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MC Management Consultants Sàrl
K
Wie gründe ich
eine französische GmbH ?
Die Sarl
Einsatzmöglichkeiten
Voraussetzungen
Verwaltungsaufwand
Haftung
Ablauf
Kosten
Geschäftsadresse
Steuern
Sozialversicherung
Zweigniederlassung
Geschäftlicher Neubeginn
Treuhand
Vorteile gegenüber
GmbH
UG (haftungsbeschränkt)
Limited
MC Management Consultants Sàrl
Sàrl au capital de 10.000 €
N° Siret: Strasbourg 495 404 675 000 11
2, rue du Saumon
67000 STRASBOURG
Tél: +33 (0) 3.90.23.61.40
Internet: www.mc-france.eu
E-Mail: info@mc-france.eu
Id. TVA: FR 19 495 404 675
Fax: +33 (0) 3.90.23.61.44
(wir sprechen deutsch)
Von
Dipl.-Betriebswirt Dieter Polei
Consultant – Wirtschaftsjurist (Assessor jur)
MC Management Consultants Sàrl
Copyright © 2009 by MC Management Consultants Sàrl, Strasbourg - Stand: 27.04.2009
2
Inhaltsverzeichnis
Die Sarl - Auf einen Blick .............................................................................................. 4
Die Sarl im Einzelnen.................................................................................................... 5
Vorbemerkung........................................................................................................... 5
Einsatzmöglichkeiten................................................................................................. 5
Grundlagen ................................................................................................................... 5
Die Gesellschafter ..................................................................................................... 5
Haftung der Gesellschafter ........................................................................................ 6
Gesellschafterversammlungen .................................................................................. 6
Die Geschäftsführung................................................................................................ 7
Ernennung des Geschäftsführers .......................................................................... 7
Die Befugnisse des Geschäftsführers .................................................................... 7
Haftung des Geschäftsführers ............................................................................... 7
Gründung einer Sarl ..................................................................................................... 8
Voraussetzungen ...................................................................................................... 8
Gründungsformalitäten .............................................................................................. 9
Gründungskosten .................................................................................................... 10
Niederlassung in Deutschland ................................................................................. 10
Verwaltungsaufwand und Publizitätspflichten .......................................................... 11
Angaben auf Geschäftsbriefen ................................................................................ 11
Insolvenz der Sarl ................................................................................................... 11
Domizilierung .............................................................................................................. 12
Geschäftsadresse in Strasbourg ............................................................................. 12
Steuern in Frankreich.................................................................................................. 13
Körperschaftssteuer ................................................................................................ 13
Allgemeines ......................................................................................................... 13
Ort der Besteuerung ............................................................................................ 13
Steuersätze ......................................................................................................... 13
Verlustvortrag und -rücktrag................................................................................. 13
Steuerberechnung ............................................................................................... 14
Gewerbesteuer........................................................................................................ 14
Steuerpflichtig ...................................................................................................... 14
Bemessungsgrundlage ........................................................................................ 14
Steuerberechnung ............................................................................................... 14
Umsatzsteuer .......................................................................................................... 15
Steuersätze ......................................................................................................... 15
Steuerpflichtig ...................................................................................................... 15
Besteuerungsverfahren........................................................................................ 15
Besteuerung der Gewinnentnahmen ....................................................................... 15
Arbeitsrecht ................................................................................................................ 16
Sozialversicherung ..................................................................................................... 16
Allgemeine Vorschriften ....................................................................................... 16
Persönlicher Geltungsbereich .............................................................................. 16
Gleichbehandlung ................................................................................................ 16
Einzelheiten............................................................................................................. 17
Geschäftsführer einer Sarl/Eurl ............................................................................... 18
Vorteile der Sarl .......................................................................................................... 20
Sàrl als Alternative zur Limited? .............................................................................. 20
Unternehmergesellschaft - UG - oder Sarl? ............................................................. 22
3
Die Sarl - Auf einen Blick
Die Société à responsabilitè limitée (Sàrl) wurde in Frankreich 1925 nach dem Vorbild
des deutschen GmbH-Gesetzes geschaffen. Dieses stellt einen erheblichen Vorteil der
Sàrl (so Recq/Hoffmann, Die französische Sàrl als GmbH-Ersatz? GmbHR 2004,
1070).
Die Sàrl eignet sich für geschäftliche Tätigkeiten neben Frankreich in Deutschland sowie in allen andern EU-Ländern im Bereich des Handels, Handwerks, Industrie und der
Dienstleistungen.
Die Sàrl muss mindestens 1, meistens 2, und darf höchstens 100 Gesellschafter haben. Die Gesellschafter können natürliche und juristische Personen und müssen nicht
Kaufmann im Sinne des Handelsrechts sein, d. h. Minderjährige können auch Gesellschafter werden.
Der Gesellschaftsvertrag ist von allen Gesellschaftern zu unterzeichnen. Im Gegensatz
zum deutschen Recht muss der Gesellschaftsvertrag nicht notariell beurkundet werden
(Ausnahme: Einbringung von Immobilien).
Der oder die Geschäftsführer müssen eine natürliche Person sein (Gesellschafter oder
Fremdgeschäftsführer). Ein Wohnsitz in Frankreich ist nicht erforderlich. Die Geschäftsführer haben die gleichen Befugnisse wie im deutschen GmbH-Recht.
Für die Sàrl gibt es kein festgesetztes Stammkapital. Die Gesellschafter können die
Kapitalhöhe frei bestimmen. Die Geldeinlagen müssen bei der Gründung wenigstens
zu 20 % eingezahlt bzw. die Einlage von den Gesellschaftern zur Verfügung gestellt
werden. Der Restbetrag des Kapitals muss innerhalb von fünf Jahren nach der Gründung erbracht werden.
