen und ein Bild gegeben, das
in der Stadt Süßen präsent ist. Mensa und
Schule sind Teil des Lebensraums geworden.
Das Beispiel bestätigt einmal mehr: Es lohnt
sich, hartnäckig an einem Ziel zu arbeiten,
gemeinsam um Lösungen zu ringen, die
wichtigen Akteure von Beginn an einzubeziehen und sich ausreichend Zeit zu lassen
für Kommunikation. Der Runde Tisch wird in
Süßen weiter arbeiten – mit Erfolg.
Dr. Susanne Nowitzki-Grmm,
Leiterin der Vernetzungsstelle Schulverpflegung
Baden-Württemberg
AKTUELL
Poster zur Schulverpflegung in
BaWü gewinnt
Preis
8
01-12
BeKi unterstützt Tageseltern bei
der Ernährungsbildung
Ernährungsminister Alexander Bonde und
Christina Metke, Vorsitzende des Landesverbands der Tagesmütter-Vereine BadenWürttemberg e.V. unterzeichneten am 9.
März einen Kooperationsvertrag. Ab sofort
stellt die Landesinitiative BeKi landesweit
qualifizierte BeKi-Fachfrauen als Referentinnen für Ernährungsthemen in der Ausund Fortbildung der Tagespflegepersonen zur
Verfügung.
Carola Rummel, MLR (rechts) gratuliert der
Preisträgerin
Beim 49. wissenschaftlichen Kongress der
Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. in
München-Freising vom 14.-16. März präsentierte Stefanie Böhringer, Mitarbeiterin der
Vernetzungsstelle Schulverpflegung BadenWürttemberg, ein Poster mit den ersten
Ergebnissen ihrer Studie „Strategien zur
Optimierung der Ernährung in schulischen
Einrichtungen“. Eine Fachjury wählte ihr Poster unter die besten drei der insgesamt ca.
140 beim Kongress vorgestellten Arbeiten
und überreichte einen Geldpreis. Herzlichen
Glückwunsch!
Stefanie Böhringer arbeitete von Juni 2010
bis Oktober 2011 mit zehn Schulen an der
Verbesserung der Schulmensa. Vor und nach
der Intervention wurden umfassende Befragungen durchgeführt. Erste Ergebnisse zeigen, dass die durchgeführten Optimierungsmaßnahmen und die Marketingaktionen
die Akzeptanz des Schulessens erhöhten.
Sowohl Eltern als auch SchülerInnen bewerteten die Schulmensa bzw. das Schulessen
nach der Zusammenarbeit besser.
Drei weitere Arbeiten der Fort- und Weiterbildungseinrichtung der Universität Hohenheim
für die DGE-BW e. V. wurden in München
vorgestellt. Drei Studentinnen präsentierten
ihre abgeschlossenen Bachelor-Arbeiten
rund um das Thema Schulverpflegung.
Prof. Dr. Peter Grimm, Sektion Baden-Württemberg der
Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.
Tageseltern müssen sich in einem 160-stündigen Kurs für ihre verantwortungsvolle
Aufgabe qualifizieren. Neben pädagogischen Fachkenntnissen stehen auch die
Ernährungserziehung und die ausgewogene
Zusammenstellung des Speiseplans auf dem
Lehrplan. Die BeKi-Fachfrauen vermitteln
nicht nur die Grundlagen einer ausgewogenen Ernährung für alle Altersstufen, sondern auch die Bedeutung von gemeinsamen
Mahlzeiten und zeigen Möglichkeiten auf,
Kinder in die Zubereitung von Speisen einzubeziehen. Tagesmütter und -väter lernen
künftig sehr praxisnah, wie sich ausgewogenes Essen für die Kinder und Mahlzeiten
mit Freude und Genuss im Alltag kombinieren lassen. Die Kursinhalte entsprechen dem
Curriculum des Deutschen Jugendinstituts,
das speziell für die Qualifizierung von Tagespflegepersonen ausgearbeitet wurde.
Neben den Eltern sind Tageseltern bei der
Ernährungserziehung die wichtigsten Bezugspersonen und haben großen Einfluss auf
die Ess- und Trinkgewohnheiten ihrer Schütz-
linge. Tageseltern sind eine wichtige Säule
der Kinderbetreuung in Baden-Württemberg,
deren Bedeutung kontinuierlich zunimmt.
Der Landesverband der Tagesmütter-Vereine
Baden-Württemberg e.V. möchte die Kindertagespflege in Baden-Württemberg qualitativ
und quantitativ weiter ausbauen und ist froh
über das Engagement des Ministeriums für
Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.
Der Verband
ist ein
vom Land
geförderter
Dach- und
Fachverband für die
Kindertagespflege
und fördert
als Fachservicestelle
den Ausbau
und die
Qualität der
Kindertagespflege
im Land.
Die Landesgeschäftsstelle wirkt als zentrale
Informationsstelle für Kooperationspartner
und über 50 Mitgliedsvereine und ist deren
politische Vertretung auf Landesebene.
Informationen zum Einsatz der
BeKi-Fachfrauen bei den Tageseltern gibt es in allen Landratsämtern
bei den BeKi-Koordinatorinnen und
unter www.beki-bw.de.
Alle Tageseltern können die Fortbildungsangebote nutzen – auch
diejenigen, die nicht in einem dem
Landesverband angeschlossenen
Verein organisiert sind.
9
01-12
Kinderlebensmittel in der Kritik
Großes Medienecho rief der FoodwatchReport „Wie die Lebensmittelindustrie
Kinder zur falschen Ernährung verführt,
Eltern täuscht und die Verantwortung
abschiebt“ und die Stellungnahme des
Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv)
„Kinder brauchen keine Extrawurst“ hervor.
Die Verbraucherschützer kritisieren vor allem,
dass Kinderlebensmittel viel zu süß und zu
fett sind und Kleinkinder keine speziellen
Lebensmittel brauchen. Unterstützung
bekommen sie von Bundesernährungsministerin Ilse Aigner: „Gegen Ende des ersten
Lebensjahres beginnt bereits die allmähliche
Umstellung auf die normale Familienkost.
Eine Notwendigkeit für spezielle Lebensmittel besteht dann nicht mehr.“
Auch die Werbung für Kinderlebensmittel
wird kritisiert. Sie richtet sich u. a. mit Sammelaufklebern, Gutscheinen und eigenen
Kinderinternetseiten direkt an die Kinder.
Nach Angaben des Marktforschungsinstituts
Nielsen wurden im Jahr 2010 über 3,2 Milliarden Euro für die Lebensmittelwerbung ausgegeben. Davon ging jeder fünfte Euro in die
Werbung für Süßigkeiten. Gegenüber 2008
nahmen die Ausgaben für die Bewerbung
von Süßigkeiten um 100 Millionen Euro zu.
Gleichzeitig gilt seit 2009 eine freiwillige
Selbstverpflichtung der Wirtschaft, deren Ziel
– zumindest aus Sicht der Politik – es war,
die an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung einzuschränken. Verbraucherschützer
fordern ein gesetzliches Werbeverbot für
Kinderlebensmittel.
Foodwatch hat im März 2012 in einem
Marktcheck 1.514 Kinderlebensmittel unter
die Lupe genommen und mit den Katego-
Empfehlung versus Werberealität (Quelle: vzbv)
rien der aid-Ernährungspyramide bewertet.
Das Ergebnis: Fast drei Viertel der Produkte
(73,3 Prozent) sind süße und fette Snacks,
die in die „rote“ Kategorie an der Spitze
der Pyramide fallen. Nur 12,4 Prozent der
Produkte können der grünen Kategorie an
der Basis der Pyramide zugeordnet werden.
Die Hersteller stellen die Ernährungspyramide auf den Kopf: Ihre Produktpalette
im Kinder-Segment entspricht ziemlich
genau dem Gegenteil
der ernährungsphysiologischen Empfehlungen. Es
lohnt sich nicht, gesunde
Produkte ans Kind zu
bringen, so die Schlussfolgerung von Foodwatch.
Während die Hersteller mit
Obst und Gemüse Margen
von weniger als 5 Prozent
erzielen, erreichen sie bei
Süßwaren, Softdrinks und
Snacks Umsatzrenditen
von 15 Prozent und mehr.
Die Lebensmittelindustrie hat den Marktcheck stark kritisiert. Sie sieht Kinderlebensmittel nur als kleinen Teil des Speisezettels
und betont, dass diese einen Beitrag zu einer
ausgewogenen Ernährung leisten können.
Kleinkinderlebensmittel überflüssig
Auch speziell für Ein- bis Dreijährige kommen immer mehr Produkte auf den Markt
mit Angaben, die sich auf den Nährwert oder
deren vermeintlich gesundheitliche Vorteile
beziehen. Eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag des vzbv ergab, dass rund
40 Prozent der Verbraucher davon ausgehen,
dass diese Produkte im Zucker-, Fett- und
Salzgehalt an die Bedürfnisse von Kindern
angepasst sind. In
Wirklichkeit enthalten
die Produkte jedoch
häufig besonders viel
Zucker, Fett und Salz.
Speziell für Säuglinge
(unter zwölf Monate)
und Kleinkinder (ein
bis drei Jahre) ausgelobte Lebensmittel
unterliegen dem
Diätrecht und müssen
Anforderungen
AKTUELL
hinsichtlich Zusammensetzung, Kennzeichnung und Bewerbung erfüllen. Außerdem
gelten strenge Grenzwerte für Rückstände
von Pestiziden und Schadstoffen. Der vzbv
fordert die Herausnahme von Kleinkinderlebensmitteln aus der Verordnung für diätetische Lebensmittel. Denn alle Lebensmittel
müssen auch für Kleinkinder unschädlich
sein. Aus ernährungsphysiologischer und
toxikologischer Sicht gibt es keine Begründung für spezielle Lebensmittel für Ein- bis
Dreijährige.
(MLR)
Bundesweit haben die Verbraucherzentralen die Aufmachung und Kennzeichnung
von insgesamt 59 Kleinkinderlebensmittel
untersucht: 22 Trinkbreie, Milchdesserts
und verzehrsfertige Müslis, fünf Smoothies
und Fruchtpürees, 14 Früchte- und Getreideriegel sowie 18 Menüs für Babys ab 10.
Monat bzw. Kleinkinder ab 12. Monat. Fast
alle Produkte werben mit nährwert- oder
gesundheitsbezogenen Angaben, einige sind
entsprechend angereichert. Die Informationen an den Produkten aber können über
die tatsächlichen Produkteigenschaften
hinwegtäuschen: So werden beispielsweise
9 von 14 der untersuchten Früchte- und
Getreideriegel auf der Schauseite mit dem
Hinweis „ohne Zuckerzusatz“ beworben,
enthalten tatsächlich aber bis zu 50 Prozent
Zucker. Zwar findet sich dann auf der Rückseite der Hinweis „Zutaten enthalten von
Natur aus Zucker“, aber meist nur versteckt
innerhalb eines Verpackungsfalzes. Derart
beworbene Produkte sind, trotz der Werbung
mit gesundheitsbezogenen Aussagen wie
„Köstlich fruchtig und gesund – ideal für
zwischendurch“ oder „mit Vitamin C –
stärkt die Abwehrkräfte“ nichts weiter als
Süßigkeiten und damit nicht besser oder
schlechter als vergleichbare Produkte ohne
AKTUELL
Altersangabe, so die Verbraucherzentrale.
Andere Produkte werben mit gesundheitsbezogenen Aussagen wie „Rapsöl enthält
wertvolle Omega-3-Fettsäuren – wichtig für
Gehirn- und Nervenzellen“ oder „Calcium
– wichtig für den Knochenaufbau“. Solche
Aussagen finden sich beispielsweise auf
allen untersuchten Menüs. Allerdings fehlen
bei diesen Produkten die erforderlichen Angaben zum Verzehrmuster und zur notwendigen Verzehrmenge. Mit anderen Worten:
Wie viele der Menüs muss ein Kind essen,
damit die beworbene Wirkung erreicht wird?
Nach den Regelungen der Health ClaimsVerordnung sind Verzehrmuster bei Werbung mit gesundheitsbezogenen Angaben
grundsätzlich auf den Verpackungen von
Lebensmitteln anzugeben.
Lebensmittelindustrie sieht keine
Fehler
Der Bund für Lebensmittelrecht und
Lebensmittelkunde, der Spitzenverband der
deutschen Lebensmittelwirtschaft, betont in
einer Stellungnahme, dass die Unternehmen
die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigen und sich an den
Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft
für Ernährung (DGE) oder des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) orientieren.
