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DAS BLATT - Ausgabe 4/2013 (Dezember)/ 7721 kB - LMS

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Das BLATT
Informationsdienst der
LMS Agrarberatung / LUFA Rostock
Mit Wissen Wachstum schaffen
Rückblick und Ausblick zur Milchproduktion
Effizienzsteigerungen
sind möglich!
ZÜCHTUNGSFORSCHUNG BEI ROGGEN
Neue Perspektiven
für ein traditionelles
Getreide
Staatliche Zuwendungen bis 2020
Wie abhängig sind
die Landwirte vom
Staat?
Heft 4 / 2013
Dezember
2. Jahrgang
Editorial
Inhalt
Willkommen
Agrarberatung
Biogas: Was macht den Unterschied?
4
4 Biogasproduktion
Effizienzsteigerungen sind möglich!
10 Rückblick und Ausblick zur
Milchproduktion
Agrar- und Rohstoffmärkte
14 Kommentar zur Preisentwicklung
Forschung
Berthold Majerus
Geschäftsführer
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,
Weihnachten steht vor der Tür – Zeit zum Innehalten
und um über das vergangene Jahr zu reflektieren.
Wenn in dieser Zeit die Weihnachtsplätzchen
gebacken werden, am Heiligen Abend die Schweinemedaillons in der Pfanne duften und Mama aus
Milchprodukten die leckersten Desserts zaubert –
wenn die Bioenergie die Lichterketten zum Leuchten bringt und die Wohnzimmer erwärmt – dann
sollten wir und die gesamte Bevölkerung uns daran
erinnern:
Der Tisch ist reich gedeckt – und das ist bei Weitem
nicht selbstverständlich, sondern letztendlich das
Ergebnis einer gesunden Landwirtschaft.
Wie in allen „Das Blatt“-Ausgaben geht es auch in
dieser Dezemberausgabe um Fachkompetenz pur.
Um Agrarberatungsthemen, Forschungsergebnisse,
Existenzsicherung, Veranstaltungen und Tipps, mit
denen wir einen Beitrag zur weiteren Effizienzsteigerung in der Landwirtschaft leisten wollen. Neben
Autoren aus dem eigenen Unternehmen haben
fast schon traditionell Autoren aus der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV
und dem Julius Kühn-Institut in Groß-Lüsewitz zu
dieser Ausgabe beigetragen.
2
Das Blatt 4/2013
Das Jahr 2013 zählte für die Landwirtschaft in den
meisten Bereichen zu den „besseren Jahren“. Nach
einer langen Zeit der Stagnation auf niedrigem
Niveau zogen die Milchpreise deutlich an, so dass
wieder auf kostendeckendem Niveau produziert
werden kann. Die Erträge im Marktfruchtbau waren durchweg besser, als man noch im Frühjahr
witterungsbedingt gedacht hatte. Wer rechtzeitig
kontraktiert hatte, konnte die Preisbaisse in der
Ernte gelassener beobachten. Ferkelerzeugung und
Schweinemast sind landwirtschaftliche Produktionsbereiche, die auch im laufenden Jahr wirtschaftlich
eher bescheidene Ergebnisse erzielt haben.
An dieser Stelle möchten wir uns bei Ihnen für Ihre
Verbundenheit zu unserem Unternehmen auch in
diesem Jahr bedanken. Egal ob Wetter, Preise oder
Politik – wir freuen uns darauf, mit Ihnen gemeinsam neue Herausforderungen zu meistern.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine besinnliche Zeit, ein frohes Fest und ein erfolgreiches Jahr
2014.
Ihr
Berthold Majerus
Geschäftsführer
18
Wie Sie wirtschaftlich solide Unternehmen
weiterentwickeln
18 Diversifizierung: Chancen und Risiken
Neue Perspektiven für ein traditionelles Getreide
22 Züchtungsforschung bei Roggen
BEX – Büro für Existenzsicherung
28
Rechtzeitig die Weichen stellen
28 Übergabe des Familienbetriebes
Wie abhängig sind die Landwirte vom Staat?
30 Staatliche Zuwendungen bis 2020
LUFA Agraranalytik
34
Bestimmung der Rapsschotenfestigkeit
34 Aus dem Agrarlabor
Gebündelte Biogaskompetenz aus einer Hand
36 Startschuss des Kooperationsverbundes
Biogärrest – der veredelte Wirtschaftsdünger
39 Auswertung LUFA 2011-2013
Zum Heraustrennen
53 Untersuchungsauftrag
Grund- und Einzelfutter
Zum Heraustrennen
54 Untersuchungsauftrag
Fermenterinhalt / Gärsubstrat
Veranstaltungen
42
Apfelsaisoneröffnung in MV
42 Aus der Obstbauberatung
MeLa einmal mehr Besuchermagnet
45 Von der größten Agrarmesse
Norddeutschlands
LMS-WORKSHOPS zur Milchproduktion 2014
46 Fortbildungsprogramm
Wirtschaftlich erfolgreiche Mutterkuhhaltung
47 21. Fleischrindtag in Born a. Darss
News + Extras
49
Wir über uns: Antje Zibell – den Abschluss zur
Europäischen Energiemanagerin in der Tasche
49 Neue Zusatzqualifiaktion
Publikationen vorgestellt
50 Rezensionen
Fristen und Termine
55 Fristen Januar bis März 2014
Anschriften und Impressum
56
Das Blatt 4/2013
3
Agrarberatung
Agrarberatung
der Biogasanlage in ihr Betriebskonzept und in das Gesamtkonzept der
Gemeinde. Nur durch ein konstruktives Miteinander aller Beteiligten,
der Gemeinde und der Biogasanlagenbetreiber war es möglich, die
Planungen zu realisieren.
Biogasproduktion: Arbeitskreistreffen und BZA 2012
Biogas: Was macht den
Unterschied?
Dr. Roland Redmann
Auch in diesem Jahr wurde, wie bereits in den Vorjahren, die Betriebszweigauswertung Biogas
durch die LMS Agrarberatung in Kooperation mit dem Genossenschaftsverband e. V. durchgeführt. Zur diesjährigen zentralen Arbeitskreisveranstaltung „Biogas“ trafen sich am 14. Juni
2013 die Mitglieder des Arbeitskreises Biogas und deren Gäste im Bioenergiedorf Bollewick.
Zu Beginn erläuterte der Bürgermeister der Gemeinde Bollewick,
Herr Bertold Meyer, den Weg seiner
Gemeinde zum (Bio)Energie-Dorf.
Es war eine sehr interessante Darstellung von den ersten Planungen
bis hin zu den praktischen Umsetzungen der einzelnen Maßnahmen. In das Gesamtkonzept der
Gemeinde Bollewick sind drei Biogasanlagenbetreiber aus dem Gemeindegebiet integriert. Die effek-
4
Das Blatt 4/2013
tive Nutzung der bei der Biogasverstromung anfallenden Wärme ist
ein wesentlicher Punkt des Gesamtkonzeptes. Dazu wurde im Sommer
2012 ein Wärmenetz in dem Ort
Bollewick verlegt und 54 Verbraucheranschlüsse mit einer Leistung
von 6 bis 350 kW realisiert.
Im Fazit benannte Herr Meyer zahlreiche Vorteile für die Gemeinde Bollewick, seine Bürger und die Region,
wie z.B. die höhere Wertschöpfung
für die landwirtschaftlichen Familienbetriebe als Biogasanlagenbetreiber und zusätzliche Einnahmen für
die Gemeinde und die Bürger durch
die Nutzung der Sonnenenergie.
Hinzu kommen die dauerhaft bezahlbaren Wärmeenergiepreise für
die Bürger und Firmen der Gemeinde, erhebliche CO2-Einsparungen
sowie umfangreiche Investitionen
und damit Wertschöpfung und Ar-
beit in der Region. Als wesentlichste
Probleme bei der Umsetzung nannte der Bürgermeister die Gestaltung
des großen Finanzierungsbedarfs,
die Erkennung und Beantragung
der umfangreichen Fördermöglichkeiten und die Überwindung des
enormen Bürokratismus – die zuständigen Verwaltungen tun sich
noch sehr schwer bei der Begleitung, so Meyer.
Im Anschluss stellten die drei Biogasanlagenbetreiber der Gemeinde
ihre landwirtschaftlichen Betriebe
und ihre Biogasanlagen vor. Alle drei
Akteure erläuterten die Einordnung
Verluste über Leckagen
Herr Dr. Clemens von der bonalytik GmbH machte sehr interessante Ausführungen zu möglichen
Leckagen in Biogasanlagen. Die
gesammelten Erfahrungen zeigen
die große Bedeutung der Untersuchungen auf mögliche Leckagen.
Ca. 80 - 90 % aller untersuchten
Biogasanlagen wiesen Leckagen auf.
Die wichtigsten Gründe für diese
Untersuchungen sind die Gewährleistung der Sicherheit und des Umweltschutzes, die Durchsetzung von
Gewährleistungsansprüchen und
natürlich auch die Ökonomie. Der
Verlust von 1 m³ Methan pro Stunde
kann zu einem Mehrverbrauch von
ca. 75 t Maissilage im Jahr führen.
Dr. Clemens machte wichtige Aussagen zu den unterschiedlichen
Methoden der Gasmessungen und
ihre sinnvolle Anwendung. Bedeutend für die Beurteilung von Leckagen sind auch die Quantifizierung austretender Methanmengen
und die Nutzung objektiver und
transparenter Beurteilungskriterien
(Qualitätssicherung Methanemissionsmessungen an Biogasanlagen).
Er zeigte darüber hinaus die wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung
von Leckagen auf.
Abwärme effizienzsteigernd
Herr J. Kleinke von der CRC Energy
GmbH referierte über CRC-Kleinkraftwerke zur Gewinnung von
elektrischer Energie aus der Abwärme von Biogasmotoren. Die Effizienz
der Biogasanlagen kann durch CRC-
Kleinkraftwerke gesteigert werden.
Bei der Stromerzeugung mit Biogasmotoren fällt nutzbare Abwärme an, deren Größenordnung mit
der erzeugten elektrischen Energie
vergleichbar ist. Ein Teil dieser Abwärme wird in diversen Wärmekonzepten genutzt, in den meisten
Fällen geht jedoch wertvolle Energie
verloren. Die CRC-Kleinkraftwerke
auf Basis eines Voith-Dampfmotors
lassen sich ideal in bestehende
Wärmenutzungskonzepte einbinden. Der vergleichsweise hohe
Wirkungsgrad der Kleinkraftwerke
führt zu einer deutlichen Steigerung
der Wirtschaftlichkeit der vorhandenen BHKW.
ORC-Anlagen interessant
Ein Mitglied des Arbeitskreises
zeigte seine Erfahrungen mit dem
Betrieb einer ORC-Anlage, die im
Jahr 2011 in Betrieb genommen
wurde. Vor zwei Jahren besichtigte
der Arbeitskreis Biogas diese ORCAnlage kurz nach der Inbetriebnahme. In der Zwischenzeit ist die
ORC-Anlage ein volles Kalenderjahr
gelaufen. Es wurden Probleme und
ihre Lösungen aufgezeigt. Sehr interessant für die Anwesenden waren
die Aussagen zur Wirtschaftlichkeit
dieser Anlage. Mit deren Inbetriebnahme konnte in diesem speziellen
Fall die Wirtschaftlichkeit weiter verbessert werden. Entscheidend dabei
ist die Nutzung des KWK-Bonus. Es
erhalten nach den Bestimmungen
des EEG nur die Biogasanlagen für
die Nutzung einer ORC-Anlage den
KWK-Bonus, die nach dem EEG
2004 vergütet werden.
Im Anschluss an die Vorträge und
nach einem schmackhaften Mittagessen konnten sich alle Beteiligten
vor Ort selbst ein Bild von den vorbildlichen und effektiv geführten Bio-
Das Blatt 4/2013
5
Agrarberatung
Agrarberatung
gasanlagen machen. Nicht nur die
betriebswirtschaftlichen Ergebnisse
dieser Biogasanlagen überzeugten,
sondern auch die verantwortlichen
Mitarbeiter, die effektive Bewirtschaftung, der Pflegezustand der
Technik und die Ordnung und Sauberkeit auf den Anlagen. Es wurde
auch dort, wie bereits zu den Vorträgen, sehr intensiv diskutiert und
Erfahrungen ausgetauscht.
Biogasproduktion:
Ergebnisse BZA 2012
An der diesjährigen Auswertung
der Ergebnisse aus dem Jahr 2012
waren insgesamt 42 Biogasanlagen
beteiligt. Die ausgewerteten Anlagen gingen in den Jahren 2000
bis 2011 in Betrieb. 20 Biogasanlagen wurden in den Jahren 2005
bis 2007 erbaut, 14 Biogasanlagen
in den Jahren 2010 und 2011. Alle
Anlagen erhielten den NawaroBonus, 29 den Formaldehydbonus,
eine den Technologiebonus und
eine den Landschaftspflegebonus.
35 Anlagen nutzten die Wärme,
jedoch in unterschiedlicher Art und
Einheit
von
bis
Jahr der
Inbetriebnahme
a
2011
2000
Installierte elektrische Leistung
kW
835
65
€/kW
inst. el.
6.144
2.171
Herstellungskosten
Verhältnis von inst.
el. Leistung zu
Nutzraumvolumen
Faulraumbelastung
Verweildauer
Biogaserzeugung
1:18
1:4
kg oTM/
m³/d
5,28
0,93
d
260
31
m³/t
oTM
838
415
Verhältnis Stromverbrauch zu
erzeugter elektrischer Energie
%
15
2
Anteil Gülle an
Gesamtmasse
%
92
0
Übersicht 1: Auswahl wichtiger
Kennzahlen mit der Differenzierung
zwischen den Anlagen
6
Das Blatt 4/2013
Weise. Die Beurteilung einer Biogasanlage kann auf der Grundlage
von wichtigen Kennzahlen und der
betriebswirtschaftlichen Analyse erfolgen. Beides beinhaltet die Betriebszweigauswertung Biogas.
Wichtige Kennzahlen
Im Mittel aller ausgewerteten Biogasanlagen wurden folgende Kennzahlen ermittelt:
Die installierte elektrische Leistung
der Anlagen betrug 443 kW. Die Herstellungskosten lagen bei 3.052 €
pro kW installierter elektrischer Leistung. Das Verhältnis von installierter
elektrischer Leistung zu Fermenternutzraumvolumen lag zwischen 1:4
und 1:18. Die Faulraumbelastung
(kg oTM/m³ u. d) lag bei 2,43 und
die Verweildauer bei 90 Tagen. Die
Biogaserzeugung betrug 609 m³
je t oTM und der eigene Stromverbrauch 8 % der erzeugten elektrischen Energie. Die Gülle hatte
einen Anteil an der Gesamtmasse
von 58 %. Die Differenzierung zwischen den Anlagen ist in der Übersicht 1 dargestellt.
Zur Einschätzung der Auslastung
der Anlagen wurden die in Übersicht 2 dargestellten Kennzahlen
ausgewertet. Es sind deutliche Unterschiede zwischen den Anlagen zu
erkennen. Im Mittel erreichten die
Anlagen ein Verhältnis von tatsächlichen zu möglichen Betriebsstunden von 95 % und ein Verhältnis
von Volllaststunden zu Betriebsstunden von 95 %.
Ein hoher Anteil der tatsächlichen
an den möglichen Betriebsstunden
in Kombination mit einer hohen
Auslastung (Verhältnis von Volllaststunden zu Betriebsstunden) sind
wesentliche Voraussetzungen für
die Effizienz der Anlagen. Dafür
Einheit
von
bis
Durchschnittliche
Betriebsstunden
h
8.751
7.081
Verhältnis von
tatsächlichen zu
möglichen
Betriebsstunden
%
99
81
Durchschnittliche
Volllaststunden
h
8.510
6.773
Verhältnis von
Volllaststunden zu
Betriebsstunden
%
100
82
Übersicht 2: Auswahl von Kennziffern
zur Einschätzung der Auslastung der
Anlagen
sind technisch robuste Anlagen, die
Einhaltung der Serviceintervalle und
ein striktes Management unbedingt
notwendig. In den letzten fünf Jahren stieg die mittlere Betriebsstundenzahl von 7.556 auf 7.981 und
die mittlere Volllaststundenzahl von
6.879 auf 7.981.
Für die Ermittlung von BenchmarkWerten wurden die 25 % erfolgreichen Biogasanlagen (bezogen auf
das kalkulatorische Betriebszweigergebnis) gesondert analysiert und
ausgewertet.
Die 25 % erfolgreichen Biogasanlagen weisen im Mittel folgende
Kennzahlengrößen auf:
Die erfolgreichen Biogasanlagen
zeichnen sich durch mittlere Herstellungskosten, geringere Faulraumbelastungen, höhere Volllaststunden
und eine bessere Ausnutzung des
Methanpotentials aus.
Betriebswirtschaftliche Analyse
Die Leistungen und die Kosten der
analysierten Biogasanlagen sind in
Übersicht 4 dargestellt. Die wichtigsten Kostenpositionen für die Biogasanlagen sind die Substrat- und
die Gebäudekosten. Mit 36 % bzw.
39 % an den Stromgestehungskosten haben diese zwei Kostenpositionen den entscheidenden Einfluss
auf das wirtschaftliche Ergebnis der
Biogasanlage.
Die Ergebnisse zeigen, wie bereits in
den Vorjahren, eine sehr hohe Vari-
Installierte elektrische Leistung
Herstellungskosten
(kW)
Herstellungskosten
(€)
3.057
durchschnittliche
Betriebsstunden
(h)
8.515
durchschnittliche
Volllaststunden
(h)
8.153
Biogaserzeugung
(m³/t oTM)
590
Verhältnis Stromverbrauch zu erzeugter
elektr. Energie
(%)
7
Anteil Gülle an
Gesamtmasse
(%)
437
67
Den Unterschied zwischen den 25 %
erfolgreichen Biogasanlagen und
dem Mittel aller Biogasanlagen in
den wichtigsten Kennzahlen zeigt
die Übersicht 3.
Betriebe
gesamt
+ 25%
kW
454
437
€/kW
inst. el.
3.052
3.057
1:8
1:9
Verhältnis von
inst. el. Leistung
zu Nutzraumvolumen
Faulraumbelastung
installierte
elektrische Leistung
Einheit
kg oTM/
m³ d
2,43
2,23
Verweildauer
d
90
76
Betriebsstunden
h
8.364
8.515
Volllaststunden
h
7.981
8.153
%
94
96
m³/t
oTM
609
590
Biogaserzeugung je t oTM
Ausnutzung
Methanpotential
%
106
111
Verhältnis Stromverbrauch zu
erzeugter elektrischer Energie
%
8
7
Anteil Gülle an
Gesamtmasse
%
58
67
Übersicht 3: Mittelwerte wichtiger
Kennzahlen über alle Biogasanlagen
und für die 25 % erfolgreichen Anlagen
anz zwischen den Biogasanlagen.
Die 25 % erfolgreichen Biogasanlagen, gemessen am kalkulatorischen
Betriebszweigergebnis, hatten höhere Leistungen (21,5 Cent/kWh)
und nur Stromgestehungskosten
von 16,1 Cent/kWh. Die Substratkosten lagen bei 6,1 Cent/kWh und
die Gebäudekosten bei 6,1 Cent/
kWh. Diese Anlagen erreichten mit
5,38 Cent/kWh ein kalkulatorisches
Betriebszweigergebnis, das um 3,21
Cent/kWh über dem Mittel alle
Betriebe lag (Übersicht 5).
Was macht den Unterschied?
Die 25 % erfolgreichen Biogasanlagen sind in den zwei bedeutendsten
Kostenpositionen, den Substratund den Gebäudekosten, signifikant besser. Sie haben geringere
Substratkosten (1,5 Cent/kWh) und
bedeutend geringere Gebäudekosten (1,3 Cent/kWh). Diese geringen
Gebäudekosten sind bedingt durch
niedrige Baukosten (niedrige Abschreibungen) und einen geringeren Unterhaltungsaufwand.
In diesem Jahr war festzustellen,
dass 83 % der Anlagen ein positives Betriebszweigergebnis erwirtschaften konnten. Im Jahr 2008
waren es nur 53 % der Betriebe.
Mit der Einführung des neuen Energieeinspeisegesetzes (EEG) im Jahr
2009 konnte sich die wirtschaftliche Lage der Biogasanlagen verbessern. Das mittlere kalkulatorische
Betriebszweigergebnis verbesserte
sich damit für die untersuchten Biogasanlagen von -0,6 Cent/kWh im
Jahr 2008 aufgrund der neuen Vergütungsregelungen auf 2,94 Cent/
kWh im Jahr 2009. Für das Auswertungsjahr 2011 konnte noch ein
kalkulatorisches Betriebszweigergebnis von 2,17 Cent/kWh erreicht
werden.
Betriebe
gesamt
Min.
Max.
20,76
15,72
24,02
Substratkosten
6,8
2,2
14,8
Summe
Direktkosten
7,3
2,2
14,6
Direktkostenfreie
Leistung
13,5
6,0
18,2
Betriebskosten
3,0
0,8
7,5
Maschinenkosten
(Hofmasch.)
0,4
0
1,0
Gebäudekosten
(Biogasanlage)
7,4
4,1
13,6
0
0
0,1
Sonstige Kosten
0,6
0,1
2,2
Kalk. Betriebszweigergebnis
2,17
-3,27
6,90
Stromgestehungskosten
18,6
11,8
24,3
Leistungen
Flächenkosten
Übersicht 4: Mittlere Leistungen und
Kosten mit der Differenzierung
zwischen den Anlagen (Cent/kWh
verkaufte elektrische Leistung)
Auch bei Betrachtung der Größe
der installierten Leistung der Biogasanlagen zeigt sich die große Varianz zwischen den Anlagen. Aufgrund der Einspeisevergütung nach
dem EEG haben die größeren Anlagen etwas geringere Leistungen
in Bezug auf die verkauften kWh
elektrischer Energie. Jedoch konnte
Betriebe
gesamt
+ 25%.
20,49
21,5
Substratkosten
7,6
6,1
Summe
Direktkosten
7,3
6,3
Direktkostenfreie
Leistung
13,5
15,2
Betriebskosten
3,0
2,6
Maschinenkosten
(Hofmasch.)
0,4
0,3
Gebäudekosten
(Biogasanlage)
7,4
6,1
0
0,1
Sonstige Kosten
0,6
0,6
Kalk. Betriebszweigergebnis
2,17
5,38
Stromgestehungskosten
18,6
16,2
Leistungen
Flächenkosten
Übersicht 5: Mittlere Leistungen und
Kosten über alle Biogasanlagen und für
die 25 % erfolgreichen Anlagen (Cent/
kWh verkaufte elektrische Leistung)
Das Blatt 4/2013
7
Agrarberatung
Fotos S. 8/9 W. Keller
Agrarberatung
Dr. Roland Redmann (im weißen Hemd) erläutert den Teilnehmern wichtige
Kennzahlen
im Mittel bei den kleinen Biogasanlagen (65 bis 400 kW) ein kalkulatorisches Betriebszweigergebnis von
1,32 Cent/kWh, bei den mittleren
Anlagengrößen (480 bis 537 kW)
nur 2,32 Cent/kWh und bei größeren Anlagen (über 562 kW) ein
kalkulatorisches Betriebszweigergebnis von 2,98 Cent/kWh nachgewiesen werden. Jedoch besteht
auch hier eine sehr große Varianz in
den Gruppen. Von den zehn Anlagen in der Gruppe der 25 % erfolgreichen Biogasanlagen, entfielen
zwei Anlagen (20 %) auf die kleine Leistungsklasse, sechs Anlagen
(60 %) auf die mittlere Leistungs-
klasse und zwei Anlagen (20 %) auf
die große Leistungsklasse.
