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Fremde Federn Finden - was ist und wie erkennt man ein - ZiLS

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fotolia, Gerhard Seybert
Fremde Federn Finden - was ist und wie
erkennt man ein Plagiat?
Prof. Dr. Debora Weber-Wulff
Würzburg, 20. June 2012
Mittwoch, 20. Juni 2012
1
Wer bin ich?
• Professorin für Medieninformatik an der
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
• “geborene” theoretische Informatikerin, aber
eigentliches Forschungsgebiet: E-Learning
• Seit 2002 “Plagiatsforscherin”
• Stellv. Sprecherin der GI Fachgruppe
Informatik & Ethik
3 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
2
Aber eigentlich bin ich bekannt als die “Jägerin”
(c) Hamburger Abendblatt
3 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
3
Fragen
• Was ist ein Plagiat?
• Warum deckt man es hinterher auf und ist das so
schlimm?
• Kann man mit Software und digitalen Einreichungen
weiter kommen?
• Wie erkennt man Plagiaten?
• Konsequenzen für die Leistungsermittlung?
• Übernahme studentischer Arbeiten durch Dozenten?
4 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
4
Es gibt viele Plagiatoren...
?
5 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
5
Es geht nicht um die Personen!
6 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
6
Was ist ein Plagiat?
Bundesarchiv, B 145 Bild-F079100-0022 / CC-BY-SA
7 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
7
Plagiatsdefinition von Wilson Mizner
Wikiquote
Flickr, cc-by-nc-sa, suttonhoo, 2006
8 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
8
Plagiatsdefinition von der
Modern Language Association
• Plagiat umfasst unter anderem
die Unterlassung von
geeigneten Quellenhinweisen
bei der Verwendung der
Formulierungen oder
besonderen Wortwahl eines
anderen, der Zusammenfassung der Argumente von
anderen oder die Darstellung
vom Gedankengang eines
anderen.
Flickr, cc-by, arthit, 2005
9 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
9
Plagiatsarten
• Copy & Paste
• Übersetzungsplagiate
• Shake & Paste
• Halbsatzflickerei / Verschleierung
• Strukturplagiat
• Neu! Bauernopfer
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Mittwoch, 20. Juni 2012
10
http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Dv
Plagiatsart: Copy & Paste - Komplettplagiat
http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Nm
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Mittwoch, 20. Juni 2012
11
http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Nk
Obwohl die Exzellenz-Universität Heidelberg
diese Arbeit in Ordnung findet....
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Mittwoch, 20. Juni 2012
12
Plagiatsart: Übersetzungsplagiat
http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Mm
http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Mm
13 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
13
Plagiatsart: Shake & Paste
• Man nehme Absätze von
vielen verschiedenen
Quellen ...
• ... mische sie gut durch ...
• ... und lege sie in
wahlfreier Reihenfolge
zusammen.
Flickr, cc-by-sa, Grand Grrl, 2009
14 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
14
Plagiatsart: Halbsatzflickerei
http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Nm
• “Forschung” wird vorgetäuscht,
in dem viele Quellen genommen
und halbsatzweise aneinander
gereiht werden.
• Teilweise werden Wörter
umgestellt oder Synonyma
verwendet.
• Sehr zeitintensiv - und stellt
nur eine Bearbeitung, aber
keine originelle Forschung dar.
Flickr, cc-by-nc, s m johnson, 2005
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Mittwoch, 20. Juni 2012
15
Plagiatsart: Strukturübernahme
• “Inspiration”
• Argumente in der Reihenfolge übernommen
• Fußnoten in der Reihenfolge übernommen
• Aber Wortwahl ist anders
• Ist es überhaupt Plagiat?
