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(Wie) kann man mit der IEC 82079-1 Anwenderfreundlichkeit

EinbettenHerunterladen
(Wie) kann man mit der IEC 82079-1
Anwenderfreundlichkeit erreichen?
Roland Schmeling
SCHMELING + CONSULTANTS
Heidelberg
FV 3 – Fachvortrag für Experten
tekom Frühjahrstagung Münster, 11. April 2013
Schmeling + Consultants GmbH
Heidelberg
www.schmeling-consultants.de
Telefon
+49 (0) 62 21 / 58 50 47-0
Roland Schmeling
r.schmeling@schmeling-consultants.de
Agenda
 IEC 82079-1 (Folie 4)
 Grundlagen „Anwenderfreundlichkeit“ in der Technischen
Kommunikation (Folien 5–20)
 Zur Fragestellung (Folie 21)
 Was leistet die IEC 82079-1 zur Anwenderfreundlichkeit, und wie?
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
 Methodik: Zu den Möglichkeiten einer Norm, einen Beitrag zur
Anwenderfreundlichkeit zu leisten (Folien 22–31)
 Forderungen zur Anwenderfreundlichkeit
und der Beitrag der IEC 82079-1 (Folien 32–36)
 Sachliche Richtigkeit
 Farbeinsatz
 ...
 Die diplomatische Antwort (Folie 37)
 Einiges, und doch nicht viel ...
3
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
IEC 82079-1 Erstellen von Gebrauchsanleitungen
Status
•
•
•
•
Internationale Norm (IEC)
Europäische Norm (EN)
Deutsche Übersetzung (DIN) in Arbeit (immer noch )
Wichtigste Norm für Anleitungen
Veröffentlichung
•
August 2012
Vorgänger
•
IEC 62079:2000 (EN 62079:2001)
Scope
•
Alle Arten von Anleitungen (instructions for use) für alle Arten von
Produkten, von der Dose Farbe bis zur Industrieanlage
Inhalt
•
•
•
•
•
•
Begriffsdefinitionen
Prinzipien für die Erstellung von Anleitungen
Anforderungen an den Inhalt von Anleitungen
Anforderungen an die Gestaltung von Anleitungen
Anforderungen an den Erstellungsprozess für Anleitungen
Anforderungen an die Qualifikationen von Redakteuren, Autoren,
Übersetzern, Lektoren, Illustratoren, Prüfern
Anforderungen an die Prüfung einer Anleitung auf
Übereinstimmung mit der Norm
Informativ: Erstellungsprozess
Informativ: Methoden der Evaluation (Expertisen und empirische
Methoden)
•
•
•
Ausblick
•
Weitere Teile einer Normenreihe möglich
4
Grundlagen: Viele Begriffe, wenig Klarheit
Informationsqualität
Usability
Anwenderfreundlichkeit
User friendly
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
User Experience
Nutzungserlebnis
Gebrauchstauglichkeit
5
Grundlagen: Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit*
Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
z. B. Bewertung der Zielerreichung
Effektivität
Maß für
Gebrauchstauglichkeit
Ausmaß, in dem Benutzer von
Beeinträchtigungen frei sind
Zufriedenheit
Genauigkeit und Vollständigkeit, mit
denen der Benutzer seine Ziele und
Teilziele erreichen kann
Aufwand an Ressourcen, mit denen der
Benutzer seine Ziele und Teilziele
erreichen kann
Effizienz
z. B. Befragung
z. B. Zeitmessung
* In Anlehnung an die gleichnamige ISO 9241-11
6
Grundlagen: Usability
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Gebrauchstauglichkeit
Mindestanforderungen
Nutzungserlebnis
Anwenderfreundlichkeit
User Experience (UX)
Auch emotionale Aspekte
Siehe auch ISO 9241-210:2010 „Ergonomie der MenschSystem-Interaktion – Teil 210: Prozess zur Gestaltung
gebrauchstauglicher interaktiver Systeme“
7
Grundlagen: Was ist Informationsqualität?
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Informationsqualität ist ...
 der Nutzen, welcher durch die inhaltlichen, formatbezogenen und
zeitbezogenen Eigenschaften einer Information für eine Zielgruppe entsteht.
