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Begriff: „Entwicklungsländer“ – Plural suggeriert alle in - Home Arcor

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Begriff: „Entwicklungsländer“
– Plural suggeriert alle in einem Stadium (wie „Dritte Welt“)
> falsch, da jedes Land unterschiedliche Probleme hat (wie
„Industrieländer“)
– suggeriert Zielvorstellung – Entwickeln sie sich? (Euphemismus)
– unterstellt Unterentwicklung (=?) & Entwicklung trotz teilweiser Stagnation
Begriff: „Dritte Welt“
nach 2.WK – 3. Weg zwischen Sozialismus und Kapitalismus
1960: „afrikanisches Jahr“ > Unabhängigkeit vieler Kolonien > blockfrei (OWK)
heute: Unterentwicklung = z.B. nicht fähig Grundbed. d. Menschen zu erfüllen
Begriff: „Entwicklungshilfe“
– Abhängigkeitsgefühle beim Empfänger > Verpflichtung zur Dankbarkeit
– Überlegenheitsgefühle beim Geber
besser: Entwicklungszusammenarbeit
Probleme der EL sinnvoll erfassen
einzelne Komponenten beleuchten > Ursachen für Entwicklungsstand suchen
1. sozio-kulturelle Komponente
• Familie, Erziehung, Migration
• Bevölkerungsentwicklung
2. ökonomische Komponente
• Binnenwirtschaft: Ressourcen, Produktionsfaktoren
• Außenwirtschaft: Im-/Export, Investitionen, Verschuldung
• Desertifikation, Umwelt
3. politische Komponente > problematisch, da Maßstab oft Demokratie
• Regierungssystem: Gewalten, Legitimation, Verwaltung
• Machtverteilung und Kontrolle
• politisches Bildungswesen, Partizipation der Bevölkerung
Allgemeine Merkmale von Entwicklung
– Wachstum, Arbeit, Gleichheit, Partizipation, Unabhängigkeit
Einstufungskriterien
LLDC-Maßstab:
– 355 US$ BIP/Kopf und Jahr (ca. 1 US$ am Tag) – Weltbank 2 US$ (700/a)
– 10% Industrie > problematisch, da florierende LWS möglich und
Industrieanteil in den IL abnehmend
– 20% Alphabetisierungsrate
1990 UN-Ausschuss für Entwicklung:
– Sozialdaten (Lebenserwartung, Kinder/Säuglingssterblichkeit)
– Versorgungsdaten z.B. Stromverbrauch/Kopf
> Problematisch wg. stromfressender Industrie
– Bevölkerungsgröße
LLC – landlocked Countries (enschränkende Wirkung fragwürdig z.B. Schweiz)
nach Ölkrise (1973 durch OPEC [Gründung 1960] gedrosselte Fördermenge):
Verschuldungskriterien – spez. Ölimportierende L/LDC
Verschuldungsklassifikation
– Hochverschuldet, wenn mind. 3 der folgenden Kriterien erfüllt:
Auslandsschulden/BIP 50%
Schuldenquote 275% (150% kritisch)
Schuldendienstquote 30% (25% kritisch)
Zinszahlungen/Exort 20%
– Einkommen (BIP/Kopf): < 780 niedrig, < 9600 mittel
– SILIC, SIMIC > LDC werden oft SILIC
Datenerfassungsproblembeispiele
– Volkszählung oft schwierig (daher aus ab/zuw. und Gebr./Sterber. berechnet)
– versteckte Arbeitslosigkeit (z.B. Bauer arbeitet weniger als er könnte)
– Frau = ? (15-45 oder alles weibliche)
Problematisches an BIP-Wert-Betrachtungen
– Rohstoffvorkommen nicht erfasst
– Durchschnitt verschlingt Einzelschicksale & Ungleichverteilung
– Arbeitsbedingungen fehlen
– Kaupkraftparität fehlt – Tausch- != Gebrauchswert (z.B. Diamanten)