Bedeutung der Substratkosten
Die Höhe der Substratkosten hat
entscheidenden Einfluss auf das Betriebszweigergebnis einer Biogasanlage. Um die Leistungsfähigkeit der
Biogasanlagen ohne den Einfluss der
Substratkosten aufzuzeigen, wurden die Preise der wichtigsten Substrate standardisiert. Die tatsächlichen Preise für die Maissilage lagen
im Mittel bei 32,34 €/t (von 25,00
bis 43,00 €/t), für die Grassilage bei
25,34 €/t (von 15,00 bis 40,00 €/t)
und für Getreide bei 148,80 €/t
Einblick in die Steuerungszentrale einer Biogasanlage
8
Das Blatt 4/2013
(von 103,68 bis 200,00 €/t).
Werden die tatsächlichen Herstellungskosten für die Substrate Maissilage, Grassilage und Getreide den
Standardherstellungskosten (Mais
30 €/t, Grassilage 33 €/t bzw. Getreide 120 €/t) gegenübergestellt,
so ergeben sich bei den einzelnen
Biogasanlagen Differenzen bei den
Substratkosten von -2,2 bis 3,1
Cent je kWh verkaufter elektrische
Energie. Bei mittleren Substratkosten von 7,6 Cent liegen die Abweichungen im Bereich von -29 % bis
41 %. Durch die Standardisierung
der Substratpreise erhöhte sich das
mittlere kalkulatorische Betriebszweigergebnis um 0,3 Cent/kWh.
Bei den 25 % erfolgreichen Biogasanlagen erhöhte sich das kalkulatorische Betriebszweigergebnis
sogar um 1,2 Cent/kWh. Obwohl
die 25 % erfolgreichen Biogasanlagen im Mittel für die Maissilage, die
Grassilage und das Getreide höhere
Preise zahlten, erreichten sie geringere Substratkosten je kWh und ein
besseres kalkulatorisches Betriebszweigergebnis. Das unterstreicht
die große Bedeutung der Herstellungskosten der Kosubstrate auf
das Betriebszweigergebnis.
Gewinn durch Wärmeverkauf
Von den 42 untersuchten Anlagen
gaben 35 Anlagen einen Teil der
nicht selbst verbrauchten Wärme
an andere Betriebszweige bzw. an
Dritte zu unterschiedlichen Konditionen ab. Bei einheitlichen Preisen von 5 Cent/kWh thermische
Energie, könnte das wirtschaftliche
Ergebnis der Anlagen im Mittel
um 1,4 Cent/kWh verkaufter elektrischer Energie verbessert werden.
Mit dem Wärmeverkauf würden
43 % der Anlagen mit einem negativen Betriebszweigergebnis in die
Gewinnzone „rutschen“.
Die diesjährigen Ergebnisse bestätigen das Fazit aus dem letzten Jahr:
• Mit einer Biogasanlage kann
Geld verdient werden, muss aber
nicht.
• Es besteht eine große Varianz
zwischen den Anlagen hinsichtlich der Kennzahlen und der betriebswirtschaftlichen Ergebnisse.
• Die Größe der Anlage (bezogen
auf die kW installierte elekt. Leistung) ist nicht entscheidend für
den wirtschaftlichen Erfolg.
• Eine Wärmeverwertung sollte zur
Verbesserung der Wirtschaftlichkeit angestrebt werden.
• Das Management ist entscheidend für das betriebswirtschaftliche Ergebnis.
Was zeichnet die 25 % erfolgreichen Biogasanlagen in unserer Betriebszweigauswertung aus? Das
Zusammentreffen folgender Faktoren macht den Unterschied:
• geringe bis mittlere Baukosten
• geringe Faulraumbelastung und
lange Verweilzeiten (nicht unter
60 Tagen)
• 50 bis ca. 75 Masseprozente Gülle
• Hauptsächlich Silomais als Nawaro
• Volllaststunden mind. 7.600 h/a
• Ausnutzung des Methanpotenzials über 90 %
• geringere Substratkosten je kWh
• geringerer Aufwand für Unterhaltung
• Personalaufwand je kWh etwas
über dem Durchschnitt
• Eigenstromverbrauch unter 10 %
Um die Leistungsfähigkeit der Biogasanlage weiter verbessern zu
können, sollten Kennzahlen und
Kosten- und Erlösstruktur bekannt
sein, diese mit denen anderer Biogasanlagen verglichen werden und
Die Arbeitskreisteilnehmer beim Rundgang im Energiedorf Bollewick
Erfahrungen mit anderen Biogaslagenbetreibern intensiv ausgetauscht werden.
Dazu traf sich ein Teil der Mitglieder des Arbeitskreises in diesem
Jahr in kleinerer Runde zu intensiven Arbeitskreisgesprächen. Diese
wurden zu zwei Terminen auf zwei
Biogasanlagen durchgeführt. Schon
während der Vorstellung der Anlagen wurde viel gefragt und intensiv
diskutiert. Allen Teilnahmern hat
dieser Erfahrungsaustausch etwas
gegeben, darum soll er im kommenden Jahr wiederholt werden.
Energieverbund MV
Auch die Möglichkeit der Steigerung der Erlöse durch die Direktvermarktung wurde angesprochen. Es
wird noch einmal darauf hingewiesen, dass es seit Dezember 2012
den „Energieverbund MV“ gibt.
Der „Energieverbund MV“ ist ein
Zusammenschluss von Biogasanlagenbetreibern in einer Erzeugergemeinschaft mit dem Ziel, durch die
gemeinsame Vermarktung des Bio-
gasstroms höhere Erlöse zu generieren. Die LMS Agrarberatung übt
derzeitig die Geschäftsführung des
„Energieverbundes MV“ aus.
Nur wer seine Stärken und die
Schwachstellen
seiner
Anlage
kennt, kann etwas verbessern.
Nutzen Sie die Möglichkeiten des
vertikalen und des horizontalen
Betriebsvergleiches und den Erfahrungsaustausch in unserem offenen
Arbeitskreis Biogas. Auch für das
Jahr 2013 bzw. das Wirtschaftsjahr
2012/2013 führt die LMS Agrarberatung die Betriebszweigauswertung für die Biogasanlagen durch.
Wenn Sie an der Betriebszweigauswertung Biogas interessiert sind
oder Fragen zum „Energieverbund
MV“ haben, melden Sie sich bitte.
Kontakt:
Dr. Roland Redmann
Telefon: 0381 877133-46
Handy: 0162 13 88 033
E-Mail:rredmann
@lms-beratung.de
Das Blatt 4/2013
9
Agrarberatung
Agrarberatung
Cent / kg Milch
50
45
40
35
30
25
20
15
2008
Rückblick und Ausblick zur Milchproduktion
Rohstoffwert
Effizienzsteigerungen
sind möglich!
Foto: © GEA Farm Technologies GmbH, Bönen
Die Lage auf dem derzeitigen Milchmarkt ist stabil und gekennzeichnet durch eine rege
Nachfrage nach Milchprodukten und einem hohen Milchpreisniveau. Im September lag der
bundesweit durchschnittliche Auszahlungspreis nach Schätzungen der AMI bei 39,7 ct je kg
Milch (4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß) und damit im Vergleich zum Vormonat um 1,4 ct höher. Der
Kieler Rohstoffwert fiel für September mit 45,6 ct noch deutlich höher aus.
10
Das Blatt 4/2013
wenn nicht alle zufriedengestellt
werden können. Die Gelegenheit
sollte genutzt werden, um in den
etwas ruhigeren Wintermonaten
Bilanz zu ziehen, Erreichtes zu wer-
2010
Gesamterlöse
2011
Produktionskosten 25% erf.
2012
Nov
Sep
Juli
Mai
Mrz
Jan
Nov
Sep
Juli
Mai
Mrz
Jan
Nov
Sep
Juli
Mai
Mrz
Jan
Nov
Sep
Juli
Mai
Mrz
Jan
Nov
Sep
Juli
Mai
Mrz
Nov
Jan
2009
AMI Milchpreis Ø NBL
2013
Produktionskosten 25% abf.
Abb. 1: Überblick zu unterschiedlichen Milchpreisverläufen und Produktionskosten
Dr. Stefan Weber
Hinsichtlich der weiteren Preisentwicklung ist es sehr wahrscheinlich,
dass das Preisniveau noch einige Zeit
bestehen bleiben müsste. Die derzeitige Situation ist beruhigend, selbst
Sep
Juli
Mai
Mrz
Jan
10
ten und die betriebliche Strategie
zu überprüfen. Ansatzpunkte, die
Effizienz in der Produktion zu verbessern, sind zu hinterfragen und
gegebenenfalls zu nutzen.
Rohstoffwert, Milcherlöse und
Produktionskosten
In Abbildung 1 ist dargestellt, wie
sich der Rohstoffwert vom ife Institut für Ernährungswirtschaft in Kiel,
die Milcherlöse sowie die Produktionskosten von erfolgreich und weniger erfolgreich wirtschaftenden
Betrieben im Verlauf der letzten Jahren verhalten haben. Der Rohstoffwert Milch (4 % Fett) gibt nicht den
Milchauszahlungspreis bestimmter
Molkereien wieder, sondern wird
abgeleitet von den derzeit möglichen Erlösen für Butter und Magermilchpulver. Ein direkter Zusammenhang besteht daher nicht, es ist
aber ein guter Indikator. Der Verlauf
setzt zum betrachteten Zeitraum mit
knapp 30 ct zum Januar 2008 ein
und erreichte den Tiefstpunkt mit
18,1 ct im März 2009. Alle Betriebe
haben in dieser langanhaltenden
Phase Schaden genommen. Die
Höhe des Schadens war mitunter
davon abhängig, wie effizient die
Milch produziert werden konnte. Im
September 2013 lag der Rohstoffwert bei 45,6 ct, deutlich über dem
aktuellen durchschnittlichen Aus-
zahlungspreis von 39,5 ct (4,0 %
Fett und 3,4 % Eiweiß) in den neuen
Bundesländern. Der Markt, insbesondere für Käse und Trinkmilch, ist
gut aufgestellt, so dass kurzfristig
mit weiterhin hohen Auszahlungspreisen zu rechnen ist. Gut beraten
sind sowohl Molkereien als auch
Milchviehbetriebe, in dieser Hochpreisphase Rücklagen zu bilden. Die
nächste Tiefpreisphase kommt garantiert, spätestens zum Zeitpunkt
des Milchquotenendes. Die Produktionskosten der 25 % wirtschaftlich
erfolgreichen und der 25 % wirtschaftlich abfallenden Betriebe sind
in der Grafik mit eingefügt. Die Differenz in den Produktionskosten der
beiden unterschiedlich erfolgreichen
Betriebsklassen liegt zwischen 8 und
10 ct je kg ECM. Dieser mitunter sehr
große Unterschied in den Produktionskosten rührt aus einzelbetrieblich unterschiedlichen Lösungen zu
wichtigen Themen her, wie z. B. der
Jungviehaufzucht, der Futterproduktion oder Arbeitsorganisation. Den
Produktionskosten stehen die Gesamterlöse aus der Milchproduktion,
zusammengesetzt aus den durch-
schnittlichen Auszahlungspreisen
der neuen Bundesländer (AMI) und
den durchschnittlichen Nebenerlösen aus dem Verkauf von Kälbern,
Altkühen und Zuchtvieh gegenüber.
Diese betragen im Mittel etwa 3,5 ct
je kg ECM. Milchpreise von 40 ct
und Gesamterlöse von ca. 43 ct je kg
ECM reichen aktuell für die meisten
Milchproduktionsbetriebe aus, doch
was, wenn die Milchpreise wieder
fallen? Diese Zeit nutzen, um besser
vorbereitet zu sein, heißt den eigenen Betrieb zu durchleuchten, die Situation zu analysieren und mögliche
Maßnahmen zu erkennen und umsetzen, um die betriebsindividuellen
Produktionsfaktoren effizienter zu
verwerten.
Effizienzsteigerungen in der
Milchproduktion nutzen
Der notwendige wirtschaftliche Erfolg in der Milchproduktion stellt
sich ein, wenn der Aufwand in der
Produktion einem möglichst hohen
Ertrag gegenübersteht. Mit zunehmender Effizienz verbessert sich
dieses Verhältnis, eine Kostendeckung ist schneller erreicht. Da die
Das Blatt 4/2013
11
Agrarberatung
Kennwert
Agrarberatung
Effekt / Auswirkung
€/Kuh
€/Betrieb
Einheit
Richtwerte
Veränderung
Fett
%
< 4,2
0,1
0,22
18,33
11.000
Eiweiß
%
≥ 3,4
0,1
0,50
41,67
25.000
Zellzahl
in Tsd./ml
<210
50
0,39
32,50
19.500
Kuhverluste
%
< 4%
1
0,17
14,00
8.400
Kälberverluste
%
< 10%
1
0,06
5,00
3.000
Erstkalbealter
Monate
< 26
1
0,25
20,63
12.375
bereinigte Reprorate
%
33
1
0,17
14,00
8.400
Abgänge Jungkühe
%
<12
1
0,06
4,70
2.820
Zwischentragezeit (ZTZ)
Tage
< 85-105
3
0,12
10,00
6.000
Zwischenkalbezeit (ZKZ)
Tage
385-405
3
0,12
10,00
6.000
ct/kg
Milchkennwerte
Inhaltsstoffe oftmals zu niedrigeren
Auszahlungspreisen als der Grundpreis. Den wirkungsvolleren Effekt
hat der Eiweißgehalt, ein um 0,1 %
höherer Eiweißgehalt bewirkt einen
höheren Ertrag von 42,5 € je Kuh
und Jahr.
Reproduktionskennwerte
Fruchtbarkeit
Quelle: eigene Annahmen und Berechnungen, ZTZ & ZKZ Rudolphi LFA
Tab. 1 a: Kennwerte, Richtwerte und deren finanzielle Auswirkungen in der Milchproduktion
Milchproduktion als ein komplexer
Produktionszweig von vielen Einflusskatoren abhängig ist, können
verschiedenste Maßnahmen durchgeführt werden, um die Produktion effizienter zu gestalten. Die
möglichen Effekte nehmen Einfluss
auf die Produktion, haben jedoch
unterschiedliche finanzielle Auswirkungen je kg Milch, je Kuh und für
den Gesamtbetrieb.
Kennwert
Den folgenden Tabellen und Kalkulationen zugrunde gelegt ist ein Milchproduktionsbetrieb mit einer Marktleistung von 8.500 kg ECM, einem
Rinderbestand von 600 Milchkühen
plus der kompletten Aufzucht weiblicher Jungrinder. Zahlreiche wichtige Parameter sind aufgelistet, ein
möglicher Richtwert ist jeweils formuliert. Diese Richtwerte sind beispielhaft und können sich so wie alle
anderen Ergebnisse einzelbetrieblich
gänzlich anders darstellen.
Die Inhaltsstoffe und die Qualität der
Milch haben einen deutlichen Einfluss sowohl auf die Milchleistung
als auch auf die finanzielle Siuation.
Liegen die Korrekturfaktoren für
die Vergütung von Fett und Eiweiß
z.B. bei 2,2 ct je %-Fett und 5,0 ct
je %-Eiweiß, so führen zu niedrige
Effekt / Auswirkung
€/Kuh
€/Betrieb
Einheit
Richtwerte
Veränderung
Hauptfutterfläche / Kuh
ha
< 0,8
0,1
1,40
117,00
70.200
Prod.-kosten Grobfutter
€/ha
<1000
50
0,54
45,00
27.000
Grundfutterleistung
%
40
1
0,10
8,50
5.100
Verluste Grobfutter
%
< 10
2
0,28
23,40
14.040
Energiedichte Grobfutter
MJ NEL/kg TM
6,5
0,2
0,35
28,80
17.280
Kraftfutterverwertung
g KF/kg ECM
<270
10
0,20
17,00
10.200
Proteingehalt Grundfutter
g/kg TM
> 170
15
0,55
46,00
27.600
Stärkegehalt Maissilage
g/kg TM
> 330
15
0,76
63,00
37.800
Akh/Kuh
< 45
2
0,30
25,00
15.000
ct/kg
Futterkennwerte
Produktivität
Arbeitsproduktivität
Tab. 1 b: Kennwerte, Richtwerte und deren finanzielle Auswirkungen in der Milchproduktion
12
Das Blatt 4/2013
Der Zusammenhang von hohen
Zellzahlgehalten und Minderleistungen wurde oft untersucht und
dargestellt. Eine Zellzahlreduzierung
von 50.000 im Bereich zwischen
200.000 – 500.000 Zellen hat eine
Mehrleistung von etwa 0,3 kg je
Kuh und Tag zur Folge, die auch in
einem höheren Erlös je Kuh resultiert. Im Hinblick auf die oftmals zu
häufigen Färsenmastitiden ist dies
ein wichtiger Ansatz, um effizienter
zu produzieren.
Fruchtbarkeitsmanagement
Im Bereich der Reproduktionskennwerte und Tierverluste sind verschiedenste Parameter wichtig, wenn es
um Herdenproduktivitäten geht. Zur
Bewertung der Kuhverluste wurde
eine Reproduktionsrate von 33 %
unterstellt und der Ersatzwert mit
1.400 € je Tier kalkuliert. Der Einfluss
fällt hierbei mit 0,16 ct je kg recht
niedrig aus, wobei der Abgangszeitpunkt gar nicht berücksichtigt wurde.
Erstkalbealter, bereinigte Reproduktionsrate und die oftmals zu hohen
Jungkuhverluste stehen in einem
engen Zusammenhang und wirken
zumeist im Kontext. Darüber hinaus
ist die finanzielle Auswirkung bei allen Werten auf der Grundlage einer
1%-igen Veränderung berechnet.
Viele Betriebe haben zu den meisten
Kennwerten noch deutlich größere
Verbesserungspotenziale, so dass die
finanziellen Effekte um ein Mehrfaches größer ausfallen würden.
Die Fruchtbarkeitssituation stellt die
meisten Betriebe vor eine zuneh-
mend große Herausforderung. Hier
bedarf es eines konsequenten Fruchtbarkeitsmanagements, Hilfsmittel
werden im zunehmenden Maße
genutzt. Eine Zwischentragezeit von
unter 115 Tagen erreichen nur wenige Betriebe mit großen Beständen
und hohen Leistungen. Dennoch
sind derartige Resultate möglich und
sollten weiterhin angestrebt werden.
Abgeleitet aus verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen entspricht die Reduzierung der ZTZ um
einen Tag einem Wert von 3 €. Drei
Tage bedeuten einen Mehrerlös von
ca. 10 €/Kuh.
Faktor Futterkosten
Die Struktur der Produktionskosten
hängt in unseren Regionen zu über
40 % von den Futterkosten ab,
demzufolge ist es naheliegend, dass
die wenigen dargestellten Futterkennwerte auch in einer möglichen
Verbesserung die finanziell größten
Auswerkungen nach sich ziehen. Die
Intensität der Grobfutterproduktion,
dargestellt in benötigter Hauptfutterfläche (HFF) je Kuh inkl. Jungvieh,
ist ein wichtiger Ansatz, um die
Kosten zu beeinflussen. Dem Ansatz, die betriebsindividuelle Flächenausstattung bestmöglich zu
verwerten, kommt eine große Bedeutung zu. Die Kosten der Grobfutterproduktion werden am wirkungsvollsten durch die Arbeitserledigungskosten beschrieben und
können daher über die Höhe der
Maschinenkosten wirkungsvoll beeinflusst werden.
Die Summe der Grobfutterverluste
kann gewaltig sein, sie reicht von
der Restatmung über Feldverluste
bis hin zur Nacherwärmung im Silo.
Einige Verlustquellen sind unvermeidbar, andere sind weitestgehend
verfahrensabhängig, etliche können
aber auch durch eine optimierte Produktion vermieden werden. Bei Bewertung möglicher Verbesserungen
hinsichtlich Energiedichte und Nährstoffgehalten (Protein und Stärke)
in den Silagen sind derzeit gültige
Ergebnisse und Kosten zugrunde
gelegt. Selbst bei verhältnismäßig
geringen Veränderungen können
finanzielle Auswirkungen zwischen
29 bis 63 € je Kuh und Jahr erzielt
werden. Ist zum Beispiel eine ausreichende Maissilageernte zu erwarten, so hat ein möglicher Hochschnitt sehr positive Auswirkungen
auf den Stärke- und Energiegehalt.
Der zu erwartende Minderertrag
durch längere, weniger verdauliche
und verschmutzte Maisstoppeln ist
zu verschmerzen.
Arbeitsproduktivität verbessern
Ein weiterer und wichtiger Bereich
bezieht sich auf die Arbeitsproduktivität in der Milchproduktion und
wird dargestellt in benötigten Arbeitskraftstunden (Akh) je Kuh inkl.
Jungvieh und Jahr. Im Durchschnitt
aller ausgewerteten Arbeitskreisbetriebe liegt das durchschnittliche
Arbeitsmaß bei ca. 45 Akh. Demgegenüber stehen Personalkosten von
etwa 6,2 ct/kg ECM. Kann das Arbeitsmaß um möglicherweise 2 Akh
verbessert werden, so entspricht
dies einem finanziellen Vorteil von
20 €/Kuh und Jahr – abhängig davon, wie hoch die Bruttostundenlöhne zuzüglich entsprechender Arbeitgeberanteile sind. Ausgehend von
der Ist-Situation gibt es oftmals viele
Möglichkeiten, die Arbeitsproduktivität zu verbessern.
Kontakt:
Dr. Stefan Weber
LMS Agrarberatung GmbH
Telefon: 0381 877133-80
E-Mail:sweber@lms-beratung.de
Das Blatt 4/2013
13
Agrarberatung
Agrarberatung
Kommentar zur Preisentwicklung
Agrar- und Rohstoffmärkte
genau im Blick
Torsten Fiedler
Rohöl
Am Rohölmarkt wirkte sich auch
weiterhin die Entwicklung im SyrienKonflikt maßgeblich auf die Preise
aus. Nach dem Giftgasanschlag vom
21. August führte hier eine mögliche Militärintervention zu Preisen
auf hohem Niveau mit steigender
Tendenz. So lag ein Barrel (159 Liter)
der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) Anfang September
nur noch knapp unter der Marke
von 110 $. Nach der ablehnenden
Haltung des britischen Parlaments
und des amerikanischen Senats zu
einem Militärschlag und für eine
diplomatische Lösung geriet der Kurs
für Rohöl deutlich unter Druck und
$/Barrel
Rohöl
Diesel
€/Liter
1,55
120
100
1,50
80
1,45
60
1,40
40
1,35
20
1,30
0
Nov
2012
Dez
2012
Jan
2013
Feb
2013
Mrz
2013
Apr
2013
Mai
2013
Jun
2013
Jul
2013
Aug
2013
Sep
2013
Okt
2013
Abb. 1: Preisentwicklung von Rohöl und Diesel von Oktober 2012 bis Oktober 2013
14
Das Blatt 4/2013
EUR/dt
Raps
B-Weizen
gab teilweise stark nach, auch zuletzt
aufgrund von geringeren Risikoprämien, und pendelte sich Ende Oktober
unter 100 $ je Barrel ein.
