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Auch Freestyle-sportler wie marco Tadé wissen: Das - Mediaplanet

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Eine Themenzeitung von Mediaplanet
Dr. Bachmann
Rückenschmerzen
als Volksleiden
Markus Kamps
Guter Schlaf hilft
dem Rücken
Dr. Rühli
Dr. Walter Frey
Wann eine Operation Auch Sportler haben
Sinn macht
Rückenprobleme
gesunder
rücken
5
Nr. 2 / Februar 2013
Tipps
Bei
Rückenschmerzen
Beweglich und
Erfolgreich
Auch Freestyle-Sportler wie Marco Tadé wissen:
Das geht nur mit einem schmerzfreien Rücken.
Foto: Swiss-Ski
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Fortalis ist ein schmerzstillender und entzündungshemmender
Balsam zum Einreiben und zur Massage bei der Behandlung
von Muskel- und Gelenkschmerzen.
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2 · Februar 2013
Eine Themenzeitung von Mediaplanet
Editorial
Wir Empfehlen
Prof. Dr. med. Alon
Professor für
Anästhesiologie und
Schmerzbehandlung
an der Universität
Zürich
S. 12
Eines unserer Volksleiden
Von Rückenproblemen bleibt
heutzutage fast niemand verschont.
«Um die maximal mögliche
Schmerz-Freiheit erreichen
zu können, ist manchmal
ein multidisziplinärer Ansatz
unumgänglich»
Foto: B.Stefanov / Shutterstock.com
Spinalkanalverengung
S. 10
Manuelle Therapien
S. 15
Dr. med. Porchet erklärt die Ursachen und
Behandlungsmethoden
Skiweltmeister Didier Cuche und Skirennfahrerin Lara Gut hatten sie ebenso
wie Skispringer Simon Ammann oder Eiskunstläuferin Sarah Meier: Rückenschmerzen gehören mittlerweile zur Volkskrankheit Nummer 1.
Gemäss Rückenreport der Rheumaliga aus dem Jahre 2011 leiden 80 Prozent der
Schweizer Bevölkerung mindestens einmal im Jahr unter Rückenschmerzen.
Kaum jemand also, der nicht schon selber damit Bekanntschaft gemacht hat.
Dr. med. Böhni löst Schmerzen durch
Berührung
Seite 7
Menschen sind dafür gemacht, sich zu bewegen
D
ie Wirbelsäule ist ein
komplexes Gebilde aus
24 Wirbeln, 23 Bandscheiben sowie vielen
Nerven, Sehnen, Muskeln und Bändern. Sie
wird unterteilt in Hals-,
Brust- und Lendenwirbelsäule. Häufige
Erkrankungen wie muskuläre Verhärtungen, mechanische Blockaden und
Bandscheibenvorfälle können auf allen
Ebenen zu Problemen und damit zu
Schmerzen führen. Aber auch ernsthafte
Erkrankungen wie Tumore, Osteoporose
und diverse rheumatische Krankheiten
wie etwa Morbus Bechterew oder Arthritis lösen Rückenschmerzen aus. Deshalb
sind Rückenschmerzen, die nicht innerhalb weniger Wochen verschwinden,
ärztlich abzuklären. Dies vor allem dann,
wenn sie begleitet werden von Lähmungserscheinungen, Fieber und/oder
Gewichtsverlust.Lässt sich keine spezifische Erkrankung finden, sind bei akuten
Schmerzen Schmerzmittel, Bewegung
und Entspannung unter Anleitung die
Mittel der Wahl.
Schon Kinder und Jugendliche
Akute Rückenschmerzen sind im Volksmund unter den Bezeichnungen «Hexenschuss» oder «Halskehre» bekannt. Oft
führen die starken Schmerzen zu einer
sofortigen Bewegungseinschränkung,die
sich unter anderem mit Manueller Therapie und Medikamenten beheben lässt.
Chronische Schmerzen, bei denen keine
spezifischen Ursachen gefunden werden
konnten,sind meist mit einer schlechten
Haltung und Überlastung der Strukturen
verbunden. Menschen sind dafür gemacht, sich zu bewegen. Stundenlanges
Sitzen überfordert unsere Muskulatur:
Wir «hängen» dann gleichsam in unseren
Bändern. Schon Kinder und Jugendliche
können unter Rückenschmerzen leiden,
bedingt durch Fehlhaltungen und zu wenig Bewegung. Die Bewegungsfreude der
Kinder gilt es zu unterstützen,um die Entwicklung eines gesunden Rückens zu fördern. Viele Beschwerden könnten durch
regelmässiges Bewegen (Aufstehen!) und
ergonomische Arbeitsplätze beziehungsweise Studienplätze vermieden werden.
Psychische Belastungen können ebenfalls Rückenschmerzen auslösen.So führt
die sprichwörtliche «Angst im Nacken» zu
Verspannungen und nachfolgend zu
Schmerzen. Hier sind Entspannung, genügend Erholung und Fitness hilfreich.
Aus dem vielfältigen Angebot an Bewegungsmöglichkeiten sollte man sich für
dasjenige mit dem höchsten «Spassfaktor» entscheiden. Bei Unsicherheit beraten der Hausarzt oder die Physiotherapeutin ­gerne.
Sicherheit
«Nicht nur für den
Wintersport gilt: Ein
gesunder Rücken
gibt uns Halt.»
Besorgnis erregende Zahlen
Der Rückenreport der Rheumaliga aus
dem Jahre 2011 beziffert die durch Rückenschmerzen bedingten Ausfälle für
die Schweiz auf 10 Millionen Tage pro
Jahr. Das SECO (Staatssekretariat für
Wirtschaft) nennt 3 Milliarden Franken,
die mit einer guten Arbeitsplatzergonomie pro Jahr gespart werden könnten. 7
Prozent der Gesundheitskosten in der
Schweiz sind auf chronische Rückenschmerzen zurückzuführen – dies entspricht 4,5 Milliarden Franken pro Jahr.
Pia Fankhauser
Vizepräsidentin Physioswiss, Schweizer Physiotherapie Verband, dipl. Physiotherapeutin HF
Trainieren,
stabilisieren und halten
Die Häufigkeit und die durch Rückenschmerzen verursachten Kosten erfordern Massnahmen. Zwei Ansätze gibt
es: Prävention und Behandlung. In der
Prävention, also in der Vermeidung von
­Rückenschmerzen, arbeiten staatliche
und nichtstaatliche Organisationen
etwa in der Gesundheitsförderung
Schweiz zusammen – so auch physioswiss, der Schweizer Physiotherapie-Verband. SUVA und SECO konzentrieren
sich in den Betrieben vor allem auf die
Arbeitsplatzergonomie.Bei der Behandlung von schon vorhandenen akuten
oder chronischen Rückenschmerzen
kommt meist die Physiotherapie zum
Zug.Vorhandene Fehlhaltungen werden
bei der Therapie a­ ufgezeigt und korrigiert. Einer der Schwerpunkte liegt dabei in der Verbesserung der Körperwahrnehmung. Daneben werden
Entspannungsstellungen und Übungen
zur Verbesserung der Rückengesundheit gelehrt. Erst wenn man seine
Rumpfmuskeln kontrollieren kann,
kann man die Wirbelsäule auch entsprechend «pflegen», das heisst trainieren, stabilisieren und halten. Dies
braucht eine gewisse Zeit und Geduld.
Der Aufwand lohnt sich, wie aus den
oben genannten Zahlen ersichtlich ist.
Zumal diese stabilisierenden Übungen
in jedem Alter durchgeführt werden
können und es nie zu spät ist, etwas für
seinen Rücken zu tun. Ein gesunder Rücken trägt uns nicht nur besser durch
den Winter, sondern durch das ganze
Leben.
Prof. Dr. med. Hasler
Chefarzt Orthopädie und Mitglied der Geschäftsleitung am Universitäts-Kinderspital beider Basel
We make our readers succeed!
GESUNDER RÜCKEN,
ZWEITE AUSGABE, Februar 2013
Managing Director: Fredrik Colfach
Produktions- und Redaktionsleitung:
Corinne Zollinger, Michael Müller
Layout und Bildbearbeitung: Daniel Stauffer
Project Manager: Philipp Kemmler
Tel.: +41 (0)43 540 73 06
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So schaffen wir für unsere Inserenten ­eine
Plattform, um Kunden zu pflegen und neue ­zu
gewinnen.
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KLINIKEN VALENS
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publireportage
Was Physiotherapeuten empfehlen,
um Rückenschmerzen loszuwerden
www.sanapur.ch
Wer unter Rückenschmerzen leidet, ist meist auch von Schlafstörungen betroffen.
Spätestens ab diesem Zeitpunkt sind Betten gefragt, die sensible Körperstellen
wie Wirbelsäule und Gelenke im Liegen entlasten und gleichzeitig effizient stützen.
Genau deshalb empfehlen Physiotherapeuten das Schweizer Schlafsystem Sanapur.
Von Patrik Ogris, St.Gallen
fast einen Drittel unseres Lebens im
Bett verbringen und die Qualität dieser
Ruhezeit unser Wohlbefinden massgeblich beeinflusst. Zudem können bereits
geringfügige Veränderungen an der
Beschaffenheit der Schlafunterlage den
Liegekomfort ganz entscheidend ver-
Innovatives Schweizer Schlafsystem
Was die Nachtruhe angeht, empfiehlt
sich eine genaue Abklärung der ergonomischen Bedürfnisse. Zum einen,
weil wir durchschnittlich immerhin
bessern und letztendlich auch eine
Physiotherapie positiv beeinflussen.
Genau deshalb empfehlen immer mehr
Therapeuten Sanapur.
Für eine druckbefreite Entspannung
Das innovative Schweizer Schlafsystem
trägt den speziellen Bedürfnissen von
Menschen mit Rücken-, Bein- oder Gelenkschmerzen Rechnung. Das eigentliche Kernstück des Sanapur Schlafsystems bildet der ergonomische
Mehrzonen-Aufbau der Matratze.
Diese entlastet sensible Körperpartien
vom Druck und bietet dadurch einen
einzigartigen Liegekomfort. Das für
den medizinischen Anwendungsswiss made
Rückenschmerzen oder andere orthopädische Beschwerden können aufgrund ganz unterschiedlicher Ursachen
auftreten. Oft gleichen sich aber die
Symptome: Als direkte Folge der
Schmerzen leiden viele der Betroffenen
zusätzlich unter chronischem Schlafmangel. Es ist deshalb naheliegend,
dass erfahrene Physiotherapeuten auch
den Schlafgewohnheiten ihrer Klienten
besondere Beachtung schenken.
Was unternehmen bei Rückenschmerzen?
Bei häufig auftretenden Rückenschmerzen empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung. In vielen Fällen hilft
eine anschliessende Physiotherapie.
Leichte Beschwerden lassen sich oft
auch durch einen bewussten Lebensstil reduzieren. Wichtige Faktoren
sind beispielsweise:
• Eine ergonomisch vorteilhafte Körperhaltung im Schlafen und Sitzen
• Eine ausgewogene Ernährung
• Körperliche Bewegung
• Verminderung von Stressfaktoren
Wer immer wieder unter Rückenschmerzen leidet, sollte auch die Wahl
der Schlafunterlage nicht dem Zufall
überlassen. Erfahrene
Physiotherapeuten empfehlen
Sanapur, weil
sensible Körperstellen wirksam
entlastet werden.
DOC AG · St.Gallen · info@sanapur.ch
bereich entwickelte viskoelastische
Material ist äusserst anpassungsfähig
und zeichnet sich ausserdem durch
seine hohe Luftdurchlässigkeit aus.
Aufbau und Materialbeschaffenheit der
Matratze sorgen dafür, dass sich die
Schlafunterlage dem Körper in jeder
Liegeposition sofort anpasst. Dadurch
lässt sich eine ideale Druckverteilung
und somit auch eine punktuelle
Druckreduktion erreichen. Der Körper
wird sanft aber ausgesprochen effizient
gestützt.
der Schwerelosigkeit nahekommendes
Liegegefühl.
Kopfkissen für optimalen Halt
Abgerundet wird das Schlafsystem mit
dem Sanapur Kopfkissen. Formgebung
und Materialkonsistenz sorgen für
wohltuende Entspannung. In Kombination mit der Matratze und Unterfederung bieten sich somit beste Voraussetzung für erholsamen Schlaf. Sanapur
Schlafsysteme sind in guten Bettenund Möbelfachgeschäften erhältlich.
Patentierte Unterfederung
Die speziellen Eigenschaften der viskoelastischen Matratze ergänzen sich in
idealer Weise mit der patentierten Unterfederung von Sanapur. Zahlreiche,
rundum bewegliche Federungs-Elemente stützen den Körper genau dort,
wo es nötig ist. Im Gesäss- und Schulterbereich wird der Härtegrad mit dem
patentierten Flex Control System individuell auf den Benutzer eingestellt.
Dadurch entsteht ein gleichmässiges,
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Flector EP Tissugel®
Bei Verstauchungen, Zerrungen, Prellungen
und Kniearthrose.
Active Backademy – Rückentraining mit Köpfchen
Fehlhaltungen und Fehlbelastungen begünstigen Verspannungen. Zu Fehlhaltungen kommt
es hauptsächlich, wenn die Haltemuskulatur am
Rumpf (vor allem Rücken- und Bauchmuskulatur)
zu schwach ist. Das beste Rezept gegen Rückenschmerzen heisst also: Muskulatur aktivieren und
kräftigen, Haltung verbessern und Fehlbelastungen vermeiden. Viele Rückenpatienten glauben,
sie müssten sich schonen, wenn sie unter Rückenschmerzen leiden. Genau das Gegenteil ist richtig,
denn Schmerzen infolge von Verspannungen verstärken sich durch übertriebene Schonung.
