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Ein Konzert wie im Amphitheater Aussicht auf mehr Lohn - ArtArena

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Zürichsee-Zeitung BeZirk horgen
Dienstag, 9. Juli 2013
Ein Konzert wie im Amphitheater
WädensWil. Zum Höhepunkt des 20-Jahr-Jubiläums des
Heubühnen-Saals im Wädenswiler Neuguet «beflügelte» das
Gershwin-Piano-Quartett am Sonntag zweimal die Besucher.
Katarina roberts
Hautnah erlebten die Zuschauer am
Sonntag im stimmungsvollen Heubühnen-Saal den Auftritt des Gershwin-Piano-Quartetts. Sowohl die 11-Uhr- als
auch die 17-Uhr-Vorstellung achthändiger Klaviermusik waren ausverkauft, als
Veranstalter Philipp Bachofner und das
weltweit bekannte Pianistenquartett um
André Desponds, Stefan Wirth, Benjamin Engeli und Mischa Cheung zum Höhepunkt der Jubiläumssaison des Heubühnen-Saals luden. Die vier Flügel waren in der Mitte des Raums aufgestellt,
auf Augenhöhe der Zuschauer, die, ähnlich wie in einem römischen Amphitheater, um die Flügel herumsassen – ein ungewöhnliches Arrangement, mit dem allerdings der Platz im Saal optisch und
akustisch optimal ausgenutzt wurde.
Anderthalb Stunden dauerte das Programm, das eine nahtlose Brücke mit
Komponisten aus Russland, über George
Gershwin, dessen russische Grosseltern
in die USA ausgewandert waren, bis
nach Amerika schlug. Viele der bekannten Werke waren von den Mitgliedern
selbst in Stücke für Klavier zu acht Händen umgeschrieben worden.
Programm der Kontraste
Von verträumten, fesselnden Liedern, in
denen die Tastenanschläge ineinander
verschmolzen, zu starken, rhythmischen
Werken, die den Boden beben liessen,
war alles vertreten. Den Anfang machten das zarte «Vocalise» und die rasante
«Tarantella» von Sergej Rachmaninow,
beides arrangiert von Benjamin Engeli –
schon hier zeichnete sich ein überraschender Kontrast ab.
Darauf folgte das liebliche Solo von
Stefan Wirth, der mit einer Etüde in FisDur von Aleksander Skrjabin das Publikum bis zur letzten Note fesseln konnte.
Abgelöst wurden die melancholischen
Klänge durch die fröhlichen, klangstarken Rhythmen von drei Stücken aus
«Leutnant Kishé» von Serge Prokofieff,
arrangiert von Mischa Cheung. Wiederum einen Gegenpol dazu bot Benjamin
Engelis Solo mit zwei jazzigen Titeln aus
«Four Piano Blues» von Aaron Copland,
bevor mit George Gershwins «Rhapsody in blue» der mitreissende, ungestüme
Höhepunkt des Programms folgte. Für
acht Hände arrangiert von André Desponds, der 1996 das Gershwin-PianoQuartett ins Leben rief, konnte es die
Dynamik des Originals perfekt einfangen und wiedergeben, was auch mit André Desponds’ Solo «Oh, Lady Be Good»
von George Gershwin mühelos gelang.
Die Überraschung des Abends war
aber die Fuge über ein Thema von Astor
Piazzolla von Stefan Wirth, bei dem zusätzlich zu den vier Flügeln kleine
Schlaginstrumente hinzugezogen wurden – ebenfalls gespielt von den Pianisten, sodass diese teilweise mit einer
Hand eine Perkussion bedienten, während die andere ihre Arbeit auf den Tasten fortsetzte. Das beeindruckte die Zuschauer sichtlich – ihnen war das Erstaunen ins Gesicht geschrieben.
Flügel auch als Zupfinstrument
Wiederum einen Kontrast dazu bildete
das Solo von Mischa Cheung aus den
«Danzas Argentinas» von Alberto Ginastera: zuerst das gefühlvolle, an ein bitter-süsses Schlaflied gemahnende Tanz-
stück «Danza de la moza donosa», dann
die rasante, fast unheilvolle «Danza del
gaucho matrero». Mit «Songs and Dances
from West Side Story» von Leonard Bernstein gelang die zweite Überraschung. Die
ursprünglich poppigen Hits aus dem berühmten Musical passten in der jazzigen
Umsetzung für vier Pianisten von Mischa
Cheung und André Desponds perfekt in
den Rest des Programms. Kreativ war hier
auch die lautmalerische Arbeit, bei der
der ganze Flügel nicht nur als Tasten-,
sondern auch als Zupf- und Schlaginstrument verwendet wird.
Nach einem langen Applaus mit Jubel
und Standing Ovations folgte ein fulminanter Abschluss mit der Zugabe «I Got
Rhythm» von George Gershwin, ebenfalls arrangiert von André Desponds.
