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Farbe und Struktur – wie dekorative Oberflächen die - KABE Farben

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Qualität – Schicht um Schicht
FASSADEN
ZEIT
Farbe und Struktur – wie dekorative
Oberflächen die architektonischen
Visionen unterstützen
Geschätzte Kunden
und Leser
Die Frage des Fassadenschmuckes ist
so alt wie die Architektur selbst – aber
es ist gerade unsere jüngste Zeit, die
sich dieses Themas
wieder
vermehrt
widmet. Auch die 10. Ausgabe unserer «Fassadenzeitung» behandelt darum verschiedene Aspekte dieser Thematik.
Denn KABE als Material- und Systemlieferant
leistet zusammen mit ihren Kunden – den
Handwerkern verschiedener Gattungen – einen wichtigen Beitrag zu diesen Fragen, die
Lebensgefühl und Lebensqualität unserer unmittelbaren Umgebung massgeblich beeinflussen. Die Diskussion wurde zuletzt auch an
der Swissbau mit der Ausstellung «Domoterra»
bei einem breiten Fachpublikum der Bauszene weiter thematisiert und anlässlich der von
uns kürzlich veranstalteten TechUpDates weiter vertieft. Die ständig steigende Nachfrage
nach dekorativen Oberflächen ebenso wie die
Fragen zu deren Machbarkeit und Umsetzung
sind dabei Gegenstand interessanter «Auseinandersetzungen» im Wortsinn.
Eine der häufigsten Wand- bzw. Fassadenkonstruktionen der Neuzeit – nämlich die verputzte Kompaktfassade – bildet dabei durch
ihr vorteilhaftes Preis-Leistungs-Verhältnis,
die hervorragende und an verschiedene Baukörper anpassbare Wärmedämmung und die
zahlreichen Möglichkeiten der Oberflächengestaltung den Mittelpunkt der Diskussion.
Als Anbieter der technologisch führenden
Systeme lamitherm und wancortherm sind
wir darum bei vielen Neubauten und Renovationen stark in das Thema involviert.
Lesen Sie in dieser Fassadenzeitung den interessanten geschichtlichen Hintergrundtext
von Michael Widrig, der die teils weit auseinanderliegenden Ansichten von bekannten Exponenten der Architekturtheorie zum
«Flächenschmuck» kurz ausleuchtet und einen aktuellen Bezug zu neueren Beispielen
sucht. Dies leitet direkt zur praktischen Seite
der Umsetzung von dekorativen Oberflächen
über. Unser Leiter Anwendungstechnik Baufarben und Putze, Pius Fürer, hat mit seinem
Team ein halbes Dutzend unkonventionelle
Oberflächen und ihre konkrete Umsetzungstechnik an einer Musterfassade im Werk Gossau ausprobiert und dokumentiert.
sierten Verfechter der Siliconharztechnologie
gefunden zu haben, der zum kontroversen
Für- und Wider des Einsatzes der Silicone an
der Fassade Stellung nimmt. Verschiedene
kurzgehaltene Fachthemen wie der Spinnenbefall an der Fassade samt Lösungsansatz
sowie einige Berichte und zahlreiche Fotos
zu besonders gelungenen Beispielen der Fassadengestaltung runden das Info-Angebot
dieser Fassadenzeitung ab.
Besonders aktuell dann der «Klimarappen»,
eine Initiative der öffentlichen Hand mit attraktiven Förderbeiträgen zur Energieeinsparung und Reduktion des CO2-Ausstosses. Es
folgen Kurzbeiträge über Minergie P als Meilenstein zum «Nullenergiehaus», die Problematik der dicken Dämmung und dem neuen
KABE-Fugenplaner als Hilfsmittel für die immer anspruchsvolleren Anschlussdetails.
Es freut uns speziell, in unserem in der Fachwelt seit bald Jahrzehnten be- und anerkannten Gastautor, Dr. Helmut Weber, einen ver-
07
INHALTSVERZEICHNIS
1–4
«Mit Flächenschmuck werden die
Wände ihrer ‹Nacktheit› beraubt?»
5–7
Kreative Verputztechnik mit gebrauchsfertigen Beschichtungsmaterialien
8–9
Was bedeutet «Klimarappen
Gebäudeprogramm»? Ein Beispiel
für die praxisgerechte Umsetzung
10 – 11
Objekt Galerie
In jedem Falle scheint uns das breite Spektrum der Beiträge und die zahlreichen schönen oder besonders gestalteten Objekte ein
Ausdruck dafür zu sein, dass die heimische
Bau- und Architekturszene sehr vielfältig ist,
sich weiterentwickelt und – trotz Hektik und
zahlreichen Problemen im «Abwicklungs-Alltag» – in der breiten Masse der Bausubstanz
wie auch in speziellen Objekten ihre Lebendigkeit und Attraktivität zu beweisen weiss.
12
Und so wünschen wir allen Lesern unserer
Fassadenzeitung an dieser Stelle wie immer
eine erfolgreiche und interessante Fassadensaison 2007!
Hydrophobe und hydrophile Beschichtungen
im Fassadenschutz
Trocken ist besser als nass
Hans-Jörg Anderegg, Marketing- u. Verkaufsleiter «Bau» und das ganze KABE Bau-Team
Warum nach MINERGIE-P® bauen?
Erste Erfahrungen eines Planers und
Bauherrn am gebauten Beispiel
13
Bedeuten dicke Dämmungen erhöhte
Anforderungen an Anschlüsse und Details?
14 – 15
16 – 18
Aussenrenovation ehemalige Klosteranlage und Kirche St. Johannes Baptist
und Evangelist, Neu St. Johann
19
(K)eine Spinnerei – wenn die Fassade
die Masern hat …
20
KABE – Kompetenz an der Holzfassade
Sonderausstellung «Domoterra» an der Swissbau 07 mit dekorativen Oberflächen von KABE
«Mit Flächenschmuck werden die Wände
ihrer ‹Nacktheit› beraubt?»
Auszug aus dem Referat von Michael Widrig anlässlich der KABE TechUpDates 2007
Oder ist die Wand
bereits ihrer Nacktheit beraubt, kann
eine Wand heute
überhaupt
noch
«nackt» sein?
Das Fragezeichen
ist insofern berechtigt, da die nackte
Wand, wie der nackte Mensch, heute so nicht mehr überleben
kann. Wie der Mensch schützende, wärmende Kleider braucht, so braucht auch die Wand
eine schützende Schicht. Und je nach Anordnung dieser schützenden Schicht, ist diese
auch für die Erscheinung verantwortlich.
übt. Es war mir bei der Auffürung der Beispiele
vorzüglich darum zu thun, auf das Prinzip der
äusserlichen Ausschmückung und Bekleidung
des structiven Gerüstes hinzuweisen, ....
Die eigentliche Frage des Fassadenschmuckes
ist so alt wie die Architektur selbst, und es ist
gerade unsere Zeit, die sich wieder vermehrt
dieser Frage widmet.
er nicht als die Konstruktion eines Gebäudes,
sondern als Maskierung oder Verhüllung der
konstruktiven Teile in einem dramatischen
Rätsel oder künstlerischen Spiel.
aus «Der Stil» Band I, 1860
In einem ersten Teil werde ich einige theoretische Positionen aufzeigen, ausschliesslich
Betrachtungen zur Aussenhaut. Es lässt sich
dabei aufzeigen, wie sich der thematische
Schwerpunkt im Laufe der Zeit verändert hat.
Jedes Kunstschaffen einerseits, jeder Kunstgenuss andrerseits, setzt eine gewisse Faschingslaune voraus. ... Das Maskiren hilft
aber nichts, wo hinter der Maske die Sache
unrichtig ist oder die Maske nichts taugt.
Gottfried Semper veröffentlicht 1860 die
Publikation «der Stil». Er schreibt darin:
Semper versucht mit seinen Ausführungen
die tektonische Basis der Architektur umzustossen. Der Mauer folgt die Wand, und das
«Gewand» wird integraler Bestandteil der Architektur. Monumentale Architektur verstand
Das Prinzip der Bekleidung hat auf den Stil der
Baukunst und der anderen Künste zu allen Zeiten und bei allen Völkern grossen Einfluss ge-
1
Die Nordfassade der von Semper 1862 gebauten ETH in Zürich ist mit einer in Sgraffito-Technik ausgeführten Bekleidung verhüllt. Sie ist
reich verziert mit Emblemen aus Kunst und
Wissenschaft und mit Porträts von Michelangelo bis James Watt.
In ihrer Bildhaftigkeit ist sie durchaus vergleichbar mit der Fassade der Bibliothek von
Herzog & de Meuron in Eberswalde.
Fortsetzung auf Seite 2
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
Der konstruktiven Moral von Schinkel folgt
die in konsequenter Kleinschreibung ausgeführte, ästhetische Moral von Adolf Loos. Er
begründet diese mit produktionstechnischen
Entwicklungen. Während der Handwerker zur
Verwendung des Ornaments noch immer legitimiert ist, sind sämtliche industriellen Prozesse davon ausgeschlossen.
Die Aussenhaut steht nicht für sich und hat
kein Eigenleben, sie muss sich der Form und
der Funktion unterordnen.
Und nachdem sich die Fassade von jeglichem
Schmuck befreit hat, kommt Robert Venturi
und formuliert 1978 folgenden Titel für einen Aufsatz: «Eine Definition von Architektur
als Gehäuse mit Dekoration darauf und ein
weiteres Plädoyer für eine Symbolik des Gewöhnlichen in der Architektur.»
Doch wie sich die Akzeptanz des tätowierten
Körpers in den letzten Jahren verändert hat,
so hat sich auch das Verhältnis der Architekten zum Gebrauch des Flächenschmucks,
bzw. des Ornaments, verändert.
Das traditionell homogene Mauerwerk von
«Comlongan Castle» diente primär der Wehrhaftigkeit. Wärmedämmung, Dampfdiffusion,
Helligkeitsbezugswert, etc. waren unter den
schottischen Rittern kein Thema.
Titel eines Aufsatzes, 1978
Venturis Schriften basieren jedoch nicht auf
einem historisierenden Gedanken, sondern
auf einer Betrachtung und Analyse der gebauten Realität und diese hat nicht zuletzt mit der
sich entwickelnden Bautechnik zu tun.
Der «decorated shed» – ein von Venturi geprägter Begriff – stellt in diesem Sinn nur indirekt die Antithese zum Funktionalismus dar.
Le Corbusier's Schrift «Ausblick auf eine Architektur» darf natürlich in diesem architekturtheoretischen Teil ebenfalls nicht fehlen.
Er schreibt 1923:
Die Nordfassade der von Semper 1862 gebauten ETH in Zürich
Die Wandfläche-Technik
Der mahnenden, humanistischen Ahnengalerie steht ein abstraktes, bedeutungsloses
Ornament des schönen Scheins gegenüber.
Die Bibliothek in Eberswalde darf durchaus
als die Rehabilitierung des Ornaments be-
Soweit einige theoretische Positionen im
Überblick. Doch wie hat sich die Aussenhaut
technisch entwickelt?
Ich möchte ganz kurz die Entwicklung von der
einschichtigen zur mehrschichtigen Wand und
deren ästhetische Auswirkungen andeuten.
Einschichtiger Wandaufbau – Comlongan Castle,
Dumfries, Schottland, 15. Jh.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dieses
homogene Mauerwerk in die heutige Zeit zu
übertragen, sei das mit Dämmbeton oder mit
porösem Mauerwerk. Die Mauerstärken nähern sich bei diesen Techniken jedoch bereits
wieder jenen der schottischen Wehrtürme an.
Villa in Vaucresson, 1922
Bibliothek Eberswalde, 1999, Herzog & de Meuron
zeichnet werden. Anders als in der traditionellen Baukunst, ist das Ornament nicht einem
Bereich zugeordnet, die Fassade selbst ist
Dekoration; Form und Ornament werden untrennbar verschmolzen. Eine Weiterentwicklung von Sempers Ansatz und gleichzeitig ein
quasi barocker Ansatz.
«Da die Architektur das kunstvolle, korrekte
und grossartige Spiel der unter dem Licht
versammelten Baukörper ist, hat der Architekt die Aufgabe, die Aussenhaut, welche
jene Baukörper umhüllt, mit Leben zu erfüllen, ohne dass diese als Parasit den Baukörper aufzehrt oder aufsaugt.