Am Devisenmarkt war der amerikanische Shutdown, der Haushaltsstreit,
das bestimmende Thema. Trotz Beilegung im Oktober musste der Dollar
Verluste hinnehmen und der Euro
stieg auf sein bisheriges Jahreshoch
von über 1,38 Dollar.
Marktfrüchte
Nach den vorliegenden Zahlen zur
Ernte 2013 ergibt sich für Mecklenburg-Vorpommern eine überdurchschnittliche Ernte, wie das Statistische
Landesamt mitteilte. So lagen die
Erträge im Winterweizen bei 86 dt/ha,
Wintergerste erzielte 79 dt/ha und
Roggen 66 dt/ha. Der Raps erzielte
Erträge von durchschnittlich 42 dt/ha.
Futtermittel
Mit Beginn der Rapsernte haben
die Rapsschrotpreise auch deutlich
nachgegeben und sind von 336 EUR/t
im Juli auf ca. 240 EUR/t im August
gefallen, auf dessen Niveau sich die
Preise auch weitgehend gehalten
haben. Sojaschrot festigte sich auf
einem hohen Niveau von 446 EUR/t.
Futtergerste
60
50
40
30
20
10
0
Okt
2012
Nov
2012
Dez
2012
Jan
2013
Feb
2013
Mrz
2013
Apr
2013
Mai
2013
Jun
2013
Jul
2013
Aug
2013
Sep
2013
Okt
2013
Abb. 2: Preisentwicklung von Winterraps, B-Weizen und Futtergerste
von Oktober 2012 bis Oktober 2013
EUR/t
Während es auf dem Rohölmarkt kurzzeitig zu Preisen auf hohem Niveau kam, entwickelten sich
die Preise für Druschfrüchte im Vergleich zum Vorjahr über alle Getreidearten und Qualitätsstufen
nach unten, ebenso wie für Futter- und Düngemittel.
Okt
2012
Dem gegenüber stand die Preisentwicklung bei den Druschfrüchten, bei
der Ende August die Talsohle durchschritten wurde. B-Weizen erzielte im
Oktober Preise von durchschnittlich
18,57 EUR/dt. Futtergerste konnte auf
16,67 EUR/dt steigen und Brotroggen
kletterte auf 13,47 EUR/dt. Über alle
Getreidearten und Qualitätsstufen
konnte jedoch festgehalten werden, dass im Vergleich zum Vorjahr
ein Preisunterschied von mindestens
5 EUR/dt zu verzeichnen war. Im
Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die diesjährigen Rapspreise mit
35,67 EUR/dt über 10 EUR/dt unter
denen des Vorjahresmonats.
Rapsschrot
Sojaschrot
500
400
300
200
100
0
Düngemittel
Der Abwärtstrend am Weltmarkt
für Stickstoff- und Phosphordüngemittel war auch im dritten Quartal
2013 ungebrochen. KAS erreichte
mit ca. 230 EUR/t die Talsohle, granulierter Harnstoff festigte sich bei
ca. 290 EUR/t im September/Oktober
2013. Damit lagen die Preise beim
KAS fast 50 EUR/t bzw. beim Harnstoff
über 110 EUR/t unter dem Vorjahreswert. DAP lag mit 344 EUR/t im Oktober 2013 sogar über 150 EUR/t unter
dem Oktoberwert 2012.
Okt
2012
Nov
2012
Dez
2012
Jan
2013
Feb
2013
Mrz
2013
Apr
2013
Mai
2013
Jun
2013
Jul
2013
Aug
2013
Sep
2013
Okt
2013
Abb. 3: Preisentwicklung von Raps- und Sojaschrot von Oktober 2012
bis Oktober 2013
EUR/t
DAP
Harnstoff granuliert
KAS
600
500
400
300
200
100
Kontakt:
Torsten Fiedler
Telefon: 0381 877133-37
Handy: 0162 1388014
E-Mail:tfiedler@lms-beratung.de
0
Okt
2012
Nov
2012
Dez
2012
Jan
2013
Feb
2013
Mrz
2013
Apr
2013
Mai
2013
Jun
2013
Jul
2013
Aug
2013
Sep
2013
Okt
2013
Abb. 4: Preisentwicklung von Düngemitteln von Oktober 2012
bis Oktober 2013
Das Blatt 4/2013
15
Agrarberatung
Agrarberatung
Preise von Agrar- und Rohstoffmärkten*
Kennwert
Bezugsbasis
2012
2013
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Jan
Feb
Mrz
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Mittel
Min
Max
International
Devisen
€
1$
0,81
0,81
0,78
0,77
0,78
0,76
0,75
0,75
0,77
0,77
0,77
0,76
0,76
0,75
0,75
0,73
0,76
0,73
0,78
$
1€
1,23
1,24
1,29
1,30
1,29
1,31
1,33
1,33
1,29
1,30
1,30
1,32
1,31
1,33
1,34
1,36
1,32
1,29
1,36
$/Barrel (WTI)
87,78
93,77
94,70
89,34
86,59
88,20
95,02
95,31
93,52
92,01
94,66
95,87
104,33
106,06
106,03
100,37
95,95
86,59
106,06
EUR/l
1,46
1,52
1,54
1,52
1,50
1,46
1,46
1,46
1,42
1,43
1,41
1,41
1,44
1,43
1,45
1,42
1,45
1,41
1,52
ct/kg
26,80
30,00
34,10
35,30
35,00
34,60
35,00
34,70
34,90
39,50
43,20
43,10
43,70
44,90
45,60
44,20
39,52
34,60
45,60
4,0% F; 3,4% E; Cent/kg
27,78
27,71
29,30
30,44
32,61
32,61
33,13
32,67
32,67
33,00
35,28
36,50
36,94
37,50
38,50
34,32
30,44
38,50
Rohöl
Diesel**
Milch
Rohstoffwert ü. Eckverwertg.
f. Magermilch und Butter
Milchpreis MW NBL
Schlachtvieh
NBL
Schweine
E; EUR/kg; MW NBL
1,65
1,73
1,92
1,94
1,87
1,79
1,70
1,70
1,72
1,72
1,67
1,66
1,72
1,84
1,94
1,79
1,77
1,66
1,94
Jungbullen
R 3, EUR/kg; MW NBL
3,78
3,81
3,97
3,94
3,97
3,98
4,09
4,05
4,02
3,90
3,69
3,59
3,58
3,50
3,55
3,59
3,80
3,50
4,09
18% RP, E III, EUR/t
258
275,00
277
268
269
275
271
267
253
260
260
260
256
220
222
215
254
215
275
Sojaschrot
43/44% RP, EUR/t
478
518
510
461
454
462
416
422
418
413
452
425
439
431
446
446
437
413
462
Rapsschrot
EUR/t
311
328
317
303
313
342
306
322
315
316
340
334
336
236
233
244
303
233
342
Betriebsmittel
Milchleistungsfutter
Marktfrüchte
MV
MV
B-Weizen
EUR/dt
21,12
24,43
24,57
24,50
25,78
26,15
24,37
24,49
23,32
23,84
22,99
21,26
19,45
17,67
18,01
18,57
22,34
17,67
26,15
Futtergerste
EUR/dt
19,92
21,57
21,75
21,36
22,44
22,53
22,06
21,27
20,17
23,13
19,76
18,48
17,20
15,86
15,65
16,67
19,74
15,65
23,13
Brotroggen
EUR/dt
20,23
20,81
19,75
19,53
20,49
20,95
20,49
19,19
17,33
17,33
16,13
13,95
13,09
12,06
12,69
13,47
16,67
12,06
20,95
Raps
EUR/dt
47,18
47,96
48,80
46,47
45,89
46,14
45,63
46,25
45,88
46,10
45,35
44,87
40,85
34,37
36,25
35,67
43,05
34,37
46,47
Düngemittel
ab Station Ostdeutschland
KAS
27 % N, EUR/t
265
269
272
276
279
278
280
283
282
281
272
259
244
243
232
229
264
229
283
ASS
26 % N, 13 % S, EUR/t
288
295
299
297
295
294
301
303
306
306
290
295
266
267
264
272
289
264
306
ssA
21 % N, 24 % S, EUR/t
229
234
240
246
249
246
247
250
253
254
245
210
212
216
216
223
236
210
254
Harnstoff granuliert
46 % N, EUR/t
395
406
406
406
393
392
392
401
400
395
382
358
329
305
291
291
364
291
406
AHL
28 % N, EUR/t
229
239
243
246
246
245
246
245
244
245
243
227
219
211
203
196
232
196
246
MAP
12 % N; 52 % P2O5, EUR/t
556
556
560
551
545
493
491
478
475
445
445
390
390
470
390
551
DAP
18 % N; 46 % P2O5, EUR/t
513
522
511
495
487
474
448
441
450
457
455
444
433
417
371
344
440
344
495
46 % P2O5, EUR/t
449
452
460
459
409
446
400
380
397
390
381
381
366
363
340
325
387
325
459
40er Kali
40 % K2O, 6 % MgO, 4 % S, EUR/t
275
282
284
285
284
281
284
289
288
289
272
279
273
275
279
274
281
272
289
60er Kali
60 % K2O, EUR/t
386
388
388
388
388
395
427
389
387
388
386
386
385
387
384
379
390
379
427
Harnstoff granuliert, EUR/kg
0,86
0,88
0,88
0,88
0,85
0,85
0,85
0,87
0,87
0,86
0,83
0,78
0,72
0,66
0,63
0,63
0,79
0,63
0,88
P2O5
MAP, EUR/kg
0,87
0,87
0,87
0,86
0,85
0,75
0,75
0,72
0,71
0,69
0,70
0,60
0,60
0,72
0,60
0,86
K2O
60er Kali, EUR/kg
0,64
0,65
0,65
0,65
0,65
0,66
0,71
0,65
0,64
0,64
0,64
0,64
0,63
0,65
0,63
0,71
Tripelsuperphosphat
Kosten der Einzelnährstoffe
N
0,65
0,64
0,64
Quellen: MIO-Marktinformation Ost; Top Agrar; www.ife-ev.de; www.finanzen.net
Alle Angaben ohne Gewähr * alle Preise ohne Mehrwertsteuer
16
Das Blatt 4/2013
Das Blatt 4/2013
17
Forschung
Forschung
Zahlungsmittel nicht oder teuer zu
beschaffen sind. Liquiditätsengpässe
werden meist durch Veränderungen
im Produktionsverfahren ausgelöst:
Fallen Erträge und/oder Preise geringer, beziehungsweise Kosten höher,
aus als geplant, dann erwirtschaftet
das Unternehmen entsprechend weniger Überschüsse, weniger finanzielle Mittel als geplant stehen zur
Verfügung und das kann schließlich
zu Zahlungsschwierigkeiten führen.
Diversifizierung: Chancen und Risiken
Wie Sie wirtschaftlich
solide Unternehmen
weiterentwickeln
Thomas Annen, Landesforschungsanstalt MV
Unter Diversifizierung (oder Diversifikation) versteht man die Aufnahme neuer Produkte in das
Produktionsprogramm. Diversifizierung gilt als eine wichtige Strategie, um Unternehmen weiterzuentwickeln.
Pro
Mit einer Diversifikation werden verschiedene Vorteile verbunden:
• Durch breitere Streuung der Risiken
sind Unternehmen weniger anfällig.
• Produktionskapazitäten werden
besser ausgelastet, wenn z. B.
Ackerbauern die Einsatzzeiten für
Schlepper und Pflug durch den
Anbau von Winterungen und Som merungen von Herbst bis Frühling
ausdehnen.
• Umsatz und Gewinne der Betriebe
können wachsen, auch wenn
die bestehenden Geschäftsfelder
ausgereizt sind. So können z. B.
Schweine oder Geflügel gemästet
werden, wenn der Ackerbau auf
den verfügbaren Flächen als al leinige Einkommensquelle nicht
mehr ausreicht.
• Sie kann nicht-ökonomische Ziele
erfüllen, wenn z.B. in der Herstellung
18
Das Blatt 4/2013
eines neuen Produktes eine persön liche Bereicherung gesehen wird.
gravierender Entwicklungsschritt
gemacht wird.
Kontra
Genauso gibt es auch Gründe, die
gegen eine Diversifikation sprechen:
• Anstelle von Spezialisierungsge winnen bei Produkten, mit denen
der Betrieb sich auskennt, fallen
bei neuen Produktionsverfahren
eher Einarbeitungszeit und -ko sten an.
• Neue Produktionsverfahren setzen
häufig Investitionen in Gebäude,
Anlagen, Maschinen oder Geräte
voraus, wodurch über einen län geren Zeitraum hinweg zusätz liche Ausgaben für Zinsen, Tilgung
usw. anfallen.
Simulationsrechnungen zu
Finanzrisiken
Im Folgenden wird das Ergebnis
einer Untersuchung vorgestellt, um
einen weiteren Gesichtspunkt in den
Vordergrund zu rücken, der vor einer
strategischen Entscheidung zur Diversifizierung beachtet werden sollte. In einem länderübergreifenden
Projekt haben sich Mitarbeiter der
Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft
und Geologie, der Landesanstalt für
Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Sachsen-Anhalt und der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft
und Fischerei Mecklenburg Vorpommern mit dem Thema „Risikomanagement“ auseinandergesetzt; die
Pro und Kontra sollten in jedem
konkreten Einzelfall gegeneinander abgewogen werden, bevor ein
Ergebnisse der drei Arbeitsgruppen
„Produktionsrisiken“, „Marktrisiken“
und „ Finanzrisiken“ wurden auf einer
gemeinsamen Tagung am 27. November 2012 in Köllitsch vorgestellt.
Risikobegrenzung
Es leuchtet zunächst unmittelbar ein,
dass sich Produktions- und Marktrisiken durch Diversifizierung direkt
begrenzen lassen. Wenn ich z. B.
Getreide sowohl verkaufe als auch
an die eigenen Tiere verfüttere, dann
bedeuten niedrige Getreidepreise
zwar einerseits Verlust beim Verkauf,
im anderen Betriebszweig ändert sich
die Rentabilität der Verwertung als
Futter dadurch nicht.
Analog lässt sich auch schließen, dass
sich die Finanzrisiken durch Diversifizierung begrenzen lassen. Landwirtschaftliche Betriebe sind zunächst
Produktionsbetriebe, Finanzierung
besteht vor allem in der Beschaffung von Zahlungsmitteln. Die Gefahr besteht darin, dass benötigte
Berechnung von
Finanzierungslücken
Erzielt ein Unternehmen etwa 90 %
der Umsatzerlöse durch den Verkauf eines Produktes, ist es im Fall
geringerer Preise stärker betroffen
als ein Unternehmen, das 50 %
aus einem anderen Betriebszweig
erwirtschaftet. In Ackerbaubetrieben
mit Standortnachteilen werden bei
besonderen Witterungsverhältnissen
zum Teil Totalausfälle beobachtet.
Mit besonders hohen Risiken müssten nach diesen Überlegungen spezialisierte Betriebe und Betriebe in
benachteiligten Gebieten rechnen.
Um die Höhe von Finanzrisiken besser einschätzen zu können, wurden
Kennzahl
in einem Rechenmodell mit Jahresabschlussdaten unterschiedlicher
Betriebe Ertrags- und Preisschwankungen simuliert und deren Einfluss
auf den Einnahmenüberschuss berechnet.
Der Rechengang ist in Tabelle 1 dargestellt: Ein Zufallszahlengenerator
berechnet Erträge und Preise, die sich
im Rahmen der Preisschwankungen
zwischen 2004 und 2010 bewegen.
Diese bestimmen zusammen mit den
Zulagen und Zuschüssen, die in den
folgenden Jahren auf die geplante, bundeseinheitliche Prämienhöhe
sinken, die Höhe des Betriebsertrags.
Die Aufwendungen schwanken
ebenfalls; aus diesen drei Beträgen
ergeben sich unter sonst konstanten
Bedingungen ein anderes Betriebsergebnis und nach Abzug nicht zahlungswirksamer Positionen der Cash
flow. Der Einnahmenüberschuss plus
liquide Mittel im Aktivvermögen der
Bilanz ergeben eine Liquiditätsreserve, die in den Folgejahren durch
den Cash flow jeweils steigt oder
abnimmt. Im Beispiel von Tabelle 1
wird die anfängliche Reserve durch
negativen Cash flow aufgezehrt, am
Ende entsteht eine Finanzierungs-
Einheit
Ist
Jahr 1
Jahr 2
Jahr 3
Jahr 4
Jahr 5
Winterweizen
% AF
34,8
35
35
35
35
35
Winterweizenertrag
dt/ha
72,2
72,2
68,6
81,3
78
75,1
Winterweizenpreis
€/dt
15,69
13,74
16,81
9,18
12,63
12,79
Zulagen und Zuschüsse
€/ha LF
340
340
340
290
290
290
Betriebliche Erträge
insgesamt
€/ha LF
1.635
1.609
1.627
1.422
1.487
1.469
Betriebliche Aufwendungen
insgesamt
€/ha LF
1.416
1.473
1.505
1.505
1.526
1.496
Betriebsergebnis
€/ha LF
219
136
122
-83
-40
-26
Cash flow I
€/ha LF
259
175
161
-43
0
13
Cash Flow IIIx
€/ha LF
110
-32
-46
-251
-208
-194
kumulierte
Liquiditätsreserve
€/ha LF
537
504
458
207
-1
-195
Tab. 1: Rechenweg zur Bestimmung der Liquidität bei schwankenden Preisen und Erträgen
Das Blatt 4/2013
19
Forschung
lücke in Höhe von 195 €/ha LF oder
13 % vom Betriebsertrag.
Betriebsgruppe
Lücke
/ BE
SN, JP, FMI, 195, 1180 ha LF
91 %
TH, alle, VBMi, 107, 1650 ha LF
37 %
TH, JP, VB-Mi, 107, 1780 ha LF
32 %
ST, alle, A-Getr, 104, 470 ha LF
21 %
ST, JP, VBMi, 109, 1480 ha LF
19 %
SN, NP, A-Getr, 111, 200 ha LF
19 %
MV, JP, A, 101, 1180 ha LF
17 %
ST, JP, VBMi, 104, 1770 ha LF
13 %
ST, alle, VBMi, 104, 1130 ha LF
8%
ST, alle, VBMi, 109, 900 ha LF
3%
Quelle: Ergebnisse einer Simulationsrechnung
Erläuterung zu den Gruppennamen:
Land: SN = Sachsen, TH = Thüringen,
ST = Sachsen-Anhalt,
MV = Mecklenburg-Vorpommern
Rechtsform: JP = Juristische Person,
NP = Natürliche Person
Betriebstyp: FMI = Milchviehbetriebe,
VBMi = Verbundbetriebe mit Milchvieh,
A = Ackerbaubetriebe, A-Getr = Getreidebaubetriebe Boden-Klima-Raum siehe
Tabelle 4, Durchschnittliche Betriebsgröße
Tab. 2: Finanzierungslücke in Relation zum
Betriebsertrag (BE) bei Gruppendurchschnittswerten als Ausgangsbasis
Die Finanzierungslücke bedeutet
noch keine Insolvenz, sie zeigt nur,
dass die Aufwendungen des betreffenden Jahres nicht mehr durch die
Einnahmen gedeckt sind und auch
101
158
105
102
106
109
104
192
107
108
194
111
195
die liquiden Mittel im Aktivvermögen
nicht dafür reichen. In der jeweiligen
Situation müssten Geldquellen von
außerhalb erschlossen werden, um
zahlungsfähig zu bleiben. Welche
Finanzierungsquellen außerhalb des
Unternehmens aufgetan werden
können, lässt sich nicht anhand
der Bilanz ablesen, daher endet der
Rechengang mit der kumulierten
Liquiditätsreserve als Kennzahl, wie
hoch das Finanzierungsrisiko unter
den betrieblichen Voraussetzungen
und den Preis- und Ertragsschwankungen, wie sie in den letzten Jahren
aufgetreten sind, ist.
Spezialisierungsgrad kein
Risikofaktor
Dieser Rechengang wurde für eine
Reihe von Betriebstypen aus mehreren Bundesländern durchgerechnet – mit einigen unerwarteten
Ergebnissen: Was die Spezialisierung
angeht, hat sich gezeigt, dass auch
Gemischtbetriebe mit dem Risiko
leben, dass eine Finanzierungslücke
auftreten kann; in Tabelle 2 z.B.
die Verbundbetriebe mit Milchviehhaltung (VBMi). Eine Auswertung
unterschiedlicher Betriebstypen aus
Mecklenburg-Vorpommern zeigt
Das Blatt 4/2013
Betriebsgruppe
Lücke / BE
MV, JP, VB, 1520 ha LF
39%
MV, JP, F-MI, 1370 ha LF
23%
MV, NP, VB, 340 ha LF
25 % weniger
erfolgreiche Betriebe
25 % erfolgreiche Betriebe
Betriebsgruppe
Lücke
Betriebsgruppe
/ BE
15%
MV, NP, A, 105, 520 ha LF
147% MV, NP, A, 105, 390 ha LF
0%
MV, JP, A, 1240 ha LF
7%
MV, NP, A, 158, 340 ha LF
130% MV, NP, A, 158, 390 ha LF
0%
MV, NP, A, 360 ha LF
0%
MV, NP, A, 101, 470 ha LF
56%
MV, NP, A, 101, 500 ha LF
0%
MV, NP, F-MI, 240 ha LF
0%
MV, NP, A, 102, 360 ha LF
43%
MV, NP, A, 102, 350 ha LF
0%
Tab. 3: Finanzierungslücke in Relation zum
Betriebsertrag bei Gruppendurchschnittswerten von unterschiedlichen Betriebstypen aus MV als Ausgangsbasis
MV, NP, F-MI, 158, 150 ha LF
27%
MV, NP, F-MI,158, 200 ha LF
5%
MV, JP, F-MI, 1370 ha LF
26%
MV, JP, F-MI, 1310 ha LF
0%
MV, JP, A, 101, 1180 ha LF
20%
MV, JP, A, 101, 1270 ha LF
0%
sogar Gemischtbetriebe mit besonders hohem Risiko (Tabelle 3).