Es besteht auch die Möglichkeit, eine Sarl mit variablem Kapital zu gründen. Dieses
hat den Vorteil, dass zukünftige Änderungen der Gesellschafter, wie z. B. durch Ausscheiden oder Aufnahme, nicht veröffentlicht oder beim Handelsregister angemeldet
werden müssen. Dasselbe gilt für die Änderung des Stammkapitals. Sobald nach der
Gründung und Eintragung ein Wechsel stattfindet, können die neuen Gesellschafter
anonym bleiben.
Einfacher Gründungsprozess: Nach Unterzeichnung der Gründungsdokumente erfolgt
zunächst eine Veröffentlichung der Gründung in einem amtlichen Anzeigenblatt und
anschließend die Anmeldung der Gesellschaft zur Eintragung ins Handelsregister.
Gründungszeit: von der Unterzeichnung der Dokumente bis zur Vorlage bei dem Handelsregister 1-3 Tage.
4
Die Sarl im Einzelnen
Vorbemerkung
Die Société à responsabilitè limitée (Sàrl) wurde in Frankreich 1925 nach dem Vorbild
des deutschen GmbH-Gesetzes geschaffen. Dieses stellt einen erheblichen Vorteil der
Sàrl im Verhältnis zur Limited dar (so Recq/Hoffmann, Die französische Sàrl als
GmbH-Ersatz? GmbHR 2004, 1070).
In der Tat, fast alle Vorschriften zur Sàrl sind aus dem GmbH-Gesetz bekannt und vertraut. Der Unternehmer braucht sich nur mit den Besonderheiten, die überwiegend Vorteile darstellen, vertraut machen.
Einsatzmöglichkeiten
•
Die Sàrl eignet sich für geschäftliche Tätigkeiten neben Frankreich in Deutschland sowie in allen andern EU-Ländern im Bereich des Handels, Handwerks,
Industrie und der Dienstleistungen.
•
Außerdem kann die Sàrl als Komplementärin (persönlich haftende Gesellschafterin) einer Kommanditgesellschaft (KG) genau so eingesetzt werden wie eine
deutsche GmbH, welche so dann als Sàrl & Co. KG bezeichnet wird.
•
Auch für eine Vermögensgesellschaft eignet sich die Sàrl.
•
Für einen geschäftlichen Neubeginn aufgrund einer unverschuldeten Situation
kann die Sàrl im Rahmen eines Treuhandverhältnisses zur Lösung der Probleme beitragen.
Grundlagen
Die Gesellschafter
Die Rechte der Gesellschafter
Die Rechte der Gesellschafter (Associés) sind durch die Zahl ihrer Anteile bedingt. Mit
einem Anteil verfügt der Gesellschafter über folgende Rechte:
• Kenntnisnahme von den Konten, Berichten und Entscheidungsvorschlägen vor jeder
Versammlung,
5
• schriftliche Befragung des Geschäftsführers über alles, was den reibungslosen Betrieb des Unternehmens beeinträchtigen könnte,
• Ablehnung der Umwandlung in eine OHG,
• Ablehnung der Änderung der Nationalität der Gesellschaft,
• Erhebung einer Haftungsklage gegen die Geschäftsführer zugunsten der Gesellschaft;
Mit über 10 % der Anteile dürfen ein oder mehrere Gesellschafter einen Sachverständigen ernennen, für alle Themen, die sie für wichtig halten.
Mit über 50 % der Anteile verfügt der Gesellschafter über die absolute Mehrheit und
trifft die Entscheidungen im Rahmen der ordentlichen Versammlung. Desweiteren kann
er den Geschäftsführer ernennen und abberufen.
Mit mindestens 75 % der Anteile besitzt er die erforderliche Mehrheit für außerordentliche Entscheidungen, wie Satzungsänderungen.
Haftung der Gesellschafter
Wenn sich die Gesellschafter nicht als Bürge für Gesellschaftsschulden verpflichten, ist
ihre Haftung auf ihre Einlage beschränkt.
Gesellschafterversammlungen
Die Einberufung der Gesellschafterversammlung (Assemblée) muss mindestens 2 Wochen vor dem festgelegten Termin per Einschreiben erfolgen. Die Beschlüsse sind in
einem Versammlungsprotokoll festgehalten werden.
Die ordentliche Gesellschafterversammlung ist zuständig für
• die Genehmigung des Jahresabschlusses und die Zuteilung des Gewinns,
• die Benennung und die Abberufung des Geschäftsführers und
• die Ratifizierung der Vereinbarungen zwischen der Gesellschaft und einem Geschäftsführer oder einem Gesellschafter.
Die Entscheidungen werden mit der absoluten Mehrheit (über 50%) der Anteile getroffen.
6
Die außerordentliche Gesellschafterversammlung ist zuständig für
• jede Änderung des Gesellschaftervertrags.
Die Beschlüsse werden im Prinzip mit einer ¾ - Mehrheit getroffen. Bestimmte Beschlüsse erfordern jedoch Einstimmigkeit, wie z. B. die Änderung der Nationalität der
Gesellschaft oder die Umwandlung in eine OHG.
Die Geschäftsführung
Ernennung des Geschäftsführers
Der Geschäftsführer (Gérant) einer Sarl muss eine natürliche Person sein (Gesellschafter oder Fremdgeschäftsführer). Er wird entweder durch den Gesellschaftervertrag oder durch die ordentliche Gesellschafterversammlung befristet oder unbefristet
ernannt. Auch mehrere Personen können als Geschäftsführer ernannt werden, die alle
gleichberechtigt als Co-gérant amtieren.
Ein Selbstkontrahierungsverbot wie in § 181 BGB ist im französischen Recht unbekannt.
Die Befugnisse des Geschäftsführers
Der Geschäftsführer als gesetzlicher Vertreter der Gesellschaft verfügt über alle Vollmachten, die zur ordentlichen Führung der Gesellschaft notwendig sind. Der Gesellschaftsvertrag kann jedoch den Umfang seiner Befugnisse begrenzen und eine Genehmigung seitens der Gesellschafter für bestimmte Geschäfte vorsehen.
