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487050 Euro fallen wie das Glück vom Himmel - Andreas Gärtner

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Mindener Tageblatt
LOKALES
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Nummer 285 · Freitag, 8. Dezember 2006
487050 Euro fallen wie das Glück vom Himmel
Andreas Gärtner-Stiftung gibt Jahresausschüttung für 2006 bekannt / 91 Familien und Organisationen werden unterstützt
Haus in Barkhausen gestellt
und ausrangierte Kleidung verkauft. Gärtner: „Dabei sind
17 760 Euro rumgekommen.“
Geld, das nicht nur Organisationen, die sich für Behinderte
einsetzen zugute kommt, sondern auch Familien mit behinderten Kindern.
Der allergrößte Anteil der Familien bitte um einen Zuschuss
für ein behindertengerechtes
Auto. Allerdings kämen auch
viele Anfragen für einen ReiseZuschuss zu einem bekannten
Arzt in der Ukraine und für eine
Delphin-Therapie in Florida.
„Eltern behinderter Kinder
klammern sich an jeden Strohhalm“, erklärt Gärtner die Motivation einen Arzt in der Ukraine aufzusuchen oder eine Reise
nach Amerika durchzuführen,
aus eigener Erfahrung.
Von Christine Schlüter
Minden/Porta Westfalica
(mt). Man nehme vier große
Ordner voller Briefe (etwa
600), investiere siebeneinhalb Stunden „Schwerstarbeit“ und heraus kommen
487 050 Euro, die für 91 Familien und Organisationen
wie das pure Glück vom
Himmel fallen. Klingt wie im
Märchen, ist aber AndreasGärtner-Stiftung-Realität
und beziffert die Spenden,
die die Stiftung in diesem
Jahr ausschüttet.
„Das ist die höchste Summe,
die wir je gespendet haben“,
sagt Hermann Gärtner, Gründer der Stiftung „Hilfe für Menschen mit geistiger Behinderung“ und Mitinhaber von
„Porta Möbel“.
Seit 1993 bemüht sich die
Andreas Gärtner-Stiftung (benannt nach dem behinderten
und verstorbenen Sohn Hermann Gärtners) um die Förderung und Integration von Menschen mit geistiger Behinderung. Sie hilft diesen Menschen
persönlich und bei Projekten,
die ihnen einen besseren Lebensraum ermöglichen und aus
keiner anderen Quelle zu finanzieren sind.
„Mit den Jahresausschüttungen nähern wir uns, würde man
noch in D-Mark rechnen, langsam der Millionen-Grenze“,
sagt Gärtner mit einem stolzen
Lächeln. Insgesammt hat die
Stiftung seit 1993 mehr als fünf
Millionen Euro gespendet.
Die Auswahl der Hilfsbedürftigen machen sich Hermann
Gärtner als Stiftungsvorstand
und sein Beirat Reiner Heekeren, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender der Bodel-
Verdienstorden hat
viele Schecks gebracht
Hermann Gärtner, (Andreas Gärtner-Stiftung), seine rechte Hand Simone Piske und Gerhardt Laubmeyer, Mitarbeiter bei Porta Möbel und so etwas wie die gute Seele der Stiftung, sind stolz auf
487 050 Euro an Spendengeldern.
MT-Foto: Christine Schlüter
schwinghschen Anstalten in
Bielefeld-Bethel,
Joachim
Hoeft, ehemaliges Mitglied der
Geschäftsleitung der Diakonischen Anstalt Wittekindshof in
Bad Oeynhausen und Pastor
Frank Stefan, Vorsitzender des
Vorstands Diakonisches Werk
Minden sowie Simone Piske als
rechte Hand Gärtners, nicht
leicht. „Man braucht einen feinen Blick um zu merken, wer
die Hilfe wirklich braucht“,
weiß der Porta-Möbel-Chef.
„Mein Beirat hat da ein besseres Gespür als ich“, verrät er.
„In diesem Jahr haben wir
siebeneinhalb Stunden über
den Anfragen gebrütet, um zu
überlegen, wer, was bekommt“,
erzählt Gärtner.
Dabei sei zum Beispiel ein
15-seitiger Brief einer Mutter
gewesen, den sie vom Krankenbett ihres behinderten Sohnes
geschrieben hat. „Aber es lohnt
sich. Am Ende bin ich immer
froh, dass ich helfen kann,“ ist
der „Schutzengel“, wie er von
manchen Menschen genannt
wird, nicht böse um die Zeit,
die er investiert.
Viele Aktionen
zugunsten der Stiftung
Um seine großzügigen Spenden machen zu können ist Hermann Gärtner, der einen großen Teil des Spenden-Geldes
aus eigener Tasche gibt, trotzdem auf Aktionen, bei denen
Geld fließt, angewiesen.
So wird zum Beispiel zugunsten der Stiftung eine CD mit
den schönsten Liedern zur Advents- und Weihnachtszeit, gesungen vom Mindener Kinderchor, verkauft. 6000 von 10 000
Cds sind bereits verkauft, „bringen wir alle Platten unter die
Leute, haben wir 70 000 Euro
eingenommen“, sagt Gärtner
und blickt mit einem hoffnungsfrohen Lächeln in die Zukunft
und erzählt von einer anderen
Aktion, die seine Frau organisiert hat.