MV, JP, A, 1240 ha LF
14%
MV, JP, A, 1250 ha LF
0%
MV, NP, A, 360 ha LF
1%
MV, NP, A, 360 ha LF
0%
MV, JP, A, 158, 1330 ha LF
0%
MV, JP, A, 158, 1450 ha LF
0%
MV, NP, F-MI, 240 ha LF
0%
MV, NP, F-MI, 300 ha LF
0%
MV, NP, F-MI, 101, 240 ha LF
0%
MV, NP, F-MI, 101, 250 ha LF
0%
MV, NP, F-MI, 102, 270 ha LF
0%
MV, NP, F-MI, 102, 310 ha LF
0%
Die zweite Annahme, dass Betriebe
mit Standortnachteilen besonders
hohe Finanzierungsrisiken tragen,
wurde durch die Modellrechnungen
ebenfalls nicht bestätigt. Zu diesem
Zweck wurden Daten von Betrieben
in einzelnen Boden-Klima-Räumen
gewählt. Ertragsschwache Standorte sind insbesondere die in den
Boden-Klima-Räumen 102, 104 und
111 (Tabelle 4). Tatsächlich traten
aber bei Betrieben aus anderen Regionen – wie auf Lössböden (107)
oder auf den mittleren Böden in
Mecklenburg-Vorpommern (101)
– ebenso Finanzierungslücken auf
(Tabelle 2).
BKR
BKR-Bezeichnung
101
mittlere diluviale Böden MV und Uckermark
102
sandige diluviale Böden des nordostdeutschen Binnentieflandes
104
trocken-warme diluviale Böden des ostdeutschen Tieflandes
105
vorpommersche Sandböden im Uecker-Randow-Gebiet
106
Oderbruch
107
Lößböden in der Ackerebene (Ost)
108
Lößböden in den Übergangslagen (Ost)
109
diluviale Böden der Altmark und Überlappung nördliches Niedersachsen
111
Verwitterungsböden in den Übergangslagen (Ost)
158
Nordwest-Mecklenburg / Rügen / Südost-Holstein
192
Harz
194
Thüringer Wald
195
Erzgebirge
Tab. 4: Karte und Bezeichnungen der Boden-Klima-Räume (BKR)
20
aktuell
Forschung
Lücke
/ BE
Tab. 5: Finanzierungslücke in Relation zum Betriebsertrag bei
Werten der oberen und unteren Viertel als Ausgangsbasis
Ein deutlicheres Bild ergab sich dagegen, wenn anstelle
vom Durchschnitt der jeweiligen Betriebsgruppe die
Daten der am wenigsten erfolgreichen als Ausgangsbasis genommen wurden. Hier zeigte sich, dass bei den
weniger erfolgreichen Gruppen eher eine Finanzierungslücke auftrat und diese auch deutlicher war; bei den
Werten des erfolgreicheren Viertels als Ausgangsbasis
traten dagegen so gut wie keine Finanzierungslücken
auf (Tabelle 5).
Nur für wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen
Diversifizierung ist eine Möglichkeit, Unternehmensrisiken zu begrenzen – das soll auch durch die hier
gewonnenen Ergebnisse nicht infrage gestellt werden.
Die Untersuchung hat aber gezeigt, dass die Rentabilität
wichtiger ist als die Anzahl der Betriebszweige, um Risiken standhalten zu können. Bevor neue Betriebszweige
angelegt werden, sollten daher die bestehenden möglichst rentabel gestaltet sein und auch die zusätzlichen
Risiken, die mit dem neuen Produkt verbunden sind,
realistisch eingeplant werden.
Kontakt:
Thomas Annen
Landesforschungsanstalt MV, Gülzow
Telefon: 03843 789-250
E-Mail: t.annen@lfa.mvnet.de
Einladung 2014
Winterveranstaltungen
Termine für Mecklenburg-Vorpommern:
Donnerstag, 09. Januar 2014, 9.00 Uhr
Warener Straße 1a, 17153 Jürgenstorf,
Landhotel „Jürgenstorf“
Freitag, 10. Januar 2014, 9.00 Uhr
Dörwaldt-Allee 4, 19406 Sternberg, Seehotel „Sternberg“
Montag, 13. Januar 2014, 9.00 Uhr
An der B 108, 17168 Todendorf, Gasthof „Zur Erbmühle“
Dienstag, 14. Januar 2014, 9.00 Uhr
Warener Straße 12, 17209 Sietow, Landhotel „Sietow“
Mittwoch, 15. Januar 2014, 9.00 Uhr
Haupstraße 50, 18239 Satow, Hotel „Weide Satow“
Donnerstag, 16. Januar 2014, 9.00 Uhr
Rattey 21, 17349 Schönebeck, Parkhotel „Schloß Rattey“
Freitag, 17. Januar 2014, 9.00 Uhr
Karbe-Wagner-Straße 59, 17235 Neustrelitz,
Parkhotel „Fasanerie“
Montag, 20. Januar 2014, 9.00 Uhr
Dargitzer Straße 26-29, 17309 Pasewalk, Hotel „Pasewalk“
Mittwoch, 22. Januar 2014, 9.00 Uhr
Am Bahnhof 35, 17390 Klein Bünzow,
Gemeindesaal „Alter Bahnhof“
Donnerstag, 23. Januar 2014, 9.00 Uhr
Klützer Straße 17a, 23936 Grevesmühlen, „Hotel am See“
Freitag, 24. Januar 2014, 9.00 Uhr
Dorfmitte 15, 19206 Lützow, Gasthaus „Scharfe Kurve“
Mittwoch, 29. Januar 2014, 9.00 Uhr
Stralsunder Chaussee 1, 18528 Bergen, Parkhotel „Rügen“
Donnerstag, 30. Januar 2014, 9.00 Uhr
Carl-Kossow-Straße 35, 18337 Marlow, Hotel „Recknitztal“
Freitag, 31. Januar 2014, 9.00 Uhr
Dorfstraße 23, 18516 Poggendorf, „Zum Alten Krug“
Bayer CropScience Deutschland GmbH · Region Nord
Lerchenkamp 11, D-31137 Hildesheim
www.agrar.bayer.de
Forschung
Forschung
Züchtungsforschung bei Roggen
Neue Perspektiven
für ein traditionelles
Getreide
Foto: Hackauf
Dr. Bernd Hackauf, Julius Kühn-Institut
Roggen zählt aus acker- und pflanzenbaulicher Sicht zu den wertvollen Fruchtfolgegliedern. Aufgrund
seines gut ausgebildeten Wurzelsys-
22
Das Blatt 4/2013
tems besitzt der Roggen das beste
Nährstoffaneignungsvermögen aller Getreidearten und steht in den
Fruchtfolgen oft als abtragende
Frucht, die in alle Richtungen der
Fruchtfolge variieren kann. Im Vergleich zu Weizen, Triticale und Gerste
zeichnen den Roggen ein geringerer
P-Typ
G-Typ
100
Anteil an der Vermerhungsfläche
von Hybridroggen in %
Winterroggen ist eine traditionelle Getreideart in der deutschen Landwirtschaft und wird heute in
Deutschland auf ca. 700.000 ha produziert. Stark schwankende Erzeugererlöse haben in den letzten
Jahren zu einer Konzentration der Roggenanbaufläche auf den leichten Standorten der norddeutschen Tiefebene geführt. Anbauschwerpunkte des Roggens liegen in Brandenburg, Niedersachsen,
Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Hier ermöglichen insbesondere hochleistungsfähige Hybridsorten eine optimale Ausschöpfung des Ertragspotenzials. Dank innovativer Züchtungsforschung und Züchtung können Landwirte heute unter 47 zugelassenen Roggensorten wählen.
Anspruch an die Keimtemperatur,
eine stark ausgeprägte Winterhärte
sowie das schnellste Regenerationsvermögen im Frühjahr aus, wodurch
er die Bodenfeuchte aus dem Winter und Frühjahr besonders gut nutzen kann. Für den anspruchslosen
und krankheitsresistenten Roggen
sprechen aber auch seine vielseitigen Verwertungsmöglichkeiten als
hochwertiges Lebens- und Futtermittel sowie als nachwachsender
Rohstoff für die energetische Nutzung. So leistet Winterroggen einen
wertvollen Beitrag zur Diversifizierung von Biogasfruchtfolgen. Die
Produktion von Roggen zur Ganzpflanzensilage steht auf leichten Böden nicht in Konkurrenz zum Anbau
von Nahrungs- und Futtermitteln.
Konkurrenz könnte dem Roggen
jedoch durch aktuelle Entwicklungen in der Züchtung von Weizen,
Gerste und Triticale erwachsen. Ein
besser entwickeltes Wurzelsystem in
Hybridsorten novelliert auch bei den
Verwandten des Roggens deren Toleranz gegen Kälte und Trockenheit
und trägt zu geringeren jährlichen
Ertragsschwankungen bei. Damit
der Roggen auch auf den etwas
besseren Standorten als risikoarm
zu führende Getreideart konkurrenzfähig bleibt, ist er ebenso wie
alle anderen Kulturpflanzen auf
80
60
40
20
0
2010
2011
2012
2013
Abb. 1: Vermehrungsflächen von Hybridroggen des P- bzw. G-Typs (Quelle: Bundessortenamt, Beschreibende Sortenliste Getreide 2013)
eine stetige züchterische Verbesserung angewiesen. Die Züchtungsforschung am Julius Kühn-Institut
(JKI) leistet hierfür wissenschaftliche
Vorarbeiten.
Züchtungsforschung zur
Minimierung der Mutterkornproblematik bei Roggen
Mit der Etablierung der Hybridzüchtung konnte bei Roggen in den letzten drei Jahrzehnten ein signifikanter
Zuchtfortschritt erzielt werden. Hybridzüchtung ermöglicht eine optimale Nutzung des Ertragspotenzials
leistungsstarker Erbkomponenten
durch Maximierung der Mischerbigkeit in der Hybridsorte. Für die effiziente Produktion von Hybridsaatgut
hat sich beim Roggen ein System
der Befruchtungskontrolle durchgesetzt, welches auf der Nutzung einer
zytoplasmatischen männlichen Sterilität beruht. Die Vermehrung von
Hybridroggen beruht überwiegend
auf dem in exotischem Roggen aus
Südamerika gefundene Pampa (P)Zytoplasma (Abb. 1).
In der Hybridroggenzüchtung
kommt dem Pollenschüttungsvermögen eine besondere Bedeutung
zu. Roggen ist wegen seiner für
Fremdbefruchter typischen Offenblütigkeit in besonderem Maße anfällig gegenüber dem Mutterkornpilz Claviceps purpurea. Der Befall
mit Mutterkorn tritt insbesondere
dann ein, wenn der Bestand bei
kühlen und feuchten Witterungsbedingungen zum Zeitpunkt der
Blüte keine ausreichend hohe
Mengen an Pollen produziert. In
exotischem Roggen aus Südamerika bzw. dem Iran sind sehr wirkungsvolle Genvarianten gefunden
worden, die in Hybridsorten vom
P-Typ zu einer Pollenproduktion
auf dem Niveau von Populations-
Das Blatt 4/2013
23
Forschung
Fotos S. 24/25: Hackauf
Forschung
(A)
(B)
Abb. 2: Männlich sterile Roggenform des G-Typs mit funktionsunfähigen Staubgefäßen
(A). Die Anwesenheit einer speziellen Genvariante stellt das Pollenschüttungsvermögen einer Roggenpflanze vom G-Typ vollständig wieder her (B)
roggensorten führen. Auf diese
Weise wird die Anfälligkeit der Hybridsorte gegenüber Mutterkorn
minimiert. Damit solche wertvollen
Genvarianten in leistungsstarken
Hybridsorten genutzt werden können, war zunächst eine aufwän-
dige Einkreuzung der für die gute
Pollenschüttung verantwortlichen
Gene in europäisches Zuchtmaterial
erforderlich. Neben der gewünschten Genvariante zur vollständigen
Wiederherstellung der männlichen
Fertilität, sogenannten Restorerge-
Abb. 3: Leistungsprüfung von Winterroggen nach Starkniederschlägen auf dem
Versuchsfeld in Groß Lüsewitz im Sommer 2011
24
Das Blatt 4/2013
nen, sind bei dieser züchterischen
Arbeit aber auch andere, unerwünschte Eigenschaften aus dem
exotischen Roggen in das Elitematerial überführt worden. Derartige
Komplexe zwischen erwünschten
und unerwünschten Merkmalsgenen können jedoch durch die
in jeder Nachkommengeneration
natürlich vorkommende Neuordnung des Erbgutes aufgebrochen
werden. Allerdings tritt diese sogenannte Rekombination insbesondere zwischen sehr eng miteinander
verknüpften Merkmalsgenen selten
auf. Die Züchtungsforscher am JKI
in Groß Lüsewitz haben deshalb
ein molekulares Diagnoseverfahren
entwickelt, mit dem das Erbgut umfangreicher Roggenbestände sehr
effizient untersucht werden kann.
Bereits kurze Zeit nach der Aussaat
ist es mit dieser modernen Methode möglich, einen genetischen Fingerabdruck zu erstellen und solche
Pflanzen schnell und zuverlässig zu
identifizieren, die durch eine Rekombination im Bereich der wertvollen Genvariante charakterisiert
sind. Nur diese Pflanzen werden
anschließend vermehrt um zu prüfen, ob das gewünschte von den
unerwünschten Merkmalsgenen entkoppelt werden konnte. Dank dieser
Art einer Präzisionszüchtung stehen den Landwirten heute Hybridroggensorten mit hohem Ertragspotenzial und, aufgrund sehr guter
Pollenschüttung, minimalem Risiko
einer Mutterkornanfälligkeit zur
Verfügung. Damit das Ertragspotenzial des Roggens uneingeschränkt
genutzt werden kann, arbeiten die
Züchtungsforscher am JKI an der
kontinuierlichen Verbesserung des
molekularen Diagnoseverfahrens für
die wertvolle, aus pflanzengenetischen Ressourcen stammende Genvariante.
Züchtungsforschung zur Minimierung der genetischen Verwundbarkeit von Hybridroggen
Das P-Cytoplasma unterbindet die
Pollenproduktion von Mutterlinien
sehr wirkungsvoll und gewährleistet eine sehr zuverlässige Produktion von Hybridsaatgut. Mit welchem
Risiko jedoch die ausgeprägte Dominanz eines einzelnen Zytoplasmas einhergehen kann, belegt das
Beispiel der verheerenden Blattdürre-Epidemie beim Mais, die Anfang der siebziger Jahre des letzten
Jahrhunderts in den USA von einer
T-CMS spezifischen Rasse des Schaderregers Bipolaris maydis ausgelöst
wurde.
Beim Roggen können Landwirte
inzwischen Hybridsorten wählen,
die auf Basis eines alternativen
Zytoplasmas, des Gülzower- oder
G-Typs, gezüchtet worden sind. Das
sterilitäts-induzierende Zytoplasma
dieser Hybriden (Abb. 2) wurde
vor 30 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern von Züchtungsforschern
aus Güstrow-Gülzow in einer europäischen Landsorte identifiziert.
Ihre erfolgreiche Nutzung in der
Züchtung von Hybridroggen ist ein
wertvoller Beitrag zur Erhöhung
der genetischen Vielfalt in der Getreideproduktion und reduziert die
genetische Verwundbarkeit von Hybridroggen. Auch das in GüstrowGülzow entwickelte Hybridsystem
wird von den Züchtungsforschern
am JKI wissenschaftlich bearbeitet. Die Wissenschaftler konnten
zeigen, dass die für Restorergene
vom P-Typ entwickelten molekularen DNA-Marker als Präzisionswerkzeuge auch für die Züchtung
von Hybridsorten auf Basis des GTyps genutzt werden können. Mit
weiterführenden Untersuchungen
wollen die Wissenschaftler am JKI
Abb. 4: Leistungsprüfung von Kurzstrohhybriden im Feld
einen Beitrag leisten, dieses praxisfähige System der Befruchtungslenkung beim Roggen konkurrenzfähig zu halten, um dem Risiko einer
genetischen Verwundbarkeit von
leistungsstarkem Hybridroggen vorzubeugen.
Kurzstrohroggen – ein neuer
Weg zur Steigerung und Sicherung des Kornertrages
Trotz aller züchterischen Fortschritte ist beim Roggen das Verhältnis von Kornertrag zur gesamten
restlichen, oberirdischen Biomasse
noch nicht auf einem vergleichbar
hohen Niveau, wie es beispielsweise beim Weizen seit der Mitte des
letzten Jahrhunderts erreicht werden konnte. Vielmehr ist ein großer Anteil des Stoffwechsels beim
Roggen gegenwärtig noch auf die
Ausbildung eines relativ langen
Halmes ausgerichtet. Damit unter
sich ändernden Klima- und Witterungsbedingungen hinreichend
stabile Erträge möglich sind, zählt
die Verbesserung der vergleichsweise hohen Lagerneigung von Roggen (Abb. 3) zu den wesentlichen
Zielen bei der züchterischen Entwicklung und Bereitstellung neuer
Sorten. Zur Vermeidung von Lager
und Absicherung des Kornertrages
kommt dem sorgfältigen Einsatz
von Wachstumsreglern im Anbau
von Roggen gegenwärtig große
Bedeutung zu. Während bei Sorten mit guter Standfestigkeit eine
einmalige Anwendung von Wachstumsregulatoren üblich ist, erfordern Sorten mit mittlerer bis geringer Standfestigkeit in der Regel
eine zusätzliche Anschlussbehandlung. Von den vier Wirkstoffen, die
gegenwärtig für die Anwendung
zur Regulation des Wachstums bei
Roggen zugelassen sind, hemmen
drei Wirkstoffe die Synthese des
Pflanzenhormons Gibberellinsäure.
Die Züchtungsforscher am JKI haben sich nun zum Ziel gesetzt, eine
Das Blatt 4/2013
25
Forschung
bislang nicht genutzte Genvariante
aus einer pflanzengenetischen Ressource des Roggens für die Züchtung von Hybridroggen nutzbar
zu machen, welche die Synthese
von Gibberelinsäure genetisch beeinflusst und damit verbunden zu
einem verkürztem Wachstum des
Halmes führt (Abb. 4). Bei Triticale
konnte der Ernteindex durch Einkreuzung dieser Genvariante des
Roggens bereits signifikant erhöht
werden. Triticalesorten mit dem
Kurzstrohgen aus Roggen zeichnen
sich in den Landessortenversuchen
in mehrjährigen Prüfungen an allen
Orten durch überdurchschnittliche
Ertragsleistungen aus und schneiden insbesondere auf Sandstandorten überragend ab. Die Optimie-
Abb. 5: Genetischer Fingerabdruck von
kurz- und normalstrohigem Roggen. Die
gekennzeichneten DNA-Fragmente weisen auf die Anwesenheit des Kurzstrohgens hin
26
Das Blatt 4/2013
Forschung
rung der Trockenmasseverteilung
in der Pflanze zugunsten des Korns
mit Hilfe des Kurzstrohgens bietet
also eine attraktive Möglichkeit, das
Ertragspotenzial auch bei Hybridroggen zu steigern.
Ergebnisse aus dem ersten Prüfjahr
zeigen, dass durch das Kurzstrohgen die Wuchshöhe in Hybridroggen um ca. 35 % im Vergleich zu
normalstrohigen Hybriden reduziert
werden kann. Eine derartige genetische Begrenzung des Längenwachstums würde den üblichen
Einsatz von Wachstumsregulatoren
im Anbau von Roggen entbehrlich
machen und die ökonomische Effizienz des Roggenanbaus zusätzlich
erhöhen. Damit der Einfluss des
Kurzstrohgens auf den Kornertrag
verlässlich geprüft werden kann,
bereiten die Züchtungsforscher am
JKI gemeinsam mit Roggenzüchtern gegenwärtig eine umfangreiche Serie mehrjähriger Feldversuche mit Kurzstrohhybriden in den
Hauptanbaugebieten des Roggens
vor. Darüber hinaus haben die Wissenschaftler eine Lösung parat, mit
der in einer Art Präzisionszüchtung solche Kreuzungsnachkommen erkannt werden können, die
das Kurzstrohgen tragen. Analog
zum Restorergen ist es den Züchtungsforschern gelungen, einen
genetischen Fingerabdruck für
das Erbgut von Roggen im Bereich
des Kurzstrohgens zu entwickeln
(Abb. 5). Dieses molekulare Diagnoseverfahren ermöglicht den
Wissenschaftlern eine einfache und
zweifelsfreie Unterscheidung zwischen rein- und mischerbig kurzen
Genotypen mit einer bislang nicht
möglichen Genauigkeit. Da der genetische Fingerabdruck bereits an
jungen Keimpflanzen funktioniert,
kann die gewünschte Information
sehr viel früher erhalten werden
als bei der Messung der Wuchshöhe im Feld. Die systematische Auswahl des gewünschten Kreuzungspartners ist damit bereits im Labor
möglich, so dass diese molekularen
Präzisionswerkzeuge zu einer Beschleunigung des Zuchtfortschrittes
bei Roggen beitragen.
Perspektiven zur Planung des
Zuchterfolges für komplexe
Merkmale
Der Anbau von Roggen bietet Lösungsansätze zum Erhalt der Agrobiodiversität und zur Vielfalt unserer
Fruchtfolgen und Agrarlandschaften und entspricht durch die Schonung natürlicher Ressourcen auch
ökologisch den spezifischen Aspekten einer nachhaltigen Landwirtschaft. Die züchterische Anpassung
des Roggens an die Anforderungen
des Menschen, die sich angesichts
von Bevölkerungsentwicklung, Klimaveränderungen und steigendem
Energiebedarf stetig ändern, ist
jedoch ein aufwendiger Prozess.
Viele landwirtschaftlich interessante Eigenschaften des Roggens wie
Kornertrag oder Gehalt an qualitätsbestimmenden
Inhaltsstoffe
werden durch ein Zusammenspiel
zahlreicher Gene bestimmt. Um
Muster im Zusammenwirken dieser
Gene im Erbgut des Roggens zu
erkennen, haben die Züchtungsforscher in Groß Lüsewitz mit Hilfe
einer aus der Humangenetik übernommenen experimentellen Methode genetische Vielfalt in tausenden individueller Abschnitte des
Roggenerbgutes parallel analysiert
und deren Beziehung zu komplex
vererbten, agronomisch relevanten
Eigenschaften studiert. Die aus
diesen Studien gewonnenen Erkenntnisse eröffnen den Wissenschaftlern neue Perspektiven, um
wissensbasierte Ansätze für die
Roggenzüchtung zu entwickeln,
mit denen gezielter als bislang
möglich an der Verbesserung qualitätsbestimmender
Inhaltsstoffe
und dem Ertragspotenzial gearbeitet werden kann. Ein wichtiges
Element dieser Arbeiten stellt ein
im Oktober 2013 veröffentlichtes
Modell des Roggenerbgutes dar,
welches Wissenschaftler des Instituts für Kulturpflanzenforschung
in Gatersleben, der Technischen
Universität in München und dem
Helmholtz-Zentrum in München
gemeinsam mit den Züchtungsforschern am JKI erstellt haben. Dieser
innovative Meilenstein in der Züchtungsforschung an Roggen besitzt
bislang nicht nutzbare Potenziale,
die es der Landwirtschaft ermögli-
chen könnten, schnell und gezielt
auf klima-, natur- und ressourcenbedingte Anforderungen zu reagieren. Kenntnisse über die Position
und Anordnung von über 22.000
Genen des Roggens eröffnen nun
die Möglichkeit, die Bedeutung
genetischer Vielfalt für die Ausprägung von Merkmalsgenen systematisch und umfassend zu studieren
und Strategien für neue Roggensorten beispielsweise mit höherer
Toleranz gegen Trockenheit oder
optimierter Inhaltsstoffzusammensetzung zu entwickeln.
falt. Die hier skizzierten Beispiele
zeigen, dass mit Hilfe innovativer
Ansätze des Prebreedings die in
pflanzengenetischen
Ressourcen
vorhandene genetische Vielfalt effektiv genutzt werden kann, um
Pflanzengesundheit, Ertragsfähigkeit und Verwendungseignung dieses traditionellen Getreides züchterisch weiter zu optimieren. Dies
nutzt dem Landwirt. Erweiterte
Fruchtfolgen und breitere Sortenwahl bringen Vielfalt auf den Acker
und tragen zur Risikoabsicherung
gegen Extremwettereinflüsse bei.