Quelle:
Virtuelle Fachhochschule
16 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
16
Neue Plagiatsart:
Bauernopfer, nach Lahusen (2006)
!"#$%&'()$%*
*
+,--$%.".,'&*/#*0#..$&1$%2*
3#$44$5*6"44$%*7889*
!"#$%&#
'(()*++,,,"-./('011/."2'+344$+50('605678/92'/9"'(71#
In Europa besteht „demokratische Identität“ in der Wahl der Parlamente,
zu der man in der Eigenschaft als Teil des Volkssouveräns berechtigt ist.
US-Amerikaner erleben demokratische Identität weniger in diesem
Bereich als darin, Rechte zu haben, auf die man sich jederzeit gerne zu
berufen vermag, und die man als Einzelperson oder Vertretung eines
Minderheitsinteresses vor Gericht einklagen kann. Demzufolge erhalten
Recht und Justiz in den Vereinigten Staaten eine gänzlich andere
Funktion als in Europa, nämlich letztlich eine in weiten Teilen
politische. 998
Volkswillen zu verkörpern und in seinem Namen Massnahmen
durchzusetzen. Ich werde darauf zurückkommen. Fürs erste fasse ich
das US-amerikanischen Demokratieverständnis mit einem Zitat von
Dick Howard zusammen, er ist in den Vereinigten Staaten Professor
für politische Philosophie. Er sagt, US-Demokratie verstehe Politik "als
einen Kampf um das Recht und um Rechte".
In Europa bedeutet übrigens „Politik“ unter anderem, dass in den
politischen Instanzen, insbesondere in den Parlamenten um die
Gesetzgebung gestritten wird; die so entstandene Rechtsordnung wird
dem Staat anvertraut. In den Vereinigten Staaten wird um Rechte
gestritten; der Staat schafft hierfür nur den äußeren Rahmen. Wenn in
den Vereinigten Staaten die Auseinandersetzung um die Verteilung von
Macht direkt – horizontal – in der Gesellschaft zwischen den Privaten
stattfindet, und nur zu einem kleineren Teil im Parlament, so deshalb,
weil den Gründervätern dieser Nation die Vorstellung eines „vernünftigen
Gemeinwillens“ fremd war, der in Europa der Staatsbildung weitgehend
zugrunde liegt. Die „founding fathers“ wollten eine möglichst staatsfreie
Gesellschaft, in welcher die Machtverteilung zwischen Privaten oder
allenfalls Minderheitsgruppen ausgehandelt wird, um Mehrheiten zu
vermeiden, welche die Legitimation hätten beanspruchen können, den
Staat zu stärken.
----998 Vgl. auch G. Haller, Recht – Demokratie– Politik. Zum
unterschiedlichen Verständnis von Staat und Nation dies- und jenseits
des Atlantiks. Referat anlässlich der Tagung „Die USA – Innenansichten
einer Weltmacht“, 7./ 8.Februar2003 an der Katholischen Akademie in
Bayern, München, http://www.grethaller.ch/kath-ak-muenchen.html.
In Europa bedeutet Politik unter anderem, dass in den politischen
Instanzen, insbesondere in den Parlamenten um die Gesetzgebung
gestritten wird, und die so entstandene Rechtsordnung wird dem
Staat anvertraut. In den Vereinigten Staaten wird um Rechte
gestritten, und der Staat schafft dafür nur den äusseren Rahmen.