Die Aussenhaut ist meistens eine von Türen
und Fenstern durchlöcherte Mauer; diese Löcher zerstören oft die Form; man muss ihnen
formanzeigende Qualitäten beigeben.»
aus «Ausblick auf eine Architektur», 1922
Spricht man von Flächenschmuck, denkt man
automatisch an Ornament und wenn man an
Einschichtiger Wandaufbau – Haus Meuli,
Fläsch, Bearth & Deplazes, 2001
Die Mehrheit der Bauten bedient sich heute eines mehrschichtigen, nach Funktionen
getrennten Aufbaus. Eine Mehrschichtigkeit
muss jedoch nicht zwingend ersichtlich sein.
Eine der üblichsten Formen des mehrschichtigen Wandaufbaus ist die verputzte Fassadendämmung. Dieses bereits 1959 zum Patent
angemeldete System hat sich in den 1970er
Jahren als Folge des Erdölschocks definitiv
durchgesetzt.
Haus am Michaelerplatz, 1911
Ornament denkt, drängt sich die Schrift «Ornament und Verbrechen», welche Adolf Loos
1908 verfasste, geradezu auf:
«Der moderne mensch, der sich tätowiert, ist
ein verbrecher oder ein degenerierter.»
«Ornamentlosigkeit ist ein zeichen geistiger
kraft, das moderne ornament hat keine eltern
und keine nachkommen, hat keine vergangenheit und keine zukunft.»
aus «Ornament und Verbrechen», 1908
Mehrschichtiger Wandaufbau – Verputzte
Fassadendämmung
Basco-Markthalle, Bristol Township, 1979
2
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
In ihrer Erscheinung mit der verputzten, äussersten Schicht erinnern sie meist an homogene, massiv Bauten. Ihre Mehrschichtigkeit
und ihre Weichheit, bzw. Verletzbarkeit bleibt
verborgen.
Foto Michael Heinrich
Es ist in diesem Sinne nicht nur die Wand, die
ihrer Nacktheit beraubt wird, sondern auch
die Dämmplatte, da diese ihrerseits nicht
ohne Schutz auskommt.
Forschungsinstitut BFTS, Hild und K, 2004
Die Wandfläche – Farbe
und Struktur auf Fassadendämmung
Nach diesem kurzen Exkurs in die Theorie und
in die Konstruktion sind wir nun bei der heutigen Anwendung des Flächenschmucks angelangt. Wir haben als Architekten die Möglichkeit und die Aufgabe, den Gebäudeausdruck
mittels Farbe und/oder Struktur zu gestalten.
Ich möchte Ihnen anhand einiger mehr oder
weniger aktueller Beispiele, einen nicht abschliessenden Überblick über die Möglichkeiten geben, die eine Fassadendämmung
zulässt.
Da hätten wir zuallererst die Farbe in ihrer
Wirkung, den monochromen Baukörper. Ein
grün eingefärbter Silikatputz, als Rillenputz
horizontal abgezogen, wurde zusätzlich mit
einer Silikonharzfarbe lasierend gestrichen.
Die Ecken der künstlichen Baukörper wurden
gerundet, während die natürlichen Lindenhecken im Vordergrund kubisch geschnitten
wurden.
Renaissance, die regelmässigen Öffnungen,
welche für die Schönheit verantwortlich sind,
es ist der regelmässige, die Öffnungen neutralisierende Anstrich.
Überbauung Bröelberg, Kilchberg, Gigon I Guyer mit Harald F. Müller, 1996
die Farben von gepflügten Feldern, Baumstämmen und anonymen Landwirtschaftsgebäuden und verweist nicht zuletzt auch auf
den weichen, organischen Fassadenaufbau.
Dem Braunton wurde an den Inneren Fassaden ein heller Orangeton gegenübergestellt,
der einen intensiven Farbraum generiert. Der
Orange- und Braunton sind miteinander verwandt, ist doch das Braun eine dunklere Variante des Orange. Beim Farbwechsel an den
Gebäudekanten intensivieren sich die Farben
gegenseitig, flächig eingesetzt divergieren sie
jedoch stark in ihrer Wirkung. Das Braun wirkt
ruhig, integrierend, natürlich, zurückhaltend,
nobel – das Orange indessen schrill, künstlich, fremd und beglückend schön.
gerüsts, welcher bei der Applikation eines Ornaments berücksichtigt werden muss. Mittels
einer Schablone wurde die 2 mit einer Silikonharzfarbe matt gespritzt.
In der Erscheinung ähnlich in der Grundhaltung
ganz anders das Beispiel von Peter Märkli.
Einfamilienhaus in Azmoos, Peter Märkli 2000
Beim Restaurant Vinikus in Davos handelt es
sich, aufgrund des Kontextes, um ein verputztes Einsteinmauerwerk. Dennoch möchte ich
es kurz erwähnen.
Wohnsiedlung Regina Kägi-Hof, Zürich, Kunst
am Bau Renée Levi 2000
Optisch auszeichnend wirkt lediglich, was
dieses Gebäude bezeichnen muss – die Beschriftung des Restaurants. Diese ist trägerfrei, organisch mit der Architektur verbunden
und erinnert an die Bündner Tradition der
direkt aufgemalten Häusernamen.
Die Schlichtheit der strengen Form scheint
durch die ornamentale Gestaltung der Fassade gleichsam konterkariert. Entstanden ist
eine dekorierte Kiste, deren Ambivalenz zwischen Bild und «lesbarer, zahlenmässiger»
Bedeutung faszinierend ist.
Die zwischen Dachrand und Fensterschlitz
eingespannten Buchstaben ergeben aber
auch eine irritierende Wirkung im Bezug auf
die Statik des Gebäudes. Öffnungsstruktur
und Beschriftung stehen im Widerspruch zum
scheinbar monolithischen Baukörper, dieser
spürbare Widerspruch führt zu einer, dem
Hild und K, ein Büro aus München, machten es sich bei diesem Institutsgebäude zur
Aufgabe, aus den heterogenen Nutzungen,
mit unterschiedlichen Geschosshöhen und
unterschiedlichen Fensteranteilen, ein einheitliches Ganzes zu konzipieren. War es im
Märkli überzieht das Haus mit einem unregelmässigen Schachbrettmuster aus zwei
unterschiedlichen grünlichen Grautönen. Der
notwendige Schutzanstrich als sichtbare, eigenständige Haut. Diese erinnert an den aufgemalten Steinschnitt bei alten Häusern, aber
auch an Tarnbemalung. Doch keine dieser Erinnerung bleibt haften, zu undeutlich sind die
Verweise.
Interessant ist die Eckbehandlung: einmal
Hell zu Dunkel, einmal wird die Farbe um
die Ecke gezogen. Durch das Nebeneinander
beider Varianten wird ausgeschlossen, dass
irgendeine Form von Massivität suggeriert
wird. Der Anstrich bleibt, was man sieht, ein
aufgemaltes Muster, ein Ornament.
Etwas das nicht unbedingt notwendig ist, aber
eine Bereicherung darstellt. So wird z.B. das
Muster im Obergeschoss gestreckt, so dass
dessen Überhöhung verdeutlicht wird.
Dass es sich beim Fassaden-Ornament nicht
um eine neue Erscheinung handelt, sei hier
mit einem Verweis auf die Engadiner SgraffitoTechnik belegt.
Sanierung Bürogebäude, Zürich, Romero &
Schaefle mit Jean Pfaff, 2005
Das Gebäude wirkt durch die Körnung des
Verputzes, durch die Tiefe der Farbe und
durch die abgerundeten Ecken «textil», es
bekommt einen zeichenhaften, weichen und
warmen Pullover.
Restaurant Vinikus, Davos, Gigon I Guyer 1992
Das Grün könnte man, wegen seiner speziellen Wirkung im Kontext der Natur, als FarbSonderfall bezeichnen. Natürliche Grüntöne sind kaum zu imitieren und jeder grüne
Fremdkörper wird in der Natur sofort als solcher entlarvt. Hier wurde das Spiel zwischen
künstlichem und natürlichem Grün bewusst
ausgereizt.
Nach dem monochrom geschmückten Baukörper nun ein Beispiel, welches in seiner Zweifarbigkeit eine komplexere und mehrdeutige
Aussage zu seiner Geometrie macht.
Die äusseren Fassaden sind in einem dunklen Braunton gehalten, welcher die volumetrische Erscheinung verstärkt; er erinnert an
Bau eigenen Spannung. Konstruktive These
und bildhafte Antithese werden zu einer Synthese verschmolzen.
vorangegangenen Beispiel die zahlenmässige Bedeutung der 2, ist es hier ein Ordnungsund Strukturierungsprinzip, welches als Basis
des Ornaments dient.
Von der Beschriftung wechseln wir zur Schrift
als Ornament.
Hild und K legten dem Gebäude ein Konstruktionsraster von 1.20m zugrunde, dieses
wurde bildhaft nach Aussen transferiert. Die
Fassadendämmung wurde mit einem, das
Konstruktionsraster übernehmendem Anstrich überlagert. Die rasterartige Lochfassade deckt sich mit dem Anstrich, so dass unterschiedliche, nutzungsbestimmte Öffnungen
problemlos in ein Gesamtbild eingewoben
werden können. Es sind nicht, wie z.B. in der
Die Zahl zeigt sich nicht länger als Einzelnes,
aus der Vielzahl entsteht ein Ornament. Das
sehr dunkle, auf dem Bild beinahe nicht als
solches zu erkennende Grün integriert die
Farbigkeit der Profilitgläser. Die Schrifthöhe,
1.80 m bei einem Linienabstand von 2.00 m,
entspricht in etwa dem menschlichen Körper,
sie entspricht aber auch dem Raster des Bau-
3
Haus Capol, St. Maria, 17. Jh.
Haus in Ardez mit Sgraffito
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
Im Gegensatz zu den bis jetzt gezeigten Beispielen handelt es beim Sgraffito jedoch nicht
um eine gemalte Dekoration sondern eine in
«al Fresco», d.h. im noch nicht harten Verputz
ausgeführte geritzte, bzw. gekratzte Technik.
Die unterschiedliche Oberflächenstruktur
macht einen grossen Teil des Reizes aus, welcher von dem Erscheinungsbild des Sgraffito
ausgeht und damit wechsle ich von der Farbgestaltung zur Oberflächenstruktur.
Es gibt unterschiedliche Verputzstrukturen,
Sie kennen das alle, sowohl die Korngrösse
als auch die Verarbeitung prägen das Erscheinungsbild.
Zwei komplett unterschiedliche Verputzstrukturen erhalten Hild und K mit einem sehr prag-
Foto Michael Heinrich
Die Zeichnung im Massstab 1:100 wurde gescannt und auf den Massstab 1:1 vergrössert.
Das entstandene, vom Ursprung stark vergrösserte Bild wurde dann auf die bestehende Fassade übertragen und vertieft als Relief
in den Putz eingelegt.
Wohnungen Lohengrinstrasse, München, Hild
und K, 2004
matischen Ansatz. Es werden nur die Teile mit
einer Fassadendämmung versehen, welche
beheizte Räume beinhalten, d. h. Balkone
und Wintergarten wurden ohne Dämmung
ausgebildet, wobei die notwendige Überlappung der Dämmschicht ebenfalls sehr pragmatische eingehalten wurde.
Was hat Schinkel 1825 in seinem «Architektonischen Lehrbuch» geschrieben: «Von der
Konstruction des Bauwerkes muss alles Wesentliche sichtbar bleiben.» Schinkel hat damit zwar die Statik gemeint, heute muss man
die Dämmung jedoch durchaus als Teil der
Konstruktion betrachten.
Und noch ein weiteres Beispiel des Münchner
Büros Hild und K. Es ging dabei um die Sanierung eines Wohnhauses aus der Gründerzeit,
welches, wie sehr viele Bauten aus dieser
Zeit, ihren gesamten Fassadenschmuck über
die Jahre verloren hatte. Hild und K haben den
Originalplan der ursprünglichen Baueingabe
als Vorbild für die Restaurierung verwendet.
