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Hilfe, mein Baby ist krank ! Wie Babys sprechen - pr solutions gmbh

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Mein Baby
D ER R ATG EB ER RU N D UM FA MI L I E U N D K L E I N K I N D
Gesundheit
Hilfe, mein Baby
ist krank!
Entwicklung
Wie Babys
sprechen lernen
Aktuell
Wenn Babys
schreien
MGB www.migros.ch
EXXTRA Kommunikation
Damit die Kleinen bei der Haarpflege sanftere Töne anschlagen.
Das Baby-Shampoo von Milette pflegt besonders schonend und vor allem ohne in den Augen zu brennen. Die extra
milden Waschsubstanzen sind pH-neutral und ohne Farb- und Konservierungsstoffe. Sie bewahren die Kopfhaut
vor dem Austrocknen und das Haar bleibt weich und geschmeidig.
Inhaltsverzeichnis
Editorial
Seite
Aktuell
Wenn Babys schreien
Schütteln ist lebensgefährlich
Beckenbodentraining – weshalb?
Ein Baby stellt alles auf den Kopf
Gewichtsprobleme nach der Geburt
Was gegen Flecken wirkt
Noch ein Baby?
Reisen mit Baby
2
4
6
9
12
17
18
21
Gesundheit
Hilfe, mein Baby ist krank!
Die ersten Zähne
Weshalb Stillen so gut ist
Tipps für erfolgreiches Stillen
Wenn’s mit dem Stillen nicht klappt
Isst mein Baby genug?
Die ersten Schuhe
27
31
34
36
37
39
41
Entwicklung
Windeln ade
Meilensteine in der Entwicklung
Kinderernährung richtig gemacht
So werden Kinder «gute Esser»
Die Wahl der Fremdbetreuung
Wie Babys sprechen lernen
Impressum
Herausgeber
Migros-Genossenschafts-Bund
Limmatstrasse 152, 8031 Zürich
Fachliche Beratung
Schweizerischer Verband
der Mütterberaterinnen SVM
Christine Schaub
Konzept, Redaktion pr solutions gmbh, Kilchberg
und Projektleitung Susanna Steimer Miller
Satz und Lithos
satzbild, St. Gallen
Annemarie Gantenbein
Fotos
Foto Steimer, Rorschach
Zefa Blue Planet
Getty Images
Druck
Farbendruck Weber AG, Biel
3. Ausgabe
Juni 2005
44
49
52
55
58
63
Ludka Wirth Gasser
Category Field Manager Baby
Migros-Genossenschafts-Bund
Liebe Leserinnen, liebe Leser
Ich freue mich, Ihnen unsere neue Ausgabe
von «Mein Baby» zu präsentieren, die
erstmals in enger Zusammenarbeit mit dem
Schweizerischen Verband der Mütterberaterinnen SVM entstanden ist.
Die Geburt eines Babys gehört zu den schönsten Ereignissen des Lebens. Doch gerade
in der ersten Zeit fühlen sich die Eltern unsicher, manchmal auch überfordert. Das ist
ganz normal. Was sollen wir tun, wenn unser
Baby pausenlos schreit, was, wenn es mit
dem Stillen nicht richtig klappt oder das Kind
krank wird? Woran müssen wir bei der Planung der Ferien denken? Weshalb ist das Beckenbodentraining nach der Geburt so
wichtig? Auf diese und weitere Fragen versuchen wir zusammen mit erfahrenen Mütterberaterinnen und weiteren Expertinnen und
Experten Antworten zu geben.
«Mein Baby» enthält aber auch zahlreiche
praktische Tipps, die Eltern erst im Verlauf
der Zeit interessieren, wie zum Beispiel
Fragen rund um die Zahnhygiene bei Babys,
die Einführung von Beikost, die Sauberkeitserziehung, den Kauf der ersten Schuhe
und vieles mehr. Ich wünsche Ihnen viel
Spass beim Lesen und vor allem viel Freude
mit Ihrem Kind!
Ludka Wirth Gasser
1
Wenn Babys schreien
Schreien ist eine wichtige Ausdrucksform des
Babys. Damit signalisiert es, dass es volle
Windeln, Hunger oder Durst, zu warm oder zu
kalt, Bauchweh oder andere Schmerzen oder
das Bedürfnis nach Körpernähe hat. Am
Abend weinen Babys oft, weil sie müde sind
oder durch die vielen Eindrücke, die sie während des Tages gesammelt haben, überstimuliert werden.
Es ist ganz normal, dass ein Säugling zwei bis
drei Stunden pro Tag weint. Wenn er länger
als drei Stunden weint, spricht man von einem Schreibaby. Ein Baby schreit, weil es ein
bestimmtes Bedürfnis hat. Die Behauptung,
Schreien sei für die Entwicklung der Lunge gesund, ist ein Ammenmärchen. Deshalb sollten
Sie Ihr Kind nicht einfach während längerer
Zeit schreien lassen, sondern herauszufinden
versuchen, weshalb es schreit. Im Säuglingsalter können Sie Ihr Kind noch nicht verwöhnen, indem Sie ihm Ihre ganze Aufmerksamkeit schenken und auf alle seine Bedürfnisse
eingehen. Die Tipps auf der folgenden Seite
können helfen, das Baby zu beruhigen.
Aktuell
Pausenloses Schreien kann für die Eltern oder
Betreuungspersonen sehr belastend sein. In
den ersten Wochen nach der Geburt haben
viele Mütter und Väter Mühe, die Ursache
für das Schreien zu finden. Mit zunehmender Erfahrung fällt es den
meisten Eltern leichter, die
Gründe für das Schreien zu
erkennen und wirkungsvolle
Massnahmen zu ergreifen.
Bis dahin braucht es aber
sehr viel Geduld. Schämen
2
Sie sich in solchen Situationen nicht, Freunde,
Eltern oder Fachpersonen um Hilfe zu bitten.
Die Tatsache, dass Ihr Baby schreit, bedeutet
nicht, dass Sie etwas falsch machen.
Schreit Ihr Baby ungewöhnlich laut, länger
oder einfach anders als sonst, sollten Sie eine
Kinderärztin oder einen Kinderarzt aufsuchen.
Auch wenn es sich mit allen bewährten Tricks
nicht beruhigen lässt, einen kranken Eindruck
macht und Sie sich um seine Gesundheit sorgen, ist ein Arztbesuch empfehlenswert.
Babys schreien
aus ganz
verschiedenen
Gründen.
Was Babys beruhigt
Leider gibt es kein Patentrezept, um ein schreiendes Baby zu beruhigen. Folgende Tipps und
Tricks können aber vielleicht helfen:
Nehmen Sie das Baby auf und halten Sie es
in den Armen. Einige Babys bevorzugen die
aufrechte Position, andere die Wiegeposition.
• Manche Babys lieben es, wenn man sie über
die Schultern legt oder in der Fliegerstellung
hält.
• Schaukeln Sie es sanft auf den Armen oder
gehen Sie mit ihm herum.
• Sprechen Sie mit dem Baby, singen Sie oder
flüstern Sie ihm etwas ins Ohr.
• Lassen Sie es an Ihrem Finger oder an einem
Nuggi saugen.
• Massieren Sie seinen Bauch oder Rücken.
• Streicheln Sie ihm sanft übers Köpfchen.
• Bieten Sie ihm etwas zu trinken an.
• Überprüfen Sie, ob seine Windeln voll sind.
• Wenn Ihr Baby gerne gewickelt wird, wickeln
Sie es, ob die Windeln voll sind oder nicht.
• Legen Sie das Baby auf Ihre Brust.
• Nehmen Sie es ins Tragtuch und gehen Sie
mit ihm herum.
• Tanzen Sie mit ihm zu vertrauter Musik.
• Legen Sie es in den Kinderwagen und gehen
Sie mit ihm spazieren.
•
Um eine Überstimulation zu vermeiden, sollten Sie Ihr Kind auf Zeichen von Müdigkeit hin
beobachten. Wenn es gähnt, sich die Augen
reibt, unruhig und quengelig wird oder den
Blickkontakt zur Bezugsperson verliert, können Sie versuchen, es frühzeitig ins Bett zu
legen.
Einige dieser Tipps sind dem Faltblatt
«Hilfe! Mein Baby hört nicht auf zu schreien»
der Stiftung Kinder und Gewalt,
Postfach 1235, 3110 Münsingen, entnommen.
Das Faltblatt ist auf Deutsch, Französisch,
Italienisch, Albanisch und Serbokroatisch
kostenlos erhältlich und kann unter Einsendung eines frankierten Rückantwortcouverts bestellt werden.
3
Aktuell
Falls all diese Massnahmen nichts nützen,
kann es sein, dass Ihr Kind überstimuliert ist
und sich selber nicht mehr beruhigen kann. In
solchen Situationen ist es manchmal am besten, das Baby ruhig im Arm zu halten oder es
ins Bett zu legen. Berühren Sie mit der einen
Hand sein Köpfchen, die andere legen Sie ihm
auf den Bauch. Nehmen Sie das schreiende
Kind nicht sofort wieder hoch, obwohl Ihnen
dies vielleicht schwer fallen wird.
Viele Babys beruhigen sich, wenn sie herumgetragen werden.
Schütteln ist
lebensgefährlich
Dr. Ulrich Lips, Leitender Arzt Medizinische Klinik
und Leiter Kinderschutzgruppe und Opferberatungsstelle
des Kinderspitals Zürich
Ein schreiendes Baby kann seine Betreuungspersonen zur Verzweiflung bringen. Dr. Ulrich
Lips vom Kinderspital Zürich erklärt, weshalb
ein Säugling nie geschüttelt werden darf.
Weshalb werden Babys geschüttelt ?
Durch das pausenlose Schreien eines Säuglings können Betreuungspersonen an ihre
Grenzen stossen. Sie sind ratlos und wissen
kein Mittel mehr, wie sie das Kind beruhigen
können. In einer solchen Situation der Überforderung kann es zu einem Verlust der Impulskontrolle kommen, und das Baby wird
kräftig durchgeschüttelt.
Aktuell
Weshalb ist Schütteln so gefährlich ?
Bei der Rotationsbewegung des Kopfes wird
das Hirn des Babys im Schädel hin und her geschlagen. Es kann zur Schädigung von Blutgefässen zwischen dem Schädel und dem Hirn
und somit zu Blutergüssen kommen. Diese
nehmen Platz in Anspruch und erhöhen den
Druck im Schädel. Dadurch werden viele Körperfunktionen beeinträchtigt. Zudem können
Blutungen im Hirn selber entstehen, was zu
4
Schädigungen von Hirnregionen und somit zu
Behinderungen führen kann. Von Blutungen
können auch die Augen betroffen sein.
Was sind die Folgen ?
Ein Viertel der Babys mit einem Schütteltrauma
überlebt diese Misshandlung nicht. Drei Viertel der überlebenden Säuglinge leiden zeitlebens an einer Behinderung. Es können geistige
und körperliche Behinderungen wie Spastik,
Bewegungsstörungen und Epilepsie zurückbleiben. Durch Blutungen in den Augen treten
auch Sehstörungen und sogar Blindheit auf.
Kann die Medizin misshandelten Säuglingen
helfen ?
Nein, leider sind die Schädigungen an Hirn
und Augen irreparabel. Die Medizin kann in
solchen Fällen nur noch beim bestmöglichen
Umgang mit der Schädigung und Behinderung
helfen (z.B. durch Physiotherapie).
Wie viele Babys werden jährlich in der Schweiz
wegen eines Schütteltraumas hospitalisiert ?
Durchschnittlich wird in der Schweiz ein Kind
Diese Rotationsbewegung kann lebensgefährlich
sein.
weniger Übung im Umgang mit Babys. Sind sie
dann mit dem Baby allein, und es will nicht aufhören zu schreien, stossen sie leichter an ihre
Grenzen als Frauen. Zu betonen ist, dass die
«Täter» aus allen sozialen Schichten stammen.
Grundsätzlich müssen alle Betreuungspersonen eines Säuglings – also auch Grosseltern,
Freunde und Babysitter – über die Gefährlichkeit des Schüttelns aufgeklärt werden.
Kann unbeabsichtigtes Schütteln des Babykopfes auch gefährlich sein?
Schütteln im Kinderwagen, beim Hoppe-hoppe-Reiter-Spielen oder beim Tanzen ist nicht
gefährlich, solange der Kopf dabei nur auf und
ab bewegt wird. Gefährlicher ist das In-dieLuft-Werfen des Babys. Dadurch kann es nämlich ebenfalls zu der riskanten Rotationsbewegung des Kopfes kommen.
pro Monat wegen eines Schütteltraumas ins
Spital eingeliefert. Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher sein. Denn nicht immer wird ein
Schütteltrauma erkannt. Die Kinder, die zu
Hause an einem Schütteltrauma sterben, sind
in unserer Statistik nicht erfasst, da solche Fälle der Gerichtsmedizin zugewiesen werden.
Wer sind die « Täter » ?
75 Prozent der «Täter» sind männlich. Männer drücken ihre Wut öfter körperlich aus als
Frauen. Zudem haben Männer auch heute noch
Wenn die Nerven blank liegen
In einer Akutphase ist es von zentraler Bedeutung, die Eskalation zu durchbrechen. Legen Sie
das Kind auf den Rücken ins Bett, verdunkeln
Sie den Raum, und machen Sie die Tür hinter
sich zu. Schalten Sie einen kurzen Moment ab,
indem Sie mit jemandem telefonieren oder eine
Dusche nehmen. Gewinnen Sie Distanz zur Situation. Nur dann haben Sie wieder Geduld für Ihr
Kind.
5
Aktuell
Durch das Hin- und Herschlagen des Hirns entstehen gravierende Verletzungen.
Was sollten Eltern eines Schreibabys tun ?
Wichtig ist es, mit dem Partner, einer Freundin
oder den Eltern über das Problem und die dabei aufkommenden Gefühle zu sprechen und
damit nicht allein zu bleiben. Auch die Hilfe
von Fachpersonen (Mütterberaterin, Hebamme, Kinderärztin oder Kinderarzt, Hausärztin
oder Hausarzt) darf jederzeit in Anspruch
genommen werden. Bei diesem Thema sind
Hemmungen fehl am Platz.
Beckenbodentraining –
weshalb ?
Friederike Bergfeld, Hebamme und Rückbildungsgymnastik-Leiterin in Thalwil
Nach einer Geburt ist Beckenbodentraining
besonders wichtig. Weshalb dies so ist,
erklärt die Rückbildungsgymnastik-Leiterin
und Hebamme Friederike Bergfeld in einem
Interview.
Weshalb sollten Frauen nach einer Geburt
ihre Beckenbodenmuskulatur trainieren ?
Ein geschwächter Beckenboden kann zu sehr
unangenehmen Problemen führen. Dazu zählen der unfreiwillige Abgang von Urin und
Stuhl oder die Senkung der Gebärmutter.
Durch gezieltes Training können diese Schwierigkeiten verhindert werden.
Aktuell
Wie muss ich mir den Beckenboden genau
vorstellen ?
Der Beckenboden besteht aus drei übereinander liegenden, handtellergrossen Muskelschichten. Die Beckenbodenmuskulatur erstreckt sich vom Scham- bis zum Steissbein
und wird seitlich durch die beiden Sitzbeinhöcker begrenzt. Im Vergleich zu anderen
Muskelgruppen ist die Beckenbodenmuskulatur unsichtbar und die An- und Entspannung
6
schwer wahrnehmbar. Am besten stellt man
sich den Beckenboden als Hängematte vor.
Welche Funktionen kommen dem Beckenboden zu ?
Der Beckenboden stützt unsere inneren Organe von unten. Zudem stabilisiert er unsere
Körperhaltung und gibt auch seelischen Halt.
Der Beckenboden hält einerseits unsere Körperöffnungen (Harnröhre, Scheide und Enddarm) geschlossen. Andererseits ist er in der
Lage, diese Öffnungen zu entspannen, so dass
die Entleerung der Blase und des Darms, der
Geschlechtsverkehr und das Gebären möglich
sind.
Weshalb wird der Beckenboden während der
Schwangerschaft und der Geburt so stark belastet ?
Während der Schwangerschaft trägt der Beckenboden das Gewicht des Babys, der Plazenta und des Fruchtwassers. Beim Gebären
muss er sich entspannen und wird maximal
gedehnt. Dies schwächt die Elastizität des Beckenbodens enorm. Er kann aber auch durch
Schwimmen
stärkt die
Beckenbodenmuskulatur.
Ist Beckenbodentraining auch für Frauen
wichtig, die durch einen Kaiserschnitt entbunden haben ?