Diese Einschränkungen sind jedoch nur im Innenverhältnis wirksam; sollten der Geschäftsführer mit Dritten einen Vertrag unter Missachtung dieser Beschränkungen abschließen, so ist dieser bis auf einige Ausnahmefälle wirksam.
Haftung des Geschäftsführers
Der Geschäftsführer kann nur bei einem Verstoß gegen gesellschaftsrechtliche Vorschriften, Verletzung des Gesellschaftsvertrags sowie im Fall eines Verschuldens bei
der Geschäftsführung sowohl gegenüber der Gesellschaft als auch gegenüber Dritten
haften. Gegenüber Dritten haftet der Geschäftsführer nur, wenn das Verschulden außerhalb der Geschäftsführung besteht und dem Geschäftsführer persönlich zugerechnet werden kann. Dies gilt u.a., wenn der Geschäftsführer den Dritten absichtlich über
die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft getäuscht hat.
7
Gründung einer Sarl
Voraussetzungen
Die Sàrl muss mindestens 1 (eine Einmann-GmbH wird mit "Eurl" abgekürzt - Entreprise unipersonnelle à responsabilité limitée), meistens 2, und darf höchstens 100 Gesellschafter haben. Die Gesellschafter können natürliche und juristische Personen und
müssen nicht Kaufmann im Sinne des Handelsrechts sein, d. h. Minderjährige können
auch Gesellschafter werden.
Der Gesellschaftsvertrag (Statuts) ist von allen Gesellschaftern zu unterzeichnen. Im
Gegensatz zum deutschen Recht muss der Gesellschaftsvertrag nicht notariell beurkundet werden (Ausnahme: Einbringung von Immobilien).
Der Firmenname (Denomination) kann den Gegenstand des Unternehmens angeben,
den Namen eines oder mehrerer Gesellschafter tragen oder unter Beachtung der
Rechte Dritter frei gewählt werden.
Der oder die Geschäftsführer (Gérant) müssen eine natürliche Person sein (Gesellschafter oder Fremdgeschäftsführer). Ein Wohnsitz in Frankreich ist nicht erforderlich.
Die Geschäftsführer haben die gleichen Befugnisse wie im deutschen GmbH-Recht.
Für die Sàrl gibt es kein festgesetztes Stammkapital (Capital social). Die Gesellschafter
können die Kapitalhöhe frei bestimmen. Die Geldeinlagen müssen bei der Gründung
wenigstens zu 20 % eingezahlt bzw. die Einlage von den Gesellschaftern zur Verfügung gestellt werden. Der Restbetrag des Kapitals muss innerhalb von fünf Jahren
nach der Gründung erbracht werden. Sobald der Gesamtwert der Sacheinlagen 50 %
des Stammkapitals oder eine einzelne Sacheinlage den Wert von 7.500 € überschreitet, muss dem Gesellschaftsvertrag ein Bericht des Gründungsprüfers beigefügt werden.
Es besteht auch die Möglichkeit, eine Sarl mit variablem Kapital (Capital variable) zu
gründen. Dieses hat den Vorteil, dass zukünftige Änderungen der Gesellschafter, wie
z. B. durch Ausscheiden oder Aufnahme, nicht veröffentlicht oder beim Handelsregister
angemeldet werden müssen. Dasselbe gilt für die Änderung des Stammkapitals. Sobald nach der Gründung und Eintragung ein Wechsel stattfindet, können die neuen
Gesellschafter anonym bleiben.
8
Gründungsformalitäten
Einfacher Gründungsprozess:
Die Gründung ist mit wenig bürokratischem Aufwand verbunden. Sie erfolgt durch die
Erstellung der Gesellschaftssatzung, welche durch die Gesellschafter zu paraphieren
und zu unterzeichnen ist. Es erfolgt keine Identitätsprüfung, da hierfür kein Notar erforderlich ist.
Die Satzung enthält zwingende Angaben zur Rechtsform, zum Geschäftsgegenstand
und Firmensitz, zum Namen und zur Dauer der Gesellschaft, zum Stammkapital und
den Einlagen sowie zum Geschäftsjahr und Geschäftsführer.
Die Gründung der Gesellschaft ist vor der Anmeldung in einer dazu ermächtigte Zeitung zu veröffentlichen.
Die Gesellschaft ist innerhalb eines Monats nach Unterzeichnung durch die Gesellschafter beim Finanzamt zu registrieren.
Die Anmeldung der Gesellschaft erfolgt bei der Handelskammer (Chambre de Commerce et d‘Industrie) in einer hierzu besonders eingerichteten zentralen Stelle „CFE –
Centre de Formalités des Entreprises“.
Folgende Unterlagen sind dabei vorzulegen:
•
•
•
•
•
2 Original-Exemplare der Satzung der Gesellschaft
Bestätigung der Anzeigenaufgabe oder Original der Anzeige
Bestätigung der Bank oder der öffentlichen Kasse über die Hinterlegung von
mindestens 20 % des Stammkapitals
Kopie des Personalausweises oder Passes des/der Geschäftsführer
Erklärung über die Nicht-Verurteilung bezüglich des Verbots, das Amt des Geschäftsführers zu übernehmen
An diesem Tag wird bereits die Handelsregister-Nr. (N° de registre du commerce) vergeben und ein paar Tage später die Umsatzsteuer-Identifikations-Nr. (TVA intracommunautaire) mitgeteilt.
Die CFE übernimmt die Weiterleitung und Hinterlegung der Gründungsunterlagen bei
der Geschäftsstelle des Handelsgericht zwecks Eintragung ins Handelsregister (Registre du commerce).
Gründungszeit: von der Unterzeichnung der Dokumente bis zur Vorlage bei dem Handelsregister 1-3 Tage.
