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Diagnose Brustkrebs – wie weiter? - St. Josefs Krankenhaus

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Aus der Stadt Gießen
Freitag, 21. März 2014
❯ Termine
Altkleiderspenden – Vom 24. März bis 28.
März jeweils von 8 bis 12 Uhr können im
Gemeindehaus der Lukasgemeinde (Liebigstraße 56) Kleidungstücke, Schuhe und
Haushaltstextilien für bedürftige Menschen
im In- und Ausland gespendet werden. Weitere Informationen unter Tel. 0 53 51/
52 35 40 oder im Internet unter www.kleiderstiftung.de.
Rüdiger Veit zieht Bilanz – Am kommenden
Mittwoch, den 26. März, veranstalten die
Senioren der IG Metall und der AG 60 plus
im SPD-Unterbezirk Gießen die Diskussion »Bilanz 100 Tage Große Koalition in
Berlin« mit dem Gießener Bundestagsabgeordneten Rüdiger Veit. Beginn ist um 14
Uhr im Bürgerhaus Kleinlinden. Hauptthemen sind der abschlagsfreie Zugang zur
Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren, die
»Mütter-Rente« bis zur Einführung eines
Mindestlohns sowie die Gesundheits- und
Steuerpolitik.
Organspende (k)ein Thema – Um das Für
und Wider der Organspende geht es am
kommenden Donnerstag, 27. März ab 20
Uhr (Einlass 19.30 Uhr, im Martinsaal des
Gemeindezentrums St. Bonifatius (Liebigstraße 20), zu der die Erwachsenenbildung
im katholischen Pfarreienverbund einlädt.
Diskutiert werden kann mit: Prof. Steffen
Augsberg (JLU), Pfarrer Thomas Born, Dr.
Undine Samuel (DSO), Pfarrer Matthias
Schmid, Dr. Fabrice Renner (UKGM) und
Stephan Wach (Asklepiosklinik Ethikberatung).
Jakobsweg mit dem Fahrrad– Seine Reise
über den Jakobsweg schildert Helmut
Schuller am kommenden Freitag, den 28.
März, am 19.30 Uhr bei einem Multivisions-Vortrag im Netanyasaal des Alten
Schlosses. Schuller war nach eigenen Angaben schwer erkrankt, weshalb er seine Ernährung umstellte und so geheilt wurde.
»Voller Energie und neuer Lebenskraft«
pilgert der 67-Jährige schließlich mit dem
Fahrrad von Weiden nach Santiago de
Compostela und Fisterra.
Historische Wanderung des VHC – Der
VHC-Zweigverein Gießen veranstaltet für
Mitglieder und Gäste am Sonntag, den 30.
März eine »Historische Grenzstein-Wanderung« unter der Leitung von Ernst Döpfer.
Die Wegstrecke von acht Kilometer beginnt
am Parkplatz Keltentor in Fellingshausen
und dauert etwa vier Stunden. Treffpunkt
ist um 9.30 Uhr am Gießener Brandplatz
zwecks Bildung von Fahrgemeinschaften
oder 10 Uhr am Parkplatz Keltentor.
Schlussrast im Hotel »Keltentor«. Anmeldungen unter Tel. 0 64 09/25 67 bis 28. März
möglich.
Lachsonntag zur Sommerzeit – Zur Uhrumstellung bietet ein »Lachsonntag« am
Sonntag, dem 30. März, von 14 bis 16.30
Uhr im Familienzentrum Bernhard-Itzel
(Mildred-Harnack-Weg 21) die Möglichkeit,
sich in eine fröhliche sommerliche Grundstimmung zu lachen, und so entspannt in
die Sommerzeit zu starten. Anmeldungen
unter Tel. 0 64 03/6 98 92 41 oder über
www.lach-doch-mit.de.