Das heisst, die digitalisierte Originalzeichnung wurde mittels CNC Laserschnitt aus
einem speziellen Kunststoff geschnitten, auf
die mit einem ersten Putz versehene Wand
aufgebracht und nach dem erneuten Putzen
wieder entfernt. Die geraden Linien wurden
als traditioneller Leistenputz mit Holzleisten
ausgeführt. Die fertige Putzoberfläche zeigt
die Projektion der Zeichnung als Relief.
Das Haus nimmt eine Position zwischen historischer Rekonstruktion und frei erfundener Komposition ein. Die Differenz zwischen
Zeichnung und gebautem Haus wird zur poetischen Komponente des Projektes.
Fassadensanierung im Rehentobel, St. Gallen, Hasler + Staufer, 2004
sance zu Barock einen Namen gemacht. In
seinem Traktat «Über die Idee der universalen Architektur», geschrieben 1615, sinniert er
über das Material und dessen Verwendung:
Darüber, dass die Materialien auf verschiedenste Weisen betrachtet werden können: Die
Natur hat sie hervorgebracht, damit wir uns
ihrer mit Verstand bedienen, und in diesem
Sinne muss der Architekt ein Kenner sein.
Der Sanierung von Hasler und Staufer in
St. Gallen ging ein Wettbewerbsverfahren voraus, dessen Ziel es war, einen qualitativen
Beitrag zur aktuellen Problemstellung der Sanierung von MFH aus den 1960er zu erhalten.
Nebst den neuen, farbig ausgeschlagenen
Balkonen, den so genannten Zimmern im Freien, ist es vor allem die Putzstruktur welche
interessant ist.
Mit zwei unterschiedlichen Körnigkeiten wurde die bestehende Volumenmodulation mit
einem abstrakten geometrische Muster ergänzt. Das Gebäude wurde aus der Anonymität der 1960er Jahre befreit.
Das geometrische Muster wurde mit einem
Bleistift auf die Einbettung gezeichnet. In einem ersten Schritt wurde ein 0.8 mm Deckputz überlappend in den vorgesehenen Feldern aufgetragen. Diesen liess man komplett
aushärten.
Nach dem Aushärten wurde das Muster erneut, diesmal mit einem breiten Klebeband,
aufgezeichnet. Die Flächen wurden dann
mit einem 4 – 6 mm starken Deckputz «feldscharf» abgerieben, der Klebestreifen danach
wieder entfernt.
«Mit Flächenschmuck
(und Dämmung) werden
die Wände ihrer ‹Nacktheit› beraubt!»
Michael Widrig, Dipl. Architekt ETH,
8004 Zürich
Das Material ist das richtige, wenn man den
richtigen Künstler (Architekten) damit beauftragt.
Daher muss die herausragende Bedeutung
des Architekten besonders gelobt werden,
sofern er durch seinen Geist einem rohen, gewöhnlichen und nicht geschätzten Material
eine anmutige und sehr elegante Form gibt.
Aus «Über die die Idee der universalen Architektur», Zweiter Teil, siebtes Buch, 1615
Oder anders gesagt: Je mehr wir über ein Material wissen, desto besser und kreativer können wir es anwenden.
Was wir aber auch brauchen, sind Unternehmer und Systemhalter, die uns in unseren
Visionen unterstützen und uns bei technischen Fragen kompetent und offen beraten.
Als letztes Beispiel das Schulhaus Lindenfeld
in Burgdorf von Aeschlimann, Prêtre, Hasler.
Bei diesem Objekt wurde der Deckputz überdick aufgebracht und abgerieben. In einem
zusätzlichen Arbeitsschritt wurde dann der
Putz mit einem Brett oder einer breiten Traufel moduliert. Entstanden ist eine ausdrucksstarke, in der Oberfläche unregelmässige Verputzstruktur.
Foto Michael Heinrich
Sie sehen, uns stehen als Architekten viele
Möglichkeiten zur Verfügung.
Fassadensanierung, Berlin, Hild und K, 1999
Zum Abschluss nochmals ein kleiner Ausflug
in die Architekturtheorie. Vincenzo Scamozzi
hat sich nebst seinen Bauten vor allem als
Theoretiker im Übergang von Spätrenais-
Schulhaus Lindenfeld, Burgdorf BE, mineralischer Systemaufbau Wancortherm K – mit Wellenputz
4
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
Kreative Verputztechnik mit gebrauchsfertigen
Beschichtungsmaterialien
Seit über 40 Jahren
werden Fassadenflächen mit gebrauchsfertigen
Deckputzmaterialien verputzt.
In den meisten Fällen
kommen nach wie
vor unspektakuläre
Strukturkörnungen
zum Einsatz. Hersteller und Fachliteratur bezeichnen die Strukturen sehr unterschiedlich.
So wird die Vollabriebstruktur auch als Positivund Mischstruktur und die Kratzstruktur als
Negativ- oder Mischstruktur charakterisiert.
Weiter werden Feinputzstrukturen mit den
Bezeichnungen Stucco, Schlämmputz, Rustikputz oder einem Fantasienamen angeboten.
Stucco - Feinputz
Im Frühjahr konnten wir an verschiedenen TechUpDate-Veranstaltungen unsere gebrauchsfertigen Beschichtungsmaterialien anhand
spezieller Effekt- und Strukturwände präsentieren. Zudem wurden interessante Videosequenzen über die Anwendung von besonderen Strukturen und Effekte an der Fassade
gezeigt. Viele dieser Strukturen und Effekten
wurden in der Praxis noch nie appliziert und
wir hoffen, in der Fassadenzeitung 2008 neue
Praxisobjekte präsentieren zu können.
Durch intensive Wetterbelastung werden hohe
Ansprüche an eine Fassadenbeschichtung gestellt. Anhand eines einfachen Leistungsparameters kann aufgezeigt werden, wo allfällige
Probleme bei der Verarbeitung auftreten können.
Bei wetterexponierten oder tauwassergefährdeten Fassadenoberflächen ist immer ein
zusätzlicher Deckanstrich mit Filmschutz (ASPROTECT) gegen Algen- und/oder allfälligen
Pilzbewuchs zu empfehlen. Für Neubauten
und Sanierungen muss das Bewuchsrisiko bereits bei der Planung berücksichtigt werden.
Dazu zählen in erster Linie das Fernhalten
von Feuchtigkeit (insb. Spritzwasser) durch
bauplanerische und baukonstruktive Massnahmen (z.B. Dachüberstände, Tropfkanten,
Pflanzenabstände etc.) oder planmässige Instandhaltungsmassnahmen (z.B. regelmässige Reinigung).
Einige Oberflächeneffekte lassen sich nur
auf den noch nicht abgebundenen Fertigputz
applizieren. Dies steht in einem gewissen
Widerspruch zum oben aufgeführten Filmschutzanstrich. Es ist äussert wichtig, die
Bauherrschaft schon in der Planungsphase
darüber zu informieren.
In einer kurzen Bilddokumentation möchten wir vier verschiedene Struktureffekte vorstellen.
Vollabrieb – Positivstruktur – Mischstruktur
Rollputz – Strukturwalzenputz
Negativputzstruktur – Kratzputzstrukur
Schlämmputz – Wischputz
Struktureffekt QUADRO = Einbett-Technik
Mit unseren gebrauchsfertigen Verputzsystemen (CALSILIT und Wancosil auf Silikatbasis, NOVALITH und Wancolith auf APS-Basis,
ARMASIL und Wancolan auf Siliconharzbasis
sowie PERMURO oder Wancodur auf Dispersionsbasis) lassen sich mit einfachen Hilfsmitteln interessante Oberflächeneffekte erzielen.
Rustikputz – Klosterputz - Fantasieputz
Zurzeit liegt der Trend eindeutig bei den Feinputzstrukturen, insbesondere auf verputzen
Aussenwärmedämmungen. Dabei ist zu beachten, dass bei gewissen Streiflichtsituationen Untergrund-Unregelmässigkeiten deutlich besser sichtbar sind. Ebenso sind feine
Rissbildungen wie auch Verschmutzungen
auf Feinputzstrukturen eindeutig schneller erkennbar als auf Grobstrukturen.
Kellenwurf – Kieselwurf
Kellenstruktur
Streiflichtsituation
Es wird zuerst eine Feinputzstruktur auf eine
glatte Grundputzoberfläche aufgezogen und
strukturiert. Nach einer Trocknungsphase von
ca. 24 Stunden (je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit) kann nochmals eine Feinstruktur
(z.B. NOVALITH Feinputz oder Stucco) in einer
Schicht von ca. 1 mm aufgezogen werden. In
den noch nassen Putz wird das RSS Armierungsgewebe eingelegt und mit der glatten
Traufelseite das überschüssige VerputzmaKratzputz konventionell – meistens mit Naturglimmerzusatz
Verschmutzungen und Risse sind bei Feinputzstrukturen deutlich schneller sichtbar.
terial bis auf die Gewebestrukturoberfläche
abgezogen. Im leicht angesteiften Zustand
kann das Armierungsgewebe abgezogen und
für eine weitere Bearbeitungsbahn verwendet
werden. Durch das Entfernen des Gewebes
entsteht eine einheitliche QUADRO Struktur,
welche nach ausreichender Trocknungszeit
mit NOVALITH Fassadenfarbe AS–PROTECT
oder einem Effektlack überstrichen werden
kann.
Fortsetzung auf Seite 6
5
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
Farbgestaltung des Bildungszentrums Careum mit
Struktureffekt SCOPA = Besen-Wisch-Technik
Vier verschiedene Farben für die Elemente
Feuer, Luft, Wasser und Erde prägen Treppenhaus, Lichthof und Korridore. Dieses Farbkonzept gewann den national ausgeschriebenen
Wettbewerb für die künstlerische Gestaltung
des Careum «Ausbildungs-Zentrum für Pflegeberufe» an der Gloriastrasse 18 in Zürich.
Auch bei dieser Verputztechnik ist es von Vorteil, die Feinputzstruktur vorgängig auf eine
glatte Grundputzoberfläche zu applizieren
und zu strukturieren. Anschliessend kann
nochmals eine Feinputzstruktur in der Kornstärke bis maximal 1.5 mm aufgezogen und
mit einem Reisbesen (Besatz aus Natur- oder
Kunstfasern) horizontal oder vertikal struktu-
Careum ist der Kern eines einmaligen Bildungszentrums für Gesundheitsberufe mitten
im Hochschulviertel der Stadt Zürich.
Materialien:
ACRYLATEX Matt und BUGOFLEX
(Beton)Lasur Aussen.
riert werden. Es ist darauf zu achten, dass bei
engen Gerüstläufen in einem Zug abgezogen
(strukturiert) wird, ansonsten sind Strukturansätze zu erwarten. Nach ausreichender
Trocknungszeit kann die SCOPA Struktur mit
der entsprechenden Fassadenfarbe oder einem Effektlack überstrichen werden.
Lasureffekt
Aufruf!
Melden Sie uns mit Antworttalon 8
Ihr KABE-Objekt
Vorgaben:
in keiner der 10 bisherigen Fassadenzeitungen schon publiziert – besondere
Gestaltung oder Anforderung, oder
besondere Dimension!
Mit unseren verschiedenen Lasuren (NOVALITH Lasur, CALSILIT Lasur, ARMASIL Lasur
und BUGOFLEX Lasur) lassen sich interessante Effekte auf unterschiedlichen Verputzstrukturen erzielen. Für jeden Lasurtyp steht
ein Transparentzusatz zur Verfügung. Mit
diesem Zusatz und geringer Nachverdün-
Als Dankeschön gibts eine feine
Ostschweizer Dessert-Spezialität!
nung mit Wasser wird der gewünschte Transparenteffekt mit wenig Aufwand am Objekt
eingestellt. Die Lasur kann mit unterschiedlichen Werkzeugen (Schwamm, Lasurbürste,
Schwammscheibe und Lasurwalze) aufgetragen und bearbeitet werden.
6
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
Lasurtechnik – Haus der vier Elemente
Struktureffekt OZEANO = Modulier- oder Wellentechnik
Diese Technik ermöglicht ein Aufziehen der
Feinputzstruktur direkt auf eine glatte Grundputzoberfläche mittels unterschiedlichen
Werkzeugen (glatte Stahltraufel, gezahnte
Stahltraufel, Kartätsche oder Holzbrett, wellförmig und in unterschiedlichen Putzstärken,
maximal 6 – 8 mm).