O‘Brien (1991)
 die Eigenschaft von Information von hohem Wert für ihre Benutzer zu sein.
Lesca, Lesca (1995)
 die Kongruenz zwischen Informationsbedarf und Informationsangebot.
Gerkes (1997)
 die Eigenschaft von Information bedarfsgerecht zu sein.
Huang, Lee, Wang (1999)
 die Eigenschaft einer Information, die Erwartungen der Konsumenten zu
erfüllen oder zu übertreffen. English (1999)
 die Zufriedenheit der Anspruchsgruppen (Autoren, Verwalter, Konsumenten,
Spezialisten) in Bezug auf die Information und ihre Einbettung in ein Medium.
Eppler (1997)
 die Eigenschaft von Information, gewisse Spezifikationen oder Attribute zu
erfüllen. Kahn, Strong (1998)
Nutzen – Wert – Bedarf – Erwartungen – Zufriedenheit – Spezifikationen
Zielgruppe  Benutzer  Anspruchsgruppen
8
Grundlagen: Quellen der (meiner) Erkenntnis
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH






Lehrmeinungen
Persönliche Erfahrungen
Analysemethode Problemtypologie
Usability-Tests im Labor
DocCert Prüfungen mit Anwendungstest
...
9
Grundlagen: Lehrmeinung Hamburger Verständlichkeitsmodell*
Basis ist fachkundige Bewertung eines (Teil-)Dokuments durch Juroren
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Einfachheit
optimal: ++
Gliederung/Ordnung
optimal: ++
Z. B. keine Bandwurmsätze, bekannte Wörter,
anschaulich, konkret
Z. B. klarer inhaltlicher Aufbau, optisch
sichtbare Gliederung, klare Navigation
Kürze/Prägnanz
optimal: + oder 0
Anregende Zusätze
optimal: + oder 0
Z. B. Länge des Textes dem Informationsziel
angemessen, nicht zu knapp, nicht zu
weitschweifig
Z. B. wörtliche Rede, rhetorische Fragen,
direkte Ansprache des Lesers, lebensnahe
Beispiele, witzige o. erzählende Formulierung
Vorteile
Nachteile
• Empirische Basis
• Von Wert für die prinzipielle
Betrachtung (z. B. in der
Lehre/Ausbildung von Redakteurinnen
und Redakteuren)
• Nicht vollständig; nicht betrachtet
werden unter anderem: Sachliche
Richtigkeit, Verfügbarkeit
• Bewertung im Einzelfall aufwändig
• Abhängig von der Wahl der Juroren
*) I. Langer, F. Schulz von Thun, R. Tausch: Sich verständlich ausdrücken
10
Grundlagen: Problemtypologie
Ökonomische
Produktion
Medialer
Zugriff
Sachliche
Richtigkeit
und
Relevanz
Sicherheit
und
Rechtskonformität
Lernförderlichkeit
Präzision
im Sprachgebrauch
Qualitätsforderungen
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Funktionale
Gestaltung
Klare
Anordnung
und
Struktur
Eindeutige
Referenz
Eindeutige
Funktion
Klarer und
konsistenter
Bildaufbau
* nach R. Schäflein-Armbruster
11
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Grundlagen: Problemtypologische Analyse* 1 (2)
Qualitätsforderung
Erkannte oder vermutete Problemursache
Kürzel
Sachliche Richtigkeit und
Relevanz
Sachliche Richtigkeit nicht gesichert
Fehlende Angabe
Überflüssige Angabe
Angabe nicht ausreichend informativ oder detailliert
SR
FA
ÜA
Inf
Sicherheit und
Rechtskonformität
Verstoß gegen Gesetze, einschlägige Normen oder Richtlinien
Sicherheits- oder Warnhinweise nicht international konform
§§
§
Präzision im
Sprachgebrauch
Wortschatzproblem
Satzbauproblem
Schreibkonventionen nicht eingehalten
Stil nicht funktions- oder anwendergerecht
Schreibfehler
WS
SB
SK
Stil
SF
Eindeutige Referenz
Bezugnahme auf Gegenstände mangelhaft
Verweise mangelhaft
Ref
TRef
Eindeutige Funktion
Funktion von Text oder Bild unklar oder falsch
Fkt
Siehe: http://www.schmeling-consultants.de/publikationen/
(Arbeitsmaterialien)
* nach Schäflein-Armbruster
12
