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Hinweise für den Gebrauch von
Computern im Studium
Prof. Dr. Robert Zydenbos
Institut für Indologie und Tibetologie, LMU
(Stand: 28. Oktober 2014)
Die hier gegebenen Anregungen sind dazu gemeint, den studentischen und dozentischen
Alltag zu erleichtern und mögliche Schwierigkeiten, die bei der Verwendung von
Computern im Studium entstehen können, zu vermeiden. Die hier geäußerten Meinungen
sind die des Autors, und andere Dozenten an der LMU oder anderswo können
abweichende Meinungen und Präferenzen haben; aber die unten stehenden Meinungen
sind alle durch Erfahrung begründet.
Textteile in blauer Farbe sind URLs, d.h. durch Klicken darauf wird man zu anderen Stellen
in diesem Text oder im Internet (natürlich nur bei bestehender Internetverbindung)
mithilfe eines Webbrowsers zu Webseiten mit weiteren Informationen weitergeleitet.
Einleitende Bemerkungen
Heutzutage ist die Verwendung von Computern im Studium vollkommen üblich
geworden. Diese verhältnismäßig neuen Technologien können bei koordinierter
und richtiger Verwendung zu einer erheblichen Effizienz und Erleichterung des
Studiums beitragen, sowohl für die Studenten (bei der Recherche, Schreibarbeit,
Kommunikation mit Kommilitonen und Dozenten) wie für die Dozenten. E-Mail ist
im universitären Betrieb wichtig geworden.
Die LMU verwendet Dienste, die vom Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften angeboten werden, z.B. für den E-Mail-Verkehr.
Das LRZ zählt zu den führenden Rechenzentren weltweit und verfügt über den momentan zweitstärksten Supercomputer Europas.
Studierenden wird empfohlen, sich über die Angebote für Studierende des LRZ
zu informieren. Hier finden Sie u.a. Informationen über E-Mail-Verbindungen, ITHandbücher und -Kurse, vergünstigte Softwareangebote für Studierende, usw.
Ich empfehle auch, dass alle Studierende Kenntnis nehmen von den Möglichkeiten, die die akademischen Bibliotheken Münchens bieten: die Universitätsbibliothek und die ,StaBi‘ (Bayerische Staatsbibliothek), mit ihren Online-Katalogen.
Im vorliegenden Text werden weiter besprochen:
1. E-Mail-Verkehr
2. Textverarbeitungsprogramme und -formate
Hinweise für Computerverwendung (Stand: 28.10.2014), S. 1 von 11
1. E-Mail-Verkehr
Themen:
(a) Die Wahl einer E-Mail-Adresse / eines E-Mail-Anbieters
(b) Format und Größe von E-Mail-Berichten
(c) Computerprogramme zum Versenden von E-Mail
(d) E-Mail-Etikette
(e) Wann schreibt man dem Dozenten?
(a) Die Wahl einer E-Mail-Adresse / eines E-Mail-Anbieters
Es gibt ein riesiges Angebot an E-Mail-Postfächern von Seiten der verschiedenen
E-MailDienstanbieter (oder ,Provider‘), in Deutschland sowie im Ausland.
Lassen Sie sich übrigens nicht beirren durch den Landeszusatz „.de“ am Ende
von E-Mail-Adressen und Internet-Adressen von Webseiten: Dies muss nicht unbedingt heißen, dass Sie mit einem in Deutschland basierten Dienst (mit deutschem
Datenschutz) zu tun haben. Und seit den Enthüllungen von Edward Snowden wissen wir, dass die amerikanische Regierung freien Zugang zu den Servern von den
großen Anbietern Yahoo, Microsoft, Google, Facebook und Apple hat. Alle amerikanische Firmen unterliegen in Sachen Datenschutz sowieso dem amerikanischen
Gesetz (was praktisch heißt: auch wenn Sie eine E-Mail-Adresse mit yahoo.de, hotmail.de, googlemail.de verwenden, ist Ihre Privatsphäre ungeschützt).
Ein E-Mail-Konto (meistens, englisch, ,account‘ genannt) kann man entweder
gegen Bezahlung (dies kann sehr gering sein! Siehe die Informationen unten über
hervorragende deutsche 1-Euro-Dienstanbieter) oder gratis erhalten. Bezahlte Dienste liefern in der Regel zusätzliche Vorteile, die dem individuellen Benutzer nützlich sein können, wie z.B. Online-Speicherplatz für Dateien, mehr Speicherplatz
für E-Mail, das Fehlen von Werbung, oder das Versprechen des Schutzes der Privatsphäre1 . Viele E-Mail-Provider bieten beides an: einen Gratis-Dienst und einen
bezahlten ,Premium‘-Dienst2 .