Ja, auch Frauen, die durch einen Kaiserschnitt
entbunden haben, empfehle ich den Besuch
eines Rückbildungstrainings oder eines Beckenbodenkurses. Denn durch jede Schwangerschaft wird der Beckenboden belastet.
Beckenbodentraining ist auch für Frauen, die
nie geboren haben, empfehlenswert, denn die
oben genannten Probleme können bei ihnen
ebenfalls auftreten.
Wann kann eine Frau nach der Geburt mit dem
Training beginnen ?
Nach einer Spontangeburt kann nach sechs
Wochen mit dem Rückbildungstraining begonnen werden, nach einem Kaiserschnitt nach
acht Wochen. Grundsätzlich ist auch ein späterer Beginn möglich. Denn was das Beckenbodentraining anbelangt, gilt: besser spät als
nie.
Welche Sportarten sind nach einer Geburt
nicht empfehlenswert ?
In der ersten Zeit nach der Geburt sollte auf
das Tragen von schweren Lasten verzichtet
werden. Krafttraining ist in den ersten Wochen deshalb nicht sinnvoll. Auch von Joggen,
Tennis, Volleyball, Trampolinspringen und Aerobic (mit Hüpfen) würde ich abraten, da der
Beckenboden dadurch unnötig belastet wird.
Welche Sportarten stärken die Beckenbodenmuskulatur ?
Am besten lässt sich die Beckenbodenmuskulatur durch Rückbildungsgymnastik und Beckenbodentraining stärken. Nach einer Geburt
sind aber auch Gleichgewichtsübungen, Walking, Schwimmen, Velofahren, Ski-Langlauf,
Bauchtanz, Inline-Skating und Aqua-Fitness
sinnvoll.
7
Aktuell
eine generelle Bindegewebeschwäche, durch
frühere Geburten, chronischen Husten, schwere körperliche Arbeit oder das falsche Heben
von Gewichten überbeansprucht werden.
Im Wochenbett kann bereits mit Übungen, die
den Kreislauf anregen (Kreisen mit Füssen und
Händen), und mit Wahrnehmungsübungen begonnen werden. Durch sanftes Anspannen
und Lösen der untersten Beckenbodenschicht
werden die Wahrnehmung und die Durchblutung des Beckenbodens gefördert, und die
Heilung eines allfälligen Dammschnitts wird
begünstigt. Auch leichte Beckenbewegungen
(Kippen, Kreisen) können sinnvoll sein. Die
Übungen dürfen jedoch auf keinen Fall
schmerzhaft sein.
Tipps zur Entlastung des Beckenbodens
im Alltag
• Verrichten Sie folgende Arbeiten immer
mit geradem Rücken: Lastenheben, BabyAufnehmen, Wickeln, Bettenmachen, Wischen, Staubsaugen.
Ein gerader
Rücken
entlastet
den Beckenboden.
Tragen Sie Lasten (auch Ihr Kind) immer
nahe am Körper. Verteilen Sie das Gewicht der Einkäufe gleichmässig auf beide Schultern und eventuell den Rücken.
• Achten Sie auf eine aufrechte Haltung und
rollen Sie die Füsse gut ab. Ein krummer
Rücken oder ein hohles Kreuz belasten
den Beckenboden unnötig.
• Lassen Sie sich Zeit auf der Toilette. Drücken Sie weder beim Stuhlgang noch
beim Urinieren. Sitzen Sie gerade und
weit hinten, um das Becken zu entspannen. Beugen Sie Verstopfung durch viel
Trinken und eine ballaststoffreiche Ernährung vor.
• Achten Sie beim Husten, Schneuzen und
Niesen auf eine aufrechte Haltung.
• Beim Aufstehen sollten Sie sich immer zuerst auf die Seite drehen, bevor Sie sich
aufrichten.
Aktuell
•
8
Trainieren Sie Ihren Beckenboden
Folgende Übungen stärken den Beckenboden:
Liftfahren: Legen Sie sich entspannt auf den
Rücken und konzentrieren Sie sich auf Ihren
Beckenboden. Stellen Sie sich nun vor, Sie
fahren Lift mit dem Beckenboden. Mit Beginn
der Muskelanspannung fahren Sie langsam in
den 1., 2., 3., 4. und 5. Stock. Etage für Etage
fahren Sie danach langsam ins Erdgeschoss
zurück. Beim Anspannen der Muskulatur atmen Sie aus, beim Lösen der Spannung atmen
Sie ein. Entspannen Sie sich und spüren Sie
Ihren Beckenboden. Wiederholen Sie diese
Übung viermal.
Inselhopping: Konzentrieren Sie sich auf Ihren
Beckenboden. Beim Ausatmen spannen Sie
die Blasenmuskulatur an, beim Einatmen lösen Sie die Spannung. Dasselbe wiederholen
Sie mit der Scheiden- und der Aftermuskulatur. Hüpfen Sie nun von Insel zu Insel und
achten Sie auf eine regelmässige Atmung. Entspannen Sie sich und spüren Sie Ihren Beckenboden. Wiederholen Sie auch diese Übung
viermal.
Beckenbodentraining lässt sich sehr gut in
den Alltag einbauen, da Sie die Übungen machen können, ohne dass es von der Umwelt
wahrgenommen wird. Spannen Sie den Beckenboden während des Tages immer wieder
mal an, sei dies auf dem Bürostuhl oder beim
Warten auf den Bus.
Wer seinen Beckenboden gezielt trainieren
will, besucht am besten einen Rückbildungsoder Beckenbodenkurs. Fragen Sie Ihre Hebamme oder Ihre Mütterberaterin nach Kursen
in Ihrer Nähe. Ein reichhaltiges Angebot an
Kursen zur Stärkung des Beckenbodens finden Sie auch unter www.klubschule.ch oder
www.beckenboden.com.
Durch die Geburt eines kleinen Sonnenscheins verändert sich das Leben eines Paares wesentlich.
Ein Baby stellt alles auf den Kopf
Ein Kind zu haben ist ein grosses Geschenk.
Doch Schlafmangel, zu wenig Zeit für sich
selbst und den Partner sowie der Anspruch,
perfekte Eltern zu sein, können auch für eine
bisher sehr harmonische Beziehung belastend
sein und zu Auseinandersetzungen führen.
Zukünftige Eltern sollten sich deshalb am besten schon vor der Geburt ihres Kindes Gedan-
ken dazu machen, wie sie die Betreuung und
die Pflege des Nachwuchses unter sich aufteilen oder organisieren wollen.
Mehrbelastung für Frauen
Eine aktuelle Studie zur Gleichstellung der Geschlechter, die das Geographische Institut der
Universität Zürich und das Bundesamt für Statistik durchgeführt haben, bringt es an den
Tag: Frauen sind Männern in Bezug auf die
Familienarbeit keinesfalls gleichgestellt. Aufgrund der Analyse der letzten Volkszählung
(2000) haben die Wissenschaftlerinnen Elisabeth Bühler und Corinna Heye zum Beispiel
9
Aktuell
Die Geburt eines Kindes gehört wohl zu den
schönsten Ereignissen im Leben eines Menschen. Wie sehr ein Baby das Leben der Eltern
verändert, realisieren viele Mütter und Väter
allerdings erst, wenn das Kind schon da ist.
von Vätern begünstigt
und denjenigen von Müttern hemmt. Während
frischgebackene Väter
oft schneller befördert
werden, bremst die Geburt eines Kindes die
Karriere von Müttern.
Die Wissenschaftlerinnen vermuten, dass den
Müttern oft die Zeit und
die Energie für den gezielten Aufbau ihrer Karriere fehlen. Manche
Mütter nehmen sogar einen Rückschritt in ihrer
beruflichen Laufbahn in
Kauf.
Aktuell
Kinder sind nicht
Frauensache
Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen ist nicht immer ganz einfach.
Um Mütter zu entlasten,
sind Väter gefragt. Klaus
Rödner,
Erziehungsberater
aus Männedorf,
herausgefunden, dass die grosse Mehrheit
empfiehlt Vätern, sich von Beginn weg an der
der Mütter heute erwerbstätig bleibt. Allertäglichen Kinderbetreuung zu beteiligen. « Ein
dings teilt sich der Schweizer Arbeitsmarkt in
Kind entwickelt seine Vorstellung von dem,
ein männlich geprägtes Vollzeitstellen- und
was ein Mann ist, durch die Erfahrung mit
ein weiblich geprägtes Teilzeitstellen-Segseinem Vater. Deswegen ist es wichtig, dass
ment auf. Während die frischgebackenen Väes eine männliche Bezugsperson in seinem
ter rund 16 Stunden pro Woche in die unbeLeben gibt. Wenn der Papa viel abwesend ist,
zahlte Haus- und Familienarbeit investieren,
kann keine Beziehung aufgebaut werden. Das
steigt der Aufwand für Haus- und Familienarlässt sich auch später nicht nachholen », sagt
beit bei Müttern mit mindestens einem Kind
Rödner.
unter einem Jahr auf rund 50 Stunden, wähVäter sollten jedoch nicht nur die Schokolarend sie nur noch rund 20 Stunden pro Woche
denseiten der Kinderbetreuung übernehmen,
einer Erwerbstätigkeit nachgehen können. Die
sondern von Anfang an auch bei weniger
von vielen Frauen gewünschte Vereinbarkeit
angenehmen Arbeiten anpacken. Auch Vävon Beruf und Familie muss also mit einer sehr
ter können ihr Baby wickeln, zum Kinderarzt
hohen Gesamtarbeitsbelastung erkauft werbringen, es herumtragen, wenn es schreit,
den. Interessant ist auch, dass das Vorhanoder pflegen, wenn es krank ist. Das Gesetz
densein von Kindern den beruflichen Aufstieg
10
Was Mütter tun können
Gerade in den ersten Wochen tun sich einige
Mütter schwer damit, das Neugeborene ihrem
Partner zu überlassen. Damit sich Mütter jedoch entlasten, einen Zahnarzt- oder Coiffeurtermin wahrnehmen oder einfach Energie tanken können, sind kurze Trennungen von Anfang an nicht nur notwendig, sondern auch
sinnvoll. Voraussetzung dafür ist, dass Mütter
ihrem Partner zutrauen, dass er sich um das
Kind kümmern kann. Klaus Rödner empfiehlt
Müttern zudem, ihren Perfektionismus abzulegen. Für das Baby ist es unwichtig, ob seine
gelben Socken zu den rosaroten Hosen passen oder nicht. Wesentlich ist, dass Papa sich
um alle seine Bedürfnisse kümmert. Mit ein
bisschen Übung fällt es jedem Vater leicht, mit
einem Neugeborenen umzugehen.
Wenn die Mutter stillt
Manche Väter fühlen sich durch die enge Mutter-Kind-Beziehung ausgeschlossen, wenn
Kinder brauchen eine männliche Bezugsperson.
Damit die Liebe nicht auf der Strecke bleibt
Nach der Geburt dreht sich alles um das Kind.
Dass Ihre Partnerschaft dabei in den ersten
Monaten zu kurz kommt, ist ganz normal. Doch
Sie sollten schon bald versuchen, sich Zeit für
Ihre Beziehung und Ihre persönlichen Interessen zu nehmen. Ansonsten können sich Frustrationen aufbauen, und es kommt zu Spannungen
zwischen Ihnen und Ihrem Partner. Engagieren
Sie deshalb einen erfahrenen Babysitter, oder
bitten Sie Ihre Eltern, Geschwister, Freunde oder
Nachbarn, sich ab und zu um Ihr Baby zu kümmern. Gehen Sie miteinander essen und versuchen Sie, dabei möglichst nicht nur über Ihr
Baby zu sprechen. Tauschen Sie sich mit Ihrem
Partner über Erwartungen und Gefühle rund um
die neue Familiensituation aus. Achten Sie zudem darauf, dass Sie die Kontakte zu Ihren
Freunden weiter pflegen. Neben der gemeinsamen Zeit sollten Sie sich möglichst auch Freiräume für Ihre eigenen Interessen schaffen. Ein
Kinobesuch oder eine Stunde Nordic Walking
mit der besten Freundin laden Ihre Batterien
wieder auf. Wenn Sie zufrieden und glücklich
nach Hause kommen, haben auch Ihr Partner
und Ihr Baby etwas von Ihrem Ausgang.
ihre Partnerin stillt. Sie haben das Gefühl,
nicht gebraucht zu werden. Väter können ihrem Baby aber zum Beispiel beim Baden oder
durch eine sanfte Massage Geborgenheit
und Nähe vermitteln. Stillen bedeutet nicht,
dass eine Mutter 24 Stunden bei ihrem Baby
sein muss. Auch stillende Mütter können ihr
Kind für einige Zeit ihrem Partner überlassen. Bei mehrstündigen Abwesenheiten der
Mutter ist die Anschaffung oder das Mieten
einer Milchpumpe empfehlenswert. So ist der
Vater gerüstet, wenn das Kleine Hunger hat.
Muttermilch lässt sich problemlos während
dreier Tage im Kühlschrank aufbewahren, im
Tiefkühlfach oder im Gefrierschrank sogar
länger.
11
Aktuell
sieht vor, dass berufstätige Eltern ihr krankes
Kind während maximal dreier Tage versorgen
dürfen, ohne dass ihnen der Arbeitgeber diese Zeit von den Ferien abzieht.
Gewichtsprobleme nach der Geburt
Welche Mutter hofft nicht, nach der Geburt
möglichst bald wieder ihre ursprüngliche Figur zu erreichen ? Doch seien Sie nicht enttäuscht, wenn der Reissverschluss Ihrer Lieblingsjeans auch einige Wochen nach der Entbindung noch nicht zugeht und die Waage ein
paar Kilo mehr anzeigt als vor der Schwangerschaft.
Aktuell
Während neun Monaten hat sich Ihre Figur
verändert. Der Bauchumfang hat in der
Schwangerschaft enorm zugenommen, und
die Bauchmuskulatur wurde dabei stark gedehnt. Auch Ihre Oberweite und der Umfang
von Oberschenkeln und Hüften sind grösser
geworden. Setzen Sie sich nach der Geburt
nicht unter Druck. Meist dauert es sechs bis
neun Monate, bis Sie Ihr ursprüngliches Ge-
12
wicht und Ihre Figur von früher wieder erreicht
haben. Frauen, die während der Schwangerschaft nicht übermässig zugenommen haben,
fällt dies leichter.
Wünschenswerte Gewichtszunahme
Laut Privatdozentin Dr. Irene Hösli, Abteilungsleiterin Geburtshilfe und Schwangerenmedizin am Universitäts-Frauenspital Basel,
beträgt die wünschenswerte Gewichtszunahme während der Schwangerschaft bei normalgewichtigen Frauen zwischen 11,5 und 16
Kilogramm. Bei untergewichtigen Frauen sind
es 12 bis 18 Kilogramm, bei übergewichtigen
Frauen 7 bis 11 Kilogramm, und bei stark übergewichtigen Frauen mit einem Body Mass Index (BMI; kg/m2) von über 29 sollten es nur
7 Kilogramm sein. Heute setzen Frauenärztin-
13
Aktuell
nen und Frauenärzte
allerdings keine rigorosen Richtlinien mehr
fest, denn sie können
anhand anderer Kriterien besser feststellen,
ob es Mutter und Kind
gut geht. Wichtig ist,
dass Schwangere auf
keinen Fall für zwei
essen. Der tägliche
Kalorienbedarf erhöht
sich in der Schwangerschaft nämlich nur um
etwa 200 kcal.
Heute weiss man zuEine gesunde Ernährung ist nicht nur während der Schwangerschaft, sondem, dass sich starkes
dern auch nach der Geburt wichtig. Mit viel Obst und Gemüse verschwinden
Übergewicht vor einer
die unerwünschten Kilos schneller wieder.