Wenn in den Vereinigten Staaten die Auseinandersetzung um die
Verteilung von Macht direkt - horizontal - in der Gesellschaft zwischen
den Privaten stattfindet, und nur zu einem kleineren Teil im
Parlament, so deshalb, weil den Gründern dieser Nation die
Vorstellung eines vernünftigen Gemeinwillens fremd war, der in
Europa der Staatsbildung zugrundeliegt. Sie wollten eine möglichst
staatsfreie Gesellschaft, in welcher die Machtverteilung zwischen
Privaten oder allenfalls Minderheitsgruppen ausgehandelt wird, um
Mehrheiten zu vermeiden, welche die Legitimation hätten
beanspruchen können, den Staat zu stärken. Ich nenne hier ein
Beispiel für das unterschiedliche Rechtsverständnis: Schädliche
Produkte werden in Europa durch Gesetze verboten, und zwar
möglichst bevor ein Schaden eintritt. In den Vereinigten Staaten
werden solche Produkte viel seltener verboten, aber der Produzent
wird von den Geschädigten eingeklagt, nachdem der Schaden
eingetreten ist. Deshalb sind "Sammelklagen" jenseits des Atlantiks
durchaus sinnvoll, aber sie stellen im Grunde genommen gar nicht ein
rechtliches Instrument sondern dar, sondern sie sind eine Form der
Politik. Sie ersetzen das, was in Europa durch politische Parteien in die
parlamentarische Auseinandersetzung eingebracht wird, wenn es
darum geht, Missstände zu beheben oder die Rechte benachteiligter
Mitmenschen zu verbessern.
#
17 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
17
Warum deckt man Plagiat hinterher auf?
• Oft Zufall: Bei der Recherche findet man
unerwarteten Dubletten
• Oder beim Schreiben
einer Rezension fällt
etwas auf
• Oder Leute wissen, was
passiert ist und geben
(anonym) Bescheid
Bundesarchiv, Bild 183-28554 -0007/
Heinz Funck / CC-BY-SA
18 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
18
Warum ist Plagiat überhaupt ein Problem?
• Nicht selber das Material durchdrungen haben
• Bessere Noten erschleichen
• Urheber wird ignoriert
• Sie sollten lernen, wie man
eigenständig denkt und wie
man sich mitteilt.
• Wir beurteilen Leistungen,
aus denen z. B. Abitur
oder Job-Befähigungen folgen.
Flickr cc-by-sa: Andrew Schwegler, 2007
19 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
19
Warum ist Plagiat überhaupt ein Problem?
• Plagiat ist auch ein Warnsignal, dass die
Universitäten nicht (mehr) funktionieren:
• Zu große Klassen
• Die Studenten wissen nicht,
wie sie schreiben sollen
• Die Dozenten beraten nicht und lesen die Arbeiten
teilweise überhaupt nicht!
Flickr, CC-BY-NC-ND, teddy-rised, 2008
20 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
20
Offizieller Bundes- und Landespolitik
wenn es um Plagiat geht
Flickr, CC-BY-SA, tropical.pete, 2008
21 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
21
Lehrkräfte und Administratoren
wollen eine einfache Lösung
Photo: Flickr cc-by-nc-sa: xtrarant, 2008
Art Installation: Jamie Pawlus, Indianapolis, Indiana, 2003
22 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
22
Viele Softwarefirmen sind da gerne behilflich
39
23 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
23
Testen von Plagiatserkennungssoftware
• Wir haben einen Korpus an Texten mit bekanntem
Plagiatsgrad (und der Erlaubnis der Autoren ihre
Texte so zu nutzen)
• 2004 mit Gabi Wohnsdorf
• 2007 mit Martin Pomerenke
• 2008 mit Katrin Köhler
• 2010 mit Katrin Köhler
• 2012 mit Katrin Köhler und
Christopher Möller
Photo: Flickr cc-by: Frank Jepsen, 2007
43
/ 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
24
Testablauf 2010 (Plagiatserkennungssoftware)
• 9 Monate Arbeit mit 2 Personen
• 42 Testfälle: Englisch, Deutsch, zusätzlich Japanisch
• Verschiedene Plagiatsarten, wenige Originale
• Softwaresysteme ermittelt, Zugänge organisiert
• 48 Systeme im Test, 26 bewertbar
• Zusätzlich Uwe Kamenz’ ProfNet “Service” getestet
• Ein System - es würde in 2008 nur mit
“ausreichend” bewertet - verbietet uns, deren
Namen zu nennen und weigert eine erneute
Teilnahme.