Die meisten Studierenden benutzen Gratis-Dienste, hauptsächlich aus finanziellen Überlegungen (lesen Sie aber unten weiter über die ernst zu nehmenden Nachteile dieser kostenlosen Dienste). In Deutschland sind die bekannteren Anbieter
GMX, Mail.de und Web.de (deutsch), Google, Yahoo und Hotmail (alle amerikanisch,
aber auch nicht-englischsprachige Menüs werden angeboten). Andere Firmen, die
vergleichbar gute (oder, was zum Teil eine Geschmacksache ist: bessere) Dienste
anbieten, sind Yandex (Russland), Eclipso.de (Deutschland), Xemail.de (Schweiz).
Es gibt aber noch viele mehr. Weil sie alle gratis sind, könnte es sich für Studie1
2
Wie z.B. die norwegische Firma Runbox, die sich nach den strikten norwegischen Datenschutzregeln richtet. Immer wieder wird in der Öffentlichkeit debattiert über den Schutz der Privatsphäre
in Zusammenhang mit der Verwendung des Internets. Obwohl die große Mehrheit der Menschen
mit Datenschutz ziemlich locker umgeht (d.h. sich darüber keine Gedanken macht), darf man
die potentiellen Gefahren nicht unterschätzen. Irrtümlich, oder aus Leichtsinn, könnte man der
Öffentlichkeit über sich selbst Informationen freigeben, die Jahre später von skrupellosen Personen gegen einen verwendet werden können.
Z.B. GMX, Web.de, Yahoo, Xemail u.v.a.
Hinweise für Computerverwendung (Stand: 28.10.2014), S. 2 von 11
rende lohnen, einfach einige zu probieren und zu sehen, welcher Dienst am Besten
gefällt, um diesen dann weiterhin als Hauptadresse für den E-Mail-Verkehr zu benutzen.
Die LMU bietet Studierenden eine ,Campus‘-Adresse an (im Format max.muster@
campus.lmu.de): Dies ist ein sog. Alias, über die E-Mail an ein echtes Postfach (von
den Studierenden selbst bei einem der vielen Anbieter zu wählen) weitergeleitet
wird. Über diese virtuelle Adresse, die Sie während des gesamten Studiums behalten, kommuniziert die Universität mit Ihnen; Sie können aber, je nach Bedarf, im
Hintergrund Ihre echte Adresse (also bei dem E-Mail-Anbieter, wohin also die Post
geleitet wird) immer ändern. So bleiben Sie für die Universität erreichbar, auch
wenn Sie Ihre echte Adresse ändern.
Bitte achten Sie auf den von diesen Diensten angebotenen Speicherplatz! (Siehe auch die wichtige unten stehende Warnung über eventuellen Speicherplatzmangel.)
Beispiele von unterschiedlichen kostenlosen Angeboten3 sind:
• Yandex (https://mail.yandex.com), Google (https://www.gmail.com), Yahoo
(https://de.mail.yahoo.com), Outlook / Hotmail (http://windows.microsoft.com/
de-de/hotmail/home): unbegrenzt viel Speicherplatz.
• Mail.de (https://mail.de): 2 Gigabyte (inklusive Online-Speicher und Kalender).
• Xemail (http://www.xemail.ch – oder .de, .in, .li, .at, .be): 2 Gigabyte.
• GMX (https://www.gmx.net): 1 Gigabyte, es sei denn, man installiert im FirefoxBrowser ein spezielles Stück Zusatzsoftware (plug-in), wodurch man 1,5 Gigabyte bekommt.
• Web.de (https://web.de): nur 12 Megabyte (dies führt öfters zu Problemen,
weil ein so kleines Postfach schnell voll wird! Dann kommt Post für Sie einfach
nicht mehr an), es sei denn, man installiert im Firefox-Browser ein spezielles
Stück Zusatzsoftware (plug-in), wodurch man auf einmal 1 Gigabyte bekommt.
In der Praxis benutzt unter den Studierenden kaum jemand diese Möglichkeit,
weil sie zu umständlich ist, und deshalb kann ich das kostenlose Angebot von
Web.de für die ernsthafte Verwendung als Kommunikationsmittel im Studium
leider nicht empfehlen.
• T-Online (https://freemail.t-online.de) bietet 1 Gigabyte, ist einer der ,klassischen‘ Anbieter, ist aber langsam, ist anfällig für Unmengen an unerwünschter
Werbung (sog. ,Spam‘, wogegen es keine gute Abwehr hat) und gehört deswegen nicht zu den besten Anbietern.