Schwangerschaft problematischer auf die
ten nicht Diät halten, denn in den mütterlichen
Gesundheit von Mutter und Kind auswirkt als
Fettzellen sind Schadstoffe gespeichert, die
eine überdurchschnittliche Gewichtszunahme
beim Abnehmen in die Muttermilch gelangen.
während der Schwangerschaft. Das Risiko für
erhöhten Blutdruck, Präeklampsie (im VolksManchmal geht es nicht von allein
mund «Schwangerschaftsvergiftung»), DiaNicht bei allen Frauen klappt es von selbst mit
betes und eine Frühgeburt steigt. Trotzdem
dem Abnehmen. Manchmal braucht es für
sollten übergewichtige Frauen die Schwannicht stillende Mütter einen zusätzlichen
gerschaft nicht zum Abnehmen nutzen. Dies
Effort, damit die unerwünschten Pfunde wiekönnte gesundheitliche Probleme für Mutter
der verschwinden. Oft hilft die Umstellung auf
und Kind nach sich ziehen.
eine gesunde Ernährung mit viel Gemüse,
Salat und Obst. Klappt es mit dem Abnehmen
Stillend abnehmen
trotz aller Massnahmen und Diäten nicht,
Mütter, die ihr Kind stillen, erreichen ihr altes
lohnt sich der Besuch bei der Ärztin oder beim
Gewicht meist leichter als nicht stillende MütArzt. In seltenen Fällen kann es nach der Geter. Denn während der Stillzeit benötigt die
burt zu einer Schilddrüsenunterfunktion komMutter mehr Kalorien. Im ersten Monat nach
men, was die Gewichtsreduktion erschwert.
der Geburt sind es 500 Kalorien pro Tag, im
zweiten Monat etwa 530 und im dritten Monat
Training muss sein
rund 570. Trotzdem brauchen auch stillende
Mit dem Erreichen des ursprünglichen GeMütter etwas Geduld, bis sie ihr Normalgewicht
wichts ist es für die meisten Frauen nicht
wieder erreicht haben. Mütter, die stillen, soll-
M-CUMULUS.
Punkten und sparen.
Gewichtskontrolle
nach Mass:
MGB www.migros.ch
Eine Portion Figure Control
ersetzt eine vollwertige
Mahlzeit, hat aber trotzdem
nur 300 bis 400 Kalorien.
Figure Control gibt es als
Fertiggericht, Shake, Suppe,
Müesli oder Riegel.
Erhältlich in grösseren
Migros-Filialen.
Mütter, die stillen, haben einen erhöhten Kalorienbedarf und erreichen deshalb ihr ursprüngliches
Gewicht meistens schneller.
Ernährung in der Schwangerschaft
Um sich selber und das Kind mit genügend
Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien zu versorgen, ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung in der Schwangerschaft sehr wichtig.
Dazu gehören viel Früchte und Gemüse, Brot,
Pasta, Reis, Kartoffeln, mageres Fleisch, Poulet, Fisch, Bohnen, Linsen, Eier, Milch, Joghurt,
Käse, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte.
Nicht auf den Menüplan einer Schwangeren gehören Alkohol, Leber und Leberprodukte, Camembert, Brie und Blauschimmelkäse, nicht
vollständig erhitzte Fertigmenüs, rohe Eier,
rohe Muscheln, rohes Fleisch und grosse Fische wie Hai, Schwertfisch und Marlin. Bei koffeinhaltigen Getränken und Lebensmitteln
(Kaffee, Tee, Cola, schwarze Schokolade) ist
Zurückhaltung angesagt.
15
Aktuell
getan. Sie wollen auch die Figur, die sie vor
der Schwangerschaft hatten, möglichst bald
zurück. Insbesondere der Bauch soll wieder
straff werden. Leider geht das oft nicht ohne
Training. Besuchen Sie deshalb einen Rückbildungskurs, um wieder in Form zu kommen.
Beginnen Sie nicht sofort nach der Geburt auf
eigene Faust mit dem Bauchmuskeltraining.
Dies könnte sogar kontraproduktiv für Ihre Figur sein, denn während der Schwangerschaft
hat sich die Bauchdecke in der Mitte einen
Spalt weit geöffnet. Bis sich dieser Spalt geschlossen hat, dürfen nur die schräg verlaufenden Bauchmuskeln trainiert werden. Eine
Hebamme oder eine RückbildungsgymnastikTrainerin kann dies überprüfen und Ihnen geeignete Übungen zeigen.
EXXTRA Kommunikation
MGB www.migros.ch
Damit die Kleinen glücklich aus der Wäsche schauen.
Milette-Spezialwaschmittel sind dank guter Hautverträglichkeit ideal für Kleinkinder
und für Erwachsene mit empfindlicher Haut. Dermatologisch geprüft.
Was gegen Flecken wirkt
17
Aktuell
ganz hartnäckigen Flecken helfen spezifisch
wirkende Mittel. Generell sollten Sie Fleckensprays und -entfernungsmittel immer
zuerst an einer unauffälligen Stelle (z.B. am
Saum) auf ihre Verträglichkeit mit Fasern
und Farbe prüfen. Fleckenbehandlungsmittel brauchen Zeit, um
die Verschmutzungen
zu lösen. Kräftiges
Reiben kann die Farbe
und die GewebestrukBabys lieben es, das Essen anzufassen und damit zu spielen.
tur angreifen. Deshalb
sollten Fleckenentferner
nur
sanft
aufgetupft
werden. Bei Wäsche,
Spätestens wenn Babys Beikost essen, werdie mit Fleischsäften, Gras- oder Spinatfleden Flecken für Eltern zum Thema. Wie krieg
cken verschmutzt ist, leistet Gallseife gute
ich die Rüeblispuren wieder aus dem LiebDienste.
lingsbody ? Wie die Banane vom Pulli, den das
Waschen Sie Babywäsche immer mit einem
Gotti geschenkt hat ?
besonders milden Waschmittel, das dermatologisch getestet wurde. Wichtig ist, dass die
Wenn es ums Waschen geht, ist Vorbeugen
Wäsche immer ausreichend gespült wird. Bei
besser als «Heilen». Ziehen Sie Ihrem Baby
besonders empfindlicher Haut empfiehlt sich
deshalb vor dem Essen am besten einen Latz
ein zusätzlicher Spülgang ohne Waschmittel.
mit Ärmeln an. So hinterlassen die ersten ExVerzichten Sie auf stark parfümierte Weichperimente mit dem Löffel weniger Spuren.
spüler. Besser ist es, einen dermatologisch
Wenn dann trotzdem mal was danebengeht,
getesteten Weichspüler zu verwenden oder
ist der Zeitfaktor entscheidend im Kampf
auf solche Produkte ganz zu verzichten.
gegen die Flecken. Lassen Sie sie möglichst
Aus hygienischen Gründen sollte Babykleinicht eintrocknen, und beseitigen Sie Schmutzdung idealerweise bis 60 Grad gewaschen
reste immer vor der eigentlichen Fleckenwerden können. Bei diesen Temperaturen
behandlung. Bei starken Flecken empfehlen
lassen sich auch Flecken leichter zum Versich das Besprühen mit einem Fleckenspray
schwinden bringen.
und das Einweichen in Waschmittellauge. Bei
Ältere Kinder sind fasziniert, wenn sie die Bewegungen des Geschwisterchens spüren können und
Mamas Bauch immer grösser wird.
Noch ein Baby ?
Bei der Entscheidung für ein weiteres Kind
sollten Eltern in erster Linie ihrem Gefühl vertrauen. Wichtig ist, dass sich beide Partner
für die Familienvergrösserung entscheiden.
Aktuell
Der Wunsch nach einem weiteren Baby wird
ausser durch das Gefühl vor allem durch Faktoren der Lebenssituation beeinflusst. Ein
zusätzliches Kind bedeutet weniger Zeit für
eigene Interessen und die Partnerschaft. Die
finanzielle Belastung für die Familie steigt.
Trotzdem wünschen sich die meisten Eltern
in der Schweiz zwei Kinder. Für ein Kind ist es
eine grosse Bereicherung, mit einer Schwester oder einem Bruder aufzuwachsen.
18
Eine weitere Schwangerschaft – ab wann ?
Grundsätzlich darf eine Frau nach dem Abklingen des Wochenflusses (Blutung nach der Geburt) wieder Geschlechtsverkehr haben, und
eine Schwangerschaft wäre theoretisch schon
bald nach der Geburt wieder möglich. Nach
einer vaginalen Geburt ist es jedoch aus medizinischer Sicht ratsam, mit einer weiteren
Schwangerschaft sechs Monate zu warten.
Wie eine Studie aus England zeigt, ist die Fehlgeburtsrate bei einer Schwangerschaft im ersten Halbjahr nach einer Geburt erhöht. Nach
einem Kaiserschnitt empfehlen Ärztinnen und
Ärzte sogar eine Wartezeit von mindestens
neun Monaten. Dadurch kann die Gebärmut-
Der ideale Zeitpunkt
Ist es besser, die Kinder möglichst schnell
nacheinander zu haben? Oder sind grössere
Abstände empfehlenswert? Bei dieser Frage
gehen die Meinungen weit auseinander. Wichtig ist einzig und allein, dass der Zeitpunkt für
die Eltern stimmt. Denn jede Lösung hat ihre
Vor- und Nachteile.
Bei sehr kurzen Abständen (ein bis zwei Jahre)
empfinden manche Mütter die zweite Schwangerschaft als sehr anstrengend, weil das erste
Kind noch nicht selbständig ist und immer
noch viel herumgetragen werden muss. Für
die ersten paar Wochen nach der Geburt sollten die Eltern bei einem so geringen Altersabstand nach Entlastungsmöglichkeiten suchen.
Nicht nur für die Eltern, sondern auch für das
erstgeborene Kind kann diese Zeit sehr intensiv sein. Es muss sich an die neue Situation
gewöhnen und seine Position in der Familie
neu definieren. Doch schon früh zeigen sich
auch die Vorteile: Geschwister, die einen geringen Altersabstand zueinander haben, spielen bald miteinander. Oft entwickelt sich eine
enge Beziehung zwischen ihnen – was allerdings nicht heisst, dass sie nicht auch miteinander streiten.
Bei einem Altersabstand von drei bis vier Jahren ist die Rivalität meist geringer, da das ältere Kind eine klare Führungsrolle übernimmt
und dem jüngeren auch kräftemässig über-
Jede Schwangerschaft ist anders
So verschieden jedes Kind ist, so unterschiedlich verläuft auch jede Schwangerschaft. Litt
eine Frau während der ersten Schwangerschaft
unter starker Übelkeit, so heisst das noch lange
nicht, dass dies bei einer weiteren Schwangerschaft wieder der Fall sein wird. Dasselbe trifft
auf die Geburt zu. Ein Kaiserschnitt beim ersten
Kind bedeutet nicht automatisch, dass auch
beim zweiten Baby ein Kaiserschnitt notwendig
wird.
legen ist. Die Eltern können jedes einzelne
Kind besser geniessen und empfinden den Alltag mit ihren Kindern als weniger anstrengend.
Manchmal ist es allerdings nicht ganz einfach,
den unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Dasselbe trifft auch zu, wenn der Altersunterschied
mehr als fünf Jahre beträgt. Bei grösseren Altersabständen dehnt sich nicht nur die Phase
des Elternseins aus, sondern häufig entwickelt
sich zwischen den Kindern auch eine weniger
starke Beziehung. Jedes Kind fühlt sich ein
bisschen als Einzelkind, weil es kaum mit sei-
Bei geringem Altersabstand entsteht oft eine
enge Beziehung zwischen den Geschwistern.
19
Aktuell
ternarbe besser heilen, und das Risiko eines
Gebärmutterrisses sinkt. Um eine ungeplante
Schwangerschaft bald nach einer Geburt zu
verhindern, sollte sich ein Paar deshalb schon
frühzeitig Gedanken zur Verhütung machen.
Denn eines ist klar: Stillen reduziert zwar die
Empfängnisbereitschaft der Frau, bietet jedoch keinen zuverlässigen Schutz vor einer
Schwangerschaft.
ner Schwester oder dem Bruder spielen kann.
Bei grossen Altersabständen sind die Interessen einfach zu verschieden.
Die Liebe teilen
Eltern, die an eine Familienvergrösserung denken, fragen sich manchmal, ob sie ein zweites
Baby genauso lieben können wie das erste.
Diese Sorge stellt sich gewöhnlich sehr bald
nach der Geburt eines Geschwisterchens als
unbegründet heraus. Die Liebe, die Eltern für
ihre Kinder empfinden, ist ein unerschöpfliches Reservoir.
Die Ein-Kind-Familie
In der Schweiz wachsen immer mehr Kinder
ohne Geschwister auf. Dafür gibt es zahlreiche
Gründe: Viele Frauen möchten ihre berufliche
Karriere mit dem Muttersein verbinden, was
mit nur einem Kind meist leichter geht. Zudem
schieben immer mehr Paare die Familienplanung hinaus, obwohl die biologische Uhr unerbittlich tickt. Manchmal reicht es dann nur
noch für ein Baby. Andere Paare wiederum
entscheiden sich ganz bewusst für ein Einzelkind.
Vorurteile, die früher gegenüber Einzelkindern
herrschten, bestätigen sich kaum. Sicherlich
besteht ein gewisses Risiko, das Kind zu verwöhnen. Ein Einzelkind muss die Aufmerksamkeit seiner Eltern ja schliesslich mit niemandem teilen. Dies bedeutet gleichzeitig
aber auch, dass die Eltern oftmals höhere Ansprüche an ihr Kind stellen, was für das Kind
sehr belastend sein kann. Damit sich seine soziale Kompetenz gut entwickelt, ist der regelmässige Kontakt zu Gleichaltrigen ausgesprochen wichtig.
entspannen. schlummern. unterhalten.
Die Deluxe-Baby-Schaukel von Fisher-Price
sorgt für zufriedene Babys unterwegs.
Sanfte Wippbewegungen in acht Geschwindigkeiten
und eine Spielzeugkette mit Lichtern und Musik
lassen keine Langeweile aufkommen.
Die Wippe mit verstellbarer Lehne eignet sich
für Babys bis maximal 11 Kilogramm.
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spielen. lachen. wachsen.
Reisen mit Baby
Auch mit einem Baby können Eltern weiterhin
gut verreisen. Bei der Wahl der Feriendestination spielen jetzt allerdings das Klima, die
Kinderfreundlichkeit und die Infrastruktur
eine wichtige Rolle. Damit die Ferien nicht
zum Alptraum werden, will die Reise gut vorbereitet sein, und die Koffer müssen sorgfältig gepackt werden.
Ins Gepäck eines Babys gehören nicht nur die
essenziellen Dinge des Alltags wie Kleidchen,
Windeln und Co., sondern auch Spielsachen
für drinnen und draussen sowie eine BabyReiseapotheke.
Reisen mit einem Baby ist am einfachsten,
wenn die Mutter voll stillt. Ist dies nicht oder
nicht mehr der Fall, sollten Eltern insbesondere bei Auslandreisen genügend Babynahrung
mitnehmen, da das Nahrungsangebot für
Kleinkinder von Land zu Land stark variiert.
Für Reisen ins Ausland brauchen Babys eigene
Reisedokumente.
Reisen im Auto
In den ersten Lebensmonaten ihres Kindes
bevorzugen viele Eltern eine Reise mit dem
Auto. Am besten passt man die Reisezeiten
den Schlaf- und Essgewohnheiten des Kindes
an und legt häufig Pausen ein. Ausserdem
braucht das Kind während der Fahrt genügend
zu trinken, vor allem im Sommer. Bei hohen
Temperaturen muss das Kind vor Überwärmung geschützt werden. Am besten zieht man
es nur leicht an und montiert einen Sonnenschutz an den Autofenstern. Windeln, Feuchttücher, eine Wickelunterlage, ein Lätzchen,
21
Aktuell
Reisen ins Ausland
Auch Babys brauchen eine Identitätskarte
oder einen Pass für Reisen ins Ausland. Eltern
können die Reisedokumente bei ihrer Gemeindeverwaltung unter Vorlegung eines eigenen
Ausweises beantragen. Sie müssen zudem ein
Porträtfoto (Grösse: 35i45 mm) des Babys
mit geöffneten Augen, aufgenommen vor einem neutralen Hintergrund, mitbringen. In der
Regel dauert die Anfertigung von Reisedokumenten 7–10 Tage. Eine Identitätskarte kostet
35 Franken, ein Pass 60 Franken (Stand Sommer 2005). Bei gleichzeitiger Bestellung beider Dokumente belaufen sich die Kosten auf
73 Franken. Reisedokumente für Kinder sind
drei Jahre lang gültig.
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Nur sanfte Pflege wird auch höchsten Ansprüchen gerecht.
Die extrastarken Baby-Feuchttücher von Milette enthalten Pflegelotion mit Kamillenextrakt und
sind parfumfrei. Sie wirken optimal feuchtigkeitsregulierend und sind sanft zur anspruchsvollen
Babyhaut. Ein feiner Balsam-Film schützt vor Wundwerden und hinterlässt einen Duft wie frisch
gebadet. Alle Milette-Baby-Feuchttücher sind dermatologisch getestet.
schalen dürfen nur dann auf dem Beifahrersitz
montiert werden, wenn das Airbagsystem von
einer Fachperson deaktiviert wurde. Am sichersten sind Babys auf den beiden äusseren
Plätzen des Rücksitzes, bei nur einem Kind auf
dem Platz zum Trottoirrand.
