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In historischer „Trinitatiskirche“ einen Wärmekomfort wie im - Viega

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Alles gut geregelt: Auch für
SHK-Meister Roland Dittmar
und Viega-Verkaufsberater
Andreas Möller war die
Sanierung der „Trinitatiskirche“
ein Projekt, das ganz besondere
Herausforderungen an Planung
und Ausführung stellt.
In historischer „Trinitatiskirche“
einen Wärmekomfort wie im Neubau
Flächenheizungssystem „Fonterra“ von Viega sichert
zudem Erhalt der Bausubstanz
Die energetische Ertüchtigung
historischer Baudenkmäler ist
eine besondere Herausforderung für jeden Planer. Denn
in aller Regel gibt es außer
der Inaugenscheinnahme keine verlässlichen Angaben zur
Bausubstanz – aber dafür
jede Menge Restriktionen seitens der Behörden, wenn es
sich um ein Baudenkmal handelt. Wie ein solches Projekt
aber in gemeinsamer Anstrengung aller Beteiligten
zu einem erfolgreichen Abschluss geführt werden kann,
zeigt die denkmal-geschützte „Trinitatiskirche“ in Ruhla, die unter anderem mit
dem Flächentemperiersystem
„Fonterra“ von Viega ausgestattet worden ist.
Die im 16. Jahrhundert errichtete
Kirche ist aus massivem Bruchstein-Mauerwerk errichtet worden, die Wände sind durchweg
etwa einen Meter stark. Weißer
Kalkputz ziert die Außenwände,
innen sind sie nach der Sanierung noch im Rohzustand. Das
lässt einen guten Blick auf die
fein behauenen Kalksandsteine
zu, die als Rahmung für die
Buntglasfenster dienen. Für die
Bauweise typisch: Ein Fundament im klassischen Sinne gibt
es nicht, der Kirchenboden war
prinzipiell der gewachsene Fels
plus glatt gezogener Erde als
eine Art Ausgleichsschicht.
Über dem Ort an einem Steilhang gelegen ist die kleine Kirche
ständig ungeschützt den Unbilden der Witterung ausgesetzt. Im
landschaftlich reizvollen Thüringen
bedeutet das: Lange kalte Winter,
scharfe Westwinde, im großen
Mittel zehn Regentage pro Jahr
und Nachttemperaturen, die selbst
im Juli kaum über 13 ° C kommen
(Quelle: DuMont Reiseverlag).
Zusammengefasst: Der Baukörper ist und bleibt ganzjährig
vergleichsweise kalt und feucht.
Intermittierende
Nutzung problematisch
Das spielt unter bauphysikalischen Gesichtspunkten nur eine
nachgeordnete Rolle, wenn es
entweder gar keine oder alternativ eine kontinuierliche Nutzung gibt, also beispielsweise
die Umwidmung in ein kleines
Restaurant – wie es in Bielefeld
mit der „Martinikirche“ geschah.
Denn dann wird das Gebäude
entweder überhaupt nicht oder
eben durchgängig beheizt – beides ist für die Erhaltung der Bausubstanz gleichermaßen günstig.
In Ruhla aber, wo die meiste
Erhaltungslast auf den Schultern
des Fördervereins ruht, kann
und wird es nur eine temporäre,
punktuelle Nutzung geben. Dann
ist die „Trinitatiskirche“ beispielsweise für einen Abend Konzertoder Vereinssaal, oder sie steht
zum „Tag des Denkmals“ offen.
Die Konsequenz: Das Gebäude
muss über Tage oder Wochen
energiesparend auf einem sehr
niedrigen Level gehalten und
dann möglichst schnell auf ein für
die Nutzung komfortables Temperaturniveau aufgeheizt werden.
Heizkonzept zudem
energiesparend
Um diesen Zielkonflikt aus „Bausubstanz erhalten“, „Energie
sparen“ und „Komfort gewährleisten“ bei intermittierender
Nutzung aufzulösen, hat das
Team von ihv – ingenieurbüro greifendorf aus Gotha ein
interessantes Heizkonzept entwickelt, das auf dem Flächenheizsystem „Fonterra Base“ von
Systemanbieter Viega und einer
ergänzenden Konvektorenheizung basiert.