Die speziell für Kinder konzipierten Produkte
nach der Diät-Verordnung für Kleinkinder
böten Familien weitere Alternativen in der
Produktauswahl und eine Erleichterung im
Alltag. Auch die Selbstverpflichtung der
Lebensmittelwirtschaft im Rahmen des
Deutschen Werberates greift nach Ansicht
des BLL.
10 01-12
»stark.stärker.WIR.« – Prävention in
baden-württembergischen Schulen
In den Schulen soll die Würde und die
Gesundheit jedes Einzelnen geachtet werden
und Präventionsarbeit nicht punktuell, sondern nachhaltig und systematisch erfolgen.
Das ist das Ziel des neuen baden-württembergischen Präventionskonzepts »stark.
stärker.WIR.«. Landesweit werden 150
Präventionsbeauftragte den Schulen in den
drei Bereichen Gewaltprävention, Suchtprävention und Gesundheitsförderung bei der
Umsetzung in den Schulalltag helfen.
Auch die Ernährung als Teil der Gesundheitsförderung beeinflusst, wie Schule
als „Lebensraum“ wahrgenommen und
angenommen wird. Deshalb war die
Landesinitiative BeKi am 14. Februar 2012
beim überregionalen Fachtag für Präventionsbeauftragte in Leinfelden-Echterdingen,
um sich als potentieller Netzwerkpartner für
die Schulen vorzustellen. Insgesamt wurden
elf Workshops dreimal parallel angeboten. In
den Pausen konnte man sich an den Ständen
von 14 Partnern informieren.
Foodwatch-Report, Wie die Lebensmittelindustrie
Kinder zur falschen Ernährung verführt, Eltern
täuscht und die Verantwortung abschiebt, Februar
2012
vzbv, vpk – verbraucher. politik. kompakt., 02/2012
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, 20.3.2012
BLL, Statement zum Dossier des Verbraucherzentrale
Bundesverbandes: „Kinderlebensmittel – bunt,
bunter, zu bunt?“ (24.01.2012)
Viel Interesse für die BeKi-Angebote
»stark.stärker.WIR.« entstand als Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden
und Wendlingen. Schulen erhalten damit für
ihre Präventionsarbeit einen Rahmen, um
die Vielfalt der Maßnahmen, Programme
und Projekte aufeinander abzustimmen und
flexibel an den jeweiligen Bedarf anzupassen. Wirksame Prävention muss gleichzeitig
auf der Schulebene, der Klassenebene und
der individuellen Ebene verankert sein und
Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und
Eltern einbeziehen.
Zur Weiterentwicklung des Präventionskonzepts sind die Schulen aufgefordert, sich
regional mit außerschulischen Partnern zu
vernetzen. BeKi bringt sich hier als Partner
der Ernährungsbildung mit Fortbildungen
für Lehrkräfte, Elternveranstaltungen und
Unterricht der BeKi-Fachfrauen ein. Ergänzende Angebote sind die Beratung der
Vernetzungsstelle Schulverpflegung und die
Teilnahme am Schulfrucht- oder Schulmilchprogramm, damit auch das Pausenangebot
und die Atmosphäre in der Mensa stimmen.
Die Präventionsberater sind einerseits
ehemalige Suchtbeauftragte bzw. Gewaltpräventionsberater und andererseits neu
ausgebildete Lehrkräfte. Sie führen z. B.
Fortbildungen für Lehrkräfte durch, wirken
bei der Gestaltung von Pädagogischen Tagen
und Elternabenden mit und begleiten die
Schulen bei der Vernetzungsarbeit. Start
des Präventionskonzepts war im Februar
2011 mit 40 Schulen
in enger Zusammenarbeit mit dem
Kultusministerium.
Ihre Erfahrungen
werden in eine Handreichung einfließen.
Im September 2012
beginnt die flächendeckende Einführung
mit voraussichtlich
500 Schulen; im
Februar 2013 sollen
weitere 500 Schulen
einsteigen und ab
September 2013 jährlich jeweils weitere
500 Schulen.
Koordiniert wird »stark.stärker.WIR.« vom
Kontaktbüro Prävention im Kultusministerium. Hierfür wurden das Kontaktbüro Gewaltprävention und die Fachstelle Gesunde
Schule zusammengeführt.
Weitere Informationen unter
www.kontaktbuero-praevention-bw.de
Andrej Hänel, MLR
11 01-12
Folsäure in Multivitaminsäften
Frisch abgefüllt, schnell überdosiert – das
stellte das Max-Rubner-Institut (MRI) bei
Analysen von Folsäure in angereichertem
Multivitaminsaft fest.
Folate sind lebenswichtige Vitamine, die
insbesondere in grünen Salaten, Spinat,
Brokkoli oder Spargel enthalten sind.
Multivitaminsäften wird teilweise synthetisch hergestellte Folsäure zugesetzt. Dieser
Zusatz muss auf der Verpackung angegeben
werden. Die Unterversorgung mit Folsäure
ist problematisch, weil sie wahrscheinlich die
Entstehung von Neuralrohrdefekten beim
Embryo fördert. Doch auch die Überversorgung wird seit einigen Jahren kritisch
gesehen, weil sie einen Vitamin-B12-Mangel
verdecken kann, aus der eine Schädigung
des Nervensystems folgen kann.
Wie das MRI ermittelte, schwankt die Menge
der Folsäure in Multivitaminsäften erheblich.
Kurz nach der Abfüllung liegt sie im Mittel
um 80 Prozent über dem auf der Verpackung
angegebenen Gehalt. Bereits wer drei Gläser
(600 Milliliter) dieses Saftes trinkt, kann die
tolerierbare Tageshöchstmenge für Folsäure
(1000 Mikrogramm) überschreiten. Nach
sechs Monaten liegt die gemessene Menge
an Folsäure immer noch um durchschnittlich
15 Prozent über dem angegebenen Gehalt.
Erst nach 12 Monaten Lagerung wird dieser
im Durchschnitt um fünf Prozent unterschritten.
In die Untersuchung gingen acht deutschlandweit häufig verkaufte Multivitaminsäfte
in Glasflaschen, PET-Flaschen und in Kartons
ein. Die Säfte wurden direkt vom Hersteller
bezogen. Kurz nach der Abfüllung und dann
monatlich wurden sie am MRI analysiert.
Max Rubner-Institut – Bundesforschungsinstitut für
Ernährung und Lebensmittel, 12.03.2012
AKTUELL
Rohes Hackfleisch nichts für kleine Kinder!
Öfter als erwartet verzehren kleine Kinder
in Deutschland rohes Fleisch. Das zeigt eine
aktuelle Studie des Robert Koch-Instituts.
„Rohe, vom Tier stammende Lebensmittel
sind häufig mit Krankheitserregern belastet“, erklärt Professor Dr. Dr. Andreas
Hensel, Präsident des Bundesinstituts für
Risikobewertung (BfR). „Besonders empfindliche Personengruppen, wie kleine Kinder,
Schwangere, Senioren oder Personen mit
geschwächter Immunabwehr, sollten diese
Lebensmittel daher grundsätzlich nicht roh
verzehren“. Mit rohem Fleisch können unter
anderem Salmonellen, Campylobacter, E. coli
einschließlich EHEC, Yersinien, Listerien aber
auch Viren und Parasiten übertragen werden.
Rohes Schweinehackfleisch ist der wichtigste
Risikofaktor für den Erwerb einer Yersiniose.
Die Yersiniose ist eine Magen-Darm-Erkrankung, die insbesondere durch Infektion
mit dem Bakterium Yersinia enterocolitica
verursacht wird. Die Übertragung der Yersinien erfolgt hauptsächlich über Lebensmittel,
insbesondere über rohes Schweinefleisch wie
Mett oder Hackepeter. Der Anteil der Kinder,
die rohes Schweinehackfleisch gegessen
hatten, war in der Studie überraschend
hoch. Sogar bei Kindern, die 1 Jahr oder
jünger waren, wurde bei knapp 30 % der
Erkrankten (und 4 % der Kontrollpersonen)
angegeben, dass sie Schweinehackfleisch
roh verzehrt hatten.
In Deutschland und anderen europäischen
Ländern ist Campylobacter mittlerweile der
häufigste bakterielle Erreger von Darminfektionen des Menschen. Im Jahr 2011
wurden in Deutschland über 70 Tausend
Campylobacteriose-Fälle bei Menschen
gemeldet. Campylobacter-Bakterien kommen
insbesondere in rohem oder unzureichend
erhitztem Geflügelfleisch vor, aber auch in
rohem Fleisch anderer Tierarten, in Rohmilch
und bei Hühnereiern.
Die Zahl der gemeldeten Salmonellosen des
Menschen, insbesondere durch Salmonella
Enteritidis, hat sich in den letzten drei Jahren
deutlich verringert. Dies deutet darauf hin,
dass die Salmonellenbekämpfung beim
Geflügel erste Erfolge zeigt. Im Rahmen der
regelmäßigen Untersuchungen auf Zoonosen (= von Tier zu Mensch übertragbare
Infektionskrankheiten) wurden im Jahr 2009
in 5 % der Hackfleischproben Salmonellen
nachgewiesen. Dieses Ergebnis bestätigt,
dass rohes Hackfleisch eine Infektionsquelle
für den Menschen darstellen kann.
Zum Schutz vor den zum Teil schwer verlaufenden Lebensmittelinfektionen sollten
besonders empfindliche Personengruppen,
wie Kinder unter 5 Jahren, Schwangere,
Senioren oder Personen mit geschwächtem
Immunsystem, vom Tier stammende Lebensmittel grundsätzlich nicht roh verzehren:
rohes Hackfleisch bzw. Hackepeter, Rohwurst, Rohmilch und Rohmilchkäse, rohen
Fisch (z. B. Sushi) und Räucherlachs sowie
rohe Austern.
Insbesondere zerkleinertes Fleisch wie Hackfleisch bietet mit seiner großen Oberfläche
den Mikroorganismen ideale Vermehrungsbedingungen. Deshalb sollte an der Bedientheke erworbenes Hackfleisch auch im Privathaushalt nur im Kühlschrank aufbewahrt
und am Tag des Einkaufs verbraucht werden.
Frisches Hackfleisch in Fertigpackungen muss
mit einem Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis...“) sowie einer Beschreibung der
einzuhaltenden Lagertemperatur gekennzeichnet sein. Sofern die auf der Verpackung
angegebene Lagertemperatur im Haushalt
nicht eingehalten werden kann, sollte Hackfleisch am Tag des Einkaufs verbraucht oder
durchgebraten werden. Nach Ablauf des
Verbrauchsdatums sollte rohes Hackfleisch
nicht mehr verzehrt werden.
Verbraucherinnen und Verbraucher können
sich weiterhin schützen, indem sie Fleisch
und Geflügel vor dem Verzehr ausreichend
und gleichmäßig garen, bis der austretende
Fleischsaft klar ist und das Fleisch eine
weißliche (Geflügel), graurosa (Schwein)
oder graubraune Färbung (Rind) angenommen hat.
Um Kreuzkontaminationen zu vermeiden,
sollten beim Umgang mit rohen und gegarten Lebensmitteln nie dieselben Küchenutensilien verwendet werden, sofern diese vorher
nicht gründlich mit heißem Wasser und
Spülmittel gereinigt wurden. Außerdem ist
es ratsam, für das Schneiden von Fleisch und
Geflügel ein anderes Schneidbrett zu verwenden als für Obst und Gemüse. Die Hände
sollten nach Kontakt mit rohen Lebensmitteln sofort gründlich gewaschen werden.
Bundesinstitut für Risikobewertung,
11/2012, 12.03.2012
AKTUELL
12 01-12
GRETA-Studie untersucht Kleinkinder
Für das Kleinkindalter gibt es nur sehr
wenige ernährungswissenschaftliche Daten,
obwohl gerade in dieser Phase wichtige
Weichen für die Gesundheit gestellt werden.
Das Forschungsinstitut für Kinderernährung
(FKE), Dortmund untersuchte deshalb in der
GRETA-Studie (= German Representative
Study of Toddler Alimentation) 10-36 Monate alte Kleinkinder, repräsentativ ausgewählt unter Berücksichtigung des Alters,
der sozialen Schicht und der regionalen
Verteilung. Abgefragt wurde der Lebensmittelverzehr über 7 Tage zu 7 verschiedenen
Tageszeiten anhand eines Fotofragebogens.