9
Gründungskosten
Die Kosten für die Zeitungsveröffentlichung betragen ca. 80,00 €, die Gebühren für
Anmeldung bei der Handelskammer 63,00 €, und bei dem Handelsgericht 80,85 €, also
insgesamt ca. 225,00 €.
Hinzu kommen bei Inanspruchnahme einer Gründungsagentur ein Honorar - je nach
Anbieter und Dienstleistungsangebot - zwischen 480,00 € und 5.300,00 €. Es lohnt
sich also beim Honorar zu vergleichen. Hinzu kommt noch, dass die meisten Gründungsagenturen ihren Sitz außerhalb Frankreichs in Deutschland haben.
Es werden folgende Dienstleistungen angeboten:
Leistungen
Gründung persönlich in Strasbourg
Gründungablauf per Internet + Postweg
Gesellschaftsvertrag in Französisch
Gesellschaftsvertrag in Deutsch
Veröffentlichung der amtlichen Anzeige
Anmeldung Handelsregister, Finanzamt usw.
Beantragung französische Umsatzsteuer-Ident-Nr. (Id. TVA)
Französisches Bankkonto (Internet-Banking)
Handelsregister-Auszug (KBis)
Amtlich beglaubigte Übersetzung Handelsregister-Auszug
Erörterung der Gestaltungsmöglichkeiten
Steuerliche Erstberatung durch französischen Steuerberater
Anmeldung deutsche Zweigniederlassung
Anmeldung deutsches Gewerbeamt
Unterstützung für ein deutsches Bankkonto
Betreuung bei Erledigung behördlicher Formulare
Teilweise: Inklusive aller Gebühren und Kosten
Niederlassung in Deutschland
Eine geschäftliche Tätigkeit der Sàrl in Deutschland unterliegt den Vorschriften der §§
13d, 13e und 13g HGB, so dass die entstandene Zweigniederlassung durch den Geschäftsführer zur Eintragung in das Handelsregister anzumelden ist. Für die eingetragene Sàrl wird innerhalb von 3 Wochen ein französischer Handelsregisterauszug
(Kbis) ausgestellt. Unter Vorlage des Handelsregisterauszuges mit amtlich beglaubigter Übersetzung und des Gesellschaftsvertrages in Deutsch kann in Deutschland eine
Zweigniederlassung oder Tochtergesellschaft in das Handelsregister eingetragen werden (dieses gilt aber auch für andere EU-Länder). Die deutsche Niederlassung erhält
eine eigene Handelsregister-Nummer.
10
Verwaltungsaufwand und Publizitätspflichten
Die Sàrl benötigt in Frankreich einen Geschäftssitz. Eine Domizilierung in einem Business-Center ist nach den gesetzlichen Vorschriften ausdrücklich vorgesehen.
Aufgrund der europäischen Bilanzrichtlinie hängt die Publizitätspflicht von der Gesellschaftsgröße ab. So muss eine kleine Gesellschaft (gleichgültig ob GmbH, Limited
oder Sàrl) den Jahresabschluss z. B. ohne Gewinn- und Verlustrechnung und mit nur
verkürztem Anhang beim Handelsregister einreichen. Das erste Geschäftsjahr dauert
bis zum Ablauf des nächsten vollen Kalenderjahres, so dass ein Rumpfjahr entfällt mit
der Folge einer Kostenersparnis für einen Jahresabschluss.
Angaben auf Geschäftsbriefen
Die Geschäftsbriefe der Sarl müssen folgende Angaben haben:
Zum Beispiel:
Rechtsform und Höhe des Stammkapitals: Sarl au capital de 10.000 €
Gericht mit Handelsregister-Nr.
N° Siret: RCS Strasbourg 495 404 675
auf Rechnungen USt.-Id.Nr.
Id. TVA: FR 19 495 404 675
Die Angabe des Geschäftsführers ist nicht erforderlich.
Insolvenz der Sarl
Das französische Insolvenzrecht kennt nur die Zahlungsunfähigkeit als Insolvenzgrund,
nicht jedoch - wie im deutschen Recht - die Überschuldung. Eine weitreichende Haftung des Geschäftsführers wie bei der Limited ist sowohl im deutschen als auch im
französischen Gesellschaftsrecht unbekannt.
11
Domizilierung
In Frankreich kann der Geschäftssitz neben einem gemieteten Büro auch in der eigenen oder gemieteten Wohnung bzw. Haus sowie in einem Business-Center vorgesehen werden. Bei der letzteren Möglichkeit wird amtlich von einer „Domizilierung“ (Domicilation) gesprochen.
Denn diese Form der Begründung eines Geschäftssitzes ist in Frankreich ausdrücklich
erlaubt (Article 26-1 du decret N° 84-406) und geregelt. Es handelt sich also um keine
Briefkastenfirma.
Voraussetzungen hierfür sind
•
Das Domizilierungsbüro muss registriert sein.
•
Der Vertrag muss eine Mindestlaufzeit von 3 Monaten haben.
•
Der Mieter muss die Möglichkeit besitzen, für Besprechungen ein Büro oder ein
Konferenzraum zeitweise anzumieten.
•
Es muss eine Postvollmacht erteilt werden, die bei der La Poste und beim Finanzamt hinterlegt wird.
Geschäftsadresse in Strasbourg
Nachfolgend werden 4 örtliche Anbieter mit ihren Leistungen und Kosten verglichen.
Kosten- und Leistungsvergleich
Business-Center Strasbourg (Domizilierung)
Anbieter
ohne
Telefon
Porto ca.
Gesamt
ATEAC
Athena
Regus
MS
79,00
65,00
99,00
120,00
15,00
15,00
15,00
Incl.
94,00
80,00
114,00
120,00
Durchschnitt
96,00
1
Service
incl.
