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FLEX-GESCHICHTE: WIE WIR VOR 18 JAHREN BEGANNEN

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AUF EIN WORT
Partizipation ist
machbar!
AUS DEN
PROJEKTEN
Neuer Kurs in
Erkenschwick
Therapiehunde in
Ausbildung
Teamwork im
Wohngruppendienst
ORGANISATION
Neue Lagerhalle in
Recklinghausen
Wir gratulieren
Gewonnen
mit Peugeot
FLEX-GESCHICHTE: WIE WIR VOR 18 JAHREN BEGANNEN...
WIR WERDEN 18!
NEUE LEITUNGEN
FÜR DIE FACHWELT
Wie aus der 1995 gegründeten Wohngruppe "Bulldogs" die FleX gGmbH wurde
Seit März '13 gibt es drei Pädagogische Leiter und 14 Regionalleitungen
Neue Angebote: Babybedenkzeit-Projekt, MAPP-Eltern-AGs und Anti-Aggressivitäts-/Coolness-Trainings!
INHALT
LichtreFleX
AUSGABE 01/2013
FLEX
10 18ZUMJAHRE
GEBURTSTAG
GEWOBAU ESSEN
"GEFÄLLT MIR"
TITELTHEMA: ENDLICH VOLLJÄHRIG!
Jeder "like" auf der Facebook-Seite
der Gewobau Essen bringt unserem
KJHH FleX eine Spende in Höhe von
2,00 Euro ein!
Helft mit, die 500,00 Euro - Marke
zu knacken auf:
www.facebook.com/Gewobauessen
10 Wie aus der Wohngruppe "Bulldogs" inner-
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Leitgedanken und Qualitätsmerkmale.
2
Entstehungsgeschichte der
FleX gGmbH inklusive 18
wissenswerte Fakten über unsere Einrichtung.
halb von achtzehn Jahren eine erwachsene
Firma werden konnte
Im Jahr 1995 wurde das KJHH FleX, damals noch
unter dem Namen "Bulldogs" in Gelsenkirchen
gegründet.
Zeitgleich zum 18. Geburtstag geht die Firmenmitgründerin Gisela Lipsch-Lehmann in den wohlverdienten Ruhestand.
Wir blicken zurück auf eine Zeitspanne, in der
nicht nur Menschen, sondern auch Unternehmen
den Kinderschuhen entwachsen können.
12 Teamwork im Gruppendienst
Er ist FleX-Mitarbeiter seit über zehn Jahren. Seine Leidenschaft gehört aber nicht nur dem Erzieherberuf. Noch länger ist Klaus Schmeing
passionierter Autor von ironischen Kurzgeschichten. Für den LichtreFleX schreibt er regelmäßige
Glossen.
Außerdem in dieser Ausgabe:
Wie das Leben von klassischen Tugenden wie
Ehrlichkeit, Tapferkeit, Loyalität und Toleranz die
Arbeit in Wohngruppenteams erleichtern kann
auf den Seiten 18/19.
NICHT VERGESSEN!
07_13 Eröffnung der IWG FleX Steele in Essen
08_13 Verabschiedung Frau Gisela Lipsch-Lehmann
09_13 Lesung Klaus Schmeing
LichtreFleX 1 │ 2013
05
AUSBILDUNG
Fliegender Wechsel bei unseren AnerkennungspraktikantInnen.
Die Abschlussveranstaltung für den
Jahrgang 2012 fand Ende Mai statt.
14
NEUE LEITUNGEN
FleX wächst und mit ihr die Organisations- und Leitungsstruktur. Ein Blick
ins neue Organigramm inklusive Kurzportäts über die neuen Pädagogischen Leitungen.
20
OER-ERKENSCHWICK
Neuer Kurs in Oer-Erkenschwick: Die
bisherigen Projekte erscheinen in
neuem Glanz + Einweihung eines
neuen Juleizentrums mit ausreichend
Platz für flexible Hilfen.
KURZ NOTIERT...
ORGANISATION
AUS DEN PROJEKTEN
02 Nicht vergessen
08 Gewonnen mit PEUGEOT
12 Teamwork
U.a.: Welche Projekte wann und
wo neu eröffnen
05 Azubi-News
Sie haben es bald geschafft:
Unsere 13 Azubis haben das
Jahr hinter sich gebracht. Das
erkennen wir an!
05 Glosse
"Ich glotz' TV!":
Fernseh-Trash macht auch vor
der Jugendhilfe nicht halt.
AUF EIN WORT
06 Partizipation ist machbar
FleX-Einrichtungsleiter Hermann
Muss über das neue Bundeskinderschutzgesetz, Beschwerderechte von Kindern und
Jugendlichen und die Frage, wie
Mitbestimmung in Einrichtungen funktionieren sollte.
FREUNDE FÖRDERER FLEX
30 Kosten für Kommunion
FFF e.V. fördert Wünsche.
LichtreFleX 1 │ 2013
Spenden an soziale Organisationen lohnen sich? Ein klares "JA"
zur Antwort, denn wir sehen täglich, wie wirkungsvoll Geld- und
Sachspenden bereits im kleinen
Rahmen sein können.
09 Wir gratulieren
Ob zu Dienstjubiläen, runden
Geburtstagen oder anderen Feierlichkeiten: Wir nehmen teil am
Leben der KollegInnen, die wir
meistens häufiger am Tag sehen als unsere Familien!
14 Aus 5 mach' 14
Seit April 2013 hat sich die
FleX-Organisationsstruktur gewaltig verändert.
Mit der ansteigenden MitarbeiterInnenzahl ist auch der Anteil
des Führungspersonals gewachsen.
So wird die Verantwortung für
die pädagogische Arbeit ab sofort nicht mehr von fünf, sondern vierzehn Regionalleitungen
geschultert, die wiederum drei
Pädagogischen LeiterInnen unterstellt sind. Alles über das
"Who is who" unserer neuen Leitungen inklusive biografische
Infos und berufliche Werdegänge ab Seite 14.
FleX-Autor Klaus Schmeing über
gute Zusammenarbeit in Wohngruppenteams
20 Juleizentrum Erkenschwick
glänzt zur Eröffnung
Komplettrenovierung
aller
Projekte bringt Region auf
neuen Kurs
22 Eschte Früünde!
Therapiehunde in Ausbildung
sind beliebte Begleiter und
Freunde
FÜR DIE FACHWELT
27 Babybedenkzeit
"Frühe Hilfen" leisten Prävention. Mit RealCare ®- Babies können Mädchen und Jungen
"Eltern auf Probe" sein.
28 AAT/CT® neu im Programm
Anti-Aggressivitäts-Training für
jugendliche Straftäter, CoolnessTraining zur Vorbeugung von Gewalt
29 MAPP-Ausbildungen
Sechs FleX-MItarbeiterInnen befinden sich aktuell in Ausbildung
zu MentorInnen für ELTERNAGs.
3
KURZ NOTIERT
Hell
racer
Projekt in Erkenschwick gestartet
In Oer-Erkenschwick haben die jugendlichen BewohnerInnen der ADC-Gruppe das Projekt "Hellracer" auf die Beine
gestellt. Mit Unterstützung des FFF e.V. soll ein richtiges KFZ zum Fahrsimulator umgebaut werden. Die Idee dahinter ist,
mit einem richtigen Fahrgefühl Vollgas zu geben, ohne dabei tatsächlich mit den Reifen auf einer Strasse liegen zu
müssen.
"Wir benötigen eine Karosserie, die dann mit Monitoren an den Scheiben und einem PC ausgestattet wird. So kann man
ein richtiges Fahrgefühl erreichen. Der Rest wird sich beim Bau ergeben. Das wird eine spannende Angelegenheit, auf
deren Start wir uns alle sehr freuen", erklärt Regionalleiter Marco Hoppe-Wichert das Vorhaben. Aktuell befindet sich die
Aktion noch in der Sammelphase. "Wir suchen nach alten, kostengünstigen Kfz-Teilen", so Hoppe-Wichert weiter. Das
Einzige, was sie nicht benötigen, sei der Motor, da es sich um einen Simulator handele. Auch die beteiligten
Jugendlichen haben ihre Präferenzen, was der "Hellracer" vor allem bieten muss: eine saftige Anlage.
Sie können das Projekt mit Bauteilen unterstützen ?
>> Marco Hoppe-Wichert (RGL Erkenschwick) | m.hoppe-wichert@kjhh-flex.de | 0163 4118005 |
FFF
GE F
ÖRD
ERT
-Anzeige-
4
LichtreFleX 1 │ 2013
Glosse: Ich glotz' TV!
Was sich da gesellschaftlich wohl entwickeln
mag, frage ich mich, wenn ich mir das Programmangebot von RTL, SAT1 und Konsorten
ansehe.
In den Neunzigern begann es mit Kaffeetalk à
la Meiser. Dann folgten die schlammschlachtträchtigen Daily Soaps. Heute kann man seit
gefühlten zwölf Millionen Folgen unseren Richtern angeblich über die Schulter sehen, oder
darf pseudo-live dabei sein, wenn' s in die
Wohnungen der Messies geht.
Leider zählt bei einem nicht minderen Teil unserer Jugendlichen nicht selten der „Brennpunkt Schulhof“ oder der „Problemfall Familie“
zum vorabendlichen Pflichtprogramm. Geht’s
noch tiefer? Hätte ich nicht gedacht, aber:
Ja, es geht! Das Neueste, was diese Medien zu
bieten haben, soll jetzt der Blick über die
Schulter der Jugendamtsmitarbeiter sein. „Jugend in Gefahr“- jetzt „live“. Da sage ich nur
eins: "Es lebe das Gaffertum!"
Deutschland kauft sich Chips und Bier für
einen geselligen Abend… und guckt sich dumm!
Ist wohl nur 'ne Frage der Zeit, bis möglichst
tödliche Unfälle den Abend vor deutschen
Fernsehern verschönern.
KLAUS SCHMEING Geboren: 10. Juli 1966 in Gladbeck // seit über zehn
Jahren Mitarbeiter des KJHH FleX // Autor von Kurzgeschichten
TERMIN 27. SEPTEMBER 2013: Lesung "Geschichten aus der Psychiatrie des Lebens" mit Dirk Juschkat, Klaus Schmeing und Rainer Wüst//Jugendzentrum "Karo" Gladbeck, Schachtstr. 51, 45968 Gladbeck//Beginn
19:30 Uhr // 5,00 Euro p.P. // Der Gesamterlös des Ticketverkaufs (Bestellung unter 02041 3729120, Fr. Brauckmann) wird dem FFF. e.V. ge-
spendet
NEUE LAGERHALLE IN RECKLINGHAUSEN GEMIETET
Über 1500 qm misst
die neue Lagerhalle,
die FleX seit Juni 2013
in Recklinghausen angemietet hat. Das
Platzangebot soll unter anderem für die
Lagerung von Möbeln
sowie für die Autoreifen unseres 80 PKW
starken Fuhrparks genutzt werden. Zudem
stehen mehrere Projektideen zur Diskussion. "Hier kann man
LichtreFleX 1 │ 2013
zum Beispiel eine
Werkstatt einrichten",
erklärt der zuständige
Bereichsleiter Ekkehard Kellermann. Dort
könnten im Rahmen
eines "Schulverweigerungsprojektes" Jugendliche den Bau von
Möbeln erlernen. Eine
erste Möbelreihe aus
Betten und Kleiderschränken Marke "Eigenbau" wurde von
Kellermann und Meu-
wßen bereits für die
neue IWG FleX Steele
gezimmert (Bilder auf
der letzten Seite).