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Grundlagen: Problemtypologische Analyse* 2 (2)
Qualitätsforderung
Erkannte oder vermutete Problemursache
Kürzel
Klarer und konsistenter
Bildaufbau
Bildstruktur: aufmerksamkeitssteuernde Elemente und Gestaltungsmittel
nicht konform, funktional oder konsistent
Bildorganisation/-aufbau: Perspektive oder Gestaltgesetze nicht
beachtet, Bildqualität mangelhaft, Bild zu klein oder zu detailliert
Bildgestaltung nicht regelgerecht (nicht einheitlich, nicht ästhetisch,
Corporate Design nicht beachtet)
BS
Klare Anordnung
und Struktur
Thematische Struktur mangelhaft
Sequenzierung des Textteils oder Bildes mangelhaft
Serialisierung: Stellung der Wörter oder Satzteile mangelhaft
Text-Bild-Koordination mangelhaft
Th
Sequ
Serial
T-B
Funktionale Gestaltung
Layout nicht funktions- oder regelgerecht
Typographie nicht funktions- oder regelgerecht
Falscher Einsatz von Symbolen oder Textgestaltungselementen
Lay
Typ
Symb
Lernförderlichkeit
Mangelnde didaktische Aufbereitung, Attraktivität oder Praxisbezug
DI
Medialer Zugriff
Medium ungeeignet oder am Einsatzort nicht verfügbar
Steuerbarkeit des Mediums unzureichend, Steuerung unklar
MZ
MS
Ökonomische Produktion
Struktur, Formulierungen und Darstellungen führen zu unnötigem
Mehraufwand in der Erstellung, Übersetzung oder Produktion
Eco
* nach Schäflein-Armbruster
BO
BG
13
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Grundlagen: Problemtypologische Analyse (Beispiel)
14
Grundlagen: Metrik für Informationsqualität St. Gallen
 Prof. Eppler: Ergebnisse eines
Forschungsprojekts an der
Universität St. Gallen
 Was steigert die Informationsqualität?
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Verdichten
=
komprimieren
Validieren
=
kontrollieren
Verorten
=
kontextualisieren
Verankern
=
kognitiv
verankern
15
Grundlagen: Usability Labor
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Hochschule Furtwangen University
Usability-Test an einem PKW
Usability-Test an einer
Wärmebild-Kamera
Expertise einer Anleitung
(Problemtypologie) zur
Vorbereitung eines
Usability-Tests
16
Grundlagen: Blickverlauf in Millisekunden
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Beispiel Jura-Website (Projektbeispiel)
17
Grundlagen: Thesen aus der Erfahrung
 Hohe Deckung zwischen den vermuteten Problemen einer Anleitung
aus der Expertise (z. B. Problemtypologische Analyse) und den im
Test festgestellten Mängeln
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
 Expertise ist kostengünstig
 Test „lohnt“ sich an der bereits optimierten Anleitung
 Tests an mangelhaften Anleitungen haben hohen didaktischen Wert für
Informationsentwickler
18
Grundlagen: Konformitätsprüfung
 Konformitätsprüfung nach
IEC 82079-1: DocCert
 Incl. Prüfung des
Zusammenspiels
Anleitung/Produkt
 Prüfzeichen
 Zertifizierung möglich
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
 Prozessaudit und Zertifizierung
der Redaktionsprozesse:
DocCertSystem
19
Grundlagen: DocCert Anforderungsbereiche
Prüfung EN 82079-1 + x nach Anforderungskatalog und mit Anwendungstest
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
IDENTIFIKATION
und GESTALTUNG
• Äußere Form
• Handhabung
• Gestaltung
• Typographie
• Satzspiegel
• Orientierung
• Verzeichnisse
• Wegweiser
• Kolumnentitel
• Gliederung
• Text
• Terminologie
• Formulierung
• Zielgruppe
• Umwelt
• Identifikation
• Verweise
• Medien
SICHERHEIT
• Hinweise
• Benutzerinfo
• Produkt
• Maßnahmen
• Persönliche
Schutzausrüstung
• Einweisung
• usw.