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❯ Hochschulen
Biotechnologie-Workshop in Indien – Die
rasante Entwicklung der Biotechnologie
hat die medizinische Diagnostik und insbesondere die Diagnostik von Infektionskrankheiten revolutioniert. Dauerte die
Entschlüsselung des genetischen Codes von
Mikroorganismen früher noch Jahre, so
kann diese heute mittels neuer Hochdurchsatz-Sequenzierungsverfahren
innerhalb
weniger Tage erfolgen. Die Anwendung von
Hochdurchsatz-Sequenzierungstechnologien in der mikrobiologischen Diagnostik
und Forschung steht im Fokus des bilateralen indischdeutschen Workshops, der in
dieser Woche in der Madras Medical Mission in Chennai (früher Madras), Indien,
stattfindet. Dem dreiköpfigen Organisationskomittee gehört auf deutscher Seite
Prof. Dr. Trinad Chakraborty an, Dekan des
Fachbereichs Medizin und Direktor des
Zentrums für Medizinische Mikrobiologie
und Virologie der Justus-Liebig-Universität
Gießen (JLU) sowie Koordinator des
Standortes Gießen-Marburg-Langen des
Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Die Veranstaltung wird vom
Department of Science and Technology der
indischen Regierung und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit
rund 40 000 Euro gefördert.
Nummer 68 - Seite
28
Westen soll neue Antworten finden
Podiumsdiskussion zu Ukraine und Krim-Krise im Vorfeld der »Tagung Deutsche Polenforschung«
G i e ß e n (si). »Naiv« sei der Westen gegenüber Russland gewesen. Jetzt, nach der Annexion der Krim, habe die Staatengemeinschaft große Schwierigkeiten, die richtige
Antwort auf den »völkerrechtswidrigen Akt«
zu finden. Die Mittel, etwa schärfere Sanktionen, seien begrenzt. Geprüft werden solle
in jedem Fall eine neue Energiepolitik, die
die Europäische Union von Russland unabhängiger mache. Dies ist, grob skizziert, das
Fazit einer Podiumsdiskussion, die im Vorfeld der gestern eröffneten »3. Tagung Deutsche Polenforschung« kurzfristig ins Programm genommen worden war. Vier Wissenschaftler/innen und eine Journalistin diskutierten dort am Nachmittag im voll besetzten
Margarete-Bieber-Saal zum Thema »Ukraine
quo vadis« – und zwar weit umfassender als
angekündigt, nämlich nicht nur unter dem
Aspekt der deutsch-polnischen Kooperation.
Unter der Moderation von Thomas Born,
Professor für Osteuropäische Geschichte am
Historischen Institut der Justus-Liebig-Universität, gab dort zunächst Nazarii Gutsul –
ein Ukrainer, der in Gießen über sein
Heimatland im Zweiten Weltkrieg promovierte – seine Eindrücke der jüngsten Ereignisse wider. Viele deutsche Medien seien auf
die »russische Propaganda hereingefallen«.
Das habe ihn tief enttäuscht, sagte Gutsul.
Tatsächlich handele es sich um einen Überfall, vergleichbar mit dem »Anschluss«
Österreichs und des Sudetenlands durch das
Dritte Reich. Neben schärferen Sanktion
und der schnellen Erschließung nichtrussischer Öl- und Gaslieferung (etwa durch Norwegen) forderte er die europäischen Staaten
und Deutschland auf, in der Ukraine »Patenschaften«, etwa für Bürgerinitiativen, zu
übernehmen.
Gegenmodell zu »Putin-Russland«
Anna Veronika Wendland, Historikerin am
Marburger Herder-Institut und UkraineSpezialistin (mit besten Kontakten in das
Land), betonte, dass die Ukraine »vielstimmig« sei, auch unter der russischsprachigen
Menschen – »jedenfalls nicht das, was Putin
halluziniert«. In der Ukraine gebe es keine
Konflikte zwischen dem Osten und dem Westen des Landes, sondern einen zwischen »40
oligarchischen Familien gegen das Volk«.