Die Flächenheizung „Fonterra
Base“ sichert in dem Baudenkmal eine Grundtemperatur zwischen 6 und 8 ° C ab. Dazu sind
auf rund 300 m2 insgesamt 26
Heizkreise installiert worden, die
energiesparend mit einer Vor-
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2012
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OBJEKT-REPORT
Aufgrund der außergewöhnlichen bauseitigen Rahmenbedingungen
war bei der Baumaßnahme in Ruhla Team-Arbeit gefragt (v. re.):
TGA-Fachplaner Dipl.-Ing. Rolf Greifendorf, Viega-Verkaufsberater
Andreas Möller, Viega-Planerberater Gerald Hake und SHK-Fachhandwerksmeister Roland Dittmar.
lauf- / Rücklauftemperatur von
35 / 30 ° C gefahren werden. Verlegt ist das Tackersystem auf einer 20 cm starken Bodenplatte,
die mit einer 10 cm starken Styrodurschicht gegen das Erdreich
gedämmt wurde. Eine Schweißbahn verhindert aufsteigende
Feuchtigkeit gegen drei Zentimeter Ausgleichsschüttung,
die auch als Trittschalldämmung
dient. „Fonterra“-Systemplatten
als Träger für das mit Tackernadeln befestigte PB-Rohr in der
Dimension 20 x 2,0 mm, die Estrichschicht und schließlich im
Dünnbettverfahren verlegte Terrakotta-Platten komplettieren
den neuen Fußbodenaufbau.
Um ebenso energieeffizient
wie komfortabel zu heizen, sind
von den 24 im Kirchenschiff ver-
Insgesamt 24 Heizkreise wurden allein im Kirchenschiff des denkmalgeschützten Gebäudes verlegt.
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2012
legten Heizkreisen vier individuell
regelbar. So lässt sich das natürliche
Temperaturgefälle beispielsweise
im Altarraum oder im Eingangsbereich präzise ausgleichen.
Generell gilt in der „Trinitatiskirche“ – nach dem einmaligen
Aufheizen zum Austrocknen –
für die „Fonterra“-Flächenheizung ansonsten die konstante
Haltung einer Grundtemperatur von 5 bis 6 ° C bei 35 / 30 ° C
Vorlauf- / Rücklauftemperatur.
Draußen kurzfristig auftretende
Temperaturveränderungen werden erfolgreich durch die massiven Außenwände abgepuffert.
Gleichzeitig sorgt die Kombination aus Mauerstärke und Grundlast dafür, dass an den Bauteiloberflächen kein Tauwasser ausfallen kann – die Bausubstanz
wird also geschützt.
Durch die konstante Grundtemperaturhaltung kann der als
Wärmeerzeuger installierte GasBrennwertkessel im Wesentlichen
verbrauchsarm mit etwa 70 kW
(von 105 kW) Leistung im Teillastbetrieb laufen, den Brennwert-Effekt also voll ausnutzen.
Steht eine Nutzung der „Trinitatiskirche“ an, wird sie etwa
einen Tag vorher beginnend auf
18 ° C aufgeheizt. Neben dem
Leistungsplus, das die Gas-Brennwertheizung bietet, steht dafür
dann die ergänzende Konvek-
torenheizung zur Verfügung. Sie
ist in Unterflurschächten umlaufend am Rande des Kirchenschiffs installiert und bringt gebläseunterstützt etwa 1 K Temperaturanhebung pro Stunde.
Diese „sanfte“ Wärmezufuhr
schließt Kondensbildung aus
und verhindert Staubverwirbelungen.
In der Praxis hat sich das Beheizungskonzept bereits bewährt, bestätigt Dipl.-Ing. Rolf
Greifendorf: „Zum »Tag des
Denkmals« hat die Flächenheizung bei den Besuchern für einen bemerkenswerten »AhaAffekt« gesorgt. Denn die Erwartungshaltung beim Betreten der historischen Kirche war
typisch für ein Baudenkmal, der
Wärmekomfort entsprach aber
dem eines Neubaus!“
„Einfache Installation
auch bei Kälte“
Dass die Flächenheizung in der
historisch wertvollen Kirche mit
dem System „Fonterra Tacker“
von Viega umgesetzt wurde, begründet der ausführende SHKFachhandwerksmeister Roland
Dittmar vor allem mit den Vorzügen des Systemrohrs aus Polybuten: „Trotz der teilweise sehr
niedrigen Temperaturen, die
während der Arbeiten in der
unbeheizten Kirche herrschten,
Die Fachhandwerker schätzten bei der Installation vor allem die leichte Biegbarkeit des „Fonterra“-Systemrohres selbst bei niedrigen Außentemperaturen.
sowie rund 100 m Trinkwasserverrohrung aus dem durchfluss-
ließ sich das Rohr problemlos von
der Rolle verlegen und selbst in
kleinen Radien einfach biegen.
Außerdem blieb das »Fonterra«Rohr dadurch vor dem Festtackern sofort plan auf den Systemplatten liegen und musste nicht
aufwändig gerichtet werden, während sich andere Rohrsysteme
sonst immer wieder aufwölben.“
Die einfache Verarbeitung
dank Pressverbindungstechnik –
sowie die Möglichkeit, dieselben
Presswerkzeuge auch für die
weiteren Heizungs- und Sanitärinstallationen mit Viega-Systemen einzusetzen – sprachen
zusätzlich für „Fonterra“: Die
Hauptanschlussleitungen von
Heizung und Verteilern sind
beispielsweise aus dem verzinkten Stahlrohrsystem „Prestabo“,
die Heizungsanbindeleitungen
sowie rund 100 m Trinkwasserverrohrung aus dem durchfluss-
optimierten Rohrleitungssystem
„Raxofix“. Und selbst der Hausanschluss stammt aus dem ViegaSystemverbund, dem speziell für
die Erdverlegung entwickelten
Rohrleitungssystem „Geopress“.