Ersatzkleider, genügend leichte Nahrung,
Spielsachen und eventuell ein Nuggi gehören
in die Wickeltasche und sollten immer griffbereit sein.
Heute ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass
Kinder unter sieben Jahren mit Hilfe eines Kinderrückhaltesystems gesichert werden müssen. Dies gilt auch für kurze Strecken. Denn
schon beim kleinsten Aufprall wird ein ungesichertes Kind gegen den Vordersitz, das Armaturenbrett oder die Windschutzscheibe geschleudert und kann sich dabei lebensgefährliche Verletzungen zuziehen. Babys sollten so
lange wie möglich in rückwärts gerichteten
Sitzen mitgeführt werden. Diese so genannten
Reboardsitze stützen den Kopf bei einer Kollision am besten ab. Rückwärts gerichtete Baby-
Tipps zur Wahl des Autositzes
Zusammen mit dem TCS führt die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) jedes Jahr Tests
zu Auto-Kindersitzen durch. Die Broschüre
«Auto-Kindersitze» kann bei jeder TCS-Geschäftsstelle oder über die bfu-Website kostenlos bezogen werden: www.bfu.ch; Bestellnummer 9433.
Reisen im Flugzeug
Kinder bis zwei Jahre reisen im Flugzeug in der
Regel fast kostenlos. Allerdings haben sie keinen Anspruch auf einen eigenen Sitz. Sie sitzen oder liegen auf dem Schoss der Eltern und
werden mittels einer Vorrichtung gesichert,
die mit dem Gurt der Eltern verbunden wird.
Da es auf Flügen zu Turbulenzen kommen
kann, sollten Eltern ihr Kind während der gesamten Flugdauer angeschnallt lassen, was
nicht immer ganz einfach ist.
Damit das Kind den Druck in den Ohren besser
ausgleichen kann, gibt man ihm beim Starten
und Landen etwas zu trinken oder einen Nuggi. Das Einträufeln von physiologischer Kochsalzlösung hilft, wenn das Kind erkältet ist
oder die Nasenschleimhaut wegen der Klimaanlage austrocknet. Neben Spielsachen, Nuscheli, Nuggi und Säuglingsnahrung gehören
eine kleine Decke und ein Jäckchen in das
Handgepäck. So sind die Eltern gerüstet, wenn
die Klimaanlage für kühle Temperaturen
sorgt.
23
Aktuell
Kinder müssen im Auto jederzeit gesichert sein.
Eltern müssen einen nach vorne gerichteten
Sitz besorgen, bevor der Kopf des Kindes über
die Babyschale hinausragt. Denn sobald das
Baby für die Schale zu gross wird, besteht Verletzungsgefahr. Für alle Auto-Kindersitze gilt:
Sie sind nur dann sicher, wenn sie korrekt befestigt werden und das Kind richtig angegurtet ist. Die Vorgaben der Hersteller sind unbedingt zu beachten.
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TCS-Test 6/2003 und 6/2004 für Auto-Kindersitze
Badeferien
Die zarte Kinderhaut reagiert sehr empfindlich
auf Sonne. Kinder müssen deshalb eine halbe
Stunde vor dem Sonnenbad mit einem wasserfesten Sonnenschutzmittel eingecremt werden. Im ersten Lebensjahr dürfen Babys nie
direkt der Sonne ausgesetzt werden. Allgemein muss vor allem die pralle Sonne während
der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr gemieden werden. Ideal ist es, wenn Babys und
Kleinkinder dünne Baumwollbekleidung tragen, die Arme und Beine bedeckt. Eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille sind für die
Kleinen ein Muss. Verbringt die Familie die Ferien vor allem am Strand, sollten die Eltern unbedingt einen Sonnenschirm mitnehmen oder
mieten und ihren Kindern vermehrt Flüssigkeit
anbieten. Nach dem Bad im Meer oder dem
Spielen im Sand müssen Babys und Kleinkin-
Tipps für den Hotelaufenthalt
Bevorzugen Sie eine Unterkunft, in der Sie mit
Ihrem Baby oder Kleinkind willkommen sind.
Erkundigen Sie sich frühzeitig, ob das Hotel
über ein Babybett, einen Kühlschrank im Zimmer und je nach Alter des Babys über einen
Hochstuhl verfügt. Wenn Ihr Kind bereits Beikost isst oder einen Milchschoppen trinkt, ist
das Mitbringen eines Wasserkochers oder eines
Schoppenwärmers sowie einer Schoppenbürste
zu empfehlen. Haben Sie sich für ein Hotel mit
Pool entschieden, gehören spezielle Schwimmwindeln (z.B. Little Swimmers von Huggies) ins
Gepäck. Je nach Ferienort ist es empfehlenswert, Mineralwasser für die Zubereitung von
Flaschennahrung zu verwenden.
der mit Süsswasser gesäubert und eingecremt
werden. Windeln müssen häufiger gewechselt
werden als sonst.
Was Beachgirls und Beachboys
diesen Sommer tragen.
Diese Kleider sind in den Grössen 68 – 92
in grösseren Migros-Filialen erhältlich (solange Vorrat).
Necessaire für Babys und Kleinkinder :
• Fieberthermometer
• gegen Fieber und Schmerzen : Tropfen ( auch
ideal bei Durchfall) oder Zäpfchen (Achtung:
können in der Wärme schmelzen)
• Baby-Sonnenschutzcreme mit einem mineralischen Lichtschutzfilter (mind. Faktor 30)
Diese Produkte für das Baby-Necessaire sind in
der Migros erhältlich.
Präparate gegen Durchfall: Elektrolytlösung
(z.B. GES 45 von Milupa) und Bioflorin zur
Unterstützung des Wiederaufbaus einer gesunden Darmflora, beides erhältlich in Apotheken
• physiologische Kochsalzlösung ( z.B. Nasenfrei von Nivea)
• Tee (z.B. Bébédor-Fenchteltee in praktischen
Sticks, Kamillentee) und Traubenzucker
• Desinfektionsmittel, Pflaster und Verbandstoff
• etwas gegen Insektenstiche und Sonnenbrand; Mostkitonetz, Insekten- und Zeckenschutz (z.B. anti insect kids ab 1 Jahr)
• eventuell Zahngel oder Zahnkügelchen
• Pinzette, Schere
• Wundsalbe, Pflegeprodukte
• Notfallnummern : Kinderarzt / Hausarzt, Spital, Rega
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Kranke Babys brauchen mehr Schlaf und Zuwendung.
Durch den Kontakt mit Viren und Bakterien,
die sich überall in der Umwelt befinden, wird
das Immunsystem unserer Kleinen trainiert
und aufgebaut. Es ist daher völlig normal,
dass Kinder in den ersten Lebensjahren häufig erkranken.
zusammen sind. Doch Fieber, Erkältungen und
Durchfall gehören zu einer gesunden Ent wicklung des Kindes. Wenn ein Kind diese Krankheiten nicht in den ersten Lebensjahren durchgemacht hat, wird es sie im Kindergartenalter
nachholen.
Babys, die gestillt werden oder wenig Kontakt
zu Kindern haben, werden in der Regel in den
ersten Monaten seltener krank als Säuglinge,
die nicht gestillt werden oder oft mit Kindern
Fieber
Hohes Fieber bedeutet nicht automatisch,
dass eine ernsthafte Erkrankung vorliegt. Es
zeigt an, dass der Körper seine Abwehrkräfte
27
Gesundheit
Hilfe, mein Baby ist krank !
TIEF DURCHATMEN.
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Gesunde Haut von Anfang an.
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Fieber wird meist durch Viren verursacht, selten durch Bakterien. Im Gegensatz zu Bakterien lassen sich Viren nicht mit Medikamenten
bekämpfen. Es können lediglich die Symptome der Krankheit gelindert werden. So helfen
etwa spezielle Zäpfchen oder Tropfen für Babys, das Fieber zu senken. Die gleiche Wirkung
haben auch kühle Wadenwickel, die allerdings
nur angebracht werden dürfen, wenn die Füsse des Kindes warm sind. Eltern sollten fiebersenkende Massnahmen erst bei einer Körpertemperatur ab 38,5 Grad Celsius ergreifen.
Wenn kranke Babys keinen grossen Appetit
haben, ist das nicht weiter schlimm – das Essen ist jetzt zweitrangig. Wichtiger ist, dass
der Säugling genügend trinkt, um den durch
das Fieber entstandenen Flüssigkeitsverlust
auszugleichen. Kinder, die wegen ihrer Erkrankung abnehmen, holen diesen Gewichtsverlust in der Regel schnell wieder auf, sobald sie
gesund sind.
Kranke Kinder brauchen sehr viel Zuwendung.
Manchmal können sie nur schlecht schlafen
und wollen ständig herumgetragen werden.
Eltern sollten sich deshalb möglichst viel Zeit
für ihr krankes Kind nehmen, auch wenn dies
aus beruflichen Gründen nicht immer ganz
einfach ist. Wichtig ist es, den Allgemeinzu-
stand des kranken Kindes gut zu beobachten.
Wenn es sich trotz Fieber weitgehend wie
sonst verhält und keine auffälligen Symptome
zeigt, liegt in der Regel keine ernsthafte Erkrankung vor.
Ist das Baby jünger als vier Monate oder hat es
länger als drei Tage Fieber, muss es zum Arzt.
Dasselbe gilt, wenn das Baby Bauch-, Halsoder Ohrenschmerzen hat oder ihm das Wasserlassen Schmerzen bereitet. Bei Fieber über
41 Grad Celsius muss ein Kind notfallmässig
behandelt werden. Auch bei Kopfschmerzen,
Teilnahmslosigkeit, Hautflecken, starkem Husten oder keuchender Atmung muss es unverzüglich zum Arzt oder ins Spital.
Erkältungen
Schnupfen, Husten und Halsschmerzen werden meist durch Viren verursacht und treten
vor allem im Winter auf. Ähnlich wie beim Fieber können auch bei Erkältungen nur die Symptome bekämpft werden. Schon ein «harmloser» Schnupfen kann das Wohlbefinden eines
Babys stark beeinträchtigen. So kann es zum
Beispiel weniger gut saugen, weil die Atmung
behindert ist. Das Eintröpfeln von physiologischer Kochsalzlösung hilft, Verstopfungen in
der Nase zu lösen. Ein altes Rezept wirkt ebenfalls oft Wunder: Eine aufgeschnittene Zwiebel, die neben oder über dem Bett aufgehängt
wird, löst den Schleim. Nach einem Schnupfen
folgt häufig ein Husten. Ab dem sechsten Lebensmonat bringen ein Bronchialbalsam
(ohne Kampfer) oder ein Bad mit Kamillenoder Thymiantee Linderung. Empfehlenswert
ist auch das Hochlagern des Oberkörpers, um
die Atmung zu erleichtern.
Dass ein Baby Halsweh hat, merken die Eltern
meist daran, dass es nur wenig trinkt und
29
Gesundheit
gegen eine Störung des Immunsystems mobilisiert. Bei Babys spricht man ab 38,5 Grad
Celsius von Fieber. Oft steigt das Thermometer bei Säuglingen sehr schnell an, weil ihre
Wärmeregulation noch nicht optimal ausgebildet ist. Aus diesem Grund sollten fiebrige Babys nur leicht bekleidet und nicht zugedeckt
werden. Denn warme Kleider, Decken und eine
hohe Raumtemperatur verhindern, dass sich
der überhitzte Körper abkühlen kann.
kaum essen mag. Kühle Getränke und cremige
Speisen wirken abschwellend und schmerzlindernd. Nicht empfehlenswert sind hingegen
Fruchtsäfte, da sie im Hals brennen. Ab sechs
Monaten hilft auch kalter, leicht gesüsster
Salbeitee, den man löffelweise verabreicht.
Bei Erkältungskrankheiten sollte besonders
auf eine gute Befeuchtung der Luft geachtet
werden: Das Aufhängen von Wäsche im Kinderzimmer oder ein Luftbefeuchter (Achtung:
Verbrühungsgefahr !) sind sinnvoll. Kinder mit
Erkältungen brauchen häufiger Mahlzeiten,
dafür kleinere Portionen. Sie haben auch einen
höheren Flüssigkeitsbedarf. Tee oder Wasser
sind die idealen Durstlöscher.
Kommt zur Erkältung auch noch Fieber, müssen Eltern, insbesondere wenn das Baby jünger als vier Monate alt ist, einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch, wenn ein Kind schlecht
trinkt, schnell oder pfeifend atmet, keucht
oder sich kraftlos und matt fühlt. Kinder, die
Fieber und Halsschmerzen haben, erbrechen
und einen roten Ausschlag haben, müssen
ebenfalls zum Arzt. Wenn ein Kind nicht mehr
schlucken kann und unter Atembeschwerden
leidet, muss es unverzüglich ins Spital gebracht werden.
Gesundheit
Durchfall und Erbrechen
Von Durchfall spricht man, wenn ein Kind häufig flüssigen und meist übelriechenden Stuhl
hat, der allerdings nicht mit dem flüssigen
Stuhl von gestillten Kindern zu verwechseln
ist. Oft tritt Durchfall in Kombination mit Erbrechen und Fieber auf, was speziell bei Kindern
unter zwei Jahren schnell zu Austrocknung führen kann. Deshalb ist es wichtig, dass das Kind
viel Tee mit Traubenzucker, Wasser oder nach
ärztlicher Verordnung auch Elektrolytlösung
30
(z.B. GES 45 von Milupa) trinkt. Die Getränke
sollten eher kühl sein und dem Baby häufig,
dafür in kleinen Mengen angeboten werden.
Bei Erbrechen ist es empfehlenswert, keine
feste Nahrung zu geben. Gegen Erbrechen helfen Zäpfchen (z.B. Itinerol B6), die nach ärztlicher Verordnung verabreicht werden.
Gestillte Kinder können bei Durchfall und Erbrechen weiter gestillt werden, sollten jedoch
zusätzlich Wasser oder Tee erhalten. Bei nicht
gestillten Kindern empfiehlt es sich, während
6–12 Stunden Tee zu geben und erst danach
wieder auf die gewohnte Säuglingsmilch, verdünnt mit Wasser oder Tee, umzustellen, bis
der Stuhl wieder fester wird. Säuglingen ohne
Allergierisiko darf ab dem 4. Monat zudem
eine Heilnahrung verabreicht werden (z.B.
Beba Special von Nestlé, HN 25 von Milupa),
die in Drogerien oder Apotheken erhältlich
ist.
Bei Babys, die schon Beikost essen, wirken
neben Reis und Reisschleim auch geraffelte
Äpfel, Bananen und gekochte Karotten stopfend. Normale Kuhmilch oder Kuhmilchprodukte sollten erst wieder angeboten werden,
wenn das Kind während mehrerer Stunden
nicht mehr erbrochen hat und der Stuhl wieder
fest ist. Beim Nahrungsaufbau nach Durchfall
und Erbrechen kann die Mütterberaterin weiterhelfen.
Wenn das Kind über mehrere Stunden nicht
trinkt, alles erbricht, was es trinkt, weniger als
einmal alle acht Stunden eine nasse Windel
hat, wenn es Blut im Stuhl hat oder auffällig
ruhig ist, muss es sofort zum Arzt. Eine Konsultation ist auch dann dringend angezeigt,
wenn ein Baby nach einem Sturz auf den Kopf
erbricht.
Die ersten
Zähne
Ein intaktes Milchgebiss ist die beste Basis für gesunde bleibende Zähne.
Zähneputzen soll Spass machen.
Nur ein vollständiges, gesundes Milchgebiss
erlaubt es dem Kind, richtig zu kauen und alles zu essen. Nicht zuletzt beeinflusst der Zustand des Gebisses auch den Sprachausdruck.
Karies an den Milchzähnen kann nach neuesten Erkenntnissen Karies an den bleibenden
Zähnen verursachen. Ein vorzeitiger Zahnverlust kann zu Stellungsfehlern und Platzmangel
bei den zweiten Zähnen führen. Karies muss
also unbedingt von Anfang an vorgebeugt
werden. Deshalb ist ab dem Durchbrechen
des ersten Zahnes Zähneputzen angesagt. Am
besten putzen Sie Ihrem Kind die Zähne jeden
Abend vor dem Schlafengehen gründlich. Ab
Erscheinen des zweiten Backenzahns sollten
die Zähne zweimal pro Tag gereinigt werden.
Verwenden Sie dafür eine weiche Kinderzahnbürste mit kleinem Kopf und eine milde Kinderzahnpasta mit kindergerechtem Fluorgehalt.