Service in
Deutsch
Nein
Nein
Nein
2
Ja
Nein
Nein
Ja
Ja
mit
3
Telefon
42,00
17,00
70,00
30,00
1
Service inklusive
• Administrative Betreuung des Geschäftssitzes
• Beantwortung von Fragen und Einholung von Auskünften
• Unterstützung zur Erledigung von Aufgaben
• Beratung bezüglich des Geschäftssitzes
2
Kosten für diese Dienstleistung betragen effektiv 24,00 € monatlich
(120,00 € minus Durchschnitt der Mitbewerber = 96,00 €)
3
Kosten für automatische Weiterschaltung der eingehenden Gespräche zzgl. Gesprächsgebühren
12
Steuern in Frankreich
Körperschaftssteuer
Allgemeines
In Frankreich unterliegen die juristischen Personen einer Körperschaftssteuer („impôt
sur les sociétés“ oder „IS“). Diese Steuer wird jährlich veranlagt und erhoben.
Ort der Besteuerung
Von der Ertragssteuer werden grundsätzlich nur die in Frankreich realisierten Erträge
erfasst. Mit anderen Worten, es werden die Erträge, welche von im Ausland liegenden
Betriebsstätten erzielt werden, im Prinzip nicht erfasst. Auf der andern Seite unterliegt
der Ertrag, welcher von einer in Frankreich liegenden Betriebsstätte einer ausländischen Gesellschaft erzielt wird, der französischen Ertragssteuer.
Steuersätze
Der normale Satz beträgt 33,33%.
Für Gesellschaften mit einem Umsatz von höchstens 7,63 Mio. €, deren voll einbezahltes Kapital zu 75% von natürlichen Personen gehalten wird, kommt eine für kleine und
mittlere Unternehmen (KMU) freundliche Besteuerung infrage: bis zu einem Ertrag von
38.120 € werden 15 % berechnet und 33,33 % für den darüber hinausgehenden
Betrag.
Im Verlustfall wird eine nach dem Umsatz gestaffelte Mindestkörperschaftssteuer (IFA)
fällig. Befreit von der IFA sind Unternehmen mit einem Umsatz unter 76.000 € sowie
neu gegründete Unternehmen für einen Zeitraum von 3 Jahren unter der Voraussetzung, dass mindestens die Hälfte des Kapitals aus Bareinlagen stammt. Die Mindestkörperschaftssteuer beträgt z. B. bei einem Umsatz von 76.000 € bis 150.000 € = 750
€, bis 750.000 € = 1.575 € und bis 1.500.000 = 2.175 € und bis 7.500.000 € = 3.750 €.
Im Falle eines Verlustjahres kann die IFA bis in die zwei folgenden Wirtschaftsjahre auf
die Körperschaftsschuld angerechnet werden.
Verlustvortrag und -rücktrag
Das französische Steuerrecht sieht einen unbegrenzten Verlustvortrag und einen Verlustrücktrag von 3 Jahren vor. Laufende Verluste können grundsätzlich mit laufenden
Gewinnen und mit langfristigen Veräußerungsgewinnen verrechnet werden.
13
Steuerberechnung
In Frankreich kommt das Selbstveranlagungsprinzip zum Tragen, d. h. der zu versteuernde Gewinn wird von den Steuerpflichtigen selbst errechnet. Im Rahmen von
Steuerprüfungen anfallende Berichtigungen können in einem Widerspruchsverfahren
angefochten werden.
Gewerbesteuer
Steuerpflichtig
Jede natürliche oder juristische Person, die hauptberuflich eine selbständige Tätigkeit
ausübt ist gewerbesteuerpflichtig (Taxe professionnelle).
Bemessungsgrundlage
Die derzeitige Bemessungsgrundlage setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen:
Nutzungswert (Valeur locative) des Immobilienvermögens, u. a. der Betriebsräume, selbst wenn sie nur angemietet sind.
Wenn das Unternehmen im Handel mehr als 152.000 € Jahresumsatz und für
Dienstleistungen- oder freiberufliche Tätigkeiten mehr als 61.000 € Jahresumsatz erzielt, werden 16 % des Wertes des betrieblichen Sachanlagevermögens in der Bemessungsgrundlage berücksichtigt.
Die so errechnete Bemessungsgrundlage wird um 16 % gemindert, bevor die
Steuer berechnet wird.
Steuerberechnung
Den Betrag der Gewerbesteuer erhält man durch die Multiplikation der Bemessungsgrundlage mit einem bestimmten Steuersatz, der von den Gemeinden im Rahmen der
Verabschiedung des Haushaltsplanes festgesetzt wird.
Für das Jahr der Gründung (01. Januar bis 31. Dezember) schuldet ein neues Unternehmen keine Gewerbesteuer.
Die Gemeinden setzen einen Mindestbetrag für alle Steuerpflichtigen fest.
Für Strasbourg beträgt der Steuersatz 17,81 % der wie oben beschriebenen Bemessungsgrundlage.
14
Umsatzsteuer
Steuersätze
Der Normalsatz beträgt 19,6 %, der Niedrigsatz 5,5 %
Steuerpflichtig
Jedes Unternehmen, das in Frankreich Lieferungen und sonstige Leistungen gegen
Entgelt erbringt, ist steuerpflichtig.
Besteuerungsverfahren
Soweit die Umsätze in Deutschland aus einer Zweigniederlassung getätigt werden,
was der Regelfall sein wird, sind für die Umsatzsteuer die deutschen Steuerbehörden
zuständig, für französische Gesellschaften das Finanzamt in Kehl.
Wenn die Umsätze der Gesellschaft von dem Sitz der Firma in Frankreich aus tätigt, ist
das französische Finanzamt (Centre des Impôts) zuständig. Nach Ablauf jedes Monats
oder Kalenderviertel hat der Unternehmer - wie aus Deutschland bekannt - eine Umsatzsteuererklärung abzugeben, in der alle steuerpflichtigen Umsätze des betreffenden
Zeitraumes aufgeführt sind. Gleichzeitig ist die geschuldete Mehrwertsteuer zu entrichten.