INHALT
• Beschreibend
• Techn. Daten
• Hersteller
• Installation
• Verpackung
• Transport
• Lagerung
• Montage
• Aufbau
• Inbetriebnahme
• Bedienung
• Betrieb
• Wartung
• Instandsetzung
• Störungen
• Entsorgung
PRODUKT
• z. B. Maschinenrichtlinie
• Produktnormen
• Anwendungstest
der Anleitung mit
dem Produkt
20
Zur Fragestellung
(Wie) kann man mit der IEC 82079-1 Anwenderfreundlichkeit erreichen?
Unterstützt und fördert
die IEC 82079-1 die Erstellung
anwenderfreundlicher
Anleitungen?
 Zu welchen Anforderungen?
(Thematik)
 Wie? (Methodik)
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Ja, wenn die inhaltlichen Aussagen der Norm in Übereinstimmung stehen mit
entsprechenden Aussagen, die aus anerkannten Methoden gewonnen wurden
oder werden können.
Gibt es Aussagen, mit denen
die IEC 82079-1 der
Anwenderfreundlichkeit
entgegensteht?
 Zu welchen Anforderungen?
(Thematik)
 Wie? (Methodik)
Ja, wenn die inhaltlichen Aussagen der Norm im Widerspruch stehen mit
Aussagen, die aus anerkannten Methoden gewonnen wurden oder werden
können.
21
Zu den Möglichkeiten einer Norm,
einen Beitrag zur
Anwenderfreundlichkeit zu leisten
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
„Methodik“
22
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Methodik*
 Grad der Verbindlichkeit von Anforderungen
 muss (shall): zwingende Anforderung der (freiwilligen) Norm
• Aber: „... muss berücksichtigt werden ...“, siehe Vagheiten
 soll (should): Empfehlung; begründete Abweichung möglich
 kann/darf (may): Handlungsmöglichkeit
(... kann zweckmäßig/hilfreich sein ...)
 Bedingungen
 Wenn anwendbar, ... (if applicable ...)
 ... gegebenenfalls ... (may need to)
 „kann erforderlich sein“, „falls erforderlich“, „soweit zutreffend“, „falls
relevant“, „kann hilfreich sein“, „falls dienlich“ oder „muss Folgendes
berücksichtigt sein, um ...“ („may need“, „may require“, „if appropriate“, „if
necessary“, „shall if relevant“)
 Vagheiten
 „[Es] sollten Vorkehrungen getroffen sein, damit die Nutzer nicht von der [...]
Komplexität [...] der elektronischen Sequenzen überfordert werden.“
 Die Normenkonformität ist hergestellt, wenn
• Vorkehrungen getroffen wurden oder
• begründet ist, warum die entsprechenden Vorkehrungen im
vorliegenden Fall nicht getroffen werden müssen.