Die bearbeitete und trockene Oberfläche wird
ebenfalls mit der entsprechenden Fassadenfarbe oder einem Effektlack überstrichen.
Naturglimmer- oder Reflexperleneffekt
Der Naturglimmer sowie die Reflexperlen werden in den noch frischen Strukturputz eingestreut oder mit einer Niederdruck-Spritzanlage eingespritzt. Grundsätzlich können diese
Effektmittel auf sämtliche Verputzmaterialien
und Strukturen appliziert werden. Durch das
Aufspritzen oder Einstreuen entsteht eine
unregelmässige, reflektierende Oberfläche
– was in der Regel auch erwünscht ist.
Pius Fürer
Leiter Anwendungstechnik
Baufarben und Putze
7
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
MFH, Bertastrasse, Zürich, BUGOFLEX Fassadenfarbe
Hotel Schweizerhof, Lenzerheide GR, ARMASIL Fassadenfarbe auf Siliconharzbasis
Mehrfamilienhaus, Rhäzüns GR, NOVALITH Fassadenfarbe
Schulhaus, Aarberg BE, CALSILIT Fassadenfarbe auf Silikatbasis,
Holzteile: TREBITT Oel- Deckfarbe
Johann Jacobs Museum, Zürich, NOVALITH Fassadenfarbe und Lasur (APS-Technologie)
Hotel Alte Post, Küblis GR, ARMASIL Streich- und Rollfüller und Fassadenfarbe
EFH im Dörfli, Küsnacht ZH, Holzwerk Trebitt Oel-Deckfarbe, Fassade NOVALITH Fassadenfarbe
10
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
KABE Farben – Objekt Galerie
Kath. Kirche St.Georg, Gansingen AG,
NOVALITH System (APS-Technologie)
MFH Kirchpark, Birsfelden BL, Fassadendämmsystem Lamitherm S und H mit Wancolith Feinputz, Bugoflex Lasur
MFH, Nordstrasse Zürich, ARMASIL RissSanierung auf Siliconharzbasis (Deckputz
und Fassadenfarbe)
Wohn-und Geschäftshaus, Kriens, CALSILIT System (Contact Fixativ
auf Dispersion, Deckputz Rustik fein, Fassadenfarbe und Lasur!)
Gewerbe- und Kulturgebäude, Rafz ZH, Fassadendämmung Wancortherm L, Wancolith Deckputz und Lasur (Schwammtechnik)
MFH, Glockenacker, Zürich, KABELAST Finish auf Betonelementen
MFH, Pfungen ZH, CALSILIT Fassadenfarbe und Lasur
11
MFH, Erchingerhof Frauenfeld TG, Riss-Sanierung auf
Siliconharzbasis, ARMASIL Deckputz AS-Protect und
Fassadenfarbe
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
Warum nach MINERGIE-P® bauen?
Erste Erfahrungen eines Planers und Bauherrn am gebauten Beispiel
Energiekonzept
Der Heizwärmebedarf (nach SIA 380/1) beträgt 39 MJ/m2. Dies entspricht 19 % des
SIA-Grenzwertes (205) oder 7% des früheren
Altbaus (600). Das heisst, dass dank dem
Neubau die Energieeffizienz 15-mal besser
ist. Umgerechnet in Erdöleinheiten wäre dies
ein 1-Liter-Haus (1 l Öl pro Quadratmeter und
Jahr für die Raumheizung).
Der Energieverbrauch nach MINERGIE-P berechnet (inkl. Warmwasser und Elektrizität
doppelt gewichtet) beträgt 28.6 kWh/m2.
Die Energiebezugsfläche EBF beträgt 841 m2
und das Oberflächen-Volumenverhältnis A/EBF
beträgt 1.39.
in der Haustechnik annähernd kompensiert
werden. Die Mehrkosten gegenüber MINERGIE betragen 0.8% (bezogen auf BKP 2).
«MINERGIE-P wird gebaut
– nicht installiert!»
Gebäudehülle
Objekt MINERGIE-P, Uster – Ansicht von Süden (Seestrasse)
Am Anfang
steht die
Bauaufgabe
Ein sehr altes, baufälliges Einfamilienhaus mit Ladenlokal
war zu ersetzen. Das neue Haus soll vielseitig
und komfortabel zu bewohnen sein und soll,
gemäss den Postulaten der 2000-Watt-Gesellschaft, den MINERGIE-P-Standard erreichen.
Auf Wunsch der Bauträgerschaft soll Gottes
Schöpfung trotz der engen und städtebaulich
schwierigen Verhältnisse, maximal geschont
werden und erschwingliche Wohnungen entstehen. Eine besondere Herausforderung
stellten restriktive Bestimmungen zu Grenzabständen und Mehrlängenzuschlägen dar,
wie dies typisch ist, wenn eine «Baulücke»
neu überbaut werden soll. Das Gebäude ist
für Stockwerkeigentum konzipiert und verfügt über gemeinschaftliche Einrichtungen.
Die einzelnen Geschosse sind «mehr-Generationen-tauglich», das heisst: Die total 170 m2
eines Geschosses können einfach in 2 Wohnungen aufgeteilt werden oder als Grosswohnung mit bis zu 7 Zimmern genutzt werden.
Zudem ist das Haus behindertengerecht gestaltet.
Was bedeutet es, nach
MINERGIE-P zu bauen?
Ähnlich wie bei MINERGIE werden grundsätzlich die Komfortvorteile, besserer Werterhalt
und tiefe Betriebskosten angestrebt. Nach
dem Grundsatz, die eingesparte Energie ist
die kostengünstigste, die dauerhafteste und
einfachste Methode nachhaltig zu bauen,
weist jedes MINERGIE-P Gebäude eine überdurchschnittlich gute Wärmedämmung auf.
Im Vergleich zu MINERGIE-Gebäuden bedeutet dies, dass die energetische Qualität der
Gebäudehülle viermal besser sein muss.
Die sehr gut wärmegedämmten Wände,
Fenster, Böden und Dächer ermöglichen eine
ganz entscheidende Vereinfachung in der
Haustechnik: Teure Wärmeerzeugungs- und
Verteilsysteme können entfallen. Denn die
für den Wohnkomfort ohnehin erwünschte
Lüftung kann nun auch die Heizfunktion übernehmen. Es ist somit wichtig festzuhalten,
dass der MINERGIE-P-Grenzwert von 10 Watt
Heizleistungsbedarf pro Quadratmeter physikalisch [1] und nicht politisch begründet ist,
wie beispielsweise der MINERGIE-Grenzwert.
Man kann diesen Zusammenhang wie folgt illustrieren: Die Thermodynamik sagt uns, dass
30 m3/h Luft – auf 40°C erwärmt – 200 Watt
Heizleistung abgeben kann. Somit kann also
mit dieser hygienisch bedingten optimalen
Luftmenge ein Raum von 20 m2 auch an sehr
kalten Tagen ausreichend beheizt werden.
Absolut unerlässlich ist dabei, dass der bereits erwähnte Grenzwert von 10 W/m2 Heizleistungsbedarf eingehalten ist.
Wie wird MINERGIE-P
erreicht?
Um diese erstklassige Gebäudehülle zu erreichen, muss das planerische Denken von Anfang
an überlegen, wo die Grenze zwischen warm
und kalt zu verlaufen hat. Diese Grenze, der
sogenannte Wärmedämmperimeter, gilt es nun
konsequent, d.h. lückenlos in der geforderten
Qualität auszubilden. Im vorliegenden Beispiel
kam hinzu, dass die Wärmedämmung nicht zu
dick werden durfte, da dies teure Innenraumfläche gekostet hätte. Neben dem durchgehenden Wärmedämmperimeter ist gleichzeitig und
in derselben «Schicht» auch die Luftdichtigkeit
des Gebäudes sicherzustellen.
Wärmebrücken, also Bauteile, welche mit einer höheren Wärmeleitfähigkeit den Wärmedämmperimeter durchbrechen, sind auf ein
absolutes Minimum zu reduzieren. Tabu sind
insbesondere durchlaufende Betonplatten
oder Lamellenstorenkästen, die die Wärmedämmung reduzieren.
Sind diese «Pflichten der Gebäudehülle» einmal erfüllt, so steht einem sehr tiefen Energieverbrauch für die Raumwärme und einer vereinfachten Haustechnik nichts mehr im Wege.
Die hochwärmegedämmte Gebäudehülle hat
folgende Kennzahlen (U-Werte in W/m2K):
Aussenwände
0.11 – 0.14
Flachdachbereich 0.14
Steildachbereich 0.11
Fenster Uw
0.58 – 0.76
(Glas U-Wert = 0.5; g = 51%)
Boden gegen
unbeheizt
0.11
BlowerDoor-Teste 0.23; 0.45; 0.40; 0.57 h-1
(geschossweise)
Haustechnik
Heizung/Lüftung/Warmwasser
Der ganze Wohnteil und Gewerbeteil wird mit
vier Haustechnik-Kompaktanlagen geschossweise belüftet, beheizt und das Warmwasser
erzeugt. Ein Lufterdregister, Abluftwärmepumpen und Sonnenkollektoren dienen als
Wärmequellen.
Auf ein wasserbasiertes Wärmeverteilsystem
wurde ganz verzichtet. Die Wärmeverteilung
erfolgt über die Komfortlüftung. Über das
gleiche System kann im Sommer leicht gekühlt werden.
Als Zusatzheizungen, für besondere Behaglichkeit und individuelle Wünsche dient im
Dachgeschoss ein Holzofen und in den übrigen Geschossen ein neuartiger Alkoholofen
sowie elektrische Handtuchradiatoren.
Abwasser-Wärmerückgewinnung
und Regenwasser
Eine einfache Abwasserwärmerückgewinnung
temperiert das Untergeschoss, welches sonst
nicht beheizt wird. Dazu wird warmes Abwasser (nur Bäder und Duschen) separat in das
UG geführt, in einem grossen Tank (1000 l)
zwischengelagert und nach dem Siphon-Prinzip in die Kanalisation geleitet. Dieses praktisch wartungslose einfache Konzept leistet
etwa 600 Watt Dauerleistung und hat sich
bereits in anderen Bauten bewährt.
Da Uster sehr kalkhaltiges Wasser hat, wird
das Regenwasser für Zimmerpflanzen und
Gartenbewässerung in Regenwassertanks
gesammelt.
Kosten
Beispielhaftes Mehrfamilienhaus im städtischen
Umfeld
Das besondere und bisher einzigartige an
diesem vorgestellten Gebäude sind die verhältnismässig schlanken und platzsparenden
Wände, welche mit 37 cm Stärke bereits den
MINERGIE-P-Standard erreichen.
Die Mehrkosten für die energetischen Massnahmen sind im Verhältnis zu den gesamten
Anlagekosten marginal. Bekanntlich sind für
MINERGIE-Neubauten mit 2-3% Mehrkosten
zu rechnen. Im vorliegenden Fall interessierten vor allem die Kostenverschiebungen von
MINERGIE zu MINERGIE–P. Dabei zeigte sich
interessanterweise, dass die Mehrkosten in
der Gebäudehülle durch die Vereinfachungen
12
1. Geschlossener Wärmedämmperimeter
2. Keine Wärmebrücken
3. Hochwertige Wärmedämmung
Eine 8 cm schlankere Fassade ergibt einen
Innenflächengewinn von 20.5 m2; bei einem
Quadratmeterpreis von etwa CHF 5000.- darf
die Fassade somit rund 150.- Franken pro Quadratmeter mehr kosten! Eine Kompaktfassade
mit Lamitherm H ist somit eine wirtschaftliche
Lösung. (Diese Rechnung gilt nur bei Neubauten und Grenzabständen als massgebliche
Grösse.)
Folgerungen
Nachdem das Gebäude im August 2006 fertig
gestellt und bezogen wurde, können derzeit
nur planerische und bauliche Aspekte beurteilt werden.
Aus Sicht des Planers und Bauherrn wie auch
des Architekten (Zangger Architekten, Zürich) kann soweit ein positives Fazit gezogen
werden. Etwas mehr Planungs- und Überwachungsaufwand muss sicher berücksichtigt
werden. Ansonsten konnte dieser Bau auch
dank dem guten Einsatz der beteiligten Unternehmungen planmässig realisiert werden.