Womit in Ruhla zumindest
bauseits die besten Voraussetzungen geschaffen sind, dass die
mit viel Liebe zum Detail grundlegend sanierte „Trinitatiskirche“
wieder zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt in der lebendigen thüringischen Kleinstadt
wird. Vor allem, weil – rein technisch betrachtet – der nächste
zukunftsweisende Schritt auch
schon vorgesehen ist: Die Installation eines noch ressourcenschonenderen Mini-Blockheizkraftwerks. Aber dazu müssen erst
einmal die Förderprogramme wieder passen, bevor der umtriebige
Förderverein diese nächste Herkules-Aufgabe stemmt …
■
Förderverein diese nächste Herkules-Aufgabe stemmt …
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Das Gebäude-Energieberater-Forum
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für Leser de-Nr. EF12-107
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www.effiz
Die Kirche „St. Trinitatis“
Die Geschichte der Barockkirche „St. Trinitatis“ an einem Hang
über Ruhla in Thüringen lässt sich bis in das Jahr 1682 – andere
Quellen: 1662 – zurückverfolgen. Zuvor hatte an diesem Platz
bereits eine Kapelle gestanden, die aber aufgrund des Kirchenstreits von Ruhla abgerissen werden musste. 1920 ging die
Kirche in kommunalen Besitz über, konnte aber weiterhin als
Gotteshaus genutzt werden.
Existenziell bedroht war das Bauwerk ab 1995 jedoch durch
den Echten Hausschwamm, der unter anderem in Dachgebälk
gefunden wurde. Der engagierten Stadtverwaltung und einem
ebenso einsatzfreudigen Förderverein aber ist es zu verdanken,
dass die Kirche saniert werden konnte. In mittlerweile zehn Bauabschnitten sind beispielsweise der Dachstuhl ausgewechselt
und die Buntglasfenster restauriert oder ersetzt worden. Insgesamt flossen 1,5
Millionen Euro in die Sanierung. Heute steht
www.effizienzforum.de
das schmucke Bauwerk für Konzerte oder ähnliche Veranstaltungen zur Verfügung.
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2. März 2012
Messe Freiburg
Weitere Infos unter: www.ruhla.de
10.45 Uhr
Die Kirche „St. Trinitatis“
Die Geschichte der Barockkirche „St. Trinitatis“ an einem Hang
über Ruhla in Thüringen lässt sich bis in das Jahr 1682 – andere
Quellen: 1662 – zurückverfolgen. Zuvor hatte an diesem Platz
bereits eine Kapelle gestanden, die aber aufgrund des Kirchenstreits von Ruhla abgerissen werden musste. 1920 ging die
Kirche in kommunalen Besitz über, konnte aber weiterhin als
Gotteshaus genutzt werden.
Existenziell bedroht war das Bauwerk ab 1995 jedoch durch
den Echten Hausschwamm, der unter anderem in Dachgebälk
gefunden wurde. Der engagierten Stadtverwaltung und einem
ebenso einsatzfreudigen Förderverein aber ist es zu verdanken,
dass die Kirche saniert werden konnte. In mittlerweile zehn Bauabschnitten sind beispielsweise der Dachstuhl ausgewechselt
und die Buntglasfenster restauriert oder ersetzt worden. Insgesamt flossen 1,5 Millionen Euro in die Sanierung. Heute steht
das schmucke Bauwerk für Konzerte oder ähnliche Veranstaltungen zur Verfügung.
11.30 Uhr
12.00 Uhr
14.00 Uhr
14.45 Uhr
16.00 Uhr
Vortragsprogramm
2.–
Ergebnisse der Studie
„Wo steht die Energieberater-Branche?“
BAFA-Vor-Ort-Beratung - Aktuelles zu den
Fördermitteln 2012 und der Listung
Podiumsdiskussion: „Daseinsberechtigung der
Energieberater“ – was ist (eine gute) Energieberatung?
Was müssen Energieberater zukünftig können/leisten?
Neuer KfW-Effizienzhausstandard
“Effizienzhaus Denkmal“
Rechtsicher Netzwerken - Chancen und Potenziale
für Energieberater
Workshops Bürokosten/Honorare, Marketing,
Messerundgang über die GETEC
Weitere Infos unter: www.ruhla.de
© Heizungs-Journal Verlags-GmbH • Postfach 370 • D-71351 Winnenden • Tel. (0 71 95) 92 84-01 • Fax (0 71 95) 92 84-11
Parallelveranstaltung: Gebäude.Energie.Technik
2.–4.3.2012 | Messe Freiburg | www.getec-freiburg.de
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