– informeller Sektor, Schwarzarbeit z.B. Kinderpflege, Friseur, Schneider
– Subsistenzwirtschaft nicht erfasst
Allgemeine Vorgehensweise bei graphischen Darstellungen
1. Was ist dargestellt?
2. Allgemeine Aussage
3. Auffälligkeiten hinterfragen, begründen, Folgen ableiten – Aktuelles/Wertung
Ursachensuchansätze für Entwicklungsdefizite
– einseitige Exportpalette
> Empfindlichkeit gegenüber Nachfrageschwankungen
– Bevölkerungswachstum: 1,7% = Verdopplung in 40 Jahren
Lösungsansätze: Herausetzung des Heiratsalters, Verhütung, Bildung,
Altersversorgung, Mentalitätsveränderung (z.B. Fixierung auf männliche
Nachkommen, Kastensystem, Loyalität eher für Stamm/Dorf als für
abstrakten Staat)
– Grenzziehung durch Kolonialmächte
> Grenzkonflikte, Mangel an Zusammengehörigkeitsgefühl
– Außenwirtschaftliche Ausbeutung > Rohstoffe gegen Fertigwaren (fehlender
Lerneffekt und technologischer Fortschritt)
Teufelskreise der Armut
– Bildungsmangel > geringe Produktivität > weniger Steuereinnahmen
– Nahrungsmangel > Krankheit > Arbeitsunfähigkeit > Armut
– geringes Einkommen > geringe Ersparnis > Investitionsmangel > geringe
Produktion
Auswirkungen des BW auf das Ernährungsproblem
– Kinder als Absicherung> BW > Arbeitsplatzmangel (& Defizite im
Gesundheitssystem) > Armut > Hunger > Krankheit
– Prostitution, AIDS > BW > Mangel an Arbeit/Bildung/Hygiene
– Hilfslieferungen/Export > Cash-Crops > Monokulturen > LWS-A-Mangel
Theorie des Demographischen Übergangs
DW = Phase der starken Bevölkerungszunahme (zwischen 2. und 3.)
> EL in Phase 2 – in Ost- & Südostasien in Phase 3
1. hohe GR & SR (Mangel in Medizin, Hygiene)
> geringes Bevölkerungswachstum - Gleichgewicht
2. Frühindustrialisierung
hohe GR (kaum Verhütung, Trägheit > Prozess abwarten) aber rasch
sinkende SR (Agrarrevolution, Transportwesen, Hygiene & Medizin,)
> starkes BW
3. allmählich abnehmende GR (Verhütung materiell [Aufklärungskosten] / ideel
[Religion/Tradition in den Hintergrund] bezahlbar, sozialer Wandel:
Kleinfamilie, Urbanisierung, steigender Bildungsstandard) – SR stabilisieren
sich auf niedrigem Niveau
> abflachendes BW
4. niedrige GR & SR
> geringes BW – Gleichgewicht
5. postindustr. Bevölkerungsentwicklung: abnehmende GR
(Sozialversicherungssysteme) bei konstanter SR
> negatives BW
> hohe Opportunitätskosten für Kinder (Luxus- & Karrierehindernis,
Flexibilität, Mobilität, lange Ausbildung)
Demographische Entwicklung und mögliche Folgen
– Kreislauf: geringes BIP (wirtschaft) > Ernährung sichern > kein Geld für
Bildung (sozial) > keine Arbeitsmarktchancen > Slums (Kriminalitätsansteig –
politisch > Korruption)
– EL: Jugendlast – IL: Altenlast
Bevölkerung – Segen oder Fluch?