1) Diese physikalischen Zusammenhänge wurden von
Dr. Wolfgang Feist detailliert untersucht und führten
zur Definition des Passivhausstandards.
Werner Hässig, Uster, dipl. Energieberater
und Dr. dipl. Masch. Ing.
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
Bedeuten dicke Dämmungen erhöhte
Anforderungen an Anschlüsse und Details?
Nicht nur bedingt
durch die verschiedenen
MINERGIE®
– Standards nehmen
die Dicken der Dämmungen stetig zu. Die
Reduktion des CO2 –
Ausstosses, die Folgen
der
zunehmenden
Klima-Erwärmung und letztendlich die
Einsparung der Energiekosten als oberstes
Ziel haben zur Folge, dass Dämmdicken von
200 – 300 mm immer öfters zum Einsatz
gelangen.
Fassadenbündig eingebettete Fremdbauteile,
eingesetzt als Fenster mit Metallzargen
(Folie 1) und flächenbündige Fenster-Ebenen
gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung;
sie sollten daher speziell betrachtet werden.
Folie 4
Die Fenster-Montageebenen wandern in der
so genannten «modernen» Architektur zunehmend mit der VWAD nach aussen; «Flächenbündigkeit» entspricht immer häufiger der
architektonischen Vision.
Fenster mit flächenbündigen Metallzargen
oder flächenbündig eingesetzte Fenster entsprechen klar dem heutigen Trend (Folie 3+4).
Die Befestigung der Fenster in den weichen
Dämmplatten, das Erreichen einer luftund winddichten Gebäudehülle, sowie die
Gewährleistung der Schlagregendichtheit
(= kein Feuchtigkeitseintritt von Aussen
in die VAWD) sind dabei die zu lösenden
Knackpunkte – diese bedeuten hohe Anforderungen an die Planung und Ausführung.
Intern. School Wädenswil, Fassadendämmsystem Lamitherm P, 160 mm mit Wancolith
Feinputz und Stucco
Folie 1
Durch die Wärmedehnung der Fenster,
welche als «Fremdbauteile» in der Verputzten
Aussenwärmedämmung (VAWD) angesehen
werden können, entstehen unterschiedliche
Kraftebenen im Anschlussbereich.
Einerseits sind es die unterschiedlichen
Materialien wie Holz, Holz-Metall, Metall
oder Kunststoff, welche hauptsächlich für
die Herstellung der Fensterrahmen/-Zargen
eingesetzt werden und andererseits ist es
die Farbgebung, welche zu ungleich grossen
Bewegungen durch Wärmedehnungen führen
– dabei entstehen nicht nur unterschiedliche
Beanspruchungen, welche auf die Fugenanschlüsse einwirken; es bilden sich dabei
auch unterschiedliche Kraftebenen (Folien
2 + 3). Das Verhindern von Feuchtigkeitseintritten durch nicht «schlagregendichte Anschlüsse» gilt hier als oberstes Gebot, um
Folgeschäden in der VAWD zu vermeiden.
Folie 10
Folie 8
Folie 11
Die neu definierten Anschlussgruppen
finden Sie zum Download als Detail FA 1.30,
zusammen mit rund 70 Stk. weiteren neu
erstellen, technischen Detailzeichnungen auf
der KABE Homepage www.kabe-farben.ch
als PDF- oder im DXF-Format (Folien 9 + 10)
oder sind im neuen, baustellenfreundlichen
Detailbuch Version 2007 im Format A6
erhältlich
Fazit:
Folie 5
Es empfiehlt sich hier auf die Fachkompetenz
und langjährige Erfahrung des Systemhalters
der verputzten Aussenwärmedämmung zurückzugreifen.
Folie 6
Folie 2
Folie 7
Als Planungs- und Ausführungsunterstützung
können aber auch der neu unter www.
kabe-farben.ch als Download zur Verfügung
stehende Fugenanschlussplaner dienen.
(Folie 6 + 7)
Nutzen Sie die neuen Details
und den FugenanschlussPlaner als Bestandteile der
KABE Planungs-Unterstützung
– damit Ihnen mehr Zeit für
Ihr Fachgebiet bleibt.
Der KABE Fugenanschlussplaner ermöglicht
den spezifisch für jede Problemstellung
genau definierten und richtig dimensionierten Anschluss zu planen; mit wenigen
«Mausklicks» erhalten Sie die zu erwartende
Bewegung des ausgewählten Fremdmaterials und die daraus resultierende
Fugenanschlussgruppe (3 Typen) mit jeweils
2 – 3 Anschlussvarianten (Folie 7 + 8).
Folie 3
Dicke Dämmungen und die moderne
Bauweise der «Flächenbündigkeit» (Folie 11)
bedeuten speziell bei den Anschlüssen und
Detailausbildungen der verputzten Aussenwärmedämmung an Fremdbauteile wie Fenster-/Fensterzagen klar erhöhte Anforderungen.
Roman Schneider
Produktmanagement Fassadendämmung
Folie 9
13
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
Hydrophobe und hydrophile Beschichtungen im Fassadenschutz
Trocken ist besser als nass
Prof. Dr. Helmut Weber
Anstriche als Beschichtungen im Fassaden- oder Bautenschutz hatten immer
zwei Funktionen zu
erfüllen, und zwar eine
dekorative zur Farbgebung und Gestaltung
sowie eine schützende
zur Erhöhung von Haltbarkeit und Lebensdauer. Dabei umfasst die
Schutzfunktion eine ganze Reihe von Aspekten, deren wichtigste folgendermassen zusammengefasst werden können:
• Schutz vor Wasseraufnahme
• Schutz vor Salzaufnahme
• Schutz vor Schadgasaufnahme, z.B.
Schwefeldioxid, Schwefeltrioxid, Stickoxid
und evtl. Kohlendioxid
• Schutz gegen den Befall mit Mikroorganismen (Pilze und Algen)
• Hohe UV- und Lichtbeständigkeit
• Hohe Alkalibeständigkeit
• Ausreichende bis hohe Wasserdampfdurchlässigkeit
• Hohe Kohlendioxiddurchlässigkeit, z.B.
beim Verarbeiten auf reinen Kalkputzen
• Geringe Kreidungs- und Verschmutzungsneigung
• Keine chemische Nebenreaktion mit dem
jeweiligen Baustoff, die z.B. zu Verfärbungen oder Ablösungen führt
• Spannungsfreiheit und ausreichende Elastizität bezogen auf den Anstrichuntergrund.
Insbesondere dürfen keine Spannungen
beim Auftrocknen entstehen.
• Anwendbarkeit auf möglichst allen intakten
mineralischen Untergründen (z.B. weichen
und harten Putzen sowie Altbeschichtungen).
• Problemlose Verarbeitbarkeit und Überstreichbarkeit.
• Einstellbarkeit der Deckkraft und des Glanzgrades, z.B. für lasierende Anstriche
• Ausreichende Reversibilität, d.h. Entfernbarkeit ohne Beeinträchtigung und Beschädigung intakter Baustoffuntergründe.
Bei dieser Aufzählung wird als erster Punkt die
Wasseraufnahme als wichtigste Schutzfunktion genannt. Damit sind wir beim eigentlichen
Thema angekommen, nämlich bei Hydrophobie oder Hydrophilie. Zunächst stellt sich die
Frage, was diese beiden Begriffe aus physikalischer Sicht bedeuten.
Hydrophob kommt aus dem Griechischen und
bedeutet übersetzt: wasserabweisend. Damit
wird physikalisch die Benetzbarkeit einer Oberfläche durch Wasser beschrieben. Dies kann
wie folgt abgeleitet werden. Die Gleichung für
die kapillare Steighöhe lautet:
H max = 2σ . cos θ
r .ρ.g
H = max. kapillare Steighöhe des Wassers
σ = Oberflächenspannung des Wassers
θ = Benetzungswinkel
r = Porenradius
ρ = Dichte des Wassers
g = Erdbeschleunigung
Betrachten wir die Grössen r, σ, ρ und g als
konstante Grössen, hängt die Steighöhe nur
noch vom Benetzungswinkel und dessen Cosinus ab. Dieser ändert sein Vorzeichen, wenn
der Winkel > 90Æ wird. Es ergibt sich dann ein
negativer Wert für die Steighöhe. Dies wieder-
um bedeutet, dass die Kapillare nicht mehr
benetzt wird und somit kein Wasser mehr aufsaugt. Das Wasser perlt auf der Oberfläche des
Baustoffs in der bekannten Tropfenform ab.
Hydrophilie kommt ebenfalls aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie wasseranziehend (wörtlich: wasserliebend). Dies bedeutet wiederum, dass der Benetzungswinkel
< 90o ist und somit der Cosinus im positiven
Zahlenbereich liegt. Wasser wird somit von
den Kapillaren aufgesaugt. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Tatsache,
dass die Diffusionswiderstandszahl oder der
µ – Wert bei einer Beschichtung im hydrophobierten oder im hydrophilen Zustand keine
Änderung erfährt.
Hydrophile oder hydrophobe Beschichtungen
Mineralische Beschichtungssysteme wie z.B.
Kalkfarben und reine Silikatfarben sind die
bekanntesten hydrophilen Beschichtungen.
so lange zur Verfügung steht, so lange sich
die Beschichtung auf dem Baustoff befindet.
Bei den silicatischen Beschichtungen sind Siliconadditive die Träger der Hydrophobie, die
naturgemäss nur so lange wirken können, wie
sie im System vorhanden sind. Je nach Art der
Additive sind Auswascheffekte und chemischer Abbau nicht absolut auszuschliessen.
durchlässigkeit und die CO2-Dichtigkeit eine
besonders wichtige Rolle.
Fassen wir zusammen:
Silicatische Beschichtungen sind also ohne
Nachimprägnierung mit Siloxanen oder ohne
Siliconadditive immer hydrophil und reduzieren im Sinne einer Schutzfunktion die kapillare Wasseraufnahme nur unwesentlich. Beschichtungen auf Siliconharzbasis dagegen
sind immer hydrophob und reduzieren die
Wasseraufnahme erheblich.
Abschliessend soll noch kurz auf die Dispersionsfarben eingegangen werden. Sie
können grundsätzlich nicht als hydrophil
eingestuft werden. Sie stellen Filmbildner
dar, die je nach Rezepturaufbau eine mehr
oder weniger hohe Dichtigkeit gegenüber
flüssigem Wasser und auch Wasserdampf
w [kg/m2h0,5] = W [kg/m2] / t 0,5 [h 0,5]
Wasseraufnahme – w-Wert
Der Wasseraufnahmekoeffizient (w-Wert) beschreibt die kapillare Wasseraufnahme von
Baustoffen in Abhängigkeit von der Zeit.
Der w-Wert gibt also die kapillare Wasseraufnahme an, wobei vereinfacht gilt:
Der w-Wert beschreibt die kapillare Wasseraufnahme in kg/m2 in der ersten Stunde des
Saug- oder Beregnungsvorgangs.
Der w-Wert lässt also eine Klassifizierung und
Einteilung der Beschichtungssysteme in Bezug auf ihren Feuchtigkeitsschutz zu (siehe
DIN EN 1062-3).
Wasserdampfdurchlässigkeit – sd-Wert
Der sd-Wert oder die diffusionsgleichwertige
Luftschicht beschreibt die Wasserdampfdiffusionsfähigkeit und damit das Trocknungsverhalten und ist wie folgt definiert.
µ -Wert = Diffusionswiderstandszahl
µ Luft
= 1 (-)
µ Baustoff ≥ 1 (-)
s
sd
= Dicke der Baustoffschicht (m)
= µ . s (m)
Beispiel: Eine Beschichtung besitzt einen É Wert von 1000 und wird in einer Schichtdicke
von 0,2 mm aufgetragen, dann errechnet sich
der sd-Wert zu
sd = 1000 . 0,0002 m = 0,2 m
Das heisst, die Beschichtung hat den gleichen
Diffusionswiderstand gegen Wasserdampf
wie eine 0,2 m dicke Luftschicht.