"Darüber hinaus sind
in dem Gebäude Büround Sanitärräume vorhanden, die für unseren 16-köpfigen
Technischen Dienst
gedacht sind", so Kellermann weiter. Auch
ein zentrales Sammellager für Kleidung,
sämtliche Elektroarti-
kel und Küchenteile
ist im Gespräch: "Außerdem haben wir nun
endlich eine Mehrzweckhalle zur Verfügung, die auch für
Mitarbeiterversammlungen genutzt werden
kann."
Die erste Gemeinschaftsaktion, die
"Kreativtage" des Fördervereins FFF e.V.,
sind bereits für die
Sommerferien angesetzt worden: "An vier
Terminen können angemeldete Kinder und
Jugendliche aus den
Gruppen ihre Kreativität ausleben. Von
Basteleien bis hin zu
Grafittis: Der Förderverein stellt alle Materialien zur Verfügung",
berichtet FFF-Geschäftsführerin Angelika Brauckmann. Die
fertigen Produkte werden dann auf Wunsch
auf dem nächsten FFF
- Weihnachtsbasar
zum Verkauf angeboten.
Geschafft!
13 JahrespraktikantInnen haben ihre
Ausbildungszeit in unserer Einrichtung
hinter sich gebracht. Und die nächsten
18 stehen bereits in den Startlöchern.
Wir möchten uns für die tolle und bereichernde Zusammenarbeit bedanken und können berichten, dass wir
nicht nur einseitig unser Wissen und
unsere Erfahrung vermitteln konnten,
sondern im Austausch auch einiges
vom "Nachwuchs" gelernt haben. Wir
wünschen allen AbsolventInnen einen
erfolgreichen Start ins Berufsleben
und freuen uns, dass beinahe die
Hälfte bei uns in Beschäftigung bleibt.
5
AUF EIN WORT
"Partizipation ist machbar, Herr Nachbar!"
Auf ein Wort: FleX-Einrichtungsleiter Hermann Muss über gesetzlich geforderte
Beschwerde- und Beteiligungsrechte für Kinder und Jugendliche
Das Thema "Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen" wird schon seit
vielen Jahren diskutiert und
ist somit nicht besonders
neu. Es erhält aber spätestens durch das Bundeskinderschutzgesetz und die
damit einhergehende Änderung des § 45 SGB VIII vom
letzten Jahr eine andere Bedeutung für die unterschiedlichen
Jugendhilfeeinrichtungen. Denn nun ist es
festgezurrt und in Gesetzestext gegossen:
Wer keine (geeigneten) Verfahren der Beteiligung von
Kindern und Jugendlichen
mitsamt eines formulierten
Beschwerdeverfahrens entwickelt, dem kann die Betriebsgenehmigung verweigert werden.
Welch eine neue dramatische, richtungsweisende Errungenschaft mag mancher
denken! Die fehlenden Be-
6
teiligungs- und Beschwerderechte für Kinder und
Jugendliche sind nun endlich durch ein Gesetz „von
oben“ sichergestellt.
Eigentlich müssten die BewohnerInnen der verschiedensten Wohngruppen oder
Tagesgruppen – wenn sie
es denn auch bemerkt haben - dem Gesetzgeber täglich huldigen, da er im Top
Down–Verfahren den Demokratisierungsprozess
der
Heimerziehung explosiv befördert hat.
Soweit so gut? Aber lassen
Sie mich einmal genauer
hinsehen, was sich denn
nun tatsächlich alles geändert hat.
Auffällig ist erst einmal,
dass die Zahl der Angebote
von Beratungsgesellschaften zu diesem Thema stetig
anwächst. Dazu gehören
auch gleich Inklusivangebote wie auf das Thema zuge-
schnittene Fortbildungsmöglichkeiten, Software-Anwenderangebote und Qalitätsmanagement-Zertifizierung.
Na klar, der Markt ruft!
Aber was geschieht denn
nun in den Einrichtungen?
Ich stelle zwei Thesen auf,
sicherlich gewagt und nicht
wissenschaftlich nachgewiesen, aber Ergebnis meiner
ganz subjektiven Beobachtungen.
1. Die Träger, die sich in
der Vergangenheit eh nicht
um Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten
gekümmert haben, werden
dies in der Zukunft auch
nicht ernsthaft tun. Sicher-
lich entstehen einige „nette“
Broschüren mit wohl formulierten Absichtserklärungen
und Handlungsbeschreibungen, was man alles tun will
und schon alles tut – aber
ist das schon gelebte Beteiligung?
2. Die anderen Träger, die
sich seit Jahren bemühen,
Kinder und Jugendliche zu
fragen, was sie wollen und
die die Ziele der Kinder und
Jugendlichen als Grundlage
der Zusammenarbeit nehmen – also mehr sind als
nur Koproduzenten der Leistung – die werden sich weiter bemühen .
Sie werden nicht nur Verfahren entwickeln, sondern eine Kultur von Beteiligung
und Mitwirkung leben. Denn
Partizipation,
Beteiligung
oder Mitwirkung – wie immer wir es nennen – ist
eben nur möglich mit engagierten MitarbeiterInnen, die
Beteiligung als zentralen
Faktor gelingender Alltagsbewältigung verstehen, die
Gemeinsamkeit als Grundprinzip verinnerlicht haben
und die Beteiligung auch
wirklich leben - im Beruf und
außerhalb davon.
LichtreFleX 1 │ 2013
[Zitat des § 8 SGB VIII
Beteiligung von Kindern und Jugendlichen:]
(1) Kinder und Jugendliche sind entsprechend ihrem
Entwicklungsstand
an allen sie betreffenden Entscheidungen der öffentlichen
Jugendhilfe zu beteiligen. Sie sind in geeigneter Weise auf
ihre Rechte im Verwaltungsverfahren
sowie im Verfahren
vor dem Familiengericht und dem Verwaltungsgericht
hinzuweisen.
Wenn wir Beteiligungsformen in der Jugendhilfe immer wieder aufs Neue
ausprobieren, dann werden
wir auch weiterhin so manchen unstrukturierten, chaotischen
Gruppenabend
(regelmäßige Treffen aller
Mitglieder einer Wohngruppe) nicht nur erdulden, sondern immer mehr bemüht
sein, Formen zu finden, in
denen jedes Kind und jeder
Jugendliche die Chance erhält, sich zu äußern.
Dies geschieht nicht nur
durch die uns bekannten
(bürgerlich verinnerlichten)
Demokratieprozeduren wie
Wahlen, Sprecherräte, Diskussionen mit Tagesordnung
und
Beschlussfassungen,
sondern meist ganz leise
und unspektakulär in Faceto-Face Kontakten innerhalb
und außerhalb der Wohngruppe.
Dabei
erfahren
Kinder
manchmal zum ersten Mal,
dass der andere zuhört und
es wichtig nimmt, was man
meint und sagt. So gewinnen die Kinder Selbstbewusstsein, Vertrauen in ihre
Stärke und lernen, für ihre
Interessen im Diskurs einzustehen. Eine gelebte Kultur
von gegenseitigem Achten,
LichtreFleX 1 │ 2013
(2) Kinder und Jugendliche haben das
Recht, sich in allen
Angelegenheiten der
Erziehung und Entwicklung an das Jugendamt zu wenden.
§
(3) Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf Beratung
ohne Kenntnis des
Personensorgeberechtigten, wenn die
Beratung auf Grund
einer Not- und Konfliktlage erforderlich
ist und solange
durch die Mitteilung
an den Personensorgeberechtigten der
Beratungszweck vereitelt würde. § 36
des Ersten Buches
bleibt unberührt.
Am 01.01.2012 ist das Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) in
Kraft getreten. In Artikel 2 sind Veränderungen bezüglich des Achten
Sozialgesetzbuches zu finden. In diesem Fall auch § 8 SGB VIII (Beteiligung von Kindern und Jugendlichen).
>> Eine gelebte Kultur von gegenseitigem Achten,
Zuhören und Beteiligen, in der die Kinder und Jugendlichen ernst genommen werden, ermöglicht nicht nur
Partizipation, sondern erzeugt auch transparente Prozesse in den Wohngruppen <<
Zuhören und Beteiligen, in
der die Kinder und Jugendlichen ernst genommen werden, ermöglicht nicht nur
Partizipation, sondern erzeugt auch transparente
Prozesse in den Wohngruppen. Ihre BewohnerInnen
sind eher bereit über Verletzungen,
Misshandlungen
oder Missbräuche zu sprechen, manchmal zuerst verschlüsselt, aber dann auch
immer deutlicher, wenn sie
wissen, dass man ihnen
glaubt und sie ihren BetreuerInnen vertrauen kön-
nen. Somit sind Beteiligung
und eine damit erzeugte
Transparenz nicht nur für
die betroffenen Kinder und
Jugendlichen, sondern auch
für deren Bezugspersonen
ein wirksamer Schutz vor
Fehlverhalten in der Heimerziehung, von dem in den Ergebnissen der „Runden
Tische“ berichtet wird.
Neben einer alltäglich gelebten Bereitschaft zur gemeinsamen Zielerreichung und
Prozesse zu initiieren, bietet
uns aber nun die normative
Forderung des Gesetzgebers
die Chance, Beschwerdeverfahren zu entwickeln, die
evaluierbar und kontrollierbar sind. Wenn das geschieht, hat das Gesetz
doch etwas bewirkt – nämlich einen neuen Schub in
der Diskussion und Umsetzung von Kinderrechten.
Und damit ist zu schlussfolgern: Partizipation ist machbar und dass am besten
zusammen mit dem Nachbar.
7
ORGANISATION
v.l.n.r.: FleX-Einrichtungsleiter Hermann Muss wurde am 11. Juni 2013 persönlich vom zuständigen Gebietsmanager PEUGEOT
PROFESSIONAL Thomas Kresin und Thomas Schmidt (Autohaus Pflanz Gelsenkirchen) über den Gewinn benachrichtigt.
F
8
GEWONNEN MIT PEUGEOT
LEX IST ERSTER GEWINNER DES NEUEN GOLDTRANSPORTER
Das erste große Los beim PEUGEOT-Gewinnspiel
„Günstiger ist silber – AVANTAGE ist Gold“ wurde
für das Kinder- und Jugendhilfehaus FleX gezogen. Als einer von insgesamt zehn Gewinnern
deutschlandweit erhält die gemeinnützige GmbH
den Kaufpreis für einen Peugeot AVANTAGE zurückerstattet.
„Wir sind sehr überrascht und freuen uns riesig“,
so FleX-Einrichtungsleiter Hermann Muss, der
den PEUGEOT Avantage im Mai 2013 bestellt und
spontan am Gewinnspiel teilgenommen hatte.