Fazit
Für die Erstellung neuer und besser
an die Bedürfnisse des Menschen
angepasster Sorten benötigt die
Roggenzüchtung genetische Viel-
Kontakt:
Dr. Bernd Hackauf
Julius Kühn-Institut
Groß Lüsewitz
Email: bernd.hackauf@jki.bund.de
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BEX – Büro für Existenzsicherung
BEX – Büro für Existenzsicherung
nur Betriebsleiter auf Probe zu sein
oder vom Übergeber ständig kontrolliert zu werden. Auch das Gründen
einer BGB-Gesellschaft kann vor allem steuerlich vorteilhaft sein, wenn
Grundbesitz aus dem Sonderbetriebsvermögen ins Betriebsvermögen der nachfolgenden Generation
überführt werden soll. Die häufigsten Formen der Betriebsübergabe
sind aber innerhalb der Familie der
Hofübergabevertrag und bei kinderlosen Familien oder solchen mit
nicht an Landwirtschaft interessierten Kindern der Kaufvertrag.
Übergabe des Familienbetriebes
Rechtzeitig die
Weichen stellen
Was wird in einem Hofübergabevertrag geregelt?
Die Hofübergabe unter Lebenden ist
juristisch eine Schenkung unter Auflagen, die erbrechtlich als vorweggenommene Erbfolge eingeordnet
wird (B. v. Garmissen, 2011). Daher
sollte ein Pflichtteilsverzicht des
Übernehmers formuliert werden.
Dr. Margit Brandstädter
Der späteste Zeitpunkt, sich mit der Hofnachfolge zu beschäftigen ist die bevorstehende Beantragung der Altersrente. Hierfür ist die Abgabe des Hofes zwingend notwendig und um die
Rente beziehen und genießen zu können, ist darauf zu achten, dass die Übergabe keine Vereinbarungen zu Nießbrauchs- oder Rückübertragungsrechten enthält, denn damit wäre der Rentenbezug ausgeschlossen.
Die Rente wird frühestens mit Ablauf des Monats gewährt, in dem
alle Voraussetzungen erfüllt sind,
davon unberührt bleibt aber das
Recht, eine Fläche von 2 ha Acker
oder Grünland oder 18 ha Waldzur Nutzung als Rentner zurückzubehalten. Der beste Zeitpunkt, sich
Gedanken über die Betriebsnachfolge zu machen ist gekommen,
wenn es gilt, Berufe für die eigenen
Kinder zu finden, die deren Können
und deren Neigungen entsprechen.
Anders ist es, wenn durch Schicksalsschläge eine vorzeitige Betriebsauf- oder -übergabe relativ schnell
28
Das Blatt 4/2013
erfolgen muss, um eine Erwerbsunfähigkeits- oder Witwenrente zu
beantragen.
können sinnvolle Lösungen sein,
ebenso wie die Gründung einer
BGB-Gesellschaft (z. B. Vater/Sohn).
Wie kann eine Betriebsübergabe aussehen?
Für eine Übergabe gibt es zahlreiche Varianten, wie z. B. die Hofübergabe mit Übergabevertrag an
die Nachfolger, eine Verpachtung
des Gesamtbetriebes für mindestens
9 Jahre oder die Aufgabe durch Kaufvertrag. Auch ein Bewirtschaftungsvertrag auf bestimmte Zeit oder ein
Verkauf der Hofstelle mit späterem
Verkauf weiteren Betriebsvermögens
Während Hofübergabe und Kaufvertrag endgültige und durch den
Notar zu beurkundende Lösungen
sind, schaffen alle anderen o. g.
Formen Möglichkeiten, die Hofübergabe gleitend und damit frühzeitig
und gewissermaßen probehalber zu
gestalten. Die zeitliche Begrenzung
bei Betriebsübergabe mittels Pachtund Bewirtschaftungsverträgen sollte nicht zu lang dauern, damit der
Übernehmer nicht das Gefühl hat,
Im Vertrag zur Hofübergabe sind
drei wesentliche Punkte zu regeln:
1. An wen welches Eigentum übertragen wird
2. Wie weichende Erben abgefunden werden
3. Regelungen zum Altenteil
Im Vertrag ist das zu übergebende
Eigentum konkret zu benennen
und vollständig aufzuführen und
entspricht meistens den Aktiva in
der Buchführung (Grund und Boden, Gebäude, Vieh, Technik, Vorräte, Lieferrechte, Beteiligungen).
Im Gegenzug werden auch alle Passiva übernommen, d. h. auch Darlehen und sonstige Verbindlichkeiten.
Die Abfindung der weichenden Erben bemisst sich in Bundesländern,
in denen die Höfeordnung nicht
gilt, hauptsächlich nach den finan-
ziellen Möglichkeiten des Betriebes,
der Anzahl der weichenden Erben
und wird beeinflusst vom Verhältnis
der Betroffenen zu einander.
Altenteil detailliert definieren
Für den Übergeber ist das Herzstück des Vertrages natürlich der
Teil, der die Einzelheiten zum Altenteil regelt. Dieser Teil sollte
zwischen den Generationen ausführlich und in Ruhe besprochen
werden, damit gewährleistet ist,
dass die übergebende Generation
einen wirtschaftlich würdigen neuen Lebensabschnitt beginnen und
die übernehmende Generation die
Altenteilsregelungen finanziell und
arbeitswirtschaftlich tragen kann.
Ein Höchstmaß an Zufriedenheit
zwischen den Generationen soll angestrebt werden. Dafür ist es aber
notwendig, die Dinge so konkret
wie möglich zu vereinbaren. Das
sind Abmachungen zum Wohnrecht, die grundbuchlich abzusichern sind, welche Räume ggf. zum
Altenteil gehören, welche gemeinschaftlich von den Generationen
genutzt werden (Keller, Boden,
Garten…), Vereinbarungen darüber, wer die Nebenkosten (Heizung, Strom, Wasser) der Altenteiler trägt, wer Renovierungskosten,
ob gemeinsam Mittag gegessen
wird, wer kocht oder ob für die
Selbstverpflegung der Übergeber
ein Extra-Geld gezahlt wird, wie die
Pflege in alten Tagen aussehen soll,
z. B. freie Autofahrten zu Arzt- und
Friseurbesuchen, wie eine würdevolle Bestattung zu finanzieren ist.
Letztendlich ist das Bar-Altenteil in
einer Höhe zu bemessen, die der
einen Seite ein Auskommen sichert
und der anderen die Möglichkeit,
dieses durch den Betrieb so zu erarbeiten, dass auch die Ansprüche
der jungen Generation ausreichend
Berücksichtigung finden. Hilfreich
ist es daher, eine Planung aller Ausgaben der Altenteiler vorzunehmen
und dann alle Einnahmen aus Rente, Vermietung/Verpachtung, usw.
dagegen zu halten. Die Differenz
sollte dann der Altenteilshöhe entsprechen. Oft arbeiten rüstige Altenteiler für ein geringes Entgelt
auch noch auf dem Betrieb mit.
Um eine gelungene Hofübergabe
zu erreichen, ist es also besonders
wichtig, rechtzeitig die betrieblichen und familiären Vorstellungen
aller Beteiligten zu besprechen und
zu überlegen, wie diese vernünftig in Einklang gebracht werden
können und wie die Generationen
sich gegenseitig helfen und unterstützen können. Der Frieden unter
dem gemeinsamen Dach trägt auch
zum guten Verhältnis in und mit der
Nachbarschaft bei und erhöht die
eigene Zufriedenheit. Das schafft
Stabilität auch in Krisenzeiten.
Frühzeitig Beratung suchen
Steht eine Hofübergabe an, egal
ob über Nachfolge in der Familie oder durch Verkauf an Fremde,
sollte frühzeitig mit einem Fachmann (Steuerberater, Berater) darüber gesprochen werden, wie
familiäre und betriebliche Ziele zu
vereinbaren sind. Wenn darüber
Klarheit besteht, wird ein Notar
den Vertragstext aufsetzen und
ihn beglaubigen. Danach erfolgen
die Umschreibung auf den neuen
Eigentümer und die notwendigen
Eintragungen ins Grundbuch, wie
z. B. das Altenteil.
Kontakt
Dr. Margit Brandstädter
Telefon: 0385 3953233
Handy: 0162 1388062
E-Mail: mbrandstaedter@
lms-beratung.de
Das Blatt 4/2013
29
BEX – Büro für Existenzsicherung
Staatliche Zuwendungen bis 2020
Wie abhängig sind
die Landwirte vom
Staat?
Monika Berlik, Sabine Melenk-Dexheimer
BEX – Büro für Existenzsicherung
Die Entscheidungen für die nächste EU-Förderperiode von 2014
bis 2020 sind gefallen. Die Länder feilen derzeit an den Ausgestaltungen und Fördermaßnahmen. Die Agrarpolitik der EU mit ihren
Subventionen ist sehr komplex und das diffizile Regelwerk verunsichert Landwirte, Politiker und Verbraucher. In den kommenden
sieben Jahren und darüber hinaus wird es weiterhin EU-Agrarsubventionen geben – so agiert die Politik und so sehen es führende Agrarökonomen. Welche Bedeutung diese Gelder für den
einzelnen Unternehmer haben, zeigen die landwirtschaftlichen
Buchabschlüsse.
Mit Hilfe der Buchführung der
Testbetriebe gelingt ein Blick in die
Betriebsgruppe der Haupterwerbsbetriebe in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern. Die 9.141
ausgewerteten und auf Plausibilität geprüften Buchabschlüsse aus
Deutschland bilden repräsentativ
die wirtschaftliche Situation ab.
Ausgewählte Werte sind in Tab. 1
dargestellt.
Die EU-Prämien machen in Deutschland einen hohen Anteil am Gewinn aus.
Auffallend ist, dass der prozentuale Anteil der Direktzahlungen und
Zuschüsse in MV trotz geringerer
Erträge bezogen auf den Hektar
höher ist – im Durchschnitt hierzulande ca. 20% – bei der deutschen
Vergleichsgruppe sind es ca. 10%.
Der Anteil der Veredlung und der
Tierproduktion ist in anderen Bundesländern deutlich höher. Die
Ursachen sind der Anbau verschiedener Spezialkulturen, mehr Diversifizierungen und eine höhere Wertschöpfung in den Unternehmen.
Der geringe Anteil Eigentumsflächen und die verhältnismäßig hohe
Belastung mit Fremdkapital der
großen Agrarbetriebe in MV bedingen eine geringe Stabilität der
Unternehmen im Vergleich mit anderen Regionen, in denen Flächen
und Hofstellen oft schon seit Ge-
Betrachtet man die Prämienzahlungen in Verbindung mit dem
Unternehmensgewinn, wird die
Bedeutung noch sichtbarer. Die
Darstellung basiert auf den absoluten Zahlen im Durchschnitt der
gewählten Betriebsgruppen in den
vergangenen sechs Jahren.
Prämien = Gewinn?
In Mecklenburg-Vorpommern lag
der in den vergangenen Jahren
realisierte Gewinn unter der Höhe
der Ausgleichszahlung. Das heißt
im Durchschnitt der Unternehmen:
keine Prämien – kein Gewinn.
Betriebliche
Erträge in €/ha
Deutschland
MV
726
742
1.997
568
Umsatz Gartenbau,
Lohnunternehmen,
Energie
473
40
Direktzahlungen
/ Zuschüsse
448
370
sonst. Erträge ohne
Direktzahlungen
460
102
gesamt
4.074
1.822
Umsatz
Pflanzenproduktion
Umsatz
Tierproduktion
Tab. 1: Erträge im Wirtschaftsjahr 2011/12
30
Das Blatt 4/2013
Das Blatt 4/2013
31
BEX – Büro für Existenzsicherung
BEX – Büro für Existenzsicherung
Begründung, dass der Steuerzahler
diese Politik fordert.
Umsatz Tierproduktion
11 %
Umsatz Gartenbau,
Lohnunternehmen, Energie
12 %
48 %
Direktzahlungen / Zuschüsse
sonstige Erträge ohne
Direktzahlungen
Deutschland - Erträge Haupterwerbsbetriebe 2011/12 prozentual
Umsatz Pflanzenproduktion
6%
20 %
41 %
Umsatz Tierproduktion
2%
Umsatz Gartenbau,
Lohnunternehmen, Energie
sonstige Erträge ohne
Direktzahlungen
MV - Erträge Haupterwerbsbetriebe 2011/12 prozentual
nerationen in der Familie sind. So
können Schwankungen im Markt
schlechter abgefangen werden. Bekanntermaßen gibt es auch eine
große Streuung – in der Größe, im Erfolg, in der Produktionsrichtung oder
der Wirtschaftsweise. Das Fazit: Die
Abhängigkeit vom Staat ist sehr hoch.
Fluch und Segen
Reglementierung, Risikoabsicherung,
Einkommensstabilisierung – die Prämien bleiben für die kommenden
Jahre eine wichtige agrarpolitische
Schraube. Der Staat „will“ Einfluss
nehmen auf die Betriebsentwicklungen und die Produktionsverfahren in den Landwirtschaftsbetrieben. Mit Fördergeldern verbunden
ist die Kontrollpflicht der Verwaltung und diese Prüfungen haben
riesige Ausmaße angenommen.
Zunehmend werden die Gelder für
öffentliche Leistungen, für Umweltund Sozialziele gewährt mit der
2006 /
2007
2007 /
2008
2008 /
2009
2009 /
2010
2010 /
2011
2011 /
2012
74
72,8
73,3
73,1
74,1
73,7
Gewinn in T€
48,0
59,4
44,8
40,9
54,4
55,6
DZ / Zuschüsse in T€
31,8
31,1
31,4
32,5
33,5
33,0
Fläche in ha
Tab. 2: Gewinn und Direktzahlungen in Deutschland
Mecklenburg-Vorpommern
Haupterwerbsbetriebe
2006 /
2007
2007 /
2008
2008 /
2009
2009 /
2010
2010 /
2011
2011 /
2012
Fläche in ha
277,7
269,9
265
264,6
286,8
308,9
Gewinn in T€
70,8
94,2
83,5
64,3
83,5
55,9
DZ / Zuschüsse in T€
90,7
95,8
95,4
98,7
109,0
114,3
Gewinn
80
60
40
Das rechte Maß – Betriebsentwicklung und Unternehmerziele
In Anbetracht der zu erwartenden
Änderungen in der Agrarpolitik ist
eine klare Ausrichtung der Unternehmen erforderlich. Die Kürzungen
der Flächenprämien von rund 4,5%
durch Umschichtungen in die 2. Säule und das neue Element des Greenings müssen entweder durch die
Teilnahme an entsprechenden Förderprogrammen (Umwelt/Ländliche
Entwicklung) aufgefangen werden
oder die Landwirtschaftsbetriebe
entwickeln Strategien, um ihre Ertragslage zu verbessern.
0
2006 / 2007
2007 / 2008
2008 / 2009
2009 / 2010
2010 / 2011
2011 / 2012
Deutschland / Haupterwerbsbetriebe – Gewinn und Direktzahlungen/Zuschüsse in T€
Tausend €
Gewinn
Kontakt
Monika Berlik
Telefon: 0381 877133-12
E-Mail: mberlik@lms-beratung.de
Direktzahlungen / Zuschüsse
Sabine Melenk-Dexheimer
Telefon: 0381 877133-45
E-Mail: smelenkdexheimer@
lms-beratung.de
140
120
100
60
40
20
0
2006 / 2007
2007 / 2008
2008 / 2009
2009 / 2010
2010 / 2011
2011 / 2012
MV / Haupterwerbsbetriebe – Gewinn und Direktzahlungen/Zuschüsse in T€
Jedem Betriebsleiter
raten wir,
• die Betriebsergebnisse
der vergangenen Jahre
genau zu hinterfragen,
Früher, fitter, flexibler.
• seine Abhängigkeit vom
Staat zu analysieren und
SU PHÖNIX.
• zu prüfen, ob mit der verringerten Flächenbeihilfe
nachhaltig gewirtschaftet
werden kann oder ob es
Sinn macht, Teilbereiche
des Betriebes zu intensivieren.
Der neue Turbo
bringt noch mehr GPS.
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Hybridroggen
Frühere Kornfüllung und größere Ernteflexibilität machen SU PHÖNIX
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Das Blatt 4/2013
Im Vergleich mit Gesamtdeutschland zeigen sich hier vor allem im
Veredlungsbereich Abweichungen
und Reserven. Andernfalls werden
durch die Kürzungen die Gewinne
verringert – erfolgreich wirtschaften
wird noch schwerer.
20
Tab. 3: Gewinn und Direktzahlungen in Mecklenburg-Vorpommern
32
Direktzahlungen / Zuschüsse
80
Direktzahlungen / Zuschüsse
31 %
Deutschland Haupterwerbsbetriebe
Vorteil Planungssicherheit
Die Agrarbeihilfen wirken aber auch
einkommensstabilisierend und sind
ein Element der Risikoabsicherung
bei zunehmend volatilen Märkten.
Die vergangenen Jahre waren eine
große Herausforderung. Die Agrarmärkte wurden unsteter, das Preisniveau orientiert sich zunehmend
am Weltmarkt. Die Betriebsprämien
bieten eine Planungssicherheit, zumindest für die Zeitspannen der Förderperioden.
Tausend €
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Umsatz Pflanzenproduktion
18 %
11 %
LUFA Agraranalytik
LUFA Agraranalytik
thode wurde von Dr. Ralf-Rainer
Schulz in der Landesforschungsanstalt MV Gülzow entwickelt.
Die Festigkeit der Rapsschoten wird
mit einem Kraftmessgerät (Abb. 1)
bestimmt und erfolgt als Einzelprüfung.
Aus dem Agrarlabor
Foto: Shutterstock
Bestimmung der
Rapsschotenfestigkeit
Dr. Stefan König
Aufgrund der großen wirtschaftlichen Bedeutung von Winterraps spielt eine verlustarme Ernte
zur Erhöhung der Erträge eine wesentliche Rolle. Das Problem beim Raps ist der große Zeitraum
bei der Abreife der Schoten. In Abhängigkeit von der Blühdauer ist der Reifezustand der Schoten oft sehr unterschiedlich.
Die Platzfestigkeit der Rapsschoten
ist seit Jahren ein Zuchtziel, so dass
die heutigen im Anbau befindlichen Rapssorten im Allgemeinen
34
Das Blatt 4/2013
eine gute Schotenstabilität aufweisen. Die Platzfestigkeit hängt
darüber hinaus auch von der Pflanzengesundheit ab. So lassen sich
beispielsweise Verpilzungen an
den Schoten durch fungizide Blütenapplikationen reduzieren. Auch
kann der Einsatz von Wachstumsreglern eine gleichmäßige Abreife
fördern.
Neue Methode bei der
LUFA Rostock
Im agrarbiologischen Labor der
LUFA Rostock ist eine Methode zur
Ermittlung der Rapsschotenfestigkeit etabliert worden. Diese Me-
Fotos: König
Die Höhe der Verluste durch Aufplatzen der Schoten hängt neben
dem Erntezeitpunkt auch von der
Sorte sowie von Art und Dauer verschiedener externer Faktoren ab,
die auf einen erntereifen Bestand
einwirken. Wind, Starkniederschläge und Hagel sowie andere mechanische Einflüsse wie z.B. durch
Erntemaschinen fördern das vorzeitige ungewollte Aufplatzen der
Schoten.
Abb. 1: Kraftmessgerät
Probenahme
Um eine weitgehend homogene
Versuchsanordnung und -durchführung zu gewährleisten, sind bestimmte Vorgaben unerlässlich:
Die Schotenentnahme erfolgt jeweils vom Haupttrieb bis zum
ersten Seitentrieb. Von diesem
Haupttrieb werden die Schoten
vorsichtig mit einer Schere getrennt, es sollte noch ein Stück des
Stielchens dran sein. Lagerung und
Transport haben schonend zu erfolgen, um versehentliches Platzen
der Schoten weitestgehend zu vermeiden. Dennoch ist eine Reserve
von ca. 10 % angebracht.
Durchführung
Die Schoten werden an beiden
Schotenhälften mit Klemmen fixiert
(Abb. 2), diese Klemmen werden am
Kraftmessgerät befestigt (Abb. 3)
und anschließend auseinandergezogen (Abb. 4). Die notwendige Kraft
bis zum Zerreißen der Schote wird
durch das Messgerät angezeigt und
kann direkt auf einen PC übertragen
werden. Mittlere Messwerte sind
2 bis 4 N.
Für aussagekräftige Ergebnisse sind
je Versuchsglied 50 bis 200 Einzelwerte sinnvoll. Die Wertegruppen
der Versuchsglieder werden statistisch ausgewertet.
Fazit
Der Anbau unterschiedlich abreifender Sorten kann zur Verlustsenkung
Abb. 2: Schote einspannen
Abb. 3: Schote eingespannt
beitragen, da eine Erweiterung
des optimalen Druschzeitraumes
erfolgt.
Die ermittelten Unterschiede in
der Platzfestigkeit geben vor allem
einen Hinweis darauf, wie robust
eine Sorte gegenüber Ernteverzögerungen einzustufen ist. Unter normalen Ernteterminen und
Witterungsverhältnissen ist bis zur
Vollreife nur mit geringen Vorernteverlusten zu rechnen.
Abb. 4: Schote gerissen
Eine Senkung der Vorernteverluste
ist durch Fungizide und Wachstumsregler ebenfalls möglich, da
einer Verpilzung der Bestände sowie Neigung zu Lager vorgebeugt
wird bzw. eine gleichmäßigere Abreife unterstützt wird.