Gezieltes Training unter fachlicher Leitung
Exakt auf diese Punkte wird in speziellen Kursen
der Rheumaliga Schweiz eingegangen. «Active
Backademy» ist ein umfassendes Rückentraining
mit dem Ziel, Rückenproblemen entgegenzuwirken
und Schmerzen rasch und anhaltend zu reduzieren. Das gemeinsame Trainieren unter fachlicher
Anleitung nimmt vielen Teilnehmenden die Angst,
sie könnten durch falsche Bewegungen ihre
Rückenschmerzen noch verschlimmern. Einmal pro
Woche leiten diplomierte Physiotherapeutinnen
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Rückenund Entspannungsübungen an. Es werden nicht
nur die Muskulatur und die Ausdauer trainiert,
sondern auch Körperwahrnehmung, Koordination
und Gleichgewicht verbessert. Darüber hinaus
informieren die spezifisch geschulten Kursleiterinnen regelmässig über Themen, welche die
Rückengesundheit fördern: richtiges Heben und
Tragen, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung,
rückenschonendes Sporttraining oder korrektes
Sitzen. Das Gelernte wird in den Lektionen umgehend eingeübt.
Spürbare Verbesserung
Gemäss Barbara Zindel, dipl. Physiotherapeutin
FH der Rheumaliga Schweiz, tritt eine Schmerzreduktion schon nach 3 Monaten Training ein.
«Durch individuelle Erfolgserlebnisse in den Trainingsstunden», erklärt Barbara Zindel, «steigt
die Motivation und die Teilnehmenden erhalten
Anreize auch in ihrem Alltag mehr Bewegung einzubauen.» Zudem fördert die Gruppendynamik die
Disziplin und die Freude an der sportlichen Aktivität – dies sind wichtige Voraussetzungen für ein
erfolgreiches Training.
Jeder kann mitmachen und jederzeit einsteigen oder schnuppern. Active Backademy eignet
sich auch nach einer Rückenoperation oder als
Anschlussprogramm an eine Physiotherapie.
Die meisten grossen Krankenkassen übernehmen durch die Zusatzversicherung einen Teil der
Kurskosten.
Das aktuelle Kursangebot finden Sie
bei der Rheumaliga in Ihrer Region.
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beraten und lesen Sie die Packungsbeilage.
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Bewegt Menschen.
4 · Februar 2013
Eine Themenzeitung von Mediaplanet
news
Volkskrankheit
Rückenschmerzen
■■Frage: Wann wird ein Schmerz
als chronisch bezeichnet?
■■Antwort: Schmerzen gelten
dann als chronisch, wenn sie über
drei Monate anhalten, allenfalls in
wechselnder Intensität.
Rückenschmerzen sind zu einer eigentlichen Volkskrankheit geworden.
Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen hat sich unser Lebensstil verändert. Früher wurde noch viel mehr körperliche Arbeit verrichtet. Das hatte
zur Folge, dass der Mensch über gut
trainierte Rückenmuskeln verfügte.
Zum andern registrieren Fachleute,
dass unsere Gesellschaft grundsätzlich
schmerzintoleranter ist. Während früher Rückenschmerzen als Folge körperlicher Arbeit mehrheitlich akzeptiert wurden, reagieren Betroffene
heute viel sensibler darauf. Verstärkt
wird diese Tendenz durch die Werbung, die das Bild des gesunden,
schlanken Zeitgenossen vermittelt, der
sorgen- und beschwerdefrei das Leben
geniesst. Tatsache ist indes, dass Rückenschmerzen einer der häufigsten
Gründe sind, weshalb sowohl Männer
wie auch Frauen aller Altersschichten
einen Arzt aufsuchen.
20 Prozent der Bevölkerung
Bei chronischen Schmerzen im Rückenbereich ist nicht nur der lang anhaltende oder immer wiederkehrende
Schmerz symptomatisch, sondern auch
eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Reizen, die von gesunden Menschen nicht zwingend als schmerzhaft
empfunden werden. Chronische
PD Dr. med. Stefan
Bachmann
Chefarzt Klinik für
Rheumatologie
und internistische
Rehabilitation,
Kliniken Valens
Schmerzen sind aber nur schwer zu objektivieren.Es gibt beispielsweise keinen
Messwert, der es erlauben würde,
Schmerzen mittels eines Bluttests zu
quantifizieren. Schmerz ist ein subjektives Empfinden, das seinen Ursprung im
zentralen Nervensystem hat. «Als chronisch wird ein Schmerz dann bezeichnet, wenn er über zwölf Wochen beziehungsweise drei Monate anhaltend
vorhanden ist, allenfalls in wechselnder
Intensität», sagt der Rückenspezialist
und Rheumatologe Stefan Bachmann.
Gemäss der Schriftenreihe «Pain in Europe» (Die Schweizer Ergebnisse) kommen
chronische Schmerzen bei rund 16 Prozent der Schweizer Bevölkerung vor.
Bachmann selber geht von einer Prävalenz von etwa 20 Prozent aus.
Zahlreiche Therapieoptionen
Am Anfang jeder Behandlung steht
ein ausführliches Gespräch mit dem
Patienten. Im Anschluss daran folgt
die klinische Untersuchung. Je nach
Bedarf nimmt der behandelnde Arzt
Zusatzabklärungen vor, zum Beispiel
Röntgen- oder Laboruntersuchungen.
Gemäss Bachmann leiden die Patienten meist unter belastungsabhängigen Rückenschmerzen, die häufig
auch ins Gesäss oder in die Beine ausstrahlen. Damit geht eine zunehmend
verminderte Belastbarkeit im Alltag
einher. «Betroffen sind sowohl das Arbeits- wie auch das Familienleben,
Hobbys und Sport», sagt Stefan Bachmann. Als Therapieoptionen steht
heute die ganze Palette an Physiotherapie und physikalischen Behandlungsmassnahmen zur Verfügung: In
erster Linie die aktive Bewegungstherapie sowie Kraft-Ausdauer-Training,
teils im Wasser. Neben Sport kommt
gegebenenfalls auch ein gezieltes ergonomisches Trainingsprogramm in
Frage. Allenfalls werden Massagen,
Wärmepackungen und Elektrotherapien empfohlen. Gelegentlich kommt
auch die so genannte Manual-Medizin
zum Zuge. Darunter versteht man eine
Methode der Diagnostik und Therapie, bei der die Hand des Arztes als
Therapieinstrument eingesetzt wird.
Da bei vielen Erkrankungen des Stützund Bewegungsapparates Hilfsuntersuchungen wie Röntgen und Labor
nur eine geringe Aussagekraft haben,
kann die manuelle Untersuchung bei
diesen Erkrankungen und Schmerzsyndromen hilfreich sein. Im Rahmen
der manuellen Diagnostik wird nach
Funktionsstörungen im Bereich des
Bewegungsapparates gesucht. Dabei
werden unter anderem Gelenks- und
Muskelfunktionen, aber auch Veränderungen im Bereich der Haut überprüft. «Selten und nur dann, wenn
konservative Therapien keinen Erfolg
bringen oder zum Beispiel ein gesicherter Bandscheibenvorfall mit
Druck auf einen Nerv vorliegt, steht
eine Operation zur Diskussion», so
Bachmann.
Unterschiedliche
Krankheitsbilder
Als Ursache chronischer Rückenschmerzen können zahlreiche unterschiedliche Krankheitsbilder vorliegen
wie etwa Verschleisserscheinungen an
der Wirbelsäule, Bandscheibenprobleme oder Instabilitäten sowie entzündlich-rheumatologische Erkrankungen.
Ein weiteres Krankheitsbild ist die Osteoporose mit Wirbelkörperbrüchen
und zunehmender Wirbelsäulenfehlform oder Formanomalien der Wirbelsäule wie die schwere Skoliose. Chronische Rückenschmerzen können in
manchen Fällen eine psychiatrische
Erkrankung nach sich ziehen, verbunden mit einem sozialen Rückzug der
Patienten. Dann kann möglicherweise
eine Psychotherapie indiziert sein.
CHRISTIAN LANZ
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Eine Themenzeitung von Mediaplanet
Tipp
1
Februar 2013 · 5
Wenn es in
den Rücken schiesst
Akute
Schmerzen
richtig
behandeln
■■Frage: Was versteht man unter
einem Hexenschuss?
■■Antwort: Ein plötzlich auftretender stechender Schmerz im Rücken wird im Volksmund oftmals als
Hexenschuss bezeichnet. Dabei
ist der Hexenschuss keine medizinische Diagnose und es können
sich verschiedene Krankheitsbilder
dahinter verstecken.
Ein weit verbreitetes Rückenleiden ist
der sogenannte Hexenschuss. Den Patienten schiesst es dabei sprichwörtlich in
den Rücken – meist in den Lendenwirbelsäulenbereich.«Ein Hexenschuss tritt
oftmals nach einer ungeschickten Bewegung etwa beim Aufstehen aus gebückter Haltung oder beim Heben schwerer
Lasten auf», erklärt der Chiropraktor Dr.
Marco Vogelsang. Die Beweglichkeit
wird durch den Schmerz massiv eingeschränkt. «Weiter können die Schmerzen bis in die Beine ausstrahlen und es
können Probleme beim Gehen auftreten.» Bei einem Hexenschuss sollte man
versuchen dem Schmerz auszuweichen,
indem man die momentane Tätigkeit beendet,sich abstützt oder hinlegt.«Zudem
sollte man den schmerzfreien Bereich
vorsichtig bewegen und die Wirbelsäule
mit einem Coldpack kühlen», rät der
­Chiropraktor.
Interview
weiss Vogelsang. Strahlen die Schmerzen über das Gesäss ins Bein aus, können die Nervenwurzeln des Ischiasnervs betroffen sein. Oftmals findet der
Arzt bereits durch die Aussagen des Patienten und die körperliche Untersuchung die Ursache für die Rückenschmerzen. In einigen Fällen,
insbesondere bei der Vermutung, dass
die Bandscheibe beteiligt ist, kann ein
bildgebendes Verfahren sinnvoll sein.
Nach der medizinischen Diagnose steht
die Behandlung im Vordergrund. Je
nach Ursache, wird diese individuell
zusammen­gestellt. Neben der konventionellen medizinischen Therapie hat
sich die chiropraktische Behandlung in
vielen Fällen als erfolgreich erwiesen.
Bei der chiropraktischen Behandlung
werden die zwei Wirbel mit einem fein
dosierten Impuls auseinanderbewegt.
Es entsteht dabei ein knackendes Geräusch durch die Trennung der Gelenkflächen. Dabei werden Sensoren im Bereich der Gelenke beruhigt und somit
wird das Nervensystem ebenfalls wieder auf ein normales Mass an Aktivität
heruntergefahren.
5
Tipps
Fehlhaltungen vermeiden
Um den Rücken bei der Hausarbeit nicht unnötig zu belasten, am besten breitbeinig
und mit geradem Rücken putzen.Vor
allem beim Staubsaugen empfiehlt
sich diese Haltung. Auch beim Autofahren sollte man darauf achten,
möglichst rückenschonend zu sitzen.
1
Schonend schlafen
Wer morgens mit Rückenschmerzen aufwacht, sollte
über eine neue Matratze
nachdenken.Aber auch ein ergonomisches Kissen ist hilfreich und unterstützt die richtige Schlafposition.Wer
sich morgens im Bett noch einmal
durchstreckt, startet nicht nur gesünder, sondern auch fitter in den Tag.
2
«Auch eine optimale Ernährung 3
kann Osteoporose nicht verhindern»
Rücken stärken
Bauch stärken
Für einen gesunden Rücken
ist ein trainierter Bauch unerlässlich. Zwei- bis dreimal
täglich sollte man deshalb Situps
machen. Pro Set einfach so viele, bis
die Bauchmuskeln etwas brennen.
Schon nach wenigen Wochen spürt
man den Unterschied nicht nur,
man sieht ihn auch.
Zur Vorbeugung
gegen RückenschmerImmer mehr Frauen sehen sich mit der Diagnose Osteoporose
konfrontiert.
Dr. Urs
Moser,
Beweglich sitzen
zen kann eine Rückenschulung sinnvoll
Die Aufforderung,
sein. Darin
lernen die Betroffenen,
wie
Rheumatologe in Liesthal BL erklärt, warum das so ist und
welchen
Stellenwert
Vitamin
D, gerade zu
sitzen, wird häufig falsch
sie sich rückenschonend bewegen kön4 verstanden. «Hauptsache
Hexenschuss muss
nen.«Ein Muskeltraining,das die RumpfKalzium und Bisphosphonate bei abgeklärt
Prävention
und
Behandlung
haben.
werden
Rücken durchstrecken» ist nicht gar
muskulatur stärkt und die Koordination
Von Sulamith Ehrensperger
in Zusammenarbeit mit Dr. Urs Moser
Die Weltgesundheitsorganisation WHO
zählt die Osteoporose zu den wichtigsten
Gesundheitsproblemen. Wer ist von der
Krankheit betroffen?
Dr. Urs Moser: Vor allem Frauen. Auf einen
Patienten kommen drei bis vier Patientinnen. In der Regel sind sie über 60-jährig.
Das Alter ist damit
der
grösste
Risikofaktor,
Der
Schmerz
im Kreuz
Nur die richtige Behandlung
bringt langfristige Besserung.
Foto: Shutterstock
«Häufig steckt hinter dem Schmerz eine der Rückenmuskulatur verbessert, ist
korrekt. Wichtiger ist es, beide Füsse
Blockade des Wirbelgelenks oder ein
auf den Boden zu stellen und das Beebenfalls sehr wichtig»,so Vogelsang.
aber
nicht der einzige:
Eine
der Menopause einen Tagesbedarf
von
1,2zu schieben.
Bandscheibenproblem.
