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Immunsuppression erhöht das Krebsrisiko Schmerzkurve ist wichtig

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V A R I A
Unternehmen
Organtransplantation
Kurz informiert
Immunsuppression erhöht das
Krebsrisiko
Verschiedenen Statistiken zufolge tragen Organtransplantierte ein doppelt so hohes
Krebsrisiko wie der Durchschnittsbürger. Eine aggressive Immunsuppression scheint
ein erheblicher Risikofaktor
für Krebserkrankungen nach
der Transplantation zu sein.
Wie auf einer Tagung der
Amerikanischen Gesellschaft
der Transplantationschirurgen in Miami berichtet wurde,
sind beispielsweise Empfänger von Herz- oder Lungentransplantaten, die eine stärkere immunsuppressive Behandlung erhalten, häufiger
von Tumorbildung betroffen
als Patienten, die eine Niere
oder Leber erhalten haben.
Neuere Beobachtungen zeigen, dass unter starker immunsuppressiver Dauerbehandlung gehäuft Viruserkrankungen auftreten (Epstein-Barr-Virus, Polyomaviren oder das humane Herpesvirus 8). Eine zunehmende
Rate an virusassoziierten Tumoren wäre ein weiterer Hinweis darauf, dass eine starke
Immunsuppression die Tumorbildung begünstigt.
Andere Experten stellten
Studiendaten vor, nach denen bei besonders schlechter
Übereinstimmung der HLADR-Werte (Antigene) die Tumorrate erhöht ist. Dies deutet ebenfalls auf einen Zusammenhang mit der immunsuppressiven Therapie hin, da
eine schlechte Übereinstimmung der Gewebemerkmale eine besonders aggressive
Immunsuppression erfordert.
Darüber hinaus zeigen die
Ergebnisse einer Nachuntersuchung an 38 000 erstmals
Nierentransplantierten, dass
sowohl die Auswahl des Induktions- als auch des Erhaltungstherapieschemas einen
Einfluss auf die Tumorrate
hat. Danach ist das Tumorrisiko unter Tacrolimus im
A 1890
Vergleich zu Ciciosporin in
der Erhaltungstherapie rund
30 Prozent höher; ebenso
liegt das Tumorrisiko den Daten zufolge unter Azathioprin
um mehr als 35 Prozent höher als unter Mycophenolat
Mofetil.
„Die Politik der Verabreichung einer früh einsetzenden aggressiven immunsuppressiven Therapie mit dem
Ziel, frühe akute Abstoßungskrisen nahezu vollständig zu verhüten, kommt als
Bumerang in Form gehäuft auftretender schwerwiegender Spätkomplikationen zurück“, so Prof. Walter
Land, Transplantationschirurg an der Universitätsklinik
München. Daher müsse man
sich verstärkt darum bemühen, die immunsuppressive
Therapie nicht allein unter
dem Gesichtspunkt des Transplantaterhalts auszuwählen.
Dazu sei es wichtig, das Behandlungsprotokoll in der Induktionstherapie bis zu einem Jahr nach der Transplantation und das Erhaltungstherapieschema voneinander zu
EB
trennen.
Wintersymposium der Amerikanischen
Gesellschaft der Transplantationschirurgen (ASTS) in Miami
Analgesie im Krankenhaus
Schmerzkurve ist wichtig
wie Temperatur und Puls
Weniger als 40 Prozent der
Schmerzen, die stationäre Patienten empfinden, werden
von Ärzten und Pflegepersonal wahrgenommen. Durch
ein fest integriertes Schmerzkonzept, ist das Schmerzmanagement in der Klinik nachweislich erheblich zu verbessern. Dr. Oliver Kremer belegt seine Forderung durch
Untersuchungen in einer Kölner Klinik.
Die Patienten der chirurgischen Grund- und Regelversorgung gaben nach Einführung des Schmerzkonzepts
eine signifikant verminderte
Schmerzintensität an und waren subjektiv weitaus zufriedener. Kremer plädierte deshalb dafür, bei postoperativen
und posttraumatischen Patienten eine tägliche Schmerzkurve aufzustellen. „Das ist so
wichtig – oft wichtiger als eine
Temperatur- und Pulskurve“,
verdeutlichte er seine Erfahrungen.
Für ein effektives postoperatives Schmerzmanagement
empfahl Dr. Uwe Junker
(Remscheid) das „umgekehrte WHO-Stufenschema“ bei:
❃ leichten
Schmerzen
NSAR/Metamizol,
❃ mittleren Schmerzen den
„Würzburger Tropf“ (500 ml
NaCl, 300 mg Tramal, 2,5 g
Novaminsulfon und 2,5 mg
Dehydrobenzperidol),
❃ starken Schmerzen die
Kombination von Piritramid
und Metamizol – jeweils zusammen mit regionalanästhesiologischen Verfahren.
Bei Patienten mit elektiven
Eingriffen oder aber Tagespatienten können sedierende
Begleiteffekte von intraoperativ eingesetzten kurzwirksamen Opioden unerwünscht
Tilidin/Naloxon – Heumann
Pharma (Nürnberg) bittet
sämtliche Hinweise auf Missbrauch, Entzugssymptomatik
oder Sucht im Zusammenhang
mit der Einnahme des Fertigarzneimittels „Tilidin Comp.
Heumann“ (Arzneistoffkombination Tilidin/Naloxon) aus
Gründen der Arzneimittelsicherheit zu melden. Entsprechende Berichtsbögen können
angefordert werden bei Heumann Pharma GmbH, Südwestpark 50, 90449 Nürnberg,
oder unter der Telefonnummer 09 11/4 30 23 47.
Captagon – Die Firma Viatris
(Frankfurt/Main) gibt bekannt, dass die Nachzulassung für das BtM-Produkt
Captagon® (Fenetyllin) nicht
beantragt wurde und die Verkehrsfähigkeit von Captagon
zum 1. Juli 2003 erlischt. EB
sein, andererseits reicht die
analgetische Potenz herkömmlicher NSAR nicht immer aus.
In diesen Fällen eröffnet der
parenteral applizierbare selektive COX-II-Hemmer Parecoxib (Dynastax®) durch rasche, lang anhaltende Analgesie ohne Sedierung und Einfluss auf Thrombozytenaggregation eine neue Option im
therapeutischen Vorgehen –
sowohl bei der Monotherapie
als auch in der Kombination
mit Opioid-Analgetika.
Junker berichtete über einen deutlich verminderten
Opioidverbrauch nach laparoskopischer Cholezystektomie, wenn den Patienten bereits präoperativ 40 mg Parecoxib verordnet wurden.
Als Konzept für die Zukunft zeichne sich auch die
orale Gabe von Valdecoxib
(noch nicht zugelassen) postoperativ als Möglichkeit ab,
um die patientenkontrollierte
Opioid-Analgesie auszuschleiDr. Renate Leinmüller
chen.
Seminar der Firmen Pfizer und Pharmacia: „Schmerz im Krankenhaus“ im Rahmen des Deutschen Schmerztages in
Frankfurt/Main
 Jg. 100
 Heft 27
 4. Juli 2003
Deutsches Ärzteblatt
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Gesundheitswesen
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