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Hydraulische Pulser - Lohrentz GmbH

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ANTRIEBE
HANS-JÜRGENLOHRENTZ
Das Produkthaftungsgesetz,die EGMaschinenrichtlinie [ 1] und weitere berufsgenossenschaftlichesowie europäische Vorschriften fordern vom Hersteller, neben der
sicheren funktionellen Auslegung,
die Dauerhaltbarkeit eines Produktes, damit niemand getötet, körperlich oder gesundheitlich verletzt
oder eine Sachebeschädigtwird.
Hydraulische Komponenten,oft mit
hohen Drücken großflächig beaufschlagt und den daraus resultierenden großen Kräften, stellen eine
nicht zu unterschätzendeGefahrenquelle dar. Nebender funktionellen
und konstruktiven Gestaltung ist
die Werkstoffauswahl und die Erprobung der geeignetenWerkstoffe
eine Tätigkeit, die unzählige Ingenieure und Techniker beschäftigt.
Aus der vom Gesetzgeberfestgelegten Produkthaftung resultiert, dass
in Zukunft immer mehr Untersuchungen die der Sicherheit dienen
durchgeführt werdenmüssen.
Ein unentbehrliches Hilfsmittel
dafür ist der hydraulische Pulser,
der mit ent'>prechendenDrücken
die innere Belastung von Komponenten simulieren kann.
Die durch Hydropulser mit nachgeschalteten Hydraulikzylindern zu
simulierendenBelastungen,wie z..B.
bei der Karosserieerprobung,sind
nicht Bestandteil des nachfolgenden
Beitrages.
Dipl.-I-ng. (FH) H...J. Lohrentz ist Geschäftsführer
der Lohrentz GmbH, Hydraulik + Elektrik, Priifstandsentwicklu-ng, D-63667 Nidda.
396
O+P.Olhydraulik
undPnewnatik.43(1999)Nr.5
Einleitend sei hier erwälmt, dassin unseren
täglichen, technisch orientierten Lebensund Fertigungsabläufen Bewegungen das
WIrken von Kräften erfordern. rn der Fluidtechnik (pneumatik/Hydraulik) dient das
unter Druck gesetzte Medium (Gas oder
Flüssigkeit) zum Aufuau und Verändern
bzw. zum Übertragen dieser Kräfte. Dabei
kann es sich um Über- oder/und Unterdrücke handeln.
Die Komponenten müssen den Druckbeanspruchungenstandhalten.
Es soll hier auf dynamische Vorgänge
eingegangenwerden, die besonders beim
Innendruck-Pulsenauftreten, da bestinunte
Störeffekte in hydraulischen Systemenvom
Anwender gelegentlich nicht gedeutet werden könnenDer folgende Beitrag gliedert sich in zwei
Schwerpunkte:
,1. Druckwechsel in Druckerzeugern'
Komponenten und Systemen,
2. Ausführungsbeispieleines Pulsers.Anmerkungen zur Optimierung von hydraulischen Komponenten mit Pulsem.
Zu I. Wo und wie entstehen Druckänderungen
in Hydrauliksystemen, die Werksroffwechselbeanspruchungen der Bauteile bewirken?
In Druckerzengem
In der Regel werden in üblichen Hydrauliksystemen Volumenströme mit hydrostatisch arbeitenden Pumpen erzeugt. Verdrängerelemente (Kolben, Zalm, Flügel,
Schraube) erzeugeneinen mehr oder weniger ~eichfömrigen
Volumenstrom, der
zu dynamischen Druckpulsationen des
Förderdruckes der Pumpe führt.
Die Güte einer Hydraulikpumpe hängt
neben anderen Faktoren (z. B. der Lebensdauer) vom Pulsationsgrad ihres Förderstromes ab. Die Förderstrompulsation einer
Pumpe beeinflusst die Laufruhe des Sys-
tems entscheidend. Es können z.B. Rohrleitungen durch Förderstrompulsationenzu
hochfrequenten Schwingungen mit erhe~
lichen Amplituden angeregt werden.