Nach unnachgiebigem Beifall wurde eine
weitere kleine Zugabe angehängt – unter
Mitwirkung des wohl jüngsten Gasts der
Aufführung, der auf André Desponds’
Schultern sitzen durfte und mit einem
Augenzwinkern als «musikalisches Jungtalent» bezeichnet wurde.
Was von dem Anlass bleibt, ist das Gefühl, bei einem grossartigen Konzert, das
eigentlich in die Tonhalle gehört hätte,
aber in einer heimeligen Scheune aufgeführt wurde, dabei gewesen zu sein.
Mit dem Motorrad
zu schnell gefahren
langnau. Die Kantonspolizei Zürich
hat am Sonntagvormittag auf dem Albispass eine verkehrspolizeiliche Grosskontrolle durchgeführt. Während drei Stunden wurden insgesamt 46 Motorräder
und deren Lenker überprüft. Bei 13
Fahrzeugen stellte sie technische Mängel
fest. Zwei Motorradlenker verzeigte sie
wegen technischer Mängel an den Fahrzeugen. Zwei Lenker müssen beim Strassenverkehrsamt ihr Motorad nachprüfen
lassen. Ein Fahrer stand unter Drogeneinfluss.
Auf der Albispassstrasse kommt es
immer wieder zu schweren Unfällen, an
denen Motorradfahrende beteiligt sind.
Hauptursache ist die nicht angepasste
Geschwindigkeit, wie die Kantonspolizei
Zürich mitteilt. Es gibt auch Klagen über
unnötigen Lärm. Zur Verbesserung der
Verkehrssicherheit und der Lärmsituation auf der von Motorradfahrenden
stark frequentierten Albispassstrasse hat
die Kantonspolizei Zürich, zusammen
mit dem kantonalen Tiefbauamt, vor
einem Jahr eine Präventionskampagne
erarbeitet. Die Kantonspolizei plant für
die ganze Motorradsaison immer wieder
kleinere und grössere Kontrollen dieser
Art. (zsz)
veranstaltungen
Syrien – Land am Abgrund
WädensWil. Seit in Syrien Bürgerkrieg
herrscht, stehen die Christen als religiöse Minderheit nicht nur zwischen den rivalisierenden Fronten, sondern geraten
auch unter Druck der radikal-islamischen Gruppen. Morgen Mittwoch wird
Christian Forster, Mitarbeiter des christlichen Hilfswerks Open Doors, in der
Freien Evangelischen Gemeinde Fuhr
darlegen, wie die Christen mit dieser
schwierigen Situation umgehen. (e)
Mittwoch, 10. Juli, 20 uhr, Feg Fuhr, Fuhrstrasse
19, Wädenswil.
Musik und Bier
hirZel. Die Musikgesellschaft Hirzel
unter der Leitung von Peter Galliker lädt
zu einem sommerlichen Platzkonzert
unter freiem Himmel ein. Der erfrischende Mix aus traditioneller und moderner Blasmusik lässt Ferienstimmung
aufkommen. Es besteht die Möglichkeit,
das eigens für die neue Vereinsfahne gebraute Fahnenbier zum ersten Mal zu
probieren und Bestellungen aufzugeben.
Das Konzert findet heute Dienstag, 9.
Juli, 19 Uhr, in der Wässeri statt. Durchführung nur bei trockener Witterung. (e)
Literatur in Rüschlikon
im familiären rahmen der Wädenswiler heubühne legte das gershwin-Piano-Quartett einen auftritt hin, welcher der tonhalle würdig gewesen wäre. Bild: Kurt Heuberger
Aussicht auf mehr Lohn
WädensWil. Der Gemeinderat
Wädenswil beauftragt den Stadtrat, das Lohnniveau der Stadtpolizei zu überprüfen. Mit einer
Lohnerhöhung sollen endlich
alle Stellen besetzt werden.
Daniela Haag
Für die Stadtpolizei Wädenswil sind seit
2011 neun Vollzeitstellen bewilligt. Für
fast 21 000 Einwohnerinnen und Einwohner sei dies nichts Verrücktes, argumentierte gestern SVP-Gemeinderätin
Charlotte Baer ihr Postulat. Eine Stelle
habe aber überhaupt nie besetzt werden
können. Wegen Unfalls oder Krankheit
fehlten Korps-Angehörige teils monatelang. Erschwerend komme eine hohe
Fluktuationsrate hinzu. In den letzten
zweieinhalb Jahren sei es zu sieben Abgängen gekommen, rechnete Charlotte
Baer vor. «Die SVP erachtet diesen Zustand zunehmend als Sicherheitsrisiko»,
hielt die Politikerin fest.
Ein Problem, vakante Stellen nicht
rechtzeitig besetzen zu können, ortet die
SVP im tiefen Lohnniveau der Wädenswiler Stadtpolizisten. Ein Polizeibeamter in Winkel im Zürcher Unterland habe ihr gesagt, in Wädenswil müsste er für Gottes Lohn arbeiten.
