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Hydrant versagt bei Großbrand: Wie konnte das nur passieren?

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Vorpommern Kurier
Seite 16
Freitag, 17. Januar 2014
Hydrant versagt bei Großbrand:
Wie konnte das nur passieren?
Von Veronika Müller
Eine Doppelhaushälfte steht
in Flammen, die Feuerwehr
rückt an und dann das:
kein Wasser. Was ist passiert? Niemand weiß des
Rätsels Lösung. Wasserversorger und Ordnungsamt
suchen nach Erklärungen.
Doch bisher Fehlanzeige.
Jetzt soll ein „RundtischGespräch“ helfen.
Hydranten funktionieren nicht. Dieser Satz
des Anklamer Wehrführers
Bernd Zahn hat den Chef der
Gesellschaft für kommunale Umweltdienste (GKU),
Frank Strobel gestern aufgeschreckt. „Die unterliegen
regelmäßigen Kontrollen.
Wir haben keine
FehlerANKLAM.
meldung bekommen. Das kann doch alles
gar nicht sein.“ Und dann
fügt Strobel hinzu: „Die
Feuerwehr Anklam hat diesen Kontrolljob seit Jahren
im Auftrag der GKU inne.
Sie bekommt sogar Geld dafür.“ Er habe sämtliche Protokolle genau unter die Lupe
genommen, um ja keinen
Fehler zu übersehen. Aber
Fehlanzeige. Es gab keine
Meldung über Funktionsstörungen. Seine Leute seien auch gestern gleich noch
einmal ausgerückt, um die
Hydranten zu überprüfen.
„Der Druck ist im normalen
Bereich. Zwischen 10
bis 17 Ku-
bikmeter
pro Stunde rauschen da
durch.“ Das sei zwar nur
zwei Drittel der Menge,
die die
Feuerwehr zum Löschen braucht, aber nur ein
paar Meter weiter sei ein
spezieller Hydrant, der weit
mehr als die erforderliche
Menge bringt. „Der ist in den
Plänen, die die Feuerwehr
in jedem Einsatzwagen hat,
auch farblich markiert.“
Warum der nicht gleich angezapft wurde, ist Strobel
rätselhaft. „Vielleicht ist
das in dem Stress vor Ort
beim Brand einfach untergegangen“, vermutet er.
Schließlich
kennen die
Feuerwehrleute „ihre“
Hydranten eigentlich genau.
Die kleineren reichen zwar
für den ersten Angriff, aber
für Dauer seien diese nicht
ausgelegt.
Dennoch ist die
ganze Geschichte rätselhaft.
Denn inzwischen gibt es
Gerüchte, dass die GKU angeblich einen Tag zuvor an
genau dem „Ausfall-Hydranten“ gewerkelt haben soll.
„Das stimmt nicht. Niemand
unserer Leute war dort. Das
haben wir geprüft.“ Auch
die Behauptung, dass
überhaupt kein
Wa s s e r
aus dem Anschluss
kam, sei falsch. „Wenn ein
Hydrant nicht geht, dann
haben die Anlieger auch
kein Wasser. Denn die sind
alle mit dem Trinkwassernetz verbunden.“ Die GKU
sei lediglich am Mittwochnachmittag am Brandort
gewesen, um den Hausanschluss zu schließen. Das sei
so üblich, sagt Strobel.
Unterdessen hat Wehrführer Bernd Zahn beim Chef
des Anklamer Ordnungsamtes Dirk Bierwerth
um ein
Gespräch mit der
GKU gebeten. „Wir werden
uns kurzfristig zusammensetzen, um das zu klären“,
sagt dieser. Es sei bekannt,
dass es Schwachstellen mit
den Hydranten in der Stadt
gebe. „Wir wollen das klären, damit in Zukunft so etwas nicht noch einmal passiert.“ Außerdem bestätigte
er die Aussage Strobels, dass
in jedem
Einsatzfahrzeug
der Feuerwehr ein Hydrantenplan liegt. „Außerdem
haben unsere Leute eine
sehr gute Ortskenntnis.“
Auch die Aussage Zahns,
einige Hydranten hätten
nicht funktioniert, wollte
der Wehrleiter gestern so
nicht bestätigen. Fakt ist:
Niemand hat eine wirkliche
Erklärung – diese muss aber
gefunden werden. „Aufklärung ist notwendig.“ Darin
waren sich dann alle einig.