Kolbenzahl, Zähnezahl, Flügelzahl und
konstruktive Besonderheitenwie die Überdeckungen von Steuerkanälen,haben entscheidenden Einfluss auf das Geräuschniveau der Pwnpe.
rn der Pwnpe selbst treten beim Wechsel
des Verdrängerraumes von der Saug- zur
Druckseite sehr steile Druckflanken aufSteil bedeutet hier, dass der Druckanstieg
zwischen Saug- und Förderseite, abhängig
von konstruktiven Parametern, fertigungstechnischen Toleranzen sowie Betriebsdrehzahlen und der Saugraumfüllung von
VakUum bis zum Förderdruck in einigen
Millisekunden oder Bruchteilen davon erfolgen kann. Der Druckanstieg kann auch
im Verdrängerraumnoch von einer eventuellen Anstie~ckspitze
überlagert werden und den Systemdruck übersteigen. Im
Zuge der Pwnpengeräuschminderungwird
zwar konstruktiv versucht, durch Vorsteuerkerben, Vorfüllbohrungen, Vorkompression, Überdeckungslängen u. a.
den Druckverlauf im VerdrängerraummÖglichst gedämpft ansteigen zu lassen. Bezogen auf die Zeit, während der Verdrängerraum mit dem Systemdruck in Verbindung steht, hat der Druck jedoch einen
nahezu rechteckförmigen Verlauf. Während
dieser Zeit ist also auch der Werkstoff der
mit Druck beaufschlagten Pwnpenelemente, zeitlich einer nahezu rechteckförmigen mechanischen Beanspruchung ausgesetzt. Der Werkstoff muss entsprechend
dieser Wechselbeanspruchung dauerfest
sein.
In Systemen
In einem hydraulischen System befinden
sich im allgemeinen neben der erwälmten
ANTRIEBE
Hydraulikpumpe auch Regelgeräte,Steuergeräte, Speicher, Drosselwiderstände usw.
Die Bewegungsänderung,wie in der Einleitung erwähnt, erfordert eine Kraft- bzw.
Druckänderung z. B. im Zylinder oder
Hydromotor. Steuerventile, manuell oder
elektrisch schaltbar, leiten den Olstrom zu
den jeweiligen Verbrauchern. Die Folge
sind Druckänderungen im System zur
Überwindung der Reibungs- und Massenkräfte und eine Geschwindigkei~derung
der Systemkomponentenwie Hydroflüssigkeiten, Maschinenteile (1ische, Anne, Greifer, Kolbenstangen,Baggerschaufeln),oder
z. B. hydrostatisch angetriebeneFahrzeuge.
Durch das Schalten eines Steuerventils
wird der Förderdruck der Pumpe oder der
Systemdruck aus einem Speicher dem Verbrauchergerät zugeführt.
Die Druckänderung sollte im Hydrauliksystem immer nur so schnell vor sich gehen, wie es die Aufgabenstellung erfordert.
Das heißt, der Druckaufbau und der Druckabfall sollten möglichst gedämpft erfolgen.
Zu schnelle Druckwechsel haben Geräusche und Materialermüdungen zur Folge.
Diese Forderung lässt sich bei der
Hydraulikanlagensteuerung oft
durch
konstruktive Maßnahmen (z. B. Steuerkerben oder Dämpfungsräume) oder besondereKomponenten realisieren.
Es muss jedoch gesagt werden, dass in
vielen Anlagen beim Zu- und Abschalten eines Steuergerätes der Druck sehr schnell
auf- und wieder abgebautwird. Es entsteht
derlast rechteckformige Druckverlauf, der
ab einer gewissen Geschwindigkeit durch
die sogenannteDruckaufbauspitze (Bild 2)
gekennzeichnet ist. Diese Druckspitze tritt
in der Regel auch bei handbetätigten Ventilen, abhängig vom Hydrauliksystem auf.