*Siehe Fritz, Heuer, Michael, Schmeling, Schulz: Normenkommentar zur EN 82079-1
„Erstellen von Gebrauchsanleitungen“ tekom 2013
23
Methodik*
 Feststellungen
 Es gibt ... (z. B. 2 Möglichkeiten, mehrere Produktvarianten in einer
Anleitung zu beschreiben; parallel und sequenziell)
 Materialien/Hilfestellungen
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
 Beispiel: Prüfcheckliste
 Beispiel: Entscheidungshilfe über empirische Methoden
 Freigestellt, ob die Materialien und Hilfestellungen genutzt werden
Vorstellung des neuen tekom-Leitfadens im
Vortrag FV15 zum Leitfaden, Freitag 10:00 Uhr
*Siehe Fritz, Heuer, Michael, Schmeling, Schulz: Normenkommentar zur EN 82079-1
„Erstellen von Gebrauchsanleitungen“ tekom 2013
24
Methodik
Lehre
Gestaltungsregeln,
Vorlagen
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Forschung
Prozess
Empirie,
Tests
25
Methodik
IEC 82079-1: Konkrete
Anforderungen an den
Inhalt von Anleitungen
IEC 82079-1: Konkrete
Anforderungen an die
Gestaltung von Anleitungen
Lehre
Gestaltungsregeln,
Vorlagen
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
IEC 82079-1:
Anforderungen an die
Qualifikation von
Redakteuren und
Redakteurinnen
Prozess
IEC 82079-1:
Anforderungen an
den Prozess der
Anleitungserstellung
IEC 82079-1: Prinzipien für
die Gestaltung von
Anleitungen, wo konkrete
Gestaltungsregeln nicht
erzielt werden konnten
Forschung
Empirie,
Tests
IEC 82079-1: Konformitätsprüfung (Kap. 7) und Methoden
zur Prüfung und Verbesserung
von Anleitungen unter
Einbeziehen der Anwendersicht
(Anhang E)
26
Methodik: Gestaltungsregeln und Prozess
 Gestaltungsregeln:




Hauptteil der Norm
Prinzipien
Inhalt
Gestaltung
Gestaltungsregeln,
Vorlagen
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
 Prozess:





Risikobeurteilung
Prozess
Zielgruppenanalyse
Korrekturlesen
Übersetzung und Übersetzungslektorat
Qualifikation von Redakteuren, Übersetzern, Lektoren, Illustratoren,
Prüfern
 Anhang D (informativ) mit Ablauf
27
Prozess (Anhang D) als BPMN-Modell
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Prozess
28
Prozess (Anhang D) als BPMN-Modell
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Prozess
29
Methodik: Empirie
 Kapitel 7 zur Konformitätsprüfung
 Qualifikation des Prüfers
 Prüfung nur mit Produkt
Empirie,
Tests
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
 Anhang E mit einer Methodenübersicht: oberflächlich
(Anwendungsbereich, Vorteile, Nachteile)






Befragungen
Usability-Test
Selbsteinschätzung und Checklisten
Gutachten, Überprüfung durch Experten und Zertifikate
Erkenntnisse aus unabhängigen Preisen oder Leistungsprogrammen
Rückmeldungen aus Beschwerdemanagement, Hotlines und
Kundendienstinformationen
 Lektorat, Korrekturlesen (6.1.11, 4.8.3.3)
30
Methodik
 Was eine Norm kaum leisten kann: „Quasi ‚automatisch‘ beim
Befolgen der Norm entsteht eine anwenderfreundliche Anleitung“
 In diesem Sinne gibt es keine „Anleitung zur anwenderfreundlichen
Anleitung“
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
 Aus der Existenz einer nicht anwenderfreundlichen Anleitung, die
gleichzeitig normenkonform zur IEC 82079-1 ist, folgt nicht, dass die
IEC 82079-1 keinen Beitrag zur Anwenderfreundlichkeit leistet.
31
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Forderungen zur Anwenderfreundlichkeit/Beitrag der IEC 82079-1
Ford. Anwenderfreundlichkeit
Beitrag IEC 82079-1
GR
P
E
Vollständigkeit
GR: geforderte Einzelinhalte; nur ergänzend
P: Anhang D: u.a. Planung der Recherche,
genügend Zeit; Produkt verfügbar; Bringschuld
der Entwicklung bei Änderungen, aber z. B. keine
Fragelisten und Details zur Recherchedurchf.
