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Die meisten Menschen möchten im Alter so lange wie - Alrun Jappe

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wohnfühlen
Foto: aboutpixel.de / strahlend © Rainer Sturm
Die meisten Menschen möchten im Alter so lange wie
möglich selbstständig in der eigenen Wohnung bleiben.
Das ist einfacher, als viele glauben. Denn oft reichen
schon ein paar kleine Veränderungen in der
Wohnung, um das Leben zu Hause erheblich
zu erleichtern
Zu Hause
Text: Alrun Jappe
Fotos: Alno
„Alt“ – das
sind immer nur die
anderen. Daher kommt es wohl, dass sich
die meisten von uns viel zu spät darüber
Gedanken machen, wie sie sich den Alltag
daheim erleichtern können. Wenn dann
der erste Sturz geschehen ist oder die Beeinträchtigungen überhand nehmen, verlassen viele schweren Herzens ihr vertrautes Zuhause.
Doch oft muss das gar nicht sein.
Auch ohne eine Wohnung komplett umzubauen, kann sie häufig so sicher und
komfortabel gestaltet werden, dass ein
Umzug vermieden werden kann. Hilfe bei
der so genannten Wohnungsanpassung leis-
ten die 13 Wohnberatungsstellen in
Berlin. Zentrale Anlaufstelle in der Hauptstadt ist die Koordinierungstelle Rund ums
Alter, Telefon: 49 87 24 04.
Die Berater kommen in die Wohnung
und überlegen, welche Maßnahmen sinnvoll sind. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei
auf der „Sturzprofilaxe“ – sprich auf der
Vermeidung von Stolperfallen. Beispielsweise sind es oft die lieb gewonnenen Gegenstände, etwa der Läufer im Flur, die
eine Gefahr darstellen. Oder Türschwellen:
Sie sind keineswegs nur für Rollstuhlfahrer
eine Hürde, sondern für ältere Menschen
fast immer eine tückische Stolperfalle. Hier
sorgen spezielle Schwellenrampen (siehe
Häufig genutzte Haushaltsgeräte
wie der Kühlschrank sollten ohne Bücken bedienbar sein.
10
Foto) für Abhilfe. Manchmal sollte auch
das Niveau eines Balkons angehoben werden. Das geht zum Beispiel recht einfach
mit Hilfe eines Holzrostes.
Eine große Hilfe sind auch an den
richtigen Stellen angebrachte Handläufe
und Haltegriffe – unter anderem im Flur.
Auch eine Halterung für den Gehstock leistet wertvolle Dienste: Ein einfacher Besenhalter verhindert, dass der Stock immer
wieder hinfällt. Das ist vor allem dort sinnvoll, wo man regelmäßig beide Hände
braucht, etwa um die Haustür aufzuschließen. Auch das richtige Licht ist wichtig, um
Stürze zu vermeiden. Die Wohnung sollte
deshalb überall gut ausgeleuchtet sein.
Kostet nicht viel, aber erleichtert die Arbeit in
der Küche enorm: Körbe zum Herausziehen.
Hallo Nachbar 3/09
Ein Griff an der Seite des Bettes (Bild 1) oder der
Badewanne (Bild 3) vereinfacht das Aufstehen
Kleine Rampen helfen über Barrieren wie z. B.
Türschwellen hinweg (Bild 2)
bleiben
2.
1.
Nützlich sind hier Leuchtschalter, die an
wichtigen Stellen angebracht werden. So
lässt sich auch nachts im Dunkeln der
Lichtschalter immer schnell finden.
Hier sind die wichtigsten Tipps für die
einzelnen Wohnbereiche:
Flur
Je sparsamer er möbliert ist, desto mehr Bewegungsfreiheit bietet er. Auf einen stabilen Stuhl zum bequemen An- und Ausziehen der Schuhe sollte jedoch keiner verzichten. Achten Sie auch auf Fußabtreter.
Er sollte nicht zu leicht verrutschen können.
Wohnzimmer
Viele Wohnzimmer sind im Verhältnis zu
ihrer Größe zu üppig und gleichzeitig unpraktisch möbliert. Denn je mehr Möbel
herumstehen, desto größer ist die Gefahr,
sich irgendwo zu stoßen. Das heißt, auch
wenn Sie sich dafür von liebgewonnenen
Erbstücken trennen müssen: Überlegen
Sie, welche Möbel Sie wirklich brauchen.