Eine neue Wohnung für die Opfer des Feuers
Von Veronika Müller
Wenn Familien von jetzt auf
gleich keine Bleibe mehr
haben, ist schnelle Hilfe
gefragt. Die Wohnungsgesellschaften haben nicht
lange gefackelt und den
Brandopfern Unterkünfte angeboten. Auch die Volkssolidarität ist mit im Boot. Sie
haben wie die Stadt Anklam
ein Spendenkonto eingerichtet.
Bereits heute bezieht eine vierköpfige Familie, die am Mittwoch ihr Zuhause durch den Großbrand
in Anklam verloren hat,
eine neue Wohnung. „Es
eine unserer Gästewohnungen. Komplett eingerichtet.
Nicht besonders groß, aber
ich denke, für den Anfang
ist das ausreichend.“ Die
Chefin der Grundstücksund Wohnungsverwaltung
Anklam (GWA), Susanne
Bluhm, ist gleich nachdem
sie von dem Unglück erfuhr,
aktiv geworden. „Wir haben
uns sofort mit den Familien
in Verbindung gesetzt und
unsere Hilfe bei der Suche
ANKLAM.
AZ
nach einer Übergangswohnung angeboten.“ Das Gleiche lief bei der Wohnungsgenossenschaft Anklam (AWG)
ab. Auch hier rotierten sofort die Mitarbeiter, um
schnell und unkompliziert
behilf lich zu sein. „Da ist
schnelles Handeln gefragt.
Schließlich können die Menschen nicht tagelang bei
Verwandten und Freunden
auf dem Gästesofa schlafen.
Wir haben Ferienwohnungen, die für solche Fälle
selbstverständlich zur Verfügung stehen“, sagt AWGChef Karl-Dieter Lehrkamp.
Susanne Bluhm fügt hinzu:
„Die Leute bekommen bei
uns nicht den Mietvertrag in
die Hand gedrückt, sondern
den Wohnungsschlüssel.“
Wie gesagt, eine Familie
hat sich bereits entschieden,
die anderen beiden sind den
Angaben zufolge ebenfalls
bereits auf dem Weg in ein
Übergansquartier.
Wenn es um Sachspenden geht, verweist Susanne
Bluhm allerdings auf die
Anklamer Tafel. „Die Mitarbeiter dort sind vertraut
mit solchen Aktionen. Sie
können das besser koordinieren.“ So sieht es auch
die Chefin der Volkssolida-
rität Kerstin Winter – allerdings mit Einschränkungen:
„Unsere Erfahrungen mit
Die Doppelhaushälfte ist
unbewohnbar. Doch binnen
kürzester Zeit ist eine beispiellose
Hilfsaktion angelaufen, an der sich
auch die GWA mit Notunterkünften
beteiligt. FOTO: ANNE-MARIE MAASS/ARCHIV
derartigen Hilfsaktionen
haben gezeigt, dass Geld
eigentlich viel hilfreicher
ist. Die Familien wissen
am besten, was sie brauchen.“ Natürlich seien zuerst Kleidung, Decken und
Ähnliches wichtig. Doch
eben nicht nur. Darum hat
die Volkssolidarität wie die
Hansestadt ein Spendenkonto eingerichtet. „Eigentlich
reicht ja ein solches Konto.
Aber gleich am Mittwoch
gingen bei uns so viele Anrufe von Spendenwilligen ein,
dass wir handeln mussten.
Dass zeitgleich die Stadt das
ebenfalls tat, ist ein Zufall.
Aber sicher nicht schlimm.
Die Gelder kommen so oder
so bei den Betroffenen an.“
Spendenkonten
Volkssolidarität GreifswaldOstvorpommern e.V.
IBAN: DE72 1505 0500 0100 1235 38
BIC: NOLADE21GRW
Verwendungszweck:
Brandopfer Anklam
Konto der Stadt Anklam
Konto-Nummer: 450
Sparkasse Vorpommern
Bankleitzahl: 15050500
Verwendungszweck:
Brandopfer Anklam
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