25 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
25
Testablauf 2012 (Collusionserkennung)
• Collusion: “Zitierkartelle”
• 12+ Monate Arbeit für 2 Hilfskräfte,
etwas Input von mir
• 31 Testfälle für Texte
22 Testfälle für Programmcode
• Softwaresysteme ermittelt, Zugänge organisiert
• 17 Systeme im Test, 14 bewertbar, 15 weitere
Systeme haben nicht auf Anschrift reagiert
• Work in progress!
26 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
26
Bewertungmetriken: Effektivität
• Plagiat oder nicht:
Was wird gefunden?
• Werden Originale als Plagiat
angesehen?
• Japanische Fälle als
Zusatzaufgabe
➡ Kein Sieger,
Kontinuum zwischen
55 % und 64 %
Bundesarchiv, Bild 102-08880 /
Unknown / CC-BY-SA
27 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
27
Probleme: Effektivität
• Umlaute stören, allerdings weniger als früher
• Bearbeitete Texte werden weniger gefunden
• Systeme oft schwer zu bedienen
• Nicht alle Firmen
vertrauenserweckend
• Kopien werden
behalten –
mit allen Rechten!
Flickr, cc-by-nc, Leeks, 2006
28 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
28
Probleme: Effektivität
• Aus Büchern wird nichts
gefunden – auch
nicht wenn sie bei
Google-Books sind!
Flickr, cc-by-nc-sa surrealmuse, 2005
100% Plagiat von Google Books
wird wenn überhaupt mit weniger als 25% gemeldet.
• Übersetzungen werden nicht gefunden.
29 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
29
Bewertungmetriken: Benutzungsfreundlichkeit
• Design, sprachliche Konsistenz, Navigation,
Charakter der Beschriftungen, Druckqualität der
Berichte, Einpassung in den Arbeitsprozess einer
Hochschule
• Support per E-Mail:
Geschwindigkeit,
gute Antworten
• Topp: PlagScan, gefolgt von
PlagiarismFinder, Ephorus,
PlagAware und TurnItIn
Flickr, cc-by, Quapan, 2008
30 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
30
Bewertungmetriken: Professionalität
• Straßenadresse mit Ortsangabe,
Telefonnummer, Name einer realen Person
• Domain-Registrierung unter Firmenname
• Kein Parallelangebot von Hausaufgabenbörse oder
Pornografie oder Werbung dafür
• Telefonische Erreichbarkeit auf Deutsch während der
normalen Geschäftszeiten
• Keine Installierung von Viren
➡ PlagiarismFinder, gefolgt von PlagAware, Strike
Plagiarism, TurnItIn, Docoloc, PlagScan, Blackboard
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Mittwoch, 20. Juni 2012
31
Wie bewerten?
• Kein System war in alle Metriken in der
Spitzengruppe
• Wir haben Ranglisten gebildet für fünf Kriterien (drei
mal Effektivität, Benutzungsfreundlichkeit,
Professionalität)
• Mittlere Rang errechnet
Flickr cc-by: the plunkmaster, 2007
32 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
32
Testergebnis: Nützlich
• Es gab kein System in dieser
Kategorie - nur der Mensch
kann hier sehr gute
Ergebnisse erreichen!
Flickr, cc-by-nc, dianejp, 2009
33 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
33
Testergebnis: Teilweise Nützlich
34 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
34
Teilweise nützlich: PlagAware
• Deutsches System
• Gute Dokumentation
• Mäßige Effektivität: 61%
• Jede Datei muss einzeln hochgeladen werden
• Paßt gar nicht im Hochschul-Workflow
• Sucht Plagiate von Online-Texte
35 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
35
PlagAware
36 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
36
Teilweise nützlich: turnitin
• Besten Ergebnisse für Material, das bereits in ihren
Datenbanken gespeichert ist
• Übersetzungsprobleme: “Benotungsbuch”
• Umlautprobleme
• Wikipedia-Spam-Seiten mit Pornografie
• Angegebene Quellen existieren teilweise nicht mehr
• “Originality Report” addiert gefundende Abschnitte
• Als einziger alle japanische Testfälle in beiden
Kodierungsarten gefunden
37 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
37
38 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
38
turnitin Orginality Report
39 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
39
turnitin: Schön bunt hier!
