close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Familienbildung: Wie sag ich`s bloß den Eltern - Familiennetz Bremen

EinbettenHerunterladen
SpielRäume - Bildungsfaktor Familie
Das „Bremer Eltern-Bildungs-Programm“
Wie sag ich`s bloß den Eltern?
 Fridolin Sickinger
Elternbildung hat Tradition in
Bremen. Vor über fünfzig Jahren
wurde die „Bremer Mütterschule“
aus der Taufe gehoben. Die
„Häuser der Familie“ haben
danach die Aufgaben in einem
etwas veränderten Verständnis
als Bildungs- und Netzwerkarbeit
und als Teil der Jugendhilfe bis
zum heutigen Tag weitergetragen. Parallel dazu haben sich
eine Fülle von zusätzlichen Anbietern von Elternbildung etabliert, die ihren Ausgangspunkt in
der Erwachsenenbildung, im
Gesundheitswesen, im kirchlichen Bereich, im Bildungsbereich
oder auch im psychosozialen
Feld haben.
M
it der Einrichtung des
„bremer elternnetzes“ als
Koordinations- und Informationsstelle für Elternbildungsangebote in Bremen können Eltern (wie auch Fachleute)
alle Angebote in der Stadt Bremen zeitnah sichten und entsprechend auswählen.
Wer die Angebotsübersicht unter
www.bremer-elternnetz.de oder
auch die kostenlos erscheinende
Broschüre "Erziehung ist (nicht)
kinderleicht?!" oder die „Kinderzeit“ durchblättert, wird über die
Fülle und die Vielseitigkeit der
Angebote erstaunt sein. Familienbildung ist offenbar zur Normalität vieler Eltern geworden.
Leider verteilt sich die Nachfrage
nicht auf alle Familien gleichmäßig. Eltern, die gegenüber Institutionen Abstand wahren, weil sie
schlechte Erfahrungen gemacht
haben, oder Eltern, die durch
__________________________
Fridolin Sickinger ist Dipl. Psychologe
und Mitarbeiter in der Beratungsstelle
für Kinder, Jugendliche und Familien
Bremen-West des Amtes für Soziale
Dienste, E-Mail: Fridolin.Sickinger@
afsd.bremen.de
32
Mütter in Schwung: Aufwärmphase im Kurs Vegesack
offene Angebotsformen wenig
oder gar nicht erreicht werden,
brauchen die Einladung und
manchmal auch die Ermutigung
durch ihnen vertraute Fachpersonen.
Familienbildung an vertrauten Orten
Die Idee, Familienbildung verstärkt an solchen Orten anzusiedeln, die für viele Eltern Orte der
Normalität und des Vertrauens
sind, ist nach wie vor richtig.
Solche Orte sind die „Mütterzentren“ und die „Häuser der Familie“, aber insbesondere auch die
Kindertagesheime. Über 90 Prozent der Eltern der Drei- bis
Sechsjährigen unterschiedlicher
Herkunft und quer durch alle
sozialen Schichten besuchen
und nutzen diese Einrichtungen
kontinuierlich zwei bis drei Jahre
lang. Es liegt auf der Hand, eine
solche Bindung und den damit verbundenen Vertrauensvorschuss
zu nutzen, um noch prägnanter
als in der Vergangenheit Kindertagesstätten zu Orten professioneller Elternbildung zu machen.
Inhaltlich und methodisch
gut durchdacht, kreativ und
„pfiffig“ ...
Eine zweite erkennbare Schwierigkeit hängt mit dem Inhalt, d.h.
dem Stoff und der Struktur der
Bildungs-Veranstaltungen
zusammen. Wenn Eltern mit stark
unterschiedlichen Voraussetzungen für die Teilnahme an einem
Angebot „mobilisiert“ werden
konnten, muss das präsentierte
Angebot seinerseits diesen unterschiedlichen Anforderungen
gewachsen sein. Manche Eltern
lieben die offene, sofortige und
heftige Diskussion, für andere
Eltern ist dies ein Signal für rasche Flucht oder zumindest
konsequentes Schweigen. Manche Eltern nehmen sich den
Raum für Selbstdarstellung, andere möchten sich nicht öffentlich
äußern und brauchen eine geschützte Atmosphäre. Manche
Eltern beginnen ohne Umschweife anderen Eltern Ratschläge zu
geben oder diese zu kritisieren,
was zu Streit führt oder auch
dazu, dass die Kritisierten nie
mehr wiederkommen. Manche
Eltern wollen klare „Ansagen“ von
Seiten der Referenten, andere
fühlen sich dann bevormundet.
Veranstaltungen dieser Art sind
ein besonders schwieriges Kapitel der Erwachsenenbildung und
die damit befassten Fachkräfte
sind auf inhaltlich und methodisch gut durchdachte, kreative
und „pfiffige“ Fortbildungs-Module angewiesen.
Sichten, bündeln, bewerten,
entwickeln...