„Wir betreuen über 220 Kinder und Jugendliche
S
in unseren Wohnprojekten. Der PEUGEOT ist das
optimale Fahrzeug für den Transport der Möbel,
die wir für Umzüge und zur Einrichtung unserer
Wohngruppen benötigen,“ erklärt der DiplomPädagoge, der die gemeinnützige GmbH FleX vor
18 Jahren in Gelsenkirchen gründete und mittlerweile über 300 MitarbeiterInnen beschäftigt.
Die Übergabe des Transporters inklusive Einführung in die besonderen Funktionen des Lieferfahrzeugs fand Ende Juni 2013 bei Autohaus
Pflanz in Gelsenkirchen statt.
LichtreFleX 1 │ 2013
ORGANISATION
Grund zum
Jubel(iere)n
Über 5 Jahre im Dienst
Heinz Paßlack (9), Marion Iri (9), Sascha Rogowski (9), Diandra Luce (8), Johannes Heering
(8), Ekkehardt Kellermann (8), Heiko Schmidt (8), Sarah Buchner (6), Melanie Basten (7), Daniela Scholl (6), Denise Perschon (6), Heidemarie Blust (6), Dagmar Jentsch (6)
5 Jahre im Dienst
Ingrid Kaminski, Maria Westermann, Nina Noskowa, Annika Kitzmann, Stefan Leimbach, David Raschnewski, Natascha Ernst-Schäfer, Angelika Siewert, Jennifer Ohagen, Bianca Klöckner, Gabriele Schümchen, Heike Thiebes, Nadina Bakar, Gabriele Poth, Maike Romboy, Thimo
Poganski, Franz-Josef Schumacher, Benjamin Steden, Dominika Garbecki, Esma Ekinci, Gabriele Willoweit, Michael Bandowski, Annemarie
Köllken-Sen, Denise Trienenjost
14 JAHRE:
YVONNE RÖMLING
12 JAHRE:
KLAUS SCHMEING
10 JAHRE:
SANDRA JAHN
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH !
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH !
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH !
Vor 14 Jahren nahm Yvonne Römling
als Anerkennungspraktikantin in der
WG Gelsenkirchen die Arbeit bei FleX
auf. Mittlerweile ist sie ein fester
Bestandteil des ambulanten Teams im
Juleizentrum FleX Vest.
Zum Jubiläum gratulierte ihr
Einrichtungsleiter Hermann Muss.
Im Jahe 2001 begann Klaus
Schmeing seinen Dienst in der Wohngruppe FleX Gelsenkirchen. Mittlerweile ist er Teamleiter in der IWG FleX
Dorsten und ein beliebter Kollege und
Ansprechpartner, vor allem für Berufseinsteiger.
Seit Arbeitsbeginn ist Sandra Jahns
Tätigkeitsbereich in Herten zu finden,
wo sie heute als Regionalleiterin für
die Wohngruppe Herten, das MuKi
Herten und das Juleizentrum
verantwortlich ist.
10 JAHRE:
MAGDA KATSCHEWITZ
10 JAHRE:
TOM MEUWßEN
10 JAHRE:
MELANIE THIEMANN
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH !
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH !
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH !
Doppelt hält besser: Gleich zwei
Gratulanten freuten sich mit Magda
Katschewitz über ihren langjährigen
Einsatz in der KJHH FleX gGmbH. Die
Teamleiterin der WG FleX Kirchhellen
hat die gesamte Entwicklung des
Standortes Kirchhellen miterlebt, an
dem sie seit zehn Jahren tätig ist.
Zum zehnjährigen Dienstjubiläum
überraschte Hermann Muss Herrn
Meuwßen auf der Baustelle in EssenSteele. Zwischen Laminat und
Zollstock überreichte er ein kleines
Präsent und teilte die Höhe der
Gratifikation mit.
Seit genau zehn Jahren ist Melanie
Thiemann ambulante Fachkraft des
Teams in Herten und gehört damit
zum Kreis der "Mitarbeiter der ersten
Stunde". Dazu gab es einen
Blumenstrauß von Frau Neumeier
sowie natürlich ebenfalls eine
Gratifikation.
LichtreFleX 1 │ 2013
9
TITELTHEMA: ENDLICH VOLLJÄHRIG!
GEBURTSORT: GELSENKIRCHEN
18 J
Vertreten in 15 Städten
Das durschnittliche Alter unserer
MitarbeiterInnen beträgt 35,6 Jahre.
Wir werden
In 2013 feiert FleX sein 18tes Jubiläum. Wir haben uns gefragt, was es über
uns zu sagen gibt und einen Rückblick gewagt in die Anfangszeit und die
Entwicklungen bis hinein in die Gegenwart
Gelsenkirchen im September
1995:
" Wir sind keine Heimkinder
mehr.. .", so beginnt eine kleine
Meldung im Gelsenkirchener
Lokalteil der WAZ.
Die Rede ist von zehn Jugendlichen, die im September 1995
ihr bisheriges Zuhause verlassen, einen Kinderheimkomplex,
der aus mehreren Heimgruppen besteht, die auf eingezäuntem Gelände erbaut sind.
Ein Heim, dessen Name in bunten Buchstaben auf dem
schmiedeeisernen Tor des
Haupteingangs steht. Die Einrichtung wird kurz darauf durch
den Heimträger geschlossen.
Diese zehn jungen Menschen
ziehen nach der Schließung gemeinsam
mit
ehemaligen
Heimmitarbeitern in eine große
Altbauwohnung. Ihr neues
"Heim" ist in sanierungsbedürf-
2000
tigem Zustand, die Fassade
des Mehrfamilienhauses bröckelt, die grauen Flure sind
schmutzig und das Dach ist
undicht. Trotzdem ist die Stimmung freudig und erleichtert,
denn: "Wir sind keine Heimkinder mehr!".
Obwohl die Wohnbedingungen
ab sofort enger und mit Mehrbettzimmern sind und auch
Freizeitangebote wie Tischtennisplatte, Werkraum und vieles
andere ersatzlos wegfallen, gefällt den Mädchen und Jungen
die neue Situation: "Wenn wir
jetzt aus dem Haus gehen, tun
wir dies wie alle anderen im
Stadtteil auch. Wir öffnen die
Haustür und nirgendwo sehen
wir
die
schmiedeeisernen
Buchstaben, an denen jeder
erkennt: Hier wohnen Heimkinder!"
Die neue Wohngruppe hat nur
Seit 1998:
FleX gGmbH
wenige Reliquien der alten Zeit
mitgenommen. Dazu gehört
der Name "Bulldogs", der als
Gründername
1995
beim
Amtsgericht eingetragen wird
als
Wohngruppe
Bulldogs
gGmbH, und dazu gehören
zwei Betreuer namens Hermann Muss und Gisela LipschLehmann sowie eine Hauswirtschaftskraft namens Sigrid
Grube.
Achtzehn Jahre später sind die
Kinder der Gründerstunde
schon lange erwachsen.
"Wenn man mich damals gefragt hätte, wo ich uns in achtzehn Jahren sehe, dann hätte
ich nicht darauf gewettet, dass
wir es so lange miteinander
aushalten", schmunzelt Hermann Muss, als er auf die gemeinsame
Zeit mit der
Firmenmitgründerin
Gisela
Lipsch-Lehmann zurückblickt,
80 Dienstwagen sind täglich im Einsatz.
DURCHSCHNITTLICHE
BETRIEBSZUGEHÖRIGKEIT: 2,6 JAHRE
10
FIRMENGRÜNDER: GISELA
LIPSCH-LEHMANN UND
HERMANN MUSS
Zusammenarbeit m
LichtreFleX 1 │ 2013
Häufigster weibliche Vorname: Sarah
Bei FleX arbeiten über 300 Menschen
WIR HABEN EINEN FÖRDERVEREIN
FFF. E.V.
Jahre !!!
URSPRÜNGLICHER FIRMENNAME:
"WOHNGRUPPE BULLDOGS" E.V.
die in diesem Jahr ihren Ruhestand antritt.
"Wir haben klein begonnen und besonders
in der Anfangszeit war es hart, in der Kinder- und Jugendhilfelandschaft zu bestehen", rekapituliert der FleX-Einrichtungsleiter.
"Letztlich sind wir immer unserem Motto
der flexiblen Gestaltung unserer Hilfen, orientiert am Einzelbedarf und gegen die Versäulung der Jugendhilfe treu geblieben.
Damit haben wir moderne Ansätze der Sozialarbeit früh versucht umzusetzen und
uns letztlich damit durchsetzen können."
"Wissen Sie eigentlich, wer unser allererster Anerkennungspraktikant war?", wirft er
plötzlich in den Raum und beginnt in einer
alten Fotokiste zu kramen.
Zum Vorschein kommt ein Bild mit einem
altbekannten Gesicht: Es gehört Marco
Hoppe-Wichert, dem heutigen Regionalleiter für den Gesamtbereich Erkenschwick.
Zurückhaltend lächelt er in die Kamera.
Zurückhaltend mit neuen Ideen und Verbesserungen der Projekte und Strukturen
ist man innerhalb der FleX gGmbH ansonsten nie gewesen: Von der „Wohngruppe
Bulldogs gGmbH“ zur „Kinder- und Jugendhilfehaus FleX gGmbh“, von drei zu über
300 Mitarbeitern, von einem auf 34 Projekte mit immer mehr bedarfsgerechten
Angeboten.
Es hat sich sehr viel getan in den vergangenen achtzehn Jahren, insbesondere ab
dem Jahr 2009, als FleX seinen Haupt- und
Firmensitz in den Bottroper Eigen verlegt
hat.
Das gegenseitige „Aushalten“ hat sich also
gelohnt für die GründerInnen, die MitarbeiterInnen und natürlich auch für zahlreiche
Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und deren
Familien, die im Laufe der Jahre bei uns
betreut und unterstützt wurden.
Darauf ist die FleX stolz, auf die Erfolge,
die man an den Menschen sehen kann, die
man in der Vergangenheit und Gegenwart
unterstützt hat, um ihnen letztlich eine Zukunft zu ermöglichen.
2005
Bei FleX arbeiten rund 66
Prozent Frauen und 34
Prozent Männer.
WIR BILDEN
AUS UND FORT ...
SOGAR HUNDE.
Häufigster Männlicher Vorname: Patrick
Unser erster
Anerkennungs-Praktikant ist
heute Regionalleiter.
mit 35 Jugendämtern
LichtreFleX 1 │ 2013
Ø 1,88 PROJEKTERÖFNUNGEN IM
JAHR
34 Projekte
1995-1998
11
STICHWORT: TEAMWORK
Bei engen Dienstplänen oder aufgrund von
Personalnot sieht so mancher seinen
Lebensabschnittspartner seltener als die
Arbeitskollegen.
FleX-Autor Klaus Schmeing über gutes "Teamwork"
und das Potential einer gelingenden
Zusammenarbeit für die Selbstentfaltung.
Fazit: Entdecke die klassischen Tugenden wie
Ehrlichkeit, Tapferkeit, Loyalität und Toleranz wieder,
dann klappt's auch mit dem Kollegen.
Team work
In seinem Buch „ Die
Suche nach
Spitzenleistungen (Erfolgsunternehmen im 21. Jahrhundert) “
(2. Aufl. 1994 im ECON-Verlag) lässt
Robert Waterman den Eindruck
entstehen, als handele es sich bei einem Unternehmen um eine Art „Organismus“, in dem jedes einzelne Team
gleich eines Organs seine Arbeit zum
Ganzen tut. Dieses Bild unterstreicht
die Wichtigkeit des Einzelnen, der eine
Zelle des Teams bildet.