Besteuerung der Gewinnentnahmen
Fließen Gewinne einer französischen Gesellschaft an eine in Deutschland lebende
Person oder ein deutsches Unternehmen, so erfolgt eine Besteuerung in Deutschland.
Eine in Art. 13 Abs. 1 und 7 DBA bestehende Regelung kann im Wahlfall dazu führen,
dass das Geschäftsführergehalt der französischen Besteuerung unterfällt. Dieses
könnte deswegen interessant sein, weil das französische Steuersystem sich durch eine
vergleichsweise niedrige Einkommensteuerbelastung (für Privatpersonen) aufgrund
umfangreicher Abzugsmöglichkeiten auswirkt.
15
Arbeitsrecht
Das französische Arbeitsrecht regelt das Rechtsverhältnis zwischen Arbeitnehmer und
Arbeitgeber - wie in Deutschland - auf der Grundlage von Gesetzen und Verordnungen, Rechtssprechung und Gewohnheitsrecht sowie Tarifverträgen und Betriebsanordnungen.
Die gesetzliche Wochenarbeitszeit beträgt in Frankreich grundsätzlich 35 Stunden.
Ausgeschlossen von der 35 Stunden Woche sind Führungskräfte (cadres dirigeants).
Der jährliche Mindesturlaub beträgt 2,5 Tage pro Monat.
Der gesetzliche Mindestlohn (SMIC: salaire minimum interprofessionnel de croissance)
beträgt 8,71 € pro Stunde bzw. monatlich 1.321,02 € (Stand: 01.07.2008). Die Anpassung erfolgt jährlich zum 1. Juli.
Das französische Arbeitsrecht kennt zeitlich befristete Arbeitsverträge (CDD – contrat a
durée déterminée) und zeitlich unbefristete Arbeitsverträge (CDI – contrat à durée indéterminée). Der Arbeitsvertrag ist grundsätzlich schriftlich zu formulieren. Die Höchstdauer befristeter Arbeitsverträge beträgt 18 Monate inklusive einer einmaligen Verlängerung.
Sozialversicherung
Allgemeine Vorschriften
Die Frage, wer wo sozialversicherungspflichtig ist, regelt die Verordnung (EWG) Nr.
1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 mit weiteren Ergänzungsverordnungen.
Persönlicher Geltungsbereich
Diese Verordnung gilt für u. a. für Arbeitnehmer und Selbständige, die Staatsangehörige eines Mitgliedstaats oder eines Drittstaates sind.
Gleichbehandlung
Personen, die im Gebiet eines Mitgliedstaates wohnen und für die diese Verordnung
gilt, haben die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines
Mitgliedstaates wie die Staatsangehörigen dieses Staates.
16
Einzelheiten
Der Versicherte unterliegt immer nur den Rechtsvorschriften eines einzigen Staates
Diese Regel gilt für alle Arbeitnehmer und Selbstständigen, die durch die Gemeinschaftsbestimmungen geschützt werden, und zwar auch dann, wenn sie ihre Erwerbstätigkeit in mehreren Staaten ausüben: Auch Personen, die in vier oder fünf Mitgliedstaaten gleichzeitig beschäftigt sind, unterliegen den Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaates.
Es gibt nur eine Ausnahme von dieser Grundregel: Ist eine Person gleichzeitig als Arbeitnehmer in einem Mitgliedstaat und als Selbständiger in einem anderen Mitgliedstaat erwerbstätig, kann sie ausnahmsweise in beiden Mitgliedstaaten versichert sein.
Der Arbeitnehmer ist in dem Land versichert, in dem er seine Tätigkeit ausübt
Dies gilt für Arbeitnehmer ebenso wie für Selbständige, und zwar auch dann, wenn sie
im Gebiet eines anderen Mitgliedstaats wohnen oder wenn die Unternehmen, die sie
beschäftigen oder ihre Arbeitgeber ihren Sitz in einem anderen Mitgliedstaat haben.
Mit anderen Worten, wer mit der Arbeit in einem bestimmten Mitgliedstaat aufhört, um
eine Erwerbstätigkeit in einem anderen Mitgliedstaat aufzunehmen, unterliegt ab diesem Zeitpunkt den Rechtsvorschriften des “neuen“ Beschäftigungslandes. Daraus
folgt, dass der Betreffende im "alten" Beschäftigungsland keine neuen Leistungsansprüche mehr aufbaut, sondern diese nur noch im "neuen" Beschäftigungsland erwirbt,
und zwar unabhängig davon, ob er dort auch seinen Wohnsitz hat. Auch ein Grenzgänger, der weiterhin im "alten" Beschäftigungsland wohnt, ist nach den Rechtsvorschriften des Landes versichert, in dem er fortan seiner Erwerbstätigkeit nachgeht.
Damit wird die Zugehörigkeit eines Arbeitnehmers zu mehreren Systemen der sozialen
Sicherheit vermieden (dies würde doppelte Beitragszahlung bedeuten), beispielsweise
weil er in einem Land beschäftigt ist, das den Beschäftigungsort als Aufnahmekriterium
zugrunde legt (z. B. Frankreich) und in einem Staat wohnt, in dem dagegen der Wohnort maßgeblich ist (z. B. Deutschland). Es darf auch nicht die Situation eintreten, dass
er aufgrund der umgekehrten Konstellation in keinem Land versichert ist (was bedeuten würde, dass er nirgends sozialversichert wäre).
Sonderfälle
Personen, die gewöhnlich in mehr als einem Mitgliedstaat beschäftigt sind
Personen, die gewöhnlich in mehr als einem Mitgliedstaat beschäftigt sind, sind in
dem Land versichert, in dem sie ihren Wohnsitz haben, wenn sie ihre Tätigkeit zum
17
Teil in diesem Land ausüben. Entsprechendes gilt für Selbständige, die in mehreren
Mitgliedstaaten tätig sind.