– früher Indikator für Reichtum – heute nur in IL – in EL für Armut (Kinder als
Hilfe und Altersversorgung da keine sozialen Sicherungssysteme)
– mehr Menschen haben folgen für: Ernährung, Umwelt, Bildung, Wirtschaft
Tragfähigkeit der Erde
Malthus:
– Wohlstand ~ Vermehrung > „Pille als beste Entwicklung“
– Menschen wachsen schneller als Nahrungsvorräte
> Kriege, Epidemien, Hungersnöte
– Entwicklungshilfe fördert Bevölkerungswachstum > Helfen ist unmoralisch
– heute: nur noch Einsicht, dass Bevölkerungswachstum in EL zu hoch ist
Gegner:
– Wohlstand senkt Kinderzahl > „Entwicklung als beste Pille“
– Verhütung wird bezahlbar
- Materiell (Aufklärung) und Ideell (Relition/Tradition tritt in Hintergrund)
– Kinder nicht als soziale Absicherung nötig
– Opportunitätskosten (Freizeit, Karriere, Hobbies, Unabhängigkeit, Flexibilität,
Mobilität) von Kindern steigen mit Wohlstand
Motive für Landflucht
pull-Faktoren (Anziehung der Stadt)
– Hoffnung auf Arbeitsplatz (heute kaum Lohndifferenz)
> größter teil informeller Sektor > Chancen schwer bestimmbar
> wirklicher Vorteil nur bei hohem Bildungsniveau
– Dienstleistungen, Kultur-, Freizeit-, Bildungseinrichtungen > oft enttäuscht
(z.B.: fließendes Wasser, Schulen, Gesundheitswesen)
push-Faktoren (Abstoßung des ländlichen Raumes)
– Verschlechterung der Lebensbedingungen (Umwelt, Landverlust)
– Kriege, Naturkatastrophen
Motive für Entwicklungshilfe
– Wiedergutmachung für Kolonialausbeutung; Konfliktentschärfung; Elend
ethisch nicht hinnehmbar
Entwicklung der Entwicklungspolitik
– 60er: nachholende Industrialisierung
> Entwicklungsprozess von außen anschieben > Trickle-Down-Effekt
> massive Einbindung in OWK (z.B. Angola) > Hilfe um Länder für den Block
zu gewinnen > Ausnutzung von Bürgerkriegen um Einfluss geltend zu
machen
– 70er: Grundbedürfnisstrategie (materiell: Nahrung, Kleidung, Wohnung,
Medizin; immateriell: Bildung, Partizipation, Rechtssicherheit)
> Subsistenzwirtschaft fördern > weniger Einbindung in Weltmarkt
– 80er: Ziel = neue Weltwirtschaftsordnung (EL nicht mehr von EL abhängig)
> gemeinsame Interessen finden – 3. Welt als Partner (Vorteile statt
Gleichberechtigung)
> verdrängt durch Schuldenkrise (Ölpreisschock)
– 90er: Nachhaltige Entwicklung (IWF-Auflagen-Kredite - Umweltschutz)
> Ausbrechen ethnischer Konflikte/Bürgerkriege, da Blockmächte weg
> Konzentration der IL auf ehemalige Ostblockstaaten
Probleme der Entwicklungshilfe
– unüberlegte Hilfe:
z.B.: nicht angepasste Hilfe: Hilfe ggf. nicht Nutzbar (Mangel an Energie,
Fachkräften, ohne Helfer nicht unterhaltbare Strukturen)
– Ungleichverteilung (z.B. Flüchtlingslagerbewohnern geht es besser als
Einheimischen > wird zum Dauerzustand)
– Nothilfeprojekte länger als geplant > Abhängigkeitsverhältnis (z.B.:
Medikamente, die eigentlich zu teuer sind)
– Zweckbindung von Geld > fließen ggf. an unnötige Stellen
– NRO (z.B.: Ärzte ohne Grenzen) teilweise auf Spenden angewiesen > fließen,
wo Medien (informieren nur über große Katastrophen) präsent sind (z.B.