Vermutlich gibt es nicht allzu viele Berufe, in denen die Teammitglieder in
solch hohem Maße aufeinander angewiesen sind, wie in zum Beispiel den
Wohngruppen von Jugendhilfeteams.
Jede Krankschreibung des Einzelnen
bringt gegebenenfalls tiefe Einschnitte
in die Freizeitplanung der Anderen mit
sich.
Bei engen Dienstplänen oder aufgrund
von Personalnot sieht so manche(r)
KollegIn dann seinen Lebensabschnittspartner seltener als die Arbeitskollegen. Egal wie schwierig sich
die Dienstplangestaltung manchmal
auch durchführen lassen mag, die
Teamarbeit in Wohngruppen bietet
auch enormes Potential zur Gestaltung
der Teamatmosphäre und zur Entfaltung der jeweils eigenen Persönlichkei-
12
ten. Im Ursprung bezeichne ich ein
Wohngruppenteam zunächst als eine
„zweckgebundene Interessengemeinschaft“, denn es handelt sich in den
wenigsten Fällen um eine Wahlzusammenkunft.
Die Zusammensetzung wird meist auf
der personalplanenden Hierarchieebene entschieden, das heißt, jeder Kollege und jede Kollegin ist zunächst dazu
da, um (im Rahmen des Dienstverhältnisses) seine und ihre Arbeit zu
tun/„abzuleisten“.
Spätestens wenn Arbeitsergebnisse
von anderen TeamkollegInnen bemerkt
und lobend honoriert werden, wirkt
sich das auf die Atmosphäre aus und
so sollte die Arbeit zukünftig leichter
von der Hand gehen.
In unserer Geschäftsphilosophie ist
formuliert, dass wir mit der Leistung
unserer Klienten, z.B. der Leistung der
Eltern oder der Jugendlichen, wertschätzend umgehen. Dass wir die Ressource in ihrem Handeln hervorheben.
In manchen Teams ist das – was den
Umgang der KollegInnen betrifft – leider meist genau anders: Da sehen viele auf die vermeintlichen „Defizite“, auf
das, was in der Arbeit „nicht richtig“
gelaufen ist. Fakt ist jedoch, dass in
jedem Handeln eines Kolle-
gen eine Ressource steckt,
oder zumindest der Versuch, eine Situation zu lösen.
Sollte es also dazu gekommen sein,
dass eine Situation/ein Auftrag nicht
richtig bearbeitet bzw. „in den Sand
gesetzt worden ist“, dann bietet diese
Problemsituation dem Einzelnen die
Möglichkeit, mit dem Kollegen ins Gespräch zu gehen. Denn wenn ich davon ausgehe, dass in jeder Arbeit der
bestmöglichste Lösungsversuch enthalten ist, der einem Mitarbeiter zur
Verfügung steht, dann scheint es sich
hierbei um eine Situation zu handeln,
in der die betreffende Person noch
nicht über eine Fülle von Lösungsmöglichkeiten verfügt.
Der Mut zur sachlichen Kritik
ist unumgänglich für ein Team. Das
sachliche Annehmen von Kritik, bei allen gegebenenfalls negativen Emotionen, die für den Betroffenen mit im
Spiel sein mögen, ist unumgänglich für
jemanden, der sich auf Dauer weiter
entwickeln will.
Im Laufe meiner Teamarbeitzeit bin ich
für mich persönlich zu der Einsicht gelangt, dass die Basis für gelingende
Teamarbeit aus drei Säulen besteht:
Ehrlichkeit, Tapferkeit und
Loyalität. Ehrlichkeit meint, das
LichtreFleX 1 │ 2013
AUS DEN PROJEKTEN
zu benennen, was einem bei
der Bewältigung der Arbeit
selbst nicht so gut/gar nicht
gelungen ist. Die Ehrlichkeit,
„Fehler“ einzugestehen.
Tapferkeit meint, die Fähigkeit zu besitzen, problematische Situationen/brisante
Themen zu benennen, auch
wenn es für die andere Person unangenehm sein sollte.
Loyalität meint, trotz aller
Kritik zum betreffenden
Team/Kollegen zu stehen,
sowie die ständige Bereitschaft, nochmal neu zu beginnen beziehungsweise
Chancen zu geben.
Ein starkes Team steht
gelassen auf zwei Beinen und lässt sich
auch von äußerst problematischen Situationen nicht so schnell
aus der Fassung bringen . Dabei ist das eine Bein
der Glaube/das Wissen eines
jeden einzelnen Teammitgliedes um die eigene Handlungsfähigkeit. Das andere
Bein ist die Unterstützung
durch das Team, sowie –im
Idealfall- das wohlwollende
Klima innerhalb des Teams.
Wenn z.B. durch interne Streitigkeiten oder bislang unausgesprochene und damit
ungelöste Konflikte diese
Kraft fehlt, dann bedarf es
nicht mehr vieler Störungen
von extern, um die Situation
zum Kippen zu bringen.
Ergo: jede Kollegin und jeder
Kollege, der neidvoll auf die
Erfolge der Teamkollegen
schaut und sich herabwürdigend hinter dem Rücken des
Anderen äußert, schwächt
damit das ganze Team .
Davon mal abgesehen, dass
er/sie offenbart, wessen
Geistes Kind er/sie ist. Ein
weiterer wichtiger Aspekt für
gelingende Teamarbeit ist
meiner Meinung nach die Toleranz.
Toleranz bezieht sich auf
das Arbeitsmotiv der einzelnen KollegInnen. Dabei hat
die Person, die sich ausschließlich innerhalb ihrer
dienstlichen Verpflichtungen
bewegt, genau die gleiche Akzeptanz verdient, wie diejenigen, die weit über die
dienstlichen Verpflichtungen
hinaus tätig sind.
Wir alle befinden uns in unterschiedlichen Lebenssituationen: Da sollte die junge
Kollegin, die an Wochenenden
mehr Zeit mit ihren neuem
Freund verbringen möchte, in
ihrem Wunsch genau so ernst
genommen und akzeptiert
werden, wie die MitarbeiterInnen, die den Gruppenkindern
und Jugendlichen am Wochenende etwa ihre eigenen
Hobbies nahebringen möchten und somit gleichzeitig Beziehungsarbeit leisten.
Im Idealfall ist das Team eine
zweckgebundene Interessengemeinschaft mit einer persönlichen und wohlwollenden
Ebene untereinander, einem
klaren und abgeklärten Klima, einem Schutzraum für
den/die Einzelnen sowie mit
einem Raum zur persönlichen
Entfaltung. Glückwunsch
all denen, die der Meinung
sind sich in dieser Situation
zu befinden.
Für mich ist ein guter Indikator zur Überprüfung wie gut
die Teamarbeit gelingt und
wie wohlwollend die Atmosphäre tatsächlich ist, immer
die Frage an mich selbst, ob
ich heute in zwanzig Jahren,
im Rahmen eines Ehemaligentreffens, nochmal zurück
an diesen Ort zurückkehren
würde, um mit all meinen
TeamkollegInnen von heute
über die alte Zeit zu schwelgen.
Für all diejenigen, die dies bejahen können, ebenfalls meinen Glückwunsch. Sie sind
vermutlich auf genau dem
„richtigen“ Weg.
-KS-
13
NEUE LEITUNGEN
6
Mit der Pensionierung von Geschäftsführerin Gisela LipschLehmann wurde unsere Einrichtung neu organisiert:
Wir haben eine neue Leitungsebene hinzubekommen, die
Pädagogische Leitung. Außerdem wurde die Anzahl der
Regionalleitungen auf vierzehn Stellen aufgestockt.
Begrüßen Sie auf den kommenden Seiten viele neue Gesichter in
der Führungsriege.
1
2
3
4
5
14
8
RGL Bottrop 1
Katharina Siewert
-KuG Bottrop
-Julei Bottrop
0163 4118012
k.siewert@
kjhh-flex.de
PL: P. Neumeier
RGL Bottrop 2
Ulla Dietz
-KSH Bottrop
-FamWo Bottrop
0157 39455935
u.dietz@
kjhh-flex.de
PL: P. Neumeier
RGL Bottrop 3
Jessica Böse
- SOFT Bottrop
- FBBplus
Bottrop
0157 39455936
j.boese@
kjhh-flex.de
PL: P. Neumeier
RGL Borbeck
- WV Borbeck
-Julei Borbeck
RGL
DOR/GLA/KH
- IWG Dorsten
- WG Gladbeck
- WG Kirchhellen
Christoph
Ferdinand
0163 4118192
c.ferdinand@
kjhh-flex.de
PL: P. Neumeier
Erkan Simsek
0157 39456028
e.simsek@
kjhh-flex.de
PL: P. Neumeier
10
11
12
LichtreFleX 1 │ 2013
NEUE REGIONALLEITUNGEN
RGL
Gelsenkirchen
Markus Dobrinski
7
0163 4117741
m.dobrinski@
kjhh-flex.de
- IuC Gelsenkirchen
- WV Gelsenkirchen
- WG Gelsenkirchen
PL: S. Rogowski
RGL
Erkenschwick
Marco
Hoppe-Wichert
- ADC Erkensch.
- IWG Erkensch.
- Juleizentrum Er.
0163 4118003
m.hoppe-wichert@
kjhh-flex.de
PL: S. Rogowski
Region Klitten
Marius Samek
-IWG Klitten
- Projektwohnen
0163 4118181
m.samek@
kjhh-flex.de
PL: S. Rogowski
9
RGL R E
Barbara Freundt
- WG Recklingh.
- WG Lünen
- WG Castrop
- KSH Datteln
0163 4117740
b.freundt@
kjhh-flex.de
PL: S. Rogowski
Dorsten
8
10
5
1-3
14
6
4,13
RGL Herten
Sandra Jahn
- Julei Westerholt
- WG Herten
- MuKi Herten
0163 4118186
s.jahnt@
kjhh-flex.de
Lünen
9
11,
12
7
PL: H. Schmidt
RGL Witten 1
- IWG Witten
- IWG Herbede
- ADC Witten
RGL Witten 2
- Julei Witten
- Julei Herbede
LichtreFleX 1 │ 2013
David
Raschnewski
0163 4118010
d.raschnewski@
kjhh-flex.de
PL: H. Schmidt
Daniel
Mühlinghaus
0163 4118187
d.muehlinghaus@
kjhh-flex.de
PL: H. Schmidt
13
14
RGL Steele
Peter Kranke
- Julei Steele
- IWG Steele
0157 39455996
p.kranke@
kjhh-flex.de
PL: H. Schmidt
RGL Moers
Nina Derijck
- WG Moers
- WV Moers
0163 2535162
n.derijck@
kjhh-flex.de
PL: H. Schmidt
15
Petra Neumeier
Zuständigkeiten in Bottrop,
Recklinghausen, Essen
Pädagogische
Leitung
#1
>> Ich schätze den
freundlichen, professionellen Umgang unter
Kollegen bei FleX.
Außerdem gibt es
hier einen Karriereweg, den man einschlagen kann.
Persönliches Engagement wird von
Vorgesetzten wahrgenommen, gefördert und honoriert.