Wohnt ein Arbeitnehmer nicht in einem der Staaten, in dem er seine Erwerbstätigkeiten
ausübt, so ist er in dem Mitgliedstaat versichert, in dem sein Arbeitgeber oder das Unternehmen, bei dem er beschäftigt ist, seinen Sitz hat. Selbständige sind in dem Staat
versichert, in dem sie ihre Haupttätigkeit ausüben.
Personen, die in einem Mitgliedstaat als Arbeitnehmer und in einem anderen als
Selbständige tätig sind
Grundsätzlich sind diese Personen in dem Land versichert, in dem sie ihre abhängige
Beschäftigung ausüben. In Ausnahmefällen kann es jedoch vorkommen, dass die Betreffenden in beiden Staaten gleichzeitig versichert sind. Auskünfte hierzu erteilen die
Sozialversicherungsträger in den betreffenden Mitgliedstaaten.
Geschäftsführer einer Sarl/Eurl
Der Geschäftsführer einer Sarl/Eurl ist zwar nicht Angestellter der Gesellschaft, er unterliegt jedoch einer sozialversicherungsrechtlichen Prüfung. Die Frage, ob ein Geschäftsführer in Frankreich sozialversicherungspflichtig ist, wird allgemein durch die
obigen Grundsätze der Europäischen Union beantwortet.
Erst einmal muss aber festgestellt werden, ob er geschäftsführender Gesellschafter
oder Fremdgeschäftsführer ist. Danach stellt sich die Frage nach der Höhe der Beteiligung an der Gesellschaft.
Fremdgeschäftsführer, also Geschäftsführer ohne Beteiligung an der Gesellschaft,
unterliegen in Frankreich wie Arbeitnehmer der Sozialversicherungspflicht.
Geschäftsführende Gesellschafter unterliegen bei einer Beteiligung bis 50 % grundsätzlich der Sozialversicherungspflicht wie Arbeitnehmer. Soweit die Beteiligung über
50 % beträgt, werden sie in Frankreich als „Selbständige“ pflichtversichert. Dasselbe
gilt, wenn 2 Gesellschafter mit je 50 % Beteiligung beide die Funktion eines Geschäftsführers übernehmen oder wenn die Gesellschafter Eheleute sind, auch wenn nur einer
Geschäftsführer ist.
Von diesem Grundsatz gibt es jedoch Ausnahmen, wenn der Wohnsitz und der Beschäftigungs- bzw. Tätigkeitsort in verschiedenen Ländern sind.
Wohnsitz Frankreich - Beschäftigungs-/ Tätigkeitsort Frankreich
Der Sarl-Geschäftsführer ist sozialversicherungspflichtig, entweder in der Kasse der
Arbeitnehmer (Fremdgeschäftsführer oder Geschäftsführer mit einer Beteiligung bis 50
18
%) oder in der Kasse der Selbständigen (Geschäftsführer mit einer Sarl-Beteiligung
von mehr als 50 % oder an einer Eurl).
Wohnsitz Deutschland - Beschäftigungs-/ Tätigkeitsort Frankreich
Wenn der Geschäftsführer einen deutschen Wohnsitz hat und keine Niederlassung in
Deutschland besteht, ist er in Frankreich versichert, sofern er nicht bei einer deutschen
Krankenkasse versichert ist. Für den Fall, dass der Geschäftsführer in Deutschland
versichert ist, kann er für die Befreiung von der französischen Sozialversicherung eine
Bescheinigung über die soziale Absicherung durch die Krankenversicherung vorlegen.
Aus dieser Bescheinigung muss hervorgehen, ob er in Deutschland als Arbeitnehmer
oder Selbständiger krankenversichert ist und unter welcher Anschrift.
Wohnsitz Deutschland/Frankreich – Beschäftigungs-/Tätigkeitsort Deutschland
Bei Vorliegen einer Niederlassung der französischen Gesellschaft in Deutschland und
Tätigkeit in derselben mit Wohnsitz in Deutschland sind die deutschen Sozialversicherungsbehörden zuständig. Diese stellen dann auch eine Bescheinigung über die soziale Absicherung durch die Krankenversicherung zwecks Vorlage bei den französischen
Behörden aus.
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Vorteile der Sarl
Die Gründung einer Limited ist per Internet schnell vollzogen, später zerstört die Realität die hohen Erwartungen: Die Werbung der Gründungs-Agenturen hat mehr versprochen als gehalten, wie z. B. doch keine flexible Handhabung aufgrund des angeblich
einfachen Gesellschaftsrechts und nun noch die nicht genannten hohen Folgekosten
für einen Rechtsanwalt im englischen und deutschen Gesellschaftsrecht.
„Die Limited ist schließlich nicht die einzige attraktive Gesellschaftsform in Europa.
Es er- staunt eigentlich, dass man in Deutschland nicht schon die sehr viel näher
liegende französische Sarl, die ähnliche Vorzüge bietet, entdeckt hat“,
so Dieter Möllering, Leiter der Abteilung Recht im Deutschen Industrie- und
Handelskammertag (DIHK) in einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme.
Die Sarl hat wie die Limited die gleichen Vorteile gegenüber der GmbH:
• Die Höhe des Stammkapitals ist nicht festgelegt.
• Der Gesellschaftsvertrag muss nicht notariell beurkundet werden.
• Die Gründung ist innerhalb von maximal 3 Arbeitstagen vollzogen
Sàrl als Alternative zur Limited?