Tsunami) > Nothilfe als Wettbewerb (mehr Öffentlichkeitsarbeit als Hilfe) >
eher punktuell und spektakulär als wirklich sinnvoll
– Hilfe mit negativen Auswirkungen:
- massenhafter Nahrungskauf > Preisanstieg > Hilfe drängt in Abhängigkeit
(besser: Hilfe zur Selbsthilfe, d.h. Strukturhilfe);
- Altkleiderexport > verdrängt lokale Produktion > Arbeitslosigkeit (> besser:
nur Angebotslücken füllen)
Dimensionen der Globalisierung
– Kommunikation:
PRO: internationale Kontakte/Beziehungen, Informationsverbreitung, Abbau
von Vorurteilen
CON: Informationselite, Überflutung mit Informationen
– Ökonomie: Abbau von Handelsschranken, sinkende Transportkosten
PRO: neue Arbeitsplätze weltweit, billigere Produktion
CON: Konkurrenz, Arbeitsplatzverlust regional, Umweltverschmutzung
– Gesellschaft: Nationalstaaten / nationale Eigenheiten verlieren an Bedeutung
PRO: Zusammengehörigkeitsgefühl, globale Handlungsmöglichkeiten
CON: politischer Einfluss von multinationalen Konzernen
– Sicherheit: Klima, Umwelt, Armut grenzübeschreitend
PRO: Zwang zur Kooperation
CON: Überforderung einzelner Regierungen, Delegation von Verantwortung
Entwicklungsländer und Globalisierung
– Wegfall der strategischen Gründe des OWK > freies Geld durch Abrüstung
kaum in EL
– Entwicklungshilfe aus Eigennutz: Geld, mit dem im IL Hilfsgüter gekauft
werden > Geld fließt zu Unternehmern zurück (gebundene Entwicklungshilfe)
NR[/G]O
Pro
Contra
•
schnell, da klein und unbürokratisch
•
•
Bürgernähe > Solidaritätseffekt
> Fehlentwicklungen anprangern
ggf. unzureichende Professionalität
(Ziel-, Effizienzkriterien)
•
Geldmangel, aber Teilfinanzierung
außerhalb von Spenden könnte in
Abhängigkeit bringen
•
Initiativen der IL schaffen
Nehmermentalität (Eigeninitiative
der EL lässt nach)
•
neue Aktivitäten anstoßen
Deserfitikation (Wüstenausbreitung u.a. in Sahelzone = Südlich d. Sahara)
Ursachen:
– Waldrodung
– Überweidung
– falsche Anbau-/Wässerungstechnik (Monokulturen, ungeeignete Pflanzen)
– Bevölkerungsdruck auf Wasser/Energie > Staudämme, Luftverschlechterung
– Klimawandel (auch als Folge)
– Historisch: früher Nomaden (Viehzucht) / Ackerbauern (Rotationsfeldbau) in
Sahelzone > Kolonialmacht Frankreich > Steuern, Auszehrung, Cash-Crops
Folgen: Bodenerosion, landwirtschaftliche Nutzfläche vergrößern für gleichen
Ertrag, Grundwasserspiegel sinkt
Süßwasserprobleme
– Industrialisierung: Wasserhandel/Konflikte (Staudämme z.B.: Türkei
kontrolliert Euphrat und Tigris > Problem für Syrien/Irak) & Wasservergiftung
– Grundwasserspiegel sinkt > Meerwasser fließt nach > Versalzung
– Wasserverschwendung (schlechter Transport, Statussymbole)
– steigender Verbrauch (Hygiene, Nahrung)
Ernährungsproblemfolgen am Bsp. China
Bevölkerungswachstum / wachsende Ansprüche an Nahrung
> steigender Bedarf an Nahrungsmitteln
*> Nahrungsmittelimporte > Verknappung auf Weltmarkt > Verteuerung für EL
> Vermeidung von Hungersnöten
> Bevölkerungswachstum
*Industrialisierung + Urbanisierung > LWS-Nutzfläche schrumpft
Warum Handeln?