MFH, Widnau SG, ARMASIL, Fassadenfarbe auf Siliconharzbasis, hohe Wetter- und Lichtbeständigkeit der ausschliesslich mineralischen Pigmente
Sie sind wasserdurchlässig, was bei jeder Beregnung sichtbar wird. Erst durch zusätzliche
Behandlung mit einem hydrophobierenden
Imprägniermittel wird eine Wasserabweisung
der Beschichtung ermöglicht. Damit kann
dann auch die Schutzfunktion gegen Wasser als den wichtigsten Bewitterungsfaktor
verbessert und in der Regel erst aufgebaut
werden. Um sich den zusätzlichen Arbeitsgang des Imprägnierens zu ersparen wurden
bei silicatischen Beschichtungen so genannte
Sekundärbindemittel (Kunststoffdispersionen) und hydrophobierende Additive aus der
Siliconchemie zugesetzt, die aus einer hydrophilen 2-Komponenten Silicatbeschichtung
eine hydrophobe 1-Komponenten Silicatfarbe
machen. Auf diese Weise wird die Anwendbarkeit der Silicattechnik erweitert und die
Witterungsbeständigkeit enorm verbessert.
Die heute angebotenen Silicatfarben kommen
damit den oft geschmähten Siliconharzfarben
sehr nahe und können mit diesen bauphysikalisch verglichen und nahezu gleichgestellt
werden. Bei den Siliconharzfarben wird neben dem hydrophobierenden Bindemittel Siliconharz ebenfalls ein Sekundärbindemittel
(Kunstharzdispersion) verwendet. Hydrophobierende Additive werden nicht benötigt, da
das Bindemittel für eine Hydrophobie während der gesamten Nutzungsdauer sorgt. Ein
wesentlicher Unterschied in der hydrophobierenden Ausrüstung besteht also darin, dass
bei Siliconharzfarben die hydrophobe Eigenschaft im Bindemittel vorhanden ist und somit
besitzen. Die Eigenschaften im Einzelnen
können dabei durch Additive und im Wesentlichen durch die PVK (Pigmentvolumenkonzentration) gesteuert werden.
Einteilung der Beschichtungen nach physikalischen Gesichtspunkten
Nach der Europanorm DIN EN-1062, Teil 1, werden die Beschichtungsstoffe nach technischen
Kriterien eingeteilt. Dabei werden folgende
Gesichtspunkte berücksichtigt:
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Wetterbeständigkeit
Haftung
Glanz
Schichtdicke
Struktur
UV-Feuchtebeständigkeit
Wasserdampfdurchlässigkeit
Wasserdurchlässigkeit
CO2-Durchlässigkeit
Pilz-und Algenresistenz
Rissüberbrückung
Es werden also die wichtigsten Anforderungen, die eine Fassadenbeschichtung erfüllen
muss, in dieser Norm erfasst. Dabei spielen
die Wasseraufnahme, die Wasserdampf-
14
Über den sd-Wert lassen sich also Beschichtungen in Bezug auf ihre Wasserdampfdurchlässigkeit miteinander vergleichen und einteilen (siehe DIN EN 1062-2).
Kohlendioxiddurchlässigkeit
Die Kohlendioxiddurchlässigkeit von Beschichtungen wird ähnlich angegeben wie
die Wasserdampfdurchlässigkeit, nur wird
dort nicht die Diffusionswiderstandszahl der
Beschichtung gegen Wasserdampf ermittelt
und für die Berechnung eingesetzt, sondern
der nach speziellen Verfahren ermittelte sog.
µCO2-Wert, d. h. es wird die Diffusionswiderstandszahl einer Beschichtung gegenüber
Kohlendioxid bestimmt. Sie wird dann wiederum, wie bei der Bewertung der Wasserdampfdurchlässigkeit, mit der jeweiligen Schichtdicke multipliziert, und es errechnet sich dann
die diffusionsgleichwertige Luftschichtdicke
einer Beschichtung gegenüber Kohlendioxid.
Dieser sdCO2-Wert kann dann in analoger
Weise zur Klassifizierung der Beschichtungen
herangezogen werden (siehe DIN EN 1062-6).
Definition carbonatisierungsbremsender Anstriche nach der Rili DAfStb:
sdCO2 >
50 m
sdH2O <
4m
In analoger Weise kann mit den übrigen bauphysikalischen Kenngrössen gearbeitet werden. Für die Haftung der Beschichtungen auf
den entsprechenden Substraten kann z. B. die
Haftzugfestigkeit oder die Gitterschnittprüfung nach DIN 53151 herangezogen werden,
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
für die Bewertung der rissüberbrückenden Eigenschaften die Dehnfähigkeit oder die Elastizität der Beschichtungen. Für die Resistenz
gegenüber Algen können Tests durchgeführt
werden, die die Bewuchsgeschwindigkeit und
Häufigkeit bewerten. Es sind dazu aber auch
neue Prüfungen zu entwickeln.
Damit haben wir heute ein Instrumentarium
in der Hand, mit dessen Hilfe Beschichtungen nicht mehr nur nach den persönlichen
Neigungen oder Einschätzungen, sondern
tatsächlich nach technischen Daten bewertet,
eingeteilt und ausgewählt werden können.
Beispiele für die Klassifizierung der
Beschichtungen nach DIN EN 1062
Die Einteilung und Klassifizierung der Be-
schichtungen soll beispielhaft für die Wasseraufnahme und Wasserdampfdurchlässigkeit
dargestellt werden.
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In die Klasse I gehören dann die wasserabweisenden Beschichtungen auf Siliconharzbasis
und viele Dispersions- und Dispersionssilikatfarben. Klasse II erfasst die weniger hydrophoben Beschichtungssysteme, Klasse III die
mineralischen wasserdurchlässigen Systeme
wie Kalkfarben und reine Silikatfarben, also
die hydrophilen Beschichtungen.
In die Klasse III (besonders wasserdampfdurchlässig) gehören alle mineralischen Beschichtungsstoffe, wie Silikatfarben und Siliconharzfarben. Dispersionsfarben befinden sich in der
Klasse II. In der Klasse I sind z. B. die gasdichten
Systeme in hoher Schichtdicke erfasst.
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Beschichtungsstoffe mit w-Werten < 0,1 (Klasse I) und mit sd-Werten < 0,1 (Klasse III), also
z. B. Siliconharzfarben, ergeben den allgemeinen bauphysikalischen Regeln entsprechend
Fassaden mit kleinem und stabilem Wasserhaushalt, die trocken und schadensfrei
bleiben. Ausserdem wird der bestmögliche
Wärmedämmwert der Fassade realisiert. Diese Einteilung und Klassifizierung entspricht
auch ganz klar den Forderungen der Fassadenschutztheorie nach Künzel, die sich in den
letzten Jahrzehnten bestens bewährt hat.
Durch die Künzelsche Fassadenschutztheorie
angeregt, begann insbesondere die Entwicklung wasserabweisender Beschichtungssysteme mit erhöhter Wasserdampfdurchlässigkeit. Dies bedeutet im Wesentlichen die
Entwicklung wasserabweisender Silicatfarben
und als Krönung die Entwicklung der Siliconharzfarben, die dann in den 80er Jahren einen
beispiellosen Siegeszug antraten und heute
wohl als die für den Feuchteschutz bestgeeignetsten Beschichtungen angesehen werden.
Wie erfüllen moderne
Beschichtungsstoffe die
gestellten Anforderungen?
UBS, St.Gallen, Westfassade, seit Jahren geschützt mit ARMASIL Fassadenfarbe, Lasur und
Streich- und Rollfüller
Kirche, Amriswil TG, vor 16 Jahren, bearbeitet mit ARMASIL Fassadenfarbe und Lasur auf Siliconharzbasis, optimal feuchtegeschützt an exponierter Lage
Es gibt heute eine Vielzahl von Beschichtungsstoffen für Fassaden, die nach den Anforderungskriterien der Normen und Richtlinien
problemlos in Klassen eingeordnet werden
können. Es wird aber sicherlich niemals einen
einzigen Beschichtungsstoff geben, der allein
alle Probleme lösen kann. Es ist vielmehr so,
dass es eben für objektspezifische Problemlösungen absolut notwendig ist, möglichst genau
die Anforderungen des zu beschichtenden Fassadenbaustoffs zu kennen. Wenn man diese
entsprechend formuliert, muss man ihnen ein
Leistungsprofil des vorgesehenen oder möglichen Beschichtungsstoffes entgegenstellen.
Wenn dann Leistungsprofil und Anforderungsprofil deckungsgleich zueinander passen, hat
man mit Sicherheit einen Beschichtungsstoff
ausgewählt, der aus bauphysikalischer Sicht
die notwendigen Erfordernisse für die Problemlösung erfüllt. Die modernen Fassadenschutzmittel und Beschichtungsstoffe decken
dabei die genannten Anforderungen ab. Nehmen wir z. B. eine moderne Siliconharzfarbe.
Sie hat eine wasserabweisende Wirkung, die
sich in einem Wasseraufnahmekoeffizienten
w < 0,1 kg/m2h0,5 niederschlägt. Ausserdem
liegt der sd-Wert derartiger Beschichtungen
in üblicher Schichtdicke in der Grössenordnung der besonders wasserdampfdurchlässigen, mineralischen Systeme und kann mit
< 0,1 m angegeben werden. Die Haftung eines
derartigen Beschichtungsstoffes auf unterschiedlichen Untergründen, auch auf abgewitterten organischen Altbeschichtungen, ist
ausgezeichnet, wenn man die entsprechenden
Grundbeschichtungen einsetzt. Diese wiederum können neben der Verbesserung der Haftung der Siliconharzfarbe zum Untergrund eine
zusätzliche Festigung des Baustoffs bewirken
und ausserdem durch hydrophobierende Zusätze rissinaktivierende Eigenschaften besitzen. Was die Siliconharzfarbe natürlich nicht
kann, ist eine hohe CO2-Dichtigkeit zu realisieren. Will man also z. B. eine durch Carbonatisierung gefährdete Stahlbetonkonstruktion
mit einem Schutzanstrich versehen, kann
man ein derartiges System, das für einen üblichen Kalkputz besonders geeignet ist, nicht
15
verwenden. Schwierigkeiten wird man auch
bekommen, wenn es um Rissüberbrückung
geht und wenn es z. B. darum geht, glänzende
Altbeschichtungen zu renovieren. Man muss
dann eben ein anderes Beschichtungssystem
auswählen.
Die Konsequenzen, die sich aus dem Dargelegten und den künftigen Richtlinien für Hersteller,
Planer und Ausführende ergeben, liegen klar
auf der Hand. Der Hersteller ist aufgefordert,
eine möglichst genaue Kennzeichnung und
Charakterisierung des Beschichtungswerkstoffes nach den oben aufgeführten Kriterien
vorzulegen. Der Planer muss sich mit der Aufgabenstellung auseinandersetzen und das Anforderungsprofil des Baustoffs oder der Fassade möglichst genau formulieren. Er kann dann
durch den oben bereits erwähnten Vergleich
zwischen Anforderungs- und Leistungsprofil einen besonders wirksamen Beschichtungsstoff
für die zu lösende Problemstellung auswählen.
Der Verarbeitende, der häufig ja auch den Planer berät, ist aufgefordert, seine Werkstoffkenntnisse dahingehend zu verbessern und zu
vervollkommnen, dass er mit den Kriterien der
Klassifizierung von Beschichtungsstoffen entsprechend arbeiten kann. Des weiteren muss
er in der Lage sei, bei einer allgemein formulierten Ausschreibung einen Beschichtungsstoff auszuwählen, der den Angaben des Leistungsverzeichnisses, d. h. den Vorgaben des
Planenden, entspricht. Es genügt sicherlich in
Zukunft nicht mehr, sich die Gleichwertigkeit
eines Beschichtungsstoffes per Telefax bestätigen zu lassen und diesen dann anzubieten.
Es wird schon etwas mehr verlangt werden,
nämlich Kenntnisse über die wichtigsten naturwissenschaftlichen, speziell physikalischen
Kenngrössen eines Beschichtungssystems. Es
wird sicherlich einige Zeit dauern, bis diese
Konsequenzen geläufig und in die Praxis umgesetzt sind. Dabei können folgende Auswahlregeln hilfreich sein:
• Der Reparaturanstrich sollte ein möglichst
gleichartiges Material darstellen.
• Poröse mineralische Anstriche (z.B. Kalkanstriche) können nach entsprechender Reinigung mit filmbildenden Anstrichen überarbeitet werden.
• Filmbildende Anstriche, wie z.B. Dispersionsfarben, können mit porösen, mineralischen Systemen nicht überstrichen werden.