40 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
40
41 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
41
turnitin speichert Texte
42 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
42
turnitin hat ein langes Gedächtnis
43 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
43
Teilweise nützlich: Ephorus
• Niederländisches System
• Direkteinreichung mit Hand-In-Code
• Benachrichtigung per E-Mail
• Speichert hartnäckig Texte
• Probleme mit Umlaute
44 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
44
45 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
45
Teilweise nützlich: PlagScan
• Newcomer aus Deutschland
• Man erwirbt “PlagPoints”
• Praktisch: Nutzeraccounts für Dozenten
• Platz 1 Benutzbarkeit
• Drei Arten von Bericht, leider keine
Gegenüberstellung
• Nur 60% Effektivität
46 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
46
PlagScan
47 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
47
PlagScan - Bericht
48 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
48
Teilweise nützlich: Urkund
• Schwedisches System
• 2. in der Gesamteffektivität
• 13. in Benutzbarkeit und Professionalität
• Sprachverwirrung
• Komplizierte Bedienung
• Katastrophaler Layout
• Kaum brauchbare Berichte
• Fehlermeldungen kryptisch
• Tests von 2008 waren noch gespeichert
49 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
49
50 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
50
51 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
51
Wir haben zu Guttenbergs Arbeit mit
diesen fünf Systemen getestet
CC-BY_SA, GuttenPlagWiki
52 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
52
Es gab eigentlich
recht viele
Fundstellen
• 135 Quellen
• 94% der Seiten
• 63% der Zeilen
53 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
53
Dissertation Karl-Theodor zu Guttenberg
54 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
54
Ausbeute vs. Präzision
Fall 3 ist was viele
Plagiatserkennungssoftware liefern die Illusion, alles gefunden zu haben.
Fall 4 wäre ideal - sehr viele der
relevante Quellen werden gefunden.
Grafik: VFH Berlin
Fall 1 und 2 sind die häufigste Fälle einige Quellen werden gefunden,
aber auch viel Irrelevantes.
55 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
55
Präzision bei zu Guttenberg
• iThenticate fand 23% der Quellen,
aber bei 1156 “Hits” gingen sie unter.
• Nur 400 davon waren länger als 20 Wörter!
• Wir haben nur die 117 Angaben untersucht, die
100 oder mehr Wörter lang waren.
56 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
56
Präzision
• Gut 40% hiervon waren jedoch unter der
angegebenen URL nicht mehr im Internet auffindbar
• Dabei: 6 der 13 “Top-Quellen”, die für jeden
Abschnitt gemeldet worden waren...
57 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
57
Korrekte Zitate wurden als Plagiat gemeldet
58 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
58
Literaturangaben wurden als Plagiat gemeldet
59 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
59
Fazit:
• Usability problematisch
• Zahlen irreführend
• 404s bei iThenticate
• Die Erst- und Zweitgutachter
hätten aber einen Hinweis
auf ein paar mögliche
Quellen bekommen können.
• Nichts gefunden, was in
Google Books war!
CC-BY_SA, GuttenPlagWiki
60 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
60
Kaum brauchbare Systeme
• Sie finden zwar etwas
- aber übersehen
vieles
• Nicht wirklich gut
nutzbar
• Professionalitätsprobleme
Flickr, CC-BY, Delphine Sindynata, 2009
61 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
61
Flickr, cc-by-sa, savv, 2006
62 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
62
Also lieber selber suchen ....
• Aber die Arbeit liegt nicht digital vor?
• Die Arbeit ist so lang?