Ebenso
kannOsteoporose
eicken etwas nach
vorne
Anna Birkenmeier
ne
Arthrose
der
Wirbelkörpergelenke
Dadurch
nimmt
man
automatisch
eikann auch durch eine Menopause vor dem bis 1,5 Gramm Kalzium. Langfristig geseredaktion.ch@mediaplanet.com
ein Grund für die Schmerzen sein»,
ne gesunde Haltung ein. Damit der
optimale
45. Altersjahr, bei Untergewicht (BMI unter hen kann aber auch eine
Rücken
währendErnähder Arbeit nicht versteift,
empfiehlt
sich ein Luftkissen.
rung
die
Entwicklung
einer
Osteoporose
20) oder durch familiäre Vorbelastung
ent«Ich empfehle bei
Durch dessen Flexibilität bleibt der
nicht verhindern, sondern
nur verzögern.
stehen. Welche Rolle Rauchen und
Alko­allen
Wirbelsäulenbe­
Oberkörper
immer in Bewegung,was
holgenuss spielen, ist noch nicht geklärt.
Verkrampfungen vermeidet.
schwerden zuerst den
Welche
Rolle
spielt dasSport
Vitamin
D?
konservativen
Weg
ohne
und Entspannung
Es stärkt
die Knochen. Fisch enthält
beson- hängen
Schützt eine kalziumreiche Ernährung
Medikamente
zu versuRückenschmerzen
häufig mit Stress
ders viel Vitamin D, wird hierzulande
aberzusammen.
vor Knochenschwund?
chen, die Erfolgschancen
Bei Sportarten wie Yoga kann
eher wenig
konsumiert. man
Als Alternative
bieSie ist wichtig, reicht aber bei Osteoporose
sind erstaunlich
gut.»
sich sehr gut entspannen
und
5
nicht aus. Vorbeugend hat eine Frau nach
tet sich der Aufenthalt an
der Sonne
an,Muskulatur
da
gleichzeitig
auch die
stär-
Marco Vogelsang
Praktizierender Chiropraktor, Vorstandsmitglied
des Verbandes für Chiropraktoren in der Schweiz
ken.Auch Schwimmen eignet sich für
Menschen mit Rückenschmerzen.
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Fax: 044/ 387 37 45
E-Mail: clinic@wirbelsaeulen-schmerz.ch
6 · Februar 2013
Eine Themenzeitung von Mediaplanet
Tipp
2
inspiration
Den Rücken
täglich
entlasten
morbus bechterew: Vor allem
Männer sind betroffen. Foto: schweizerische
vereinigung morbus bechterew
Aufklärung
Bewegung und Sport
beim Morbus Bechterew
■■Frage: Wie wichtig ist Bewegung für Bechterew-Patienten?
■■Antwort: Regelmässige
körperliche Aktivität hilft, die
Beweglichkeit der Wirbelsäule
und der Gelenke zu erhalten und
sogar zu verbessern. Bewegung
und Sport bewahren und
fördern auch Kraft, Ausdauer
und Koordination.
Wirbelsäulenentzündungen münden oft in eine Versteifung. Morbus
Bechterew geht häufig mit Gelenkentzündungen einher,welche zu Arthrosen führen. Für die Betroffenen
bedeutet das starke Beeinträchtigungen der körperlichen Funktion
bis hin zur Invalidität. Doch bei gutem Trainingszustand sind diese
Auswirkungen viel geringer.
Weniger Schmerzen
verbessern die Lebensqualität
Entspannung pur
Das richtige Bett spielt
dabei eine wichtige Rolle.
Foto: Shutterstock
Vor allem Ausdauertraining wirkt auf
die Schmerzwahrnehmung. So werden Schmerzen werden weniger stark
wahrgenommen und die Patienten
benötigen weniger Schmerzmittel.
Bewegung hat auch einen positiven Einfluss auf die Psyche und wirkt
antidepressiv. Dadurch steigen das
Selbstwertgefühl und die Stresstoleranz.Ausserdem leben körperlich aktive Menschen länger und sind im
Alter mobiler, autonomer und weniger pflegebedürftig.
Dies gilt auch für Bechterew-Betroffene, obschon sie häufig während längerer Perioden ihrer Erkrankung daran gehindert werden,Sport auszuüben.
Aber der Nutzen körperlicher Aktivität
ist bei Bechterew-Patienten noch höher als bei gesunden Personen.
Der gesunde Schlaf dient auch
dem gesunden Rücken
■■Frage: Wie lernt man, besser
und gesünder zu schlafen?
■■Antwort: Das Wichtigste für
einen guten Schlaf ist ein geregelter
Tagesablauf. Wer sich zudem
tagsüber Pausen gönnt, schläft
erfahrungsgemäss besser.
«Viele Menschen
haben 3–4 Kissen,
eine zu alte Matratze und machen sich
über Bett und Schlaf
zu wenig Gedanken.»
Wohlbefinden
Für manche Menschen wird die Nacht
zum Albtraum. Sie haben Mühe mit dem
Einschlafen oder leiden unter Durchschlafstörungen. Für die Schlafprobleme
sind oft keine konkreten Gründe auszumachen. «Dann können professionelle
Schlafberater helfen, richtig schlafen zu
lernen», sagt Schlafspezialist Markus
Kamps.Viele seiner Klienten leiden nach
dem Aufwachen am Morgen unter Rückenschmerzen. Gründe, so Kamps, können eine Fehlhaltung am Abend sein
oder eine falsche Lagerung während der
Nacht. «Ein zu hohes Kissen oder eine zu
harte Matratze, kombiniert mit einer
Überbelastung am Tag, kann oft Ursache
von Schlafstörungen sein», betont der
Schlafexperte. Immerhin verbringe ein
Mensch während eines Jahres rund 3000
Stunden im Bett, gegenüber etwa 1700
Stunden bei der Arbeit.«Das Paradoxe ist,
dass es für die Arbeitsplatzgestaltung
Richtlinien gibt, nicht aber für Ausgestaltung des Bettplatzes,obwohl wir hier
mehr Zeit verbringen.»
Das passende Bett
Eine gute Matratze und ein optimales
Markus Kamps
Präventologe und Schlaf-Coach aus Goch
am Niederrhein. Er hat sich auf die Schlaf- und
Stresspräventionsberatung spezialisiert
Bettsystem können vielen Schlafstörungen vorbeugen. Sie schonen zudem
die Wirbelsäule und Gelenke und ermöglichen dadurch eine gesunde Regeneration während der Nacht. Bei
Bandscheibenvorfällen im Lendenwirbelsäulenb ereich empfiehlt Kamps gegebenenfalls ein Stufenbett. Auch sollten das Becken und der untere
Rückenbereich flächig etwas fester gelagert werden. Bei Gelenkbeschwerden
in Hüfte und Knie muss zusätzlich auf
die Festigkeit der Matratze geachtet
werden. «Bei Verspannungen im Schulter-Nackenbereich sollte mit dem passenden Kissen und den Bezügen sowie
der Oberfläche des Bettes ein ideales
Bettklima geschaffen werden, um
schwitzbedingte negative Muskeleffekte zu vermeiden.» Ein guter und
ausreichender Schlaf wirkt sich aber
auch positiv auf die geistige und kör-
perliche Leistungsfähigkeit aus.
«Grundsätzlich empfehle ich meinen
Klienten, sich selber Gedanken zum eigenen Bettsystem zu machen und dabei professionelle Hilfe in Anspruch zu
nehmen.» Was Kinder und Jugendliche betrifft, warnt Kamps davor, ihnen
alte Betten zur Verfügung zu stellen.
Bei vorhandenen Mulden oder mangelnder Festigkeit infolge von Abnützungserscheinungen könne es zu Haltungsveränderungen kommen. «Das
Thema Rückenbeschwerden und sogar
Bandscheibenschäden betrifft heute
bereits Kinder.» Von zu individuellen
oder angepassten Bettlösungen, die bei
Erwachsenen sinnvoll sein können, rät
Kamps hingegen ab.
Die innere Uhr
Das Wichtigste für einen guten Schlaf
sei ein geregelter Tagesablauf, betont
der Schlafspezialist. Wer sich tagsüber
Pausen gönne, schlafe erfahrungsgemäss besser. Auch ein Nickerchen zwischendurch könne hilfreich sein. Vor
dem Schlafengehen sei es wichtig, den
richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen. Schuld daran sei oft der «SofaSchlaf» vor dem Fernseher. «Entscheidend ist auch, dass man auf die innere
Uhr hört», so Kamps. Vielen Leuten sei
nicht bewusst, was ein guter und ausreichender Schlaf bewirke. «Ich stelle
bei meinen Klienten immer wieder
fest, dass sie sich oft gar keine Zeit zum
Schlafen nehmen.» Vielen sei auch
nicht klar, dass es je nach Raumtemperatur und Jahreszeit sinnvoll sei, unterschiedliche Bettdecken zu benutzen. Wer nachts von Sorgen geplagt
wird, dem rät Markus Kamps, zunächst
einmal liegen zu bleiben. «Oft hilft hier
schon die Erkenntnis, dass man sich
auch erholen kann, wenn man nur
ruht.» Spätestens nach 20 Minuten
sollte man aber aufstehen. Sonst, so
Kamps,würde man mit dem Bett negative Erfahrungen verknüpfen. «In solchen Situationen ist es hilfreich, etwas
in der Wohnung herumzugehen, sich
zwischendurch kurz hinzusetzen und
angenehme Musik zu hören.» Allerdings: Wenn solche Hilfsmittel ständig
gesteigert werden müssen, gerate man
rasch in einen Teufelskreis, warnt der
Schlafexperte.
Mittlere
Intensität ist empfehlenswert
Wie Gesunde sollten sich auch
Bechterew-Betroffene in jedem Lebensalter jeden Tag oder zumindest
an den meisten Tagen mindestens
eine halbe Stunde mit mittlerer Intensität bewegen. «Mittlere Intensität» bedeutet, dass man ausser
Atem, aber nicht unbedingt ins
Schwitzen kommt. Aktivitäten wie
zügiges Gehen, Velo fahren oder
Gartenarbeiten haben den Vorteil,
dass sie sich leicht in den Alltag integrieren lassen.
Es eigenen sich aber auch Bewegungsarten, die wenig Material und
Übungsaufwand verlangen, ein tiefes
Unfallrisiko haben und sich ein Leben
lang betreiben lassen. Dazu gehören
Wandern, Nordic Walking, Velo fahren, Wassergymnastik, Gymnastik,
Skilanglauf oder auch Schwimmen.
Gerade letzteres beeinflusst die psychische Befindlichkeit positiv und
setzt zudem bei Bechterew-Patienten
die Krankheitsaktivität herab.
Mit zunehmender Bewegung
steigt auch die Belastbarkeit und somit die Motivation. Wichtig ist, dass
der Sport Spass macht und die Beschwerden nicht verstärkt.
Anna Birkenmeier
CHRISTIAN LANZ
redaktion.ch@mediaplanet.com
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Eine Themenzeitung von Mediaplanet
Februar 2013 · 7
news
Schon Kinder und Jugendliche
leiden unter Rückenproblemen
■■Frage: Wie können junge
Patientinnen und Patienten gegen
Rückenschmerzen behandelt
werden?
■■Antwort: Zur Verfügung stehen
heute zahlreiche Therapieoptionen.
Die meisten Probleme lassen sich
mit gezielter Lockerung und
Stärkung der Rückenmuskulatur
erfolgreich behandeln.
«Neben Kopf- und Bauchschmerzen stehen Rückenschmerzen bei Kindern und
Jugendlichen an dritter Stelle», sagt der
Facharzt Carol-Claudius Hasler. In den
meisten Fällen verschwinden die
Schmerzen bei leichter Bewegung und
der Einnahme schwacher Schmerzmittel
von alleine. Im Gegensatz zu Erwachsenen findet sich bei Kindern, je jünger sie
sind, häufiger eine fassbare Ursache für
den Schmerz. «Aus diesem Grund ist ein
Arztbesuch schon in einer frühen Phase
sinnvoll», betont Hasler. Er unterscheidet
bei jungen Patientinnen und Patienten,
die unter Rückenschmerzen leiden, zwei
Gruppen.«Wenn Kinder und Jugendliche
rasch wachsen, ist der Muskel irgendwann zu schwach, um mit dem Wachstumsschub mithalten zu können. Zweitens gibt es Kinder und Jugendliche mit
einem morphologischen Befund oder mit
Wachstumsstörungen. Selten können
Rückenschmerzen auch auf einen Tumor
oder eine Infektion zurückgeführt werden.» Typischerweise treten die Schmerzen meist im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Betroffen sind einerseits
leistungsorientierte Kinder und Jugendliche, die viel Sport treiben, wie zum Beispiel Kunstturnen oder Sportgymnastik,
anderseits Bewegungsmuffel, denen es
an Bewegung mangelt. Hier seien auch
die Eltern in der Verantwortung,sagt Hasler: «Manchmal muss ich mich da schon
zum Anwalt der jungen Patientinnen und
Patienten machen.»
Prof. Dr. med.
Carol-Claudius
Hasler
Chefarzt Orthopädie und Mitglied der
Geschäftsleitung am
Universitäts-Kinderspital beider Basel
Kurznachrichten
Verspannungen vorbeugen
Gute Möbel fördern die Leistungsfähigkeit und Konzentration der Mitarbeiter.
Foto: Shutterstock
Falsche Haltung tut weh
Auch Kinder sind betroffen: Die Behandlung ist allerdings oft
einfacher als bei Erwachsenen. Zu schnelles Wachstum
Am Anfang der Behandlung steht ein
ausführliches Gespräch mit den jungen Patienten und deren Eltern. Im
Anschluss daran folgt die klinische
Untersuchung. Je nach Bedarf nimmt
der behandelnde Arzt Zusatzabklärungen vor, zum Beispiel Röntgenoder Laboruntersuchungen. Zum Einsatz kommen auch bildgebende
Verfahren, mit denen die Testresultate verfeinert werden können. Einem
Rundrücken liegen in aller Regel unterschiedliche Probleme zugrunde.