Das heißt, schon das manuelle Schalten eines Steuerventiles,z. B. im Bagger,für eine
Zylinder- oder Motorenbetätigung kann zur
Ausbildung einer Druckspitze führen und
alle davon beeinflussten Materialien beanspruchen.
Abhängig vom Hydrauliksystem können
die Druckspitzen besonders im niederen
Druckbereich ein Vielfaches des Systemdruckes betragen. Werkstoffzerstörungen
können die Folge sein.
Der Impulsdruckverlauf kann nur
elektronisch überwacht werden. Dies geschieht in der Regel mit einem entsprechenden Drucksensor und einem Oszillograph. Der Drucksensor sollte grundsätzlich an der Stelle platziert werden, von der
man eine Aussage über die Druckverhältnisse wünscht. Dies gilt besonders bei der
Dauerfestigkeitserprobungmit einem hochdynamisch arbeitenden Pulser. Diese
Forderung mag bei statischen und quasistatischen Druckänderungen nicht wesentlich erscheinen.Bei hochfrequenten Druck änderungenist sie aber unbedingte Voraussetz\mgfür eine präzise Aussage.
Stellvertretend für andere Systeme stellen Sie sich ein Hydrauliksystem vor
(Bild I), das aus einem Speicher (der von
einer Pumpe auf Druckpl gefüllt wird), einem Wegeventil und einer am Ende verschlossenenRohrleitung bestimmter Länge
besteht. Am Ende oder auch an A kann ein
---,
t2°1
1001
BOI
~ 60
Q
40
1
2°1
-\1
10--1
2: Ungedämpfter
hydraulis(her
Des Weiteren hängt der zeitliche Druck~
verlauf an der jeweiligen Stelle eines Systems davon ab, wie weit diese Stelle vom
Steuerquerschnitt entfernt ist. Das heißt
der zeitliche Druck ist von der Druckfortpflanzungsgeschwindigkeit im System abhängig. Der Sensor muss also an der Stelle
platziert werden, an der zur Zeit t der
Druckwert erfasst werden soll.
Der Messbereichdes Drucksensorsmuss
den dynamischen Vorgängen angepasst
sein. Die Auswahl des Drucksensors nur
entsprechend der Druckhöhe p 1 in Bild 1
genügt nicht.
Dru(kimpuls
Prüfling montiert werden. In diesem Fall
haben wir, vereinfacht dargestellt, einen
hydraulischen PuIser.
Im Ruhezustand des Systems messen wir
an Messstelle I den Speicherdrncl< pI. Die
Messstellen ? und 3 sind mit dem Rücklauf
verbunden;- $0 dass sich dort ein Druck von
Obar einstellt.
Die Phase des DruckaUfbaues
Nach dem Betätigen des Ventiles schließt R
und es wird der Durchgang von P nach A
geöffnet. Dadurch erhöht sich der Druck an
Messstelle 2 und 3 nach einer bestiImnten
Zeit bis auf den Systemdruckpl.
Schaltet das Ventil schnell mit großer
Querschnittsänderung pro Zeitefuheit, so
pflanzt sich der Druck im Rohr theoretisch mit Schallgeschwindigkeit fort. Daraus resultiert bereits, dass der Druck zu
einem gegebenenZeitpunkt in dieser Phase des Druckaufbaues nicht an allen Stellen des Systems die gleiche Höhe aufweist. Das hier betrachtete System verhält
sich in der Praxis nicht starr, sondern
elastisch.
Die Elastizität hat zur Folge, dass sich
die Flüssigkeit durch den Druck zusammendrückt und das Rohr aufgeweitet
wird. Dadurch muss ein bestiImntes Volumen 01 in das Rohr gefördert werden. Es
müssen folglich beim Druckaufbau alle vom
Rohrende entfernten Flüssigkeitsmoleküle
mehr oder weniger weit in Richtung Rohrende bewegt werden.
