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6i» WliiMk m i m Alullermb. Wie Et. Franziskus. aus dm M m deö W

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Soimlagsbeilage
|\lJv
Snd III die Mutter nicht mehr d a . .
Vom „Muttertag" spricht i n der Welt
M a n nun seit ein paar Jahren,
Als Hütt' man erst in neu'ster Zeit
Die Mutterlieb' erfahren.
Und doch ist wie die Menschheit sie
S o alt und treu bewähret.
Von Gottesliebe ist's ein» S t r a h l
Durch sie allfort gewähret.
Selbst in die Unvernunft gelegt.
Kann sie der Mensch nicht missen,
Auch nicht der Tod kann über sie
Die Siegesfahne hissen.
Und ist die Mutter nicht mehr da,
Mußt' sie ihr Kind oerlassen,
Die Liebe läßt sie ihm zurück,
Nie wird sie ganz verblassen.
S i e steigt mit ihm zum Himmel aus,
Von dort blickt sie hernieder;
S i e pflanzt die Blume ihr auf's Grab,
Weiht ihr die schönsten Lieder.
Und kannst', mein Kind, auf Erden du
Der Mutter nichts mehr schenken,
M i t einem lieben Dankeswort
Weih' ihr ein fromm' Gedenken.
-l-
Der Marienmonat.
Der M a i m o n a t, in dem w ir mitten drin
stehen, ist der Marienmonat. I n sinniger
Weise und in dankbarem Herzen hat man den
lieblichsten Monat des J a h r e s zum Lobpreis
der Himmelskönigin erkoren.
Von dieser heiligen F r a u strömte neues Leben in die Menschheit hinein. S i e wurde die
Bringerin des Heils und die Retterin der
Welt. S i e wurde die goldene Brücke, auf der
das Heil zu uns kam. S i e wurde die Mutter,
die u n s den Erlöser schenkte. I h r e Liebe zu
den Menschen h a t sie nie verlassen: sie ist mit
dem sterbenden S o h n den herben Schmerzensweg nach Golgatha geschritten. Maria „steht
nicht bloß an der Quelle und ist nicht bloß die
Wurzel der Erlösung, sie ist selber die Krone
des Lebens, die kostbarste Frucht des Blutes
Christi".
„Wer mich findet, der findet das Leben und
schöpft Heil von dem Herrn . . . Bei m i r ist
alle Gnade des Lebens und der Wahrheit, bei
mir alle Hoffnung des Lebens und der Tugend; gleich einer Rose, die a n Wasserbächen
aufgepflanzt ist, brachte sie Frucht . . ." S o
ergießen sich unendliche Gnaden auf die be­
tende Menschheit die Jahrhunderte hindurch,
wie auch die Verherrlichung und Verehrung
der allerseligsten Jungfrau nie ein Ende nehmen wird. H a t nicht die Königin des Himmels, wenn w i r die Zeiten zurückschauen, einen Triumphzug ohnegleichen über den Erdkreis hin angetreten, vor der Päpste und Fürsten, Kleriker und Laien ihre Knie verehrungsvoll gebeugt! S o hat P i u s XI. in einer seiner bedeutsamen Ansprachen die Gottesmutter verherrlicht, die „nächst ihrem göttlichen Sohne die Mutter aller Heiligkeit ist,
die in seiner Schule zu allererst und in un­
vergleichlicher Weise alle die Geheimnisse und
alle die Reichtümer der Heiligkeit h a t . .
M i t der himmlischen Botschaft des Engels,
der die allerseligste Jungfrau mehr verHerrlicht h a t a l s alle Lobpreisungen auf Erden und
sie emporgehoben hat über alle Geschlechter
d e r Menschheit, der ihrem Leben den höchsten
und bedeutungsvollsten Augenblick gebracht
hat, hat die nie verstummende Verehrung der
Gottesmutter immer und immer wieder mit
demselben Gruße, mit dem in jenem Augenblicke die Heiligste Dreifaltigkeit durch- den
aus dm M m
deö W. Brüters Salvator.