Kontakt:
Dr. Stefan König
LUFA Rostock / Agrarbiologie
Telefon: 0381 20307-56
E-Mail:skoenig@lms-lufa.de
Das Blatt 4/2013
35
LUFA Agraranalytik
LUFA Agraranalytik
Unterzeichnung des Kooperationsvertrages anlässlich der Vorstellung des Verbundprojektes (v.l.n.r.):
Prof. Dr. Norbert Kanswohl (Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät Universität Rostock),
Dr. Stephan Hartwig (Landeskontrollverband MV), Berthold Majerus (LMS Agrarberatung GmbH)
Mehr als 70 Teilnehmer folgten der Einladung des Kooperationsverbundes und informierten sich über die neue Biogasfachberatung im Lande
zu technischen Verbesserungen.
Auf der Basis betrieblicher Daten
werden Wirtschaftlichkeitsberechnungen (Betriebszweigauswertung
Biogas) und horizontalem Vergleiche angeboten.
Gebündelte Biogaskompetenz
aus einer Hand
Dr. Silke Heinz LKV MV und Berthold Majerus, LMS Agrarberatung
Am 21. September 2013 fand die Auftaktveranstaltung für das Netzwerk „Gebündelte Biogaskompetenz aus einer Hand“ der Kooperationspartner LKV MV e.V./MQD-mbH, Universität
Rostock (Professur Tierhaltung und Verfahrenstechnik) sowie LMS Agrarberatung GmbH / LUFA
Rostock in der Viehhalle in Güstrow statt. Der Geschäftsführer des LKV/MQD, Dr. Stephan Hartwig,
konnte 70 interessierte Zuhörer begrüßen. Er verwies darauf, dass auf der Grundlage eines vereinbarten Kooperationsvertrages das innovative Projekt „Aufbau eines Beratungskonzeptes für
Betriebe mit integrierten landwirtschaftlichen Biogasanlagen“ nunmehr etabliert sei und den
Land- und Energiewirten zur Verfügung steht.
Die fachlichen und personellen Kompetenzen der Kooperationspartner
rund um die Biogasproduktion wer-
36
Das Blatt 4/2013
den in diesem Projekt gebündelt
und umfassen – auf der Analytik der
In- und Outputstoffe aufbauend –
entsprechende Beratungsempfehlungen zur Effizienzsteigerung sowie gegebenenfalls Empfehlungen
Fotos: Dr. Silke Heinz
Startschuss des Kooperationsverbundes
Diese Bündelung von Ressourcen
und Kompetenzen zur Spezialberatung Biogas in Mecklenburg-Vorpommern führt zu einem attraktiven
und kompletten Dienstleistungsportfolio in der Optimierung der
Biogasproduktion.
Für Ihre Fragen rund um die Biogasproduktion stehen Ihnen nun neben
den Mitarbeitern der LMS Agrarberatung, Dr. Roland Redmann
(ökonomische Auswertungen) und
Aldo Arndt (LUFA, Analytik), die
Herren Dr. Jörg Burgstaler und Dr.
Denny Wiedow von der Universität
Rostock im Auftrag des Landeskontrollverbandes für Leistungs- und
Qualitätsprüfung / MQD Qualitäts-
prüfungs- und Dienstleistungsgesellschaft MV als fachkompetente
Biogasspezialberater zur Verfügung.
Der Moderator der Veranstaltung
Professor Norbert Kanswohl (Lehrstuhl für Tierhaltung und Verfahrenstechnik der Universität Rostock)
stellte als ersten Referenten Dr. Jörg
Burgstaler (Universität Rostock) vor,
der das Beratungskonzept für Milchviehbetriebe mit integrierten Biogasanlagen umfassend darstellte.
Er zeigte u. a. interessante Arbeitsund Forschungsschwerpunkte der
Universität Rostock im Bereich der
Biogasprozessforschung (Additiveinsatz, Prozessparameter, Substratanalytik, Laborversuchsanlagen)
und stellte die ganzheitliche, sich
gegenseitig ergänzende Vernetzung
der drei Kooperationspartner in
den Vordergrund seines Vortrages.
Ebenso verdeutlichte Dr. Burgstaler,
dass die Land- und Energiewirte
innerhalb der Biogasfachberatung
auf die Bereiche Weiterbildung und
Schulungen zurückgreifen und von
einer kostengünstigen Bearbeitung
von Praxisproblemen durch wissenschaftliche Begleituntersuchungen
sowie einer speziellen Substratund Fermenteranalytik profitieren
können, um die Effizienz der eigenen Biogasanlage langfristig zu
steigern.
Wie die Identifikation von Schwachstellen zur Effizienzsteigerung von
Biogasanlagen innerhalb des Projektes erfolgen kann, stellte Dr.
Denny Wiedow (Universität Rostock)
detailliert vor. Er verwies zunächst
darauf, dass mehr als 60 % der
Biogasanlagen nicht wirtschaftlich
„laufen“; meist verursacht durch
technische und prozessbiologische
Betriebsstörungen. Von daher gilt
es, Schwachstellen innerhalb des
Fermentationsprozesses frühzeitig
aufzuspüren und diesen zu stabilisieren – nur das sichert eine
Das Blatt 4/2013
37
LUFA Agraranalytik
LUFA Agraranalytik
anlagen sinnvoll nutzen und Gärreste aufbereiten sowie anschließend
trocknen kann.
Abgerundet wurde das Tagungsprogramm von Andrea Kowalke
(Landgesellschaft MV mbH), die
zum Repowering von Biogasanlagen
unter dem Aspekt neuer Rahmenbedingungen zur Effizienzsteigerung
von Biogasanlagen referierte. Sie
zeigte auf, wie sich Biogasanlagen
auch „im reiferen Alter“ durch entsprechende Technik (z. B. BHKW
mit Abwärmenutzungskonzepten)
oder alternative Einsatzstoffe (z.B.
Zuckerrüben) verjüngen lassen und
gleichzeitig die Anlagensicherheit
und -ausnutzung verbessert werden
können.
Biogasseminar – zufriedene Gesichter: Dr. Denny Wiedow, Aldo Arndt, Dr. Silke Heinz,
Andrea Kowalke, Maik Orth und Dr. Jörg Burgstaler) nach einer erfolgreichen Veranstaltung (v.l.n.r.)
rentable und umweltkonforme Biogasproduktion. So stehen innerhalb
der Biogasfachberatung Vor-Ort-Besprechungen, Untersuchungen und
Auswertungen von Inputsubstraten
sowie die gemeinsame Besprechung
von Untersuchungsergebnissen zur
Ableitung von Handlungsempfehlungen neben der Identifikation
möglicher Schwachstellen der Biogasproduktion im Vordergrund.
Aldo Arndt (LMS Agrarberatung /
LUFA Rostock) zeigte die Möglichkeiten der Fermenter- und Substratuntersuchungen mit den
Vor- respektive Nachteilen der unterschiedlichen Methoden auf. Des
Weiteren betonte er, dass in der
LUFA die Analyse der Inputstoffe wie
Mais, Gras, Gülle sowie Gärreste und
Fermenterflüssigkeiten seit Jahren
etabliert ist. Aus diesem Datenpool
können die durchschnittlichen Ergebnisse sowie die breit streuenden
Varianzen recherchiert werden. Entscheidend ist bei den Inputstoffen
immer, warum – was – für welche
Zwecke untersucht wird und welche
Aussagen sich zum Fermentationsprozess ableiten lassen. Die Inhaltsstoffe der Fermenterflüssigkeiten
geben Aufschluss darüber, ob die
Fermenterbiologie optimal aufgestellt, gehemmt oder gestört ist und
wie man gegebenenfalls Störungen
vorbeugen oder lösen kann.
Maik Orth vom IBZ Hohen Luckow
e.V. zeigte Möglichkeiten der Produktentwicklung, um Biogasanlagen
wirtschaftlich betreiben zu können
auf. So stellte er einen Bandtrockner
vor, der die Abwärme von Biogas-
Zum Abschluss der Veranstaltung
definierte der Geschäftsführer der
LMS Agrarberatung / LUFA Rostock,
Berthold Majerus, das Ziel der Kooperation:
Die Kooperationspartner bieten gemeinsam ein umfassendes Spektrum
in allen Fragen der Biogasproduktion
an, um so deren Wirtschaftlichkeit zu
verbessern. Unabhängig davon, bei
welchem der Kooperationspartner
die Interessenten sich melden, es
ist gewährleistet, dass Nachfragen
an die jeweils kompetenten Ansprechpartner gelangen. Die Koordinierung des Projektes erfolgt über
den LKV MV.
Kontakt
Dr. Silke Heinz
LKV MV, Güstrow
Telefon:03843 751126
E-Mail: s.heinz@lkv-mv.de
Berthold Majerus
LMS Agrarberatung
(Kontaktdaten siehe Impressum)
Auswertung LUFA-Gärrestanalysen 2011-2013
Biogasgärrest –
der veredelte
Wirtschaftsdünger
Sebastian Perner*) und Aldo Arndt – LUFA Rostock
Wirtschaftsdünger gehören sowohl zur traditionellen als auch zur modernen Landwirtschaft.
Sie tragen maßgeblich zur Erhöhung bzw. Stabilisierung von Erträgen sowie der Bodenfruchtbarkeit bei. Durch den Einsatz von Wirtschaftsdüngern im Pflanzenbau können mineralische
Düngemittel eingespart und somit Ressourcen geschont werden.
Für Biogasgärreste stellen sich im
Vergleich zu herkömmlichen Güllen folgende Fragen: Hat sich das
C/N-Verhältnis verändert? Gibt es
erhöhte Emissionen klimarelevanter
Spurengase? Wie ist die Nährstoffzusammensetzung? Welche tatsächliche Düngewirkung ist zu erwarten?
Nährstoffgehalte genau
analysieren lassen
Für die Düngeplanung relevante
Nährstoffgehalte hängen stark von
den Nährstoffgehalten der gefütterten Substrate ab. Je nach eingesetztem Ausgangs- und Co-Substrat
sowie deren Mischungsverhältnis
ergeben sich sehr unterschiedliche Nährstoffgehalte in den Gärresten. Häufig ist zu beobachten,
dass vergorene Endprodukte von
Biogasanlagen nährstoffreicher als
tierische Güllen sind. Auch dann,
wenn tierische Gülle einen Großteil
der Anlagenfütterung ausmacht.
Die Schwankungsbreiten sind groß.
Schätzungen und Tabellenwerte
sind für eine fachlich fundierte
Düngeplanung zu ungenau. Klarheit über die genaue Nährstoffzusammensetzung kann nur eine
Laboranalyse bringen. Die in der
LUFA gemessenen Nährstoffgehalte
variieren im Mittel der Jahre 2011
bis 2013 nur minimal (Tabellen
1-3). Die Ergebnisse der einzelnen
Proben jedoch schwanken stark,
so konnten allein bei den flüssigen
Güllen zwischen 5,1 und 10 % TM,
Gesamtstickstoffwerte von 0,26 bis
0,87 % i. FM, Phosphatwerte von
*) Praktikant bei der LMS Agrarberatung GmbH Oktober bis Dezember 2013
38
Das Blatt 4/2013
Das Blatt 4/2013
39
LUFA Agraranalytik
0,22 bis 0,7 % i. FM und Kaliwerte
von 0,43 bis 0,81 % i. FM gemessen werden. Zieht man die Analyseergebnisse der Gärreste unter 5 %
TM und über 10 % TM noch hinzu, ergibt sich eine noch größere
Schwankungsbreite für die Nährstoffe N, P und K. Weiterhin ist ein
Anstieg der Nährstoffkonzentration mit steigendem TM-Wert zu
beobachten.
Düngewirkung differenziert
betrachten
Die absoluten Nährstoffgehalte
vom Ausgangssubstrat zum Gärrest ändern sich durch die Vergärung nur marginal. Von zentraler
Bedeutung ist der durch den Abbau
organischer Substanz steigende
Anteil an pflanzenverfügbarem
Stickstoff, der sich im erhöhten
Ammoniumanteil am Gesamtstickstoff zeigt. Bei Rindergüllen variiert
der Anteil zwischen 40 und 50 %
des Gesamtstickstoffes. Bei den
in der LUFA Rostock analysierten
Gärresten zwischen 5,1 und 10 %
TM liegt dieser Wert im Jahresmittel bei 51 % (2011), 53 % (2012)
und 54 % (2013). Beim Gärprozess
wird nur die leicht abbaubare organische Masse abgebaut. Zurück
bleibt hauptsächlich die schwerer
abbaubare, relativ stabile organische Substanz, in welcher der
restliche Stickstoff gebunden ist.
Etwa ein Zehntel davon wird relativ schnell mineralisiert und zusammen mit dem Ammoniumstickstoff
als im Anwendungsjahr verfügbarer Stickstoff (N schnell) bezeichnet. Der verbleibende Stickstoff
mineralisiert in Abhängigkeit von
Bodenbearbeitung und Witterung
nur sehr langsam (1-3% pro Jahr).
Immer häufiger gehen Biogasanlagenbetreiber dazu über, anfallende
Gärreste zu separieren. Es ent-
40
Das Blatt 4/2013
LUFA Agraranalytik
steht eine flüssige und eine festere
Phase. Auch in der festen Phase
verbleibt ein hoher Anteil schnell
pflanzenverfügbarer Ammoniumstickstoff. Deswegen darf auch die
feste Phase nicht in der von der
Düngeverordnung vorgegebenen
Sperrfrist ausgebracht werden. Belastbare Untersuchungsergebnisse
über die pflanzenbauliche Wirkung
der separierten festen Gärreste
stehen jedoch noch aus. Abgeleitet von der Zusammensetzung ist
eine der Rindergülle ähnliche bzw.
etwas langsamere, dafür länger anhaltende Stickstoffdüngewirkung
zu erwarten. Die in allen Arten von
Gärresten enthaltenen Phosphatund Kalimengen sind in ihrer Wirkung langfristig denen der Mineraldünger gleichwertig und können in
der Düngeplanung voll angerechnet werden.
Ertragswirksamkeit
In einem 2001 an der Sächsischen
Landesanstalt für Landwirtschaft
durchgeführten Gefäßversuch (Jäckel et al. 2001) konnte festgestellt werden, dass im Vergleich
zu tierischer Rohgülle die Ertragswirksamkeit von Biogasgärresten
signifikant erhöht ist. Die Erträge
der Prüfglieder mit Mineraldüngung konnten im Versuch jedoch
nicht erreicht werden. Im Gefäßversuch konnte man aufgrund des
stofflichen Abbaus von bis zu 60 %
einen abnehmenden Kohlenstoffgehalt beobachten. Es resultiert ein
engeres C/N-Verhältnis im Gärsubstrat.
„Herkömmliche“ Gülle und
Biogasgärreste
Vergleicht man „herkömmliche“
Güllen mit Biogasgärresten fällt,
wie oben erwähnt, zunächst auf,
dass Biogasgärreste in Abhängig-
keit vom eingesetzten Ausgangssubstrat und der Verweildauer im
Fermenter sehr unterschiedlich
beschaffen sind. So schwanken in
etwa die TM-Werte der in 2011
bis 2013 in der LUFA analysierten
flüssigen Gärreste im Bereich von
0,6 bis 14,9 %. Güllen tierischer
Herkunft weisen mit etwa 5 bis
9 % TM (Rind) und 3,5 bis 7 %
TM (Schwein) weitaus geringere
Schwankungen auf. Durch den
Abbau der organischen Trockensubstanz im Fermenter zeigen
Biogasgärreste in der Regel eine
niedrigere Viskosität, sind also
fließfähiger als herkömmliche Güllen. Dies bestätigen auch die Analyseergebnisse der LUFA, die für
die mittleren TM-Gehalte der Gärreste in den Jahren 2011 bis 2013
durchschnittlich 5,9 % ermittelte.
Knapp 70 % aller Messergebnisse
lagen unter 6,5% TM. Zusätzlich
zur besseren Fließfähigkeit haben
sie eine gleichmäßigere Struktur
und geringere Teilchengröße. Der
Vorteil liegt auf der Hand: die Gülle fließt schneller von den Pflanzen
ab und dringt besser in den Boden
ein. Gerade bei Biogasanlagen in
Siedlungsnähe spielen oft auch
sensorische Parameter wie der Geruch eine Rolle. Biogasgülle hat
vergleichsweise wenig flüchtige
Fettsäuren, welche maßgeblich
für unangenehme Gerüche verantwortlich sind. Die Belästigung
durch unangenehme Gerüche ist
verglichen mit herkömmlicher Gülle als gering einzuschätzen. Der
durchschnittliche pH-Wert von Biogasgülle liegt signifikant über dem
der herkömmlichen Rinder- und
Schweinegülle. Die Folge ist eine
geringere Ätzwirkung bei Kopfdüngung auf den Pflanzenbestand,
was positiv zu bewerten ist. Jedoch
steigt mit dem höheren pH-Wert
auch das Risiko von Stickstoffverlusten in Form von Ammoniakverflüchtigung. Im Vergleich mit
tierischer Rohgülle haben Gärreste
einen höheren Anteil von unmittelbar pflanzenverfügbarem Ammoniumstickstoff, hierdurch ergeben
sich weitere Einsparungspotenziale
für mineralische N-Düngemittel.
Gärrestuntersuchungen
unerlässlich
Aufgrund der starken Schwankungen der Nährstoffgehalte können für Gärreste keine allgemeingültigen Tabellenwerte aufgestellt
werden. Die Gehalte an pflanzenverfügbaren Nährstoffen liegen
häufig über denen von herkömmlichen Güllen und auch bei den
meisten anderen Parametern wie
Geruch, Ätzwirkung und Fließfähigkeit haben Biogasgärreste im
direkten Vergleich die Nase vorn.
Dem Risiko erhöhter Stickstoffverluste in Form von Ammoniakverflüchtigung beim Ausbringen muss
mit geeigneten Ausbringverfahren
und sehr schneller Einarbeitung begegnet werden. Nach der Düngeverordnung muss bei Eigenverwertung mindestens eine Gärrestuntersuchung vorliegen. Die in der
LUFA Rostock gemessenen Durchschnittswerte aus den Jahren 2011
bis 2013 können lediglich als Anhaltspunkte dienen. Für eine fundierte und nachhaltige Düngeplanung
sind regelmäßige Gärrestanalysen
unerlässlich.
Kontakt
Sebastian Perner
Telefon: 0381 877133-46
Aldo Arndt
LUFA Rostock
Telefon: 0381 20307-26
E-Mail: aarndt@lms-lufa.de
Nährstoffgehalte
≤ 5% TM
TM
(%)
Ngesamt
(% FM)
P2O5
(% FM)
K2O
(% FM)
MgO
(% FM)
NH4
(% FM)
MW*
3,95
0,35
0,14
0,30
0,06
0,21
Min
1,1
0,18
0,01
0,1
0,01
0,1
Max
5
0,53
0,35
0,48
0,12
0,42
MW*
6,68
0,47
0,22
0,43
0,10
0,24
Min
5,1
0,3
0,09
0,12
0,05
0,11
Max
9,4
0,76
0,7
0,81
0,27
0,5
5,1-10 % TM
≥ 10,1 % TM
MW*
31,41
1,05
1,01
0,80
0,44
0,22
Min
15,6
0,46
0,19
0,11
0,13
0,07
Max
93,1
4,1
3,57
6,11
1,6
0,57
*) Mittelwert FM = Frischmasse; TM = Trockenmasse
Tab. 1: Analyseergebnisse Biogasgärreste 2011
Nährstoffgehalte
≤ 5% TM
TM
(%)
Ngesamt
(% FM)
P2O5
(% FM)
K2O
(% FM)
MgO
(% FM)
NH4
(% FM)
MW*
3,91
0,34
0,13
0,30
0,04
0,21
Min
0,8
0,14
0,02
0,07
0,01
0,06
Max
5
0,63
0,36
0,61
0,11
0,52
MW*
6,69
0,47
0,22
0,45
0,08
0,25
Min
5,1
0,26
0,07
0,12
0,04
0,07
Max
9,9
0,76
0,45
0,74
0,19
0,53
MW*
30,32
1,02
0,93
1,03
0,32
0,19
Min
10,1
0,41
0,21
0,08
0,07
0,04
Max
95,6
3,74
3,14
6,69
0,88
0,38
5,1-10 % TM
≥ 10,1 % TM
*) Mittelwert FM = Frischmasse; TM = Trockenmasse
Tab. 2: Analyseergebnisse Biogasgärreste 2012
Nährstoffgehalte
≤ 5% TM
TM
(%)
Ngesamt
(% FM)
P2O5
(% FM)
K2O
(% FM)
MgO
(% FM)
NH4
(% FM)
MW*
3,89
0,35
0,13
0,33
0,05
0,21
Min
0,6
0,07
0,01
0,09
0,01
0,04
Max
5
0,71
0,55
0,63
0,11
0,58
MW*
6,76
0,46
0,22
0,48
0,09
0,25
Min
5,1
0,26
0,08
0,2
0,03
0,05
Max
10
0,87
0,52
0,75
0,2
0,64
MW*
25,56
0,92
0,78
0,82
0,33
0,22
Min
10,3
0,48
0,15
0,36
0,1
0,03
Max
90
3,59
2,46
5,75
1,14
0,68
5,1-10 % TM
≥ 10,1 % TM
*) Mittelwert FM = Frischmasse; TM = Trockenmasse
Tab. 3: Nährstoffzusammensetzung analysierter Biogasgärreste 2013
Das Blatt 4/2013
41
Veranstaltungen
aus der ostbauberatung
Apfelsaisoneröffnung in MV
Dr. Rolf Hornig
Rechtzeitig zum Erntebeginn des ‘Seestermüher Zitronenapfel‘, eine der wichtigsten Mostapfelsorten in Mecklenburg-Vorpommern, erfolgte in den Plantagen des Getränkeherstellers
riha WeserGold der Auftakt in die diesjährige Apfelsaison im Nordosten.
Günter Brandt, Vorsitzender des Verbandes Mecklenburger Obst und
Gemüse, freute sich im schön hergerichteten kleinen Festzelt zahlreiche
Gäste begrüßen zu können. Aus
dem Landwirtschaftsministerium war
Abteilungsleiter Dr. Jürgen Buchwald,
42
Das Blatt 4/2013
in Vertretung des terminlich verhinderten Ministers Dr. Till Backhaus,
gekommen. Der Präsident des Landesbauernverbands, Rainer Tietböhl,
war ebenso mit dabei wie weitere
Vertreter aus Politik und Verwaltung,
Anbau und Vermarktung sowie der
Medien. Natürlich gab sich auch
Mecklenburg-Vorpommerns Apfelblütenkönigin Jenny Ulbrich die Ehre.
Äpfel in MV führend
Mit einem Flächenanteil von rund
58 % (1.556 Hektar) ist der Apfel
die mit Abstand dominierende Obstart in den Erwerbsobstbaubetrieben
Mecklenburg-Vorpommerns. Annähernd 66 % der Apfelanbaufläche
Mecklenburg-Vorpommerns werden
kontrolliert integriert bewirtschaftet,
29 % ökologisch und 5 % konventionell. Rund 90 % der Äpfel gehen
in die Verwertungsindustrie (Most,
Mus, Schälware, Kindernahrung), die
restlichen 10 % werden auf den Tafelapfelmarkt abgesetzt. Die wichtigsten
Verarbeitungssorten sind neben ‘Seestermüher Zitronenapfel‘, ‘Rewena‘,
‘Remo‘ und ‘Golden Delicious‘. Die
wichtigsten Tafelapfelsorten sind
‘Jonagold‘, ‘Idared‘, ‘Jonagored‘ und
‘Elstar‘.