Dies hat wiederum zur Folge, dass sich
aufgrund der Massenkräfte Druckschwingungen mit einer deutlichen Druckaufbauspitze ergeben. Diese Druckspitze kann in
niederen Druckbereichen das Mehrlache
des Systemdruckes betragen. Die Geräusche des Druckanstiegs sind physikalisch
bedingt erheblich.
Der Druckverlauf in einem hydraulischen
System hängt also neben dem Ausgangsdruck und der VISkosität vom zeitlichen
Offnungsverlauf der Steuerquerschnitte sowie von dem System selbst ab. Ist das System klein und starr (geringes Kompressionsvolumenund unelastisch), so wird der
Enddruck früher erreicht. Ist das System
groß und elastisch (großes Kompressionsvolumen und dehnbare Komponenten wie
Speicher, dÜIUlwandige Gehäuse, Lufteinschlüsse usw.), so wird der Enddruck später erreicht.
Die Phase des Druckabbanes
Schaltet das Ventil wieder in die AusgangsJage,so verbindet sich der Anschluss A mit
R. Auch hier bestiltunt neben anderen
Faktoren (VISkosität,Gegendruck) die zeitfiche Veränderung der Querschnitte innerhalb des Steuerventils den Druckabfallverlauf. Aufgnmd der Systemelastizität wer.
den alle Flüssigkeitsmoleküle mehr oder
weniger weit in Richtung Rücklauf beschleunigUverschoben. Bei
schnellem
Druckabfall hat dies zur Folge, dassvorwiegend am Rohrende, Messstelle3, ein Unterdruck entsteht. Der Unterdruck ist umso
ausgeprägter,je schneller der Druckabfall
stattfindet.
Hydraulik öl enthält gelöste Luft. Diese
Luft scheidet sich abhängig von weiteren
Faktoren bereits bei Unterdrücken von ca.
--0,6 bar aus dem 01 aus und verbleibt als
freie Luft in der Flüssigkeit. In unserem
Fall scheidet sie sich am Rohrende aus und
verbleibt dort [2).
Ergänzend sei hier erklärt, dass sichLuft
aus 01 in kavitierenden Systemenin Bruchteilen von Millisekunden ausscheidenkann.
Die Wiederaufnahme dieser Luft vom 01
kann dagegen Stunden dauern. Das hängt
damit zusammen, dass ein Vakuumhohlraum eine wesentlich größere Oberfläche
einnimmt, als eine unter Druck stehende
Luftblase. WIr haben also Luft mit ÖlpartikeIn in einem vorher entlüfteten Hydrauliksystem [4).
Vorgänge bei weiteren Arbeitszyklen
Unter BerücksichtigU11gder Aussagen bei
den Phasen des Druckaufbaues und des
Druckabbaues, haben wir nach einem zu
schnellen Druckabbau freie Luft im System.
Damit ist das System noch elastischer
geworden. Dies hat zur Folge, dass bei einem erneuten Druckaufbau die 01säuleeine noch höhere Geschwindigkeit in Richtung verschlossenesRohrende erlangt und
am Ende abgebremst wird. Dadurch
kommt es zu einer weiteren Erhöhung der
Druckaufbauspitze. Da die Luft Sauerstoff
und 01partikel enthält, wird diese Druckspitze von einem Verbrennungsdruck mit
hohen Temperaturen überlagert, da bei der
Luftblasenkompression ein Dieseleffekt
auftritt (3/4]. Weitere Luftausscheidungen
in einem Hydrauliksystem finden generell
überall dort statt, wo das 01 einem bestinunten Unterdruck ausgesetztwird und
nicht vorgespannt ist. In fast jedem
ANTRIEBE
Hydrauliksystem gibt es dafür diverse Möglichkeiten. Es seien hier genalUlt, die
Kavitation in oder nach Querschnittsverengungen
(Druckbegrenzungsventile,
generell Drosselstellen), oder in Saugleitungen, KrüIlmlem usw. Ein noch so gut
entlüftetes System enthält bei bestimmten
Arbeitsabläufen immer wieder freie Luft im
01, es sei denn, das System ist vorgespaIUlt. Diese Luft sammelt sich häufig an
Leitungsstellen, die nach oben zeigen und
nicht genügend durchströmt werden. Diese Erkenntnis sollte auch beim Positionieren von Drucksensoren berücksichtigt
werden. Die Herstellerangabe nEinbaulage
beliebig" ist in diesem Fall keine gute
Empfehlung.