E s ist recht erfreulich, daß die hl. RitenKongregation in ihrer feierlichen Sitzung
vom IL. J u n i 1937, die in der Anwesenheit
des Papstes P i u s XI. stattfand, für die Heiligsprechung des seligen Laienbruders Salvator von Horta (1530—1567) zwei Wunder bestätigte, die a n Kindern geschehen waren. I m
2. März-Band der von den Gelehrten Bollandisten 1865 herausgegebenen Acta Sanctor u m wird Seite 665—694 (nicht 894, wie es
irrtümlich dort heißt), das „wundervolle" Leben dieses demütigen und gottgefälligen Sohnes des hl. Vaters Franziskus ausführlich
behandelt. Diesem Bande sind die hier mit.geteilten Tatsachen: Wunder a n Kindern gewirkt, entnommen; sie werden wohl erstmals
hier in getreuer Übersetzung dargeboten:
Die achtjährige Eulalia Bassa in Barcelona
siel eines Tages so unglücklich eine Stiege
hinunter, daß sie einen Fuß brach. Dieser
schwoll fürchterlich an. Die Bemühungen der
Aerzte und Chirurgen vermochten keine Besserung herbeizuführen. Die Nerven zogen sich
zusammen u. der F u ß versagte seinen Dienst
vollständig D e r Zustand erwies sich schlimmer als eine Lähmung. M a n hatte etwa sie­
Erzengel Gabriel die Jungfrau M a ri a gepriesen hat. Wie seitdem der Name Jesu Christi
bis a n die äußersten Pole der Welt gedrungen
ist, so schauen die Menschen gleichzeitig auch
zu der Mutter Jesu auf, die u n s d a s Heil gebracht hat.
Herrliche Kirchen wurden der Gottesmutter
geweiht, prächtige Kunstwerke geben ihr irdisches Erdenwallen wieder, immer inniger stieg
die Verehrung d e r Gottesmutter empor. Von
der Begehung eines eigentlichen Marienfestes
erfahren wir bereits um das J a h r 500 und se­
hen, wie die großen und kleinen Marienfeste sich in herrlichem Kranze um das Kir­
chenjahr ranken. Am deutlichsten aber tritt die
Marienverehrung in Erscheinung im Monat
M a i , dem M a r i e n m o n a t .
6i» WliiMk m i m Alullermb.
Andreas Böhmerkron hatte in der S t a d !
eine feine Anstellung als Elektrotechniker. E r
verdiente dabei eine Masse Geld und hinterlegte allmählich eine hübsche runde Summe
aus der städtischen Bank für die Zeit feiner
Heirat mit Ilse Kadenauer, welche übers
J a h r stattfinden sollte. D e r stattliche, ausgeweckte Jüngling w a r in jeder Gesellschaft ein
gern gesehener Gast, und auch ihm w a r wohl
inmitten der Menschen. Nur wenn der AIlerheiligentag i n s Land kam, riß es ihn heimw ä r t s ins einfache Dörflein a m Rand der
Blies — heim ans Elterngrab.
S o hat er auch diesmal am 1. November
vor dem kleinen Rasenplatz gestanden, der
sein Teuerstes auf Erden barg. Anfangs betete er ein Vaterunser ums andere und schaute wehmütigen Blickes auf die Blumen und
Gräser zu seinen Füßen nieder. Schließlich
zog er sein Taschentuch hervor, da sich die
Tränen mit aller Gewalt meldeten. Während
er damit über die Augen fuhr, murmelte e r
halblaut:
.,O Mutter, Mutter, möge dir der Herrgott
alles vergelten, w a s du für mich getan; besonders aber die große Wohltat vom Februa r vor zehn J a h r e n " .
Die immer wieder aufquellenden Tränen
w a r e n wie ein Schleier» der dem Andreas die
Außenwelt verhüllte und ihn auch nicht die
Gestalt seines Jugendfreundes Joses Helmer
erkennen ließ, der im gleichen Moment vorüberging. An der Kirchhofstür wartete Josef
auf den früheren Spielkameraden. Nach de»!
üblichen Fragen: „Wie geht es? Wie steht e s ?
W a s treibt das Stadtvolk? Was bringt dein
Elektrikerhandel jetzt ein?" rückte er schließlich noch mit etwas Unerwartetem heraus:'
„ S a g einmal, Andreas, wofern das kein
Familiengeheimnis ist: was hat dir denn
deine Mama im Februar vor zehn J a h r e n
f ü r eine große Wohltat erwiesen? Vorhin
hast du es am Grab'so laut ausgesprochen,
daß ich es im Vorbeigehen notgedrungen hören mußte".
Ein jähes Rot flog über Böhmerkrons Geficht. Dann aber ergriff er des Andern Arm
und meinte: „Warum sollte ich e s dir nicht erzählen. Und hier handelt es sich um eine
Dankesschuld gegen mein Mütterlein. F ü r wahr, wenn alle Mütter gegen ihre Kinder
allezeit so verfahren wollten, es stände ein
gut Teil besser in der Welt.
Höre also den kurzen Bericht.
