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Ein Festzug, wie ihn die Stadt noch nie gesehen hat - Freiwillige

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LANDAU
Ein Festzug, wie ihn die Stadt noch nie gesehen hat
Mittwoch, 26. Juni 2013
Nummer 145 / Seite 19
Themenfestzug „Feuerwehr einst und heute“ mit 2400 Teilnehmern, 30 Feuerwehr-Oldtimern und zwölf Musikkapellen auf 1,5 Kilometern Länge
Von Andrea Luderer-Ostner
Landau. Die Freiwillige Feuerwehr feiert 150. Jubiläum und alle
ziehen mit: 76 Feuerwehrvereine
und 15 Stadtvereine mit rund 2400
Teilnehmern ziehen am Sonntag,
7. Juli, durch Landau. „Das ist doppelt so viel wie beim Volksfestauszug“, erklärt Festausschussvorsitzender Alois Streifeneder. Damit
wird der Festzug 1,5 Kilometer
lang. Er bewegt sich 3,7 Kilometer
weit durch die Stadt.
Die Aufstellung zum Festzug erfolgt gegen 11.20 Uhr auf dem Gelände der Grund- und Mittelschule. Die Zugstrecke führt vom Oberen Stadtplatz über die Hauptstraße. Ab dem Isarturm scheren die
Oldtimer-Fahrzeuge ein. Dann
geht der Zug weiter über die Straubinger Straße, durch den Kreisverkehr und Richtung Bahnschranke.
Über die Bahnhofstraße geht es
zum Wendepunkt am Busbahnhof.
Ab da bildet sich ein langer Gegenzug zurück über die Straubinger
Straße und den Kreisverkehr und
schließlich über die Harburger
Straße zum Festplatz.
Kommentiert wird der
Zug von zwei Experten
Eigenhändig umgebaut haben die Feuerwehrler einst ihr Ölschadenfahrzeug TLF 15 von 1950.
Eine Saug- und Druckspritze wie diese, die beim Umzug am 7. Juli zu bestaunen ist, war 1863 bei der gerade gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Landau stationiert.
− Fotos: Luderer-Ostner
Kommentiert wird der Festzug 660 D-Mark.
am Kreisverkehr Dr.-SchlögelNachdem sich die Feuerwehr
Platz von Feuerwehr-Chronist und nicht nur um Feuerbekämpfung
Fahrzeug-Experte Erwin Ehrl so- kümmert, war im Lauf der Zeit
wie Heimatforscher Nik Söltl be- auch Bedarf an anderem Spezialzüglich der historischen Unifor- Gerät vorhanden, etwa für Einsätmen. Zwölf Musikkapellen berei- ze bei Ölschäden. Das TLF 15 von
chern den Festzug.
1950 wurde diesem neuen EinsatzMit den historischen Fahrzeu- zweck angepasst. Die Feuerlöschgen wird auch die Geschichte der Kreiselpumpe und den LöschwasLandauer Wehr an den Zuschau- sertank entfernten einige Kameraern vorüberziehen. Bei einer Ver- den in Eigenregie. Auch wurde jesammlung am 31. Mai 1863 wurde weils eine Blattfeder der Hinterdie Freiwillige Feuerwehr Landau achse ausgebaut. Durch diese
gegründet. Laut Feuerlöschord- Gewichtseinsparungen konnte es
nung der Stadt von 1854 standen nur mit dem Führerschein der
der neuen Wehr vier Spritzen mit je Klasse III gefahren werden.
16 Mann zur Brandbekämpfung
Auch die Geräteräume erfuhren
zur Verfügung. Eine Saug- und einen Umbau. Darin fanden ein 20
Druckspritze, Baujahr 1863, wie kVA Notstromaggregat, ein Besie damals in Landau stationiert und Entlüftungsgerät, Wannen
war, wird am 7. Juli zu bestaunen und Schaufeln Platz. Auf dem
sein.
Dach montierte man eine Galerie
Um das Jahr 1880 standen der mit Planen für 60 Säcke ÖlbindeWehr zwei Saug- und drei Hand- mittel. Eine Funkanlage vervollspritzen, 400 Meter Schläuche, ständigte die Ausrüstung.