In der Schweiz enthalten Kinderzahnpasten
31
Gesundheit
Der erste Milchzahn bricht bei den meisten
Kindern zwischen dem fünften und dem zehnten Lebensmonat durch. Sehr selten ist der
erste Zahn bereits zum Zeitpunkt der Geburt
vorhanden. Bei manchen Kindern lässt er bis
ins zweite Lebensjahr auf sich warten. Ob sie
nun früh oder spät durchbrechen – eines
haben sie gemeinsam : Zähne müssen vom
ersten Tag an gereinigt werden.
nur 0,025 Prozent Fluorid, was rund einem
Sechstel der Menge der normalen Zahnpasten
für Erwachsene entspricht. Der Gebrauch dieser Zahnpasten ist unbedenklich, auch wenn
Kinder den Grossteil davon verschlucken. Ein
kleiner Klecks Zahnpasta reicht völlig aus.
Babys und Kleinkinder spielen gerne mit der
Zahnbürste, sind aber noch nicht in der Lage,
die Zähne wirklich selbst zu reinigen. Lassen
Sie solche Spielereien ruhig zu, nachdem Sie
für die gründliche Zahnpflege gesorgt haben.
Kinder sollen Spass am Zähneputzen haben.
Ernährung und Karies
Neben der täglichen Zahnpflege spielt die Ernährung die wichtigste Rolle bei der Vermeidung von Karies. Der häufige Genuss von zuckerhaltigen Speisen und Getränken ist die
Gesundheit
So putzen Sie die Zähne Ihres Kindes richtig
Bei vielen Kinderzahnbürsten ist ein Teil der
Borsten gefärbt. Das ist als Hilfe für die Dosierung
der Zahnpasta gedacht.
Aussenseite Schneidezähne : Bürsten Sie mit
vertikalen Bewegungen (auf und ab) bis über das
Zahnfleisch.
Innenseite Schneidezähne: Bürsten Sie mit
vertikalen Bewegungen (auf und ab).
Bürsten Sie die Kauflächen der Backenzähne
mit kleinen, horizontalen Bewegungen.
32
Hauptursache für Karies. Studien haben ergeben, dass insbesondere zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten schädlich für die Zähne sind.
Ungesund ist dabei nicht nur Kristallzucker,
sondern auch Honig, Rohrzucker, Frucht- oder
Traubenzucker. All diese Zuckerarten werden
von den im Mund enthaltenen Bakterien in
Säure umgewandelt, welche die Zähne angreift.
Die gesunde Zwischenmahlzeit
Geben Sie Ihrem Kind bevorzugt frisches Obst
und Gemüse, dunkles Brot, Reiswaffeln, Vollkornzwieback und ab dem zweiten Lebensjahr
Käse, Nature-Quark oder -Joghurt mit frischen
Früchten. Zum Trinken eignen sich am besten
Leitungswasser, das in der Schweiz allgemein
von ausgezeichneter Qualität ist, oder ungesüsster Tee.
Nuggis dürfen nie in Zucker oder Honig getaucht werden. Geben Sie Ihrem Kind beim
Zubettgehen oder nachts auf keinen Fall zuckerhaltige Getränke (wegen des Milchzuckers
auch keine Milch) oder Fruchtsäfte. Laut Dr.
Menghini vom Zahnmedizinischen Zentrum
der Universität Zürich ist die Produktion von
Speichel, der gegen Säure schützt, nachts
nämlich rund zehnmal geringer als im Wach-
zustand. Dadurch erhöht sich die Kariesgefahr
massiv, und schon kleinste Zuckermengen
können grosse Schäden anrichten. Aber auch
Dauernuckeln an Schoppenflaschen ist für die
Zähne ungesund. Mütterberaterinnen, Kinderärztinnen und Kinderärzte empfehlen den Eltern, ihr Kind möglichst bald nach dem ersten
Geburtstag an das Trinken aus der Tasse zu
gewöhnen.
Candida, Zahnpflege ab dem ersten Milchzahn.
Im Dienste der
Zahn-Prophylaxe
CANDIDA Zahnpflege-Produkte sind in Zusammenarbeit mit führenden Schweizer
Universitätskliniken entwickelt worden und gehören qualitativ zu den Besten. Mit
ihren attraktiven Farben und Motiven sowie kindergerechten Formen begünstigen
die CANDIDA Kids- und Junior-Produkte das spielerische Erlernen der Zahnpflege.
Weshalb Stillen
so gut ist
Interview mit Christina Spiri, Still- und Laktationsberaterin
an der stillfreundlichen Klinik Lindberg in Winterthur
Immer mehr Spitäler und Kliniken in der
Schweiz haben die Wichtigkeit des Stillens
erkannt und lassen sich von der UNICEF als
stillfreundliche Klinik auszeichnen. In einem
Gespräch erklärt Christina Spiri die Vorteile
des Stillens.
Säugling unabhängig. Der wichtigste Faktor,
der für das Stillen spricht, ist jedoch die
Gesundheit. Langzeitstudien belegen, dass
Kinder, die gestillt werden, später als Erwachsene weniger zu Übergewicht, Herz-KreislaufErkrankungen und Diabetes neigen.
Stimmt es, dass Muttermilch die beste
Nahrung für Babys ist ?
Ja, auf jeden Fall. Muttermilch enthält Abwehrstoffe, die das Baby vor Erkrankungen schützen. Stillen fördert somit das gesunde Gedeihen des Kindes und sorgt für eine adäquate
Gewichtszunahme. Im Gegensatz zu Entwicklungsländern entscheidet das Stillen bei uns
allerdings nicht mehr über Leben und Tod.
Hat Stillen auch einen Nutzen für die Mutter ?
Beim Stillen zieht sich die Gebärmutter zusammen, was ihre Rückbildung fördert und
den Blutverlust im Wochenbett reduziert. Dadurch gewinnt die Mutter schneller wieder an
Energie.
Gesundheit
Welche Vorteile bietet Muttermilch sonst
noch ?
Muttermilch ist jederzeit in der richtigen Zusammensetzung und der richtigen Temperatur
verfügbar. Die Mutter spart Zeit und Geld, weil
sie kein Milchpulver einkaufen und keine
Fläschchen und Sauger sterilisieren muss. Zudem ist die Mutter so zusammen mit ihrem
34
Gibt es weitere Vorteile für die Mutter ?
Da Stillen den Energiebedarf erhöht, erreichen
stillende Mütter leichter wieder ihre ursprüngliche Figur. Zudem sinkt auch das Risiko, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken.
Ist Stillen eine Garantie gegen Allergien oder
Neurodermitis ?
Nein, dem ist nicht so. Stillen kann lediglich
das Risiko des Auftretens einer solchen Krank-
heit reduzieren. Eine Garantie besteht allerdings nicht.
Kann jede Frau stillen ?
Stillen klappt nicht bei jeder Frau. Obwohl Stillen etwas vollkommen Natürliches ist, müssen
verschiedene Faktoren stimmen. Kann das
Kind beispielsweise die Brust mit seinem
Mund nicht richtig fassen, wird die Milchproduktion unter Umständen zu wenig angeregt.
Manchmal gibt es aber auch anatomische Ursachen, die das Stillen erschweren oder verunmöglichen.
Störfaktoren können zudem auch Stress, Einsamkeit, ein Todesfall oder Unfall in der Familie
oder Schmerzen sein. Sie führen zur Produktion von Adrenalin, was die Milchproduktion
drosseln kann.
Bei sehr vielen Stillproblemen kann eine Stillberaterin mit fachkundigen Tipps helfen.
Was ist für ein erfolgreiches Stillen wichtig ?
Im Idealfall wird das Baby möglichst schnell
nach der Geburt an die Brust gelegt. Am Anfang fliesst meist nur wenig Vormilch, die aber
reich an Eiweissen und Abwehrstoffen ist. Am
Tag der Geburt sollte das Kind vier- oder fünfmal angesetzt werden, danach sechs- bis
achtmal täglich. Es lohnt sich, auf den Trinkrhythmus des Babys einzugehen, weil das die
Milchproduktion optimal unterstützt. Das so
genannte Rooming-in (das Kind schläft im
gleichen Zimmer wie die Mutter) bietet dafür
die beste Voraussetzung, da die Mutter dabei
jederzeit sofort auf ihr Kind reagieren kann.
35
Gesundheit
Eine ausführliche und fachkundige Stillberatung
im Wochenbett bietet die beste Voraussetzung,
dass es mit dem Stillen von Anfang an gut klappt.
Was raten Sie Müttern, die gerne stillen
möchten ?
Ganz wichtig sind Ruhepausen und eine ausgewogene Ernährung. Stress kann man zwar
nicht abstellen, aber manchmal hilft es schon,
ihm bewusster zu begegnen, zu versuchen,
sich zu entspannen, und Verwandte oder eine
Freundin um Hilfe zu bitten, wenn einem die
Hausarbeit über den Kopf wächst.
Ich empfehle Frauen im Wochenbett, sich Zeit
für das Kennenlernen ihres Kindes zu nehmen
und mit dem Versand der Geburtsanzeigen
eine Weile zu warten. Um das Stillen richtig zu
lernen, brauchen Mutter und Baby viel Ruhe
und Zeit füreinander.
Tipps für erfolgreiches Stillen
Gesundheit
Wunde Brustwarzen
Viele Frauen empfinden das Stillen am Anfang
als schmerzhaft. Meist lässt die Empfindlichkeit der Brustwarzen aber nach einiger Zeit
nach. Die wichtigste Massnahme, um ein
Wundwerden der Brustwarzen zu verhindern,
ist das optimale Ansetzen des Babys in unterschiedlichen Positionen. Werden die Brustwarzen trotzdem wund, stillen Sie öfter, dafür
weniger lang. So wird Ihr Kind nicht so heisshungrig. Zudem fällt es ihm leichter, eine nicht
ganz pralle Brust zu fassen. Viel frische Luft
und das Auftragen von reinem Wollfett helfen
ebenfalls. Manchmal ist auch eine Stillpause
notwendig, in der Sie die Milch abpumpen. Bei
hartnäckigen Fällen können in Salbeitee getauchte Gazen, die Bestrahlung mit Rotlicht
oder die Verwendung einer vaselinefreien
Wundsalbe für Brustwarzen zweckmässig
sein.
kamenten muss die Milchproduktion nur selten reguliert werden.
Milchstau
Ein Milchstau ist als klar lokalisierbare harte
Stelle erkennbar und tritt oft bei Stress oder
bei einer Änderung des Trinkrhythmus (längere Pausen) auf. Er kann von einer Rötung und
Fieber (ca. 38° C) begleitet sein. Bei einem
Milchstau sind Ruhe, Wärme (vor dem Stillen)
und eine häufige Brustentleerung angezeigt.
Nach dem Stillen oder Abpumpen kann ein
kühler Quarkwickel helfen. Eine Stillberaterin
oder eine Hebamme kann die Mutter bei der
Behandlung unterstützen und ihr auch die korrekte Brustmassage zeigen. Eine Besserung
muss innerhalb von 24 Stunden eintreten.
Zu wenig Milch
Durch häufiges und korrektes Ansetzen lässt
sich die Milchmenge erhöhen. Da sich eine
ausgiebig entleerte Brust schneller wieder
füllt, kann wechselseitiges Stillen (z.B. 7 Min.
links, rechts, 5 Min. links, rechts, 3 Min. links,
rechts) sinnvoll sein.
Brustentzündung (Mastitis)
Eine Brustentzündung kann sich aus einem
Milchstau oder sehr plötzlich innert zweier
Stunden entwickeln. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer Grippe (40° C Fieber, Schüttelfrost etc.). Absolute Bettruhe, Wärme vor dem
Stillen und häufiges Entleeren der Brüste mit
anschliessenden kühlen Umschlägen sind angesagt. Schmerzmittel können eingesetzt werden, manchmal helfen aber nur Antibiotika.
Zu viel Milch
Oft wird auch hier durch ein gutes Stillmanagement eine Verbesserung erzielt. Manchmal hilft es, eine Zeit lang pro Mahlzeit nur
eine Brust zu entleeren. Denn allgemein gilt:
Je voller eine Brust ist, desto weniger Milch
produziert sie. Auch durch das Trinken von
Salbeitee wird die Milchmenge reduziert.
Falsch wäre es, weniger zu trinken. Mit Medi-
Soor
Soor ist ein Pilz, der oft erst nach Monaten aus
heiterem Himmel auftritt und zum Wundwerden der Brustwarzen führen kann. Häufig
hat sich der Pilz auch im Mund des Babys angesiedelt und ist als weisslicher Belag in den
Backentaschen erkennbar. Weil Soor sehr
hartnäckig ist, müssen Mutter und Baby medikamentös behandelt werden.
36
Wenn’s mit dem Stillen nicht klappt
Da Stillen sehr viele Vorteile bietet, ist auch
der gesellschaftliche Druck auf die Mutter gestiegen, ihr Kind zu stillen. Manchmal gibt es
aber Gründe, weshalb es mit dem Stillen nicht
klappt oder eine Mutter schon nach kurzer
Zeit abstillt.
Der Entschluss zum Stillen ist eine sehr persönliche Entscheidung. Manchmal kann auch
eine Teillösung optimal sein. Ein Baby, das nur
morgens und abends gestillt und sonst aus
dem Fläschchen ernährt wird, profitiert immer
noch von den in der Muttermilch enthaltenen
Abwehrstoffen.
Kodex der Hersteller
Der 1994 in Kraft gesetzte Verhaltenskodex
betreffend Muttermilchersatzpräparaten ist
darauf ausgerichtet, das Stillen zu fördern,
und basiert auf dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) formulierten Kodex. Mit
der Unterzeichnung verpflichten sich die Hersteller, auf der Packung auf die Bedeutung des
Stillens hinzuweisen. Sie verzichten zudem
auf Massnahmen zur Steigerung des Absatzes von Anfangsnahrung (Werbung, Aktionen,
Zugabeartikel und Koppelungsangebote), geben Gratismuster nicht unaufgefordert ab und
beliefern Geburtskliniken nicht kostenlos mit
Muttermilchersatzpräparaten.
Eine Mutter, die ihr Kind nicht stillt, kann trotzdem eine innige Beziehung zu ihrem Baby aufbauen. Deshalb darf sich eine nicht stillende
Mutter nie als Versagerin fühlen. Muttermilchersatz-Produkte sind heute so zusammengesetzt, dass nicht stillende Mütter keine Bedenken haben müssen. Für Babys mit einem
erhöhten Allergierisiko sind spezielle hypoallergene Milchprodukte erhältlich.
Weitere Infos:
Bücher:
«Stillen», Elizabeth Hormann und
Marta Guoth-Gumberger, Gräfe & Unzer Verlag,
ISBN 3-7742-6387-6.
«Das Handbuch für die stillende Mutter»,
La Leche Liga Schweiz, ISBN 3-906675-02-5.
Broschüre:
«Stillen – ein Geschenk fürs Leben». Bitte
senden Sie ein frankiertes Rückantwortcouvert
an die Schweizerische Stiftung zur Förderung
des Stillens, Franklinstrasse 14, 8050 Zürich.
37
Gesundheit
Die Entwicklung einer engen Mutter-KindBeziehung hängt nicht nur vom Stillen ab.
Mmmm... der natürliche Geschmack von Gemüse !
Um Ihrem Kind eine Nahrung ohne Schadstoffe
zu bieten, schliesst die Nestlé Agro-Öko-Abteilung
mit Landwirten Verträge ab. Gemeinsam legen
sie optimale Anbaumethoden und den idealen
Zeitpunkt für die Ernte fest, so sind die verwendeten Rohstoffe praktisch rückstandsfrei. Vom
Anbau bzw. der Aufzucht bis hin zum Endprodukt
garantieren über 100 Kontrollen für die Qualität
und Sicherheit der Produkte. Dank all dieser Massnahmen garantieren die Nestlé-Gläschen maximale
Qualität, Sicherheit und Frische.
Nestlé Baby Services: 0800 55 44 66 – www.nestlebaby.ch
Nestlé Kindernährmittel gibts in Ihrer Migros
Das Geburtsgewicht
von Babys verdoppelt
sich schon innerhalb
weniger Monate.
Isst mein Baby genug ?
Regelmässiges Wiegen und ein Gespräch mit
einer Mütterberaterin oder einer Kinderärztin
helfen, Verunsicherungen abzubauen. In den
ersten acht bis zwölf Wochen ist es sinnvoll,
das Baby alle ein bis zwei Wochen zu wiegen,
danach reicht in der Regel einmal pro Monat.
Die meisten Kinder legen in den ersten drei
Monaten stark an Gewicht zu (rund 600–900
Gramm pro Monat). In dieser Zeit beträgt das
durchschnittliche Wachstum 3,5 Zentimeter
pro Monat. Danach flachen die Wachstumsund Gewichtszunahme-Kurven, auch Perzentilenlinien genannt, in der Regel ab. Zwischen
dem 4. und dem 12. Monat nehmen Babys pro
Monat nur noch durchschnittlich 400–500
Gramm zu. Frühgeborene können ihr niedriges
Geburtsgewicht meist innerhalb weniger Monate auf einen normalen Wert steigern.