Unter Berücksichtigung der vorstehenden Ausführungen muss also gesagt
werden, dass in hydraulischen Systemenin
der Regel eine Werkstoffl>eanspruchung
stattfindet, die einem rechteckförmigen
Druck/Kraftverlauf, eventuell sogar noch
mit einer Druckaufbauspitze,folgt.
In der Praxis kam es vor, dassein eventueller Kunde unbedingt mit einem sinusförmigen Druckverlauf pulsieren wollte.
Nach dem Hinweis, dass der tatsächliche
Druckverlauf praktisch aber doch mit einem schnellen Druckanstieg verbunden sei,
kam die Antwort: "DaIUl wird ja mein Teil
schneller zerstört". So kalUl man es natürlich auch sehen.
Um die Dauerfunktion bzw. die Dauerfestigkeit der Komponente(n) zu erproben,
ist es also unerlässlich, die Belastung der
tatsächliChen Praxis entsprechend anzuwenden.
Zu 2. Anmerkungen zur Optimierung von Hydranlik-KomPOnenten mittels Verwendung von
Pulsatoren [ 5 ]
Den an der Entwicklung von Komponenten
beteiligten hJgenieuren sollten Hilfsmittel
für die Simulierung von reproduzierbaren
Druckpulsationen zur Ve~
stehen.
Hier bieten sich Pulsatoren an, die es ermöglichen, die vorstehend beschriebenen
Druckverläufe in Fonn einer Rechteckpulsation (Bild 3) gezielt zu erzeugen.
hn Prinzip kann auch der in Bild 1 dargestellte Systemaufbau als Pulser eingesetzt
werden. Allerdings fehlen in dieser schematischen Darstellung einige Geräte, die weitere Einstellungen ennöglichen.
Stellvertretend für andere Ausführungsbeispiele von Pulsem zeigt Bild 4 einen
Pulser für Pulsierarbeiten mit vorwiegend
kleinen Volumen.
Anzeigeinstrumente
für Drücke, Frequenzen, Pulszeiten und Temperaturen des
Druckversorgers, ennöglichen die Einstellung der Werte. Für Dauererprobungen
steht ein Vorwahlzähler mit Grenzwertschalter zur Ve~,
der die Anlage nach
Einstellung einer gewünschten Puls-Lastwechselzahl automatisch abschaltet.
Da es sich um eine Prüfmaschine handelt, die auch im Dreischichtbetrieb eingesetzt werden kann, ist der Pulser mit einer
Olstands- und Temperaturüberwachung
ausgerüstet.
Die Flankensteilheit
des Druckaufuaues,
mit oder ohne Spitze, bzw. des Abfalls kann
3: Druckverlaufskurve
ohne
Druckspitze
4: Ho(hfrequenzpulser
bis 280 bar
in erforderlichen Grenzen verändert werden. Somit karu1 die vom Pulser erzeugte
Pulsform, Druckhöhe Wld Frequenz optimal für die Entwicklung Wld Dauererprobung von Geräten verwendet werden. Aufgrund der gespeicherten Energien, die
beim Pulsen in den Prüfling geleitet werden
Wld im Berstfal1e freigesetzt werQen können, muss der Pulsdruckpri.ifstan<f..tI\itentsprechenden Sicherheitseinrichtungen versehenwerden.