18jährige Buben, wie ich damals einer war,
sind zu allem fähig, im Guten wie im Schlechten. Und der Teufel versteht es meisterhaft,
ihnen verderbliche Nahrung einzufädeln. S o
erhielt ich einst mein Vieruhrbrot nebst Leberwurst in einer Berliner Zeitung eingewikkelt, wo mir sofort ein garstiges Sündenbuch
benmal glühende Eisen angewendet und Teile
des Knochens weggestemmt; gleichwohl kannte die bedauernswerte Eulalia diesen F u ß
nicht mehr gebrauchen. Schon gegen zehn
J a h r e litt das Mädchen unter diesem Gebrechen, als Br. Salvator in diese S t a d t kam.
E r w a r auch da schon als Wundertäter bekannt geworden. M a n brachte also das armä
Mädchen herbei. E s empfing seinen Segen
und kehrte nach Hause zurück. Einige Tage
vergingen, ohne daß eine Heilung eintrat. Die
Bedauernswerte kehrte also wieder zu. B r .
Salvator zurück, doch erst nachdem sie gebeichtet und kommuniziert hatte. Vertrauensvoll
redete sie den Bruder nun also an: „Bitte,
Br. Salvator, siehe du zu Unserer Lieben
Frau, d a ß sie mir den verlorenen F u ß wieder ganz herrichtet!"
Was erwiderte der schlichte, demütige Laienbruder darauf?
„Jetzt fängst du richtig zu beten an. Gerade deshalb ist dein Wunsch jüngst nicht erfüllt
worden, weil du geglaubt hast, ich wirke
Wunder. Da du nun die wahre Quelle göttlicher Gunst und Wohltaten erkennst und dich
an die richtige Stelle wendest, will ich um
deine Heilung beten". Eulalia sagte darauf:
„Bitte; Vater, berühre wenigstens meinen
Fuß!" B r . Salvator: „Gehe hin, meine Toch­
lZSÄSEdZDSS-DSSDS-WVTS-ÄS
Sonntagsbeilage
in hie Augen siel, das auf der letzten S e i t e
Angepriesen war. D a s gab in der Nacht allerHand tolle Gedanken. Der Vorwitz plagte mich
schlimmer als dazumal die Mutter Eva im
Paradies und siehe: 24 Stunden später be­
stellte ich heimlich das Lotterbuch.
E s kam auch recht bald an.
M i t einem Wort gesagt: die reinste S a u Literatur nach Wort und Bild, wofür ich mich
noch heute schäme-, und lieber möchte ich 500
Franken verlieren, als daß meine liebe, brave Braut, die Ilse Kadenauer, etwas davon
erführe! Damals aber verschlang ich heißhungrig das Machwerk, und eben guckte ich
eins der saftigsten Bilder des Buches in meinem Schlafzimmer an, als auf einmal meine
Mut t er vor mir stand.
W a r ihr mein lichtscheues Verhalten tagsüber aufgefallen? Oder ein gewisses leidenschaftliches Wesen? Oder hatte der Schutzengel ihr verraten, daß ihr Kind hart am
Sumpf stehe, wenn nicht schon drin? Jedenfalls stand sie vor mir. Ein Blick aus d a s
Schandbild verriet ihr mit einem Schlag die
Situation. Ich aber hätte mich am liebsten
i n ein Mauseloch verkriechen mögen.
. „Andreas, willst du nicht mit m i r einen
Gang machen".
Das w a r alles, w a s sie sagte, während zwei
T r ä n e n i n ihren'Augen perlten und m i r so
fürchterlich auf der Seele brannten. Wohin
unser Gang? Zu Verwandten — zur Polizei — zum alten P f a r r e r ? Nichts da. Wi r
gingen zum Herrn Kaplan. Dem sagte Mutter nach der Begrüßung weiter nichts als die
Worte:
„Unser Andreas möchte gern bei I h n e n
veicyten, Hochwürden!"
Eine seltsam aufgeregte Beicht, eine unvorbereitete Beicht, die mich aber gerettet hat.
Einmal einer Berliner Sudelsabrik ins G a r n
gegangen und seither nie wieder.
Sag, Josef, hat mein Mütterlein damals
nicht den Himmel a n mir verdient?"
Wie Et. Franziskus.
Der heilige B r u d e r S a l v a t o r w a r
eine ausgesprochene franziskanische Seele.