Um das Gedeihen eines Kindes zu beurteilen,
ist jedoch nicht nur die Gewichtszunahme
aufschlussreich. Viel wichtiger ist es, dass Gewicht, Körperlänge und Kopfumfang im richtigen Verhältnis zueinander zunehmen. Ausserdem sollten sich Gewicht und Grösse des Babys idealerweise entlang den Perzentilenlinien
entwickeln. So ist es zum Beispiel in Ordnung,
39
Gesundheit
Im ersten Jahr sorgen sich die meisten Eltern
darum, ob sich ihr Kind normal entwickelt. Sie
vergleichen ihr Baby mit anderen Kindern.
Das kann natürlich sehr verunsichern. Denn
sowohl das Wachstum als auch die Gewichtszunahme verlaufen bei jedem Kind anders.
wenn ein Baby, das bei seiner Geburt sehr
klein und leicht war, auch nach zwölf Monaten
noch zu den kleinsten und leichtesten Kindern
gehört.
Hunger und Durst
Kinder, die viel essen, werden nicht schneller
«gross und stark». Es ist wie bei den Erwachsenen: Aufgrund seines individuellen Stoffwechsels verwertet jedes Baby die Nahrung
anders. Daher brauchen Babys unterschiedlich viel Nahrung und Flüssigkeit. Ausser dem
Stoffwechsel beeinflusst auch die Aktivität
des Kindes Hunger und Durst. Ein Kind, das
draussen herumtollt, benötigt mehr Kalorien
als ein Kind, das Bilderbücher betrachtet. Es
ist ganz normal, dass Babys und Kleinkinder
mal mehr, mal weniger Hunger haben und
dementsprechend viel oder wenig essen und
trinken. Ein gesundes Kind spürt, was es
braucht. Die meisten Kinder benötigen pro Tag
mehrere, dafür kleinere Portionen. Oft haben
sie alle drei bis vier Stunden Hunger, dies in
den ersten Monaten auch nachts.
14 kg
Das Sättigungsgefühl
Im Gegensatz zu Erwachsenen spüren Babys
und Kleinkinder aufgrund eines ausgeprägten
Sättigungsgefühls ganz genau, wann sie genug gegessen haben. Dieses Körpersignal
hilft ihnen, das Körpergewicht zu regulieren.
Wer mehr isst, als sein Körper verbraucht, wird
dick. Heute leidet in der Schweiz bereits jedes
vierte Kind an Übergewicht. Die Weichen dazu
werden oft schon sehr früh durch eine falsche
Ernährung und die Missachtung des Sättigungsgefühls gestellt. Babys signalisieren ihren Eltern, wann sie satt sind. Sie wenden sich
von der Brust oder der Schoppenflasche ab,
stossen den Teller mit Brei von sich oder pressen die Lippen zusammen, wenn sich ihrem
Mund ein Löffel nähert. Wer sein Kind zwingt,
eine Mahlzeit aufzuessen, tut ihm keinen guten Dienst. Eltern riskieren dabei, dass das
Kleine bald einmal nicht mehr auf seine Körpersignale hört und mehr isst, als es tatsächlich braucht. Bei einigen Kindern kann Zwang
sogar zur Verweigerung der Nahrungsaufnahme führen.
14 kg
97%
97%
90%
75%
50%
25%
10%
3%
10 kg
5 kg
2 kg
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15
Alter in Monaten
Gewichtszunahmekurve für Mädchen
Gesundheit
10 kg
5 kg
2 kg
40
90%
75%
50%
25%
10%
3%
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15
Alter in Monaten
Gewichtszunahmekurve für Jungen
Die ersten Schuhe
Barfussgehen ist das Beste für Babyfüsse. So können sich Knochen, Bänder und Muskeln gut entwickeln.
98 Prozent aller Babys kommen mit gesunden
Füssen zur Welt, aber nur noch 40 Prozent haben gesunde Füsse, wenn sie erwachsen sind.
Der Hauptgrund dafür sind Kinderschuhe, die
zu klein sind.
in erster Linie passen. Zudem müssen sie bequem, robust und funktionell sein. Damit sich
Kinderfüsse darin wohl fühlen, müssen Schuhe folgende Kriterien erfüllen:
Beweglichkeit: Die Sohle muss flexibel sein
und der Schaft weich, so dass der Kinderfuss
in seiner natürlichen Bewegung möglichst
wenig eingeschränkt wird.
• Material : Bevorzugen Sie atmungsaktive
Materialien, welche die beim Schwitzen entstehende Feuchtigkeit aufnehmen und nach
aussen abgeben können.
• Einlegesohle : Ein Fussbett kann die Entwicklung der Kinderfüsse beeinträchtigen und ist
daher nicht notwendig. Fühlt sich eine Einlegesohle wie eine Berg-und-Tal-Landschaft
an, gehört der Schuh zurück ins Gestell.
• Ferse : Ein hoher, verstärkter Fersenteil fixiert die Ferse und verhindert ein seitliches
Abknicken des Fusses.
Der richtige Kinderschuh
Günstige Schuhe sind oft genauso gut wie teure aus dem Fachhandel. Kinderschuhe müssen
41
Gesundheit
•
Kinder benötigen die ersten Schuhe erst, wenn
sie draussen frei stehen können. Dann müssen die Füsse vor Verletzungen, Nässe und
Kälte geschützt werden. Da Kinderfüsse aus
weichen, knorpeligen Strukturen bestehen,
die erst mit der Zeit verknöchern, sollten Sie
Ihr Kind möglichst lange barfuss herumtollen
lassen. Zu Hause sind bei niedrigen Temperaturen rutschfeste Socken ideal. Nur so können
sich Knochen, Bänder, Fuss- und Zehenmuskulatur optimal entwickeln.
Schuhöffnung: Eine weite Schuhöffnung garantiert problemloses An- und Ausziehen.
• Form: Ein guter Kinderschuh sollte vorne
breit und hoch sein, um den Zehen genügend
Spielraum und Bewegungsfreiheit zu lassen.
Bei Grösse 24 sollte der Schuh an der Spitze
mindestens 14 mm hoch sein. Auch die Breite
des Schuhs muss stimmen: Beim Kneifgriff
um die Ferse sollte der hintere Teil des
Schuhs nicht gefaltet werden können. Beim
Gabelgriff um den Rist sollten die Fussränder
auf der Innen- und der Aussenseite spürbar
sein.
• Grösse : Laut einer Untersuchung des Orthopäden Dr. Thomas Böni, Universitätsklinik
Balgrist in Zürich, trägt fast jedes zweite
Kind zu kleine Schuhe, was zu Deformationen führen kann. Sind die Socken zu klein,
kann sich das ebenfalls negativ auswirken.
Da Ihnen Ihr Kind nicht verbindlich sagen kann, ob der Schuh passt, sind
Sie für die Wahl der richtigen Grösse
verantwortlich. Kaufen Sie Schuhe
immer am Nachmittag, denn Füsse werden im Verlaufe des Tages länger. Generell
•
Kinderschuhe müssen passen, damit das Schuhetragen Freude macht.
Die perfekte Grösse
Gesundheit
So lang sollte
der Schuh sein.
42
Schuh ist zu kurz.
Schuh passt.
Schuh ist zu lang.
gilt, dass der Innenschuh immer etwa 12 mm
länger sein muss als der Fuss. Verlassen Sie
sich beim Schuhkauf nie nur auf die angegebene Grösse, denn diese kann von Marke zu
Marke stark variieren. Kinderfüsse wachsen
schnell. Überprüfen Sie deshalb die Schuhgrösse alle 8 bis 12 Wochen. Mit folgenden
Methoden können Sie die optimale Schuhgrösse leicht ermitteln:
• Messschieber : Mit dem plus12-Fussmessgerät oder dem BIMS-Fussmessschieber
lassen sich die Fusslänge und die Innenlänge des Schuhs leicht messen. Die beiden Messschieber kalkulieren den idealen
Spielraum für die Zehen ein. Das praktische
plus12-Fussmessgerät kostet 19 Franken
inklusive Versandspesen und kann über
www.kinderfuesse.com bestellt werden.
Der handliche BIMS-Fussmessschieber ist
für 20 Franken inklusive Versandspesen
unter www.bims.ch erhältlich. Am besten
nehmen Sie einen dieser Messschieber zu
jedem Schuhkauf mit. So wissen Sie mit
Sicherheit, ob die angeschriebene Schuhgrösse der Fusslänge Ihres Kindes entspricht.
• Fussschablone : Stellen Sie Ihr Kind auf einen Karton und umranden Sie den Fuss.
Rechnen Sie vorne 12 mm dazu. Legen Sie
die Schablone in den Schuh Ihrer Wahl.
Passt der Abdruck problemlos hinein, ist
der Schuh gross genug.
Buchtipp :
«Kinderfüsse – Kinderschuhe» von Wieland Kinz,
ISBN 3-00-005879-6, im Buchhandel oder
direkt über www.kinderfuesse.com bestellbar.
Kleinkinderschuhe
Grösse 19–26
Kleinkinderschuhe
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Erhältlich in grösseren Migros-Filialen mit Schuhrayon.
Im ersten Lebensjahr spüren Babys noch nicht, dass ihre Blase voll ist.
Windeln ade
Das Alter, in dem Kinder trocken und sauber
werden, variiert sehr stark. Laut Remo Largo,
Professor für Kinderheilkunde am Kinderspital Zürich, gehören das bewusste Wahrnehmen der Blasen- und Darmentleerung sowie die Eigeninitiative des Kindes zu den
wichtigsten Voraussetzungen für die Kontrolle über Blase und Darm.
Entwicklung
Ab dem zweiten Lebensjahr können Kinder
aufgrund der Ausreifung des Rückenmarks
spüren, wenn ihre Blase voll ist, vorher nicht.
Bis sie ihre Entleerung willentlich steuern
können, dauert es aber noch eine Weile. Ein
Grossteil der Kinder kann im Alter von 24 bis
44
48 Monaten zwar den Urin tagsüber bereits
zurückhalten. Um die Blase auch in der Nacht
kontrollieren zu können, benötigen die meisten Kinder noch ein weiteres halbes Jahr. Mädchen sind in der Regel früher trocken als Knaben. Viele Kinder erlangen schneller die Kontrolle über ihren Darm als über ihre Blase. Zu
Beginn des fünften Lebensjahrs sind rund 90
Prozent aller Kinder sauber und trocken – einige brauchen jedoch ein bisschen länger.
Sauberkeitserziehung – ab wann ?
Diverse Studien belegen, dass ein verfrühtes
Töpfchentraining nichts bringt und die Eltern
nur frustriert. So hat zum Beispiel Dr. Nathan
Blum vom Kinderspital Philadelphia im Jahr
2003 die Eltern von 378 Kindern zu ihren
Erfahrungen mit der Sauberkeitserziehung
befragt. Kinder, die bereits mit weniger als
27 Monaten aufs Töpfchen gesetzt wurden,
brauchten 10 bis 14,5 Monate, um trocken und
sauber zu werden. Bei Kindern, die erst mit 27
Monaten oder später ans «Häfi» gewöhnt wurden, dauerte der Prozess dagegen nur 5 bis
9,5 Monate. Die Studie zeigt, dass Kinder, die
schon früh aufs Töpfchen gesetzt werden,
nicht früher trocken und sauber sind als Kinder, bei denen die Eltern mit dem Töpfchentraining zuwarten. Wie Dr. Blum betont, wäre
es jedoch falsch, das Alter von 27 Monaten als
ideal für den Beginn der Sauberkeitserziehung zu betrachten. Viel wichtiger sei es, auf
die individuelle Bereitschaft des Kindes zur
kontrollierten Urin- und Stuhlabgabe einzugehen.
Trainingswindeln
Signalisiert ein Kind deutlich,
dass es trocken und sauber
werden will, kann der Wechsel
auf Trainingshöschen (z.B.
Pull-Ups von Huggies) sinnvoll sein. Diese Höschen kommen bezüglich Aussehen und
Handhabung richtiger Unterwäsche sehr nahe.
Das Kind kann sie selbständig aus- und anziehen. Reicht es trotzdem mal nicht aufs Töpfchen,
schützt das Höschen die Kleidung.
Der Sommer ist ideal, um mit dem Sauberkeitstraining zu beginnen.
Eigeninitiative tritt frühestens zwischen dem
12. und dem 18. Lebensmonat auf. Bei einem
Grossteil der Kinder zeigt sie sich allerdings
erst zwischen dem 18. und dem 36. Lebensmonat.
Vorbild Eltern
Sobald Kinder Eigeninitiative zeigen, kann
mit der Sauberkeitserziehung begonnen werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Vorbildfunktion der Eltern oder der älteren Geschwister. Wenn ein Kind Gelegenheit hat,
seinen Eltern oder Geschwistern auf dem stillen Örtchen zuzuschauen, lernt es schneller.
Am besten setzen Eltern ihr Kind dann aufs
Töpfchen, wenn sie selber auf die Toilette gehen. War der Gang aufs Töpfchen erfolgreich,
45
Entwicklung
Der Zürcher Kinderarzt Prof. Remo Largo empfiehlt Eltern ebenfalls, so lange zu warten, bis
das Kind von selbst signalisiert, dass es bereit
ist, sauber und trocken zu werden. Dem Drang,
die Blase oder den Darm zu entleeren, kann
das Kind mit seiner Mimik, seiner Körperhaltung oder mit Worten Ausdruck geben. Diese
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es mal nicht aufs Töpfchen reichen sollte, sind die Pull-Ups® trotz allem leicht saugfähig. Viel
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Die wichtigsten Tipps
für die Sauberkeitserziehung :
• Setzen Sie Ihr Kind erst dann aufs Töpfchen,
wenn es Interesse daran zeigt.
• Lassen Sie es zuschauen, wenn Sie selber auf
die Toilette gehen.
• Setzen Sie es zu festen Zeiten aufs Töpfchen,
z.B. immer nach dem Mittagessen.
• Bleiben Sie bei ihm, lesen Sie ihm eine Ge-
schichte vor oder lassen Sie es spielen.
• Vermitteln Sie Ihrem Kind nie Ekel gegenüber
ist Lob angesagt. Dass in der Anfangszeit immer mal wieder etwas danebengeht, ist normal. Eltern dürfen das nicht als Misserfolg
werten und auf keinen Fall mit ihrem Kind
schimpfen.
Selbständigkeit unterstützen
Kinder sollten in ihren Bestrebungen, selbständig zu werden, möglichst unterstützt werden. Für den Gang zur Toilette ist es wichtig,
dass das Kind Kleider trägt, die es möglichst
ohne Hilfe ausziehen kann. Am besten klappt
dies bei Hosen mit einem elastischen Bund.
Zeigen Sie Ihrem Kind auch, wie es seine Hose
wieder hochziehen kann. Wenn es den Hosenbund hinten mit beiden Händen fasst, geht
dies meistens ganz gut.
Der perfekte « Thron »
Manche Kinder bevorzugen ein Töpfchen, andere möchten lieber auf die Toilette, ganz wie
Mama oder Papa. Damit sich ein Kind auf der
Toilette wohl fühlt, empfiehlt sich die Anschaffung eines Sitzverkleinerers und eines Schemels. Mit diesen Hilfsmitteln kann das Kleine
sein Geschäft entspannt verrichten. Ein paar
Spielsachen vertreiben die Langeweile auf
dem « Thron ».
Buchtipp :
«Babyjahre» von Remo H. Largo,
Serie Piper, aktualisierte Neuausgabe 2001,
505 Seiten, Fr. 18.10 , ISBN 3-492-23319-8.
47
Entwicklung
Ein Bilderbuch sorgt für Abwechslung auf dem
Töpfchen.
seinen Ausscheidungen. Behandeln Sie diese
als etwas ganz Natürliches.
• Lassen Sie Ihr Kind nie länger als drei bis fünf
Minuten auf dem Töpfchen oder der Toilette.
Es fühlt sich sonst unter Druck gesetzt.
• Wenn es sein Geschäft erledigt hat, sollten Sie
es ausgiebig loben.
• Der Sommer ist die ideale Zeit, um mit der Sauberkeitserziehung zu beginnen. Dann können
Kinder auch mal nackt oder nur mit Windeln
bekleidet herumtollen und so ihre Ausscheidungen besser wahrnehmen.
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05
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Die Neugier von Babys kennt keine Grenzen. Sie können es kaum erwarten, sich fortzubewegen.