3
Der Autor dieser Zeilen will nicht unbedingt diesen oder jenen Anbieter befürworten, gibt dem
Leser aber zu überlegen, dass im Lichte der neueren Enthüllungen über die aktivitäten amerikanischer Geheimdienste (und der Geheimdienste einiger verbündeter Länder) der Schutz der
Privatsphäre bei den großen Gratis-Diensten von Microsoft (Outlook / Hotmail), Google (Gmail),
Yahoo und Apple (iCloud) eine sehr bedenkliche Sache ist.
Hinweise für Computerverwendung (Stand: 28.10.2014), S. 3 von 11
Man achte darauf, dass im Leben nur die Sonne gratis aufgeht. Es gibt bei den
Gratis-Diensten immer einen Haken:
• Die deutschen Provider Web.de, GMX, Freenet u.a. nerven mit Werbung für Sachen, für die ein vernünftiger Mensch sich gar nicht interessiert, sowohl in sog.
,newsletters‘ wie im Browserfenster (vor allem dating services, Seitensprungforen u.dgl.). Der zurückhaltendste und eleganteste dieser kostenlosen deutschen Dienste ist wohl Mail.de, der laut einer im Juli 2014 veröffentlichten
Untersuchung auch der sicherste der fünf größten deutschen Anbieter ist4 .
• Bei den großen amerikanischen Providern liegt die Sache bewiesenermaßen
noch um einiges schlimmer. Google ist schon lange als der große ,Datenkrake‘ bekannt, der alles Mögliche über Sie herausfindet und diese Informationen käuflich verwertet. Microsoft (Outlook / Hotmail) hat bekannt gemacht,
ebenfalls Benutzerdaten kommerziell benutzen zu werden5 . Sowieso behalten Microsoft, Google, Yahoo and Apple sich das Recht vor, die Post ihrer
Benützer zu lesen6 . Datenschutz nehmen diese Gratis-Anbieter auch in anderen Hinsichten nicht immer ernst. Der übelste dieser Anbieter scheint Yahoo
zu sein: Berichten zufolge hat dieser Dienstleister aus kommerziellen Überlegungen private Korrespondenz von chinesischen Nutzern an die Volksrepublik
China freigegeben, die zu Verhaftungen und Foltern geführt haben7 . Durch
die Enthüllungen von Edward Snowden ist bekannt geworden, dass die amerikanischen Geheimdienste freien Zugang zu den Servern von Google (Gmail),
Microsoft (d.h. Hotmail / Outlook), Yahoo, Apple (iCloud), Facebook u.a. haben8 .
• Das russische Privatunternehmen Yandex hat ein sehr schönes und von allen
großen Gratis-Anbietern das wohl klugste Web-Interface mit sehr intelligenten, nützlichen Funktionen. Russland ist ein menschenrechtlich nicht optimales Land (aber Yandex ist eine ernsthafte Firma und ist von russischen Nationalisten kritisiert worden, dass die Daten im europäischen Ausland gespeichert werden). Man könnte auch argumentieren, Herr Putin und seine Freunde
werden wohl weniger mit Ihren persönlichen Daten anfangen können (wenn
sie sich überhaupt dafür interessieren würden) als westliche Instanzen, die
die eigenen westlichen Bürger bespitzeln, manipulieren und beherrschen wol4
5
6
7
8
https://mail.de/blog/2014-09-mailde-ist-testsieger-im-vergleich-deutscher-e-mail-dienste/
http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2012-10/microsoft-nutzungsbedingungen-profile/
komplettansicht
http://www.theguardian.com/technology/2014/mar/21/yahoo-google-and-apple-claim-rightto-read-user-emails
Aus solchen Überlegungen forderte 2006 die britische Journalistengewerkschaft NUJ ihre 40.000
Mitglieder zu einem Boykott von Yahoo auf (man lese auch den Bericht von der BBC, “Yahoo 'helped jail China writer'”, http://news.bbc.co.uk/2/hi/asia-pacific/4221538.stm). Laut Berichten hat
Yahoo auch freizügig Informationen über deutsche Benutzer dem amerikanischen Geheimdienst
NSA übergeben (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Yahoo#Kritik (Stand: 26.9.2013)).
Zu den Praktiken von Google s. http://de.wikipedia.org/wiki/Google_Inc.#Google_in_der_Kritik
(Stand: 2.10.2013). Auch “‘Don’t Be Evil,’ Meet ‘Spy on Everyone’: How the NSA Deal Could Kill
Google”: http://www.wired.com/dangerroom/2010/02/from-dont-be-evil-to-spy-on-everyone/
(4.2.2010).