Bei angeborenen Wirbelfehlbildungen sind einzelne oder mehrere Wirbel nicht richtig geformt oder teilweise beziehungsweise ganz miteinander
verwachsen. Der so genannte Morbus
Scheuermann ist eine Wachstumsstörung, die typischerweise während des
pubertären Wachstumsschubs auftritt, meist im Bereich der Brustwirbelsäule. Eine Haltungsschwäche resultiert oft aus einem schnellen
Wirbelsäulenwachstum. Dadurch
kann es zu einer relativen Muskelschwäche kommen, vor allem, wenn
die Jugendlichen auch sonst in einem
schlechten Trainingszustand sind.
Manchmal ist die vorgeneigte, ein­
gefallene Haltung auch Ausdruck
der pubertären Persönlichkeits­
entwicklung.
Foto: shutterstock
Allenfalls ein Korsett
Die meisten Rückenprobleme bei Kindern und Jugendlichen können gut behandelt werden. Als Therapieoptionen
eignen sich Kräftigungsübungen unter
physiotherapeutischer Anleitung oder
nach einer Anlernphase auch selbständig. Ebenso kann die Haltung geschult
werden. Im Bereich der Sitz- und Stehergonomie können Sitzmöbel angepasst
werden. Vielfach helfen auch geeignete
Sitzhilfen. Bei ausgeprägten Verkrümmungen der Wirbelsäule und Wachstumsstörungen sollte gegebenenfalls
das Tragen eines aufrichtenden Korsetts
diskutiert werden, welches die Wachstumszonen entlastet und damit ein normalisiertes Wachstum ermöglicht. In
seltenen Fällen und bei bestimmten angeborenen Formen ist eine operative
Aufrichtung in Erwägung zu ziehen. Bereits bei Kindern und Jugendlichen können Rückenschmerzen in seltenen Fällen chronisch werden. Dann, so Hasler,
sollten alle Alarmglocken läuten. «Wenn
Kinder und Jugendliche wegen Rückschmerzen häufig nicht mehr zur Schule
gehen oder sich sozial zurückziehen, ist
Handlungsbedarf angezeigt.» Neben der
Orthopädie seien dann auch andere
Fachdisziplinen gefragt.
CHRISTIAN LANZ
■■Frage: Weshalb sind Rückenschmerzen häufig die Folge von
langer Schreibtischarbeit?
■■Antwort: Oftmals verharrrt man
während der Arbeit stundenlang in einer falschen, verkrampften Haltung.
Dabei könnten kurze Dehn- und
Streckübungen schon grosse Wirkung zeigen. Auch ein ergonomisch
eingerichteter Arbeitsplatz hilft.
Wer kennt es nicht? Ein Tag vor dem
Computer und abends schmerzt der Rücken. Besonders bei langer Schreibtischarbeit verfällt man schnell in eine
ungünstige Körperhaltung. Die Folge:
Rücken- und Nackenmuskeln verspannen sich und verkrampfen.Umso wichtiger,dass man auf eine richtige Körperhaltung Acht gibt und diese auch
während des Arbeitens immer wieder
überprüft. Sitze ich aufrecht oder gekrümmt,mache ich einen Rundrücken?
Kleine Übungen
haben grosse Wirkung
Das A und O ist eine häufig wechselnde
Sitzposition, sich zwischendurch zu bewegen und auch mal zu recken und strecken. Ebenfalls helfen Rückenübungen,
die man am Arbeitsplatz durchführen
kann, Muskeln zu aktivieren, damit sie
sich nicht zurückbilden. So bringen
Dehn-, Streck-, Atem- und Lockerungsübungen einerseits Schwung in einen
langen Arbeitstag und verhindern Verspannungen und Rückenschmerzen.
Dazu kann man beispielsweise die Pobacken zusammenkneifen und die Spannung einige Sekunden halten. Oder die
rechte Hand auf die rechte Schulter, die
linke Hand auf die linke Schulter und mit
den Ellenbogen grosse Kreise machen dabei abwechselnd vorwärts, rückwärts
und gegengleich bewegen.Dadurch aktiviert man die Rückenmuskulatur..
Arbeit im Stehen, Besprechen
im Sitzen – oder umgekehrt
Ein Sitz-Steh-Arbeitsplatz bringt ebenfalls Bewegung in den Arbeitstag. LINAK, Hersteller von elektrischen Antriebssystemen für Sitz-Stehtische
erforschte die körperlichen Auswirkungen vom Arbeiten im Stehen. Die Atmung ist optimiert, der Kalorienverbrauch durch die ständige Bewegung
erhöht und die Wirbelsäule erholt sich
bestens vom vielen Sitzen. Diese Dynamik wirkt sich positiv auf Wohlbefinden und Leistungsvermögen aus und
beugt durch die ausreichende Beanspruchung der Wirbelsäule Beschwerden vor. Für ein Gespräch am Arbeitsplatz, die Zeit nach dem Essen oder fürs
konzentrierte Lesen bietet es sich gerade zu an, den Tisch hochzufahren.
Richtige Sitzmöbel
Sowohl bei Kindern wie auch bei Erwachsenen leisten die richtigen Möbel
einen wesentlichen Beitrag zu gesundem Sitzen. So sollte der Bürostuhl eine
bewegliche Rückenlehne haben, die
man an die Bewegungen anpassen
kann. Bei Kindern beliebt sind Sitzkeile
oder Ballkissen die helfen, ermüdendes
Sitzen und damit schlechte Haltung zu
vermeiden.
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Anna Birkenmeier
redaktion.ch@mediaplanet.com
8 · Februar 2013
Eine Themenzeitung von Mediaplanet
inspiration
Marco Tadé, Schweizer Buckelpistenathlet und Mitglied des
Schweizer A-Kaders von Swiss-Ski, steht mit seinen 17 Jahren
am Anfang einer erfolgreich gestarteten Sportlerkarriere. Der Gewinner
der Europacup-Gesamtwertung Moguls 2012 erzählt, welche weiteren
sportlichen Ziele er sich gesetzt hat und was er dabei für seine Gesundheit tut.
Eine gute Vorbereitung ist
ausschlaggebend
Rücken oder generell den
Bewegungsapparat betrafen?
SkiSport
tessin
■■Wie ist Ihre Saison bis jetzt verlaufen und welche Ziele haben Sie
sich gesteckt?
Die Rennsaison hat erst begonnen und bis
jetzt habe ich erst an zwei Wettkämpfen teilgenommen. Ich habe noch keine optimalen
Resultate erzielt, bin aber zuversichtlich.
Mein Ziel ist es,mich in den Top 30 zu platzieren und mich vielleicht sogar für die Finalrennen zu qualifizieren.
■■Welche wichtigen Termine stehen
noch an?
In den kommenden Wochen halte ich mich
für Wettkämpfe in den USA und Kanada auf.
Anschliessend werde ich den Schnee von
Sotschi erkunden (A.D.R.: In Sotschi, Russland finden die Olympischen Winterspiele
2014 statt). Das Programm bleibt auch danach ziemlich voll.
■■Sie sind Buckelpistenspezialist.
Wodurch zeichnet sich eine Buckelpiste im Vergleich zu «normalen»
Rennpisten aus?
Eine Abfahrt zwischen den Buckeln dauert
etwa 20 Sekunden und ist sowohl physisch
als auch psychisch sehr anspruchsvoll.Dabei
bewerten sechs Richter die Fahrtechnik, die
Sprungart und die Qualität der Sprünge. Eine
weitere ähnliche Disziplin ist die ParallelBuckelpiste. Sie beruht auf dem K.O.-System,
bei dem zwei Fahrer zeitgleich ins Rennen
starten.
■■Hatten Sie selbst schon mit
dem Sport verbundene Probleme
oder Verletzungen, die Ihren
Profil
Nie! Falls mal Rückenbeschwerden auftreten, sind diese meist auf meine schlechte
Körperhaltung im Sitzen zurückzuführen.
Während unseren Wettkämpfen werden wir
Athleten von einem Physiotherapeuten betreut,der unsere Muskelverspannungen löst.
Zudem treffe ich mich auch regelmässig mit
einem Chiropraktiker.
■■Welche Unterstützung erfahren
Sie durch Ärzte oder
Betreuer während der Vorbereitung?
Unser Kader ist ein sehr differenziertes
Team, das sich aus Athletik- und Akrobatiktrainern, einem Ski-Trainer und Physiotherapeuten zusammensetzt. Jeder von ihnen
geht auf unsere persönlichen Bedürfnisse
ein. Ich zum Beispiel baue sehr schnell Muskelmasse auf, muss aber darauf achten, die
Muskeln gut zu dehnen, um Versteifungen
vorzubeugen.
■■Für die Zuschauer kann das
Buckelpistenskifahren gefährlich
wirken. Ist dies so?
Überhaupt nicht! Ich bestreite diese Disziplin seit vielen Jahren und habe mich dabei
noch nie verletzt. Manchmal können kleinere Schmerzen auftreten. Diese vergehen jedoch oft bereits mit einem einfachen warmen Bad.
■■Wie wichtig ist eine gute
körperliche Vorbereitung im Vorfeld
und während der Wettkampfsaison
im Hinblick auf die Gelenke und den
Rücken?
Eine gute Vorbereitung ist zentral! Ein
Sporttrainer begleitet mich dafür das ganze
Jahr über und berät mich professionell, damit ich die richtige Balance sowohl bei der
Entwicklung der Muskelmasse als auch
beim Stretching und beim Cool Down halten kann.
■■Was tun Sie persönlich, um
Ihre Muskeln aufzubauen
und um Ihren Bewegungsapparat
zu unterstützen?
Ich trainiere sehr viel, ohne jedoch zu übertreiben.Vor den Rennen versuche ich vor allem, mich zu entspannen und den Kopf vom
Stress freizukriegen.Wenn ich ruhig bin, atme ich auch besser.
Marco Tade
■■ Alter: 17
■■ Kader:
A-Kader seit 2011
Trainingsgruppe
Buckelpiste
■■ Grösse: 166 cm
■■ Gewicht: 54 kg
■■ Skiclub: Airolo
■■ Liebstes
Rennen: Moguls
■■Kann man in der Schweiz eigentlich vom Freestyle-Sport leben?
Der Freestyle hat noch kein grosses Publikum, was sehr schade ist, da die Sportart unglaubliche Emotionen bietet. Ich persönlich
werde durch Swiss-Ski, die Gerber-Stiftung,
die Freunde der Federazione Sci Svizzera Italiana und Aiuto Sport Ticino finanziell unterstützt.Nicht zuletzt dank meinen Unterstützern darf ich dieses fantastische Abenteuer
leben, wofür ich ihnen sehr dankbar bin.
■■Das Thema dieser Ausgabe lautet
«Gesunder Rücken». Was raten
Sie anderen Freestylern, um ihren
Bewegungsapparat zu schonen
beziehungsweise zu unterstützen?
Ich persönlich entspanne mich mit der
Network-Technik, die ich mit meinem Chiropraktiker anwende. Die Methode ist ein
Zusammenspiel von Berührungen und Atmung.
Catherina Bernaschina
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Eine Themenzeitung von Mediaplanet
Februar 2013 · 9
Ein intakter Bewegungsapparat als Erfolgsrezept
im Wintersport
Trainer Freestyle Team
■■Ohne einen gesunden Bewegungsapparat läuft es nicht.
Diesen Grundsatz vermittelt der
Swiss-Ski Trainer und Betreuer
Fred Weiss auch täglich seinen
Buckelpisten-Athleten. Der
Experte erklärt, worauf Wintersportler achten sollten, um ihre
Gelenke und den Rücken auf
der Piste zu schonen.
■■Herr Weiss, Sie haben täglich
mit Hochleistungssportlern
zu tun. Wie unterstützen Sie
deren Arbeit?
Seit dem Frühjahr 2012 bin ich Trainer
beziehungsweise Teamchef des
Schweizer Buckelpisten-Teams. Meine
Einsatzgebiete sind die Skitechnik,
Fehlerbehebung und Sporttaktik im
Training und an den Wettkämpfen.
Auch der gesamte administrative Teil
fällt in meinen Aufgabenbereich. Ein
Akrobatiktrainer sowie ein Konditionstrainer unterstützen mich bei meiner Arbeit. Mit ihnen zusammen bestimme ich die Arbeitsschwerpunkte
für unsere Athleten.
■■Wie wichtig ist ein gesunder
Bewegungsapparat für einen
Wintersportler?
Die Buckelpiste
Für manche eine Tortur - für Marco
Tade eine stetige Herausforderung
die schnellste Linie zu treffen.
Foto: Nicola Demaldi
Skifahren ist ein Outdoor-Sport. Wir
üben ihn in einer vielseitigen Umgebung aus, die sich entsprechend der
Jahreszeit und Höhenlage verändert.
Der Energiefluss ist daher sehr wichtig: Auf eine «aerobische» Arbeitsperiode mit dem Athleten folgt der Muskelaufbau. Im Herbst arbeiten wir
dann an der Geschwindigkeit und Explosivität. Es ist wichtig, dass der Athlet seine Saison mit einigen Reserven
beginnt, damit er dem von langen Reisen und Zeitumstellungen strukturierten Winter standhält. Der Bodimassindex sollte nicht zu niedrig
sein, damit der Athlet nicht an Muskelmasse einbüsst und so das Risiko
für Verletzungen steigt.
■■Welche Muskelpartien werden beim Buckelpistenfahren
besonders stark beansprucht?
Die am stärksten beanspruchten Muskelgruppen sind die Rücken- und
Bauchmuskulatur im oberen Körperbereich, der Quadrizeps und die rückseitige Oberschenkelmuskulatur im unteren Bereich.