Die Limited wird oft als Alternative zur deutschen GmbH empfohlen. Dies mag vielleicht
in einigen Punkten zutreffen, wie zum Beispiel hinsichtlich des erforderlichen Stammkapitals, der Form des Gesellschaftsvertrages (keine notarielle Beurkundung) und der
Gründungsdauer. Diese Vorteile sind auch bei der Sàrl festzustellen. Die Sàrl hat jedoch gegenüber der Limited weitere Vorteile:
Die erheblichen Vorteile der Sarl gegenüber der Limited
• Die Sarl wurde 1925 in Anlehnung an das deutsche GmbH-Recht geschaffen, somit
sind die Vorschriften geläufig und nicht fremd wie im englischen Recht. Der Beratungsaufwand ist daher weitaus geringer und somit auch dessen Kosten.
• Es muss keine unbekannte dritte Person (company secretary) eingesetzt werden, es
fallen somit auch keine Kosten für den company secretary an.
• Die Sarl wird - genau so wie eine GmbH – bei einer Pflichtverletzung nicht gelöscht.
• Gewinne können uneingeschränkt ausgeschüttet werden.
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• Es besteht für den Geschäftsführer keine Insolvenzantragspflicht bei Überschuldung.
• Die Haftung des Geschäftsführers ist vergleichbar wie im deutschen Recht und nicht
so streng und weitgehend wie im englischen Recht.
• Es besteht bei der Sarl keine Durchgriffshaftung auf die Gesellschafter wie bei der
Limited.
• Die Haftungsgefahren für den Geschäftsführer sind bei der Limited weitaus größer
als bei der deutschen oder französischen GmbH. Denn die Gesellschafter einer Limited können mit Hilfe der Durchgriffshaftung schadenersatzpflichtig gemacht werden.
• Das Image einer Sarl ist allgemein besser als bei einer Limited.
„GmbH ade – rein in die Limited“, so bieten Verkäufer von schnellen Gründungen dieser Gesellschaftsform für deutsche Unternehmer an, ohne jedoch auf die Nachteile
hinzuweisen. Die Gründung einer „private limited company“ (Limited – Ltd) ist aufgrund
der scheinbaren Vorteile übereifrig vollzogen, die wahren Probleme und Kosten treten
erst später auf. Juristen und Steuerfachleute warnen seit langem und zeigen die Nachteile einer Limited auf.
Höhere laufende Kosten: Die Limited muss in England verschiedene Register (insgesamt 8) führen und hat gegenüber dem englischen „companies house“ zahlreiche Anzeige- und Publizitätspflichten zu erfüllen. Diese Aufgaben werden in der Regel vom
einem kostenpflichtigen und anonymen „company secretary“ wahrgenommen. Bei einer Gesellschaft, die in England überhaupt nicht unternehmerisch tätig ist, wird die
Einhaltung dieser Pflichten in der Regel mit zusätzlichen Kosten verbunden sein.
Haftungsgefahren: Bei der Limited bestehen mehrere spezifische Pflichten für den Geschäftsführer (Director), so z. B. durch „Fiduciary duties“, „Wrongul trading rule“ und
„Fraudulent trading rule“. Eine Missachtung dieser Pflichten kann eine Disqualifizierung
des Geschäftsführers nach sich ziehen. Der Geschäftsführer darf diese Position dann i.
d. R. bis zu fünf Jahre nicht mehr ausüben. Eine Durchgriffshaftung ist nach britischem
Recht sogar auf die Gesellschafter möglich.
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Unternehmergesellschaft - UG - oder Sarl?
Ab 1. November 2008 ist es möglich, eine Unternehmergesellschaft -UG- (haftungsbeschränkt) zu gründen.
Es handelt sich dabei nicht um eine neue Gesellschaftsform, sondern um eine Unterform der GmbH mit einem Mindeststammkapital von 1 €. Zwar besteht bei der Sarl
auch die Möglichkeit, diese mit 1 € Stammkapital auszustatten. Die UG ist aufgrund
des Mindestkapitals von 1 €. genau derselben Kritik ausgesetzt wie die Limited oder
Sarl. Jeder vernunftbegabte Unternehmer wird jedoch keine 1-Euro-Gesellschaft gründen. Denn einerseits benötigt jede Gesellschaft eine Mindestkapitalausstattung, um
wirtschaftlich vernünftig arbeiten zu können, andererseits besteht bei der UG laufende
die Gefahr der Überschuldung, die den Gang zum Insolvenzgericht nach sich zieht.
Nicht nur der Gesellschafter einer UG, sondern auch die Gesellschafter haben die
Pflicht, bei einer Überschuldung einen Insolvenzantrag zu stellen. Bei der Sarl besteht
im Falle der Überschuldung keine Insolvenz-Antragspflicht.
Der oder die Gesellschafter sind gesetzlich verpflichtet, jährlich 25 % des Gewinns in
eine Rücklage einzustellen, um so Stück für Stück Eigenkapital anzusparen bis die
Höhe von 25.000 EUR erreicht ist. Bei einem Verstoß gegen diese Pflicht zur Rücklagenbildung macht sich der Geschäftsführer schadenersatzpflichtig nach § 64 GmbHG.
Sobald das Grundkapital von 25.000 EUR erreicht ist, kann die UG in eine GmbH umgewandelt und so im Handelsregister eingetragen werden.
Diese Pflicht muss überwacht werden, so dass es zu einem „gläsernen Unternehmer“
kommt. Der Geschäftsführer hat Finanzbehörden ständige Einblicke in seine Geschäfte
und damit natürlich auch in seine Entscheidungen zu geben.
Diese Probleme bestehen bei der Sarl nicht.
Weitere Auskünfte erteilt:
Dipl.-Betriebswirt Dieter Polei
Consultant – Wirtschaftsjurist
MC Management Consultants Sàrl
2, rue du Saumon – 67000 Strasbourg
Tel.: +33 (0) 3.90.23.61.40
Fax: +33 (0) 3.90.23.61.44
E-Mail: dieter.polei@mc-france.eu
Internet: www.mc-france.eu
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