Hinweise für Computerverwendung (Stand: 28.10.2014), S. 4 von 11
len. Sie werden aus Russland auch wohl kaum Unmengen an ärgerlicher unerwünschter Werbung (so genanntes ,Spam‘) empfangen, was nach meiner
Erfahrung mit allen großen amerikanischen und einigen deutschen Diensten
der Fall ist. (Am Rande erwähnt: Die Suchmaschine http://www.yandex.com
ist vergleichbar gut wie Google, vielieicht sogar besser. Die besonders gute anonymisierende amerikanische Suchmaschine Duckduckgo (https://duckduckgo.com) arbeitet mit Yandex zusammen).
Wenn man solche Fakten zur Kenntnis nimmt, sollte man sich ernsthaft überlegen, ein kleines bisschen Geld (dies kann wirklich sehr wenig sein! Man siehe den
übernächsten Absatz) für einen ethisch unbedenklichen E-Mail-Dienst auszugeben,
der es mit der Privatsphäre der Benutzer ernst meint. Wer nicht einsieht, was hier
auf dem Spiel steht, lese http://www.theguardian.com/world/interactive/2013/nov/
01/snowden-nsa-files-surveillance-revelations-decoded/ usw.9
Man bedenke auch, dass wenn man selbst einen E-Mail-Dienst wie die schon
genannten großen amerikanischen benutzt, es ziemlich egal ist, was diejenigen benutzen, mit denen Sie korrespondieren – denn alles, was die anderen Ihnen schreiben, landet natürlich auch auf den amerikanischen Servern. Durch Ihre Wahl des
E-Mail-Dienstanbieters können Sie also die Privatsphäre Ihrer Korrespondenten beeinträchtigen (oder diejenigen, die mit Ihnen korrespondieren, schreiben Ihnen
nicht mehr).
Fast gratis, und besonders gut: nur 1€ im Monat. In Deutschland gibt es sehr interessante Angebote von Posteo (https://posteo.de) und Mailbox.org (https://mailbox.org). Beide kosten nur 1 Euro im Monat, d.h. weniger als 4 Cent pro Tag. Für
ein modernes und so wichtiges Kommunikationsmittel kann auch ein Student sich
das leisten. Man bekommt hierfür 2 GB an Speicherplatz für E-Mail, einen OnlineKalender, mehr als eine Adresse, und andere nützliche Hilfsmittel, und keine Werbung. Die Vertreiber versprechen hohen Schutz der Privatsphäre. Mailbox.org (ein
Ableger von JPBerlin, Junge Presse Berlin, einem Provider mit journalistischem Hintergrund, ebenfalls mit kostengünstigen Angeboten) betont die avancierten technischen Mittel, die hierfür eingesetzt werden. Das vorbildliche Posteo, ein kleiner
Anbieter, der in den vergangenen Monaten in der Presse als Vorreiter beim Schützen der Privatsphäre seiner Kunden gelobt worden ist10 , und dessen Hauptmitarbeiter in Greenpeace tätig waren, hat außerdem auch noch ein schlichtes, menschliches Mittel: Man kann keine persönlichen Informationen der Benutzer weitergeben, wenn diese gar nicht gesammelt worden sind! Es werden keine persönlichen
Daten gefragt, und den monatlichen Beitrag von einem Euro kann der Benutzer sogar anonym bezahlen11 . Bei sowohl Posteo als Mailbox.org kann man für einige Zeit
9
10
11
Man lese über die Wichtigkeit der Online-Privatsphäre auch https://www.whonix.org/wiki/
The_World_Wide_Web_And_Your_Privacy, https://www.eff.org/, https://duckduckgo.com/?q=
online+privacy+importance
Posteo scheut sich auch nicht, intimidierende Polizisten zu verklagen: Man lese „Postbotin
gegen Schnüffler“, Cicero (August 2014), S. 32-33. Siehe auch den Artikel in der britischen
Zeitung The Guardian, “Protect your email the German way”, http://www.theguardian.com/
technology/2014/aug/24/posteo-protect-email-the-german-way-patrik-lohr
Wenn man es so will: mit Bargeld in einem Briefumschlag, unter Erwähnung einer Nummer,
Hinweise für Computerverwendung (Stand: 28.10.2014), S. 5 von 11
kostenlos den Dienst probieren, bevor man bezahlt.