Fortsetzung Schulobstprogramm
In seinem Grußwort hob Dr. Jürgen
Buchwald insbesondere die Leistungen der kontrolliert Integrierten
Produktion im Hinblick auf Umweltschonung, Sicherheit und Qualität der
Produkte hervor. Weiter berichtete
er, dass das im Schuljahr 2010/2011
initiierte und zunächst auf drei Jahre
befristete landeseigene Schulobstprogramm im Schuljahr 2013/2014 weitergeführt wird. Insgesamt werden
205 Grund- und Förderschulen mit
insgesamt 28.577 Kindern daran teilnehmen. „Damit bieten wir den Kindern die Möglichkeit, sich mit einem
besonders gesunden Lebensmittel
auseinanderzusetzen“, erläuterte
Dr. Buchwald. „Äpfel sind ein prima
Pausensnack, denn sie schmecken
gut, sind gesund und enthalten zahlreiche Vitamine der B-Reihe, Vitamin
E und C.“
Weniger Erträge,
beste Qualitäten
Nach dem Grußwort aus dem Landwirtschaftsministerium präsentierte
der Verband Mecklenburger Obst und
Gemüse die harten Fakten und Zah-
Fotos S. 43-45: Hornig
Veranstaltungen
Anpflücken zum Saisonauftakt in Dodow, Südwestmecklenburg (v. l. n. r.): Landesbauernpräsident Rainer Tietböhl, Apfelblütenkönigin Jenny Ulbrich, Verbandsvorsitzender Günter Brandt und Dr. Jürgen Buchwald aus dem Landwirtschaftsministerium
Kinder aus dem „Zwergenparadies“ sorgten für das unterhaltsame kulturelle Rahmenprogramm. Die Kleidung der Kinder macht es deutlich: Nach fast zehnwöchiger
Trockenheit fiel am Tag der Apfelsaisoneröffnung endlich der langersehnte Regen
Am Rande der Veranstaltung bleibt auch genügend Zeit für einen kleinen Plausch
Das Blatt 4/2013
43
Früh bestellen und sparen! *
Veranstaltungen
len zu den Ernteaussichten. Danach
erwarten die Apfelerzeuger Mecklenburg-Vorpommerns aufgrund des
kühlen, regenreichen und sonnenscheinarmen Wetters während und
kurz nach der Blüte in diesem Jahr
deutlich niedrigere Erträge. Während
im Mittel der vergangenen Jahre in
Mecklenburg-Vorpommerns Plantagen rund 39.000 Tonnen Äpfel geerntet wurden, werden es in diesem
Jahr wohl nur etwa 27.000 Tonnen
sein, also ein Minus von gut 30 %.
Die Verbraucher könnten sich aber
auf Äpfel sehr guter Qualität freuen,
teilte der Verband mit. Die sonnenscheinreiche Witterung der letzten
Wochen habe die Inhaltsstoffbildung
günstig beeinflusst. Süße und Säure
der Früchte hätten ein ausgewogenes
Verhältnis.
Größte Industrieobstanlage in MV
Abschließend stellte Frank Jehring,
Mitglied der Geschäftsführung der
riha WeserGold Getränke GmbH
& Co. KG, sein Unternehmen und
dessen Engagement für die Region
vor. Riha WeserGold – benannt nach
den Anfangsbuchstaben des Firmengründers Richard Hartinger – gehört
Veranstaltungen
MeLa einmal mehr
Besuchermagnet
Dr. Rolf Hornig
Dr. Jürgen Buchwald vertrat Landwirtschaftsminister Dr. Backhaus und trug
das Grußwort vor
zu den größten Fruchtsaftherstellern
Europas. Die Rohware bezieht riha
WeserGold aus eigenen Mostapfelplantagen in Südwestmecklenburg
sowie aus der weiteren Region und
dem In- und Ausland. Mit rund 850
Hektar Anbaufläche betreibt riha
WeserGold in Mecklenburg-Vorpommern die größte Industrieobstanlage
Deutschlands. Der überwiegende Teil
der Fläche wird nach den Richtlinien
der kontrolliert Integrierten Produktion bewirtschaftet. Darüber hinaus
Frank Jehring, Mitglied der Geschäftsführung bei riha WeserGold stellte das
Unternehmen und dessen Engagement in der Region vor
Das Blatt 4/2013
(1 Einheit = 50.000 Körner)
Von der gröSSten Agrarmesse Norddeutschlands
werden auf 50 Hektar Äpfel ökologisch erzeugt. Mit über 400 Mitarbeitern in seiner Betriebstätte Dodow
ist riha WeserGold einer der größten
Arbeitgeber in Südwestmecklenburg.
Und das Unternehmen investiert auch
weiter in den Standort, berichtete
Frank Jehring. Für rund 15 Millionen
EUR wird gerade die Produktion
erweitert, um zukünftig noch mehr
Äpfel verarbeiten zu können. Derzeit
sind es 500 Tonnen pro Tag. Schon ab
der Ernte im kommenden Jahr sollen
es 800 Tonnen werden. Damit erfülle
sich für ihn und das Unternehmen ein
lang gehegter Wunsch, betonte Frank
Jehring. Den Wortbeiträgen schloss
sich ein kleines Kulturprogramm mit
Liedern und Texten rund um den
Apfel an, das die Kleinsten der Kita
„Zwergenparadies“ aus Dodow zur
großen Freude ihrer Zuschauer vortrugen. Dann ging es zum „Anpflücken“
in die Plantage.
Kontakt:
Dr. Rolf Hornig
LMS Agrarberatung GmbH
Telefon:Telefon: 0385 39532-16
E-Mail:rhornig@lms-beratung.de
44
* Bei Bestellung bis 15.01.2014: 2 % pro Einheit
Vom 12. bis 15. September 2013 drehte sich auf Norddeutschlands
größter Agrarmesse in Mühlengeez bei Güstrow (Landkreis
Rostock) wieder alles um die „Lebensbranche“. Zwar kein neuer
Besucherrekord, aber mit 70.300 Besuchern an vier Messetagen
hat die 23. Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung,
Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau (MeLa) zum zweiten
Mal in ihrer inzwischen dreiundzwanzigjährigen Geschichte die
„70.000er Marke“ überschritten.
Auf der MeLa wird deutlich, welch
hohen Stellenwert die Land- und Ernährungswirtschaft in MecklenburgVorpommern nach wie vor genießt.
Und auf den 170.000 Quadratmetern
Ausstellungsfläche gibt es bei den
über 1.000 Fach- und Tierausstellern
für Jung und Alt wahrlich viel zu sehen. Völlig zu Recht ist die MeLa ein
Besuchermagnet.
Inzwischen schon zum „Inventar“
gehörend waren natürlich auch die
Erzeugerorganisation für Obst und
Gemüse Mecklenburger Ernte GmbH,
Von den Messebesuchern immer wieder
hochgelobt und oft fotografiert: Die
Standdekoration des Gemeinschaftsstandes von EO, Verband und AG IP
der Verband Mecklenburger Obst
und Gemüse e.V. und die AG IP mit
dabei. An deren Gemeinschaftsstand
konnten sich Fachbesucher und Verbraucher von der Leistungsfähigkeit
der heimischen Obst- und Gemüsewirtschaft überzeugen. Dekorativ und
marktgerecht aufbereitetes Obst und
Gemüse in hervorragender Qualität
fanden bei den MeLa-Besuchern die
gewohnt starke Beachtung. Nicht nur
von „Veggie-Day“-Verfechtern – um
an die Lachnummer des Bundestagswahlkampfes zu erinnern – wurde
das Angebot genutzt, erntefrische
und schmackhafte Äpfel der Herbstsorte ‘Delbarestivale‘ zu verkosten.
So mancher Hobbygärtner nutzte
darüber hinaus die Gelegenheit, um
von eigenen gärtnerischen Erfolgen,
aber auch Misserfolgen, zu berichten,
und sich von den anwesenden Obstund Gemüsebauprofis Tipps zu holen.
Im Geschmacksparcours der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
(DGE) bot sich den Besuchern die
Gelegenheit, ihren (vegetarischen)
Geschmackssinn zu schulen. Wer
mochte, konnte dort mit verbundenen Augen unterschiedliche Obstund Gemüsestücke „erschmecken“.
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Diese Ergebnisse/Eigenschaften haben die beschriebenen Sorten
in der Praxis und in Versuchen erreicht. Das Erreichen der Ergebnisse und die Ausprägung der Eigenschaften hängen in der Praxis
jedoch auch von unsererseits nicht beeinflussbaren Faktoren ab.
Deshalb können wir keine Gewähr oder Haftung dafür übernehmen,
dass diese Ergebnisse/Eigenschaften unter allen Bedingungen
erreicht werden.
Veranstaltungen
Blindverkostung von Obst und Gemüse aus heimischer Produktion im Geschmacksparcours der
DGE. Sina Heinrichs, DGE, leitet die Probanden an.
Veranstaltungen
Das dafür erforderliche Obst und Gemüse aus regionaler Produktion stellte
die EO Mecklenburger Ernte gern zur
Verfügung. So bot sich den Mitmachenden im Geschmacksparcours die
Gelegenheit, die Vielfalt der Aromen
und Obst und Gemüse (wieder) zu
entdecken und die „Snack-Eigenschaften“ von Obst und Gemüse für
„zwischendurch“ zu erkennen. Sina
Heinrichs und Gesine Roß von der
DGE vermittelten dazu Wissen über
die jeweiligen Inhaltsstoffe der verkosteten Produkte sowie deren gesund-
heitsfördernde Wirkung. Einmal mehr
ist es der Obst- und Gemüsewirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns
mit ihrem Messeauftritt gelungen,
sich als wichtiger Zweig der Agrarwirtschaft einer breiten Öffentlichkeit
zu präsentieren. Im kommenden Jahr
gern wieder!
2014 werden wir unsere WORKSHOPS zur Milchproduktion
bereits zum 14. Mal für Sie durchführen, denn unser Weiterbildungskonzept hat sich bewährt. Qualifizierung lohnt
sich immer – besonders in Zeiten eines zunehmend freier
werdenden Marktes.
Ausgewiesene Experten referieren in den LMS-WORKSHOPS zur
Milchproduktion. Praxisnähe entsteht durch Besuche und Übungen in
ausgewählten Top-Betrieben. Gruppenarbeit, der horizontale Vergleich
von Betriebsergebnissen sowie der Erfahrungsaustausch untereinander
vertiefen das Erlernte.
Themenschwerpunkte und geplante Termine:
WORKSHOP I: Betriebswirtschaft • Fütterung • Jungviehaufzucht
22. bis 24. Januar 2014
WORKSHOP II: Tiergesundheit • Fruchtbarkeit • Arbeitsorganisation
26. bis 28. Februar 2014
(Die endgültige Festlegung der Termine erfolgt, wenn
genügend Anmeldungen vorliegen.)
Ihre Anmeldung:
Den Flyer mit ausführlichen Informationen und Anmeldeformular finden Sie auf unserer Homepage www.lms-beratung.de unter Termine
zum Download. Oder wenden Sie sich direkt an den Initiator und Organisator der LMS-WORKSHOPS zur Milchproduktion Dr. Stefan Weber,
Tel.: 0162 1388103 • E-Mail: sweber@lms-beratung.de
Das Blatt 4/2013
Wirtschaftlich erfolgreiche
Mutterkuhhaltung
Dr. Jörg Martin, Landesforschungsanstalt MV
Kontakt:
Dr. Rolf Hornig
LMS Agrarberatung GmbH
Telefon: Telefon: 0385 39532-16
E-Mail:rhornig@lms-beratung.de
Weiterbildung – professionell,
intensiv, praxisnah, kompakt
46
21. Fleischrindtag in Born A. DarSS
Etwa 80 Teilnehmer aus Praxis, Wirtschaft und Forschung trafen sich am 17. Oktober 2013 in
Born auf dem Darß zum 21. Fleischrindtag MV – einer Gemeinschaftsveranstaltung der Landesforschungsanstalt MV, des Rinderzuchtverbandes MV e.G. und der Gut Darß GmbH & Co. KG.
Im Mittelpunkt der drei Fachvorträge stand das Grünland als
Grundlage wirtschaftlicher Mutterkuhhaltung.
Weidenutzung von Feuchtgrünland braucht angepasstes
Management
Die Konsequenzen, die sich aus
Renaturierungsmaßnahmen für
die Grünlandnutzung zukünftig
ergeben könnten, erläuterte Dr.
Jürgen Müller von der Fakultät für
Agrar- und Umweltwissenschaften
der Universität Rostock. Schwerpunkte sieht er dabei in den Fragen
alternativer Beweidungskonstellationen vor allem im Hinblick auf
die Praktikabilität, die Umweltbeeinflussung, den Nährstofftransfer
und die Weideleistung sowie in der
Auslotung des Wertschöpfungspotenzials und der landschaftspflegerischen Begleiteffekte der
Beweidung unter dem Aspekt eines
nachhaltigen Managements des
Feuchtgrünlandes. Anhand von
Untersuchungsergebnissen wurden
eine Reihe von Empfehlungen zur
Organisation des Grünland- und
Weidemanagements gegeben. So
wies der Grünlandexperte darauf
hin, dass auf Feuchtgrünland ein
Saatguteinsatz kaum sinnvoll ist,
und Düngungsmaßnahmen auf
Grund der Nährstoffversorgung
des Bodens in der Regel überflüssig
sind. Bezüglich der Weidetechnik
machte er deutlich, dass einer
extensiven Standweide auf Feuchtgrünland Grenzen gesetzt sind.
Diese resultieren vor allem aus dem
Abfall der Futterqualität im Vegetationsverlauf. Als Ursache muss
u.a. die Fähigkeit der Weidetiere
zur selektiven Futteraufnahme gesehen werden, die mittel- bis langfristig zu Narbendegradierungen
(z. B. Verbinsung) führen kann.
Bei einem zu späten Weideabtrieb
kann dies zu einem Abfleischen der
Tiere führen. Ein entscheidender
Faktor ist seiner Ansicht nach auch,
die Tierart und die Besatzdichte auf
die aktuelle Vegetationssituation
abzustimmen.
Gesundheitsvorsorge bei
Weidehaltung nicht vernachlässigen
Obwohl die Weidehaltung als natürliche, tiergerechte Haltungsform gilt, erfordert sie ein ausgefeiltes Gesundheitsmanagement.
Die Schwerpunkte, die dabei zu
beachten sind, stellte Dr. Carola
Wolf vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und
Fischerei MV (LALLF) vor. Dabei
ging sie zunächst auf verschiedene
Erkrankungsursachen bei Weidehaltung ein. Sie erläuterte erreger-
Das Blatt 4/2013
47
Wir über uns
Dr. Peter Sanftleben, LFA, bei der
Eröffnungsansprache
Wasserbüffelherde auf dem Gutsland
Stallungen auf Gut Darß
bedingte (Parasitosen, Bakteriosen, Virosen) sowie insbesondere
ernährungsbedingte Erkrankungen
(Wasser-, Energie-, Protein- und Mineralstoffmangel, Intoxikationen,
Aufnahme von Erde). Zur Gesundheitsvorsorge bei Weidehaltung
sind deshalb aus ihrer Sicht eine
bedarfsgerechte Versorgung der
Tiere mit Futter und Wasser entsprechender Qualität, eine gezielte,
gefährdungsbasierte Ekto- und
Endoparasitenbekämpfung sowie
eine systematische Erfassung und
48
Das Blatt 4/2013
Unterbindung von Intoxikationsquellen (Pflanzen, Schwermetalle
u.ä.) erforderlich. Wichtige Instrumente zur Sicherung der Tiergesundheit bei Weidehaltung sind
eine tägliche visuelle Gesundheitskontrolle, regelmäßige Untersuchungen von Kotproben (Parasitenbefall) sowie eine stichprobenartige
labordiagnostische Überwachung
der Mineralstoffversorgung.
Weidehaltung ohne gesundes
Fundament undenkbar
Warum jeder Mutterkuhhalter auch
ein wenig Herdbuchzüchter sein
sollte, wurde von Dr. Jörg Martin vom Institut für Tierproduktion Dummerstorf der Landesforschungsanstalt MV erläutert. Für
die gezielte Auswahl von Zuchttieren steht dem Mutterkuhhalter
eine Vielzahl von Informationen
zur Verfügung (Abstammung, Ergebnisse der Leistungsprüfung und
Zuchtwertschätzung des Tieres
selbst und seiner Vorfahren bzw.
Verwandten), mit denen er arbeiten sollte. Entscheidend ist jedoch,
dass auf ein gesundes Gleichgewicht zwischen den objektiv ermittelten Leistungsergebnissen und
dem Exterieur (Typ, Bemuskelung,
Fundament) der Tiere geachtet
wird. Eine besondere Bedeutung
kommt dabei in einem Haltungsverfahren, in dem die Tiere überwiegend über den Natursprung
belegt und bei ausgiebigem Weidegang gehalten werden, dem
Fundament (Gliedmaßen/Klauen)
zu. Hingewiesen wurde vor allem
auf die hohe Aufmerksamkeit, die
den Hinterbeinen zu widmen ist,
da sie anatomisch einer besonderen Belastung ausgesetzt sind.
Geachtet werden sollte vor allem
auf die Sprung- und Fesselgelenke,
da Mängel in der Winkelung dieser
Gelenke zwangsläufig zu ungleichmäßiger Klauenbelastung und -abnutzung führen. Dadurch kann
die Schutzfunktion der Klauen
beim Tragen des Körpergewichts
der Tiere eingeschränkt werden.
Deshalb ist eine funktionale Klauenpflege wichtige Voraussetzung
für langlebige, weidegängige Tiere.
Landschaftspflege und wirtschaftliche Mutterkuhhaltung
im Einklang
Der traditionelle Betriebsbesuch im
Anschluss an die Vortragsveranstaltung führte die Anwesenden in die
Gut Darß GmbH & Co. KG. Thomas
Möhring gab einen umfassenden
Einblick in den Betrieb. Dem ökologischen Landbau verpflichtet,
betreibt das Gut auf ca. 4.700 ha
Land extensive Rinderhaltung und
leistet damit einen Beitrag zum
aktiven Naturschutz in der Region.
Eindrucksvoll wurde dabei gezeigt,
wie Landwirte, Naturschützer und
Tourismusverantwortliche ihre spezifischen Interessen in Einklang
bringen können. Neben dem Hofrundgang, der ganz im Zeichen der
Vorbereitung der Stallanlagen auf
den Weideabtrieb der Tiere stand,
war ein Höhepunkt die Besichtigung der auf dem Gutsland grasenden Wasserbüffelherde. Trotz
des einsetzenden Regens ließen es
sich die Teilnehmer des Fleischrindtages nicht nehmen, sich über die
Haltung und Fütterung dieser genügsamen und anpassungsfähigen
Tiere zu informieren.
Kontakt
Dr. Jörg Martin
Landesforschunganstalt MV
Institut für Tierproduktion,
Dummerstorf
E-Mail:j.martin@lfa.mvnet.de
Telefon: 038208 630329
Neue Zusatzqualifikation
Antje Zibell – den Abschluss zur Europäischen
Energiemanagerin (IHK) in der Tasche
Damit Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, haben sie sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Dies erfolgt durch Verbesserung der Leistungsfähigkeit, durch Verbesserung der Effizienz und Effektivität, Erfüllung von zertifizierten Managementsystemen, die
Einhaltung von immer komplexeren Rechtsvorschriften sowie der Erfüllung von immer weiter
steigenden Anforderungen.
Durch unsere langjährigen Praxiserfahrungen und nachweisbaren Erfolge im Bereich der Vorbereitung von
landwirtschaftlichen Unternehmen
auf eine erfolgreiche Zertifizierung
von Qualitätsmanagementsystemen
in der Landwirtschaft sind wir als
Spezialisten bekannt. Nun haben wir
unser Angebot auch im Energiesektor
erweitert, mit der Qualifizierung zum
Europäischen Energiemanager.
Energiekosten senken und dabei
doppelt sparen
Erhöht ein Unternehmen mit einem
Energiemanagementsystem nach
ISO 50001 seine Energieeffizienz,
so senkt es nicht nur Energiekosten,
sondern kann noch weitere Kosten
einsparen. Denn der Gesetzgeber
fördert gezielt das Engagement von
Unternehmen zur Senkung des Energieverbrauchs auf unterschiedliche
Weise: Neben dem Spitzenausgleich
nach Energie- und Stromsteuergesetz
gibt es auch die Ausgleichsregelung
nach § 41 EEG sowie gezielte Fördermöglichkeiten.
Vorteile für unsere
Unternehmen
• Energiekosten senken und damit die Wettbewerbsfähigkeit am
Standort sichern
• sich auf Veränderungen des Energiemarktes (Preissteigerungen,
Energiesteuern, Emissionshandel)
einstellen und vorbereiten
• Einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten (Umweltengagement)
Ziele eines Energiemanagementsystems
• Transparenz aller Energieströme im
Unternehmen
• Aufdecken von Kosteneinsparpotenzialen
• Systematische Verbesserung des
Energieeinsatzes, -verbrauchs und
der Energieeffizienzen
• Beitrag zur Reduzierung der CO2Emissionen
• Umsetzung und Sicherstellung der
Konformität mit ihrer Energiepolitik
• Kommunikation der Konformität
an interessierte Kreise
• Möglichkeit der Zertifizierung nach
ISO 50001
Energiemanagement mit System
Ein Energiemanagementsystem nach
ISO 50001 ist grundsätzlich in allen Unternehmen, unabhängig von
Größe und Branche, möglich. Dabei
können Unternehmen selbst entscheiden, ob sie das Energiemanagementsystem nach ISO 50001 als eigenständiges Managementsystem einführen
oder in ein bestehendes Managementsystem integrieren. Zahlreiche
Unternehmen setzen beispielsweise
ein Umweltmanagementsystem nach
Foto: Wende
Fotos: Loebsin
Veranstaltungen
Der Geschäftsführer der LMS, Berthold
Majerus, gratuliert Frau Antje Zibell
zur bestandenen Ausbildung „Europäische Energiemanagerin“
ISO 14001, oder ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 ein.
Unsere Empfehlung
Integrieren Sie Ihr Energiemanagementsystem nach ISO 50001 in das
bestehende Managementsystem und
machen Sie sich die gemeinsamen
Strukturen der Managementsysteme
zunutze. Auf diese Weise können Sie
Synergien ausschöpfen – beispielsweise beim Regelkreis für die Aufstellung und Verfolgung von Zielen
– und sich Doppelungen etwa bei der
Dokumentation sparen.
Wir unterstützen Sie gerne bei der
Umsetzung!
Kontakt:
Antje Zibell
LMS Agrarberatung GmbH
Handy: 0162 1388015
E-Mail:azibell@lms-beratung.de
Das Blatt 4/2013
49
Extras
Extras
Publikationen vorgestellt
Klimawandel und Extremwetterereignisse:
ein Problem für die Landwirtschaft?