Meilensteine in der Entwicklung
Bei einem Neugeborenen ist die Bewegung
vor allem durch Reflexe gesteuert, die in den
ersten Wochen allmählich verschwinden. In
den ersten drei Monaten gewinnt es immer
mehr Kontrolle über seine Bewegungen. So
lernt es gegen Ende des zweiten Monats, seinen Kopf in Bauchlage anzuheben. Auch seine
Beinchen werden kräftiger, und das Strampeln
wird immer koordinierter, weil das Zusammen-
spiel der Bewegungssteuerung im Gehirn mit
den Muskeln immer besser klappt.
Während das Neugeborene reflexartig alles
umklammert, was ihm in die Finger kommt,
lernt es in den ersten vier Monaten, seine Hände in den Mund zu stecken und richtig zu greifen. Um das Baby nicht in seiner Bewegungsfreiheit einzuschränken, sollte es nur für kurze
Zeit in der Wippe oder im Autositz liegen.
Die ruhigen Zeiten sind vorbei
Ab dem vierten Monat will das Baby nicht mehr
ruhig daliegen. Es stemmt sich in Bauchlage
auf, um seine Umgebung besser zu sehen.
Schon bald lernt es, sich auf die Seite zu rollen. Eltern sollten ihr Baby deshalb nie allein
49
Entwicklung
Im ersten Lebensjahr macht ein Mensch so
viele Entwicklungsschritte wie später nie
mehr in seinem Leben. Dabei hat jedes Kind
sein ganz persönliches Entwicklungstempo
und erreicht die einzelnen Meilensteine zu
einem unterschiedlichen Zeitpunkt.
de am besten mit Lippen, Gaumen und Zunge
erforschen kann.
Mit allen
Sinn
en das Leben entdecken
Kleine Schritte in eine grosse Welt
Aqua Doodle
53 x 53
cm
Den Stift mit Wasser füllen
und drauflos malen! Die
magische Malfläche färbt
sich in Kontakt mit Wasser
blau und die Striche
verschwinden, sobald sie
trocknen.
Kuschelbücher
Schäfchen-Spieluhr
Ein kuscheliger Begleiter, der das
Baby mit einem Wiegenlied in
das Reich der Träume begleitet.
Ein erstes Bilderbuch aus kuschelweichem Stoff und
Knisterfolie im Umschlag. Zum Spielen im Bettchen,
Kinderwagen oder auf der Krabbeldecke.
Schmuse-Entchen
Ein erster Kuschelfreund aus weichem
Plüsch sollte in keinem
Babybett fehlen.
Mit Beissring und
Nuckelknoten.
x ss.ch
Das Baby wird mobiler
Zwischen dem siebten und dem neunten Monat fällt es dem Kind immer leichter, sich vom
Rücken auf den Bauch zu drehen und umgekehrt. Es lernt, seine Händchen noch besser
zu koordinieren. Ab dem neunten Monat beherrschen einige Kinder bereits den Pinzettengriff: Sie heben einen kleinen Gegenstand
(z.B. ein Steinchen) mit Daumen und Zeigefinger auf und untersuchen ihn genau.
Zwischen dem neunten und dem zehnten Monat lernen Babys, sich aufzusetzen. Es ist
wichtig, dass das Kind diesen Entwicklungsschritt selbständig vollzieht, weil es nur dann
stabil sitzen wird. Deshalb sollten die Eltern
ihr Kind möglichst häufig auf den Boden legen
e
auf dem Wickeltisch lassen und das Kind immer mit einer Hand festhalten. Denn der
Moment, in dem es sich dreht, kommt ohne
Vorwarnung.
Zwischen dem vierten und dem sechsten Monat lernt das Baby, seine Händchen immer
besser einzusetzen und zielsicher zuzupacken. Jetzt gefällt es dem Baby am besten am
Boden auf einer Krabbeldecke mit Spielsachen
in Reichweite. Ab dem fünften bis sechsten
Monat darf es auch ab und zu für kurze Zeit auf
dem Schoss von Mama oder Papa sitzen, um
seine Umgebung aus einer anderen Perspektive zu erleben.
Jetzt realisiert es immer mehr, dass sein Tun
etwas bewirkt. Fällt dem Kind ein Gegenstand
aus der Hand, schaut es ihm nach und versucht
ihn wieder aufzuheben. In diesem Alter steckt
ein Kind alles in den Mund, weil es Gegenstän-
und nicht allzu oft hinsetzen. Im nächsten
Schritt lernt es, im Sitzen mit seinen Spielsachen zu hantieren. Erst wenn es gut sitzen
kann, dürfen die Eltern es in den Hochstuhl
setzen.
Ebenfalls ab dem neunten Monat lernen Kinder sich fortzubewegen : Sie robben unter
Einsatz ihrer Unterarme durch die Gegend.
Gugus-dada-Spiele werden langsam interessant, weil das Baby zu realisieren beginnt,
dass die Mama, die sich hinter einem Tuch
versteckt, immer noch da ist.
Über die ersten Schritte freuen sich Eltern ganz
besonders.
« Jetzt werde ich immer schneller ! »
Mit etwa zehn Monaten beginnen viele Babys
zu krabbeln. Einige lassen diese Entwicklungsstufe jedoch aus und robben oder rollen
dafür länger, bis sie gehen lernen. Die Neugier
eines Babys in diesem Alter kennt keine Gren-
51
Entwicklung
Beim Spielen lernen Kinder, Zusammenhänge zu
erkennen.
zen. Schon bald gibt es sich mit Robben oder
Krabbeln nicht mehr zufrieden und versucht,
sich überall hochzuziehen. Schliesslich will es
sich so fortbewegen wie Mama und Papa. Anfangs hält es sich noch am Sofa oder am Tisch
fest, während es die ersten Schritte macht.
Sobald es sich sicher genug fühlt, macht es die
ersten freien Schritte, was auch für die Eltern
ein grosser Moment ist. Ein Kind beim Gehenlernen zu forcieren ist nicht sinnvoll. Experten
raten deshalb von Lauflerngeräten ab. Jedes
Kind lernt von alleine gehen, wenn es reif für
diesen Entwicklungsschritt ist. Einige Babys
laufen an ihrem ersten Geburtstag, andere
brauchen mehr Zeit dafür. Das ist ganz normal
und sollte die Eltern nicht beunruhigen.
Kinderernährung
richtig gemacht
Marianne Botta Diener, diplomierte Lebensmittelingenieurin ETH
und Buchautorin aus Riggisberg, ist Mutter von vier Kindern im Alter
zwischen zwei und zehn Jahren.
Eltern wollen ihr Kind möglichst gesund ernähren. Gerade im ersten Lebensjahr beschäftigen sie sich mit vielen Fragen rund um
die Kinderernährung. Marianne Botta Diener,
Ernährungswissenschaftlerin und Autorin des
Ratgebers « Kinderernährung gesund und
praktisch » (Beobachter-Buchverlag), beantwortet Fragen, die von Eltern häufig gestellt
werden.
Entwicklung
Ab wann darf ich meinem Baby zusätzlich zur
Milch auch Beikost geben ?
Beikost sollte möglichst erst nach dem sechsten Monat eingeführt werden. Wenn das Baby
jedoch nach einer Milchmahlzeit immer noch
hungrig ist, sein Geburtsgewicht bereits verdoppelt hat oder sehr grosses Interesse an fester Nahrung zeigt, dürfen Sie ihm frühestens
nach dem vierten Monat Beikost geben. Auch
wenn das Kind nur zögerlich zunimmt oder bei
der Aufnahme der Arbeitstätigkeit der Mutter
die Schoppenflasche ablehnt, kann die Einführung von Beikost bereits nach dem vierten Monat notwendig sein. Eine zu frühe Einführung
von Beikost erhöht das Allergierisiko.
52
Wie gehe ich bei der Einführung von Beikost
am besten vor ?
Bei der Einführung von Beikost brauchen Sie
sehr viel Geduld. Ihr Kind muss sich zuerst an
den Löffel sowie an die Konsistenz und den
Geschmack von neuen Lebensmitteln gewöhnen. Es kann eine Weile dauern, bis Sie eine
Still- oder Schoppenmahlzeit weglassen können. Pro Woche sollten Sie nicht mehr als ein
neues Lebensmittel einführen, um die Verdauungsorgane des Babys nicht zu überfordern
und das Allergierisiko nicht zu erhöhen. Am
besten beginnen Sie mit Rüebli, Kartoffeln,
Bananen oder gekochten Äpfeln und Birnen.
Kann ich meinem Kind ohne Bedenken gekaufte Babynahrung geben ?
Babynahrung unterliegt sehr strengen Kontrollen. Die Gläschen werden sterilisiert und
sind frei von Konservierungsmitteln, Farbstoffen, Bindemitteln und künstlichen Aromen.
Bevorzugen Sie Produkte, die nicht mehr als
fünf Zutaten enthalten. Achten Sie darauf,
dass die Nahrung pflanzliche Öle enthält. Falls
nicht, geben Sie ihr immer einen Kaffeelöffel
Rapsöl bei, um den Fettsäurebedarf Ihres Babys zu decken.
sechsten bis neunten Monat nicht zu empfehlen (z.B. Weizen, Hafer, Dinkel etc.).
Darf ich mein Baby vegetarisch ernähren ?
Wenn das Baby etwa sechs Monate alt ist,
reicht das Eisen in der Muttermilch nicht mehr
aus. Jetzt sollte der Bedarf durch zwei bis drei
Portionen Fleisch pro Woche gedeckt werden.
Wollen Sie Ihr Kind vegetarisch ernähren, sollten Sie dies unbedingt mit einer Mütterberaterin besprechen. Sie kann Ihnen sagen, welche
vegetarischen oder mit Eisen angereicherten
Lebensmittel einem Eisenmangel vorbeugen.
Die Kinderärztin kann mittels Bluttest einmal
pro Jahr feststellen, ob der Eisenbedarf des
Kindes gedeckt ist.
Wie merke ich, dass mein Kind auf ein bestimmtes Lebensmittel allergisch reagiert ?
Am einfachsten lässt sich eine Allergie an
einer Hautreaktion erkennen. Solche Ausschläge oder Ekzeme können an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten. Manchmal
zeigt sich eine Allergie aber auch durch Bauchschmerzen oder Durchfall.
Welche Lebensmittel können Allergien auslösen?
Soja, Milch und Milchprodukte, Nüsse, Fisch
und Meeresfrüchte, Eier und Sellerie lösen am
häufigsten Allergien aus. Kuhmilch- und Kuhmilchprodukte dürfen allergiegefährdeten
Kindern frühestens zwischen dem neunten
und dem zwölften Monat gegeben werden,
Eier, Soja, geriebene Nüsse und Fisch erst
nach dem ersten Geburtstag. Zudem sind Getreidearten, die Gluten enthalten, vor dem
Unser Baby möchte selber essen. Sollen wir
es zulassen, dass es den Löffel selber hält
und mit dem Essen spielt ?
Babys lieben es, das Essen anzufassen. Doch
erst mit etwa 18 Monaten gelingt es ihnen,
den Löffel selbständig zum Mund zu führen.
Es ist wichtig, dass das Baby mit dem Löffel
hantieren darf. Allerdings müssen Sie als Eltern entscheiden, wie viel Sie putzen wollen,
denn am Anfang geht garantiert viel daneben.
Es ist daher empfehlenswert, einen Latz mit
Ärmeln sowie ein grosses Tischset zu verwenden und eine Plastikdecke unter den Tisch zu
legen.
53
Entwicklung
Welche Lebensmittel sind im ersten Lebensjahr ungeeignet ?
Ungeeignet sind Lebensmittel, die scharf, sauer, bitter, salzig, zucker- oder nitrathaltig sind.
Verzichten Sie auf Rohmilch und Produkte aus
Rohmilch, auf rohe Eier, rohen Fisch und rohes
Fleisch – sie können gefährliche Bakterien
enthalten. Auch zu nitratreiches Gemüse (z.B.
gewisse Salate, Spinat) ist ungeeignet. Und
allergisch veranlagte Kinder sollten auf Lebensmittel verzichten, die erfahrungsgemäss
besonders oft Allergien auslösen.
Braucht ein Baby zusätzlich zur Milch andere
Getränke ?
Nein, nicht unbedingt. Der Flüssigkeitsbedarf
von Babys wird durch die Muttermilch, den
Schoppen und durch Breie ausreichend gedeckt. Wenn es aber draussen sehr heiss ist
oder das Baby Fieber hat, sollten Sie ihm abgekochtes Wasser oder ungesüssten Tee anbieten. Je häufiger das Baby vom Tisch isst,
umso mehr Flüssigkeit braucht es.
Die Milch der kleinen Meister
Zwischen 10 Monaten und 3 Jahren erlebt Ihr Kind eine entscheidende Periode in seiner Entwicklung: es macht seine ersten
Schritte, fängt mit dem Sprechen an, seine Grösse und sein
Gewicht nehmen noch rasch zu.
Dazu braucht es viel Kraft und Energie!
In dieser Wachstumsperiode wird Kuhmilch nicht empfohlen,
denn sie enthält zu wenig Eisen und Vitamine.
Zudem hat sie einen zu hohen Gehalt an Proteinen und Mineralstoffen, was zu einer zu starken Beanspruchung des jungen
Organismus führen kann. Deshalb hat Milupa Milu-Milk entwickelt, eine trinkfertige Wachstumsmilch, welche dem Ernährungsbedürfnis der Kinder von 10 bis 36 Monaten spezifisch
angepasst wurde.
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echter kleiner Meister zu werden: Eisen, Vitamine, Jod
und essentielle Fettsäuren.
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So werden Kinder « gute Esser »
Ob sich ein Kind zu einem « guten Esser » entwickelt, hängt sehr stark von den Eltern ab.
Bereits in der Schwangerschaft und während
des Stillens können Mütter ihr Baby durch
eine ausgewogene und abwechslungsreiche
Ernährung mit vielen Geschmacksrichtungen
vertraut machen. Denn sowohl das Fruchtwasser wie auch die Muttermilch verändern
sich, je nachdem, was die Mutter isst.
Abwechslung tut gut
Damit Ihr Kind offen ist für neue Lebensmittel,
sollten Sie möglichst abwechslungsreich kochen. Kaufen Sie ein neues Kochbuch, abonnieren Sie eine Kochzeitschrift oder besuchen
Sie einen Kochkurs, um frischen Wind in Ihre
Küche zu bringen. Allerdings dürfen Sie nicht
enttäuscht sein, wenn Ihr Kind ein neues Lebensmittel nicht sofort mag. Ein Kind muss
viele Lebensmittel 10- bis 15-mal probieren,
Kochen macht schon den Kleinsten Spass.
bis es sie gern hat. Da Kinder mit allen Sinnen
essen, ist Kreativität in der Küche gefragt.
Kombinieren Sie zum Beispiel verschiedenfarbige Nahrungsmittel miteinander oder servieren Sie unterschiedliches Gemüse in Form
eines Clowngesichts.
Süsses mit Mass
Babys haben eine angeborene Vorliebe für
Süsses. Schon die Muttermilch schmeckt
süss. Ein Kind sollte pro Tag nicht mehr als 15
Gramm Zucker konsumieren. Viele Kinder neh55
Entwicklung
Die wichtigste Erkenntnis im Zusammenhang
mit der Kinderernährung ist laut der Ernährungswissenschaftlerin Marianne Botta Diener
die Tatsache, dass das Essverhalten viel mehr
vorgelebt als anerzogen wird. Wenn es also
ums Essen geht, haben Eltern eine wichtige
Vorbildfunktion. Leider kopieren Kinder negatives Verhalten viel schneller als positives.
Wenn Papa immer wieder betont, dass er
«Grünzeug» nicht mag, wird auch sein Nachwuchs eine Abneigung gegen Salat entwickeln. Als Eltern sollten Sie deshalb Ihr eigenes Essverhalten immer wieder kritisch unter
die Lupe nehmen. Denn Ihr Kind wird Sie nicht
nur in Bezug darauf, was Sie essen, imitieren,
sondern auch in Bezug auf die Art und Weise
sowie das Esstempo.
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men heute jedoch wesentlich mehr zu sich,
was sich negativ auf ihr Gewicht und ihre Zähne auswirkt. Süssigkeiten sind zwar Teil unserer Ernährung, sollten aber immer mit Mass
genossen werden. Geben Sie Ihrem Kind ruhig
ab und zu ein bisschen Schokolade, eine Kugel
Glacé oder ein Guetsli. Verzichten Sie dafür
möglichst auf Zucker in Form von Süssgetränken. Gesünder als diese gezuckerten Soft
Drinks sind Wasser oder ungezuckerter Tee.