Bitte sorgen Sie dafür, dass immer einiges an Platz in Ihrem E-Mail-Speicher
frei bleibt. Löschen Sie regelmäßig alles, was Sie nicht brauchen. Es ist besonders
ärgerlich, und für Sie einfach sehr nachteilig, wenn Sie wegen eines vollen Postfaches keine Post von der LMU (auch von mir und anderen Dozenten) mehr empfangen können. In der Regel, bei durchschnittlicher Verwendung, sollte ein E-MailBenutzerkonto mit 2 GB an Speicherplatz für längere Zeit ausreichen.12
(b) Format und Größe von E-Mail-Berichten
E-Mail kann geschrieben werden als einfacher, unformatierter Text, oder mit besonderen Formatierungseffekten (Kursivierung, Fettschreibung, usw.). Für Letzteres wird in der Regel eine HTML- oder RTF-Formatierung verwendet. Diese Effekte
können schön sein und zur Deutlichkeit der Dokumentstruktur beitragen (oder sie
können genau das Gegenteil bewirken!); allerdings werden die verschickten Berichte umfangreicher und werden nicht alle Effekte von allen Empfängern genau
so gesehen, wie sie gemeint sind.
Berichte können sehr schnell sehr groß werden, wenn Anhänge mitgeschickt
werden (vor allem Bilder und Klangdateien). Achten Sie bitte darauf, dass der Empfänger wegen solcher ‚Geschenke‘ nicht immer glücklich ist13 .
Machen Sie es bitte zur Gewohnheit, dass Sie Ihre E-Mails als einfachen, unformatierten Text schreiben. Dann wissen Sie mit Sicherheit, dass der Empfänger sie
richtig lesen kann.
(c) Computerprogramme zum Versenden von E-Mail
E-Mail wird in der Regel auf zwei mögliche Weisen empfangen und verschickt:
(a) mit Hilfe eines so genannten Webmailers,
(b) mit Hilfe eines E-Mail-Programms (englisch “email client”).
(i) Zu (a): Webmailer
Der einzige Vorteil der Verwendung eines Webmailers ist, dass überall, wo man Zugang zum Internet und zu einem so genannten web browser (diese Computerprogramme haben Namen wie Firefox, Safari usw.) hat, man E-Mail lesen und schreiben kann. Alles E-Mail bleibt bei dem E-Mail-Provider, d.h. bleibt bei der Firma
gespeichert, wo man die E-Mail-Adresse hat (also z.B. bei Google, Yahoo, Hotmail
/ Outlook in den USA, bei Yandex in Russland, bei Xemail.ch in der Schweiz, bei
12
13
die mit dem elektronischen Postfach verbunden ist. Auch die Daten von Bank- oder PaypalÜberweisungen werden nicht aufbewahrt.
Wenn es wirklich unbedingt gratis sein muss, dann kann man sich im Voraus beschäftigen mit den
Informationen auf der Webseite Emailtester (http://www.emailtester.de), wo man leicht einen
Tag (oder mehrere) mit Lektüre verbringen kann.
Vor allem dann nicht, wenn er z.B. in Indien ist und eine langsame interkontinentale Verbindung
in einem Internet-Café benutzen muss, wofür er pro Minute Geld zahlt.
Hinweise für Computerverwendung (Stand: 28.10.2014), S. 6 von 11
Posteo, Mailbox.org, Mail.de, GMX, Web.de in Deutschland, bei VFEmail in den Niederlanden oder den USA).
(ii) Zu (b): E-Mail-Programme
Meistens benutzerfreundlicher sind die zahlreichen speziellen Computerprogramme, die E-Mail von dem Provider abholen und auf dem eigenen Computer zeigen
und / oder speichern. Die wohl bekanntesten solchen Programme heißen Thunderbird (für Mac-, Linux-, Windows-Computer), Mail.app (Standard auf Apple-MacComputern), KMail (für Linux-Computer), Evolution (für Linux-Computer), Postbox
(für Mac- und Windows-Computer)14 , Opera Mail (Mac, Windows), Outlook (Windows, Mac).
Auch gibt es sog. “Internet suites”: zusammengestellte Programme, die Webbrowser, E-Mail-Programm und mehr in sich kombinieren, wie die alte Version 12
von Opera (gratis für Mac, Linux, Windows und andere Systeme erhältlich)15 . SeaMonkey ist ebenfalls gratis erhältlich, für Mac, Linux und Windows: Es sieht aus und
funktioniert wie eine Kombination von Thunderbird, Firefox und anderen Programmen in einem Paket und stammt wie diese Programme ebenfalls aus dem MozillaProjekt (diese Programme sind OSS oder Open-Source-Software16 ).
Der einzige Nachteil solcher E-Mail-Programme ist, dass die Einrichtung eines
E-MailKontos im Programm am allerersten Anfang ein wenig Aufmerksamkeit verlangen könnte. Wenn man aber bei Thunderbird, Postbox, Opera und Mail.app die
eigene Adresse und das eigene Passwort eingibt, findet das Programm in der Regel
die richtigen Einstellungen automatisch.