<<
Petra Neumeier (50), geboren und aufgewachsen in Altenessen, hat ihre Ursprünge im Bayrischen Wald. Das
erklärt auch ihre Leidenschaft für den FC Bayern München.
PETRA NEUMEIER
4 FRAGEN - INTERVIEW
WIE HABEN SIE IHRE ANFANGSZEIT BEI FLEX ERLEBT?
Als ich mich 2009 im damaligen "ZIP" beworben habe,
befand sich FleX gerade mitten im Umzug mit dem Leitungssitz von Kirchhellen in
den Bottroper Eigen. Da war
Selbstorganisation gefragt.
Nachdem ich zuvor die
Schließung der Zeche Carl
miterlebt hatte, wollte ich eigentlich nicht mehr so viel
Herzblut in die Arbeit stecken, aber bereits nach kurzer Zeit bei FleX habe ich
erkannt, dass Engagement
sich lohnt. Also war ich
plötzlich doch wieder mitten-
16
drin und mit ganzer Seele
dabei.
WELCHE BERUFLICHE
GESCHICHTE HAT SIE AM
MEISTEN BEEINFLUSST?
Ich habe über 25 Jahre bei
der Zeche Carl gearbeitet,
zuletzt als Geschäftsführerin. Die Zeche war soziokultureller Mittelpunkt des
Stadtteils Altenessen. Bereits als Jugendliche hatte
ich aktiv am Aufbau der offenen Jugendarbeit mitgearbeitet. So habe ich erlebt,
dass gemeinsames Organisieren wirklich etwas bewegen kann zugunsten von
Kindern, Jugendlichen und
deren Familien. Diese Erfahrung prägt bis heute.
WAS MACHEN SIE GERN IN
IHRER FREIZEIT?
In meiner freien Zeit lese ich
sehr viel. Ansonsten gehe
ich gerne auf Reisen und
tauche leidenschaftlich.
Ach ja, und ich mag Fußball,
vor allem den FC Bayern.
Schicksale in den Händen
hält. Dieser Verantwortung
muss man sich stellen und
sie übernehmen und tragen
können.
Ich kann das unseren pädagogischen Fachkräften
nicht abnehmen, aber ich
kann sie mit meinem Wissen
und meiner Erfahrung immer
unterstützen.
SIE HABEN DIE PÄDAGOGISCHE FACHBAUFSICHT FÜR
KNAPP 100 MITARBEITERINNEN. WIE GEHEN SIE MIT DIESER VERANTWORTUNG UM?
Jeder Mitarbeiter muss sich
täglich bewusst sein, dass er
LichtreFleX 1 │ 2013
IM PORTRÄT
>> FleX hat den
Pioniergeist. Wir sind
eine Einrichtung voller
gelebter Visionen und
Ideen. <<
HEIKO SCHMIDT
Heiko Schmidt
Zuständigkeiten in
Witten, Herten,
Essen, Moers
Pädagogische
Leitung
#2
Heiko Schmidt wurde 1972 in Vechta geboren. Er wuchs im Kreis MInden in Lübbecke
auf, ehe er 1997 nach Frankfurt zog, um Sozialarbeit zu studieren. Nach dem Studium
war bei mehreren Trägern im stationären Bereich tätig. Seit 2006 ist er zertifizierter
AAT/CT® und macht regelmäßige Fortbildungen zum Thema "Gewalt".
4 FRAGEN - INTERVIEW
WIE HABEN SIE IHRE ANFANGSZEIT BEI FLEX ERLEBT?
Vor meinem Eintritt bei FleX
in 2005 habe ich sieben
Jahre lang als Sozialarbeiter
im Wohngruppendienst gearbeitet. Bei FleX war ich
dann beteiligt am Aufbau der
Flexiblen Individuellen Tagesbetreeung, kurz FIT.
Mir gefiel von Beginn an dieser Pioniergeist bei FleX,
denn FIT war etwas Neuartiges als Verbindung von Tagesgruppe und Betreuung
von Kindern und ihren Familien zuhause.
Dahinter steckte die Vision
einer "ganzheitlichen Sozialarbeit".
Das hat einfach Spaß gemacht: eine Einrichtung, deren Strukturen sich zwar
LichtreFleX 1 │ 2013
noch finden mussten, die
aber voller Visionen und Ideen war. Ich habe mich hier
sehr schnell wohlgefühlt und
bin froh, dass ich den ganzen Aufstieg und die Expansion miterleben und auch
mit aufbauen konnte.
Diese ersten Erfahrungen
mit gewaltbereitem Klientel
haben mich auch dazu animiert, mich auf das Thema
"Gewalt" und Gruppendynamiken zu spezialisieren und
mich dahingehend bis heute
ständig weiterzubilden.
WELCHE BERUFLICHE GESCHICHTE HAT SIE AM MEISTEN BEEINFLUSST?
WAS MACHEN SIE GERN IN
IHRER FREIZEIT?
Am meisten geprägt hat
mich die dreijährige Arbeit
bei einem christlichen Träger
im Sauerland, weil es dort
viele gewaltaffine Kinder
und Jugendliche gab.
Als ich dort sechs Monate
arbeitete, warfen acht Kinder Pflastersteine durch die
Küchenfenster, weil sie
einen Betreuer angreifen
wollten.
Ich reise gerne in nordeuropäische Länder und sehe
mir Schalke 04-Spiele an.
Ansonsten verbringe ich privat so viel Zeit wie möglich
mit meiner kleinen Tochter.
SIE HABEN DIE PÄDAGOGISCHE FACHAUFSICHT FÜR
KNAPP 100 MITARBEITERINNEN. WIE GEHEN SIE MIT
DIESER VERANTWORTUNG
UM?
Im beruflichen Alltag ist man
sich dieser Verantwortung
Gottseidank gar nicht immer
so bewusst. Sonst könnte sie
manchmal vielleicht belasten. Alle Entscheidungen, die
man trifft, können sich auf
Arbeitsplätze und Existenzen
von Kollegen auswirken.
Dieses Bewusstsein ist nicht
immer leicht.
Aber ich habe Glück, dass
ich bei FleX über die Jahre in
diese Verantwortung hineinwachsen konnte und dass
ich verläßliche und gute
Mitarbeiter wie meine
Regionalleitungen habe.
Da habe ich Vertrauen und
da macht es auch Spaß mit
den Leuten zu planen, Ideen
zu entwickeln und zu
entscheiden.
17
IM PORTRÄT
Pädagogische
Leitung
#3
>> Ohne dieses hohe
Maß an Engagement
und Flexibilität, das
unsere Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter täglich
aufbringen, könnten wir
diese qualitative Arbeit
nicht leisten. <<
Sascha Rogowski
Zuständigkeiten in
Klitten, Oer-Erkenschwick,
Recklinghausen, Gelsenkirchen
SASCHA ROGOWSKI
SIE HABEN DIE PÄDAGOGISCHE FACHAUFSICHT FÜR
KNAPP 100 MITARBEITERINNEN. WIE GEHEN SIE
MIT DIESER VERANTWORTUNG UM?
Ich weiss einerseits, dass
ich mich auf die mir unterstellten Regionalleitungen
verlassen kann. Dabei handelt es sich teilweise um
langjährige Wegbegleiter,
Menschen, mit denen ich
seit vielen Jahren kollegial
verbunden bin und schon
einiges erlebt habe. Da besteht Vertrauen. Zudem
zeigen die Mitarbeiter in
meinem Bereich ein hohes
Maß an Engagement und
Flexibilität. Das macht auch
die Qualität der Arbeit aus.
Sascha Rogowski (34), wurde am 25. Februar 1979 in Wanne-Eickel geboren.
An die Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher hat er ein Studium zum Familien- und
Sozialtherapeut an der FH Bielefeld angeschlossen und erfolgreich absolviert.
4 FRAGEN - INTERVIEW
WIE HABEN SIE IHRE
ANFANGSZEIT BEI FLEX
ERLEBT?
Ich habe 2004 in einer
Wohngruppe in Witten angefangen, die erst drei Monate
zuvor eröffnet worden war,
als Mitarbeiter Nummer 56.
Der Ansatz der "Flexiblen Hilfen" war damals noch ziemlich neuartig. Da konnte man
sich konzeptionell sehr gut
"austoben", kreativ sein,
denn es ging um den Bedarf
18
des Einzelnen anstatt auf
vorgefertigte, versäulte Hilfen zurück zu greifen.
Der moderne pädagogische
Ansatz hat mir gleich gefallen. Zum Beispiel wurde bei
FleX schon 2004 der später
im Achten Jugendfhilfebericht kritisierten "Spezialisierung von Wohngruppen"
entgegnet: In der Wittener
WG lebten beispielsweise
zwei Punkerinnen von der
"Platte", ein Junge mit ADS
und ein weiterer, der am
Asperger Syndrom litt. Mit
dieser gelebten Inklusion
war FleX 2004 weit vor seiner Zeit.
WELCHE BERUFLICHE
GESCHICHTE HAT SIE AM
MEISTEN BEEINFLUSST?
Es gibt eigentlich nicht nur
eine Geschichte, die mich
beeinflusst hat. Wir haben
eine reflexive Profession,
das heisst, man erlebt täglich Schicksale, die einen
motivieren in seinem
Wunsch, das Leben von Menschen generell besser zu machen. Eine Gesellschaft wird
an ihren Schwächsten gemessen. Dort muss man Verantwortung übernehmen.
WAS MACHEN SIE GERN IN
IHRER FREIZEIT?
Als Ausgleich zu diesem Beruf
betreibe ich privat Kampfsport
und reise gerne um die Welt.
Ansonsten bin ich ein Fan vom
VFL Bochum und von meiner
französischen Bulldogge.
LichtreFleX 1 │ 2013
AUS DEN PROJEKTEN
GLÄNZENDER AUFTRITT
ZUR NEUERÖFFNUNG DES
JULEIZENTRUM FLEX ERKENSCHWICK
KOMPLETTRENOVIERUNG ALLER PROJEKTE BRINGT REGION AUF NEUEN KURS
ERKENSCHWICK
Seit März 2013 bietet
das Kinder- und Jugendhilfehaus FleX Gewaltpräventions-Kurse
für
Jugendliche und Schulklassen in mehreren
Städten an.
Das neu eröffnete Jugendhilfeleistungszentrum FleX Erkenschwick mit Trainingsräumen für Anti-Aggressivitäts-
und Coolness-Trainings veranstaltete am Freitag, den 22.
März 2013, einen „Tag der offenen Tür", um das neue
Angebot vorzustellen.
Ab Punkt 11:00 Uhr war das
neue Jugendhilfeleistungszentrum FleX Oer-Erkenschwick,
das in der Glück-Auf-Str. 13 in
45739 Oer-Erkenschwick eingerichtet wurde, für den
Besuch geöffnet. Insgesamt
über 60 interessierte Besucher konnten sich an diesem
Tag über das neueste FleXProjekt in Erkenschwick infor-
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mieren, zu dessen Hilfeleistungen unter anderem auch
Anti-Aggressivitäts-Trainings
(AAT®) für Jugendliche und
Coolness-Trainings (CT®) für
Kinder gehören.