• Das Internet ist
aber sooooo groß?!
Flickr, cc-by-nc-nd, t_buchtele, 2009
63 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
63
Verdacht Schöpfen
• Eigentlich nett geschrieben, aber ....
• Stilistisch zu glatt, Vokabular zu speziell
• Komische Formatierungen
• Merkwürdige
Schreibfehler
• Brüche im Stil
450.000 Clip-Arts
64 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
64
Suchtechnik mit Google & Co
• Phrase in "..." eingeschlossen
• Drei bis fünf Substantive
• Der Schreibfehler
Flickr, cc-by-nc-nd, Athena1970, 2008
• Kommentare aus
Quellcode
• Nicht nur die erste
Seite des Ergebnisses
anschauen!
• Zeitlimit setzen
65 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
65
Drei Wörter Reichen
• Drei bis fünf Wörter reichen!
66 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
66
Und wenn ich eine Quelle habe?
http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Quelle:Textvergleich
67 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
67
Portal Plagiat
http://plagiat.htw-berlin.de
Selber suchen!
Fremde Federn Finden
http://plagiat.htw-berlin.de/ff
68 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
68
Sind sie alle schuldig bis zum Beweis der
Unschuld?
Flickr, cc-by-nc, Joe Gratz, 2006
129
/ 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
69
Unsere bisherige
Rolle dabei:
berlin.de
Flickr, cc-by, Marco_Broscheit, 2007
Flickr, cc-by-sa, FluxBit, 2008
JVA an der Universitätspromenade,
Donau-Uni Krems,
Flickr cc-by-nc-sa, thbernhardt, 2008
70 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
70
Sie wissen oft nicht was Plagiat ist!
• Umfrage Studienanfänger Sommersemester 2009
und Wintersemester 2009/10:
• 50% hatten eine passable Definition
• 25% dachten nur an
Produktplagiate
• 25% hatten keine Ahnung
• Umfrage Sommersemester 2011
• 75% hatten eine gute
Definition
Flickr, cc-nc-nd, Admit One, 2006
71 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
71
Sie wissen oft nicht, wie man schreibt!
• Wie recherchiert man?
• Wie fertigt man einen Exzerpt an?
• Wie bewertet man Quellen?
• Wie schreibt man strukturiert?
• Was sind Belege?
• Wie kennzeichnet man Anfang und
Ende einer Übernahme?
• Wie viele Wörter muss man
ändern, damit es kein Plagiat mehr
ist?
Bundesarchiv, Bild 183-S90464 / CC-BY-SA
72 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
72
Konsequenzen - Was machen wir?
• Publizieren von Definitionen, Warnungen und
Konsequenzen
• Lehren - was ist wissenschaftliches Schreiben?
• Prozeduren bei Verdacht festlegen
• Passende Leistungsbeurteilungen
(Prozessdokumentation)
• Kultur des Zitierens
• Weiterbildung von Lehrkräften
• Hier sollten die Bibliotheken
Initiative ergreifen!
Photo: Flickr cc-by-nc-sa: ruthieki, 2005
73 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
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Lerneinheit über Plagiat
• Frankie Wilson and Kate
Ippolito,
Brunel University, UK,
"Working Together to
Educate Students" in
Student Plagiarism in
an Online World
74 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
74
Und wenn Professoren plagiieren?
• Es gibt viele Ausreden
• Es waren die Mitarbeiter....
• Es gibt kein Kollegenschelte....
• Offiziell: Ombud für gute wissenschaftliche Praxis
einschalten
• Hier ist Nachholbedarf an Bewusstsein!
75 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
75
Vielen Dank!
• Homepage:
http://www.f4.htw-berlin.de/~weberwu/
• Plagiats-Blog:
http://copy-shake-paste.blogspot.com/
c. 2011, HTW Berlin /
Jennifer Weber
76 / 76
Mittwoch, 20. Juni 2012
76
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Seele and Geist
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