Die Fragebögen von 391 Kindern wurden
ausgewertet, je zur Hälfte Jungen und Mädchen. Geschlechtsspezifische Unterschiede
zeigten sich bei den Kleinkindern jedoch
nicht.
Die Nährstoffzufuhr war im Großen
und Ganzen gut, doch die Auswahl
der Lebensmittel könnte bei vielen
Kindern verbessert werden.
Lebensmittelverzehr im Vergleich
zu den Referenzmengen der Optimierten Mischkost:
Die Kinder tranken nur etwa zwei Drittel
der empfohlenen Menge, das heißt etwa
1 Glas pro Tag zu wenig. Meist waren es
Wasser und Tee, doch der Anteil gezuckerter
Getränke steigt schon bei den ganz Kleinen
an, von 5 % bei den 1-Jährigen bis zu 11
% bei den 3-Jährigen. Eltern vermindern
bei Kleinkindern oft die Trinkmenge, um das
„Trockenwerden“ zu beschleunigen. Dieses
Wasserdefizit wird anschließend nicht wieder
aufgeholt. Junge Eltern sollten ihre Kinder
deshalb früh an das Trinken von Wasser
gewöhnen. Diese Maßnahme hilft auch bei
der Verhütung von Übergewicht.
(E. Rosenbaum)
Bei den pflanzlichen Lebensmitteln erreichten die Kinder die Referenzmengen nur bei
Obst, nicht dagegen bei Gemüse, Brot und
Beilagen. Bei den tierischen Lebensmitteln
liegt der Verzehr von Milchprodukten im
empfohlenen Bereich, der von Eiern/Fleisch/
Wurstwaren deutlich darüber, derjenige
von Fisch deutlich darunter. Die Hälfte der
1-Jährigen und 15 % der 2-3-Jährigen
Kinder tranken noch eine Fertigmilch, meist
eine Folgemilch. Spezielle Kindermilch spielte
kaum eine Rolle. Süßigkeiten, berechnet als
Anteil an der Energiezufuhr, werden deutlich
zu viel gegessen: knapp 40 g täglich bei
1-Jährigen, fast 65 g bei 3-Jährigen.
Ein signifikanter Einfluss der sozialen Schicht
wurde nur bei Fleisch/Wurstwaren sowie Süßigkeiten festgestellt. Von beiden verzehrten
Kleinkinder der unteren Schicht mehr als
diejenigen der oberen Einkommens- und
Bildungsgruppen.
Energie- und Nährstoffzufuhr bezogen auf D-A-CH-Werte und Referenzwerte von OptimiX:
Die Energieaufnahme entsprach in etwa
den Empfehlungen, gleiches galt für die
Aufnahme von Fett- und Kohlenhydraten.
Verbesserungspotential zeigte sich jedoch
bei der Qualität, denn der Anteil gesättigter
Fettsäuren und zugesetzter Zucker war zu
hoch. Deutlich zu hoch war auch der Anteil
an Protein. Ob eine Verminderung dieser
Menge im Hinblick auf die Vermeidung von
Übergewicht im Erwachsenenalter günstig
ist, wird noch diskutiert. Kinder der oberen
sozialen Schicht liegen bei allen Makronährstoffen dichter an den Empfehlungen als der
Durchschnitt.
Die Versorgung mit den meisten der untersuchten 9 Vitamine und 6 Mineralstoffe
war ausreichend. Defizite gibt es bei Folat,
Vitamin D und Eisen. Das FKE hält die Verwendung von Folsäure-angereichertem Salz
für sinnvoll. Bei Vitamin D wird derzeit die
Fortführung der Vitamin-D-Supplementierung
über das Säuglingsalter hinaus diskutiert. Bei
den Empfehlungen für Eisen steht ebenfalls
eine Überprüfung an, denn das Unterschreiten der empfohlenen Eisenzufuhr um bis
zu 25 % ist nicht mit einem Risiko für die
Entwicklung eines Eisenmangels verbunden
– so das Ergebnis der DINO-Studie des FKE.
Vielleicht sind die Eisenempfehlungen zu
hoch angesetzt.
Trend zur Infantilisierung
Spezielle Säuglings- oder Kleinkindprodukte
sind ab dem 2. Lebensjahr grundsätzlich
ernährungsphysiologisch nicht notwendig.
Das betont das FKE deutlich. Den höheren
Anteil von Flaschenkost im Kleinkindalter,
den die GRETA-Studie ergab, sehen die Wissenschaftler kritisch. Denn durch die längere
Nutzung der Flasche könnte das Risiko für
Übergewicht im Kindesalter steigen. Weitere
Analysen der Ernährungsprotokolle sollen
diesen Fragenkomplex näher untersuchen.
Abschließend betont das FKE:
„Bei der Verbesserung der Essgewohnheiten
kommt der Vorbildfunktion der Familie eine
entscheidende Bedeutung zu, aber auch die
Ernährung in Krippen und KiTa spielt eine
immer größer werdende Rolle. Die Schaffung
eines gesundheitsförderlichen Umfeldes
(Verhältnisprävention) ist eine wesentliche
Voraussetzung für eine effektive Gesundheitsförderung und Primärprävention für
die große Masse der Bevölkerung. In der
Ernährung bedeutet dies einen erleichterten
Zugang zu gesunden Nahrungsangeboten,
z. B. durch die Verbesserung der Qualität
der Mahlzeiten in Krippen und KiTAs oder
der erleichterte Zugang zu empfehlungsgemäßen Lebensmitteln und Mahlzeiten durch
entsprechende Kennzeichnung (z. B. optimiXGütesiegel) oder preisliche Gestaltung im
Einzelhandel.“
Hilbig A. et al., GRETA: Ernährung von Kleinkindern in
Deutschland, Aktuel Ernaehrungsmed 2011 (36) 224-31
13 01-12
Hygiene bei der Säuglingsernährung
Die Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung gibt auf ihrer Internetseite www.
kindergesundheit-info.de Empfehlungen für
die Hygiene bei der Säuglingsernährung.
Übertriebene Hygiene schadet oft mehr, als
dass sie nutzt. Aber einige grundsätzliche
Hygienemaßnahmen sind unerlässlich.
Zur Pflege der Brust während der Stillzeit
empfiehlt es sich, die Brust lediglich täglich
mit klarem Wasser abzuwaschen. Waschlotionen und Seifen trocknen die Haut nur
unnötig aus. Nach dem Stillen ist es gut, die
Feuchtigkeit aus Milch und Speichel antrocknen zu lassen, da Muttermilch desinfizierend
wirkt.
Für eine „Auszeit“ beim Stillen kann man
Muttermilch auf Vorrat abpumpen.
Milchpumpen zum Ausleihen oder Kaufen
gibt es in allen Apotheken. Alle Teile der
Milchpumpe, die mit der Brust und Muttermilch in Berührung kommen, müssen vor
dem Abpumpen abgekocht oder auf andere
Weise steril gemacht werden. Die Hände
müssen nur gründlich gewaschen werden.
Sterilisieren ist unnötig.
• Milch gleich im Anschluss an das Abpumpen in ein sauberes Gefäß füllen und
am besten im Kühlschrank oder in der
Tiefkühltruhe beziehungsweise in einem
Tiefkühlfach lagern.
• Im Kühlschrank hält sich Muttermilch bei
einer Temperatur von +4 bis 6° Celsius
bis zu 72 Stunden, tiefgefroren drei
bis sechs Monate (bei -18 bis -40° C).
Langsam und schonend lässt sie sich im
Kühlschrank (über 24 Stunden) oder bei
Raumtemperatur auftauen.
• Nach dem Öffnen des Gefäßes aufgetaute Milch innerhalb von zwölf
Stunden verbrauchen und nicht
wieder einfrieren. Ungeöffnet hält
sie sich 24 Stunden im Kühlschrank, ohne Kühlung nur sechs
bis acht Stunden.
• Das Erwärmen in der Mikrowelle ist wegen der ungleichmäßigen Erhitzung ungeeignet.
Empfehlenswert ist es, die Milch
vor dem Füttern unter fließendem warmen Wasser oder im
Flaschenwärmer – möglichst mit
Umluft – auf Trinktemperatur zu
erwärmen (37° Celsius).
• Einmal aufgewärmte Milch und Reste
nicht mehr weiterverwenden.
Für fertige Säuglingsmilchnahrung
gelten folgende Empfehlungen:
• Trinkwasser frisch aus der Leitung
entnehmen und für die Zubereitung
erwärmen. Angebrochene Mineralwasserflaschen – für die Säuglingsnahrung
zugelassene Produkte verwenden – im
Kühlschrank aufbewahren und das Wasser bei der Weiterverwendung abkochen.
• Angebrochene Verpackungen des Milchpulvers gut verschlossen und trocken
aufbewahren.
• Keine Flaschen auf Vorrat zubereiten,
sondern immer nur die erforderliche Menge unmittelbar vor der Mahlzeit. Vorher
Händewaschen nicht vergessen.
• Für unterwegs abgekochtes Wasser in
einer Thermosflasche und die richtige
Pulvermenge in der ausgekochten Flasche
separat mitnehmen.
• Reste von Fertigmilch dürfen nicht wieder
verwendet und sollten sofort wegschüttet
werden.
Flasche und Sauger sind nach jedem Gebrauch – ob mit abgepumpter Muttermilch
oder Säuglingsmilchnahrung – sorgfältig
zu reinigen, am besten sofort nach der
Mahlzeit mit Wasser und Spülmittel. Die Flaschenbürste sollte nur für die Babyflaschen
verwendet werden.
• Zum Trocknen die Flaschen mit der Öffnung nach unten auf ein sauberes Tuch
stellen.
• Gummisauger gelegentlich auskochen, bei
Silikonsaugern ist dies nicht erforderlich.
WISSEN
• Zum Aufbewahren Flaschen und Sauger
mit einem frischen Küchentuch abdecken.
• Bei Flaschenwärmern mit WasserbadTechnik das Gerät alle zwölf Stunden
reinigen und das Wasser wechseln.
• Nicht selbst an der Flasche trinken, denn
dadurch können Kariesbakterien auf das
Kind übertragen werden.
Fertige Gläschenkost nicht direkt mit dem
Löffel aus dem Gläschen füttern, sondern
eine kleine Menge in eine Schüssel oder auf
einen Teller füllen. Über den Löffel können
Keime aus dem Mund des Babys ins Gläschen gelangen und den Breirest verderben.
• Nur die Menge aus dem Glas entnehmen,
die das Kind voraussichtlich isst. Der Rest
hält sich je nach Produkt 1-3 Tage im
Kühlschrank.
• Einmal erhitzte Gläschenkost grundsätzlich nicht aufbewahren. Dies gilt wegen
des hohen Nitratgehaltes insbesondere
für Gläschen, die als Gemüse Spinat
enthalten.
• Auch für den Löffel gilt: Nicht ablecken,
damit keine Kariesbakterien übertragen
werden.
Für selbsthergestellte Breinahrung
müssen alle Küchengeräte sehr sauber und
gut abgespült sein. Größere Mengen lassen
sich portionsweise direkt nach dem Pürieren
in Gefrierdosen oder sauberen Gläschen
einfrieren. Für einzelne Zutaten wie Gemüse
oder Fleisch eignen sich z.B. Eiswürfelschalen. Kartoffeln sind zum gesonderten
Einfrieren ungeeignet.
• Eingefrorene Breie aus eigener Herstellung sind bei -18 ° Celsius bis zu zwei
Monate haltbar.
• Brei erst unmittelbar vor dem Füttern
schnell auftauen, entweder im Wasserbad
oder in der Mikrowelle.
• Vor dem Füttern gut durchrühren und
mit einem eigenen Löffel die Temperatur
testen. Besonders sorgfältig prüfen, wenn
der Brei in der Mikrowelle erwärmt wird,
weil er sich unregelmäßig erwärmen
kann.
• Einmal aufgetaute Breiportionen nicht
erneut erwärmen oder einfrieren.
http://www.kindergesundheit-info.de > Für
Eltern > Ernährung > Ernährung im ersten
Lebensjahr
W ISSEN
14 01-12
Keine Trinkbreie
für Babys
Fischöl in der Schwangerschaft schützt
nicht vor Übergewicht
Brei ist nicht für die Flaschenfütterung
geeignet, so die Meinung der Experten des
Netzwerks „Gesund ins Leben“. Professor
Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Netzwerks, warnt
vor „Trinkbreien“, „Trink-Mahlzeiten“ und
„Gute-Nacht-Fläschchen“. Sie können Karies
und Übergewicht fördern und stören das
allmähliche Erlernen gesundheitsfördernder
Essgewohnheiten.