Bereits zu Beginn des Jahres
2013 hat das fünfköpfige Betreuerteam rund um Regionalleiter
Marco
HoppeWichert die 190 qm großen
Räumlichkeiten auf der GlückAuf-Straße bezogen und damit
das dritte FleX-Projekt in Oer-
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LichtreFleX 1 │ 2013
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Erkenschwick errichtet: Neben dem neuen FleX-Zentrum unterhält das Kinder- und Jugendhilfehaus schon seit 2007 eine Intensivwohngruppe sowie seit 2011 eine „Aufnahme, Diagnose
und Clearing“ (ADC) –Stelle in der Stadt.
Konzept „Jugendhilfeleistungszentrum“
Das Konzept des Jugendhilfeleistungszentrums – kurz JuLei
oder Juleizentrum – folgt der Idee, Hilfen aus einer Hand leisten zu können. Dabei sind alle Hilfeangebote der Region miteinander verbunden, wobei das neue Zentrum Teil eines
Ganzen darstellt. Die Hilfen werden in Art und Umfang nach
dem Bedarf im Einzelfall entwickelt. Programmteile sind das
Organisierte Familientraining (OFT), das Sozialpädagogisch Betreute Wohnen (SBW), die Sozialpädagogische Familienhilfe
(SPFH), die Begleiteten Umgänge (BU) und das Anti-Aggressivitäts-Training/Coolness-Training (AAT/CT®).
LichtreFleX 1 │ 2013
Anti-Aggressivitäts-Training (AAT®) und CoolnessTraining (CT®)
Das Angebot von Anti-Aggressivitäts-Trainings (AAT®) richtet
sich insbesondere an Jugendliche, die bereits als Gewalttäter in
Erscheinung getreten sind, während das Coolness-Training
(CT®) häufig als Präventivmaßnahme schon für Kinder ab
Grundschulalter angeboten wird. Die Betroffenen erlernen in
mehreren Trainingseinheiten Handlungsalternativen zu Gewalt.
Die Leitung der Anti-Aggressivitäts- und Coolness-Trainings
übernehmen unsere hauseigenen, qualifizierten AAT®/CT®TrainerInnen, die die Maßnahmen als Gruppensettings in speziell dafür geschaffenen Räumlichkeiten im Julei FleX Erkenschwick durchführen.
Mehr über unsere AAT/CT®-Angebote auf Seite 28.
21
AUS DEN PROJEKTEN
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und
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L. wei ß, dass Hunde kei n Spi el zeug si nd,
i hnen darf man ni cht wehtun oder mi t i hnen
schi mpfen. Was L. besonders tol l an Hunden
fi ndet i st, dass si e si ch ni cht mi t i hm
strei ten und i hm auch ni cht wehtun.
L. i st ei n fröhl i ches Ki nd und fühl t si ch i n
der Gruppe Zuhause. In sei nem Leben gi bt es
aber auch hi n und wi eder Schwi eri gkei ten,
zum Bei spi el gel egentl i ch auftretende
Strei ti gkei ten i n der Gruppe. Auch wenn L.
an sei nen Mentorentagen 1: 1-Betreuung erl ebt, rei cht i hm das ni cht i mmer. Dann
möchte er mehr Zei t außerhal b des „ Gruppentroubl es“ , Zei t nur für i hn.
Deshal b wi rd L. sei t 2012 von Maya begl ei tet. Maya i st ei n Therapi ehund i n Ausbi l dung, mi t dem L. ei nmal i n der Woche
gemei nsam mi t Mayas Besi tzeri n und Fl eXMi tarbei teri n Chri sti na Si bbi ng ei ne 1: 1
Betreuung erl ebt. Chri sti na hat ei ne Ausbi l dung zur Hei l erzi ehungspfl egeri n und i st
Di pl om-Sozi al arbei teri n.
Di e Treffen si nd ganz auf L. ' s Bedürfni sse
angepasst: Neben der Stärkung sei nes
Sel bstbewusstsei ns, der Übernahme von Verantwortung, ei ner kogni ti ven und motori schen
Förderung si nd der Bezi ehungsaufbau zum Hund
und sportl i che Akti vi tät erkl ärte Zi el e der
Arbei t.
L. ni mmt di eses Angebot sehr gut an. Er
freut si ch auf di e Zei t mi t Maya und kommt
gel öst und gl ückl i ch zurück i n di e Gruppe,
denn er hat nun mehr Zei t nur für si ch und
ei nen neuen Freund.
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LichtreFleX 1 │ 2013
THERAPIEHUNDE
>> Maya i st ei n echter Cl own, si e
bri ngt al l e, vor al l em di e Ki nder,
zum Lachen. <<
- Chri sti na Si bbi ng-
Sei t September 2012 macht Chri sti na Si bbi ng
(ausgebi l dete Hei l erzi ehungspfl egeri n und Di pl om-Sozi al arbei teri n) mi t i hrer Mi schl i ngshündi n " Maya" bei m DBTB e. V. (" Deutscher
Berufsverband für Therapi e- und Behi ndertenbegl ei thunde e. V. ) ei ne Ausbi l dung.
Di e Rasse " Gol denDoodl e" i st ei ne Züchtung aus
den Rassen " Gol den Retri ever" und " Köni gspudel " . Si e gi l t al s besonders l ernfähi g, ki nderl i eb und gut geei gnet für Al l ergi ker. Maya
i st ei ne bel i ebte und l usti ge Spi el gefährti n
der Ki nder i m KSH Fl eX Bottrop. Das KJ HH Fl eX
unterstützt di e Therapi ehund-Ausbi l dung.
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etÑáuxÜÜçäÉÅU|uxÜãtÄw
Gestatten, ihr Name
ist Biberwald, LANA
Ramberls Rapsberry
vom Biberwald.
-Therapiehündin
in
AusbildungGemeinsam mit ihrer Besitzerin Rebecca Lux, die als Erzieherin in der Wohngruppe
FleX Herten arbeitet, besucht
LichtreFleX 1 │ 2013
die Labrador-RetrieverHündin das M.I.T.T.T.
(Münsteraner Institut für
therapeutische Fortbildung und tiergestützte
Therapie) in Rheine.
Dort wird sie, genauso
wie Goldendoodle Maya,
zum
Therapiebegleithund ausgebildet.
Nach Abschluss der
Schule wird Lana vielseitig einsetzbar sein als Er-
Rufname: LANA (Ramberl s Rapsberry vom
Bi berwal d)
Geboren am: 11. 08. 2012 i n Dortmund
Rasse: Labrador Retri ever
Hundesteuer zahl t: Rebecca Lux (WG Fl eX Herten)
Wohnort: Sel m
Beruf: Angehender Therapi ebegl ei thund
Schul e: MITTT Rhei ne
Sonsti ges über mi ch. . .
Li ebl i ngs-Leckerl i : Fl ei schwurst, Haferfl ocken
Kommandos: Si tz! , Pl atz! , Pfötchen geben! ,
Rol l e! , Stups! , Schau! , Männchen! , 5 Geben!
Das mag i ch total : Spi el en, an Hol z nagen,
Schmusen, an Füßen/Schuhen l ecken, für
Leckerl i s arbei ten, Hei nz (den Haustechni ker ♥ )
Das möchte i ch noch l ernen:
ordentl i ch an der Lei ne gehen, ni cht so
stürmi sch Menschen zu begrüßen, Gedul d, vi el e
neue Kommandos
gänzung und Unterstützung
in der Therapie und Förde-
rung benachteiligter
schen.
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23
FÜR DIE FACHWELT
NEWS AMBULANTE HILFEN
Thema: Ausbau früher
Hilfemaßnahmen (Prävention und
Gewaltschutz) im KJHH FleX
Unsere Einrichtung hat im Rahmen der Frühen Hilfen und Gewaltprävention MitarbeiterInnen
ausgebildet und neue Leistungsmöglichkeiten geschaffen:
- Die Zahl an Teenagern mit Kinderwunsch steigt an: Mit RealCare ® -Babies können junge
Mädchen und Frauen mit Baby-Bedenk-Zeit-Simulatoren den lebensnahen Umgang mit
Säuglingen erproben.
- Drei zertifizierte Anti-Agressivitäts-Trainer und ein Coolness-Trainer geben Kurse für Jugendliche,
die bereits als Gewälttäter in Erscheinung getreten sind und für Schulkinder zur
Gewältprävention.
- Kurse für Eltern: Freiwillig und auf Wunsch ab Schwangerschaft können Eltern an Eltern-Kursen
namens "Eltern-AG" teilnehmen, die von spezielle ausgebildete FleX-MitarbeiterInnen (bei MAPP)
geleitet werden
26
Babybedenkzeit:
Präventives (Gruppen-)
angebot
AAT/CT®:
Gewaltpräventives
Angebot für
Jugendliche und
Schulkinder
Ausbildung
zur Kursleitung von
MAPP-Eltern-AGs
Mit "RealCare® Babies" die
Versorgung von Säuglingen
lebensweltnah erproben S.27
Zertifizierte AntiAggressivitätstrainer
und Coolness-Trainer
bieten soziales
Kompetenztraining bei
potenzieller
Gewaltbereitschaft
MAPP - Magdeburger
Ausbildungsinstitut für
psychotherapeutische
Psychologie S.29
LichtreFleX 1 │ 2013
BABYBEDENKZEIT-PROJEKT:
RealCare ®-Babies simulieren lebensweltnah
Alltag mit Säuglingen
Frau Lie hmann, wie funkti oni
ere n die RealCare ®-Babie s?
SARAH LIEHMANN leitet das Projekt
"Babybedenkzeit" im KJHH FleX.
RealCare ®-Babies "A (nna)" und "B (en")
verfügen über fünfzehn unterschiedliche
Programme.
ge i e de r F l e Xi b l i c h e n u n d
d
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a
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B e i de n b e ide l t e s s i c h u m e i n e n " e u r o p ä i s c h h e l l " .
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g r a mme
hö r
i c h e n S i mu l
e l l bare Pro
e i n e n mä n n le r f ü ge n ü b e r 1 5 e i n s tl e ge i n t e n s i t ä t . S i e
D i e z w e i v c h de s G r a de s de r P f w e r de n . D i e H a u t i s t
h i n s i c h t l i ü t t e r t u n d g e w i c k e l t T e mp e r a t u r u n d
mü s s e n g e f h u k u n d s e n s i b e l f ü r s i e b e i Ak t i v i e r u n g
a u s K a u t s c i t . Au ß e r d e m w e r d e n v i a C h i p g e p r ä g t u n d
F e u c h t i g k e r b e s t i mmt e n " E l t e r n " i e n b i s G l u c k s e n .
a u f di e v o e v o n s i c h v o n S c h r e
ge b e n L a u t
Wie läuft das Programm konkre t
ab?