Um einige der vorliegenden
Elterntrainings und Elternbildungsprogramme zu sichten und
zu erlernen, haben im Jahr 2002
und 2003 Familienbildnerinnen
aus dem „Haus der Familie“ des
Amtes für Soziale Dienste und
Kolleginnen des "Landesverbandes Evangelischer Tageeinrichtungen für Kinder" gemeinsam
eine Weiterbildungsserie besucht, die von Prof. Fthenakis
(München) geleitet wurde. Im
Kursverlauf ist unter den Bremer
Teilnehmerinnen die Idee entstanden, positive Ansätze bestimmter standardisierter Programme neu zu bündeln und die
gleichzeitig mit den jeweiligen
Programmen
verbundenen
Schwächen zu vermeiden. So
wurden manche Programme als
zu aufwendig, als zu kognitiv
orientiert, zu lang oder zu explizit
auf therapeutische Schulen bezogen erlebt.
Ein Kreis von Teilnehmerinnen
hat dann begonnen, Fortbildungsmodule zu entwerfen und
damit im jeweiligen Arbeitsbereich sofort praktisch zu experimentieren. So ist in einem Verfahren mit kontinuierlichen Rückmeldeschleifen der jetzt vorliegende Entwurf eines „BremerEltern-Bildungs-Programms“ entstanden.
Das Programm stellt sich
folgende Anforderungen:
•
Es soll keine intellektuellen
oder sozialen Voraussetzungen enthalten, die bestimmte Menschen ausgrenzen. Es soll für die unterschiedlichsten
Nutzer-
gruppen interessant und attraktiv sein.
•
Es soll im Baukastenprinzip
konstruiert sein, so dass
sowohl kurze Einzelveranstaltungen wie auch längere
Serien möglich sind.
•
Alle Module sollen auf einem
beschriebenen Menschenbild und einer Haltung aufsetzen, die von den Fachkräften getragen wird. Methodische Vorgehensweisen
müssen damit immer kompatibel sein.
Aus einer Vielzahl von Themen
und Ideen haben sich im Lauf der
Zeit eine begrenzte Zahl von
Angebots-Blöcken herauskristallisiert. Im jetzigen Entwicklungsstadium enthält das Elternprogramm zehn ausgearbeitete
Veranstaltungseinheiten, die sich
zu drei Modulen gruppieren.
Bremer ElternBildungs-Programm
3 Module / 10 Veranstaltungen
Modul Entwicklung:
Das „Bremer Eltern-BildungsProgramm“ dient Fachkräften
des Amtes für Soziale Dienste,
wie auch des Landesverbandes
Evangelischer Tageseinrichtungen, die mit niedrigschwelliger
Familienbildung befasst sind, als
Leitfaden und Fundgrube. Die in
der Redaktion vertretenen Personen verbinden damit die Hoffnung, dass Fachleute in Bremen
(und anderswo) Erfahrungen mit
Modulen des Programms machen wollen und diese im Sinne
von Korrektur, Ergänzung oder
Erweiterung zurückmelden. Nach
einem Jahr der Erprobung, d.h.
im Herbst 2005, werden interessierte und aktive Expertinnen und
Experten zu einem Fachtag eingeladen.
Rückmeldungen und Angebote zur Zusammenarbeit ...
Kirsten Hanschen, Landesverband Evang.Tageseinrichtungen
für Kinder, Slevogtstr 50-52,
28219 Bremen, E-Mail: Khanschen.bekLv@kirche-bremen.de
Annelie Adam, Haus der Familie
Vegesack, Aumunder Heerweg
89, 28757 Bremen, E-Mail:
hdf-vegesack @afsd.bremen.de
Wie Kinder groß werden
L 1: Kindheit gestern und heute
L 2: Kindheit heute
L 3: Positive Entwicklungsfaktoren, was Kinder stark macht
L 4: Der Entwicklungsbaum
Modul Kommunikation:
Vom Verstehen und Missverstehen
L1: Mimik, Stimme, Körper
L2: Ich-Botschaften
L3: Gelingende Kommunikation
zwischen Kindern und Erwachsenen
Modul Elterliche Präsenz:
Wege öffnen und Grenzen
setzen
L1: Bestimmen und Verhandelneine lebenswichtige Unterscheidung
L2: Bestimmen lernen
L3: Verhandeln lernen
Eltern als Mitgestalter
von Kursangeboten
Mütter und Väter, die das Haus
der Familie Vegesack besuchen,
haben an der Entwicklung der
ersten Lerneinheiten des Bremer
Eltern-Bildungs-Programms mitgewirkt. So kam es zu „Probeläufen“ mit Beteiligung direkter Expertinnen und Experten. Fridolin
Sickinger sprach mit Annelie
Adam und Katrin Schulz vom
Haus der Familie Vegesack über
ihre Erfahrungen.
F. Sickinger: Ihr habt in Vegesack und Marßel einige Lerneinheiten unter Einbeziehung von
Eltern entwickelt. Wie kann man
sich das „Ausprobieren“ konkret
vorstellen?
Fortsetzung auf Seite 44
33
Document
Kategorie
Kunst und Fotos
Seitenansichten
7
Dateigröße
83 KB
Tags
1/--Seiten
melden