Dass Babybreie zunehmend als Trinkbreie
angeboten werden, zum Beispiel in den Geschmacksrichtungen Banane-Apfel mit Reis,
Keks, Getreide oder Schokolade, erscheint
äußerst praktisch. Doch wer glaubt, seinem
Baby damit etwas Gutes zu tun, der irrt. Löffeln lernen ist wichtig für die altersgerechte
Entwicklung eines Babys. Außerdem werden
diese Produkte leicht mit Säuglingsmilchnahrungen verwechselt und können damit zu
Fehlernährung führen.
„Trinkbreie sind Beikost“, sagt Koletzko.
„Ihr Energiegehalt liegt sehr weit über der
empfohlenen Menge von 60 bis 70 kcal/100
ml für Flaschennahrung.“ Die Mehrzahl
dieser Trinkbreie liegt mit 80 bis 110 kcal
pro 100 ml deutlich darüber. Das Risiko ist
groß, dass ein Säugling mit den genannten
Produkten überfüttert wird. Zahlreiche Studienergebnisse beweisen, dass eine zu hohe
Gewichtszunahme gerade im Säuglings- und
Kleinkindalter später mit einem erhöhten
Risiko für starkes Übergewicht verbunden
ist. Langes Herumnuckeln am Fläschchen
mit Trinkbreien erhöht zudem die Gefahr
für Frontzahnkaries (Nuckelflaschenkaries).
Auch kann der empfindliche, allmähliche
Lernprozess des Essens halbfester und fester
Speisen ernsthaft gestört werden, wenn das
altersgerechte Essen von Brei mit dem Löffel
unterbleibt.
Das Netzwerk „Gesund ins Leben“ empfiehlt
zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat mit
der Beikost zu starten, während die Babys
gleichzeitig noch weiter Muttermilch bekommen. Zuerst gibt es einen Gemüse-KartoffelFleisch-Brei zur Mittagszeit, allerdings auf
dem Löffel.
Bisher ging man davon aus, dass die Aufnahme
„schlechter“ Fette in der Schwangerschaft die
Bildung kindlicher Fettzellen erhöht, dass „gute“
Omega-3-Fettsäuren hingegen vor Übergewicht schützen. Eine Interventionsstudie an der
Technischen Universität München konnte eine
solche fötale Programmierung nicht bestätigen:
Werdende Mütter nahmen während Schwangerschaft und Stillzeit mit Fischölkapseln und Fischmahlzeiten gezielt mehr Omega-3-Fettsäuren zu
sich. Im Alter von zwölf Monaten sind die Kinder
dieser Mütter genauso rund oder schlank wie
die Kinder der Kontrollgruppe.
Christine Röger, www.aid.de, 21.9.2011
Weitere Informationen:
www.gesund-ins-leben.de
In der INFAT-Studie (= The Impact of Nutritional
Fatty Acids during Pregnancy and Lactation
on Early Human Adipose Tissue Development)
untersuchen Professor Hans Hauner und seine
Kollegen im Rahmen des Kompetenznetzes
Adipositas, wie sich die Zusammensetzung
der Fettsäuren in der mütterlichen Ernährung
während der Schwangerschaft und Stillzeit auf
den Nachwuchs auswirkt. Im Fokus steht dabei
das Verhältnis zwischen Omega-6-Fettsäuren,
die in Fleisch und Wurstwaren vorkommen, und
Omega-3-Fettsäuren, die besonders in fetten
Meeresfischen enthalten sind. Zellbiologische
Versuche und Untersuchungen an Mäusen
haben gezeigt, dass Omega-3-Fettsäuren eher
eine bremsende Wirkung auf die Fettgewebsentwicklung des Mäusenachwuchses haben.
Die Ergebnisse der INFAT-Studie stellen die
Wirksamkeit einer solchen Prägung im Mutterleib, also der fötalen Programmierung auf
„schlank“, für den menschlichen Nachwuchs in
Frage. Untersucht wurden 208 werdende Mütter
seit Beginn der Schwangerschaft. Eine Gruppe
der Frauen nahm in der Schwangerschaft und
Stillzeit durch die Einnahme von Fischölkapseln
und den Verzehr von mehr Fisch- und weniger
Fleischmahlzeiten gezielt mehr Omega-3-Fettsäuren zu sich. Die Kontrollgruppe hingegen be-
hielt ihre üblichen Ernährungsgewohnheiten bei
und verzichtete auf die Fischölkapseln. In jeder
Gruppe wurde das Fettgewebe der Kleinkinder
durch die regelmäßige Messung von Hautfalten
bis zum zwölften Lebensmonat erfasst. Auch per
Ultraschall wurde die Dicke der Fettschicht am
oberen Bauch der Kleinkinder bestimmt, zum
ersten Mal bei so jungen Kindern. Das Ergebnis:
Zwischen beiden Gruppen ließ sich kein Unterschied in der Fettgewebsentwicklung feststellen.
Eine höhere Intelligenz, der Schutz vor Allergien oder eben vor Übergewicht? „Vieles, was
(Fotos: F. Wöhrlin)
Nahrungsergänzungsmittel versprechen, muss
kritisch hinterfragt werden“, stellt Prof. Hauner
fest. „Die Entwicklung im Mutterleib ist ein
komplexer Prozess und lässt sich nicht auf einen
einfachen Zusammenhang zwischen Nährstoffzufuhr und Fettgewebsentwicklung reduzieren.
Zudem kommen zum Beispiel im Kindergarten
und in der Schule weitere Umweltfaktoren hinzu,
die sich auf das Körpergewicht auswirken.“
Die Kinder werden deshalb im Rahmen der
INFAT-Studie bis zu ihrem fünften Lebensjahr in
regelmäßigen Abständen untersucht. Auch weitere Annahmen über die Wirkung von Omega3-Fettsäuren sollen noch geprüft werden,
beispielsweise der mögliche Schutz vor Asthma
oder Neurodermitis. Mit der INFAT-Studie stehen
dafür zum ersten Mal umfangreiche Daten
aus einer prospektiven Interventionsstudie zur
Verfügung.
Die INFAT-Studie wird gefördert durch das
Bundesministerium für Bildung und Forschung
(Kompetenznetz Adipositas), die Europäische
Union (EARNEST-Konsortium), das DanoneForschungszentrum, die Else Kröner-FreseniusStiftung sowie die Unilever Foundation.
Mitteilung der Technischen Universität München,
04.01.2012
15 01-12
WISSEN
Lebensmittelinfektionen in der Schwangerschaft
Das Netzwerk Junge Familie hat in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung ein achtseitiges Merkblatt mit sehr
praxisnahen Empfehlungen zur Vermeidung
von Lebensmittelinfektionen herausgebracht.
Es warnt vor Toxoplasmose und Listeriose, zwei durch Parasiten bzw. Bakterien
hervorgerufenen Infektionen. Sie sind zwar
selten, können dem ungeborenen Kind aber
schaden.
Die wichtigste Empfehlung lautet: Essen
Sie keine rohen Lebensmittel vom Tier, vor
allem keine Produkte aus Rohmilch, keine
unerhitzten Eier sowie kein rohes Fleisch
oder rohen Fisch. Auch unerhitztes Obst und
Gemüse kann durch anhaftende Erde Toxoplasmoseerreger übertragen. Küchen- und
Händehygiene sind ebenfalls wichtig.
Das Merkblatt enthält genaue Hinweise für
Milchprodukte und Käse, Fleisch, Fisch, Meerestiere sowie Obst und Gemüse. Besonders
bei Salattheken und unerhitzten Säften ist
Vorsicht geboten.
Das Infoblatt geht aber auch auf Feinkostsalate, Antipasti und Backwaren ein:
• Feinkostsalate und Antipasti aus offenen
Gefäßen, in der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung meiden
• Feinkostsalate mit Matjesheringen und
Weichkäse meiden
• Keine selbstzubereiteten Majonäse mit
rohen Eier essen
• durchgebackene Kuchen bevorzugen
• vorgefertigte Sandwiches und belegte
Brötchen sowie Kuchen und Teilchen
mit nicht durchgebackener Füllung aus
Verkaufstheken meiden
• Schlagsahne vor dem Verzehr frisch
aufschlagen
Download des achtseitigen Merkblatts unter
www.was-wir-essen.de > Spezielle Ernährungsinfos > Schwangere > Toxoplasmose
und Listeriose – wie lassen sie sich vermeiden?
Nachgefragt: Was sind Flexitarier?
Ein sehr maßvoller, auf Tierschutz bedachter
und sehr qualitätsbewusster Fleischesser das sind Flexitarier. Diese flexiblen Vegetarier
essen zwar Fleisch, aber nicht regelmäßig
oder täglich. In den USA ist der Begriff
schon lange bekannt. Im Jahr 2003 kürte
die Amerikanische Gesellschaft für Dialekt
“flexitarian” als brauchbarsten Begriff des
Jahres. Neben Umweltaspekten spielt bei der
Entscheidung sich flexitarisch zu ernähren
auch ein verstärktes Gesundheitsbewusstsein mit hinein.
In den Niederlanden haben Flexitarier bereits
eine eigene Homepage und die Metzger
nehmen dort vorgefertigte vegetarische
Mahlzeiten in ihr Angebot auf. Und die Compass Group, das weltweit größte Cateringunternehmen, startete im Jahr 2010 eine “Be a
Flexitarian”-Initiative in Amerika.
Christian Vagedes, Gründer und Vorsitzender der veganen Gesellschaft Deutschland,
hält den Begriff für eine Verwässerung des
Vegetarismus. Denn die meisten Menschen
in Deutschland essen ohnehin an manchen
Tagen kein Fleisch. Ein Flexitarier oder Halbvegetarier werde früher oder später wieder
“rückfällig”, so Vagedes. Gefordert sei ein
kompromissloser Wechsel.
Auf der Seite www.halbzeitvegetarier.de
werden dagegen unter dem Motto „ Zwei
halbe Vegetarier sind auch ein Ganzer“
Menschen dazu aufgerufen, ihren Fleischkonsum zu halbieren. Die Initiatoren denken,
dass durch das Projekt viele Leute dazu
gebracht werden können, weniger Fleisch
zu essen und sich generell Gedanken über
ihre Ernährung zu machen. Eine schrittweise
Veränderung sei für die meisten Menschen
einfacher als eine radikale Umstellung.
Unter dem Motto „ab und zu mal fleischfrei“
informiert eine Biomarktkette über die klassischen Werbemedien aber vor allem ganz
neu über Facebook über die Vorteile teils
fleischfreier Ernährung. Rezepte von Mitarbeitern ergänzen das Angebot. Auch VIVA-TV
fragt über Facebook nach Meinungen der
User in Sachen Flexitarier: neuer Trend oder
Gewohnheiten wie zu Omas Zeiten, als es
noch den Sonntagsbraten gab?
bio-markt-info, Denn´s startet Flexitarier
Kampagne, 5.3.2012 (abgerufen 5.4.2012)
taz.de vom 25.9.2011 (abgerufen am
5.4.2012)
aid-Info, 4.1.2012
W ISSEN
16 01-12
Clean Label – die Werbung mit dem Verzicht
„Ohne Geschmacksverstärker“, „ohne
Konservierungsstoffe“, „ohne künstliche
Farbstoffe“– diese Kennzeichnung „ohne X“
wird auch als „Clean Label“ bezeichnet. Die
Hersteller versuchen mit „Clean Labeling“
bei verarbeiteten Produkten auf Inhaltsstoffe
mit E-Nummern zu verzichten und diese
durch andere Zutaten, die jedoch nicht als
Zusatzstoffe gekennzeichnet werden müssen, zu ersetzen.
„ohne Zusatz von Konservierungsstoffen“
wurden dokumentiert. Trotzdem fanden sich
in den Zutatenlisten häufig Inhaltsstoffe mit
konservierender Wirkung wie Essigsäure
oder Branntweinessig.
Bei hoch verarbeiteten Trocken-Fertiggerichten wie Suppen, Saucen oder Tassengerichten wurde zudem auffällig oft mit dem
zusätzlichen Hinweis „natürlich“, „100
Prozent natürlicher Geschmack“ oder „Natur
pur“ geworben.