– Vorteile wegen günstigerer Produktionsfaktoren (Kostenvorteile: Rohstoffe,
Arbeitskosten, Arbeitsteilung)
– Präferenzen der Kunden (Vielfalt)
– Produktionskosten sinken mit Produktionsmenge (Massenproduktion)
Kostenvorteile (für EL?)
– absolut: Gut am billigsten in einem Land produzierbar
EL: unrealistisch, da Industrierückstand
– komparativ: Spezialisierung auf Gut mit geringstem Nachteil
EL: schlechte Terms of Trade > Verschuldung
Welthandelsentwicklung
– Industrielle Revolution > Absatzmarktbedarf
> Afrika nicht in Weltwirtschaft eingebunden > unter IL aufgeteilt
– IL untereinander: Fertigwaren (komparativer Kostenvorteil)
> Konkurrenz > Wachstum > Handelshemmnisse abbauen
IL mit EL: Rohstoffe gegen Fertigwaren > einseitige Ausrichtung
– 1.WK – Zusammenbruch – WWK 1929 verhindert Wiederbelebung
> Arbeitsmarktprobleme
– nach 2.WK: Liberalisierung > Welthhandelsvolumensexplosion, da:
> neue Technologien, Bevölkerungswachstum, Wohlstand der IL, günstige
Handelsbedingungen: GATT (seit 1995 WTO), EWG
Strukturelle Veränderungen im Welthandel
– Zusammenbruch der Ostblockstaaten (Umstellung von Plan- auf
Marktwirtschaft): osteuropäischer Anteil halbiert
– mehr Handel mit Industriegütern > Exportzunahme bei IL
nachlassender Rohstoffbedarf > Importabnahme bei IL
– EL (Anteil 1/3): mehr Im- als Export > Kredite
– Rezessionen: 70er: Ölkrise, Ende 90er: Asiatische Finanzkrise
Gröbste wirtschaftliche Zusammenhänge
– Staat braucht Dollar um Kredite der Gläubiger zu bezahlen
– Staat bekommt Dollar von Staatsbank für Inlandswährung
– Staatsbank bekommt Dollar von Exporteur für Inlandswährung
– Exporteur bekommt Dollar von „Weltmarkt“ für Exportgut
> hat Produktionskosten (Lohn für Arbeiter > Steuern) & zahl Steuern
> Inlandswährung für Staat
Ursachen der Verschuldung
– Interne Ursachen: Verschwendung, Korruption, Militärausgaben
– Externe Ursachen: Ölpreissteigerung (für ölimportierende EL z.B. Brasilien –
bei ölexportierenden ggf. einseitige Ausrichtung z.B. Venezuela);
unverantwortliche Kreditvergabe westlicher Banken; Terms of Trade
(Rohstoffpreisverfall); Weltwirtschaftliche Rezession
Versuche zur Lösung des Schuldenproblems
– Umschuldungen (fällige Tilgungen und Zinszahlungen verzögern
> Kreditwürdigkeit erhalten und Lasten auf Gläubigerseite verteilen)
> beheben keine Ursachen
IWF-Bedingung: Verpflichtung zu Reformen (Strukturelle
Anpassungprogramme, die interne Ursachen Beheben, z.B.: Korruption,
Militärausgaben, Haushaltsdefizit begrenzen, Aufgabe unrentabler
Staatsbetriebe & Steuererhörungen > Arbeitslosigkeit > Verarmung,
Bevölkerung an Gesundheitswesen beteiligen [z.B. kostenpflichtige
Medikamente > woher Geld nehmen?])