Baer anerkannte, dass der Stadtrat
bisher den Fokus auf den nicht-monetären Bereich gesetzt habe, um die Attraktivität zu steigern, beispielsweise eine
fünfte Ferienwoche, Entlastung durch
die SIP Wädi oder Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Diese Massnahmen
hätten aber den ständigen Personalmangel nicht stoppen können. «Im Interesse
der Sicherheit muss die Lohnfrage ernsthaft an die Hand genommen werden»,
sagte Baer.
Der Stadtrat ist anderer Meinung, wie
Sicherheitsvorstand Thomas Largiadèr
(SP) gestern ausführte. Die Besoldungsstruktur werde regelmässig überprüft,
sagte er. Und zwar jene aller städtischen
Angestellten. Erkenne der Stadtrat ein
Problem, werde er aktiv. Dies sei beispielsweise mit den Zulagen für die
Stadtpolizisten passiert.
Obwohl der Stadtrat das SVP-Postu-
lat nicht entgegennehmen wollte, muss
er es behandeln, denn der Gemeinderat
hat es mit 23 Stimmen überwiesen. Für
die Überweisung votierten alle Parteien
ausser CVP, EDU und EVP. Die CVP
hätte es begrüsst, wenn die SVP das Anliegen in Form einer schriftlichen Anfrage oder Interpellation eingereicht hätte,
um vom Stadtrat schneller eine Antwort
zu erhalten als mittels Postulat. FDP-Gemeinderat Peter Schuppli forderte den
Stadtrat auf, nebst den monetären Gründen auch anderen möglichen Ursachen
der Unterbesetzung nachzugehen.
«Schmalspurversion»
Im Putzdienst «Wädi wischt» werden erwerbslose Personen künftig rund um den
Bahnhof für Sauberkeit sorgen. Dieser
Dienst ist im Gratisveloverleih-Projekt
«Wädi rollt» des Heks angesiedelt. Er
war von der SVP/BFPW-Fraktion mit
einem Postulat angeregt worden. «Ein
Anfang ist gemacht», sagte gestern SVPGemeinderat Erich Schärer. Allerdings
handle es sich dabei um eine Schmalspurversion. Er hätte ein eigenständiges
Projekt erwartet. Nun hoffe er, dass der
Perimeter des Putzdienstes über den
Bahnhof und den Seeplatz hinaus erweitert werde. Stadträtin und Sozialvorsteherin Felicitas Taddei (FDP) hielt fest,
dass eine zu grosse Ausdehnung nicht
wirtschaftlich wäre. Die Personen, die an
diesem Programm teilnähmen, benötigten teilweise eine Eins-zu-eins-Betreuung.Vom Einsatzprogramm «Wädi rollt»
ist sie nach wie vor überzeugt. Bis zu fünf
Personen könnten jährlich in den ersten
Arbeitsmarkt integriert werden.
Einmal mehr standen gestern auch
mehrere Vorstösse von GLP-Gemeinderat Albert A. Stahel auf der Traktandenliste. Unter anderem schrieb der Rat je
eine Interpellation zu Geschwindigkeitskontrollen und Dämmerungseinbrüchen
ab. Stahel war wie üblich nicht zufrieden
mit den stadträtlichen Antworten. Er
forderte beispielsweise eine Videoüberwachung bei den Einfallsachsen zu Wädenswil, stösst damit beim Stadtrat aber
nicht auf Gehör. Auch wünschte er sich,
dass die 50-km/h-Limite auf der Schönenbergstrasse besser durchgesetzt und
die «Raserei» auf dem Bahnhofplatz
unterbunden würden.
rüschlikon. Am kommenden Donnerstag, 11. Juli, findet der nächste Abend
«Literatur in Rüschlikon» statt. Zur Besprechung ausgewählt haben die Teilnehmer früherer Leseabende «Glut» von
Sandor Marai. Eine Anmeldung ist nicht
erforderlich. Die vorgängige Lektüre des
Buches ist empfohlen, für die Teilnahme
aber keine Voraussetzung. (e)
Donnerstag, 11. Juli, 17 bis 18.30 uhr, gemeindebibliothek, Bodengasse 1, rüschlikon. Weitere
auskünfte erteilt die gemeindebibliothek rüschlikon unter telefon 044 724 32 08 oder unter
e-Mail-adresse: mdreyfus@bluewin.ch.
iMPressuM
redaktion Zürichsee-Zeitung, Burghaldenstr. 4,
8810 Horgen. telefon: 044 718 10 20. Fax: 044
718 10 25. e-Mail: redaktion.horgen@zsz.ch. e-Mail
sport: sport@zsz.ch. online: www.zsz.ch.
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chefredaktor: Benjamin Geiger (bg). stv. chefredaktoren: Michael Kaspar (mk), Martin Steinegger (mst). leiter regionalredaktion: Philipp Kleiser (pkl). sportchef: Peter Hasler (ph).
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Zürcher regionalzeitungen ag, Seestrasse 86,
8712 Stäfa. Telefon: 044 515 44 55. Fax: 044
515 44 59. E-Mail: horgen@zrz.ch. todesanzeigen:
todesanzeigen@zsz.ch. leitung: Jost Kessler.
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