(d) E-Mail-Etikette
E-Mail ist ein wunderbares Kommunikationsmittel, das leider allzu oft missbraucht
wird. Für Studierende ist es ein schnelles, effizientes Mittel, das außerdem fast kostenlos ist Diese Kostenlosigkeit und Schnelligkeit werden aber oft zum Verhängnis.
Weil E-Mail als etwas Flüchtiges auf dem Bildschirm erscheint, etwa wie eine
Szene aus einem Fernsehprogramm, entsteht bei vielen die vollkommen falsche
Idee, dass Korrespondenz per E-Mail ebenfalls etwas Flüchtiges, Vorübergehendes,
Unernsthaftes ist. Aber Worte sind Worte, und was Sie per E-Mail schreiben, sollten
Sie genauso ernst nehmen wie alle Worte, die Sie auf Papier schreiben oder in
einem Gespräch aussprechen.
Denken Sie also nach, bevor Sie etwas in E-Mail schreiben. Es ist extrem unhöflich, und grob, jemandem etwas zu schreiben, das Sie sowieso nicht wirklich
14
15
16
Vom vorzüglichen kommerziellen Programm Postbox gibt es auch eine gratis verwendbare ältere
Version, Postbox Express.
Neulich hat die Firma Opera (vielleicht ,leider‘) beschlossen, mit Version 15 (aktuell ist Version 20)
für Mac- und Windows-Computer einen Browser anzubieten, der eine interessante Verbesserung
des sehr bedenklichen Browsers Google Chrome ist. Opera Mail ist in der Version 15 ein separates,
kräftiges aber leicht zu bedienendes Programm, das aber nicht alle Möglichkeiten von Postbox
oder Thunderbird besitzt (falls man diese überhaupt braucht).
https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Source
Hinweise für Computerverwendung (Stand: 28.10.2014), S. 7 von 11
meinen, denn vielleicht verschwenden Sie die Zeit des Lesers, der über das von Ihnen Geschriebene nachdenkt. Dasselbe gilt für schlampig Formuliertes: Lassen Sie
den Leser nicht rätselraten.
Über Geschwindigkeit: Es ist möglich, dass man ein E-Mail schreibt an jemanden auf der anderen Seite der Welt und innerhalb von einer Minute eine Antwort
bekommt (genau dies ist mir zweimal passiert). Man darf dies aber nicht erwarten! Man hat kein Recht darauf! Es kann sein, dass der Empfänger erst Stunden,
vielleicht Tage später Ihr Schreiben überhaupt liest, genau wie bei Post auf Papier.
Vielleicht haben Sie eine schwierige Frage gestellt, und braucht er Zeit, bevor er
angemessen reagieren kann.
(e) Wann schreibt man dem Dozenten?
Es tut mir leid, aber die Dozenten der LMU haben auch Anderes zu tun, als per E-Mail
mit den Studenten zu plaudern; ihre Aufgaben sind viele und verschiedenartige. Bedenken Sie auch, dass Sie vielleicht nur einem Dozenten schreiben, aber jener Dozent Korrespondenz nicht nur von Ihnen, sondern vielleicht auch von Ihren fünfzig
oder hundert Kommilitonen erhält. (Und dann haben wir noch nicht gesprochen
von den Zahlen der Studenten, die seine anderen Lehrveranstaltungen besuchen.)
Was oben unter ,E-Mail-Etikette‘ schon bezüglich des Nachdenkens und der Geschwindigkeit gesagt ist, gilt genau so für die Korrespondenz mit ihren Dozenten.
Und wenn Sie meinen, lustig oder cool und flott scheinen zu müssen, und Sie schreiben etwas wie „hé, du, was geht ab, gib mir ’ne bisserl Info, hé“, dann besteht die
ernsthafte Möglichkeit, dass Sie nichts von Ihrem Dozenten hören. Vielleicht nie
mehr. Gebildete Menschen müssen sich solchen Umgang nämlich nicht gefallen
lassen.
2. Textverarbeitungsprogramme und -formate
Bei der Wahl eines Textverarbeitungsprogramms für die tägliche Schreibarbeit können verschiedene Faktoren eine Rolle spielen, wie erstens das Computersystem, auf
dem man arbeitet (z.B. Apple, Linux, Windows), zweitens eventuelle schon vorhandene Erfahrung mit einem Programm. Einerseits spielen rein persönliche Präferenzen eine Rolle, aber andererseits muss man mit der so genannten Kompatabilität
rechnen, d.h. mit der Frage, inwieweit die selbst geschriebenen Texte auch von
anderen Personen auf anderen Computern richtig geöffnet, gelesen und gedruckt
werden können, und inwieweit man von anderen zugeschickte Texte selber öffnen,
lesen und drucken kann. Universitätsdozenten erfahren regelmäßig solche Probleme (z.B. beim Lesen von Arbeiten, die von Studenten eingereicht worden sind).