Mannschaftstransportwagen, SteiZum Jubiläum feiert die Landaugerkarren, Anstellleitern, Dachlei- er Wehr sich aber nicht nur selbst,
ter, Hakenleiter und Schlauchhas- sondern auch die Feuerwehr im
pel zur Verfügung. Die 1913 ange- Allgemeinen. Daher bekommen
schaffte, moderne und speziell den die Zuschauer des Umzugs auch
Terrainverhältnissen Landaus ent- spezielle Einsatzfahrzeuge zu sesprechende Schubleiter kostete hen, die in Landau normalerweise
Kunde wollte Flasche Rum
mitgehen lassen
Landau. In einem Supermarkt in der Straubinger Straße hat am Montag gegen 18.30 Uhr
ein Kunde beim Verlassen des Geschäftes die
Diebstahlsicherung ausgelöst. Er wollte mit einer Flasche Rum das Geschäft verlassen, ohne
zu bezahlen. Gegen ihn wurde Anzeige wegen
Ladendiebstahl erstattet.
Zu schnell unterwegs: Zwei
Autos kollidieren
Landau. Wegen nicht angepasster Geschwindigkeit auf regennasser Fahrbahn
schleuderte am Montag gegen 16.25 Uhr ein
Autofahrer in der Steinfelsstraße auf die Gegenfahrbahn und stieß mit dem entgegenkommenden Auto einer Frau zusammen. Bei dem
Unfall wurde niemand verletzt. Es entstand
Gesamtschaden von schätzungsweise 2500
Euro.
Taubenkobel-Fotos: Hier
geht es zum Sieg
Wegen eines Versehens wurde im Artikel
über den Fotowettbewerb „Wo steht der
schönste Taubenkobel im Landkreis?“ in der
Dienstagsausgabe versäumt, die Kontaktdaten
zu veröffentlichen. Bilder können per E-mail
an tourismus@landkreis-dingolfing-landau.de
oder per Post an das Informationszentrum
Bruckstadel, Fischerei 9, 84130 Dingolfing,
gesendet werden. Einsendeschluss ist der
26. Juli 2013. Alle Infos und die ausführlichen
Teilnahmebedingungen finden sich unter
www.ferienland-dingolfing-landau.de.
Landau: Redaktion: ట 0 99 51/98 43 21
Fax: 08 51/80 21 00 31, E-Mail: red.landau@pnp.de
Geschäftsstelle: ట 0 99 51/9 84 30 − Fax: 98 43 41
Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 8.30−12 u. 13−16.30 Uhr
nicht unterwegs sind: zum Beispiel
das Großtanklöschfahrzeug Ziegler Z 8 vom Flughafen München.
Die Unternehmensgruppe Ziegler mit Sitz in Giengen an der
Brenz gehört zu den größten Herstellern und Vertreibern von Feuerwehrfahrzeugen und feuerwehr-
den von der Firma Ziegler Flugfeldlöschfahrzeuge gebaut. Der
neueste Typ wird als FLF Z8 bezeichnet. Charakteristisch sind eine hohe Beschleunigung mit
Höchstgeschwindigkeiten von bis
zu 160 Stundenkilometer sowie
Geländegängigkeit, um jeden Einsatzpunkt auf dem Flugfeld
schnellstmöglich erreichen zu
können.
Zugaufstellung:
technischem Zubehör in Europa.
Ziegler baut für Industriebetriebe,
Raffinerien oder Flughäfen Sondereinsatzfahrzeuge, die speziell
auf ein Einsatzfeld abgestimmt
sind. Diese Einsatzfahrzeuge sind
zum Beispiel Vorausrüstfahrzeuge
oder Hilfeleistungslöschfahrzeuge, die sich in der Technik von einem normalen Einsatzfahrzeug
unterscheiden. Für Flughäfen wer-
Zug 1:
Musik – Trommlerzug Murnau; Stadtkapelle Landau; Landauer Festdamen, mädchen und Mütter; Landau – Jubelverein; Landau – Ehrengäste (VIP, Zivilabzeichenträger,FF-Dienstgrade); Landau –
ehemalige Festdamen; Landau – Ehefrauen/Freundinnen.
Zug 2:
Dingolfinger Stadtmusikanten; Patenverein FF Dingolfing; Turnverein Landau e.V.
Zug 3 (außen)
1884: Historische Spritze mit Pferden; FF
Frauenbiburg; FF Gammertingen.
Zug 3:
Deggendorfer Stadelmusikanten; FF
Thalham; FF Oberhöcking; 1922: Motorspritze Bayern DGF; 1922/39: Drehleiter
22 – Rosenheim; FF Wisselsdorf; FF
Haidlfing
FF Niederhöcking; FF Niederhausen.
Zug 4:
KRK-Kapelle Haidlfing; FF Oberframmering; FF Ganacker; FF Thanhöcking; FF
Das Großtanklöschfahrzeug Ziegler Z 8 ist normalerweise am
Flughafen München im Einsatz.