„Ohne Geschmacksverstärker“ stand auf
74 Verpackungen. Bei 68 dieser Produkte
wurden andere geschmacksverstärkende
Zutaten wie Hefeextrakt oder „Würze“
verwendet. Doch Hefeextrakte enthalten
ebenfalls in erheblicher Menge Glutamat,
was in diesem Fall aber nicht deklarationspflichtig ist. Außerdem wird der Hefegeruch
bei der Produktion entfernt. Aus Sicht der
Verbraucherzentrale werden Verbraucher hier
getäuscht.
Ob Zusatzstoffe oder Zutat – die wenigsten
Verbraucher verfügen über lebensmittelrechtliches Detailwissen, um diese Werbeaussagen zu durchschauen. So sind etwa
Geschmacksverstärker nach dem allgemeinen Sprachverständnis der Verbraucher alle
Stoffe, die den Geschmack des Lebensmittels
verstärken sollen. Bei der Angabe „ohne
Geschmacksverstärker“ erwarten sie daher,
dass das Produkt diese Stoffe tatsächlich
nicht enthält, das heißt, dass auch Hefeextrakt, Würze, Sojasoße und Maisproteinhydrolysat nicht zur Geschmacksverstärkung
eingesetzt werden. Und wer auf der Verpackung den Hinweis „ohne Farbstoffe“ sieht,
wird davon ausgehen, dass das Lebensmittel
nicht gefärbt ist; dass also zum Beispiel die
rote Farbe der Tomatensuppe ausschließlich
von den Tomaten kommt und nicht mit RoteBete-Pulver „nachgeholfen“ wurde.
Bundesweiter Marktcheck
Die Verbraucherzentralen haben bundesweit auf 151 untersuchten Lebensmitteln
insgesamt 272 „Clean Labels“ gefunden.
Am häufigsten (bei 89 der untersuchten Produkte oder 59 Prozent) gab es Hinweise auf
nicht verwendete Konservierungsstoffe. 16
unterschiedliche Formulierungen wie „ohne
Konservierungsmittel“, „nicht konserviert“,
„ohne Konservierungsstoffe lt. Gesetz“ oder
Produkte, die mit einem Verzicht auf die
Verwendung von künstlichen Farbstoffen
ausgelobt wurden, enthielten stattdessen in
über der Hälfte der Fälle färbende Lebensmittelzutaten wie Rote-Bete-Saft oder Spinat
bzw. Farbstoffe pflanzlichen oder tierischen
Ursprungs wie Kurkumin oder Echtes
Karmin. Vor allem dann, wenn nicht auf die
färbenden Eigenschaften der betreffenden
Zutaten hingewiesen wird – und das ist
häufig der Fall –, kann ein derart optisch
geschöntes Lebensmittel mehr Qualität
vortäuschen. So gaukelt zum Beispiel RoteBete-Saft im Kirschjoghurt einen höheren
Kirschanteil vor.
Aufmachung in den Verkehr zu bringen oder
für Lebensmittel mit irreführenden Aussagen
zu werben. Auch die Vorgaben des Gesetzes
gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)
sind zu beachten. Auf dieser rechtlichen
Basis erwirkte der Verbraucherzentrale
Bundesverband (vzbv) zum Beispiel eine
Unterlassungserklärung der snäcky Knabbergebäck GmbH, nach der der Hersteller für
Chips nicht mehr mit den Worten „ohne den
Zusatz von Geschmacksverstärker“ wirbt,
wenn das Produkt Hefeextrakt enthält. Dies
hat Signalwirkung für den Verbraucherschutz.
Die Verbraucherzentrale fordert den Gesetzgeber auf, das Kennzeichnungswirrwarr zu
beenden und klare rechtliche Regelungen für
die Gestaltung und Verwendung von Clean
Labels zu schaffen. Beispielsweise sollte die
Angabe „ohne Geschmacksverstärker“ nur
zulässig sein, wenn weder Geschmacksverstärker noch Ersatzstoffe in der Herstellung
verwendet werden. Werden künstliche
Farbstoffe durch Zutaten wie Holunder, Spinat oder Rote Bete ersetzt, sollte dies stets
kenntlich gemacht werden, etwa mit dem
Zusatz „färbendes Lebensmittel“.
Der Bericht der Verbraucherzentralen kann
kostenlos heruntergeladen werden unter:
www.vz-nrw.de/mediabig/131071A.pdf
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, März 2011
Isabelle Mühleisen, UGB-Forum 2/11
Die Verwirrung wird noch vergrößert, wenn
manche Anbieter den Verzicht auf bestimmte
Zusatzstoffe mit dem Zusatz „laut Gesetz“
bewerben. Dies heißt nichts anderes, als
dass der betreffende Zusatzstoff bei dieser
Lebensmittelgruppe ohnehin nicht eingesetzt
werden darf – eine Werbung mit Selbstverständlichkeiten.
Während die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit „Ohne-Gentechnik“ oder „glutenfrei“ gesetzlich definiert ist, gibt es für die
Auslobungen mit einem Clean Label keine
spezifischen Vorgaben. Das Lebensmittelgesetzbuch verbietet jedoch, Lebensmittel
unter irreführender Bezeichnung oder
Diese Projekte werden gefördert durch
das Ministerium für Ländlichen Raum und
Verbraucherschutz im Rahmen von „Komm
in Form – der Initiative für clevere Ernährung
in Baden-Württemberg“.
17 01-12
PRAXIS
Essen und Trinken überwindet Grenzen –
Erzieherinnenfortbildungen im Enzkreis
renten, eindeutigen
Regeln. Die Esskultur
ist besonders wichtig
und alltagsnah
und bedeuten in
einem fremden Land
Gastfreundschaft und
Heimat.
• Die Erzieherinnen
bekommen Hinweise
für weitergehende
Informationen.
BeKi-Fachfrauen haben in Kindertageseinrichtungen fast immer Kontakt mit Eltern
und Kindern aus anderen Kulturkreisen. Mit
dem Thema Essen und Trinken können sie
bei ihren Einsätzen einen Beitrag zur Integration leisten. Denn dieses Grundbedürfnis
ist allen Menschen gleich und verbindet sie.
Deshalb bieten wir im Enzkreis zwei verschiedene Fortbildungen für Erzieherinnen
an. In Pforzheim leben besonders viele
Menschen mit Migrations-hintergrund und
für die Erzieherinnen ergeben sich daraus
ganz spezielle Probleme (s. Kasten). Die Fortbildungen kommen sehr gut an; besonders
der Erfahrungsaustausch und ganz konkrete
Tipps für den Kindergartenalltag sind für die
Teilnehmerinnen wertvoll. Eine ganz wichtige
Erkenntnis: Ohne Wertschätzung der
Menschen bleiben alle Bemühungen
erfolglos!
Folgende Ziele stehen bei den Fortbildungen
im Vordergrund:
• Erfahrungen austauschen, da es keinen
allgemein gültigen Weg zur erfolgreichen
Integration gibt
• Verständnis wecken für die unterschiedliche Prägung der Menschen und
Kenntnisse vermitteln über mögliche
Unterschiede.
• Erkennen, dass die Elternarbeit (=
Beziehungsarbeit) die entscheidende
Grundlage für eine Integration in den
Kindergartenalltag darstellt.
• Jede Einrichtung schafft für ihre Kinder
eine gemeinsame Kultur mit transpa-
Zwei Themen
bietet das Landwirtschaftsamt im
Enzkreis an: „Gemeinsame Verpflegung
trotz Kulturenvielfalt – wie unterschiedliche
Bedürfnisse und Ernährungsvorschriften in
die Kita-Verpflegung einbezogen werden
können“ und „Grenzen überwinden –
Integration von Migrantenfamilien in den
Kindergartenalltag“. Die Themen werden
bekannt gemacht über die Tageszeitungen,
in den Mitteilungsblättern und über einen EMail-Verteiler an die Fachberatungen mit der
Bitte um Weiterleitung an die Einrichtungen
im Zuständigkeitsbereich sowie direkt an die
Erzieherinnen. Diesen E-Mail-Verteiler hat
das Amt im Laufe der Jahre angelegt.
Gemeinsame Verpflegung trotz
Kulturenvielfalt
In der Fortbildung steht die „Kultur“ mit ihren verschiedenen Dimensionen und speziell
die Esskultur im Vordergrund. Immer wieder
wird an praktischen Beispielen aus dem
Kindergartenalltag gezeigt, worin sie sich
äußert und warum es durch unterschiedliche
kulturelle Prägung zu Missverständnissen
und Problemen kommen kann. Wir wollen
zeigen, wie unterschiedliche Bedürfnisse und
Ernährungsvorschriften in den Kindergartenalltag einbezogen werden können und
dass ein „neues Gemeinsames“ sinnvoll und
möglich ist.
Eine ganz einfache Sinnesübung macht den
Teilnehmerinnen deutlich, dass etwas ganz
anders sein kann als man meint und dass es
mehrere Facetten ein und desselben Lebensmittels geben kann: Mit verbundenen Augen
Rahmenbedingungen für die
Erzieherinnen-Fortbildungen in
Pforzheim
Statistik:
2008 hatten 42,6 % aller Pforzheimer
einen Migrationshintergrund. In einigen
Stadtteilen liegt der Anteil bei rund 60 %,
bei den unter Dreijährigen sind es sogar
71,7 %. Es gibt Kindergärten mit Kindern
aus 6, 8, 10 oder noch mehr verschiedene Nationalitäten.
Einige Probleme:
• Verschiedene Nationalitäten kommen
in einer Gruppe zusammen, zum Teil
„verfeindete“ wie Kurden und Türken
• Sprachprobleme vor allem bei den
Müttern, so dass Kinder auch bei
schwierigen Themen übersetzen
müssen
• Je nach Nationalität dürfen die Mütter
abends nicht mehr aus dem Haus;
Elternabende werden deshalb nicht
besucht
• Unterschiedliche Lebens- und Tagesrhythmen
• Sehr unterschiedliche Anschauung
zum Verhältnis der Kiga-Leitung bzw.
Erzieherin zum Kind und den Eltern;
oft werden hierarchische Strukturen
erwartet aber keine „Partnerschaft“
• Geringes Vertrauen in Aussagen
pädagogischen Fachkräfte z.B. bei
Mittagsverpflegung oder Festen:
Sind die Lebensmittel/Speisen auch
tatsächlich „halal“?
• Erzieherinnen haben nur geringe
Kenntnisse über die Religion, Kultur
und Lebensweise der Kinder mit Migrationshintergrund und sind deshalb
unsicher in ihrem Verhalten
• Erzieherinnen missdeuten das Verhalten dieser Eltern und fühlen sich deshalb manchmal von ihnen abgelehnt.
• Informationen auf der reinen Sachebene kommen nicht an; Aufträge werden
von den Eltern nicht umgesetzt
PR AXIS
erspüren und verkosten die Erzieherinnen
eine Scheibe Banane mal mit der Zunge, mal
mit den Lippen. Ganz neue Sinneseindrücke
eröffnen sich und machen deutlich, wie es
Menschen aus einem anderen Kulturkreis mit
unseren Lebensmitteln (er-)gehen kann.
Grenzen überwinden – Integration
in den Kindergartenalltag
Neben dem Migrationshintergrund sind
oft auch Sprachschwierigkeiten Gründe für
die geringe Integration anderer Kulturen in
den Kindergarten. In der Fortbildung lernen
die Erzieherinnen Mittel und Angebote
zur Verbesserung kennen, zum Beispiel
Materialien, die auch zur Sprachförderung
eingesetzt werden können, und ein ElternKind-Kochprojekt.
Als Einstieg suchen sich die Teilnehmerinnen
aus einer bunten Sammlung fremdländischer
Lebensmittel (wie zum Beispiel Kichererbsen, getrockneten Maulbeeren, türkischen
Teigfladen (Fertigpackung)) eines ihrer Wahl
heraus und beschreiben ihre Gedanken,
Assoziationen oder Erlebnisse damit. Dabei
wird oft erstmals bewusst, dass wir auch
innerhalb unserer Kultur Unterschiede in den
Sitten und Gebräuchen haben und selber das
Gefühl kennen, „anders“ zu sein oder Dinge
anders zu tun als die eigenen Landsleute.
Dies weckt Verständnis für die „Ausländer“.