■■Was kann man tun, um den
Muskelaufbau eines Wintersportlers aktiv zu unterstützen
und somit das Verletzungsrisiko
zu reduzieren?
Aufgrund der Eigenart des Buckelpistensports ist unsere Vorbereitung
sehr spezifisch. Sie unterscheidet sich
vom Langlauf und vom alpinen Skilauf, wobei die Basis aber dieselbe
bleibt. Die Muskelarbeit muss am gesamten Körper erfolgen, mit dem
Schwerpunkt auf jene Muskelgruppen, die während des Skifahrens am
meisten beansprucht werden. Dabei
sind auch immer die Antagonisten
(Gegenspielermuskeln) miteinzubeziehen.
■■Was würden Sie Wintersportlern raten, um ihren Bewegunsapparat und den Rücken
präventiv zu unterstützen?
Ich denke, um einen guten Winter auf
den Berghängen geniessen zu können, ist es wichtig, als Erstes an der
Ausdauerleistungsfähigkeit zu arbeiten. Anschliessend sollte man einige
spezifische Beinmuskelübungen
durchführen, um Muskelmasse aufzubauen. Zur Vorbeugung von Rückenverletzungen und Schmerzen, empfehle
ich regelmässiges Bauchmuskeltraining und das Dehnen der rückseitigen
Oberschenkelmuskulatur sowie des
Lendenmuskels. Dadurch wird gleichzeitig die Beweglichkeit des Beckens
und die Spannkraft des Rumpfs erhalten.
Catherina Bernaschina
redaktion.ch@mediaplanet.com
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Faul sein kann ich ja zu Hause.
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bieten genau, was ich brauche:
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Nume
.2013
am 15.2
10 · Februar 2013
Eine Themenzeitung von Mediaplanet
Tipp
3
news
Die richtige
Diagnose ist
essentiell
PD Dr. med.
F. Porchet
Chefarzt Neurochirurgie-Wirbelsäulenchirurgie, Schulthess
Klinik
Spinalkanalverengung
Ein typisches
Altersleiden
■■Frage: Was ist eine Spinalkanalverengung?
■■Antwort: Bei der Spinalkanalverengung, medizinisch lumbale Spinalkanalstenose genannt, handelt es sich um eine
Verengung des Wirbelsäulenkanals. Durch diese Einengung ist
der Platz für das Rückenmark
und die austretenden Nervenfasern geringer. Dadurch kommt
es zu Rückenschmerzen und
Schmerzen beim Gehen.
In höherem Alter ist die Spinalkanalstenose eine sehr häufige Erkrankung. «In den meisten Fällen
liegt die Ursache einer Spinalkanalstenose im Verschleiss, einer sogenannten Arthrose, der Wirbelgelenke», erklärt PD Dr. François
Porchet, Chefarzt Neurochirurgie
an der Schulthess-Klinik in Zürich.
«Bei der Spinalkanalstenose entstehen Verdickungen an den Wirbelgelenken, welche auf die Nervenwurzeln der Beine drücken. Meist ist der
Wirbelkanal auf Höhe der Lendenwirbelsäule verengt und oftmals ist
die Bandscheibe mitbeteiligt», erklärt Porchet.
Schmerz lässt beim
Sitzen nach
Unser Rückgrat
Die Wirbelsäule ist sehr beweglich,
aber auch sehr sensibel was
Schmerzen angeht.
Foto: Shutterstock
Die exakte Diagnose ist der
entscheidende Schritt zum Erfolg
■■Frage: Wie können Rückenschmerzen adäquat behandelt
und therapiert werden?
■■Antwort: Zur Anwendung
gelangt ein dreistufiges Verfahren.
Als letzte Konsequenz wird eine
Operation in Betracht gezogen.
Muskuloskelettale Beschwerden im
Rücken und an den oberen Extremitäten haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Sie schränken das
Leistungsvermögen der betroffenen
Erwerbstätigen ein und sind Ursache
für einen Grossteil der gesundheitsbedingten Arbeitsabsenzen. Schätzungen
gehen davon aus, dass Rückenprobleme betriebliche und volkswirtschaftliche Kosten in Milliardenhöhe verursachen. «Rückenschmerzen sind einer
der häufigsten Gründe für eine Konsultation beim Arzt», sagt denn auch der
Fachspezialist Markus Rühli. Dabei
zeigt sich, dass alle Altersschichten, sowohl bei Frauen wie bei Männern, davon betroffen sind.
Mehrstufige Therapien
«Auch wenn der Lebenswandel eine
wichtige Rolle spielt, weiss man heute,
dass Rückenschmerzen vielfach erblich veranlagt sind», erläutert Rühli.
Ein Grossteil aller Diskushernien lässt
sich konservativ behandeln. Der Therapieerfolg hängt in erster Linie von einer exakten Diagnose ab, die von einem Facharzt vorgenommen werden
muss. Bei der Behandlung wird in aller
Regel ein dreistufiges Verfahren ange-
«Die moderne Wirbelsäulenchirurgie
setzt auf möglichst
schonende
Operationskonzepte.»
Dr. med. Markus Rühli
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, ist
spezialisiert auf Wirbelsäulenchirurgie. Er behandelt seit mehr als 17 Jahren ausschliesslich
Wirbelsäulenpatienten.
wendet. In einem ersten Schritt wird
versucht, die Schmerzen medikamentös zu behandeln, kombiniert mit physiotherapeutischen Massnahmen und
dem Vermeiden ungünstiger Belastungen. In einem zweiten Schritt kommt
die interventionelle Schmerzherapie
zum Zug. Dabei injiziert der Arzt ein
Mittel gegen Schmerzen, häufig auch
Kortison, gezielt in die schmerzverursachenden Strukturen, zum Beispiel
die Nervenwurzel oder den Wirbelknochen, um die Rückenschmerzen zu lindern. Als dritte und letzte Option steht
eine Operation zur Diskussion.
Interdisziplinäre
Zusammenarbeit
«Die Indikationsstellung zu einem Eingriff erfolgt immer erst nach ausführlicher Befragung und Untersuchung des
Patienten durch den Wirbelsäulenchirurgen», betont Markus Rühli. Dieser be-
rücksichtigt die bildgebende Diagnostik,
die bislang konservativ durchgeführten
Massnahmen und deren Resultate und
entwickelt gemeinsam mit dem Patienten einen Behandlungsplan für das weitere Vorgehen. In den letzten Jahren, so
Rühli, habe sich dabei die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Orthopäden, Neurochirurgen,
Physiotherapeuten und auch den Hausärzten bewährt. «Bei den operativen Methoden stehen heute sowohl minimalinvasive Operationstechniken als auch
die klassischen offenen Operationen zur
Verfügung. Welches Verfahren zur Anwendung kommt, wird zuvor detailliert
evaluiert.» Eine selektive Dekompression über mehrere Etagen als alleinige
operative Therapie könne bei ausgeprägter Spinalkanalstenose durchgeführt
werden, wenn die neurogene Beinschmerzsymptomatik den Rückenschmerz deutlich übersteigt und eine In-
stabilität und zunehmende Fehlstellung
der Wirbelsäule radiologisch ausgeschlossen werden können.
Fundierte Kenntnisse
Die Wirbelsäulenchirurgie umfasst
heute das gesamte Spektrum an Erkrankungen und Verletzungen der
Wirbelsäule. Sie stellt damit eine Überschneidung zweier Fachrichtungen
dar, der orthopädischen Chirurgie und
der Neurochirurgie. «Zur chirurgischen Behandlung der Wirbelsäule
sind fundierte Kenntnisse und Erfahrungen über diverse Operationstechniken von Wirbelkörpern, Bandscheiben,
Wirbelgelenken, aber auch über das
Rückenmark und die dort befindlichen
Nerven notwendig», betont Markus
Rühli. Zu den Behandlungsschwerpunkten in der Wirbelsäulenchirurgie
zählen insbesondere die operative Therapie der Wirbelkanalverengung, von
Bandscheibenvorfällen, Wirbelbrüchen, Instabilitäten und degenerativen oder angeborenen Fehlbildungen
der Wirbelsäule. «Grundsätzlich kann
man sagen, dass in über 90 Prozent aller Fälle keine Operation erfolgt, es sei
denn der Patient leidet unter neurologischen Ausfällen oder unerträglichen
Schmerzen», so Rühli. Im Normalfall
werde aber versucht, die Rückenschmerzen konservativ zu behandeln,
was in der Mehrzahl der Fälle zum Erfolg führe.
Eine Spinalkanalverengung zeigt
sich einerseits in meist diffusen Rückenschmerzen, andererseits in
Schmerzen in den Beinen. «Besonders beim Gehen nehmen diese
Schmerzen massiv zu und die Patienten können meist nur kurze Strecken zurücklegen. Danach müssen
sie sich hinsetzen», so der Facharzt.
Denn sobald sich die Betroffenen
hinsetzen, lässt der Schmerz nach.
«Deshalb wird die Erkrankung auch
als Schaufensterkrankheit bezeichnet – die Patienten kennen jede Sitzgelegenheit und müssen oft eine
Pause, insbesondere vor Schaufenstern,einlegen.Durch das Sitzen oder
Bücken wird der Kanal erweitert
und der Schmerz verringert sich.»
Die Diagnose Spinalkanalverengung lässt sich denn meist aufgrund
dieser Symptome vermuten. Zur Bestätigung wird zusätzlich ein MRI
gemacht.
Erfolgversprechende
­Therapiemöglichkeiten
Um die Lendenwirbelsäule zu entlasten und zu stabilisieren, kommt
als erste Massnahme eine physiotherapeutische Behandlung zum
Einsatz. Bleiben die Schmerzen weiter bestehen, können Kortisonspritzen in den Wirbelkanal Linderung
verschaffen. «Allerdings sollten diese Spritzen höchstens dreimal im
Jahr verabreicht werden.» Zeigt sich
nur eine kurzfristige Besserung mit
Kortison, kann eine Operation als
weitere Möglichkeit ins Auge gefasst werden. «Das Ziel der Operation ist es, den Wirbelkanal zu erweitern und damit Platz für die
Nervenwurzeln zu schaffen. Die Patienten sind in der Regel danach beschwerdefrei und die Lebensqualität wird massiv verbessert.» Die
Operation ist kurz und nur mit wenigen Risiken verbunden. «Sie ist
deshalb auch für Patienten bis ins
hohe Alter geeignet», so Porchet abschliessend.
Anna Birkenmeier
CHRISTIAN LANZ
redaktion.ch@mediaplanet.com
redaktion.ch@mediaplanet.com
Eine Themenzeitung von Mediaplanet
Februar 2013 · 11
inspiration
Skifahren ist Freude pur
Doch nur ein kräftiger und stabiler Rücken kann diese
Belastungen auch ausgleichen und schmerzfrei abfedern.
Foto: Shutterstock
Schmerzfrei dank Stabilität und Kraft ■■Frage: Wie kommt man rückenschmerzfrei durch die Skisaison?
■■Antwort: Mit einem einfachen
Training vor dem Skifahren schafft
man die besten Voraussetzungen,
dass der Rücken beschwerdefrei
bleibt. Kommt es dennoch zu Rückenschmerzen, helfen oftmals einfache Hausmittel.
Bewegung ist die beste Vorbeugung gegen Rückenschmerzen. Dennoch leiden gerade Spitzensportler und Menschen, die intensiv Sport treiben,
besonders häufig unter Rückenbeschwerden.
Dr. med.
Walter O. Frey
Ärztlicher Leiter balgrist move>med,
Chefarzt Swiss Ski
Damen Alpin
Stabilität im Rücken fördern
«Rückenschmerzen kommen bei Sportlern sehr häufig vor», erklärt Dr. Walter
O.Frey,ärztlicher Leiter des Swiss Olympic Medical Centers balgrist move>med
an der Uniklinik Balgrist in Zürich. «Ein
Grund dafür ist, dass Sportler, insbesondere Spitzensportler, immer das Maximum ausloten und an ihre körperlichen Grenzen gehen. Dabei wird der
Rücken oftmals stark belastet.» Rückenbeschwerden sind in sämtlichen
Sportarten ein zentrales Thema und es
gibt kaum einen Sportler, der nicht
schon davon geplagt wurde. «Es gibt
Sportarten, die den Rücken ganz besonders stark belasten. Dazu gehören ästhetische Sportarten wie Kunstturnen,
Gymnastik oder Ballett», so Frey. Oftmals bleibt der Rücken für Sportler auch
nach dem Spitzensport eine lebenslange Schwachstelle. Umso wichtiger ist
laut Frey, dass die Sportler eine Tiefenstabilität im Rücken und Rumpfbereich
aufbauen. «Es reicht nicht, wenn man
sich einfach Muskeln antrainiert – die
Kernstabilität der Wirbelsäule steht im
Vordergrund. Diese trainieren wir gezielt mit unseren Alpinen Ski-Damen.
Die gleiche Aufbau-Technik «Kinetic
Control» wenden wir aber auch bei Patienten mit Rückenproblemen an. Mit
einfachen, in den Alltag einbaubaren
Übungen kann man die Rückenstabilität aufbauen und so allfälligen Rückenschmerzen vorbeugen.»
Kein Wintersport
ohne Aufwärmen
Bevor es auf die Piste geht, steht denn
auch für den «Gelegenheitssportler» ein
kurzes Training auf dem Programm.
«Aufwärmen und dehnen muss unbedingt sein», so der Sportmediziner. Mit
ein paar einfachen Übungen wie situps,
Treppentritte hochhüpfen oder Froschhüpfen werden die kalten Muskeln aufgewärmt und fit für die Piste gemacht.
Um Rückenverletzungen bei einem
Sturz zu verhindern, kann ein Rückenpanzer sinnvoll sein. «Allerdings sollte
man sich dadurch nicht in falscher Sicherheit wähnen und riskant fahren»,
mahnt Frey.