– Schuldenerlass
– Brady-Initiative: Verkauf von Schuldenanteilen an Unternehmer, die dafür
Vorteile (z.B.: Anteile am Land, befristete Steuerfreiheit) erwerben
Schuldenerlass für Entwicklungsländer
Pro
Contra
•
•
Benachteiligung auf dem Weltmarkt
durch Handelsprotektionismus der
IL > Wiedergutmachung
Investitionen möglich: Infrastruktur,
Gesundheitswesen > Entwicklung
ankurbeln
•
Kreditunwürdigkeit nach
Schuldenerlass
•
unfair gegenüber Ländern, die
Schulden zurückgezahle haben
•
Motivation zu weiterer Verschuldung
•
verzeiht Fehler der Regierungen
(Prestigeobjekte, Waffenkäufe)
Afrika – ein verlorener Kontinent?
Pro
•
verloren = vergessen: Hilfe nach
OWK eher für ehemalige
Ostblockstaaten
•
mehr Fertigwaren auf dem
Weltmarkt > Anteil am Welthandel
geht zurück > mehr Import als
Export > Verschuldung
•
teilweise Verschlechterung der
Terms of Trade (z.B. Kaffee)
•
Binnenhandel fehlt, da Mangel an
Infrastruktur, Konflikte durch
Grenzziehung der Kolonialmächte
•
Hochverschuldung,
Bevölkerungswachstum (Demogr.
Wandel > Jugendlast) und
Desertifikation behindern
Entwicklung
Marshall-Plan für Afrika?
fehlende Voraussetzungen:
– Infrastruktur (u.a. soziale)
– bürokratische Strukturen
– Humanressourcen (z.B. Bildung)
– Motivation der IL
Contra
•
20% der Landfläche der Erde
•
wichtige Agrarproduke (z.B.:
Baumwolle, Tabak)
•
rohstoffreich: Öl, Uran, Diamanten,
Gold > hilft Einheimischen wenig,
aber ist Interessant für IL
•
teilweise Verbesserung der Terms of
Trade (z.B.: Stahl, Bauxit wg. China)
•
politische Umstürze in 90ern
> autoritäre Regimes weg
> Demokratisierung
> mehr Möglichkeiten selbst zu
Handeln
Beispiele im Zusammenhang mit Entwicklungsländern
– China – Billigware auf dem Weltmarkt
seit Mai 05 Textilhandel frei > billige Arbeitskraft (teilw. unwürdige
Arbeitsbedingungen) > überschwemmt EU > EU-Händler kontern mit Service
und Qualität
– Tansania – LLDC
Devisenmangel > notwendige Importe fehlen > geringe Produktivtät > kein
Export > Devisenmangel; Belastung durch Bürgerkriegsflüchtlinge (z.B. 1994
aus Ruanda); Lebenserwartung 45; 2,9% Bevölkerungswachstum (höchstes
in Afrika) > Verdopplungszeit 25 Jahre
– Brasilien – Verschuldung & ungleiche Verteilung (Konzentration auf
Küstenstreifen – Großgrundbesitzer vs. landlose Bauern)
> Wirtschaftsboom unter Militärherrschaft > Ausbau fortgeschrittener
Sektoren (Maschinenbau, Chemie) > Verschuldung durch Ölimport während
Ölkrise
> fast 60 BIP-% Auslandsverschuldung > kurzfristig
> Zwickmühle: Sparen (Privatisierung, Entlassung von Staatsbediensteten)
vs. notwendige Reformen
– Venezuela – Ungleichverteilung & Ölpreisabhängigkeit
> einseitige Industrieausrichtung auf Ölexport
> Lebenserwartungsspanne 10 Jahre, HDI-Spanne 0,3
– Togo – politische Instabilität
Februar 05 > Präsident stirbt > Militär ernennt Sohn zum Nachfolger (tritt
wenig später zurück) > Neuwahlen/Wahlbetrug/Oppositionsprotest
> Entwicklungshilfe bleibt ausgesetzt (ursprünglich wegen
Menschenrechtsverletzungen)
– Ruanda – 1994 Völkermord der Hutu an den Tutsi (Rache an