Gemeinsam mit Freundinnen
hat sie sich in das Porta-Möbel-
Es geht der Stiftung aber auch
darum, Familien im ganz normalen Alltag zu helfen. „In
Horn-Bad Meinberg unterstützen wir zum Beispiel eine Frau,
die drei behinderte Kinder hat.
Da kann man nur helfen“, sagt
Gärtner mit voller Überzeugung. Oder einer Mindener
Frau wollte man das geleaste
Auto, mit dem sie ihren behinderten Sohn zur Schule bringt,
wegnehmen, da sie die Raten
nicht mehr zahlen konnte. „Da
haben wir sofort geholfen“, berichtet der Stiftungs-Gründer.
Im Oktober wurde Hermann
Gärtner der Verdienstorden der
Bundesrepublik Deutschland
verliehen. Ja, der Orden hätte
für viele Spenden-Anfragen gesorgt, „aber auch für viele
Schecks“, sagt Gärtner mit einem breiten Schmunzeln. Gut
so, denn die nächste Ausschüttung kommt bestimmt.
KURZ NOTIERT
◆ Der
Schiffsmodellbau-Club
Poseidon trifft sich am Sonntag,
10. Dezember um 11 Uhr zum
letzten Mal in diesem Jahr in
der Vereinsgaststätte „Treffpunkt“ in Minden zum Frühschoppen. Interessierte Schiffsmodellbauer sind als Gäste willkommen und können den Club
kennen lernen.
(mt/hn).
◆ Der Seniorenclub Minden-
Meißen lädt seine Mitglieder
am Montag, 11. Dezember, zur
Weihnachtsfeier ein. Es werden
die Zitherspieler, das Duo
Struckmeier und Deerberg, erwartet. Ebenso hat sich der Kindergarten Meißen angesagt. Beginn ist um 14 Uhr.
(mt/sk)
◆ Die Landsmannschaft Ost-
preußen feiert am Mittwoch,
13. Dezember, um 15 Uhr, in
der Altentagesstätte Johanniskirchhof Advent. Anmeldungen
werden ab sofort unter (05 71)
2 99 05 oder 5 19 59 angenommen.
(mt/cpt)
◆ Der Beirat für Menschen mit
Behinderungen tagt am Dienstag, 12. Dezember, um 15.30
Uhr. Die Sitzung findet statt im
Rathaus, Sitzungszimmer 1.36.
(mt/cs)
◆ Die Weihnachtsfeier des Se-
niorenklubs
Päpinghausen/
Cammer findet am kommenden
Dienstag, 12. Dezember, im
Dorfgemeinschaftshaus Cammer statt. Beginn ist um 14.30
Uhr
(mt/cpt)
◆ Die St. Jakobus Kirchenge-
meinde lädt am Sonntag, 10.
Dezember, 9.30 Uhr, zu einem
stillen Gottesdienst ins Wichernhaus (Dützen) ein. Es ist
gleichzeitig der Abschlussgottesdienst der Kurse „Stufen des
Lebens“, die unter dem Thema
„Alles hat seine Zeit“ standen.
Eingeladen sind Teilnehmende
der Kurse sowie Interessierte an
dem Thema. Nach dem Gottesdienst besteht die Gelegenheit
zu einem Gespräch.
(mt/sk)
ZEIT-LUPE
8. Dezember 1874
Minden-Lübbecker Kreisblatt, Nr. 120, Dienstag.
Landwirthschaftliches und
Gemeinnütziges.
Hebung des Molkereiwesens. Ueber die Bestrebungen auf diesem Gebiet finden
wir in der „Milchzeitung“
folgendes unbefangene Urtheil eines alten Praktikers
und Sachkenners, welches
wir der Beachtung unserer
Leser dringend empfehlen.
Derselbe schreibt bei der
Einsendung seines Beitrages
Hunred Keuler (l.) und Helmut Mai (r.) von der Mindener Tafel präsentieren gemeinsam mit Marktleiter Claus Wieckhorst (M.) Lebensmittel, die unter dem Motto „Eins plus“ als Spenden infrage kämen. Morgen wird die Mindener Tafel im E-Center die Aktion durchführen.
MT-Foto: Otto
Morgen hilft „Plus eins“ helfen
Spendenaktion der Mindener Tafel im E-Center an der Königstraße
Minden (hjA). Das Türchen,
hinter dem sich der „Supermarkt“ der Mindener Tafel
verbirgt, haben wir gestern
geöffnet. Heute geht es darum, diesen „Supermarkt“
weiter zu bestücken.
Ob Großbäckerei, Lebensmittelsupermarkt oder Discounter,
die Unterstützergemeinde ist inzwischen groß, die dem Verein
Mindener Tafel - St. Martin vor
allem überschüssige Frischwaren zukommen lässt. Insgesamt
22 Märkte und zwei Bäckereien
sorgen dafür, dass notleidende
Menschen gegen einen geringen
Obolus, den die Mindener Tafel
erhält, mit dem Nötigsten versorgt werden können. Doch
häufig fehlt es an dauerhaft
haltbaren Lebensmitteln wie
Konserven, Zucker, Reis, Nudeln, Kaffee oder Tee.