Wenn der Schmerz kommt
Kommt es beim Sport zu Rückenschmerzen, sollte man als erstes schauen, woher der Schmerz kommt. «Ist es
ein leichter Rückenschmerz, kann man
ihn mit diversen Hausmitteln wie
schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten, einem
warmen Bad, Gymnastikübungen oder
Massage in den Griff bekommen. Vergeht der Schmerz, steht weiterer Bewegung nichts im Wege. Anders ist es,
wenn der Schmerz ins Bein ausstrahlt.
Hier sollte man abklären, was die Ursache ist, und erst danach wieder Sport
treiben. Bei einem Nervenausfall, der
oft mit Gefühllosigkeit einhergeht,
muss man umgehend einen Arzt aufsuchen», erklärt Walter O. Frey.
Anna Birkenmeier
redaktion.ch@mediaplanet.com
Facts
Rückenbelastung
■■ Auch ein strukturell gesunder
Rücken macht Schmerzen, wenn
eine Funktionsstörung vorliegt.
■■ Die mobilisierende
Rumpfmuskulatur hebt die schwere
Einkaufstasche. Sie wird durch das
«normale» Krafttraining aufgebaut.
■■ Die stabilisierende
Rumpfmuskulatur schützt vor
Schmerzen. Sie wird durch ein
koordinatives Training aufgebaut.
■■ Wie das Stretching ist in
jedes Training die Aktivierung der
Tiefenstabilität zu integrieren.
publireportage
Guter Schlaf ist Massarbeit
Ob joggen, Yoga oder Krafttraining
– wer sich körperlich fit halten
möchte, kann aus einer Vielzahl
an sportlichen Aktivitäten wählen
und darunter seinen ganz persönlichen Favoriten finden. Bewegung
tut Körper und Geist gut und fördert die Gesundheit, aber auch im
Ruhezustand z. B. im Schlaf, ist es
wichtig, dass der Körper regeneriert, Kraft tanken kann und sich
in einer gesunden Position befindet. Erholt aufzuwachen ist die
Bedingung dafür, den Tag fit und
aktiv starten zu können. Nur ein
Bett, das ganz individuell auf die
eigenen Körpermasse abgestimmt
ist, kann einen erholsamen und
gleichzeitig gesunden Schlaf generieren.
Grösse, Schulterbreite, Lordose,
Becken, Knie, Gewicht – viele Faktoren, die in ein Bettsystem richtig
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Daraufhin werden in einer Feinjustierung die einzelnen Latten
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12 · Februar 2013
Eine Themenzeitung Tipp
von Mediaplanet
4
news
«Grundsätzlich muss
ein Bandscheibenvorfall in jedem Fall
dann operativ angegangen werden,
wenn Ausfallerscheinungen wie eine
­Lähmung auftreten.»
Gehen Sie
zu einem
Spezialisten
Dr. med. Michael Schubert
Wirbelsäulenspezialist
Schonende Behandlung
Dem Schmerz auf der Spur
Die erfolgreiche Behandlung von
Schmerzen baut auf einen guten
Informationsaustausch auf.
Foto: Shutterstock
Schmerztherapie hilft
bei chronischen Schmerzen
■■Frage: Was sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche
Schmerztherapie?
■■Antwort: Die erfolgreiche Behandlung chronischer Schmerzen
setzt voraus, dass Arzt und Patient
gemeinsam die Therapieziele festlegen und sich bei der Kommunikation
auf gleicher Augenhöhe bewegen.
Chronische Schmerzen sind ein häufiges
Problem in der klinischen Praxis. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität des
Einzelnen in erheblichem Masse und
stellen eine grosse gesundheitsökonomische Belastung dar. Die Behandlung
von chronischen Schmerzen stellt eine
eine grosse Herausforderung dar und
dem Patienten muss mit viel Einfühlungsvermögen und Geduld begegnet
werden. «Zentral für den Therapieerfolg
ist, dass der richtige Zeitpunkt für eine
Überweisung an den Spezialisten nicht
verpasst wird», sagt Prof. Dr. med. Eli
Alon, Professor für Anästhesiologie und
Schmerzbehandlung an der Universität
Zürich. Denn je länger der Zustand besteht, desto schwieriger wird die Therapie und desto geringer sind die Erfolgsaussichten.
Prof. Dr. med.
Eli Alon
Professor für Anästhesiologie und
Schmerzbehandlung an der Universität Zürich, Praxis für
Schmerztherapie in
Zürich-Enge
Rückenschmerzen sind
oft «Mixed-Pain-Syndromen»
«Bei der Therapie der Rückenschmerzen wird oft von den sogenannten
«Mixed-Pain-Syndromen» - eine Mischung aus verschiedenen Schmerzkomponenten - gesprochen» erklärt
Prof. Alon. Nicht nur radikulärausstrahlende, sondern auch lokale Rückenschmerzen beruhen oft auf einer Mischung nozizeptiv-entzündlicher und
neuropathischer Komponenten. Der
doppelte Entstehungsmechanismus
sollte bei der Schmerztherapie berücksichtigt werden. Gerade weil die verschiedenen Mechanismen gezielt angegangen werden, sollten diese Patienten
an Schmerzspezialisten überwiesen
werden,und an Praxen wo eine multidisziplinäre Betrachtung z.B. durch Anästhesiologen, Neurologen, Rheumatologen,und Psychologen gegeben ist.
Das Interdisziplinäre Schmerzkonsilium für die multimodale
Schmerztherapie
In seiner Antwort wies Prof. Alon auf
eine Besonderheit seiner Praxis für
Schmerztherapie hin, das interdisziplinäre Schmerzkonsilium: «Innerhalb
weniger Tage wird hier der Patient
durch mehrere Ärzte und Fachleute
unterschiedlicher Disziplinen untersucht, wonach in einem Konsilium ein
einziger Bericht mit Diagnose und
Therapievorschlägen ausgearbeitet
und dem Hausarzt zur Verfügung gestellt wird.»
Realistisches Therapieziel nötig
Bei der Therapie von chronischen
Schmerzen müssen der Arzt und der Patient gemeinsam ein realistisches Therapieziel vereinbaren. «Bei chronischen
Schmerzen bedeutet das nicht nur
Schmerzlinderung. Hier wird eine maximale körperliche und soziale Aktivität bei
akzeptabler Schmerzintensität sowie eine ungestörte Nachtruhe angestrebt: Der
Schmerzpatient soll trotz der verbleibenden Schmerzen Lebensfreude empfinden
können», erklärt Prof. Alon. Um eine maximale Schmerzreduktion zu erreichen,
müssen die zur Verfügung stehenden Optionen voll ausgeschöpft und häufig verschiedene Therapieansätze nacheinander ausprobiert werden. «Chronische
Schmerzpatienten müssen immer ganzheitlich betreut werden unter Berücksichtigung ihrer Persönlichkeit und ihres
Umfeldes». Das heisst, dass die Behandlung nicht nur auf einer adäquaten Anwendung von spezifischen Medikamenten beruht, sondern auch den Einsatz
zusätzlicher Methoden erfordert. Eine
Schmerztherapie muss nach einem übergreifenden Betreuungskonzept, der sogenannten multimodale Therapie, erfolgen.
«Eine Besserung des Befindens darf nicht
nur an der verminderten Schmerzintensität, sondern soll auch an der Auswirkung auf die täglichen Aktivitäten im
physischen und sozialen Kontext gemessen werden», sagt Prof. Alon.
Anna Birkenmeier
Endoskopie bei
Bandscheibenvorfall und
Rückenschmerzen
Ein Bandscheibenvorfall ist
zwar die häufigste Indikation für eine Operation an der
Wirbelsäule. Dennoch muss
nur ein kleiner Teil der Bandscheibenvorfälle chirurgisch
behandelt werden.
Die Bandscheiben bestehen aus einem Ring aus Bindegewebe und einem weichen, gallertartigen Kern,
der für die Beweglichkeit der Wirbelsäule sorgt und als Stossdämpfer
wirkt. Beim Bandscheibenvorfall
verschiebt sich der Kern und durchbricht den schützenden Bindegewebsring. Dabei tritt Gallertmasse
aus und drückt gegen das Rückenmark oder die Nervenwurzeln. Ob
bei einem Bandscheibenvorfall eine
Operation indiziert ist, hängt in erster Linie vom Leidensdruck des Patienten ab. «Grundsätzlich muss ein
Bandscheibenvorfall dann operativ
behandelt werden, wenn Ausfallerscheinungen wie eine Lähmung
auftreten», betont der Münchner
Facharzt und Wirbelsäulenspezialist Dr. Michael Schubert vom apex
spine center.
Schonender Eingriff
Das ist allerdings nur in wenigen Fällen nötig. «Erfahrungsgemäss heilen
rund 90 Prozent aller Bandscheibenvorfälle konservativ ab», so Schubert.
Bei der operativen Behandlung setzt
er auf minimal-invasive endoskopische Eingriffe. Unter örtlicher Betäubung wird ein Endoskop, das mit verschiedenen Miniatur-Arbeitskanälen
ausgestattet ist, behutsam zum
Bandscheibenvorfall vorgeschoben.
Dann kann das ausgetretene Bandscheibengewebe entfernt werden.
Um die Revitalisierung der Band-
scheibe zu unterstützen, wird die
verkalkte Deckplatte der angrenzenden Wirbelkörper mittels feiner Instrumente angefrischt, wodurch eine
bessere Durchblutung der Bandscheibe ausgelöst wird und ein stabiler Schutzfaserring gebildet werden
kann. Dieses Verfahren findet auch
Anwendung bei schmerzhaften
Bandscheiben, welche für diffuse Rückenschmerzen verantwortlich sein
können. Die endoskopische Bandscheibenoperation dauert rund 45
Minuten. Der Patient kann in der Regel bereits einen Tag nach dem Eingriff die Klinik wieder verlassen.
Rasche Genesung
«Bereits ein bis zwei Wochen nach
dem Eingriff können die Patienten
wieder Bürotätigkeiten und leichte
körperliche Arbeiten aufnehmen»,
sagt Schubert. Auf schwere körperliche Tätigkeiten sollte allerdings in
den ersten sechs Wochen verzichtet
werden. Etwa drei Wochen nach der
Operation ist auch wieder Sport möglich., allerdings in Massen, also etwa
Schwimmen oder Velofahren. Das gewohnte sportliche Training kann in
der Regel nach rund sechs Wochen
wieder aufgenommen werden. «Der
grosse Vorteil des minimalinvasiven
Operationsverfahrens liegt vor allem
darin, dass keinerlei Risiken einer
Narbenbildung bestehen, wie das bei
den herkömmlichen Verfahren mit
offener Operation der Fall ist», fasst
Schubert zusammen. Das so genannte Rezidivrisiko, das heisst das erneute Auftreten eines Bandscheibenvorfalls, beziffert er auf rund vier
Prozent.
Christian Lanz
redaktion.ch@mediaplanet.com
redaktion.ch@mediaplanet.com
Ein weitverbreitetes Leiden
■■Frage: Eignet sich Ultraschall zur
Diagnosestellung bei Rückenbeschwerden?
■■Antwort: Eine Ultraschalluntersuchung kann eine entscheidende Zusatzinformation bei Rückenschmerzen liefern. Doch setzt die
Untersuchung mittels Ultraschall
eine grosse Erfahrung des behandelnden Arztes voraus.
Rückenschmerzen sind weit verbreitet
und werden als Volkskrankheit bezeichnet. Rund 80 Prozent der Bevölkerung
leiden irgendwann in ihrem Leben daran. Etwa 20 Prozent haben sogar dauerhaft damit zu kämpfen. Rund zweidrittel aller Rückenprobleme treten im
Bereich der Lendenwirbelsäule auf.
Hierbei handelt es sich um Kreuzschmerzen im klassischen Sinne. Die
Halswirbelsäule ist zu rund einem Drit-
«Bei Rückenschmerzen steht die
Erhebung der Krankengeschichte
und die manuelle
Untersuchung
im Vordergrund.»
Dr. med. Martin Oehri
Facharzt für Rheumatologie an der
Schmerzklinik Basel
tel und die Brustwirbelsäule zu etwa
zwei Prozent betroffen.
Schnell durchführbar
«Bei Rückenschmerzen steht die Erhe-
bung der Krankengeschichte und die manuelle Untersuchung im Vordergrund.
Oftmals ergibt sich daraus schon einen
Verdacht, woher das Leiden kommt», erklärt Dr. Martin Oehri, Facharzt für Rheu-
matologie an der Schmerzklinik Basel.Ein
solcher Verdacht kann mit einer Ultraschalluntersuchung bestätigt werden.
«Einer der Vorteile ist,dass man die Untersuchung sofort in der Praxis durchführen
kann und sie wichtige Zusatzinformationen liefert»,sagt Oehri.
Risse werden sofort erkannt
«Damit kann unmittelbar eine Diagnose
gestellt und die nötige Therapie eingeleitet werden.Zudem besteht für den Patienten keine Strahlenbelastung wie etwa
beim Röntgen. Ultraschall eignet sich besonders zur Darstellung des Schultergelenks und zur Abbildung von Muskeln,
Sehnen, Nerven sowie Knochenoberflächen», fügt er hinzu. So sei es möglich,
beispielsweise Muskel- und Sehnenrisse
sofort zu erkennen. Ausserdem können
auch weitere Strukturveränderungen geortet werden, etwa eine Verkalkung oder
Entzündung im Sehnenapparat.Damit ist
die Basis für eine sehr gezielte Behandlung geschaffen. «Injektionen, sei es an
Sehnen, in Gelenke oder Muskeln führe
ich regelmässig mit Ultraschallkontrolle
durch, auch am Rücken», so der Facharzt.