E: Konformitätsprüfung nur mit Produkt
+
+
+
Sachliche Richtigkeit
GR: Fehlt (z. B. Genauigkeit technischer Daten)
P: Recherche; ähnlich  Vollständigkeit
E: Konformitätsprüfung nur mit Produkt
0
+
+
Deutliche Warnungen
vor Gefahren
GR: Signalworte (DANGER, WARNING,
CAUTION), Schriftgröße für Warntexte größer
P: –
E: –
+/
0
0
Warnung vor allen
relevanten
Restgefahren
GR: –
P: Risikobeurteilung als Basis für Warnhinweise
gefordert; Einbeziehen der Informationsentwickler
in die Risikobeurteilung; Einbeziehen aller
Informationsquellen;
E: –
0
++
0
++=Guter Beitrag; +=Beitrag vorhanden, ausbaufähig; 0=kein wesentlicher Beitrag;
=Widerspruch zur Anwenderfreundlichkeit in einzelnen Punkten
GR=Gestaltungsregeln
P=Prozess
E=Empirie
32
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Farbeinsatz
33
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Farbeinsatz
3 Lorem ipsum dolor
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34
Beispiel Farbeinsatz
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
These: Farbeinsatz hat einen positiven Einfluss auf das Nutzererlebnis
und damit auf die Anwenderfreundlichkeit
IEC 82079-1:
 Farbige Schrift erfordert wegen geringerem Kontrast tendenziell
größere Schrift (6.2.1)
 Sicherheitsbezogene Informationen (Text, Bild) müssen
hervorgehoben werden. (6.8.1). Farbeinsatz ist ein mögliches Mittel.
Die Möglichkeit von Verfärbung und Ausbleichen muss berücksichtigt
werden (6.8.4).
 Farben müssen konsistent, funktional und systematisch verwendet
werden (6.9). Farbe darf nicht allein verwendet werden
(Farbfehlsichtigkeit).
 Farbe zusätzlich, dient “nur” zum besseren Verständnis (6.9),
beispielsweise zur besseren Unterscheidung von Informationen für
verschiedene Produktvarianten (4.8.1.2).
35
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
Forderungen zur Anwenderfreundlichkeit/Beitrag der IEC 82079-1
Ford. Anwenderfreundlichkeit
Beitrag IEC 82079-1
GR
P
E
Farbeinsatz
GR: Grenzen des Farbeinsatzes, evtl. zu wenig
„Ermunterung“; die Bedenken überwiegen
P: –
E: –
+
0
0
Paginierung
GR: 7 von 153 empfohlen
P: –
E: –

0
0
Gute Lesbarkeit
GR: Mindestschriftgrößen; Font, Zeilenlänge,
Zeilenabstand und Schriftgröße ausgewogen
P: –
E: –
+
0
0
Klare Funktion von
Text und Bild
GR: Formulierungsmuster in Abhängigkeit von der
Textfunktion gefordert (Ziel, Handlung, Resultat,
Bedingung, Empfehlung, usw.); Bildfunktionen
nicht berücksichtigt; keine genaueren Angaben
zur Umsetzung
P: –
E: –
+
0
0
++=Guter Beitrag; +=Beitrag vorhanden, ausbaufähig; 0=kein wesentlicher Beitrag;
=Widerspruch zur Anwenderfreundlichkeit in einzelnen Punkten
GR=Gestaltungsregeln
P=Prozess
E=Empirie
36
Was leistet die IEC 82079-1 für die Anwenderfreundlichkeit?
(c) 2013, Schmeling + Consultants GmbH
IEC 82079-1:
 Prinzipien
 Inhaltliche Anforderungen an
Anleitungen
 Gestaltungsregeln für Anleitungen



Anforderungen an den Prozess der
Erstellung einer Anleitung
Anforderungen an die Qualifikation von
Informationsentwicklern
Konformitätsprüfung und
Methodenübersicht für die Evaluation
Thesen – die diplomatische Antwort:
 Anwenderfreundlichkeit kann auch ohne IEC 82079-1 erreicht
werden
 IEC 82079-1 gewährleistet keine Anwenderfreundlichkeit
 Aber: IEC 82079-1 unterstützt grundsätzlich die Entwicklung
anwenderfreundlicher Anleitungen
 Einzelne „Bremsen“ für die Anwenderfreundlichkeit sollten noch
beseitigt werden
 Durch geeignete Weiterentwickklung der IEC 82079-1 kann die
Unterstützungsfunktion der Norm noch deutlich verbessert werden
37
(Wie) kann man mit der IEC 82079-1
Anwenderfreundlichkeit erreichen?
Roland Schmeling
SCHMELING + CONSULTANTS
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FV 3 – Fachvortrag für Experten
tekom Frühjahrstagung Münster, 11. April 2013
Schmeling + Consultants GmbH
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Telefon
+49 (0) 62 21 / 58 50 47-0
Roland Schmeling
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