Mit der Aktion „Eins plus“
wollen die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
der Tafel am morgigen Samstag
ihr Angebot in diesem Bereich
aufstocken. Zwischen 8 und 20
Uhr bitten sie im E-Center an
der Königstaße die Kunden,
„plus eins“ einzukaufen. „Wir
würden uns freuen, wenn die
Kunden zusätzlich zu ihrem
Einkauf etwas aus der Liste, die
wir an unserem Infostand bereit
halten, einkauften und der Mindener Tafel spendeten“, beschreibt der zweite Vorsitzende, Helmut Mai, die Aktion, die
die Tafel erstmalig durchführt.
Gerne gäben auch die Vereinsmitglieder Auskunft darüber,
was alles benötigt werde, ergänzt Tafel-Mitglied Claus-Dieter Feilbach. Verlaufe die Aktion erfolgreich, denke man an
eine Fortsetzung. Denn bei
rund 400 Bedürftigen, die sich
an jedem Ausgabetag bei der
Tafel im kleinen „Supermarkt“
an der Simeonskirche melden,
würden gerade auch haltbare
Lebensmittel immer benötigt.
für den milchwirthschaftlichen Verein wie folgt:
„Seit 34 Jahren aus meiner Heimath Mecklenburg entfernt und längst
adoptirt, Sohn Schwedens geworden, ist das Interesse für mein Geburtsland Deutschland gleich rege
geblieben.
Lange habe ich mit Bedauern gesehen, daß der Molkereibetrieb, der wichtige Hebel
der Landwirthschaft, dort
nicht zeitgemäß sich hat entwickeln können. Der jetzt gegründete Verein findet ein
weites Feld seiner Wirksamkeit. Mögen meine deutschen
Berufsgenossen die Wichtigkeit dieses Unternehmens erkennen und fördern, so wird
der Erfolg sowohl dem Einzelnen als der sämmtlichen
Landwirthschaft goldene
Früchte bringen.“
mar
Lernen in Übungsfirmen für den Beruf
Kaufmännisches Training in Minden und Espelkamp als Einstieg
Minden (mt/mob). „Fast wie im
richtigen Leben“ geht es zu in
den Übungsfirmen „Mühlektro“
in Espelkamp und „ZAMCO“
in Minden. Der ZAM ist Träger
beider Ausbildungseinrichtungen, die den Einstieg in kaufmännische Berufe auf ganz
praktische Weise ermöglichen.
In den Büros dieser Firmen,
die im September in den früheren Geschäftsräumen der K.
Schroeder KG in Minden und
im GAZ Espelkamp eröffnet
wurden, wickeln Jugendliche
vollständige Warenwirtschaftskreisläufe ab, wie sie in jedem
Unternehmen täglich anfallen.
Von der Personalabteilung
bis zum Marketing - jede einzelne Übungsfirma ist das perfekte
Abbild eines Unternehmens
und seiner kaufmännischen Abteilungen. Möglich macht das
der „Deutsche Übungsfirmenring“, die Dachorganisation von
mehr als 500 Übungsfirmen.
Im Markt der Übungsfirmen
sind alle Branchen vertreten:
Speditionen, Modehäuser und
Baumärkte zählen genauso
dazu wie Computerhersteller,
Chemieunternehmen oder Autohändler. Knotenpunkt des
Übungsfirmenrings ist die Zentralstelle Essen. Dort befinden
sich die Bank, das Finanz- und
Zollamt genauso wie die Krankenkassen
der
virtuellen
Übungsfirmen-Welt. Alle Geschäftsprozesse werden - ganz
im Sinne des E-Business - über
moderne Software abgewickelt.
Die Übungsfirmen im Mühlenkreis werden geleitet von
Dipl.-Betriebswirt Ulf Sowa (in
Minden) und Dipl.-Betriebswirt
Joachim Bensch. Unterstützt
von sechs weiteren Anleitern
werden ins-gesamt 70 Jugendliche in differenzierte Geschäftsvorfälle eingewiesen und zur
selbstständigen
Sachbearbeitung hingeführt.
Gleichzeitig werden entsprechend den Ausbildungsplänen
für das erste Lehrjahr sowohl in
der Übungsfirma als auch im
Berufskolleg die Inhalte für die
Ausbildungsberufe Bürokaufmann, Kaufmann für Bürokommunikation, Kaufmann im
Groß- und Außenhandel und
Kaufmann für Marketing und
Kommunikation vermittelt. Gefördert wird das Angebot durch
die Pro Arbeit sowie aus Mitteln
des Europäischen Sozialfonds
und des Landes NRW.
Die Jugendlichen, die zum 1.
September in den Übungsfirmen gestartet sind, sind mit viel
Spaß und Einsatz dabei - über
Ausfälle müssen sich die beiden
„Chefs“ nicht beklagen. Im Anschluss soll die Ausbildung in
regionalen Unternehmen weitergeführt werden.
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Seele and Geist
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