Ultraschalldiagnostik hat
Grenzen und Schwierigkeiten
Dr. Oehri gibt jedoch zu bedenken, dass
die Ultraschalldiagnostik hohe Anforderungen an Können und Wissen des
behandelnden Arztes voraussetzt. Sie
erfordert viel Übung und Erfahrung und
genaue anatomische Kenntnisse. Deshalb ist es wichtig, dass sie nur von geübten Händen durchgeführt wird. Die
eigene Gesundheit ist so wichtig, dass
man zu Fachleuten gehen sollte.
Anna Birkenmeier
redaktion.ch@mediaplanet.com
Eine Themenzeitung von Mediaplanet
News
Dr. med. Handan
Frauenfelder
Fachärztin für
Physikalische Medizin
und Rehabilitation
an der Ortho Reha Sport
in Uster
Der Schmerz muss
nicht chronisch werden
■■Frage: Viele Patienten mit Rückenschmerzen haben Angst davor, dass die Schmerzen nie mehr verschwinden werden. Ist diese
Angst begründet?
■■Antwort: Nein, in den meisten Fällen haben
Rückenschmerzen eine gute Prognose und bessern sich innerhalb von vier bis sechs Wochen.
Wer längere Zeit unter Rückenschmerzen leidet,
hat oftmals die Befürchtung, dass der Schmerz
chronisch wird. Von chronischem Schmerz spricht
man, wenn dieser länger als 3 Monate bestehen
bleibt.Dazu Dr.Handan Frauenfelder,Fachärztin für
Physikalische Medizin und Rehabilitation an der
Ortho Reha Sport in Uster: «Meist kann ich den Patienten diese Befürchtung nehmen, denn nur in seltenen Fällen wird ein Schmerz tatsächlich chronisch. Bei der überwiegenden Mehrheit bleibt der
Schmerz nicht länger als sechs Wochen und hat eine gute Prognose». Zentral ist, dass man den Ursachen der Rückenschmerzen auf den Grund geht und
potentielle Risikofaktoren für eine Chronifizierung
bereits früh analysiert. Denn nur so kann eine adäquate Therapie eingeleitet werden.
Psychologische Faktoren
miteinbeziehen
«Bei der Abklärung von länger anhaltenden Rückenschmerzen sollte immer auch der psychologische Aspekt miteinbezogen werden.Denn nicht selten spielen psychologische Faktoren eine
entscheidende Rolle für eine Chronifizierung», sagt
Frauenfelder. Etwa, wenn die Angst vor dem
Schmerz zu einer unverhältnismässig starken Einschränkung der Bewegungstätigkeit führt. So leiden Patienten mit Rückenschmerzen in manchen
Fällen unter der Angst, ihre Beschwerden durch Bewegung zu verschlimmern. Dadurch geraten sie in
einen Teufelskreis. Denn eine übermässige Schonhaltung führt häufig dazu, dass die Schmerzen
schlimmer oder gar chronisch werden. Eine solche
Reaktion auf Rückenschmerzen nennen Psychologen «Vermeidungsverhalten».
Auch anhaltender Stress kann zu Muskelverspannungen führen und dadurch ein Rückenproblem
negativ beeinflussen. «Rückenschmerzen hängen
mit komplexen Störungen in einem ganzen System
zusammen und dem Patienten muss bewusst sein,
dass neben dem mechanischen Problem auch psychologische und arbeitsbezogene Faktoren eine unterschiedlich grosse Rolle spielen», erklärt Handan
Frauenfelder.
Körperbewusstsein entwickeln
Damit es nicht zu chronischen Schmerzen kommt,
sollte man mit dem Arzt besprechen, welche Therapien sinnvoll sind und wie man selbst aktiv werden
kann. «Dazu gehören etwa Rückengymnastik, Bewegung und Stressabbau», so Frauenfelder. Eine Zusammenarbeit mit einem Psychologen kann durchaus Sinn machen. Speziell wenn ein angstbedingtes
Vermeidungsverhalten vorliegt. Ein wichtiger Teil
der Behandlung bei chronischen Rückenschmerzen ist ein besseres Körperbewusstsein zu vermitteln (z.B. durch Alexandertechnik, Osteopathie,
etc.). Der Patient soll die Fähigkeit entwickeln,
schlechte Gewohnheiten, welche zu Verspannung
im Rücken führen, zu erkennen, zu verstehen und
schliesslich zu vermeiden.
So gibt es Patienten die jeden Morgen ihre Rumpfstabilisationsgymnastik durchführen, am Arbeitsplatz auf eine ergonomische Einstellung achten und
Relaxationstechniken üben wegen dem Dauerstress
im Büro. «Eine andere Patientin schwört beispielsweise auf Bauchtanz, welches ihr ein besseres Körpergefühl und kontrollierte Rumpfstabilität vermittelt hat, und ihr ausserdem noch Spass macht»,
erklärt Frauenfelder.Daher profitiert ein Patient mit
chronischen Rückenschmerzen am meisten von einem aktiven Selbstmanagement was die Bewältigungsstrategien betrifft.So hat der Patient seine Rückenschmerzen im Griff und nicht umgekehrt.
Anna Birkenmeier
redaktion.ch@mediaplanet.com
Schmerzpflaster wirken lange
■■Frage: Welche Pflaster kommen bei
Rückenschmerzen zum Einsatz?
■■Antwort: Je nach Schweregrad der
Erkrankung können Schmerzpflaster,
Wärme- oder Kältepflaster Linderung
verschaffen.
Schmerzlindernde und entzündungshemmende
Medikamente zum Einnehmen gelten bei Rückenschmerzen noch immer als erste Wahl. Doch meist
lässt die Wirkung der Medikamente schon nach einiger Zeit nach und erfordert eine erneute Einnahme.Anders sind schmerzlindernde Pflaster,die eine
langanhaltende Schmerzlinderung ermöglichen.
Bis zu 72 Stunden
Denn die Pflaster enthalten einen schmerzlindernden Wirkstoff in einem Vorrat,welcher langsam und kontinuierlich über die Haut ins Gewebe abgegeben wird.Damit hält die Wirkung meist
bis zu 72 Stunden an. Ein häufig eingesetztes Produkt ist das Flector Schmerzpflaster. Es wird insAnzeige
besondere für die Behandlung von schmerzhaften Sportverletzungen indiziert und enthält eine
Substanz mit schmerzstillenden und entzündungs-hemmenden Eigenschaften.
Vorteile der Pflaster
Neben Schmerzpflastern gibt es auch Wärme- und
Kältepflaster. Kältepflaster kommen bei verschiedenen Sportverletzungen zum Einsatz und eignen
sich besonders gut um akute Schmerzen zu lindern. Wärmepflaster sorgen bei Muskelschmerzen und Verspannungen im Rücken,Nacken
und Schulterbereich für natürliche
Schmerzlinderung, da sie die Eigenschaft besitzen diese Verspannungen
zu lösen. Alle Pflaster haben den Vorteil, dass sie im Alltag kaum störend
wirken und man sie bequem unter
der Kleidung tragen kann.
Anna Birkenmeier
redaktion.ch@mediaplanet.com
Februar 2013 · 13
14 · Februar 2013
Eine Themenzeitung von Mediaplanet
Expertenmeinung
implantate
Signifikant bessere
Resultate mit der
viskoelastischen
Prothese
■■Frage: Worin besteht der
Vorteil der neusten Generation
von Wirbelsäulenprothesen?
■■Antwort: Sie ist in der Lage,
die nötige Flexibilität naturgetreu
zu imitieren und so die Funktionalität der Wirbelsäule wieder
herzustellen.
Prof. Dr. med.
Burkhard Rischke
Facharzt für orthopädische Chirurgie
und Traumatologie
des Bewegungs­
apparates.
Physiotherapie unter Anleitung
Gut abgestimmte Übungen sind eine
gute Möglichkeit Rückenschmerzen in
den Griff zu bekommen.
Foto: Shutterstock
Frage: Wie kann mittels Physiotherapie Rückenschmerzpatienten kostengünstig und effizient geholfen werden?
Antwort: Der weitaus grösste Teil von Rückenschmerzen stellt keine Gefahr dar
und kann ohne teure Verfahrenstechniken einfach und funktionell durch gut ausgebildete Physiotherapeuten untersucht und behandelt werden.
Statistiken zeigen,dass heute rund 80
Prozent der Bevölkerung wegen
Bandscheibenbeschwerden ärztlich
behandelt werden müssen. Oft können mit einer konservativen Therapie
die Beschwerden gelindert oder sogar
zum Verschwinden gebracht werden.
Etwa 20 Prozent der Erkrankten müssen jedoch operativ behandelt werden.Ebenso wie an anderen Gelenken,
in denen künstliche Implantate zum
Einsatz kommen,hat sich auch an der
Wirbelsäule die Implantation von Endoprothesen bewährt. «Die Versorgung mit einer Bandscheibenpro­
these hat das Ziel, eine deutliche
Beschwerdelinderung herbeizuführen, indem die normale, dynamische
Funktion der Wirbelsäule wiederhergestellt beziehungsweise erhalten
werden soll», sagt der Facharzt Burkhard Rischke.
Wie die natürliche Bandscheibe
Unspezifische Rückenschmerzen müssen
funktionell untersucht und behandelt werden
N
ur der kleinste Anteil von
Rückenschmerzen ist
auf ernsthafte medizinische Krankheiten zurückzuführen.Die Mehrzahl der Betroffenen
leiden unter unspezifischen, das heisst funktionellen Rückenschmerzen. Sie gehen von den aktiven
Bewegungselementen aus, der Rückenmuskulatur, den passiven Haltestrukturen und den Sehnen und Bändern.Funktionelle Rückenschmerzen können in aller
Regel gut behandelt werden.Sie reagieren
in der Mehrzahl der Fälle adäquat auf
rechtzeitige Haltungskorrekturen oder
gezielte Übungen.Ursache funktionell bedingter Schmerzen im Rücken sind unter
anderem Fehlbelastungen im Alltag wie
das Heben oder Tragen zu schwerer Lasten, Sitzarbeit in falscher Position, übertriebener Sport oder aber im Gegenteil Bewegungsmangel. Ohne genügende
funktionelle Abklärungen bleiben die Patienten häufig verunsichert und haben
Angst vor der Verschlechterung der Beschwerden. Dies wiederum kann zur
Chronifizierung beitragen.
Aktiv bei Physiotherapiestudien
Die Subgruppierung unspezifischer Rückenschmerzen ist als einer der wichtigsten Forschungsschwerpunkte erkannt worden.Eine mögliche Subgruppe
ist die Bewegungskontrolldysfunktion,
bei welcher der Patient seine Bewegungen nicht bewusst kontrollieren kann.
Man hat eine Testbatterie entwickelt
und validiert, um diese Patientengruppe
zu untersuchen und adäquat zu behandeln. Sie besteht aus sechs Bewegungstests und wurde als zuverlässig und verlässlich bewertet. Mit diesem
Testverfahren können Patienten mit Rückenschmerzen von gesunden Personen
gut unterschieden werden – im Gegensatz zu röntgenologischen Untersuchungen, die nur beschränkt eine Aussage über den Zustand des Rückens
zulassen. Ebenfalls untersucht wurde
der Zusammenhang mit der Körperwahrnehmung. Dabei zeigte sich, dass
diese mit der verschlechterten Bewegungskontrolle des Rückens einhergeht.
Eine Fallserienstudie ergab, dass diesen
Patienten mit spezifischen Übungen gut
geholfen werden kann. Seit drei Jahren
läuft an der ZHAW, der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften,
eine grosse randomisierte Studie zur Effektivität dieser Therapieform.Resultate
sind in diesem Jahr zu erwarten. Zudem
werden im Bewegungslabor der ZHAW
weitere Studien zur Genauigkeit dieser
Bewegungstests durchgeführt.
physiotherapie
«Unspezifische
Rückenschmerzen können mittels Physiotherapie
funktionell und
kostengünstig,
gut und effektiv
untersucht und behandelt werden.»
Geringer Aussagewert
anatomischer Strukturen
Spezifische Rückenschmerzen mit einer klaren medizinischen Diagnose
sind selten und machen nur 5 bis 10 Prozent der Betroffenen aus. Dabei handelt
es sich unter anderem um Frakturen,
Anomalien oder sehr selten Tumoren.
Am häufigsten in dieser spezifischen
Gruppe sind Nervenwurzelprobleme,
welche mit Lähmungserscheinungen
einhergehen. Mittlerweile haben Studien klar gezeigt, dass der Zustand der
Strukturen insgesamt schlecht mit Rückenschmerzen korreliert. So gehören
beispielsweise Wirbelgelenksarthrosen nicht zu den spezifischen Auslösern von Rückenschmerzen. Ebenso
sind Bandscheibenvorfälle ohne Lähmungserscheinungen kein spezifischer Grund für Schmerzen. Sie treten
bei gesunden Personen ohne Schmerzen genauso häufig auf wie bei Rückenschmerzpatienten.
Professor Dr. Hannu Luomajoki
Dipl. Physiotherapeut, Zürcher Hochschule
für Angewandte Wissenschaften (ZHAW),
Institut für Physiotherapie
Enorme wirtschaftliche
Kostenersparnisse
Rückenschmerzen verursachen enorme
Kosten. Nur schon für Untersuchungen
und Behandlungen sind es rund 4 Milliarden Franken pro Jahr. Die Kosten entstehen durch teure und teils unnötige
Untersuchungen sowie wegen teurer
medizinischer Massnahmen und Operationen, von denen aufgrund wissenschaftlicher Leitlinien abgeraten werden kann.Die unspezifischen Schmerzen
können in mechanische und nicht-mechanische Gruppen unterteilt werden.