Di e " E l
b e n s we l tt e r n s c h a f t " b e g
v o r de r n a h o r i e n t i e r i n n t l e ge n L e b e " Ge b u r t " , wi et b e r e i t s
Mu t t e r n a u c h . W i r b i m r i c h t i i h r e z u ku n d ggf . a u c h Ve r e i t e n
s p r e c h e ü n f t i g e Ro l l e a t e r a u f
B a b yp f l en ge me i n s a m T h e vo r , b e S ä u g l i n g g e , B e d ü r f n i s s me n w i e
t u a t i o n e n , di e f i n a n z e v o n
s c h e S a c d e r F a mi l i e , m i e l l e S i u s w . . D a h v e r h a l t e , L e b e di z i n i b u r t s t e r n n g i b t e s e i n e n s w a n de l
b i s z u mi n " : D i e E l t e n " G e de s Ki n ddi e s e m T a g da s e r n ke n n e n
s i e de n e s n i c h t . D a n G e s c h l e c h t
E r s t a u s s S ä u gl i n g i n kl un n e h me n
i h m e i n t a t t u n g e n t g e s i ve B a b ymi t z u se n Na me n u n d n ege n , ge b e n
s i c h f ü i c h n a c h H a u s h me n i h n
kü mme r n .r s e c h s Wo c h e n e , wo s i e
z e i c h n e I n di e s e m Z e u m i h n
ge n a u e Dt de r Re a l C a r e ®i t r a u m
s o r g t " a t e n a u f , w i e - S i mu l a t o r
e r ge f ü twu r de , a l s o a u c e r " ve r u n d wi e t e r t , wi e wa r h , wi e o f t
S c h l i e ß l o f t e r ge wi c kem ge kl e i de t
s p i e l d i c h a u c h , o b l t w u r de .
z e " ve r lu r c h S c h ü t t e l n e r z u m B e i e t z t " wu
o de r S t ü
r de .
r-
Wer ist die Zie lgruppe für
Arbeit mit den Simulatoren? die
Im Moment gilt das Angebot
insbesondere für ambulant betreute Einzelfälle wie j unge
Mädchen und Frauen mit Babywunsch. Falls das Kontingent
an Simulatoren vergrößert
wird, kann das Angebot auch
für Gruppen erweitert werden.
LichtreFleX 1 │ 2013
Gibt es noch wei tere Modell
e ?
arbe i Wi e vi e l e Migte s chul t?
te r wurde n
Die Ausbildung unter
anderem im technischen
Umgang mit den RealCare ®-Babies haben
sechs FleX-MitarbeiterInnen absolviert.
Es gibt z. B. Modell e mit andere n
ethnis chen Herkün ften. Intere ssant
ist auch das Verans chauun gsmode ll
" Shaken Baby" , das aufzei gt, was
bei Schütt eltrau mata anatomisch in
den Köpfen von Säugli ngen geschi eht.
Ähnlic h erschr eckende Wirkun g hat
das FAS-Ba by. Es zeigt plasti sch,
wie Kinder von Frauen ausseh en können, die währen d der Schwan gersch aft
Drogen und Alkoho l konsumiert haben
und wie die typisc hen, schril len
Schrei e dieser Kinder klinge n.
27
FÜR DIE FACHWELT
AAT/CT®: WENN DIE WUT HOCHKOMMT....
Ob Trotzphase, Reaktion auf prägende Ereignisse oder erlerntes
Verhalten :
Es gibt viele Ursachen und Auslöser für Wut und Aggression.
Ein gewisses Maß an Aggression ist
normal. Auffallend für ein großes Maß
an Aggressionen sind unkontrollierbare
Wutausbrüche, impulsive Affekthandlungen und fehlende Lösungsstrategien und Unrechtbewusstsein.
Deshalb ist es keine Seltenheit, dass
Jugendliche in AAT®-Kursen bereits
strafrechtlich in Erscheinung traten.
Oftmals steckt ein verzerrtes Bild von
AAT®-KONZEPT (IN AUSZÜGEN)
• 1. Kennenlernen
(Regeln des Anti-Aggressivitäts-Trainings, Vertrag für die Dauer
und den Ablauf des AATs, Einverständniserklärungen)
Machtverhältnissen und Unterdrückung hinter den Gewalttaten.
Ziel unserer angebotenen Trainings
ist es, den jungen Menschen mit
seinen Straftaten zu konfrontieren,
deeskalierende Methoden und ein
eigenverantwortliches Handeln beizubringen.
Bevor es zu Gewalttaten kommt,
kann auch präventiv mit Menschen
und dem Aggressionspotenzial gearbeitet werden. Dafür gibt es das
Coolness-Training®. In diesen Trainings wird vermittelt, in Stresssituationen Ruhe zu bewahren.
CT®-KONZEPT (IN AUSZÜGEN)
• 1. Kennenlernen
("Was ist ein Coolness-Training?",
eigene Zielorientierung mit Übungen)
• 2. Biographie-Arbeit
• 2. Stille Anamnese
• 3. Konfrontative Arbeit
• 3. Kosten-Nutzen-Kalkulation
(Soziales Atom, Timeline, "Drei Stärken - Drei Schwächen")
(Inhaltliche Auseinandersetzung mit der eigenen Tat anhand verschiedener Methoden,Tat-Rekonstruktion mit qualifiziertem Feedback, Aufdeckung der Neutralisierungstechniken, Rollenspiele)
• 4. “ Heiße Stühle“
(Tat-Auseinandersetzung, Opferempathie, Reflexion)
• 5. Opferbriefe
(Opferbrief, Korrektur der Opferbriefe, Videos, Auseinandersetzung
mit der Opferrolle, Besuch der Gerichtsmedizin o.ä.)
• 6. TäterInnenarbeit
(Handlungsalternativen, Deeskalationstraining,
Körpersprache, Außenwahrnehmung vs. Selbstwahrnehmung)
• 7. Kompetenztraining
(Kosten-Nutzen-Analyse, Statuswippe, Vertrauensübungen, "AntiBlamier"-Training, Rollenspiele)
• 8. FAF*-Bögen/Lebenswege/Reflexion
(Erstellung und Auswertung des FAF-Bogen,
"Tor der Zukunft", Abschlussritual)
Das Anti-Aggressivitäts-Training (AAT®) ist eine Form des sozialen
Trainings, in dem (im Auftrag des Opfers) tertiär-präventiv an TäterInnen gearbeitet wird. Oftmals sind die zu trainierenden Jugendlichen bereits durch ein verfestigtes Gewaltverhalten auffällig
geworden. Ziel ist es, weitere Gewalttaten zu vermeiden und (re-)
sozialisierenden Einfluss zu nehmen. Das beinhaltet, die Gewaltverherrlichung der TäterInnen zu erschüttern, Aggressionshemmungen aufzubauen, Empathie für die Opfer zu erzeugen und
Schuldbewusstsein zu entwickeln.
(Lizenz zur Neugierde, Eskalations-Rollenspiel)
("Was bringt mir der Konflikt?")
• 4. Empathie
(Eigene Gefühle und Gefühle anderer,
Wahrnehmung/Unterscheidung)
• 5. Selbstbild
(Eigenwahrnehmung vs. Fremdwahrnehmung,
idealisertes und reales Selbstbild)
• 6. Rollen
(Opferrolle, Täterrolle)
• 7. Strategien
(Deeskalation, Rollenspiele)
• 8. Abschluss mit Reflexion
(Erlebnisberichte)
Das Coolness-Training (CT®) ist eine PräventivMaßnahme für Kinder und Jugendliche, die
durch gezielte Förderung sozialer Kompetenzen
potenzielle Gewalt vermeiden bzw. verringern
soll.
Ziel ist es, lebensnahe Gewaltbereiche und alltägliche Muster aufzuzeigen und gemeinsam zu
reflektieren. Die Kinder und Jugendlichen setzen sich direkt mit ihrem Verhalten auseinander.
Durch methodische Ansätze wie Konfrontation,
Reflexion und Selbsterfahrung steigert das
Coolness-Training die sozialen Fähigkeiten.
AAT und CT® können als Leistungspakete grundsätzlich überall in unserer Einrichtung gebucht werden. Unsere zertifizierten AAT/CT®-LeiterInnen sind flexibel einsetzbar. Räumlichkeiten für AAT/CT®-Kurse befinden sich derzeit in folgenden Projekten:
KUG FLEX BOTTROP // JULEIZENTRUM FLEX ERKENSCHWICK // JULEIZENTRUM FLEX
STEELE//JULEIZENTRUM FLEX WITTEN
>> HEIKO SCHMIDT (Dipl.-Sozialarbeiter/AAT®/CT®) // 0163 4118163 (mobil) // h.schmidt@kjhh-flex.de
28
LichtreFleX 1 │ 2013
FÜR DIE FACHWELT
FLEX-MITARBEITERINNEN WERDEN
KURSLEITERINNEN FÜR MAPP-ELTERN-AGS
MARTIN RADTKE, Kursleiter in Ausbildung,
erklärt das Konzept "Eltern-AG":
Was steckt hinter dem Konzept
"ELTERN-AG"?
sonderen die aktuellen Erkenntnisse der
Neurowissenschaften, der Entwicklungspsychologie und der Sozialpädagogik.
ELTERN-AG ist ein empirisch überprüftes Das Konzept der ELTERN-AG fokussiert
die Eltern-Kind-Interaktion (Bindungsverund präventives Programm zur Steigerung der Erziehungsfähigkeit. Das Ange- halten), die kindliche Entwicklung bis zur
Einschulung sowie lebensweltliche und
bot wurde für Eltern in besonders
belastenden Lebenslagen konzipiert. Da sozialräumliche Bedingungen.
diese Eltern nur schwer bis gar nicht mit
Wie kann man sich den Ablauf eines
konventionellen Hilfeangebote zu erreichen sind, ist speziell für diese Zielgrup- Kurstreffens vorstellen?
pe ein niederschwelliges Angebot
entwickelt worden. Mit dem Konzept der Der ELTERN-AG Kurs wird mit 8-12 sozial
Gruppenarbeit für sozial benachteiligte
benachteiligten Teilnehmern (welche ein
Familien stärkt die ELTERN-AG die Eltern Kind erwarten bzw. mindestens ein Kind
und ermöglicht dadurch ihren Kindern
im Vorschulalter haben) durchgeführt.
bessere Start- und EntwicklungschanDie einzelnen Treffen basieren auf dem
cen.
ELTERN-AG Trio:
1. Mein aufregender Elternalltag
Was erlernen die teilnehmenden Eltern (Soziales Lernen)
2. Relax (Stressmanagement)
konkret?
3. Schlaue Eltern (Wissensvermittlung)
Die Mütter und Väter lernen gemeinsam Der 20-wöchige Kurs ist in zwei Hälften
gegliedert: In der Einführungsphase (10
mit professionellen MentorInnen die
„Tipps und Tricks“ guter Erziehung. In der Wochen) werden die Eltern durch die
Gruppe erleben Eltern ein Gefühl der Ge- Mentoren/innen in das Programm eingeführt und mit dem konzeptionellen
meinschaft, des Respektes und der
Abläufen vertraut gemacht. In den folWertschätzung. Diese Erfahrung setzt
genden 10 Wochen, der VertiefungsphaPotenziale sowie Fähigkeiten frei und
se, werden die Abläufe und die
stärkt sie in der Ausübung ihrer Elternrolle. Durch Empowerment lernen die Fa- vermittelten Inhalte gefestigt.
Nach dem 20-wöchigen Kurs sollen die
milien sich selbst zu helfen!
ELTERN-AG vertritt die Auffassung, dass Eltern in der Lage sein, sich sozialräumlich zu vernetzen und selbständig Grupwenige und einfache Erziehungsgrundsätze ausreichend sind. Grundannahme pentreffen zu organisieren und
durchzuführen.
ist, dass Erziehungsfähigkeiten bei nahezu allen Eltern vorhanden sind. Sie
lassen sich in der Gruppe entwickeln
und stärken (gemeinsames Lernen auf
Augenhöhe, Empowerment-Methode).