Niederreisbach; Traktor Dahlke Josef;
1927: Motorspritze Lilliput; 1927: Autospritze Bayern – Freising; 1928: TSF Opel
– Pfarrkirchen; FF Moosfürth; FF Mengkofen; FF Perbing; FF Reith; FF Wolfsdorf-Fichtheim.
Zug 5:
Aitrachtaler Jugendblaskapelle; FF Möding; FF Indersbach; 1937: LF 12 Hansa
Loyd – FF Wartenberg; 1939: DL 27 Metz
– FF Freising; 1940: LF 15 Opel Blitz – FF
Pfarrkirchen; FF Haingersdorf; FF Ettling; FF Haunersdorf; FF Exing
FF Höfen.
Zug 6:
Viehbachtaler Blaskapelle; FF Wildthurn; FF Reichersdorf; FF Bubach; 1950:
TLF 15 Metz – FF Landau; Traktor
Schlappinger Rudi; 1953: TSA Metz – FF
Ruppertskirchen; FF Ruppertskirchen;
FF Harburg; FF Wallersdorf; FF Aufhausen; FF Frontenhausen.
Zug 7:
Jugendblaskapelle Großköllnbach; FF
Eichendorf; FF Mamming; 1964: BMW
Kdow – Rundhauberfreunde; 1953: TLF
15 Magirus – Rundhauberfreunde; 1955:
DL 25 Magirus – Rundhauberfreunde;
1957: LF 16 TS Magirus – Rundhauberfreunde; FF Großenpinning; FF Großköllnbach; FF Steinberg; FF Haidenkofen; FF Lengthal; FF Failnbach.
Zug 8:
Blaskapelle Kirchberg v. Wald; FF
Frichlkofen; FF Reisbach; FF Kammern;
FF Trieching; FF Pilsting; 1959: LF 8 Opel
Blitz – FF Pilsting; 1963: TLF 16 Magirus
– Reitberger, Roßbach; 1966: DL 30 Magirus – Reitberger, Roßbach; 1967: DL 18
Opel Blitz - FF Plattling; FF UsterlingZulling; FF Adldorf; FF Hartkirchen; FF
Dornach; FF Prunn; FF Ottering.
Zug 9:
Spielmanns- u. Fanfarenzug Landau; FF
Oberköllnbach; FF Altenbuch; FF Straubing; FF Rothenwörth; FF Waibling; FF
Griesbach; 1970: LF 8 Magirus – FF Aßling; 1975: LF8 Opel Blitz – FF Ruppertskirchen; 1976: TSF Ford Transit – FF
Oberköllnbach; 1979: TLF 24/50 Magirus – FF Otzing; FF Oberhausen; FF Englmannsberg; FF Reichstorf; FF Hackerskofen.
Zug 10:
Musikverein Thurmansbang; FF Gottfrieding; FF Thürnthenning; FF Simbach; FF
Moosthenning; 1986: ELW 1 – BMW 520
– FF Landau; 1986: DL 18 Magirus – FF
Neufahrn; 1986: TLF 16/25 Magirus – FF
Landau; 1988: RW 2 Magirus – FF Landau; FF Rampoldstetten; FF Puchhausen;
FF Langgraben; FF Mettenhausen; FF Zeholfing; FF Ober-Untersteinbach; FF Haberskirchen.
Zug 11:
Christlicher Frauen- u. Mütterverein
Landau; FF Kröhstorf; FF Ruhstorf; Narrhalla Landau e. V.; Kolpingfamilie; Die
Förderer; Jagdschutz und Jägerverein,
Kreisgruppe Landau; Katholischer Frauenbund Landau; 1990: DLK 23/12 CC
Magirus – FF Landau; 1994: LF 16/12
Magirus – FF Landau; Fußball-Sportverein Landau e. V.; Marine-Kameradschaft
Landau; Reservisten- und Soldatenkameradschaft Landau.
Zug 12:
Rennverein Landau; Badminton-Verein
Landau; Altersverein Landau; Bund Naturschutz – Ortsgruppe Landau e. V.;
Bayerisches Rotes Kreuz; Wasserwacht
Landau; Flughafenlöschfahrzeug Z8
Ziegler, München.
Pfusch in der Geburtshilfe: Mutter verliert Kind
Landauer Krankenhaus muss neben Schmerzensgeld auch die „Schockbehandlung“ des Vaters bezahlen
Von Walter Schöttl
Landau/Landshut. Es war –
wie es ein Gutachter formulierte
– „schier unglaublich“, was sich
die Ärzte der Landauer Geburtshilfe im Jahr 2010 im Fall einer
hochschwangeren
Albanerin
leisteten. Aber nicht, weil die damals 39-Jährige ihr Kind durch
eine Totgeburt verlor, gab es ein
gerichtliches Nachspiel, sondern weil sich die Klinik weigerte, die Kosten für die aufwendige
Behandlung des „Schockschadens“, den der Vater (40) erlitten
hatte, zu übernehmen.