Zu den bekannteren Textverarbeitungsprogrammen gehören LibreOffice Writer,
OpenOffice Writer, NeoOffice Writer, Microsoft Word (Teil von Microsoft Office),
Pages, Nisus Writer, Mellel, KWrite. Es gibt auf dem Markt aber noch viel mehr, die
alle auf eigene Weise zu bestimmten Zwecken geeignet sein können. Problematisch
Hinweise für Computerverwendung (Stand: 28.10.2014), S. 8 von 11
ist vor allem das digitale Format, in dem Texte gespeichert werden. Das Format
erkennt man am Zusatz nach dem Punkt am Ende des Textdateinamens (z.B. odt,
rtf, rtfd, doc, docx, mellel, tex, txt). Einige dieser Formate sind von bestimmten
Softwarefirmen für die eigenen Produkte entwickelt, und in vielen solchen Fällen
sind Texte, die in diesen Formaten gespeichert sind, mithilfe anderer Programme
nicht lesbar.
Manche besonders gute Textverarbeitungsprogramme sind gratis erhältlich und
aus dem Internet herunterzuladen oder findet man z.B. auf CDs, die bei Computerzeitschriften geliefert werden. Meine sehr starken persönlichen Empfehlungen
sind:
• LibreOffice (für Apple, Linux, Windows und andere Systeme)
• OpenOffice (für Apple, Linux, Windows und andere Systeme)
• NeoOffice (für Apple: sieht optisch apple-artiger als die zwei vorher genannten aus)
LibreOffice und OpenOffice sind so gut, dass mehrere öffentliche Anstalten weltweit (u.a. die Verwaltung der Stadt München) sie verwenden. Diese beiden Softwarepakete sind einander sehr ähnlich (beide stammen historisch vom selben Produkt
ab), und die Wahl für das eine oder andere ist hauptsächlich eine Geschmacksache,
beruhend auf wenigen Unterschieden; so hat LibreOffice seit der Version 4.1.0.4 eine bessere Unterstützung für indische Schriften und zeigt auch die Zahl der Zeichen
in einem Dokument ohne Leerzeichen an (aus diesen zwei Gründen befürworte ich
persönlich dieses Paket); OpenOffice braucht weniger Platz auf der Festplatte des
Computers (und die etwaige Zahl der Zeichen in einem Dokument ohne Leerzeichen lässt sich übrigens schnell berechnen: etwa die Zahl der Zeichen minus die
Zahl der Wörter, wobei die Ungenauigkeit zu vernachlässigen ist). Im Allgemeinen
lässt sich sagen, dass LibreOffice von den beiden Paketen das avanciertere ist. – Die
meisten solchen Programme sind kommerzielle Produkte und müssen gekauft werden. (Mellel für Apple, im Internet erhältlich, kostet etwa 20€, lebenslänglich ohne
weitere Kosten für spätere Updates; Nisus Writer Express für Apple, ebenfalls im
Internet erhältlich, kostet $26 für Studenten; Microsoft Office, das Microsoft Word
enthält, kostet etwa 250€; eine Sonderversion für Studenten ist für etwa 100€ erhältlich, bleibt aber noch immer sehr teuer für ein Stück Software, das nicht besser
ist als das gratis erhältliche und stabilere LibreOffice oder OpenOffice17 . Auch für
andere Software gilt oft, dass unter Vorlage eines Studentenausweises man einen
erheblichen Rabatt bekommt).