Rechte Gruppen existierten, doch werde das
Problem »völlig überbewertet«. Bei freien
Wahlen kämen sie wohl nicht einmal auf
fünf Prozent. Tatsächlich griffen viele russische Extremisten in der Ukraine ein und seien auch gewalttätig. Derzeit gehe es dort um
die »Westerweiterung Russlands auf Kosten
der Ukraine«. Als mehrsprachiger, pluralistischer und demokratischer Staat sei sie das
»mögliche Gegenmodell zu Putin-Russland«
– und deshalb für Putin so gefährlich.
Sowohl die Ukraine als auch Russland seien direkt Nachbarn Polens, sagte die Journalistin Gabriele Lesser, die als Korrespondentin mehrerer deutscher Tageszeitungen in
Warschau lebt. Das russische Eingreifen löse
Was wird aus der Ukraine? Das bewegt Menschen in Ost und West und wohl auch diese
Frau, die am Sonntag in der Stadt Simferopol auf das Ergebnis der Krim-Abstimmung
wartete.
(Foto: dpa)
dort heftige Emotionen aus – schließlich habe das Land mit dem gleichen Staat schlimme Erfahrungen gemacht. Große Angst gebe
es in Polen, dass das Land in den Konflikt
mithineingezogen werden könne, etwa über
eine Provokation auf ukrainischer Seite.
Dann nämlich trete der Bündnisfall ein und
die Nato müsse intervenieren. Das solle man
ernst nehmen. In Polen, das sich 1989 selbst
befreit habe, gebe es jedenfalls ein großes Interesse an einer zivilstaatlichen und demokratischen Ukraine.
»Sehr hilflos« wirkten in dem Konflikt Europäische Union und USA, sagte Andrea
Garwich, Professorin für Politikwissenschaft
an der Justus-Liebig-Universität mit dem
Schwerpunkt Internationale Integration. Sie
wüssten, dass die jetzt ergriffenen Sanktio-
nen kaum einen Effekt hätten. Wenn sich
Russland nun zurückhalte, könne das Verhältnis zum Westen ungefähr auf den Status
der 90er Jahre zurückfallen (mit »G7« statt
»G8«, also ohne Russland). Dass Kreditangebot, das die EU (plus USA und Japan) der
Ukraine unterbreite habe, sei richtig, wenn
auch unzureichend, sagte Garwich. Die Europäische Union habe lange Zeit Russlands
Machtwillen unterschätzt. Für ihre weitere
Politik brauche sie »Ausdauer«. Falsch sei
die Annahme, dass sich die Ukraine zwischen Russland und dem Westen entscheiden
müsse. Dieser »russischen Logik« dürfe sie
keinesfalls folgen.
Ein Bericht zur Tagungseröffnung, bei der
unter anderem der polnische Botschafter in
Deutschland sprach, folgt morgen.
Vier Wissenschaftler/innen und eine Journalistin diskutierten gestern im Margarete-BieberSaal: Andrea Garwich, Nazarii Gutsul, Thomas Born, Gabrielle Lesser und Anna Veronika
Wendland (v. l.).
(Foto: Schepp)
Diagnose Brustkrebs – wie weiter?
DMP im St.-Josefs-Krankenhaus: »Schonende Operation und unterstützende Therapie«
G i e ß e n (if). Die Anerkennung ist zwar
längst erfolgt, aber nun ist sie mit Urkunde
und Glückwunschschreiben sozusagen auch
offiziell bestätigt: Das St.-Josefs-Krankenhaus Gießen ist als »qualitätsgeprüftes
Krankenhaus« anerkannt und als solches ins
»Disease Management Programm (DMP)
Brustkrebs in Hessen« integriert. Damit, so
Prof. Dr. Uwe Wagner, Direktor der Universitätsfrauenklinik Marburg, in einem Begleitschreiben an Dr. Peter Gilbert, den Leiter der
Fachabteilung Gynäkologie und Oberärztin
Dr. Silvia Ghasemi, werde die schon bisher
geleistete gemeinsame Arbeit gewürdigt.