Bei letzteren sind die Probleme typischerweise häufig mit psychosozialen
Schwierigkeiten verknüpft.Das sind beispielsweise Angst und Katastrophisierung.Bei mechanischen Rückenschmerzen werden zwei weitere Gruppen
unterschieden: bewegungsabhängige
oder bewegungskontrollabhängige
Schmerzen. Bei Bewegungsdysfunktionen haben Patienten bezeichnenderweise schmerzhafte Bewegungseinschränkungen, die im Zusammenhang mit
verschiedenen Gewebestrukturen stehen können. In der Bewegungskontrolldysfunktion dagegen ist die Beweglichkeit nicht eingeschränkt, der Rücken
schmerzt aber bei gehaltenen Positionen. Dem können ergonomische Probleme oder Haltungsprobleme zugrunde
liegen.Erste Indizien dafür,dass subklassifizierte Patienten bessere Behandlungserfolge haben, sind bereits erkennbar. Eine effektive Bewegungstherapie
trägt dazu bei, die Behinderung und damit auch die anfallenden Kosten als Folge chronischer Rückenschmerzen zu reduzieren. Mit den Kosten einer
MRI-Untersuchung in der Höhe von
rund 1000 Franken könnten schon 20
Physiotherapiesitzungen durchgeführt
werden.
Die natürliche Bandscheibe ist viskoelastisch, das heisst der Steifigkeitsgrad der Bandscheibe variiert entsprechend der Lastintensität und
Lastfrequenz. «Eine natürliche Bandscheibe besitzt verschiedene Freiheitsgrade», erklärt Rischke. Bei Patienten mit chronisch-degenerativen
Bandscheibenerkrankungen gehen
diese Eigenschaften verloren. Bei ihnen ist deshalb eine viskoelastische
Bandscheiben-Prothese (VTDR) indiziert,die in der Lage ist,die nötige Flexibilität und Widerstandsfähigkeit
naturgetreu zu imitieren und so die
Funktionalität der Wirbelsäule wieder herzustellen. «Damit entsteht ein
ähnliches Verhalten wie bei der natürlichen Bandscheibe»,so Rischke.
Resultate verglichen
Das so genannte Swiss Spine Register,
das unterdessen vom Bundesamt für
Gesundheit (BAG) eingerichtet wurde,
ist das erste obligatorische Register
für die Schweizer Wirbelsäulenchirurgie. Es verfolgt das Ziel, die medizinische und wirtschaftliche Effektivität von Behandlungen an der
Wirbelsäule zur Kostenerstattung
durch die Krankenversicherer zu dokumentieren. Um den Patientennutzen zwischen der viskoelastischen
Prothese und anderen Bandscheibenprothesen zu berechnen, wurden die
Ergebnisse aller im Register erhobenen Daten sämtlicher implantierter
Bandscheibenprothesen untereinander verglichen. Die statistische Auswertung ergab signifikant bessere Resultate der viskoelastischen Prothese
im Vergleich zu allen anderen Bandscheiben-Prothesen. Bemerkenswert
ist, dass die VTDR-Patientengruppe
trotz schlechterer Ausgangswerte
bessere Resultate zeigte, obwohl die
Patienten im Durchschnitt älter waren und mehr Patienten in zwei Segmenten operiert wurden.
christian lanz
redaktion.ch@mediaplanet.com
Eine Themenzeitung von Mediaplanet
Tipp
Inspiration
Mit den Händen
diagnostizieren und behandeln
5
Februar 2013 · 15
sich von
Blockaden
befreien
Die Manuelle Medizin ist eine
wirksame Methode zur
Behandlung von Schmerzen
an Wirbelsäule, Gelenken und
Muskeln.
■■ Was für Handgriffe sind das?
Beim Hexenschuss wird der Patient
sanft nach links und nach rechts bewegt,
um festzustellen, auf welcher Seite es
schmerzt.Dann stellt der Arzt die Region
mit den Händen schmerzfrei ein und
gibt einen kurzen Impuls, um die Blockierung zu lösen. Mit der Manuellen
Medizin können aber nicht nur Wirbel
mobilisiert, sondern auch Triggerpunkte
verspannter Muskeln behandelt werden.
Eingeschränkte Bewegungen werden so
durch spezielle Muskelreflextherapien
verbessert.
■■ Herr Dr. med Ulrich Böhni,
was genau versteht man unter
Manueller Medizin?
Die Methode besteht darin, mit den Händen am Patienten etwas zu diagnostizieren oder zu therapieren. Gerade für Hausärzte ist die Manuelle Medizin eine
hervorragende, FMH-zertifizierte Zusatzausbildung sowie ein gutes «Werkzeug»,
um Patienten in der Praxis zielgerichtet
zu behandeln.
■■ Was zeichnet die Behandlungsmethode aus?
Bei plötzlich auftretenden Rückenschmerzen stellt der Manual Mediziner
beispielsweise fest,wo sich eine Störung
oder eine Blockade befindet. Er löst diese
durch einen bestimmten Handgriff.
Auch bei Patienten mit langanhaltenden
Rücken- oder Kopfschmerzen lässt sich
die Schmerzursache oftmals schnell loDr. med. Ulrich
Böhni
Spezialisiert auf Manuelle Medizin, Schmerztherapie, Rheumatologie und arbeitet in einer
Praxisgemeinschaft
mit Orthopäden
in Schaffhausen
Behandeln mit Berührung: Manuelle Therapien bieten individuelle Lösungen bei
Foto: samm
Schmerzen und Verspannungen. kalisieren. Der behandelnde Arzt untersucht in solchen Fällen, ob die Muskulatur, die Kraft der Haltemuskulatur, die
Bandscheibe oder einfach eine Blockierung die Ursache ist.
■■ Was ist bei der Untersuchung
zu beachten?
Die Behandlung eines Rückenproblems
setzt immer eine differenzierte Diagnose
voraus. Wo genau die Funktionsstörung
liegt, wird in der Manuellen Medizin di-
rekt am Patienten festgestellt. Ein Röntgenbild oder MRI zeigt zwar die Strukturen, nicht aber die Schmerzen. Nehmen
wir beispielsweise einen Hexenschuss:
Möglich ist,ein bestimmtes Schmerzmittel zu spritzen und das Resultat abzuwarten. Der Patient kann aber auch mit der
Methode der Manuellen Medizin auf eine
Blockierung oder Muskelverspannung in
einer Wirbelsäulenregion hin untersucht
werden. Diese lässt sich dann mittels bestimmter Handgriffe lösen.
■■ Was sind die Vorteile
dieser Behandlungsmethode?
Die Manuelle Medizin ermöglicht eine
schnelle und wirkungsvolle Funktionsdiagnose. Die Patienten schätzen
es, richtig untersucht und nicht erst
geröntgt zu werden, Tabletten verschrieben oder eine Spritze verabreicht
zu bekommen. Probleme lassen sich
zudem oftmals exakter beurteilen und
weitere Abklärungs- oder Behandlungsschritte genauer planen.
■■ Welche Rolle spielt
die Berührung des Patienten?
Allein schon die Berührung kann wegen
schmerzphysiologischer Zusammenhänge schmerzlindernd wirken.Der Körper reagiert darauf. Berührt man eine
schmerzende Stelle, verschwindet der
Schmerz; lässt man die Stelle wieder los,
kehrt er zurück. Dies sind klare Anzeichen für die richtige Therapiewahl.
■■ Gibt es Behandlungsrisiken?
Die Manuelle Medizin ist eine wirksame
und schonende Methode. Wichtig ist
aber auch, dass die Patienten zuerst
gründlich befragt und untersucht werden. Zeigt die Therapie keine nachhaltige Verbesserung, sind andere Behandlungswege vorzusehen.
■■ Zum Beispiel?
Bei einem Bandscheibenvorfall, einer
Entzündung oder einem Tumor an der
Wirbelsäule. Auch bei chronischen
Schmerzen werden zusätzliche Therapien angewandt. Es gibt aber auch Patienten, deren Beschwerden auf einer
falschen Körperhaltung vor dem PC zurückzuführen sind. Hierfür bedarf es
einer Beratung, wie die Haltemuskulatur, beispielsweise durch Physiotherapie und Krafttraining, gestärkt werden
kann.
■■ Wann empfehlen Sie die
Kontaktaufnahme mit einem FMHzertifizierten Manual Mediziner?
Immer dann,wenn der Patient oder die
Patientin Schmerzen an der Wirbelsäule, an den Gelenken oder in den
Muskeln verspürt.
marco settler
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Mit TCMswiss gegen Rückenschmerzen
Was tun, wenn der Rücken schmerzt? Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat verschiedene Antworten darauf.
Wieder einmal viel zu lange und ohne Pause vor dem
Bildschirm gesessen? Dabei nicht auf die richtige Haltung geachtet? Sich überhaupt zu wenig bewegt?
Keine Zeit gehabt, die für den Rücken wichtigen Muskeln zu kräftigen? Meist wissen wir ziemlich genau,
woher die Verspannungen kommen, die uns im Nacken
und im Rücken sitzen. Aber unser Lebensstil mit seinen
Verpflichtungen scheint uns im Weg zu sein, wenn es
um ausreichend Bewegung und die optimale Körperhaltung geht. Rückenschmerzen können auch auf Verschleiss oder Unfälle zurückgehen, also organische
Ursachen haben. Und manchmal ächzt der Rücken
nicht unter körperlicher, sondern unter seelischer Last.
Denn sogar Sorgen und Stress können Rückenschmerzen verursachen – das ist jedoch weniger bekannt und
wird unterschätzt.
Ganzheitlich angehen
Rückenschmerzen suchen jede Altersgruppe heim, sie
können akut oder chronisch sein und in allen Rückengegenden auftreten – in der Halswirbelsäule, in der
Brustwirbelsäule oder in der Lendenwirbelsäule. Alle
Arten von Rückenschmerzen haben gemeinsam: Sie
drücken etwas aus. Und sie sollten ganzheitlich ange-
gangen werden. Diesen Ansatz verfolgt die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), die sich als Ergänzung
zur Schulmedizin bewährt. Das junge Unternehmen
TCMswiss AG bietet die entsprechenden Behandlungen
in der Schweiz an. Es verbindet dabei chinesische Tradition und Schweizer Qualität.
Mit Nadeln und Gläsern
Bei Rückenschmerzen hat Akupunktur immer wieder
eine starke und nachhaltige Wirkung. In der westlichen
Welt ist sie die bekannteste chinesische Heilmethode.
Der TCM-Arzt setzt dabei feine Einweg-Edelstahlnadeln
auf genau definierte Punkte der Meridiane (Energiebahnen). Das bringt die gestaute Lebensenergie Qi
wieder zum Fliessen – und den Organismus ins Gleichgewicht. Eine Alternative zur Akupunktur ist das Schröpfen. Schröpfkugeln sind kleine runde Gläser. Sie werden
kurz erwärmt und gezielt auf die Energiepunkte gesetzt. Der entstehende Unterdruck saugt die Haut an
und zieht sie hoch. Dadurch weiten sich die Blutgefässe
und die Durchblutung wird stark angeregt. Das Schröpfen fördert ebenfalls den Qi-Fluss, und verhärtetes Hautgewebe sowie verspannte Muskeln lockern sich.
Wärme und Kräuter
Bei Rückenschmerzen tut vielen Wärme gut. TCMswiss
setzt deshalb oft die Therapie Moxibustion ein, auch
kurz Moxa genannt. Dabei werden bestimmte Meri-
diane mit Moxakraut (getrockneter Beifuss) oder mit
einer Moxalampe gewärmt. So lösen sich Energie- und
Blutstagnationen. Ebenfalls eine wichtige Rolle beim
Behandeln von Rückenschmerzen spielt die Kräutertherapie. Die Traditionelle Chinesische Medizin arbeitet
seit mehr als 3000 Jahren mit Rezepturen aus über
5000 Kräutern. Diese natürlichen Substanzen stellen
das Gleichgewicht von Körper und Seele – Yin und
Yang – wieder her. Bei TCMswiss erhält jeder Patient
eine individuell für ihn zusammengesetzte Kräutermischung.
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werden nicht nur die Art der Beschwerden angeschaut,
sondern auch der Gesamtzustand des Patienten, sein
Yin-und-Yang-Gleichgewicht und der Qi-Fluss. In allen
TCMswiss-Praxen therapieren ausschliesslich erfahrene
chinesische Ärzte mit Studienabschluss. Das Unternehmen setzt auf kontinuierliche Weiterbildung des ÄrzteTeams sowie auf Erfahrungsaustausch in internen Workshops und gemeinsamen Fallbesprechungen. TCMswiss
ist in 14 Städten vertreten, neu auch in Zug.
Im Einklang mit Körper und Geist.
Klopfen, Vibrieren, Schütteln: Tuina-Massage
Bei Beschwerden des Bewegungsapparates, insbesondere des Rückens, bewährt sich auch die Tuina-Massage. «Tuina» ist Chinesisch und steht für «Stossen und
Ziehen». Der TCM-Arzt setzt mit klopfenden, vibrierenden oder schüttelnden Bewegungen Impulse an Energiepunkten der Meridiane. Das harmonisiert den Energiefluss im Körper, stärkt die Blutzirkulation und tut den
Muskeln, Gelenken und dem Bindegewebe gut.
14 Praxen – neu auch in Zug
TCMswiss hat den verschiedenen Arten von Rückenschmerzen also viel entgegenzusetzen mit den einzelnen Methoden, insbesondere jedoch mit der individuellen Kombination dieser Methoden. Den Behandlungen
voraus geht die ganzheitliche TCM-Diagnose. Dabei
Praxis Altstetten
Praxis Bülach
Praxis Frauenfeld
Praxis Heerbrugg
Praxis Höngg
Praxis Küsnacht
Praxis Romanshorn
Praxis Spital Bülach
Praxis St.Gallen
Praxis Thalwil
Praxis Uster
Praxis Winterthur
Praxis Zürich beim HB
Praxis Zug *
* ab 8. Februar 2013
Rücken ohne Schmerzen
Nicht leiden, sondern behandeln
Akupunktur
Kräutertherapie
Schröpfen
Tuina-Massage
www.tcmswiss.ch
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