Vermeiden Sie die Microsoft-Textformate doc und docx. Egal, welches Programm
Sie verwenden: meine sehr seriöse Bitte ist, dass Sie Ihre Texte nicht in den (lei17
Siehe die Vergleichstabelle
https://wiki.documentfoundation.org/Feature_Comparison:_
LibreOffice_-_Microsoft_Office. Für Studierende und Akademiker bietet LibreOffice
m.E. mehr als MS Office, dafür aber weniger belastenden Schnickschnack. S. auch
http://news.softpedia.com/news/LibreOffice-4-1-Vs-Microsoft-Office-2013-CompleteComparison-LibreOffice-Is-Winning-407915.shtml
Hinweise für Computerverwendung (Stand: 28.10.2014), S. 9 von 11
der) sehr verbreiteten Microsoft-Word-Formaten doc und docx speichern und anderen (z.B. mir) geben. Durch aggressives Marketing hat die Firma Microsoft ihre
Word-Formate erfolgreich popularisiert, obwohl sie in der Praxis sich als technisch
minderwertig erwiesen haben. (NB: Plural! Es sind mehrere Varianten eines Formates, die nicht in allen Hinsichten miteinander kompatibel sind. Hier liegt schon
ein großes Problem.) Alle paar Jahre erscheint wieder mal eine neue Version des
doc- oder docx-Formates, was dazu führt, dass unzählige gutgläubige Computerverwender die neue Version der teueren Software kaufen (und darum geht es der
Firma natürlich). Die neueren Versionen des Formates sind nicht völlig lesbar mit
älteren Versionen der Software; auch hat sich herausgestellt, dass die Windows-PCVersionen nicht in allen Hinsichten kompatibel sind mit den Apple-Mac-Versionen
von dieser selben Firma! Generell gilt: Wenn Sie ein Format verwenden, das von
einer Firma bestimmt wird, dann könnten Sie sich durch den Lock-in-Effekt18 von
jener Firma abhängig machen. Sie wollen ja auch in einigen Jahren Ihre Texte usw.
lesen, auch wenn die Firma, deren Software Sie benutzt haben, vielleicht pleite gegangen ist, oder wenn vielleicht die damals benutzte Software nicht mehr auf ihrem
neuen Computer läuft.
Alternativen: Verwenden Sie bitte ein so genanntes offenes Format, dessen Gestalt nicht von einer einzigen kommerziellen Firma bestimmt wird. Sehr gut ist das
OpenDocument-Format (odt), das durch das gratis erhältliche und verwendbare LibreOffice / OpenOffice / NeoOffice verbreitet wurde (und mittlerweile auch, mit Widerwillen, von Microsoft Word unterstützt wird). Dieses Format wird u.a. vom deutschen Auswärtigen Amt, vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, von den Städten München, Wien, Freiburg u.a. verwendet, ist der verbindliche
Standard für Regierungsorganisationen in den Niederlanden, Norwegen, Schweden,
Brasilien, Südafrika und anderen Ländern, usw.19
Die Wichtigkeit von so genannter ,freier Software‘ (und vor allem: von freien,
d.h. nicht von irgendwelchen Firmen oder sontigen Organisationen beherrschten,
Dateiformaten) wird in einem Artikel der Free Software Foundation Europe kurz
dargestellt: In unserer Zeit ist es so, dass wenn wir die Software nicht beherrschen,
die Software uns beherrschen wird (d.h. die Hersteller und solche Menschen, mit
denen die Hersteller sich verbundet haben)20 .
Fast universell ist das Rich Text Format (rtf), das von jedem ernst zu nehmenden modernen Textverarbeitungsprogramm gelesen und gespeichert werden kann;
allerdings muss man schon hier aufpassen, dass die Einheitlich von RTF nicht gegeben ist, wenn man sehr alte Software verwendet. (Alle oben namentlich genannte
Textverarbeitungsprogramme scheinen aber keine Probleme mit dem heutigen RTF
zu haben.) Eine andere sicherere Alternative ist das Portable Data Format (pdf),
in dem mit vielen Programmen (z.B. LibreOffice und OpenOffice, und auf Linuxund Apple-Systemen mit allen Programmen) ein Text gespeichert (allerdings nicht
18
19
20
https://de.wikipedia.org/wiki/Lock-in-Effekt
Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/OpenDocument#Einsatz_des_OpenDocument-Formats_bei_
.C3.B6ffentlichen_Stellen (Stand: 10.8.2014)
https://blogs.fsfe.org/flx/2014/05/07/the-importance-of-free-software/
Hinweise für Computerverwendung (Stand: 28.10.2014), S. 10 von 11
weiter bearbeitet) werden kann. Der Nachteil von PDF ist, dass es nicht möglich
ist, maschinell die Zeichen- oder Wortzahl zeigen zu lassen, wie das in den besseren Textverarbeitungsprogrammen möglich ist. Deshalb kann und darf Ihr Dozent
von Ihnen verlangen (und ich tue das immer), dass Sie Hausarbeiten nicht als PDF,
sondern (auch) als Textverarbeitungsdatei abgeben. Schicken Sie mir bitte deshalb
Seminararbeiten usw. in odt- oder rtf-Format (eventuell zusätzlich in pdf-Format,
wenn Sie befürchten, das gewisse Textelemente, wie Tabellen oder Überschriften
bei Bildern, nicht richtig ankommen könnten).
Es gibt keinen Grund, die doc- und docx-Formate zu verwenden. Tun Sie dies
dennoch, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass beim Öffnen einer Textdatei
auf einem anderen Computer Störungen und Verzerrungen auftreten.
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