Für ganz konkrete Tipps und Informationen
sind die Teilnehmerinnen besonders dankbar,
z. B. der Hinweis auf den Ringordner mit
dem Kapitel „Essen und Trinken in Europa“
und der Interkulturelle Kalender (Download:
www.berlin.de/lb/intmig/publikationen/
kalender), der auf die wichtigsten Feste, ihre
Bedeutung, Dauer und Eigenarten in den
Weltreligionen hinweist.
Wichtige Botschaften
Ein zentrales Anliegen der Fortbildungen
ist die Bedeutung von Transparenz: Alle
Aktivitäten des Kindergartens bzw. der
Kindergruppe müssen offen gelegt und
anschaulich beschrieben werden, um Vertrauen zu gewinnen. So können zum Beispiel
Vorbehalte gegenüber einem gemeinsamen
Frühstück ausgeräumt werden, wenn die
Eltern die angebotenen Speisen auf einem
Büfett sehen können.
Des weiteren wird den Erzieherinnen in den
beiden Fortbildungen der Rücken gestärkt
für das Einführen klarer Regeln. Diese
18 01-12
müssen gleich bei der Anmeldung des Kindes
auch deutlich gemacht werden, wenn nötig
auch mit Bildern.
Gerade und vor allem das Essen verbindet
die Kinder. Bei gemeinsamen Mahlzeiten lernen sie voneinander, entdecken und schaffen
Gemeinsamkeiten. Diese Erkenntnis ist für
die Erzieherinnen ganz besonders wichtig für
die Alltagsarbeit.
gibt, von denen der Körper viel gebrauchen
kann und die helfen, dass er gut funktioniert,
und dass es andere gibt, in denen nur wenig
Nützliches steckt. Danach ließen die Schüler
ihrer Kreativität freien Lauf und stellten mit
viel Gemüse und Obst Brotgesichter und
Obstspieße her, die gemeinsam mit Genuss
verzehrt wurden. Abschließend waren alle
Sinne gefragt, um herauszufinden, welches
Gemüse die Schüler vor sich hatten.
Unser Fazit
Bei den Fortbildungen wird deutlich, dass
wir uns auf einem Weg der kleinen Schritte
befinden. Vieles ist ein Versuchen, und Erfahrungen müssen erst zusammengetragen werden, um Empfehlungen für Maßnahmen und
Verhaltensweisen geben zu können. Aber es
lohnt sich!
Corinna Benkel,
BeKi-Koordinatorin im Enzkreis
Leckeres und Spaß
mit Gemüse
Rektorin Ellen Feißt der Johann-GanterSchule in Broggingen lud BeKi-Fachfrau
Karen Jenny zu zwei Unterrichtseinsätzen in
die erste und dritte Klasse ihrer Schule ein.
Die erste Klasse stellte in drei Schulstunden
unter Beweis, wie gut sie sich bereits mit
Gemüse und Obst auskennt. Zunächst gab
es eine spannende Geschichte zu hören. Sie
zeigte den Schülern, dass es Nahrungsmittel
Die Schüler der dritten Klasse bearbeiteten verschiedene Lernstationen rund um
Gemüse: Gemüsearten benennen, erfühlen
und riechen, Karotten schälen und schneiden, benennen, welches Gemüse bei uns zu
welcher Zeit geerntet wird und ob es unter
oder über der Erde wächst. Mit Begeisterung
zogen die Schüler von Station zu Station und
trugen ihre Ergebnisse in ein Tagebuch ein.
Viele Gemüsearten sind Kindern im Grundschulalter heute oft nicht bekannt oder sie
kennen sie nur geschnitten oder gekocht,
z.B. Sellerie oder Kohlrabi.
Zwei engagierte Mütter der dritten Klasse
waren bereit, für ein gemeinsames zweites
Frühstück einzukaufen. Nach der Arbeit
an den Stationen, ging es ans Verkosten.
Verschiedene Gemüse konnten die Schüler
zusammen mit Dips genießen. Da war schon
mal etwas Mut gefragt, auch unbekannte
Arten zu probieren. Fenchel und Pastinaken
kannten viele Kinder überhaupt nicht.
BeKi-Fachfrau Karen Jenny freute sich sehr
über die guten Grundkenntnisse beider
Klassen und das, was die Schüler an Neuem
mitgenommen haben. Einsätze wie diese
zeigen, dass externe Fachkräfte im Unterricht
auf die Arbeit der Lehrkräfte gut aufbauen
und die Kenntnisse und Fertigkeiten der
Kinder noch erweitern können.
Karen Jenny, BeKi-Fachfrau im Landkreis Emmendingen
PRAXIS
19 01-12
Fachtag „Ernährung – Bewegung – Entspannung“
in Friedrichshafen
Wie kann man Schulen dabei unterstützen,
Ernährung, Bewegung und Entspannung
in die Schulprogramme zu integrieren?
Welche Initiativen und Angebote helfen
Gesundheitsförderung im Alltag der Schulen
umzusetzen? Diese und viele andere Fragen
beantwortete der Fachtag „Ernährung –
Bewegung – Entspannung“ des „Netzwerks
Bildung & Gesundheit“ im Bodenseekreis
in Zusammenarbeit mit der BodenseeSchule am 29. Februar 2012. Lehrkräfte und
Schulsozialarbeiter aus 27 Schulen sowie
Elternvertreter informierten sich über Bildungsangebote und Projekte. Ziel des Fachtags war vor allem, die unterschiedlichen
Bildungsakteure im schulischen Bereich
zusammenzuführen, Kooperationsmodelle zu
diskutieren und die vielfältigen Bildungsangebote vorzustellen.
Seit drei Jahren engagiert sich das „Netzwerk Bildung & Gesundheit“, ein Zusammenschluss des Landwirtschaftsamtes, des
Gesundheitsamtes, der Volkshochschule
des Bodenseekreises und des Staatlichen
Schulamtes Markdorf für die gesundheitsförderliche Ausrichtung der Schulen im
Bodenseekreis und hat das Siegel „Gesunde
Schule“ geschaffen. Im vergangenen Jahr
gab es dafür den großen Präventionspreis
von Baden-Württemberg.
Nach der Eröffnung des Fachtags durch den
Schulleiter der Bodensee-Schule Gerhard
Schöll, erläuterten Christine Topcu (Gesundheitsamt) und Irmgard Hofmann (Landwirtschaftsamt) die Idee des Siegels „Gesunde
Schule“ und luden die 90 Teilnehmer auf den
Markt der Möglichkeiten und in die neun
Workshops ein. Neben Informationsmaterial
und viel Zeit für den Erfahrungsaustausch
mit Fachkräften an den Ständen gab es in
den Workshops jeweils einen Kurzvortrag
über die verschiedenen Bildungsprojekte.
Der Fachtag bot eine ideale Plattform, um
den Lehrkräften die Landesinitiativen BeKi
und Blickpunkt Ernährung zu präsentieren.
Die BeKi-Fachfrauen zeigten ihr breites
Angebot von Unterrichtseinsätzen über die
pädagogische Begleitung des Schulfruchtprogramms bis hin zu den Lehrerfortbildungen. Auf großes Interesse stießen auch
die Blickpunkt-Ernährung-Teamerinnen: Sie
bieten Jugendlichen in der Freizeit Aktionen
zum Thema Getränke in Verbindung mit
Bewegung und Entspannung. Attraktive,
coole Getränkebeispiele für Schulfeste als
Alternative zu Alkohol sind in vielen Vereinen, Jugendhäusern oder Ferienfreizeiten
willkommen.
Auch die Vernetzungsstelle Schulverpflegung
informierte an einem eigenen Stand. Das Essensangebot an den Schulen
kann vielfach noch verbessert
werden. „Wir wünschen uns,
dass auch dieser Bereich
der Verhältnisprävention
von den Verantwortlichen
wahrgenommen wird, sodass
im Zusammenspiel mit den
pädagogische Bemühungen
der Lehrkräfte und Eltern
die Gesundheit der Kinder
und Jugendlichen auf gutem
Niveau gehalten bzw. verbessert werden kann“, betonte
Christine Topcu.
Der Stand der Blickpunkt Ernährung-Teamerinnen mit (v.l.n.r.)
Stephanie Holz, Heidrun Boikat-Cichy, Meike Rummel.
Über abwechslungsreiches
Essen wurde nicht nur
gesprochen. Die guten
Ideen wurden auch gleich
in die Praxis umgesetzt.
Die Schülerinnen der zehnten Klasse der
Bodenseeschule lösten diese Aufgabe mit
Unterstützung ihrer Lehrerin im Rahmen des
Hauswirtschaftsunterrichts vorbildlich. Sie
stellten Fingerfood aus regionalen, fair trade- und Bio-Produkten her – „Nachhaltige
Ernährung“ an einem leckeren, reichhaltigen
Buffet zum Probieren und Genießen. In der
Projektarbeit nach dem Fachtag werden sich
die Schülerinnen mit diesem Thema vertieft
auch theoretisch auseinandersetzen.
Kurz vor dem großen Ansturm am kalten
Buffet.
Eine wissenschaftliche Abrundung des Fachtages war der Gastvortrag „XXL Generation
und Couch Potatoes“ von Professor Sergio
Ziroli, Pädagogische Hochschule Weingarten.
Er informierte eingehend über gesellschaftliche und bildungsorientierte Veränderungen
und stellte neue Aspekte in der Lehrerausbildung vor.
Der Fachtag des „Netzwerks Bildung &
Gesundheit“ hat mit einer verstärkten Informationspolitik über die außerschulischen
Bildungsangebote und die Möglichkeit zum
fachlichen Austausch die Weichen für einen
weiteren Erfolg der Gesundheitsförderung an
Schulen gestellt.
Heidrun Boikat-Cichy, Blickpunkt-Ernährung-Teamerin
Irmgard Hofmann, BeKi-Koordinatorin Bodenseekreis
PR AXIS
20 01-12
BeKi-Kita-Fortbildung bringt
Küchenleitungen und Pädagogen
ins Gespräch
Eingeladen zur Fortbildung am Ernährungszentrum Mittlerer Neckar in Ludwigsburg
waren Küchenleitungen und pädagogische
Fachkräfte aus Tageseinrichtungen in Stuttgart, deren Träger das Jugendamt Stuttgart
ist. Bei der Verpflegung der städtischen Einrichtungen gab es vor einem Jahr eine große
Veränderung: Jetzt wird das Essen zentral
im Klinikum Stuttgart gekocht, gekühlt und
dann zur Aufbereitung in die Einrichtungen
gebracht. Der Fachausdruck für dieses
System ist Cook and Chill. Zuvor wurde das
Essen in Verteilerküchen zubereitet, warm zu
den Einrichtungen gefahren und dort ausgeteilt. Heute sind die ehemaligen Küchenleiter
und das hauswirtschaftliche Personal für das
Kommissionieren der Gerichte zuständig
und sollen zusätzlich Ernährungsinformationen in den Kitas für Kinder und Eltern
machen. Auch Kochen mit den Kindern ist
möglich – für viele Küchenleiter Neuland.
Bei der Fortbildung im Ernährungszentrum
kamen Mitarbeiter des Jugendamtes Stuttgart, pädagogische Fachkräfte und Köche
ins Gespräch und lernten vieles rund um
eine ausgewogene Kinderernährung und
ganz praktisch, wie man mit Kitakindern
kocht und welche methodischen Tipps dabei
helfen. Die Stärken beider Berufsgruppen
für eine gelungene Ernährungserziehung
der Kinder zusammenbringen – das war das
Ziel der Veranstaltung. Damit es nicht heißt
„Köche können kochen und Pädagogen
können erziehen!“ sollten die Teilnehmer
zusammenarbeiten, um das Miteinander zu
verbessern.
Gruppenarbeit für Praktiker: Was brauchen
Kindergartenkinder?
„Was braucht ein Kindergartenkind am
Tag und in welchen Mengen?“ Diese Frage
beantworteten die Teilnehmer anhand von
Lebensmittelattrappen und Verpackungen
in Gruppen. BeKi-Fachfrau Dr. Susanne
Zimmermann fasste die Ergebnisse zusammen und ergänzte sie mit weitergehenden
Informationen rund ums Essen und Trinken
im Kindergartenalter.
Kinderlebensmitteln unter der Lupe
In der Lehrküche setzten die Teilnehmer
die Theorie mit Hilfe eines Rezeptheftes
von BeKi-Fachfrau Susanne Schumacher
gleich in die Praxis um. Unter der Anleitung
von Bärbel Nisi vom Ernährungszentrum
bereiteten sie einfache Gerichte zu, die sich
mit Kindern in der Einrichtung nachkochen
lassen: Dinkelbrötchen, Gemüselasagne und
Apfelcrumble sind einige Beispiele aus dem
Rezeptheft „Kleine Köche – Großer Genuss“,
das die Teilnehmer mitnehmen durften.