Was passiert nach dem Kurs?
Durch die sozialraumnahe Durchführung
treffen sich nachweislich 68% (ca. 4 von
Auf welchen wissenschaftlichen Ansät- 6 Eltern) 12 Monate nach Abschluss der
ELTERN-AG weiterhin regelmäßig. Durch
zen beruht das Konzept ELTERN-AG?
die Merkmale „Einfachheit“, „niedrige
ELTERN-AG ist trotz einfach formulierter Zugangsschwelle“ und „überprüfbare Effektivität“ findet das Programm bei der
Postulate explizit wissenschaftlich ausZielgruppe eine hohe Akzeptanz.
gerichtet. Der Ansatz integriert im Be-
Wie funktioniert
die Ausbildung
und der Einsatz
vor Ort?
ELTERN-AG ist ein besonderer Elternkurs – speziell für Familien in
besonders belastenden Lebenssituationen mit Kindern von der Geburt bis zur Einschulung sowie
werdende Eltern. ELTERN-AG macht
Eltern fit: Freiwillig, selbstbestimmt
und mit jeder Menge Spaß!
In den ELTERN-AG Kursen, die in
vielen deutschen Städten angeboten werden, finden junge Väter und
Mütter Unterstützung und Antworten auf ihre Erziehungsfragen. Speziell ausgebildete Kursleiterinnen,
die so genannten Mentorinnen, moderieren die Elterngruppen, bei denen sich alles um Familie und
Kindererziehung dreht. Im Mittelpunkt steht dabei immer der direkte
Austausch mit anderen Eltern und
die Möglichkeit, Erfahrungen einzubringen und sie gemeinsam in der
Gruppe zu diskutieren.
MAPP - Magdeburger
Ausbildungsinstitut für
psychotherapeutische Psychologie
Die ELTERN-AG ist ein Programm
der MAPP-Empowerment GmbH
(gemeinnützig) und wurde unter
Leitung von Prof. Dr. Meinrad Armbruster entwickelt.
AnsprechpartnerInnen :
MAPP-Empowerment gemeinnützige
GmbH (Anerkannter Träger der
Kinder- und Jugendhilfe )
- Programm ELTERN-AG Klausenerstr. 15
39112 Magdeburg
0391 7277 640 (tel)
0391 72776421 (fax)
info@eltern-ag.de
www.eltern-ag.de
Das KJHH FleX ist seit November 2012 Kooperations- und Vertragspartner der MAPP-Empowerment. Insgesamt sechs FleX-MItarbeiterInnen werden derzeit vom "Magdeburger Ausbildungsinstitut für psychotheraputische Psychologie" zu KursleiterInnen
für Eltern-AGs ausgebildet.
Das Institut evaluiert die Wirkung der Maßnahme wissenschaftlich, führt Hospitationen und Supervisionen durch und sichert
die Fortbildung unserer MentorInnen. Mit aktualisierten Methodenhandbüchern und Materialien ausgestattet, erhalten unsere
pädagogischen Fachkräfte von der MAPP-Empowerment eine berufsbegleitende, zwölfmonatige Zusatzqualifikation zu ELTERNAG KursleiterInnen („Mentorinnen für Empowerment in der frühen Bildung und Erziehung). Die MAPP-Empowerment ist anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe und stellt das Konzept ELTERN-AG, FleX als Träger und Kooperationspartner führt es
lokal vor Ort durch.
LichtreFleX 1 │ 2013
29
FFF E.V.
F
N EWFF
S
NEUIGKEITEN AUS DEM FÖRDERVEREIN
- Der FFF e.V. geht mit einer neuen Homepage
online! Unter www.ff-flex.de können Interessierte
den neuen Webseitenauftritt aufrufen und sich
von neuen Funktionen begeistern lassen.
- Wechsel im FFF-Vorstand: Frau Marion Katritzke
oben v.l.n.r.: Angelika
Brauckmann, Renate Lichtneger, Peter Lichtneger, Marion Katritzke
ist zur 2. Vorstandsvorsitzenden gewählt worden.
- Neuer Ansprechpartner für Mitglieder-Akquise,
Spenden und Fund-Raising: Erkan Simsek
rechts: Erkan Simsek
Meine Kommunion
R. ist zehn Jahre alt und
bewohnt seit circa zwei
Jahren eine Wohngruppe
des KJHH FleX. Sie ist gut
in der Gruppe angekommen, fühlt sich wohl und
ist ein fröhliches Kind.
Zur Weihnachtszeit 2012
hat sie bei ihrer Mentorin
den Wunsch geäußert, die
Kommunion zu empfangen.
Ein Wunsch, der erst einmal herausgelöst vom
Gruppenalltag erscheint.
Die FleX ist keine konfessionelle Einrichtung und
Religion steht auch nicht
im Mittelpunkt unserer Arbeit mit den Kindern. Allerdings gehört Religion zur
Lebenswelt der Kinder. In
der Gruppe und auch in
Schule und Kindergarten
begegnet Religion den Kindern zum Beispiel an Feiertagen.
Fragen
zum
Thema beantworten wir
gerne, den Kindern wird
aber auch erklärt, dass sie
die Freiheit haben, an das
zu glauben, was sie möchten. Zumindest können sie
sich Zeit damit lassen und
müssen sich nicht auf irgendetwas festlegen.
R. hat ein klares Bild und
hat in mehreren Gesprächen erklärt, warum sie zur
Kommunion möchte. Erst
einmal hat sie von anderen
Gruppenbewohnern,
die im letzten Jahr ihre
Kommunion
empfangen
haben, eine Menge mitbekommen. Sie findet die Zeremonien in der Kirche toll,
30
glaubt an Gott und kennt
die Geschichte von Jesus.
Außerdem möchte sie wie
viele andere Kinder auch
eine Feier, Geschenke und
ein tolles Kleid.
Wir finden es wichtig, dass
R. sich für Religion als Teil
ihrer Lebenswelt interessiert. Andere Kinder, die
nicht in der Gruppe leben,
waren auch bei der Kommunion, gehen in Freizeiteinrichtungen der Kirche
und sind weit über die
Kommunion hinaus mitein-
gruppe, das sich auch in
der Schule und im Alltag
schon mal so fühlt, als gehöre es nicht dazu. Alles
was diesem Kind gut tut
und es positiv verstärkt,
gilt es zu unterstützen. Im
Idealfall, wie in diesem,
wird der Wunsch mit dem
Kind partnerschaftlich erarbeitet und umgesetzt.
R. blühte bei der Vorbereitung der Kommunionsfeier
regelrecht auf und verbrachte viele Tage und Wochen vor der Kommunion
uns begleitet und unterstützt. Besonders intensiv
wählte sie Kopfschmuck
und passende Schuhe aus.
Sie erstellte eine Liste mit
Personen, die sie zu ihrer
Feier einladen wollte und
bastelte mit ihrer Mutter
die Einladungskarten. Unterstützt wurden ihre Wünsche durch eine großzügige
Spende des FFF e.V., der
auch schon die Kommunionen im Vorjahr von
anderen Gruppenkindern
gefördert hatte.
So konnte R. sich
neben Geschenken, über ein lange
gewünschtes
Taschenset freuen.
Am 9. Mai 2013
haben alle, die R.
zuvor eingeladen
hatte, an der Kommunionsfeier
in
der Kirche teilgenommen.
Nach
dem Gottesdienst
kamen neben dem
Vorstand des FFF
auch die zuständige Pädagogische
Leiterin Frau Neumeier, die Familie
von R. und viele
Freunde zur KirFFF e.V. Vorstandsvorsitzender Peter Lichtneger überreichte das
che. Im kleinen
Kommunionsgeschenk gemeinsam mit seiner Frau, der FFFKreise hat sie
Schatzmeisterin, Renate Lichtneger.
dann in der Wohngruppe mit ihren
ander befreundet. Kommu- mit der Suche nach pas- Gästen noch lange gefeinion
ist
ein
Stück senden Tischdecken, Ser- ert.
Serviettenringen
Normalität, besonders für vietten,
FFF
GE F
ein Kind aus einer Wohn- usw. . Dabei wurde sie von
ÖRD
ERT
LichtreFleX 1 │ 2013
AUF IN DEN WOHLVERDIENTEN FEIERABEND ...
Frau Lipsch-Lehmann geht in den
Ruhestand. Die einstige Geschäftsführerin,
Verwaltungschefin und Leiterin der MuKi
FleX Herten feiert im August 2013 ihre
endgültige Pensionierung.
Als Gesellschafterin wird sie dem KJHH
FleX allerdings weiterhin erhalten bleiben.
Das Kinder- und Jugendhilfehaus FleX,
insbesondere die FleX-Hauptverwaltung
mit allen MitarbeiterInnen, wünscht Frau
LichtreFleX
Ausgabe 01/2013
IMPRESSUM
Herausgeber:
Kinder- und Jugendhilfehaus
FleX gGmbH
Heinrich-Theißen-Str. 4,
46240 Bottrop
02041 3729100 (tel)
02041 3729111 (fax)
info@kjhh-flex.de
www.kjhh-flex.de
Auflage:
2.000 Stück
Inhalte:
„Aufhören können, das ist nicht eine Schwäche, das
ist eine Stärke.“
-Ingeborg Bachmann-
Hermann Muss,
Marie Stiewe, Klaus
Schmeing, Erkan Simsek,
Carolin Reschke
Konzept, Gestaltung und
Umsetzung:
Marie Stiewe
Lipsch-Lehmann
alles Gute für den
lang ersehnten
Ruhestand.
Wir hoffen, dass sie
auch noch weiterhin
lange ihre Reiselust
ausleben kann und
freuen uns schon
jetzt auf die
Postkarten und
Grüße, die uns
zukünftig von fernen
Orten erreichen
werden!!!
Druck:
Druckerei und Verlag Peter
Pomp GmbH in Bottrop
© 2013 FleX gGmbH
Heinrich-Theißen-Str. 4,
46240 Bottrop
Web: www.kjhh-flex.de
E-Mai l: lichtreflex@kjhhflex.de
o.l.: FleX verfolgt sie bis in die Ferne: Gisela Lipsch-Lehmann 2013 in
Frankreich.
u.r.: Frau Lisch-Lehmann verstand es, Jubilare zu ehren. Das
Verwaltungsteam wünscht ihr alles Liebe!
Nachdrucke nur mit
Quellenangabe und
Belegexemplar. Der Inhalt gibt
nicht in jedem Fall die
Meinung des Herausgebers
wieder.
F. Braun & Sohn
Kundendienst ● Küchen ● Herde ● Öfen ● Kühlschränke ● Waschautomaten ● Küchengeräte
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Rechts:Wer baggert da spät in der Halle noch?
unten: Tom Meuwßen, Patrick Krüpers und Ekkehard
Kellermann haben für die neu eröffnete IWG FleX Steele
für jedes Kinderzimmer Kleiderschränke und Betten
selbst gebaut.
ERÖFFNUNG JULI 2013
IWG FleX Steele * Holbeckhof 39 * 45276 Essen
iwg.steele@kjhh-flex.de * Pädagogische Leitung: Heiko Schmdit (0163 411 81 63) * Regionalleitung: Peter Kranke
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Seele and Geist
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