Dazu gehört in erster Linie eine gut
dimensioruerte Berstkan:uneroder Schutzhaube. INV-Vorschriften sind bei der
Sicherheitseinrichtung zu beachten.
Neben den Parametern Druck Wld Pulsform kommt es in der Praxis auch darauf an
das Ergebnis in möglichst kurzer Zeit zu erhalten. Dies bedeutet, dass mit möglichst
hoher Frequenz gepulst wird. Dieser Meinung stehen Ergebnisse aus England [6]
entgegenbei denen festgestellt wurde, dass
beim Pulsen mit höheren Frequenzen die
Bauteile eine höhere Lastwechselzahlaushalten als bei ruederen Frequenzen. Einschränkend wird im Bericht ausgeführt,
dass bei Pulsbelastungen mit höheren
Werkstoffspannungen der FrequenzWlterschied nicht mehr auftritt. Dies deckt sich
auch mit Eigenversuchen,bei denen im Bestreben, möglichst zeit- Wld energiesparend eine Aussage zu erhalten, die Spannungsamplitude werkstoffabhängig zwi-
schen ca. 18 bis 50% der werkstoftbruchgrenze gewählt wurde.
In einem Folgebeitrag werden wir darüber berichtenBei den Eigenversuchen haben, neben
anderen, besonders Drucksensorender Fa.
Trafag AG, CH-8708 MäIUledorf, vernlittelt
durch die Fa. Motoco, Stuttgart, gute
Dienste geleistet.
Aufgrund der im ersten Teil unter Druckaufbau und Druckabbau beschriebenen
dynamischen Vorgängesind der Pulsationsfrequenz, abhängig vom zu pulsierenden
System, Grenzen gesetzt. Systeme mit geringen Volumenaufnahmenund kleinen Abmessungen können wegen der geringeren
Eigenschwingungsgefahrhöherfrequent gepulst werden als solche mit großen Leitungslängen und großen Volumenaufnahmen. ErfahrurIgsgemäß werden bei kompakten Geräten mit Pulsationsfrequenzen
bis 18 Hz saubere Kurvenverläufe erzielt.
Bei großen Voluminasder zu pulsenden Geräte kann auch mit Füllkörpern gearbeitet
werden. Sensoren mit sehr kleinen Volumenaufnahmen dürfen auch mit wesentlich
höheren Frequenzen gepulst werden.
Beim Pulsieren müssen bestimmte Regeln eingehalten werden. Es muss z. B. darauf geachtet werden, dass Lufteinschlüsse
nicht zur Verfälschung des Druckverlaufes
führen oder eine Überhitzung des prüflings
bewirken. Die Temperatur des prüflingS ist
nicht von der Öltemperatur des Versorgungsaggregatesabhängig sondern von der
Pulsationsfrequenzund der Einbaulage.
Es darf sich im Prüfling keine Luftblase
bilden, da sonst Kompressionswänne entsteht, die zur Zerstörung des Prüflings
führen kann.
Mit Spül- undloder Temperiereinrichtungen können diese Probleme bei der
metallischen Materialentwicklung beherrscht werden. Bei Werkstoffen, die eine
starke iIlllere Reibung bei Belastungsänderungen erzeugen (z. B. Gwmni), müssen
andere Maßnalunen ergriffen werdenMit dem hier vorgestellten Pulsverfahren
lassen sich als Eckwerte, bei vollem öffnungsquerschnitt, die vorstehend genannren Frequenzen, und eingeschränkt Drücke
bis 2000 bar realisieren. Die Druckverlaufskurve kann der D1N 20024 angepasstwerden.
Durch die spezielle mechanische Steuerung werden insbesondere hohe Drücke
und hohe Frequenzen bei praxisgerechter
Druckkurveneinstellung möglich. Da die
Elemente des Pulsers völlig druckausgeglichen arbeiten, besitzt diese Pulserart eine
sehr hohe Lebensdauer.Die Öffnungsquerschnitte bleiben in demBereich von 0 Hz
bis zur Maximalfrequenz unverändert. Damit ist auch bei hohen Frequenzen eine
gute Füllung der PIiiflinge gewährleistet.