Man sieht in ihm den Patriarchen von Assisi
in seinen liebenswürdigsten Charakter^ügen
wieder aufleben. Wie der heilige Franziskus
hatte Br. Salvator eine besondere Liebe zu
der-hl. Eucharistie, zu dem Leiden und S t e r ­
ben des Heilandes, zu der allerseligsten J u n g frau Maria. E r kommunizierte täglich, und
zwar mit einer Andachtsglut, die oft a n die
Verzückung heranreichte. E r bemühte sich eisrig, den Sakramentsaltar mit den lieblichsten
wohlriechenden Blumen zu schmücken, die er
von Wohltätern sich auserbeten hatte. Jedermann empfahl e r die häufige Kommunion.
Gegenstand seines betrachtenden Gebetes w a r
gewöhnlich das Leiden des gekreuzigten Hei­
landes. Während seines längeren Äufenthaltes im Kloster Horta, richtete e r in einem
vorspringenden Felsen eine Grotte her. Dieseni seinen „Kalvarienberg" stattete er mit
oen Leidenswerkzeugen des Herrn aus. I n
dieser Felsengrotte unweit des Klosters verbrachte er mehrere Stunden des Tages und
der Nacht. Oft konnte man Br. Salvator in
der Todesangst beobachten. D a s geschah namentlich a n Freitagen, wo er keine Nahrung
zu sich nahm. Oft sah man ihn in die Luft erhoben, unbeweglich, seinen Sinnen entrückt.
Dasselbe Schauspiel konnte man später i n der
Pietk-Kapelle zu Cagliari aus Sardinien «be»backten.
M i t der Andacht zum Leiden und Sterben
des göttlichen Heilandes verband B r . Salvator die Verehrung der allerseligsten Jungfrau
Maria. Aus eigene Art wußte er beide Andachtsübungen miteinander zu verbinden. E r
pflegte einen Rosenkranz mit sieben Gesotzter, und habe Vertrauen!" S i e traute diesen
Worten und begab sich nach Hause. Am.andern Morgen erwachte sie völlig geheilt. Ob­
wohl etliche Stücke a u s dem Fuß herausgestemmt worden waren, konnte Eulalia frei
und ungehindert einherschreiten. S i e wurde
aber auch nicht müde, fortan Gott und der
allerseligsten Jungfrau sür diese einzigartige
Gunst undlDnade der Heilung zu danken.
Wie Franziskus Alos eidlich versichern
konnte, kehrten im Hause seines Vaters einst
zwei Männer zu. I n ihrer Begleitung befand sich ein Knabe, der unter ein'em zweifachen Bruch schwer zu leiden hatte und vor
Schmerz immer wieder aufseufzte. M a n hörte ihn auch ausrufen: „O heiliger Salvator,
wann wird der T a g anbrechen, a n dem ich vor
dir erscheinen darf, u m geheilt zu werden?
Heiliger Mann, erhöre doch, bitte, mein Wehklagen, schau aus meine Leiden und habe Erbarmen m i t mir!" Kaum hatte der Knavv
diese rührende Bitte vorgebracht, stand er
völlig geheilt da und a n seinem Leibe w a r
keine S p u r des früheren Leidens mehr zu
entdecken.
Ein Edelmann von Navarra brachte sein
Töchterchen, das von Geburt an taubstumm
'war, zum Br. Salvator und b a t ihn inständig
um Heilung des Kindes. Der Selige gab ihm
lein zu beten. Zwischenhir
M e i n fügte er die
innige Bitte: „Kostbares B l u t unseres Herrn
Jesus Christus, gewähre mir Rettung und
Hilfe!"
Wie der Seraphische Vater hatte er eine
roße Liebe zu d e r Natur. Diese w a r ihm
äufig dazu behilflich, Geistj und Herz aus
Zott, den allmäcktigey Schöpfer, zu lenken,
M i e erzählt wird, w a r er eines Tages oei
einem vornehmen Herrn zu Gast. Als Obst
wurde ihm — e s w a r in Horta selbst — ein
Granatapfel dargereicht. Br. Salvator zerlegte ihn kunstgerecht! i n gleich große Teile.
Darauf betrachtete e r sie mit freudigem E r staunen, dann rief e r ganz gerührt a u s :
„Herr, mein! Gott, wenn du solche Ordnung
und Harmonie i n diesen Granatapfel hineingelegt hast, wie weit erhabener wird dann die
Ordnung und die Harmonie! sein, die in deiner himmlischen Wohnung zwischen den Engeln und den Ausevwählten herrscht! Diese
können ohne Zweifel dein strahlendes Antlitz
besser betrachten und anstaunen a l s diese
rötlichen Kerne!" Nach diesen Worten schweoe e r etwas empor, hatte dabei die Arme ge­
kreuzt, in der rechten Hand hielt e r d a s Mes'er, in der linken den Gratapfel. Darüber
taunten seine Tischgenossen g a r sehr.