3 Stunden von Landau
nach Deggendorf
Im Prozess vor der 4. Zivilkammer
des
Landgerichts
Landshut wurden jetzt die Details der schockierenden Tragödie bekannt. Die damals 39-jährige Albanerin war in der 33.
Schwangerschaftswoche, als sie
am 11. September 2010 mit
Schwangerschaftsvergiftung im
Landauer Krankenhaus aufgenommen wurde. Am Nachmittag des 14. September deutete
die Messung des Herztonwehenschreibers bereits auf eine
leistungsschwache Plazenta hin,
die zu einer Mangelversorgung
des Ungeborenen führt.
Bis zum nächsten Morgen trat
zwar eine Besserung ein, aber ab
9.30 Uhr war am 15. September,
so ein medizinischer Sachverständiger, der Zustand des Kindes äußerst kritisch. Spätestens
da hätte eine Verlegung ins Perinatalzentrum Deggendorf erfolgen müssen. Für das folgende
Geschehen hatte der Sachverständige kaum Worte: „Das weitere Geburtsmanagement des
Krankenhauses Landau war fast
unglaublich.“ Die Ärzte schickten die Schwangere zwar nach
Deggendorf, beauftragten mit
der Fahrt aber den Ehemann.
Das Ehepaar, kaum der deutschen Sprache mächtig und
weitgehend
ortsunkundig,
brauchte für die Fahrt mit dem
Privatauto drei Stunden und als
es im Perinatalzentrum ankam,
war das Ungeborene tot. „Ein
Sanka hätte für die Strecke 20
Minuten gebraucht, dann wäre
der Tod des Kindes zu verhindern gewesen“, war sich der
Gutachter sicher.
Der skandalöse Fall drang zunächst nicht an die Öffentlichkeit, weil sich Klinik und Ehepaar außergerichtlich auf ein
Schmerzensgeld im unteren
fünfstelligen Bereich einigten.
Jetzt allerdings machte die AOK
Dingolfing Regressansprüche
gegen das ehemalige Kreisklinikum Dingolfing-Landau geltend, denn der Kindsvater hatte
durch die Geschehnisse einen
seelischen Schock erlitten. Er
musste mit Erschöpfungsdepressionen und damit zusammenhängenden
körperlichen
Beschwerden einen Monat lang
in einer Spezialklinik behandelt
werden. Er befindet sich immer
noch in ambulanter Behandlung.
Die Behandlungskosten einschließlich des Krankengeldes
beliefen sich auf rund 40 000 Euro. Nachdem sich das ehemalige
Kreisklinikum Dingolfing-Landau mit der Begründung, die Behandlung der Hochschwangeren sei „durchaus adäquat“ gewesen, die Regressansprüche
abwiegelte, klagte die Kasse vor
dem Landgericht.
Dabei machte Vorsitzender
Richter Dr. Christoph Fellner
Herbe Vorwürfe richtet ein Gutachter gegen die nun geschlossene Geburtshilfe am Landauer Krankenhaus. „Unglaubliche“ Vorgänge führten zum Tod eines ungeborenen Kindes.
− Foto: Archiv Birgmann
keinen Hehl aus seiner Überzeugung, nach der für die Kammer
kein Zweifel bestehe, dass der
Anspruch begründet sei. Untermauert wurde dies durch einen
renommierten psychiatrischen
Sachverständigen, der bestätigte, dass zweifelsfrei eine Kausalität zwischen der psychischen Erkrankung des Kindsvaters und
den damaligen Ereignissen erkennbar sei.
Klinikum zahlt 40 500
Euro an Krankenkasse
Auf den „dringenden Rat“ der
Kammer hin, einigten sich die
Prozessparteien schließlich auf
einen Vergleich: Das Klinikum
muss insgesamt 40 500 Euro an
die AOK zahlen. Damit abgegolten sind auch die auf rund 2500
Euro bezifferten Kosten für die
noch laufende ambulante Langzeittherapie des Kindsvaters.
Die Akten des Falles sind damit
aber noch nicht endgültig geschlossen, denn beide Parteien
können den Vergleich innerhalb
von 14 Tagen widerrufen.
Für das albanisch Ehepaar
gab es übrigens doch noch ein
Happy End: Ein Jahr nach der
Tragödie brachte die Ehefrau ein
Kind zur Welt – ohne Komplikationen.
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