Minderheitenherrschaft)
– Angola – Entwicklungsland im Ost-West-Konflikt
> Bürgerkrieg in 70/80ern > problematische Minenfelder heute
– Kongo - Korruption
Bürgerkrieg > Entwicklungshilfegelder für Waffen; Umweltzerstörung durch
unkontrollierten Coltan-Bergbau
Konkretes Urbanisierungfolgenproblem
– Abfall in EL > Müllhandel („Recyclingsystem“) > Geduldet durch Korruption
– Abfall in IL > Recycling teuer > Export in Billiglohnländer > verdirbt
Müllhändlern den Preis > Verelendung & Perspektivlosigkeit (kein Geld für
Schuldildung)
> Krankheit/Verletzung durch Umgang mit gefährlichem Müll
Straßenkinder und andere Störer des Bildes: modernes Brasilien
Geschäftsleute (Schutz vor Kriminalität), Drogenmillieu, korrupte Politiker >
Schmiergeld für Polizei > provozieren Streit > erschießen „Kriminelle auf der
Flucht“
Aufklärer > Verleumdungsklage > Haftstrafe = inszinierter Selbstmord
Glossar:
– nicht tarifäre Handelshemmnisse sind z.B. Kontingente, Qualitätsstandards
– Terms of Trade: Austauschverhältnis zwischen Export und Import – realer
Wechselkurs)
> teilweise verschlechtert durch Ersatz von Rohstoffen, aber aktuell teilweise
besser wegen Chinas Nachfrage (z.B. Stahl, Bauxit)
– öffentliche Entwicklungshilfe > Sonderkonditionen (weniger Zinsen, lange
Laufzeiten)
private Entwicklungshilfe > Marktkonditionen (dafür meist nicht
Zweckgebunden)
– vier „kleine“ Tieger: Südkorea, Taiwan, Hongkong, Singapur
– UNCTAD > von Entwicklungsländern geprägte UN-Organisation, aber leider
ohne Regelungsbefugnis und Kapitalfonds
– Finanzielle Zusammenarbeit: Devisen
Technische Zusammenarbeit Fachkräfte, Fortbildung, Beratung
– OECD: u.a. EU und High-Income-Countries (z.B. USA, Japan)
– 0,7 BIP-% für ODA: Beschluss der UN von 1970 (u.a. 2002 in Monterrey
bekräftigt)
– G7 (G8): wirtschaftlich (politisch) wichtigste Industriestaaten
> USA, J, D, GB, F, I, Kanada, (Russland) (+ EU-Kommission)
Slums != Ghettos
Ghetto: Stadtteil mit bestimmter Bevölkerungsgruppe, die dort in Isolation lebt
Slum: verwahrloster Stadtteil
Marginalsiedlung: anfangs provisorische Wohnungen mit Infrastrukturmangel
am Stadtrand – ungeplant aber vom Staat geduldet teilweise mit Infrastruktur
unterstützt z.B.: Favelas in Brasilien (Leitung durch Drogenbosse – potentieller
Unterschlupf für Kriminella)
Globale Wirtschaftsorganisationen
– IWF: Zahlungsunfähigkeit eines Staates verhindern (kurzfristige Kredite)
– WTO: Abkommen überwachen, Handelshemmnisse Abbauen
– Weltbank: finanziert Projekte (über projektgebundene Kredite)
Internationale Kapitalbewegungen:
– mit vertraglichen Rückflüssen: Kredite
– unregelmäßige Rückflüsse: Investitionen
– ohne Rückflüsse: Schenkung, Kapitalflucht
Bevölkerungsstrukturmerkmale
– Jugendlichkeitsindex (unter 18/15)
– Altersindex (über 60/65)
– Abhängigkeitsindex (Abhängig von Leistungen anderer)
HDI & HPI
HDI – u.a. Lebenserwartung, Alphabetisierungsrate
HPI – u.a. Lebenserwartung, Gesundheitsw., Trinkwasservers., Unterernährung
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