Da Kinder über mehr Geschmacksknospen auf
der Zunge verfügen als Erwachsene, ist für sie
etwas, was wir noch als fad empfinden, bereits
süss. Beim Backen und Kochen dürfen Sie deshalb ruhig weniger Zucker verwenden, als das
Rezept verlangt. Süssigkeiten sollten Sie jedoch nie als Belohnung oder Trost einsetzen.
Das Sättigungsgefühl
Als Eltern bestimmen Sie, was auf den Tisch
kommt. Ihr Kind entscheidet hingegen, wie
viel es davon isst. Im Gegensatz zu vielen Erwachsenen wissen Kinder nämlich ganz genau, wann sie genug haben. Dieses natürliche
Sättigungsgefühl schützt vor Übergewicht.
Zwingen Sie Ihr Kind deshalb nie, den Teller
leer zu essen. Am besten lassen Sie Ihr Kind
immer selber schöpfen. Wenn es ums Essen
geht, ist Kompromissbereitschaft auf beiden
Marianne Botta Diener bezieht schon ihre zweijährige Tochter Anna beim Kochen ein.
Seiten gefragt. Lassen Sie zu, dass Ihr Kind
drei bis fünf Lebensmittel von seinem persönlichen Menüplan streicht, die es dann nicht
essen muss. Essen soll ein Genuss sein und
der ganzen Familie Spass machen. Bleiben Sie
deshalb am Tisch gelassen, und gehen Sie
nicht auf Machtkämpfe mit Ihren Kindern ein.
Buchtipp :
«Kinderernährung gesund
und praktisch»
von Marianne Botta Diener,
Beobachter-Buchverlag,
erweiterte und aktualisierte
2. Auflage 2005,
256 Seiten, Fr. 36.–,
ISBN 3 85569322 6.
57
Entwicklung
Das Zauberwort heisst « einbeziehen »
Essen beginnt beim Einkaufen. Beziehen Sie
Ihr Kind daher schon bei der Auswahl der Lebensmittel ein. Lassen Sie es zum Beispiel die
schönsten Tomaten oder den knackigsten Salat aussuchen. Auch beim Kochen soll es möglichst früh dabei sein dürfen und involviert
werden. Eine Salatsauce anzurühren oder einen Teig zu kneten macht schon den Kleinsten
viel Spass.
Der Umgang mit anderen Kindern unterstützt die Entwicklung der Sozialkompetenz.
Entwicklung
Die Wahl der Fremdbetreuung
Immer mehr Eltern sind auf eine Fremdbetreuung ihrer Kinder angewiesen. Damit Eltern
und Kind mit der Betreuungsform ihrer Wahl
glücklich werden, sollte man sich frühzeitig
darum kümmern, die Lösung zu finden, die
den eigenen Bedürfnissen und jenen des Kindes am besten entspricht.
zum Alter von sieben Monaten sehr leicht an
eine Fremdbetreuung gewöhnen. Plant die
Mutter nach dem Mutterschaftsurlaub die
Rückkehr an den Arbeitsplatz, sollten sich Eltern möglichst schon in der Schwangerschaft
mit dem Thema Kinderbetreuung auseinander
setzen.
Wissenschaftler sind sich heute einig, dass
eine Fremdbetreuung dem Kind nicht schadet,
im Gegenteil: Ein guter Betreuungsplatz bietet ihm Erfahrungs- und Entfaltungsmöglichkeiten, die es in seiner sozialen, emotionalen
und physischen Entwicklung unterstützen. Interessant ist, dass sich vor allem Babys bis
Eltern können grundsätzlich zwischen drei
Möglichkeiten der Fremdbetreuung wählen:
Betreuung durch eine Hausangestellte, eine
Tagesmutter oder eine Krippe. Jede dieser Lösungen hat ihre Vor- und Nachteile. Bei der
Wahl der Betreuungsart sollte man vor allem
auf den Bauch hören. Nur wenn man bei der
58
Lösung, für die man sich entscheiden will, ein
gutes Gefühl hat, werden Eltern und Kind langfristig glücklich damit.
Betreuung durch Hausangestellte
Diese Lösung kann praktisch sein, weil sich
die Betreuungsperson ganz auf die Bedürfnisse der Eltern und des Kindes ausrichten kann.
Besonders für Eltern, die keine fixen Arbeitszeiten haben, kann diese Alternative ideal
sein. Das Kind bleibt in seinem gewohnten
Umfeld und erhält viel Aufmerksamkeit, falls
sich die Betreuerin nicht auch noch um den
Haushalt kümmern muss. Zu Hause betreute
Kinder werden zudem seltener krank.
Eine geeignete Betreuungsperson für das Kind
zu finden ist allerdings nicht ganz einfach. Da
die Eltern während ihrer Abwesenheit keine
Kontrolle über die Tätigkeiten dieser Person
haben, ist vor einer Anstellung ein ausführliches Gespräch sehr wichtig. Geben Sie auch
Ihrem Kind die Möglichkeit, die Betreuerin gut
kennen zu lernen. Nur wenn Sie ihr voll und
ganz vertrauen und alle Parteien sich sympathisch sind, ist eine solche Lösung empfehlens-
wert. Erkundigen Sie sich vor einer Anstellung
nach Ausbildung und Erfahrung der Bewerberin in Bezug auf die Kinderbetreuung. Verlangen Sie Referenzen, und treffen Sie genaue
Abmachungen bezüglich Arbeitszeiten, Lohn
und Ferien. Die Betreuerin sollte nicht rauchen, über eine Arbeitsbewilligung verfügen
und eine Unfallversicherung abgeschlossen
haben. Denken Sie auch daran, dass Sie eine
Lösung finden müssen für den Fall, dass die
Betreuungsperson einmal krank sein sollte.
Im Vergleich zu Tagesfamilien oder Krippen
ist die Betreuung durch eine Hausangestellte
zwar individueller, aber auch einiges teurer. Ist
Ihr Kind ein Einzelkind, fehlt ihm bei dieser Lösung der Umgang mit anderen Kindern. Seine
soziale Kompetenz entwickelt sich bei dieser
Betreuungsform einzig und allein in Abhängigkeit von erwachsenen Bezugspersonen.
59
Entwicklung
Tagesmutter und Tagesfamilie
Bei der Betreuung durch eine Tagesmutter
oder -familie profitiert Ihr Kind meist vom Kontakt mit anderen Kindern unterschiedlichen
Alters. Eine Tagesmutter sollte allerdings nicht
mehr als sechs Kinder
betreuen, davon maximal zwei unter zwei JahKinder lieben es,
ren. Schauen Sie sich die
Erwachsene zu spielen.
Tagesfamilie gut an. Gefällt Ihnen der Erziehungsstil der Tagesmutter? Ist die Stimmung
zwischen ihr und den
betreuten Kindern gut?
Ist die Unterkunft gut
beleuchtet, sicher, sauber, gut unterhalten,
nicht zu laut, rauchfrei
und ausserdem gross
Gespannt hören die Kinder ihrer Betreuerin beim Vorlesen einer Geschichte zu.
genug für die Kinder? Befindet sich ein Lavabo
in der Nähe des Wickeltischs? Ist ein Ruhebereich vorhanden? Gibt es genügend Spielsachen? Wie sieht die Ernährung der Kinder
aus? Können die Kinder im Freien spielen? Für
Ihre Entscheidung kann es hilfreich sein, Referenzen bei anderen Eltern einzuholen. Denn
auch bei dieser Betreuungsform müssen die
Eltern der Betreuerin volles Vertrauen schenken können.
Entwicklung
Manche Tagesmütter zeigen eine gewisse Flexibilität, wenn es um das Abholen des Kindes
geht. Eltern, die sich für diese Variante entscheiden, müssen jedoch ebenfalls eine Er60
satzlösung finden, denn auch die Tagesmutter
kann einmal krank werden.
Krippe
In einer Krippe werden Kinder von ausgebildeten oder angehenden Kleinkinderzieherinnen
oder Sozialpädagoginnen betreut. Kinderkrippen müssen sehr hohen Anforderungen
genügen und werden von den Behörden kontrolliert. Vielen Eltern ist diese Lösung am
sympathischsten, da sie ihr Kind dabei nicht
einer einzigen Betreuungsperson anvertrauen
müssen. Dadurch ist die Betreuung auch gesichert, wenn einzelne Mitarbeiterinnen krank
werden. Allerdings müssen die Eltern nach
Ersatzlösungen suchen, wenn ihr Kind selbst
einmal krank wird. Um andere Kinder vor einer
Ansteckung zu schützen, müssen kranke Kinder nämlich in der Regel zu Hause bleiben. Die
meisten Krippen haben fixe Öffnungszeiten,
an die sich die Eltern halten müssen.
In der Krippe lernen Kinder, sich in eine Gruppe zu integrieren. Diese Betreuungsform bereitet Ihr Kind ideal auf den Kindergarten und
die Schule vor. Bei der Auswahl einer Krippe
sind folgende Aspekte wichtig: Entspricht
Ihnen das pädagogische Konzept der Krippe?
Sind der Standort und die Öffnungszeiten für
Sie praktisch? Fühlt sich Ihr Kind wohl? Gefällt
So bereiten Sie Ihr Kind vor *
• Besuchen Sie den Betreuungsplatz mit Ihrem
Kind.
• Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie die Person,
welche es betreuen wird, schätzen und ihr vertrauen.
• Geben Sie Ihr Kind am Anfang nur für kurze
Zeit in die Obhut der Betreuungsperson. Dehnen Sie die Betreuungszeiten langsam aus.
• Einige Kinder mögen es, wenn Sie etwas von
zu Hause mitnehmen dürfen (z.B. ein Spielzeug oder ein Nuschi).
• Tauschen Sie sich mit der Betreuungsperson
oder den Betreuungspersonen regelmässig
über das Verhalten und die Entwicklung Ihres
Kindes aus.
• Wählen Sie die Betreuungsform sorgfältig aus,
und planen Sie langfristig. Wenn sich Ihr Kind
einmal an die Betreuungsperson oder an die
Krippe gewöhnt hat, kann ein Wechsel verunsichern.
* Empfehlungen der Schweizerischen
Gesellschaft für Pädiatrie
Ihnen und Ihrem Kind die Umgebung? Wie
sehen der Tagesablauf und der Menüplan aus?
Sind Aktivitäten im Freien vorgesehen? Ist die
Krippe sauber und sicher? Ist der Umgang zwischen Betreuerinnen und Kindern liebevoll?
61
Entwicklung
Spielen ist für Kinder die elementarste Form des
Lernens.
Für Eltern und Kind ist eine Eingewöhnungszeit gleichermassen wichtig. Bleiben Sie zu
Anfang bei Ihrem Kind in der Krippe. So lernen
Sie die Betreuungspersonen wie auch den
Krippenalltag besser kennen, und Ihr Kind
kann sich langsam mit der neuen Umgebung
vertraut machen. Während der Eingewöhnungszeit werden Sie schon bald spüren, wann
sich Ihr Kind in der Krippe «zu Hause» fühlt.
Sobald es sich wohl fühlt, können Sie Ihre Anwesenheit reduzieren.
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Durch Vorlesen unterstützen Eltern die Sprachentwicklung ihres Kindes.
Wie Babys sprechen lernen
Die Entwicklung der Sprache hängt wesentlich
von der Hirnreifung ab. Damit sich das Sprachzentrum im Gehirn gesund entwickeln kann,
braucht es stimulierende Reize von aussen.
Wissenschaftler der Universität Texas haben
herausgefunden, dass die wichtige Phase für
die Sprachentwicklung nicht erst dann einsetzt, wenn Babys zu plaudern beginnen, sondern bereits in den ersten sechs bis zwölf
Monaten. Deshalb sollten Eltern von Geburt
an viel mit ihrem Baby reden oder ihm etwas
vorsingen. Experten empfehlen Eltern, Handlungen und Tätigkeiten, bei denen das Baby
zuschaut, zu kommentieren. Denn Babys lernen eine Sprache anders als Erwachsene. Sie
hören zu und bringen das Gehörte mit Personen, Gegenständen und Vorgängen in ihrer
63
Entwicklung
Eltern müssen ihrem Kind weder die Sprache
noch das Sprechen beibringen. Durch den
Kontakt mit der Familie und anderen Bezugspersonen wird es von allein sprechen lernen.
Jedes Kind hat dabei sein eigenes Tempo.
Einige Kinder sprechen bereits gegen Ende
des ersten Lebensjahres die ersten Worte, andere lassen sich Zeit bis zum dritten Lebensjahr. Mädchen fangen im Vergleich zu Jungen
früher an zu sprechen.
Umwelt in Verbindung. Im ersten Schritt entwickelt das Kind eine innere Vorstellung, dann
versteht es den sprachlichen Begriff, der diese
Vorstellung bezeichnet, und schliesslich verwendet es den Begriff selbst.
Die ersten Worte
Mit etwa sechs Monaten beginnt das Kind, die
Bedeutung bestimmter Wörter zu verstehen.
So reagiert es zum Beispiel auf seinen Namen.
Frühestens mit sieben bis acht Monaten beginnt es, einfache Laute nachzuahmen. Mit
acht bis zehn Monaten entstehen Silbenketten
wie ma-ma oder ba-ba. Daraus entwickeln sich
die Begriffe «Mama» und «Papa», die es jedoch erst mit der Zeit seinen Eltern zuordnen
kann. Frühestens ab dem 15. bis 18. Monat bildet es die ersten Zweiwortsätze. Die meisten
Kinder erlangen diese Fähigkeit zwischen dem
22. und dem 24. Monat. Bei einigen Kindern
müssen sich die Eltern bis zum 30. Lebensmonat gedulden. Zwischen 18 und 27 Monaten
gebraucht das Kind erstmals seinen Vornamen. Eltern sollten sich bewusst sein, dass die
Sprachentwicklung bei jedem Kind anders
verläuft und es dabei grosse Unterschiede geben kann.
Entwicklung
Babysprache – ja oder nein ?
Die meisten Eltern verfallen intuitiv in eine Art
Babysprache, wenn sie mit ihrem Säugling
sprechen. Das ist auch sinnvoll. Laut Prof.
Remo Largo vom Kinderspital Zürich entspricht
langsames, vereinfachtes, sich wiederholendes und ausdrucksstarkes Sprechen der Aufnahmefähigkeit des Säuglings. Babys mögen
einen höheren und freundlichen Tonfall. Eltern
sollten jedoch ihre Sprechweise dem Sprachverständnis ihres Kindes anpassen und nicht
seine fehlerhafte Sprache übernehmen. Nur
so lernt das Kind, richtig zu sprechen.
64
Sprachförderung
Eltern können die Sprachentwicklung bei ihrem Kind am besten fördern, indem sie ihm
möglichst oft Gelegenheit geben, Sprache im
Alltag zu hören, zu erleben und selbst zu verwenden. Jedes Kind lernt in seinem eigenen
Tempo sprechen. Daher nützt es nichts, wenn
Eltern versuchen, es dazu zu drängen. Nicht
sinnvoll ist es ausserdem, wenn Eltern ihr Kind
in Sachen Grammatik und Aussprache ständig
korrigieren. Fehler werden mit der Zeit von
selbst verschwinden.
Zweisprachigkeit
Immer mehr Kinder wachsen mit Eltern auf, die
nicht die gleiche Sprache sprechen. Zwei- oder
Mehrsprachigkeit bringt dem Kind später viele
Vorteile, denn in keiner anderen Lebensphase
lernt es Fremdsprachen so leicht wie in den
ersten acht Lebensjahren. Bei einigen Kindern,
die in einer zweisprachigen Umgebung aufwachsen, kann sich die Sprachentwicklung
etwas verzögern. Es mag sein, dass ihr Wortschatz zu Anfang kleiner oder ihr Satzbau einfacher ist. Diesen Rückstand holen sie im
Schulalter aber sehr schnell wieder auf.
Damit Kinder von der Zweisprachigkeit tatsächlich profitieren, muss jeder Elternteil
konsequent in seiner Sprache mit dem Kind
sprechen. Wenn der Vater nur Deutsch und die
Mutter nur Portugiesisch spricht, kann sich
das Kind darauf einstellen. Spricht die Mutter aber plötzlich Deutsch mit dem Kind, kann
das zu Verwirrung und Überforderung führen.
Nicht empfehlenswert ist die Kreation einer
Mischsprache. Hingegen ist es sinnvoll, eine
Sprache als «Familiensprache» zu bestimmen.
Das Kind versteht durchaus, dass zum Beispiel
immer dann in Papis Sprache gesprochen wird,
wenn alle Familienmitglieder zusammen sind.
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