Am Nachmittag nahmen die Teilnehmer
Verpackungen von Kinderlebensmitteln
kritisch unter die Lupe. Mit diesem Thema
müssen sich vor allem die Erzieher/innen in
der Kita bei den Vespertäschchen der Kinder
ständig auseinander setzen. Eine Checkliste
„Selbstkochtage – Wie können sie gelingen“
rundete den Fortbildungstag ab.
Die Teilnehmer gaben in einer Abschlussrunde ein sehr positives Feed back. Gelobt
wurde vor allem die Möglichkeit, miteinander über Themen zu diskutieren, die
alle betreffen. Im Alltag gibt es dafür meist
weder die Gelegenheit noch steht Zeit zur
Verfügung.
Dr. Susanne Zimmermann, BeKi-Fachfrau in Stuttgart
Beate Ramminger-Guderlei, BeKi-Koordinatorin im
Ernährungszentrum Mittlerer Neckar in Ludwigsburg
Netzwerk QuiKK
Am 20. März 2012 wurde das neue
regionale Netzwerk „Qualität in Krippe
und Kindertagespflege“ (QuiKK) in der
Evangelischen Hochschule Freiburg aus der
Taufe gehoben. Neben Kultusstaatssekretär Dr. Frank Mentrup und der Freiburger
Bildungsbürgermeisterin Gerda Stuchlik
nahmen mehr als 100 Gäste von Hoch- und
Fachschulen, von Trägern, aus Weiterbildung,
Kommunalverwaltung, dem Krippen- und
Kindertagespflegebereich und den Elternvertretungen teil.
„Das Themenspektrum von QuiKK reicht von
den frühen Dialogen bis zur „Literatur im
Laufstall“, vom „Forschergeist in Windeln“
bis zu den Aktivitäten des Lebens wie Schlafen, Essen und Spielen. Mit dem Netzwerk
QuiKK möchten wir einen deutlichen inhaltlichen Qualitätsschub erreichen“, erläutert
Dorothee Gutknecht, Professorin mit dem
Schwerpunkt Krippenpädagogik an der EH
Freiburg. Sie hat das Netzwerk initiiert und
koordiniert die Arbeit.
Wichtige Erkenntnisse aus der Forschung
sollen durch QuiKK zügiger und systematischer in die Praxis gebracht werden
und umgekehrt Impulse aus der Praxis die
Hochschule, Fachschule, Fort- und Weiterbildner befruchten. Gerade in der aktuellen
Phase des Krippenausbaus und der Entwicklung von pädagogischen Konzeptionen sind
Fachdialog und Vernetzung aller Akteure
im Krippen- und Kindertagespflegebereich
notwendig. Das neue Netzwerk wird vom
Land Baden-Württemberg, der Stadt Freiburg
und dem Amt für Kinder, Jugend und Familie
unterstützt.
Zur Mitarbeit eingeladen sind Fachkräfte, die
in der direkten Arbeit mit kleinen Kindern
stehen, zum Beispiel als Leiterinnen von
Einrichtungen oder im Bereich der Kindertagespflege. Angesprochen sind zudem
die Trägervertretungen, Fachberatungen,
Fachpersonen im Bereich der Aus-, Fort- und
Weiterbildung sowie Hochschulbildung mit
einem Schwerpunkt im Bereich U3. Adressaten sind auch Fachpersonen, die die Expertise der Frühpädagogik erweitern können.
Dazu gehören auch Ernährungsfachkräfte.
Kontakt: Prof. Dr. Dorothee Gutknecht,
gutknecht@eh-freiburg.de
21 01-12
Ideenwettbewerb
fairkaufen! – Ideen zum
nachhaltigen Konsum
Gesucht werden innovative Verkaufs-Konzepte für nachhaltige Produkte – z.B. Bleistifte, T-Shirts oder Schokoriegel, die selbst
produziert oder angekauft sind. Als Verkaufsort kommen der Pausenhof, die nächste
Markthalle, ein Verein bzw. Institution oder
das Internet in Frage.
Koerber und der Spitzenkoch Hubert Hohler
die Prinzipien einer Nachhaltigen Ernährung:
Weniger tierische Nahrungsmittel, bevorzugt
regionale Produkte der Saison, am besten
aus ökologischem Anbau und fair gehandelt
sowie gering verarbeitet. Die Autoren zeigen,
dass es nicht nur ökologisch, wirtschaftlich
und gesellschaftlich sinnvoll, sondern auch
gesund und überaus genussvoll ist, nach
Grundsätzen der nachhaltigen Ernährung
einzukaufen, zu kochen und zu essen.
Dr. Karl von Koerber, Hubert Hohler, Nachhaltig genießen, Rezeptbuch für die Zukunft,
2012, 160 Seiten, Trias-Verlag,
ISBN: 978-3-8304-6053-4, Preis: 19,99 €
Genießen statt wegwerfen
Jedes Siegerprojekt erhält für die Umsetzung
und die praktische Begleitung bis zu 5.000
Euro vom Ministerium für Ländlichen Raum
und Verbraucherschutz Baden-Württemberg
(MLR). Mitmachen können Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren, deren Schule oder
Verein in Baden-Württemberg sitzt.
Einsendeschluss 12.06.2012
Der Ideenwettbewerb ist ein Teilprojekt der
Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg.
Weitere Informationen und die Teilnahmebedingungen unter http://www.wir-erntenwas-wir-saeen.de/wettbewerb.
Bücher
Nachhaltig genießen
Das Sach- und Kochbuch
leistet einen Beitrag
zum Schwerpunktthema
Ernährung der UNDekade „Bildung für
nachhaltige Entwicklung“. Darin vermitteln
der Ernährungswissenschaftler und langjährige Nachhaltigkeits-Denker Dr. Karl von
Ein Drittel aller Lebensmittel werden weltweit
entsorgt – weil sie nicht
ausreichend gekühlt
wurden, weil sie nicht
so aussehen, wie es die
Normen verlangen oder
weil schlichtweg zu viel
davon gekauft wurde.
Die Wertschätzung für Nahrungsmittel ist
uns offenbar verloren gegangen.
In diesem Heft finden sich Tipps, mit denen
Lebensmittel geschickter eingekauft und
gelagert werden können und man erfährt,
was sich hinter Bezeichnungen wie „Mindesthaltbarkeitdatum“ und „Verbrauchsdatum“ verbirgt. In einem kleinen Test kann
der Leser feststellen, wie der eigene Umgang
mit Lebensmitteln ist und was man ändern
könnte.
Die Verbraucher-Initiative, Genießen statt
wegwerfen, 2011, 16 Seiten, Sofort-Download für 2,05 € unter www.verbraucher.
org oder zu bestellen gegen Einsendung
von 3,55 € in Briefmarken (inkl. Versand)
bei Verbraucher-Initiative, Elsenstraße 106,
12435 Berlin oder per Internet unter
www.verbraucher.org.
Kreativ Kochen lernen
Diese praxisorientierte Rezeptsammlung
im flexiblen Ordnersystem beinhaltet 12
lehrplanerprobte Themenbereiche und 8
Projektideen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Darin enthalten sind ein
MEDIEN
großer Aufgabenteil
im Theoriebereich und
zahlreiche informative
Zeichnungen und Fotos.
Im Kapitel Fachtheorie
wurden Teile wie z.B.
Zerkleinerungsmethoden, Garverfahren,
Kennzeichnung von Lebensmitteln, VollwertErnährung, Kochgeschirr, Backofen, Herd und
Kochstellen aktualisiert und vor allem neu
bebildert.
In der Fachpraxis wurden „trendige
Rezepte“ neu aufgenommen, wie z. B.
Bruschetta, Crostini, Couscous-Variationen,
Risotto, Lachsschnitten mit Meerrettichhaube, Heilbutt im Lauchmantel und Panna
cotta.
Diese Sammlung ist optimal geeignet für das
Berufsvorbereitungsjahr, das Berufsgrundbildungsjahr, für Beiköche, für die einjährige
und die zweijährige Berufsfachschule sowie
für alle interessierten Köchinnen und Köche.
Kreativ Kochen lernen, 6. Auflage 2010,
Kunststoffordner mit 12-fachem Register,
380 Seiten, zahlr. Abb., DIN A4,
ISBN 978-3-8085-6686-2, Preis: 26,80 €
Als Ergänzung wird es im Mai 2012 „Kochen
und Backen mit Kids & Internationale
Küche“ geben: ISBN 978-3-8085-6688-6,
Preis: 9 €
Die kleine Cocktailfee
Ein Rezeptbuch mit
leckeren alkoholfreien
Cocktails in verschiedenen Schwierigkeitsstufen, geeignet für
Kinder ab 8 Jahren
vermittelt Freude am
Mixen, allein oder mit
den Eltern. Auf der
Insel der kleinen Cocktailfee gibt es zwölf
leckere Rezepte vom Weihnachtspunsch bis
Drachenflip oder Südseetraum, illustriert mit
farbenfrohen Bildern. Unter dem Motto „So
wird’s gemacht“ verbirgt sich allerlei Wissenswertes wie: Dekorieren, Eiswürfelideen
oder Glasformen. Eigene Kreationen können
auf den Seiten „Meine Lieblingsrezepte“
niedergeschrieben werden.
Katrin Willuhn, Die kleine Cocktailfee, 2011,
ISBN 978-3-942640-05-3, Preis: 14,90 €
MEDIEN
22 01-12
milchfrei kochen
Grundfragen der Ernährung
Die ehemalige BeKiFachfrau Petra Kipp hat
mit „milchfrei kochen“
ein alltagstaugliches
Kochbuch geschrieben, das nicht nur
diejenigen anspricht,
die Milcheiweiß oder Milchzucker in Milchund Milchprodukten nicht vertragen. Die
Gerichte eignen sich für die ganze Familie,
alle Zutaten sind schnell zu besorgen. Durch
sein freundliches Layout lädt das Buch zum
Ausprobieren ein. In sechs Kapiteln finden
sich Rezepte zu Vorspeisen, kleinen Snacks,
Suppen und Eintöpfen, Hauptgerichten,
Desserts und Backwaren. Auch genussvolle
Gerichte für besondere Anlässe sind dabei.
Angaben zur Zubereitungszeit, viele Extratipps und ansprechende Rezeptfotos runden
das Kochbuch ab.
Das Standardwerk für
das Fachgymnasium und
das Grundstudium der
Ökotrophologie wird
ständig aktualisiert. In
der Auflage von 2010
sind lebensmittelrechtliche Änderungen eingearbeitet, wie z. B. die Bestimmungen des
Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches
sowie die Deklaration von Allergenen.
Außerdem werden neue wissenschaftliche
Erkenntnisse z. B. zu pflanzlichen Nichtstärke-Polysacchariden (NSP) und zur Bedeutung
der Transfettsäuren berücksichtigt. In der
Nährwerttabelle werden für alle Lebensmittel die kcal-Angaben berücksichtigt. Darstellungen chemischer Sachverhalte wurden
optimiert und Internethinweise eingefügt.
Petra Kipp, milchfrei kochen, 312 Seiten,
2011, ISBN 978-3-942637-09-1,
Preis: 24,95 €
Ernährungswissenschaft
Das Buch bietet
Ernährungslehre auf
hohem fachlichem
Niveau, angepasst an
den aktuellen Stand der
Wissenschaft. Naturwissenschaftlich fundiert
werden alle ernährungsrelevanten Inhaltsstoffe
der Lebensmittel, ihre chemischen Eigenschaften, Reaktionsfähigkeit und Funktion
für den menschlichen Körper vorgestellt. Auf
über 700 Seiten werden ernährungsphysiologische, lebensmittelkundliche und ernährungsmedizinische Verbindungen aufgezeigt.
Übersichtliche Darstellungen, Abbildungen
und Tabellen und die intensive Verknüpfung
von Theorie und Praxis unterstützen den
Lernerfolg. Geeignet für berufliche Gymnasien, Berufsfachschulen und Fachhochschulen, aber auch für das Grundstudium und als
Nachschlagewerk.
Hilka de Groot, Ernährungswissenschaft,
5. Auflage 2011, 742 Seiten, zahlr. Abb.,
ISBN 978-3-8085-6055-6, Preis: 34,50 €
Geeignet für Berufsoberschule, Fachakademie, Fachgymnasium, Fachhochschule,
Fachoberschule, Fachschule, Gesamtschule,
Gymnasium.