Die Weltbevölkerung und damit auch deren Nahrungsmittelbedarf werden weiterhin stetig wachsen.
Aus diesem Grund ist die Landwirtschaft zukünftig
mit einer immer größer werdenden Nachfrage nach
einer ausreichenden Menge an qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln konfrontiert. Gerade aber die
Landwirtschaft wird von den klimatischen Bedingungen
besonders beeinflusst, so dass der Klimawandel zu
deutlichen Problemen bei der sicheren Versorgung mit
Nahrungsmitteln führen kann, sollten diesbezüglich
keine Anpassungsstrategien gefunden werden.
Die wissenschaftliche Tagung des Dachverbandes Agrarforschung (DAF) e.V. vom 7. und 8. November 2012 im
Thünen-Institut Braunschweig liefert noch keine Lösung
für diese Probleme, beleuchtet aber den aktuellen Stand
der wissenschaftlichen Forschung auf diesem Gebiet.
Die Vortragsreihe des Thünen-Instituts Braunschweig
ist in fünf Teile gegliedert. Im ersten Teil wird einleitend
der aktuelle Stand der wissenschaftlichen Forschung im
Bereich des Klimawandels skizziert. Im darauf folgenden
Hauptteil (Teil II und III) werden die zu erwartenden
Auswirkungen des Klimawandels sowohl auf die pflanzliche als auch auf die tierische Erzeugung diskutiert und
mögliche Anpassungsstrategien aufgezeigt. Im vierten
Teil steht das Risikomanagement für Extremwetterereignisse im Fokus. Es werden Möglichkeiten eines
wirkungsvollen Risikoschutzes gegenüber Extremwetterereignissen aus Sicht der Versicherungswirtschaft
vorgestellt und diskutiert. Der abschließende Teil versucht sich in einen Ausblick in die Zukunft und nimmt
dabei Bezug auf die gewaltigen Herausforderungen
sowohl durch den Klima- als auch durch den Globalwandel zur Sicherstellung der Welternährung und
ebenso auf Maßnahmen, mit der die Landwirtschaft
diesen entgegentreten kann.
Dem Leser werden viele interessante Fakten und Informationen zum Thema Klimawandel und Landwirtschaft bereitgestellt. Einmal mehr wird die Komplexität
dieses Themas deutlich, der Klimawandel beeinflusst
die pflanzliche und tierische Erzeugung über verschie-
Publikationen vorgestellt
denste Wege. Andererseits wird auch der Klimawandel
wesentlich von der landwirtschaftlichen Tätigkeit des
Menschen beeinflusst. Es wird mehrfach darauf hingewiesen, dass die wissenschaftlichen Untersuchungen
in diesen Bereich erst am Anfang stehen und es somit
noch großen Forschungsbedarf gibt. Dabei gilt es aber
auch immer zu beachten, dass eine Prognose in einem
so komplexen Themenbereich über einen solch langen
Zeitraum mit heutigen Mitteln recht schwierig und mit
großen Fehlern behaftet ist. Und letztendlich ist jegliche
Forschung wertlos, wenn die gefundenen Erkenntnisse
nicht genutzt und in der Praxis angewendet werden.
Dabei dürfen politische Interessen keine Bedeutung
erlangen, denn die aufgezeigten Probleme können nur
global angegangen werden.
Biogas in der Landwirtschaft – Stand und Perspektiven; KTBL/FNR-Kongress vom 10. bis 11. September
2013 in Kassel
Der Band erscheint in der Schriftenreihe des Dachverbandes wissenschaftlicher Gesellschaften der Agrar-,
Forst-, Ernährungs-, Veterinär- und Umweltforschung,
DAF e.V. „agrarspectrum“: neueste wissenschaftliche
Ergebnisse in kompakter Form – kurz, übersichtlich
aber nicht immer leicht zu lesen. Der Band ist ganz
sicher nicht zur entspannten Lektüre für zwischendurch
gedacht, liefert aber dem Fachmann eine kompakte
Zusammenfassung des momentanen Standes der Erforschung möglicher zu erwartender Auswirkungen des
Klimawandels auf die Landwirtschaft sowie denkbarer
Anpassungsstrategien.
Herausgeber:
Olaf Christen, Georg Erhardt,
Heinz Flessa, Uwe LataczLohmann, Karl H. Mühling,
Joachim Müller,
Rainer Waldhardt;
Bestellung möglich unter
www.dlg-verlag.de/shop/ oder
über den Buchhandel.
DLG-Verlag
ISBN: 978-3-7690-5047-9,
162 S., Auflage: 1/2013, € 19,90
Rezension:
Olaf Sakuth
LMS Agrarberatung
Telefon: 0381 877133-33
E-Mail:osakuth@lms-beratung.de
Durch die relativ unproblematische Speicher- und Regelbarkeit ist die Biogastechnologie eine hervorragende
Ergänzung zu Wind- und Sonnenenergie. Die Branche
steht nach Jahren eines rasanten quantitativen und
qualitativen Wachstums vor der Aufgabe, Optimierungsmöglichkeiten und Effizienzsteigerungen zu erkennen
und in Logistik, Technik und Management zu integrieren.
der biologischen Prozesse und der Mess-, Steuer- und
Regeltechnik, neueste Entwicklungen in der BHKWTechnologie, die bedarfsgerechte Strom- und Regelenergieproduktion und die Biomethanaufbereitung.
Nutzungsoptionen wie „Power-to-Gas“ werden ebenso
behandelt wie die verantwortungsvolle Gärrestnutzung
und die Sicherstellung der
Nachhaltigkeit.
(Quelle: KTBL-Meldung)
Der vorliegende Tagungsband zum KTBL/FNR-Kongress
„Biogas in der Landwirtschaft – Stand und Perspektiven“
beschreibt die Effizienzsteigerungen durch Optimierung
KTBL-Schrift 501
Darmstadt, 2013, 412 S., € 25,
ISBN 978-3-941583-82-5,
Best.-Nr. 11501
11. Tagung: Bau, Technik und Umwelt 2013 in der
landwirtschaftlichen Nutztierhaltung,
Vechta, 24.-26. September
auf hohem Niveau zu diskutieren und damit die Basis für
weitere Forschungsarbeiten und praktische Entwicklungen
zu schaffen. Neben den einzelnen Referaten - zum überwiegenden Teil in Deutsch mit englischen Kurzfassungen enthält der Tagungsband auch
die Beiträge der gleichzeitig
durchgeführten Posterausstellung. (Quelle: KTBL)
In dem KTBL-Tagungsband stellen internationale Referenten neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu verschiedenen Bereichen der Nutztierhaltung vor. Die Themen
umfassen tiergerechte Haltung, Lüftung und Emissionen,
Melken und Eutergesundheit, Bewertungsmethoden und
Qualitätssicherung sowie rechnergestützte Systeme.
Die Beiträge der 11. Internationalen Tagung „Bau, Technik
und Umwelt in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung“
bieten die Grundlage, um Forschung und Entwicklung
in der Bau- und Verfahrenstechnik der Nutztierhaltung
Direktvermarktung von Biogasstrom
Das Stromnetz in Deutschland wird aus unterschiedlichen Quellen gespeist. Einem witterungsabhängigen
Teil wie der Energieerzeugung aus Wind und Sonne sowie einem witterungsunabhängigen Teil, der möglichst
zeitlich flexibel abrufbar sein sollte. Ergänzt werden
diese zukünftig durch speicherbare regenerative Energieträger wie Biogas. Durch die Erweiterung der Gasspeicher- und BHKW-Kapazitäten kann die Stromproduktion aus Biogas in Zeiten des höchsten Strombedarfs
verlagert werden. Mit der Novellierung des EEG wurden
die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen,
unter denen Betreiber von Biogasanlagen mit der be-
KTBL-Tagungsband
Darmstadt, 2013, 484 S., € 34,
ISBN 978-3-941583-80-1,
Bestell-Nr. 13005
darfsgerechten Stromerzeugung ihre Gewinne steigern
können. Dieses Heft erläutert die technischen Anforderungen, rechtlichen Rahmenbedingungen und möglichen Kosten, mit denen
ein Anlagenbetreiber rechnen
muss. (Quelle: KTBL)
Direktvermarktung von
Biogasstrom
KTBL-Heft 101
Darmstadt, 2013, 60 S., € 9,50,
ISBN 978-3-941583-83-2,
Best.-Nr. 40101
Bestellungen der KTBL-Publikationen per E-Mail an vertrieb@ktbl.de oder im Online-Shop unter www.ktbl.de
50
Das Blatt 4/2013
Das Blatt 4/2013
51
Extras
Die Dienstleister für Höchstleister
Publikationen vorgestellt
Futtermittelrechtliche Vorschriften
Laut Verlagsangaben das meistverkaufte Buch zum
Futtermittelrecht. In dieser umfassenden Textsammlung sind alle gültigen und relevanten Vorschriften
über Zulassung, Herstellung, Verkehr (Handel), Abgabe und Kontrolle/Überwachung von Futtermitteln,
Zusatzstoffen und Vormischungen sowie Verfütterung
von schadstoff- oder zusatzstoffhaltigen Futtermitteln
für Nutz- und Heimtiere zusammengefasst. Enthalten
sind sowohl europäische als auch nationale Gesetze
und Verordnungen. Fachliche Erläuterungen führen
die jeweiligen Rechtstexte ein und tragen maßgeblich
zu ihrem Verständnis bei. Das Glossar mit den wichtigsten Begriffen aus der täglichen Praxis, deren gültige
Definitionen und den Bezügen zu den einschlägigen
Gesetzestexten bietet darüber hinaus eine nützliche
Hilfestellung. Ein ausführliches Sachwortregister am
Ende des Buches erleichtert die schnelle Suche und
Untersuchungsauftrag Grund- und Einzelfutter
ermöglicht Querverweise/-vergleiche. Das Buch richtet
sich an Tierhaltungsbetriebe, Berater in Tierernährung
und Qualitätsmanagement, Tierärzte, Hersteller und
Anbieter von Futtermitteln, Handels- und Transportunternehmen sowie an alle, die sich intensiv mit Tierernährung und Futtermittelkunde befassen. (Quelle:
www.erling-verlag.com)
Aus der Praxis, für die Praxis: dieses weit verbreitete
Standardwerk ist laut Verlagsangaben die einzige Gesamtdarstellung über den Kartoffelbau – geschrieben
aus jahrzehntelanger Praxiserfahrung. Alle Themengebiete werden umfassend aufgegriffen und verständlich
vermittelt. Eine profunde Wissensbasis, die auch auf
regionale Besonderheiten eingeht. Das Fachbuch richtet sich insbesondere an Landwirte, Berater, Züchter,
Händler (privat/genossenschaftlich) sowie an alle, für
die Kartoffeln ein Thema sind.
Das Buch beginnt mit den botanischen Grundlagen und
der Züchtung und Sortenkunde. Es widmet sich dann in
aller Ausführlichkeit den relevanten Maßnahmen eines
erfolgreichen Kartoffelanbaus. Es betrachtet vertieft
Fragestellungen der fachgerechten Nährstoff- und Wasserversorgung sowie des optimalen Pflanzenschutzes.
Auch die Lagerung und gekonnte Vermarktung sind Herausforderungen für den Betriebsleiter. Ein Augenmerk
richtet sich daher auch auf Einlagerung, Aufbereitung
und Knollenqualität (Inhaltsstoffe, Krankheiten). Die
52
Das Blatt 4/2013
Graf-Lippe-Straße 1
18059 Rostock
PLZ / Ort:
_____________________________________
Straße / Nr:
_____________________________________
Anerkanntes Prüflaboratorium
Tel / Fax:
_____________________________________
http://www.aks-hannover.de
Kopie an:
_____________________________________ E-Mail:_____________________________________
Telefon:+49 381 20 30 70
Telefax:+49 381 20 30 790
E-Mail: lufa@lms-beratung.de
Kenn-Nr
21304
Probenahme (Lufa):_________________ ; _________________€ Verpackung:_____________________________________
Textsammlung mit Erläuterungen, 15. Auflage
Peter Radewahn (Hrsg.),
Agrimedia / Erling Verlag
GmbH & Co. KG
680 S., Softcover, zahlr. Tab.,
2013; Art.-Nr.: 002-8,
ISBN: 978-3-86263-002-8
€ 39,90 inkl. MwSt.,
zzgl. Versandkosten
Probe-Nr.: _______________________________
Lagerort: _______________________________
Farbe:
Geruch:
grünlich
gebleicht
gelblich
bräunlich
Grasprodukte
Darstellung lebt von einer Fülle von Fakten, die aus
Praxis, Versuchswesen, Forschung und Lehre hervorgegangen sind (Quelle: www.erling-verlag.com).
angenehm säuerlich
aromatisch
arteigen
schwarz
noch angenehm
brotartig
fremdartig
arteigen
unangenehm
stechend
heuartig
Grassilage
Rezensionen:
Dr. Ulrike Hoffmeister
(siehe Impressum)
Schnitt:
Heu
1.
2.
3
4.
Gras-Mini + Ca, P, Na, Mg, K + NDForg + Zucker
Gras-Plus:
Gras-Mini + Ca, P, Na, Mg, K
Gras-Mini:
TM, RA, RP, Rfa, ADForg, Rfe, Gasbildung, Strukturwert, pH, nRP, RNB, ME, NEL
Maissilage
Grünmais
Maisschrot (CCM)
Körnermais
LKS
Mais-Maxi (LUFA Standard):
Mais-Mini + Ca, P, Na, Mg, K + ADForg
Mais-Plus:
Mais-Mini + Ca, P, Na, Mg, K
Mais-Mini:
TM, RA, RP, Rfa, NDForg, Rfe, Stärke, ELOS, Strukturwert, pH, nRP, RNB, ME, NEL
Einzelfutter
Themenbibliothek Kartoffel
Albrecht Nitsch
Agrimedia / Erling Verlag
GmbH & Co. KG
2. vollständig überarb.
Auflage, 368 S., Hardcover,
zahlreiche farbige Abb.
und Tab. 2013,
Art.-Nr.: 076-9,
ISBN: 978-3-86263-076-9
€ 49,90 inkl. MwSt.,
zzgl. Versandkosten
Grünfutter
Gras-Maxi (LUFA Standard):
Maisprodukte
Praxishandbuch Kartoffelbau
LUFA Rostock
Auftraggeber:_____________________________________
TM, RA, RP, Rfa, Rfe,
nRP, RNB, ME, NEL
TMR
GPS
Rapsprodukt
Sojaprodukt
Schlempe
Treber
Futterroggensilage
Luzernesilage
ZR-Silage
Biogas-Komponente
Material: _______________________________________________________________
Biogas nach BASERGA
(theoretische Gasausbeute lt. Verdaulichkeitsquotienten, Methanertrag)
Biogas nach WEISSBACH
(theoretische Gasausbeute lt. fermentierbarer organischer TS, Methanertrag)
Einzelanalysen
Trockenmasse
Nitrat
Ca
Cu
pH-Wert
Aflatoxin
Rohasche
Reineiweiß
P
Mn
Siliererfolg (TM, pH, NH3)
Ochratoxin
Rohprotein
puRP
Na
Zn
unerwünschte Gärsäuren
DON
Rohfaser
NFE
Mg
Fe
Milchsäure
ZEA
Rohfett
ADL
K
Se
Alkohole
Salmonellen
Zucker
ADForg
Cl
Sand
Clostridien
Hefen / Schimmelpilze
Stärke
NDForg
S
DCAB
Pb, Cd, As, Hg
Eiweiß- und Energiebewertung nach niederländischem Modell (VEM, VOS, DVE, OEB, FOS)
Weitere Anforderungen: ____________________________________________________________________________
____________________
Datum
____________________________________
Unterschrift Auftraggeber
____________________________________
Unterschrift Probenehmer
News
Die Dienstleister für Höchstleister
FRISTEN JANUAR bis März 2014 *)
Untersuchungsauftrag Fermenterinhalt / Gärsubstrat
Auftraggeber:_____________________________________
LUFA Rostock
PLZ / Ort:
_____________________________________
Graf-Lippe-Straße 1
18059 Rostock
Straße / Nr:
_____________________________________
Anerkanntes Prüflaboratorium
Tel / Fax:
_____________________________________
http://www.aks-hannover.de
Kopie an:
_____________________________________ E-Mail:_____________________________________
Kenn-Nr
21304
Telefon:+49 381 20 30 70
Telefax:+49 381 20 30 790
E-Mail: lufa@lms-beratung.de
Probenahme (Lufa):_________________ ; _________________€ Verpackung:_____________________________________
Probe-Nr.: ____________________
Biogasanlage/Lagerort: ___________________________
Fermentervolumen: _________ m3
Inputstoffe: _____________ m3 o. t
Probenahmedatum: _____________
Inputmenge gesamt: _____________ m3 o. t
Untersuchungsanforderungen: Standards oder Einzeluntersuchungen
TM, pH-Wert, organ. Säuren + Essigsäureäquival.
TM, pH-Wert, organ. Säuren + Essigsäureäquival., N, NH4
Januar31.01. Ende Düngeverbot auf Ackerland und Grünland
Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff dürfen auf Ackerland
vom 1. November bis 31. Januar und auf Grünland vom 15. November bis 31. Januar
nicht ausgebracht werden. Die Verbotsfrist gilt jeweils auch für Geflügelkot, nicht aber
für Festmist. Die Ausbringung ist aber nur zulässig, wenn der Boden aufnahmefähig ist,
das heißt er darf nicht überschwemmt, wasser-gesättigt, gefroren oder durchgängig
höher als 5 cm mit Schnee bedeckt sein. (Düngeverordnung (DüV) § 4 (5))
Februar15.02. Ende Pflugverbot Erosionsschutz (Wassererosion)
Flächen, die im Erosionskataster als wassererosionsgefährdet eingestuft wurden, dürfen
in der Zeit vom 1. Dezember bis 15. Februar nicht gepflügt werden. Außerhalb dieser
Frist gelten weitere Auflagen: Bei Flächen der Kategorie CC Wasser 1 ist eine Herbstfurche nur zulässig bei Aussaat bis zum 1. Dezember oder bei Bewirtschaftung quer
zum Hang. Bei Flächen der Kategorie CC Wasser 2 ist das Pflügen außerhalb der Frist
1. Dezember bis 15. Februar nur zulässig, bei unmittelbar folgender Aussaat und bei
Reihenkulturen (Reihen-abstand >45cm) ganzjährig unzulässig. (DirektZahlVerpflV §2)
März01.03. Fristablauf Milchquotenbörse
Unterlagen für den Übertragungstermin 1. April müssen bis zum 1. März eingereicht sein.
(§14 MilchAbgV)
TM, N, P, K, Mg, NH4
Spurenelemente (Fe, Co, Mo, Ni, Se, Mn, Cu, Zn)
organische Trockensubstanz (oTS)
FOS/TAC-Verhältnis
theoretische Biogasausbeute nach BASERGA (TM, Ra, Rp, Rfa, Rfe; Biogas in l/kg oTS, m³/t FM, CH4 in Vol%)
theoretische Biogasausbeute nach WEISSBACH (FoTS, Ra, Rfa, TS; CH4 / Biogas in l/kg FM und l/kg TM)
Phyto- und Seuchenhygiene (Salmonellen, keimf. Samen und austriebsfähige Pflanzenteile)
31.03. Fristablauf Humusbilanz
Bis zum 31. März ist die Humusbilanz für das Vorjahr zu erstellen. Von dieser Humusbilanzpflicht gibt es Ausnahmen. (§3 DirektZahlVerpflV)
lt. DümV (Gesamt-N, P, K, Mg)
Bei Einzeluntersuchungen gewünschte Analysen ankreuzen:
Trockenmasse (TM)
Calcium (CaO)
Gesamtstickstoff (N)
Kupfer (Cu)
Ammoniumstickstoff (NH4-N)
Zink (Zn)
Phosphor (P2O5)
Schwefel (S)
Kalium (K2O)
pH-Wert
Magnesium (MgO)
Organische Säuren
31.03. Fristablauf Nährstoffvergleich
Bis zum 31. März ist der betriebliche Nährstoffvergleich für Stickstoff und Phosphat für
das abgelaufene Düngejahr aufzustellen. (§5 DüV)
Kontakt: Torsten Fiedler, Telefon: 0381 877133-37, E-Mail: tfiedler@lms-beratung.de
*) Diese Angaben sind ohne Gewähr
Organische Trockensubstanz (oTS)
Weitere Untersuchungsanforderungen: _______________________________________________________________
Kurz vor Drucklegung erreichte uns noch folgender wichtige Hinweis durch unsere Energieberaterin Antje Zibell (siehe auch S. 49):
„Die zweite Änderungsverordnung zur Energiesteuer- und Stromsteuer-Durchführungsverordnung
trat am 1. August 2013 in Kraft und beinhaltet viele Änderungen, die u. a. für den Betrieb von
KWK-Anlagen von besonderer Wichtigkeit sind. Für das Wirtschaftsjahr 2013 sind die Anträge
bis zum 31.12.2013 zu stellen. Sprechen Sie uns an.“
Deklarationserstellung (Biogasgülle / Gärrest) – Mindestuntersuchungsprogramm:
als NPK-Dünger (Ausgangsstoffe und Endprodukt aus eigenem Betrieb) – TM, N, P, K, MG, NH4-N
als NPK-Dünger (Ausgangsstoffe oder Endprodukt aus/für anderem/n Betrieb) – TM, N, P, K, Mg, NH4-N, OS, Cu, Zn
Ausgangsstoffe:
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Beilagenhinweis:
Dieser Ausgabe liegt Werbung des Unternehmens Spiess Urania bei. Wir bitten unsere Leser um
freundliche Beachtung. Zusätzlich überreichen wir Ihnen den Jahresplaner 2014 der LMS Agrarberatung / LUFA Rostock.
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Datum
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Unterschrift Auftraggeber
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Unterschrift Probenehmer
Das Blatt 4/2013
55
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Graf-Lippe-Str. 1, 18059 Rostock
Geschäftsführer: Berthold Majerus
Tel.: 0381 877133-0, Fax: 0381 877133-70
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Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt
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Fachrecht und Beratung (LFB)
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Impressum
Das Blatt wird herausgegeben von der:
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Fotonachweis Heft 4/2013:
Bilder: ciagreen, Shutterstock,
GEA Farm Technologies GmbH;
weitere Bildnachweise siehe Innenteil
Redaktion/Anzeigen:
Dr. Ulrike Hoffmeister, LMS Agrarberatung GmbH
Tel.: 0381 877133-36, E-Mail: uhoffmeister@lms-beratung.de
Erscheinungsweise:
„Das Blatt“ erscheint viermal jährlich in den Monaten
März, Juni, September, Dezember.
Layout: c.i.a.green communications GmbH
Druck: Altstadt-Druck GmbH, Luisenstr. 16, 18057 Rostock,
Tel.: 0381 2002698
Redaktionsschluss:
Heft 4/2013: 06. November
Heft 1/2014: 13. Februar
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Seele and Geist
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