Jede zehnte Frau, so die Statistiken, muss
im Laufe ihres Lebens damit rechnen, an einem Mammakarzinom zu erkranken. Jährlich schätzt man rund 120 Neuerkrankungen
pro hunderttausend Einwohnern. Nüchterne
Zahlen, die jedoch für die betroffenen Frauen und ihre Familien plötzlich eine Fülle von
Fragen aufwerfen. Wie geht es weiter ?
Das »DMP« – Disease Management-Programm – an dem die Patientin teilnehmen
kann – so erläutert Chefarzt Dr. Gilbert, Mitbegründer des vor über zehn Jahren ins Leben gerufenen Marburger Brustzentrums –
sieht »qualitätsgeprüfte Behandlungspfade
vor«. Die gesetzlichen Anforderungen, die
dafür zuletzt im Juli 2012 auf nicht weniger
als 28 Seiten im Bundesanzeiger veröffentlicht worden sind, schreiben ebenso minutiös
wie verbindlich fest, dass »Behandlungen
nach dem aktuellen Stand der medizinischen
Wissenschaft ... nach bester verfügbarer Evidenz« zu erfolgen haben. Schon vor Beginn
der definitiven Therapie müsse dabei ausführlich mit der Patientin über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten
gesprochen werden. Wörtlich weiter: »Bei
den operativen Verfahren müssen organerhaltende und ablative Verfahren, ebenso wie
die Möglichkeiten der Rekonstruktion dargestellt werden«. Und: »Der Patientin ist eine
Freuen sich über die Anerkennung als DMP-Klinik: Oberärztin Silvia Ghasemi, Chefarzt
Peter Gilbert, Schwester Fabiola und Verwaltungsleiter Andreas Leipert (v. l.).
(Foto: pv)
angemessene Zeit für die Entscheidungsfindung einzuräumen«.
»Die standardisierte Erstversorgung«, so
erläutert Chefarzt Gilbert, »bedeutet nach
diesen Richtlinien eine zeitnahe Gewebeuntersuchung durch eine Stanzbiopsie mit
ebenfalls zeitnaher, möglichst brusterhaltender Operation bei minimal invasiver Technik
der Lymphknotenentfernung«. Im Klartext:
Die noch vor kaum einer Generation übliche
Amputation der befallenen Brust, verbunden
mit der Ausräumung der Lymphknoten, ist
überholt. Ziel der Therapie ist, sofern der
Wächterlymphknoten es erlaubt, die Brusterhaltung.
Das St.-Josefs-Krankenhaus gehört, zusammen mit zertifizierten Kliniken in Bad
Berleburg, Wehrda, Homberg und Frankenberg sowie sechs Reha-Einrichtungen und
über 70 Frauenarztpraxen zum »Brustzentrum Regio«. Das bedeutet, dass der jeweilige Operateur, der mindestens über fünfzig
Brustkrebsoperationen pro Jahr nachweisen
muss, bei den wöchentlichen Besprechungen
des »Tumorboards « in Marburg seine neuen
Patientinnen vorstellt. »Dabei wird ein
schlüssiges, individuelles Behandlungskonzept mit den Pathologen, Onkologen und
Strahlentherapeuten festgelegt«, so Gilbert.
Die Teilnahme am DMP-Programm ist freiwillig. Entschließt sich die Patientin dafür,
ist sie für die folgenden fünf Jahre in ein
standardisiertes Behandlungs-, Nachsorgeund Überwachungsprogramm eingebunden,
wobei die niedergelassenen Frauenärzte, sofern sie als »DMP«-Ärzte anerkannt sind, die
Nachsorge übernehmen.
Dr. Gilbert: »Mit diesem Konzept wird sichergestellt, dass die Patientin eine zeitgemäße, adäquate, schonende Operation erhält,
dass die unterstützende medikamentöse oder
Hormonbehandlung den neuesten Leitlinien
entspricht und dass auch die Nachsorge qualitätsgesichert und standardisiert verläuft«.
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