• Die Wasseraufnahme des Anstrichs sollte
möglichst kleiner oder höchstens genauso
gross wie die Wasseraufnahme des darunter
liegenden Baustoffs sein.
• Besteht eine Fassade aus mehreren Baustoffen, z.B. aus verschiedenen Putzen mit
unterschiedlicher Wasseraufnahme, ist ein
Anstrich auszuwählen, dessen Wasseraufnahme sich an dem Fassadenbaustoff orientiert, der die geringste Wasseraufnahme
besitzt.
• Die Wasserdampfdurchlässigkeit des Anstrichs sollte grösser oder gleich der Wasserdampfdurchlässigkeit des darunter liegenden Fassadenbaustoffs sein.
• Reine Kalkputze benötigen auf alle Fälle
kohlendioxiddurchlässige Anstrichsysteme.
• Bauteile aus Stahlbeton sollten mit möglichst kohlendioxiddichten Anstrichen geschützt werden.
Bewertet man nun all diese technischen Gesichtspunkte kommt man zu dem Ergebnis,
dass hydrophile Beschichtungssysteme nur
ein sehr begrenztes Einsatzgebiet besitzen.
Es fehlt ihnen ganz einfach der Feuchteschutz,
der für einen fachgerechten Fassadenschutz
unverzichtbar ist. Sie können deshalb nur für
wenig bewitterte, also geschützte Fassaden in
Betracht gezogen werden. Nicht angewendet
werden können sie beispielsweise auf:
• wasserabweisenden Putzen nach DIN V 18550
• Sanierputzen nach WTA-Merkblatt 2-9-04
• gedämmten Fassaden
Prof. Dr. rer. nat. Helmut Weber,
Dipl.- Chemiker
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
Aussenrenovation ehemalige Klosteranlage und Kirche
St. Johannes Baptist und Evangelist, Neu St. Johann
Über dreissig Jahre nach der letzten Aussensanierung musste die Aussenhülle des
ehemaligen Benediktinerklosters in Neu St.
Johann wieder instand gestellt werden. Nach
umfangreichen Untergrundprüfungen wurde der Kunststoffputz durch einen mineralischen Putz ersetzt und mit einer Organosilikatfarbe gestrichen. In den nachstehenden
drei Beiträgen beleuchten – jeweils aus ihrer
Sicht – der Architekt, der Farbenlieferant und
der Malermeister die Sanierung.
Das Benediktinerkloster St. Johann im Toggenburg, eine klassische Vierflügelanlage, wurde
von 1626 bis 1629 durch den Misoxer Baumeister Pietro Andreota von Roveredo erbaut.
1805 wurde das Kloster aufgehoben. 1899 beschloss der katholische Erziehungs- und Lehrerverein des Kantons St.Gallen die Gründung
einer katholischen Anstalt für «bildungsfähige
schwachsinnige Kinder». Dazu wurde 1901 der
Verein Johanneum ins Leben gerufen, der dann
den südwestlichen und den nordwestlichen
Flügel des Klosters St. Johann erwarb.
Grossflächige Schäden
Die Gesamtanlage wurde 1969 letztmals einer
Aussenrestaurierung unterzogen. An der Aussenhülle zeigten sich erhebliche Schäden, die
durch den bei der letzten Restaurierung ver-
Deckputz Abplatzungen und Algenbefall
Klosterkirche und Johanneum Neu St. Johann, Ausführung: Juli 2004 / Foto: Martin Meyer, Nesslau, Aufnahme vom Gleitschirm Juni 2006
Starker Algen- und Pilzbefall der exponierten Westfassade
Kirchturm nach der Sanierung
16
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
für den Fassaden- und den Sockeldeckputz
wurde ein Weisskalk-Zementabrieb und ein
Zement-Quarzabrieb verwendet. Bevor der
Fassadenanstrich ausgeführt werden konnte,
wurden eine Sinterschicht- und eine Alkalitätsprüfung des neuen Fassadenputzes ausgeführt. Gestrichen wurde der neue Untergrund
mit Organosilikatfarbe in Lasurtechnik.
Titus Ladner, Architekt
Nathan Lutz, Bauleiter
architekten:rlc ag, Rheineck
Bestandesaufnahme
Der 1969 aufgebrachte Kunststoffputz platzte in grossem Ausmass ab.
Algenbefall, Deckputzabplatzungen, Risse
wendeten kunststoffhaltigen Putzaufbau mit
der Körnung 2,5 und 1,5 mm verursacht wurden. Der 1969 auf den bestehenden Kieselwurf
aufgetragene Putz löste sich grossflächig vom
Untergrund, was eine umfangreiche Sanierung
nötig machte, um die künstlerische und historische Substanz zu erhalten und zu erneuern.
Der schlechte Zustand der Fassade war durch
Haarrisse, Orangenhautbildung, Ablösungen
und einen starken Algenbefall offensichtlich.
Es wurden zudem Feuchtigkeit und Versalzungen in den Sockelbereichen festgestellt. Der
Feuchtigkeitsgehalt des Mauerwerks war auf
die verschiedenen Dispersions- und Emulsionsanstriche zurückzuführen, die ein Atmen
zwischen Putz und Farbanstrich kaum zuliessen. Weitere Bauteile wie Holzwerk und Metallteile waren ebenfalls in einem sanierungsbedürftigen Zustand.
Die aufgemalten Ecklisenen lösten sich grossflächig ab.
Verschiedene von Planungsseite aufgebotene Baufachleute
trafen sich am 25. August 2000 zur ersten
Objektbegehung. Ziel war ein Sanierungskonzept zur Werterhaltung dieses bedeutenden
Baudenkmals zu erarbeiten. Schadenbilder
«des Ist-Zustandes» verschiedener Fassadenteile auf allen Fassadenseiten und Untergründen wurden fotografisch aufgenommen und
festgehalten. Ebenso wurden Putz- (Kernbohrungen zur Salzanalyse) und Anstrichsproben
zur Analyse an verschiedenen Fassadenseiten
genommen. Optisch waren verschiedene Schäden gut erkennbar, so unter anderem Deckputzabplatzungen der verschiedenen Putzsysteme der Fassade, verschiedene Rissarten
im Putzsystem, teilweise starker Algenbefall
und Ausblühungen, die auf Salzbelastung und
aufsteigende Feuchtigkeit im Sockelbereich
schliessen liessen.
Ausführung und
Baubegleitung
Fassadenputze:
Anhand der Putz- und Salzanalysen der Firma
FIXIT AG wurden folgende Entscheide für die
Ausführung getroffen. Das Fundament wurde
Sanierung der
Gesamtanlage
Es war naheliegend, das Äussere des ganzen
Gebäudekomplexes zu sanieren, also einerseits den Nordwest- und den Südwestflügel
(mit dem Johanneum als Bauherrschaft) und
anderseits den Südostflügel und die Kirche
(mit der katholischen Kirchgemeinde Neu St.
Johann als Bauherrschaft).
Die Aussensanierung wurde in zwei Bauetappen durchgeführt. In einer ersten Etappe (März
bis November 2003) wurden die Fundamente
der Anlage erneuert und die Fassaden von
Innenhof und Südostflügel saniert. Die zweite Bauetappe (Februar bis Dezember 2004)
umfasste die Sanierung der Kirchen- und der
Turmfassade.
Im Fundamentbereich wurden Sickerleitungen eingebaut, die das Oberflächenwasser vom
Mauerwerk fernhalten. (Foto: Wickli + Partner)
Im Fundamentbereich wurden Sickerleitungen eingebaut, um das Oberflächenwasser
vom Mauerwerk abzuleiten. Damit konnte
das Mauerwerk von der Grundfeuchte entlastet werden. Der Sockelbereich der Kirche bekam einen neuen Putz mit einem für historische Bauten entwickelten Sanierputzsystem.
Baudynamische Risse in der Fassadenfläche
wurden mit einem Netzsystem behoben. Darüber wurde vollflächig eine konventionelle
Riss-Sanierung aufgeputzt.
Der bestehende, kunststoffhaltige Deckputz
wurde an der Kirchen- und der Innenhoffassade entfernt und durch einen mineralischen
Deckputz ersetzt. An der Ostfassade konnte
der bestehende Deckputz partiell ausgebessert werden. Die gesamte Fassade inklusive
Holzwerk und Fenster wurde neu gestrichen.
Die Natur- und Kunststeinarbeiten wurden gereinigt und wo nötig entsprechend bearbeitet.
Einzelne Werkstücke, speziell im Innenhof,
mussten ersetzt werden. Als neuer Untergrund
Risse wurden fachmännisch saniert.
mit einer Sickerleitung ausgebildet, im Sockelbereich ein Sanierputzsystem ausgeführt. Baudynamische Risse in der Fassadenfläche wurden mit FIXIT Armanet-Netz-System saniert.
Darüber wurde vollflächig eine konventionelle
Riss-Sanierung aufgeputzt. Der Kunststoffdeckputz an der Kirchenfassade wurde total
entfernt und durch einen mineralischen Deckputz zum Streichen ersetzt. Das mineralische
Putzsystem am Ostflügel konnte partiell ausgebessert werden. Somit waren alle Deckputze
der Fassade mineralisch und damit bestens für
ein seit vielen Jahren bewährtes mineralisches
Anstrichsystem mit Organosilikatfarbe von
KABE Farben geeignet.
Riss-Sanierung mit FIXIT Armanet-Netz-System.
Fortsetzung auf Seite 18
17
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
Baubegleitung:
Nach der vom Putzhersteller zur Aushärtung
des Putzsystems empfohlenen Karbonatisierungszeit des Putzsystems wurden von der
Baubegleitung der KABE Farben an unterschiedlichen Orten der Fassade verschiedene
Untergrundprüfungen des neuen Fassadenund Sockeldeckputzes vorgenommen, fotografisch festgehalten und protokolliert. Es wurden
folgende Prüfungen des Putzuntergrundes vorgenommen:
Wasser auf, ist keine Versinterung vorhanden.
Versinterungen müssen mechanisch mit Bürsten oder durch Fluatieren entfernt werden.
Alkalitätsprüfung.
Der Putzuntergrund wird mit einer Phenolphtalein-Lösung angefeuchtet und mit destil-
Feuchtigkeitsmessungen
Die Feuchtigkeitsmessungen wurden mit dem
Krüger Messgerät Mod. 515 ausgeführt. Das
Messgerät wird vor den Messungen auf den
Die 1. Alkalitätsprüfung.
Die Alkalität für einen Fassadenanstrich ist hier
zu hoch.
Farbtonbemusterung am Kirchturm
Schutz und Schmuck
Es war eine ganz besondere Freude und Herausforderung für die beiden Malerbetriebe
Grob AG, Neu St.Johann, und Urs Giezendanner, Ebnat-Kappel, in einer Arbeitsgemeinschaft die anspruchvolle Renovation des Johanneums ausführen zu dürfen.
Vor dem Streichen des neuen Verputzes wurde
der Untergrund eingehend geprüft, unter anderem auf Feuchtigkeit.
Skalenwert «E» (Eichen) einreguliert. Die Doppelnadelsonde für die Feuchtigkeitsmessung
wird ca. 2 cm in den Untergrund gesteckt. Die
Feuchtigkeitsmessung erfolgt durch Drücken
auf die Drucktaste «M» (Messen).
Das Messgerät misst den elektrischen Widerstand des Materials zwischen zwei Elektroden.
Bei hoher Feuchtigkeit wird ein grosser, bei geringer Feuchtigkeit ein kleiner Wert angezeigt.
1. Feuchtigkeitsmessung
Der Skalenwert einer Messung des geprüften
Baumaterials wird auf einer Tabelle verglichen.
Der Skalenwert bei Kalkmörtel für Anstriche
sollte unter 39 liegen = 2.52 Massen- % Wasser.
Die 2. Alkalitätsprüfung.
Nur sehr geringe Verfärbung. Diese Fassadenfläche kann gestrichen werden.
liertem Wasser nachgenetzt. Untergründe ab einem pH-Wert von ca. 8.6 verfärben sich rötlichviolett. Bei zu starker Verfärbung ist die Alkalität für einen Anstrich zu hoch. Wenn Alkalitätsprüfungen direkt auf der Fassade ausgeführt werden, sollten die Testflächen an
versteckten unauffälligen Stellen ausgeführt
werden, da die Verfärbungen durch den neuen
Anstrich durchdringen (penetrieren) können.