Br. S a l v a t o r unterhielt sich gerne mit d e n
Blumen und redete mit den Sternen. I n s b e andere hatte er die Vögel in sein Herz ge­
flossen. An kalten Wintertayen konnten
>ie lieben Tierlein draußen keine Nahrung
finden. D a lockte er die hungernden Vögel
herbei und streute ihnen das beste Futter hm.
Nun setzten sich die erfreuten und dankbaren
Geschöpfchen wohl gar! auf sein Haupt, auf
seine Schultern und Hände. Franzisei J ü n g e r
lud sie dann ein, mit ihm das Lob Gottes zu
fingen.
Während er einmal den kleinen Vögeln
Brot darreichte, das e r selbst in- seinem Munde aufgeweicht hatte, sah e r zwei Raben vorbeifliegen. Auch diese lud e r ein, von dem
Futter zu genießen, das er ausgestreut hatte.
D a die Krähen, aber jene Bröcklein erhaschen
wollten, die er für die Vögelchen soeben hergerichtet hatte, sprach er zutraulich zu ihnen:
„Laßt ab davon! I h r habt stärkere Schnäbel,
für euH> habe ich große Brocken bereit. Nachdem die zwei Raben ihre harte Kost bekommen hatten, schickte er sie fort. Augenblicklich
flogen die beiden davon und krähten munter
darauf los. Darüber verwunderten sich die
Augenzeugen und staunten über die Heiligkeit des Bruders Salvator.
(Aus I . Bollandus N 99. Vom Uebersetzer
eingefügt.)
Singend erwartete der Patriarch von Assisi
den Bruder Tod. Eines Tages hatte Gott dem
B r . S a l v a t o r in einer Entzückung das bevor­
stehende Hinscheiden geoffenbart, ihm auch
schon einen Vorgeschmack der ewigen Seligkeit vermittelt. D a s erfüllte ihm mit solcher
Freude und Wonne, daß er im singenden Tone
immer wieder ausrief: „Jesus und Maria,
eine so große, Glückseligkeit verdiene ich
nicht". Mi t oiesen gesungenen Worten verschied er. a m 18. M ä r z 1567. Gott w a r sein be­
seligender Anteil geworden.
siP. Diomede Scaramuzzi O. F. M. im Osservatoee Romano vom 17. April 1938.
Uebersetzt von P . L e o in Mehrerau.
1
Berufung ist uns von Gott gegeben. Mit
unserer Geburt ist sie u n s gegeben, aber vernachlässigen, verlieren können wir sie.
Berufung ist das Suchen und Finden unser e s innern Selbst, das ist unsere Läuterung
von allem Zeitlichen, von allem Zufälligen a n
uns. Das ist das Suchen und Finden des
Ewigen, des Notwendigen in uns. W e n n all
mein Reden und Tun ein inneres Muß ist,
dann habe ich mich gefunden, habe ich meine
Berufung erreicht, wenn wi r Gott von u n s
Besitz nehmen ließen, nicht mehr schwankend
sind.
....
folgenden Bescheid: „Geh zur hl. Beicht und
Kommunion, dann bleibe acht Tage i n der
Wallfahrtskirche, wo du unter Beten und
Wachen die allerseligste Jungfrau ansehen
sollst. Bor deiner Abreise von hier wirst du
es erleben, daß dein Kind recht hören und
sprechen kann". Der betrübte Vater befolgte
diese Weisung. Die acht Tage vergingen, der
Zustand seiner Tochter blieb aber 1 unverän­
dert. Da verlor der Vater das Vertrauen auf
die Verheißung des Bruders Salvators und
ward ganz niedergeschlagen. „Ich bin ganz
unglücklich, o Bruder Salvator! Du hast mir
doch, versprochen, ich würde noch vor meiner
Abreise die Tochter geheilt sehen. Jetzt ist
weder mein sehnlicher Wunsch noch dein gemachtes Versprechen in Erfüllung gegangen" .
D e r Selige erwiderte: „Und doch wird alles
geschehen, wie ich es vorausgesagt habe".
Gäftz-betroffen und betrübt verließ derl Edel­
mann das Franziskanerkloster, begab'sich i n
die S t a d t und rüstete sich allen Ernstes auf
die Heimfahrt. Schon faßte er die Hand seines Kind und sprach wehmütig: „O m e i n e .
Tochter, ich bin doch recht unglücklich; denn
ich konnte die vom Manne ' Gottes erflehte
Gunst und Gnade nicht erlangen!" D a blickte
die Tochter ihren Vater scharf a n und rief
aus: „Beklage dich doch nicht, lieber Vater,
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