Cornelia Schlieper, Grundfragen der Ernährung 480 Seiten, zweifarbig, 19 cm x 26 cm,
Hardcover, 20., aktualisierte Auflage, 2010,
ISBN 978-3-582-04475-4, Preis: 38,60 €
Ergänzend zum Lehrbuch gibt es Arbeitsblätter Stoffwechsel
zum Ausfüllen, farblich
Gestalten, Ausschneiden, Ordnen und Aufkleben. Fehlertexte z.B. zu
Citratcyclus, Glycolyse,
Fettsäure-Biosynthese, Bildung von Ketonkörpern, Stoffwechsel der Aminosäuren,
Alkohol ermöglichen die Lernerfolgskontrolle.
Cornelia A. Schlieper
Arbeitsblätter
Stoffwechsel
zu
Grundfragen der Ernährung
56 Seiten schwarz-weiß, A4, geheftet,
perforiert, 2010, ISBN 978-3-582-44751-7,
Preis: 11,40 €
Broschüren
aid: Lebensmittelkennzeichnung –
kurz und knapp
In dieser Kompaktinfo des aid führt der
Karikaturist Nik Ebert mit zehn bunten
Karikaturen durch die Welt der Lebensmittelkenn-zeichnung – kurz, knapp und humorvoll. Sieben Angaben müssen grundsätzlich
auf jeder Fertigpackung
stehen und in Zukunft
werden es noch mehr.
Ab 2016 müssen alle
Produkte Nährwertangaben tragen. Auch für
die Werbung mit Bio
und gesundheitsbezogenen Angaben gibt es
eindeutige Vorschriften.
Die aid-Kompaktinformation eignet sich für
einen entspannten Einstieg in ein kompliziertes Thema und damit gleichermaßen für
Verbraucher, Schüler oder Multiplikatoren.
Lebensmittelkennzeichnung – kurz und
knapp, 2012, 16 Seiten, kostenlos bis zu
50 Exemplare zu bestellen unter
bestellung@aid.de oder über den aidMedienshop: www.aid.de/shop, auch als
Download verfügbar.
Vollwertig essen und trinken nach
den 10 Regeln der DGE
Seit 1956 formuliert die
Deutsche Gesellschaft
für Ernährung (DGE)
e. V. auf Basis aktueller
wissenschaftlicher Erkenntnisse in 10 Regeln
wie sich jeder genussvoll
und zugleich gesund erhaltend ernähren kann.
Gemeinsam mit dem aid infodienst erschien
jetzt die 24. überarbeitete Auflage.
Der Leser kann mit einem kurzen Selbsttest
zum Esstyp in die Thematik einsteigen. Auf
36 Seiten wird jede Regel in einem eigenen
Kapitel erklärt. Zahlreiche Tipps zur Umsetzung in die Praxis sowie ansprechende
Rezepte laden zum Ausprobieren ein. Ein
Monats-Check nennt täglich empfohlene
Verzehrsmengen und übliche Portionsgrößen. Wichtig hierbei ist, dass auf Wochenbilanzen Wert gelegt wird. Sollte an einem Tag
die empfohlene Zufuhrmenge nicht erreicht
worden sein, kann diese problemlos an
einem anderen Tag ausgeglichen werden.
aid/DGE, Vollwertig essen und trinken nach
den Regeln der DGE, Artikel-Nr. 400410
beim DGE-Medienservice,
Tel.: 0228 9092626, Fax: 0228 9092610,
http://www.dge-medienservice.de,
Preis: 3,00 € zzgl. Versandkosten.
23 01-12
Die Nährstoffe – Bausteine für Ihre
Gesundheit
Fundierte Informationen
für Ernährungsfachkräfte sowie Studium,
Schule und Ausbildung
und auch ein interessantes Nachschlagewerk
für Verbraucher – das
ist die neue Broschüre der DGE. Sie gibt
auf der wissenschaftlichen Grundlage der
D-A-CH-Referenzwerte einen sehr guten
Einblick in die Funktionen der Nährstoffe
und ihr Vorkommen in Lebensmitteln. Bei
der Auswahl von Lebensmitteln, die reich
an dem jeweiligen Nährstoff sind, helfen
übersichtliche Tabellen. Die Beschreibung
präventiv wirksamer Nahrungsinhaltsstoffe
wie sekundärer Pflanzenstoffe, Pro- und
Präbiotika vervollständigt das Themenspektrum. Die neuen Referenzwerte der DGE für
die Vitamin D-Zufuhr sind in der Broschüre
bereits berücksichtigt.
DGE, Die Nährstoffe – Bausteine für Ihre
Gesundheit, 3. überarb. Aufl., 82 Seiten,
Artikel-Nr. 121200, Bestelladresse s. o.,
Preis: 8,50 € zzgl. 3,00 € Versandkosten
Lernspiele
Lernspiele Ernährung und
Hauswirtschaft
Mit den Lernspielen Ernährung und
Hauswirtschaft werden
Unterrichtsinhalte spielerisch und unterhaltsam
wiederholt. So können
Lehrerinnen und Lehrer
auf der Basis bekannter
Gesellschaftsspiele wie Tabu, UNO oder
Schwarzer Peter ihren Unterricht schülerorientiert gestalten. Ob Lebensmittelgruppen,
Verdauung, Garverfahren oder Hygiene, die
Lernspiele Ernährung und Hauswirtschaft
halten für eine Vielzahl fachlicher Inhalte
Spielideen bereit. Die Sammlung enthält alle
benötigten Kopiervorlagen und eine CDROM mit editierbaren Vorlagen zu einigen
Spielen. So können teilweise die Spiele an
das fachliche Niveau der Schüler angepasst
werden. Didaktische Hinweise und die Materialübersicht geben den Lehrerinnen und
Lehrern eine Hilfestellung für die Durchführung im Unterricht, dennoch muss der Einsatz der Materialien von den Lehrkräften gut
vorbereitet werden. Mit einfachen Inhalten
könnten auch einige Spiele zur Vermittlung
von Ernährungs- und hauswirtschaftlichen
Themen in außerschulischen Settings geeignet sein.
Frank Wachsmann, Uta Hanke, Lernspiele
Ernährung und Hauswirtschaft, 216 Seiten,
Kopiervorlagen mit CD, Verlag Europa-Lehrmittel, Haan-Gruiten 2012,
ISBN: 978-3-8085-6040-2, Preis: 24, 00 €
Internet/
Downloads/Apps
Lernort Bauernhof im Internet
www.lob-bw.de ist das neue Internetportal
des Projekts Lernort Bauernhof. Dort sind
alle landwirtschaftlichen Betriebe und alle
regionalen Initiativen aufgeführt, die Angebote für Kinder und Jugendliche sowie Schulklassen bereithalten. Ziel des Projekts sind
dauerhafte Kooperationen zwischen Schulen
und Betrieben.
Der Bauernhof ist ein idealer Lernort für
Kinder und Jugendliche, um mehr über die
Arbeits- und Lebenswelt landwirtschaftlicher
Familien sowie die Erzeugung heimischer
Lebensmittel zu erfahren. Als außerschulischer Lernort fungiert er als Bindeglied
zwischen Schule, Kindergarten und Landwirtschaft. In den aktuellen Bildungsplänen und
dem Orientierungsplan finden sich viele
Anknüpfungspunkte zur Landwirtschaft, die
ein lebendiges und handlungsorientiertes
Lernen mit altersgerechten Schwerpunkten
ermöglichen
Das Land Baden-Württemberg unterstützt
das Projekt „Lernort Bauernhof“ im Zeitraum vom 1. September 2010 bis 30. Juni
2012 mit insgesamt knapp 235.000 Euro. Im
Jahr 2011 nahmen an rund 1.000 Betriebsbesuchen über 18.000 Kinder und Jugendliche teil. Dafür erhalten die Landwirte, die
für Kinder und Jugendliche Bildungsveranstaltungen durchführen, eine Aufwandsentschädigung.
MEDIEN
www.bmelv-durchblicker.de
Das Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat
eine eigene Internetseite für Kinder und
Jugendliche gestartet. Die Website soll dazu
einladen, spielerisch und unterhaltsam die
politischen Themenbereiche des Ministeriums
kennen zu lernen. In den Rubriken Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und
Ministerium werden Aufgabenfelder vorgestellt, die sich besonders auf die Lebenswelt
von Kindern und Jugendlichen beziehen.
Hier können sich Kinder und Jugendliche
informieren, um im Lebensalltag selbstständig und bewusst zu entscheiden.
Das Internetangebot richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen acht und
14 Jahren. Je nach Alter und persönlicher
Vorliebe können die Kinder und Jugendlichen zwischen einem bunten und einem
jugendlichen Design wählen. Entsprechend
ihrer Vorkenntnisse gibt es drei Informationstiefen, außerdem finden sich Spiele, Rezepte
und „Reporter unterwegs“, die Interviews
mit Leuten auf dem Markt, an der Uni oder
auf dem Bauernhof durchführen.
Die Seite ist auch erreichbar unter www.
bmelv.de.
GU Rezepte-Apps
Die Apps sind Teil der im Oktober 2011
gestarteten GU Rezepte-Serie. Die mobilen
Rezeptideen bringen Abwechslung in den
Kochalltag und sollen zum Sammeln verführen.
Jede App bietet 50 beliebte und einfach
nach zu kochende Rezepte, integrierte
Rezeptsuche sowie Rezeptefinder nach Kategorien (z.B nach Zubereitungszeit, Kalorien)
und eine Favoritenliste für Lieblingsrezepte.
Alle Gerichte u.a mit Rezeptfotos, Portionsrechner, Zubereitungstipps und Küchenuhr.
Die Einkaufsliste addiert gleiche Zutaten
automatisch und eigene Zutaten können
hinzugefügt werden
U.a. bereits verfügbar: “Pasta” und “Vegetarisch”, “Schokolade & Pralinen” und
„Cocktails”, “Italienische Rezepte“. Weitere Apps folgen.
Die Apps sind für iPhone und iPad verwendbar und kosten je 2,39 €.
ESSPR E S S O
24 01-12
Vernetzungsstelle Schulverpflegung Baden-Württemberg
Werkstattgespräche Frühjahr 2012
1. Bunte Vielfalt vegetarischer Gerichte in der Schulverpflegung
Zielgruppe: Köche, Mitarbeiter in der Mensa, Caterer, alle an Schulverpflegung Interessierte
21.06.2012, 14 – 17.15 Uhr
FORUM Ernährung / Landratsamt-Außenstelle Wiesloch
04.07.2012, 14 – 17.15 Uhr
Hebelschule, Freiburg
2. Schüler wirken in der Mensa mit –
Praktikum, Frühstücksbuffet, Pausensnacks, leckeres Mittagessen
Zielgruppe: Schulleitung, Lehrer, Mitarbeiter von Schulen, deren Schüler in der Mensa
mitwirken
24.04.2012, 15 – 17.45 Uhr
Mensa Schillerschule, Münsingen
25.04.2012, 15 – 17.45 Uhr
Mensa Ludwig-Uhland-Schule, Wendlingen am Neckar
Thema: Nachhaltige Schulverpflegung
Zielgruppe: Träger, Schulgemeinschaften, Lehrer, Mensa-Mitarbeiter
20.04.2012, 13.30 – 16.30 Uhr
Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Stuttgart
Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Anmeldung erfolgt online unter www.dge-bw.de.
Impressum
Esspress. Informationen für BeKi-Fachfrauen
für Kinderernährung und Kooperationspartner
der Landesinitiative BeKi-Bewusste Kinderernährung
Erscheint im Jahr 2012 dreimal
Ausgabe 1/ 2012
Herausgeber:
Ministerium für Ländlichen Raum und
Verbraucherschutz (MLR)
Postfach 10 34 44
70029 Stuttgart
Telefon: 0711/126-0
Fax: 0711/126-2255
e-mail: poststelle@mlr.bwl.de
Redaktion:
Monika Radke
MLR, Referat 38
Tel.: 0711/126-2105
Redaktionsschluss für die Ausgabe
02/ 2012: 17. August 2012
Layout:
good grafisch@atelier buetefisch, Schlaitdorf
www.buetefisch.de
Bearbeitung:
Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Stuttgart
Druck:
e.kurz + co, Stuttgart
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Kategorie
Bildung
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