Alexander Kästli, Architektenberater
Karl Bubenhofer AG
Bereits im Jahr 1969 hatte diese Arbeitsgemeinschaft die ganze Aussenhülle der Klosteranlage saniert. Der damals von der Denkmalpflege vorgeschriebene kunstharzgebundene
Deckputz, der fast gleichzeitig auch für das
Kloster St.Gallen verwendet wurde, konnte die
Verarbeiter nicht ganz überzeugen. Es fehlte
damals in dieser voralpinen Gegend an Langzeiterfahrung mit diesem Material, und man
war es gewohnt, mit natürlichen Anstrichmitteln zu arbeiten. Heute ist man kurz gesagt
wieder dort, wo man damals schon war.
Die Aussenfassade erhielt eine Organosilikatgrundierung, einen Deckanstrich mit hydrophobierter, algizider Mineralfarbe und einen
Anstrich mit einer algiziden Lasur. Dabei ist
insbesondere zu erwähnen, dass alle Anstriche mit der Bürste ausgeführt wurden. Die
dadurch entstandene handwerkliche Textur
2. Kontrollmessung
Das Messgrät reagiert auf die benetzte Oberflächen-Feuchtigkeit. Die trockene Putzoberfläche der 1. Feuchtigkeitsmessung wurde
nachträglich mit Wasser benetzt, um die Funktion des Messgerätes zu prüfen. Das Messgerät misst den elektrischen Widerstand des
Materials zwischen den zwei Elektroden. Bei
hoher Feuchtigkeit wird ein grosser, bei geringer Feuchtigkeit ein kleiner Wert angezeigt.
Sinterschichtprüfung: Fassadendeckputz Fixit
763 Weisskalk-Zementabrieb.
Sinterschichtprüfung durch Benetzung mit
sauberem Wasser
Sinterschichtprüfungen
Obere Fassadenputzfläche ist trocken und unbenetzt. Benetzung der Fassadenputzfläche
(ca. 100 x 100 cm) mit sauberem Leitungswasser. Nimmt der Fassadendeckputz gleichmässig
Lasuranstrich muss nass in nass auf jedem Gerüstgang übernommen werden
18
verleiht den Flächen ein aussergewöhnliches
Aussehen.
Wichtig war, dass auf jedem Gerüstgang ein
Maler die Lasurarbeit des anderen von oben
nach unten nass übernahm, um ansatzlos und
ohne Gerüstabzeichnungen auf der grossen
Fassadenfläche ein gutes Resultat zu erzielen.
Besonderes Flair und fachmännisches Können
erforderte auch das Aufmalen der Fenstereinfassungen und der Ecklisenen. Zudem wurden
Hunderte von Metern Begleitstriche gezogen.
Mit dieser Facharbeit und den qualitativ hochstehenden Materialien hat das ehrwürdige
Gebäude einen echten Langzeitschutz und das
ihm zustehende Aussehen erhalten.
Philipp Grob, Malermeister
Bautafel
Architekten
architekten:rlc ag, Rheineck
Wickli + Partner AG, Nesslau
Farblieferant
Karl Bubenhofer AG,
Gossau SG
Putzlieferant
Fixit AG, Untervaz
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
(K)eine Spinnerei – wenn die Fassade
die Masern hat…
Die Wanderpfade der
Mauerspinne!
Fast jeder hat sie
schon einmal gesehen: kreisförmige, etwa
5 – 10 Zentimeter grosse, schmutzig wirkende
«Flecken» an hellen Hauswänden, die für die
Fassade keine Zierde sind. Beim genaueren
Hinsehen wird jedoch schnell klar, dass es
sich um das Netz der Mauerspinne handelt,
die in den Vertiefungen des Putzes auf ihre
Beute wartet.
spruchten Seiten der Fassade. Sie hat eine
Vorliebe für süd- und ostexponierte, sowie
durch Dach-, Fenstersimse und vorstehende
Leisten geschützte Fassaden – zumindest bis
zur Überbevölkerung. Bevorzugt siedelt sie
sich auch in der Umgebung von Lichtquellen
(beleuchteten Passagen, Werbeschildern,
Strassenlaternen) an. Ausschlaggebend hierfür ist das bessere Nahrungsangebot. Mit
Hilfe von Spinnfäden und Wind verteilt sich
die Spinne auf benachbarte Häuser und kann
hierbei eine Entfernung von über 1.000 Meter
«überfliegen». Zu ihren beachtenswerten Eigenschaften gehört eine starke Vermehrung
und eine für Kaltblüter aussergewöhnliche
Resistenz gegenüber winterlicher Kälte bis
zu –25°C.
Vorlieben und
Abneigungen . . .
Die Mauerspinne «Dictyna civica» gehört zur
Familie der Kräuselspinnen. Sie ist aus dem
Mittelmeerraum zu uns eingewandert und gehört nicht zur ursprünglichen einheimischen
Fauna. Auch lebt sie nicht wie ihre Gattungsgenossen auf Pflanzen oder in Gebüschen,
sondern bevorzugt die Ansiedelung an Mauern von Gebäuden.
Erste Annahmen, sie würden sich von organischen Bestandteilen des Anstriches ernähren,
konnten nicht bestätigt werden. Dabei sind
es gar nicht die meist nur Millimeter grossen
Spinnen, die uns Probleme bereiten, sondern
die für Insekten erstellten Fanggewebe. Das
Netz der Mauerspinne entsteht nach einem
festgelegten Baumuster. Gerüstfäden werden
von Erhöhung zu Erhöhung gespannt. Hierauf
werden dann die Kräusel- oder Fangfäden auf-
Mauerspinnen besitzen keine Vorliebe für
bestimmte Anstrichgruppen oder einen Anstrichstoff.
Beobachtungen zeigen, dass verputzte Wärmedämmverbundsysteme in der Regel nicht
besiedelt sind. Dies ist kein Zufall: Eine Aussendämmung hält die Wärme im Gebäudeinnern. Dies führt dazu, dass der dünnschichtige Aussenputz in kalten Nächten extremen
Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Er
kühlt hierbei nicht nur auf das Niveau der
Lufttemperatur ab, sondern unterkühlt sich
um weitere 2 – 4°C, was die Bildung von Tauwasser zur Folge hat. Hierdurch kann es in
kalten Nächten zur Bildung einer Eisschicht
kommen – kein geeigneter Platz für die Wärme
und Trockenheit liebende Mauerspinne.
Wenn die Fassade die
Masern hat …
sieht die Fassade «schmuddelig» aus. Die
Meinungen aus der Presse, über mögliche
Massnahmen, sind vielfältig. Unter anderem
wird eine jährlich wiederkehrende Reinigung
der Fassade empfohlen. Die Mauerspinne
selbst überlebt diesen Vorgang und besiedelt
die Fassade bald erneut. Als weitere Option
wird die Möglichkeit aufgeführt, sich für einen glatten Putz zu entscheiden (fehlende
Nistmöglichkeiten) oder sogar die Wahl eines
Farbtons, welcher der Farbe der Gespinstflecken gleicht. Fest steht, dass die Bekämpfung
mit Insektenvernichtungsmitteln aus Gründen des Umweltschutzes nicht zu empfehlen
ist. Zudem lässt sich die Mauerspinne durch
diese Massnahmen nur kurzzeitig vertreiben.
Die Karl Bubenhofer AG (KABE Farben) hat seit
2005 die Systemprodukte der Firma Fakolith
in ihr Verkaufssortiment aufgenommen. Eine
besondere Kundendienstleistung ist die Vorort-Analyse durch Fachberater der Kabe. Sie
nehmen Untergrundanalysen vor und erarbeiten detaillierte Sanierungskonzepte.
dene Antispinnenfarben appliziert. Die nummerierten Versuchsfelder wurden sporadisch
ausgewertet. Dabei wurden der Verschmutzungsgrad und der Spinnenbefall auf der
groben Verputzoberfläche nach 24 Monaten
beurteilt.
Feldversuch
Im Frühjahr hat unsere Anwendungstechnik
an einer «verspinnten» Fassade 7 verschie-
Pius Fürer
Leiter Anwendungstechnik
Baufarben und Putze
Präventive Massnahmen
An der eigenen Fassade empfindet eine Vielzahl von Betrachtern die Gespinstflecken sicher als störend. Eine präventive Massnahme
bietet die Applikation eines insektiziden Fassadenanstrichs.
gebracht. Sie bestehen aus einem Band von
bis zu 600 Einzelfäden, welche mit speziellen
Borstenkämmen am hintersten Beinpaar zu
einer Fangwolle aufgebürstet werden. Diese Wolle fällt aus einiger Distanz als grauer
kreisrunder Fleck ins Auge.
Lebensgewohnheiten . . .
Nicht selten sind an einer Fassade hunderte solcher Nester zu zählen. Die Mauerspinne favorisiert wettergeschützte Lagen und
meidet die von Schlagregen und Wind bean-
Auf dem deutschen Markt haben sich die insektiziden Fassadenfarben FAKOLITH FK 20
(Insektizide Dispersionsfarbe) und FAKOLITH
FK 26 (Insektizide Dispersionssilikatfarbe)
langfristig bewährt.
Die Wirkstoffe werden während des Herstellungsprozesses fest in die Reinacrylatfarben
eingebunden und nur langfristig durch UVund Umwelteinflüsse abgebaut. Erfahrungswerte belegen eine insektizide Wirkung über
5 Jahre hinaus. Für Mensch und Tier sind diese Farben unbedenklich.
Praxis-Feldversuch «Spinnen an Fassaden» (7 verschiedene Produkte)
19
Qualität – Schicht um Schicht
KARL BUBENHOFER AG
KABE – Kompetenz an der Holzfassade
EFH, Brittnau AG, TREBITT Oel-Deckfarbe
EFH, Marbach SG, BUGOFLEX Holzdispension
Haus zur Eintracht, Oberriet SG, BUGOFLEX Holzdispersion
Bauernhof, Oberkirch/Sursee LU, DIOTROL Naturöllasur
Gasthaus zur Toggenburg, Gossau SG, TREBITT Oel-Deckfarbe
Geschäftshaus, Teufen AR, BUGONIT-System (Faserzementschindeln) TREBITT Oel-Deckfarbe (Holzwerk)
EFH, Muolen TG, TREBITT Oel-Deckfarbe
EFH, Wetzikon ZH, TREBITT Oel-Deckfarbe
Gartencenter, Tann-Rüti ZH, TREBITT Oel-Deckfarbe
KARL BUBENHOFER AG, Hirschenstrasse 26, CH-9201 Gossau SG
Tel. +41 (0)71 387 41 41, Fax +41 (0)71 387 41 51, www.kabe-farben.ch
Baufarben – Putze – Fassadendämmung – Industrielacke – Pulverlacke
KABE Farben, Ges.m.b.H., Kehlerstrasse 28, A-6850 Dornbirn
Tel. +43 (0)5572 21 568, Fax +43 (0)5572 20 946
Agarn VS, Farben-Haus, Tel. 027 473 28 63, Basel, Lyonstrasse 10, Tel. 061 332 32 22, Bern-Ostermundigen, Zentweg 21, Tel.
031 931 64 60, Chur, Kasernenstrasse 163, Tel. 081 250 59 44, Fribourg, Chemin Monséjour 14, Tel. 026 424 29 95, Henggart
bei Winterthur ZH, Seewadelstr. 22, Tel. 052 316 29 80, Lausanne-Prilly, Rochelle 12, Tel. 021 626 17 77, Les Acacias GE, Rue
des Ronzades 3, Tel. 022 342 32 72, Littau LU, Grossmatte 17, Tel. 041 250 24 88, Oftringen AG, Aeschwuhrstrasse 15, Tel. 062
798 07 70, Peseux NE, Rue du Tombet 29, Tel. 032 731 66 31, St. Gallen, Lerchentalstrasse 27, Tel. 071 280 13 40, Sion, Dubuis
Couleurs & Fils Sàrl, Rue de Savoie 5, Tel. 027 322 18 18, Zürich, Irchelstrasse 12, Tel. 044 363 43 13
Tägliche Warenzustellung und Warenabholmöglichkeit
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