Die hydraulischeLeistung,die beim Pulsen
von Hohlkörpern wie z. B. Ventilgehäusen,
Rohren und kompletten hydraulischen
Systemen aufgebracht werden muss, ergibt
sich aus der Volumenaufnahme des Prüflingssystems, dem Druck und der Pulsationsfrequenz. Nimmt ein Gerät/System
von 0 bar bis z. B. 300 bar ein Volumen von
40 mL auf und soll mit 15 Hz gepulst wer-
ANTRIEBE
den, so ist theoretisch ein PUInpenvolumenstrom von 36 Umin erforderlich; Da die
Pulser- und Steuerventilleckage, viskositäts- und druckabhängig ca. 0,5 bis 2,5
Umin betragen kann, muss diese noch
hinzugerechnet werden. Bei 300 bar ergibt
sich also theoretisch eine Antriebsleistung
von ca. 18,7 kW. Die Druckversorgung kann
in diesem Fall mit einem 22-kW-Norm-EMotor ausgerüstetwerden. Soll der Prüfling
gespült werden, um Wänne abzuführen, so
muss dieser Volumenstrom noch hinzu addiert werden. Um energiesparendpulsieren
zu können, kommen für die Speisung des
Pulsers gut dimensionierte, dauerfeste
Regelpumpenoder, abhängigvom erforderlichen Volumenstrom, stufenweise zuschaltbare Konstantpumpen zum Einsatz.
Bei kleinen Volumen können auch pneumatisch angetriebene, in einen Speicher förderode PUInpeneingesetzt werden. Grundsätzlich muss der Volumenstrom nur so
groß sein wie er sich aus der Volumenaufnalune pro Puls x Anzahl der Pulse pro Minute ergibt. Somit ist es möglich, die Verlustleistung klein zu halten.
Je niederfrequenter gepulst wird, umso
sauberer kann der Druckverlauf eingehalten werden.
Für ein wirtschaftliches Pulsen ist es
außerdem wichtig, dass der Druckimpuls
möglichst einfach erzeugt wird. Er sollte
von Komponenten erzeugt werden, die
möglichst keinem oder nur einem minimalen Verschleißunterliegen und es sollten
ZWischendem Pulserzeugerund dem Prüffing keine Komponenten angeordnet werden, die einem Verschleiß unterliegen oder
selbst nicht dauerfest sind.
Über praktische Pulsierergebnisse wird
in einem Folgebeitragberichtet.
L1;teraturhin~e:
f1] D7: Dieter Eckstei17, Hamld Kmmer: EG-Maschinenrichtlinie Gerätesich8rongsgesetz, VDMA, 2.
Auflage 1993
f2]Lohrentz: Pulsati(mßn, Problem derDnKkmessung inder Fluidtechnik, Se?l..;Orreport,Hl!ft 1, Februar1991
f3] Lohrentz: Die Entwicklung
extrem Iwher
Tempemturen in Hydmuliksystemsn und die Einflüsse dieser Thmpemturen auf die Bauteile und ihreFunktionßn. MinsmlöltechnikN1: W1SNov. 1968
f4] Lohrentz: Mikrodieseleffekt alsFolge der Kavitation in18,
HydmuliksysterMn.
()lhydm1J/ik und Pr/ßumatik
1974, Nt: 3. ,
fS] Firmenprospekt, ~
Fa. Lohrentz
GmbH; Hydmulik + Elektrik, 63667Nidda--Haro.
f6] A Crook, Principal Enginem; Bericht Nt: 36, ?:
l11Jen1ationalesFluidtechnik-Symposium, "Der Einfluss der Zyklische1l ThstjreqvsnZ auf die Leben.sdauervon Hydmulische1l Bauteileri".
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