Die Möbel, die in der Wohnung bleiben,
sollten jedoch ausreichend hoch und stabil
sein, dass sie sich darauf abstützen können.
Oft reicht es, die Möbel auf so genannte Erhöhungsblöcke zu stellen. Sofas und Sessel
dürfen außerdem nicht zu weich und zu
niedrig sein. Auch hier kann das geeignete
Hilfsmittel – etwa eine Aufstehhilfe – dafür
sorgen, dass das vorhandene Mobiliar in
der Wohnung bleiben darf. Überlegen Sie
auch, ob Sie sich einen Lieblingsplatz in der
Nähe des Fensters einrichten. Wenn die
Mobilität eingeschränkt ist, kann der Blick
nach draußen eine wichtige Ablenkung sein.
das wohnfühl-magazin der gesobau
Küche
Diverse Hilfsmittel und die richtige Einrichtung sorgen dafür, dass die Selbstversorgung lange aufrecht erhalten bleiben
kann. Vom Schneidebrett, auf dem sich das
Gemüse oder Brot einfach fixieren lässt,
über Frischhalteboxen, die sich mit einer
Hand öffnen lassen, bis hin zur Greifhand,
die Dosen öffnet oder schwer Erreichbares
heranholt, gibt es nichts, was es nicht gibt.
Für mehr Komfort sorgt außerdem das Höherstellen von Haushaltsgeräten. Insbesondere der Kühlschrank, aber auch der Backofen und die Geschirrspülmaschine sollten
das Bedienen ohne tiefes Bücken ermöglichen. Töpfe, Schüsseln und alles andere,
was sich in den unteren Schränken befindet, sollte über großzügige Schübe erreichbar sein. Kleinkram ist in Körben, die sich
einfach herausziehen lassen, gut aufgehoben.
Bad
Die größte Sturzgefahr lauert meist im Bad.
Denn wenn die Beweglichkeit eingeschränkt ist, wird der Badewannenrand
zum unüberwindlichen Hindernis und der
Ein- und Ausstieg der Dusche zur gefährlichen Rutschpartie. Auch hier leisten Haltegriffe unschätzbare Dienste (siehe Foto).
So bietet sich der Austausch der Handtuchhalter und der Duschstange gegen stabile Stangen zum Festhalten an. Unverzichtbar sind außerdem rutschhemmende
Matten.
Eine pfiffige Lösung für Wohnungen,
in denen es keine Dusche gibt, sind Badewannen-Schwenksitze. Sie bestehen aus
zwei Teilen: Einem stabilem Gestell, das
3.
fest auf der Badewanne aufliegt, und einem
drehbaren Sitz. Er lässt sich in vier Positionen verriegeln und ermöglicht so den
sicheren Ein- und Ausstieg. Nicht nur für
Bewegungseingeschränkte, sondern für die
ganze Familie bequem sind übrigens Toilettenerhöhungen und Haltegriffe. Sie erleichtern das Hinsetzen und Aufstehen erheblich.
Links:
Adressen und Telefonnummern der bezirklichen
Koordinierungsstellen finden Sie unter
www.koordinierungsstellen-rundumsalter.de
Eine wertvolle Checkliste, wie Sie für mehr
Sicherheit zu Hause sorgen, können Sie unter
www.kom-fort.de herunterladen
Viele Anregungen bekommen Sie auch unter
www.nullbarriere.de
Eine Liste mit den Adressen aller Wohnberatungsstellen in Deutschland gibt es unter
www.wohnungsanpassung.de
Unter www.online-wohn-beratung.de können Sie
sich über das Internet beraten lassen.
Eine Datenbank mit Hilfsmitteln, für die die
Krankenkassen die Kosten übernehmen, wenn
der Arzt sie verschrieben hat, finden Sie unter
www.rehadat.de
Achtung: Die Hilfsmittel für Senioren sind ein lukrativer Markt und nicht alles, was angeboten
wird, ist sinnvoll. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Ihrem Physiotherapeuten darüber, was
für Sie nützlich sein könnte. Lassen Sie sich die
Hilfsmittel immer verschreiben. Wer sie ohne Verordnung bestellt, beispielsweise bei einem Versandhaus, muss sie aus eigener Tasche zahlen.
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Fotos: Thomas Hilfen
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