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Backen wie zu Hause?! - Pflegezentrum Rotacher

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NEU
Information für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Nummer 2 – 2013
Backen wie zu Hause?!
Das gemeinsame Essen ist in sämtlichen Kulturen ein zentraler Pfeiler des sozialen
Zusammenlebens. Nicht alleine die Energiezufuhr und die Versorgung mit lebens­
wichtigen Vitaminen sowie Spurenelementen machen das Essen für uns uner­­setz­lich. Mit dem Duft und dem Geschmack der Speisen sind Erinnerungen und
Emotionen verbunden, die den Genuss erst vollkommen werden lassen. (F. Schraner)
Liebe Leserinnen, liebe Leser
Unser Küchenteam mit drei ausgebildeten
Diätköchen produziert mit Unterstützung
eines externen Ernährungsberaters hochwertige saisonale Mahlzeiten. Doch nicht
nur in der Küche werden Lebensmittel
verarbeitet. Die Zubereitung von Speisen
ist ein wertvoller Bestandteil unseres Therapieangebotes. Dabei achten alle unsere
Mitarbeitenden im Umgang mit Lebensmitteln darauf, die Verbreitung von Bakterien zu verhindern und die Gesundheit
unserer Bewohnenden zu schützen. Die
Hygiene ist im PZR seit Jahren ein zentrales Sicherheitsthema. In Zusammenarbeit
mit einer Hygieneberaterin und einem
Mikrobiologen überprüfen und verbessern
wir stetig unsere Prozesse. Dieses Jahr lag
der Schwerpunkt auf dem Umgang mit
Lebensmitteln: Als Ergebnis konnten wir
unser neues Hygienekonzept für die Küche einführen. Zudem initiierten wir das
Pilotprojekt «Umgang mit Lebensmitteln
auf den Abteilungen». In der vorliegenden
Ausgabe des PZR Neu erläutert unsere Hygieneberaterin Frau Stefanie Geisler dieses
wichtige Thema.
Bei all diesen Projekt- und Konzeptarbeiten steht das Wohl unserer Bewohnenden im Zentrum. Wir alle sind überzeugt,
dass sich der Aufwand lohnt und wir die
Betreuungsqualität im Rotacher so stetig
verbessern.
Nun wünsche ich Ihnen viel Vergnügen
beim Lesen des vorliegenden PZR Neu.
Fridolin Schraner, Direktor
Wer hat ihn nicht gern, den Duft von frisch
gebackenem Sonntagszopf oder Kuchen. In
der Langzeitbetreuung kommt dieser Form
der Aktivierung eine grosse Bedeutung zu.
Gerade wenn der Appetit nicht mehr vorhanden ist, kann der Duft von frisch Gebackenem die Lust aufs Essen fördern. Ausserdem
erinnert der Duft an Zeiten, als das Backen
noch zu den regelmässigen Aufgaben des
Alltags gehörte.
Für viele von uns ist es immer noch Alltagsarbeit. Daher verrichten wir sie auch, wie
wir es von zu Hause gewohnt sind. Dagegen
ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Doch
sobald wir eine ausserfami­liäre Betreuung
übernehmen, tragen wir die Verantwortung
für die Menschen in unserer Obhut. Im Umgang mit Lebensmitteln sind wir zusätzlich
an gesetzliche Grundlagen gebunden (siehe
Kasten). Die Bearbeitung von Lebensmitteln
ist mit vielen Risiken verbunden. Bewusst
wird uns dies erst, wenn etwas passiert. Wir
alle kennen die Schlagzeilen zu Lebensmitteln, die mit Mikroorganismen verunreinigt
wurden. Die Ursache der Verunreinigung zu
finden, stellt immer eine grosse Herausforderung dar und ist in der Regel eine unschöne Angelegenheit für alle Beteiligten.
Was bedeutet dies nun für unseren Alltag
im PZ Rotacher? Stellen sie sich folgende
Situation vor: Während des Backens schlagen zwei Bewohner Eier für den Zopf auf,
während zwei andere Bewohner Äpfel für
den Fruchtsalat schneiden. In einem kurzen
Moment, in dem die zuständige Betreuungsperson den Raum verlässt, unterbricht ein
Bewohner das Äpfelschneiden und hilft, eine
Eierschale, die versehentlich in die Ei-Masse
gelangt ist, herauszuholen. Er widmet sich
anschliessend wieder dem Äpfelschneiden.
Aufgrund der hektischen Tagesumstände
bleibt der Fruchtsalat mit den Äpfeln bis
zum Verzehr abgedeckt aber ungekühlt stehen. Am anderen Tag klagen acht Bewohner
über schlimme Bauchschmerzen und haben
tagelang Durchfall. Bei den angeordneten
Laboruntersuchungen werden Salmonellen
nachgewiesen. Es kommt in der Folge zu einer Kontrolle des Pflegezentrums durch den
Kantonsarzt und zu entsprechenden Auflagen.
Dies ist sicher eines der schlimmeren anzunehmenden Szenarien, aber davon müssen
wir in der Hygiene immer ausgehen. Wir
sind verpflichtet, im Falle einer Kontrolle
nachzuweisen, dass wir die Risiken für Infektionen so klein wie möglich halten und
entsprechende Vorsichtsmassnahmen treffen (siehe Kasten Folgeseite).
Gesetzliche Grundlagen:
Hygieneverordnung (HyV)
Lebensmittelgesetz (LMG)
Foto: © S. Geisler
«Gute Start- und
Entwicklungsmög lic
Wichtige Merkpunkte:
 Vor der Bearbeitung von Lebens­mitteln saubere
Hände bei allen Beteiligen sicherstellen
 Zum direkten Verzehr (ohne Kochen oder Backen)
bereit­gestellte Lebensmittel wie z. B. Fruchtsalat
nicht mit risikoreichen Lebensmitteln wie z. B.
Eiern gleichzeitig zubereiten
 Ungekochte Speisen so schnell wie möglich
verzehren
Banu Köybasioglu ist 43 Jahre alt und stammt aus Istanbul.
Im Rotacher arbeitet sie seit Mai 2013 als Abteilungsleiterin
auf West 1.
Sie sind nicht in der Schweiz aufgewachsen. Wie war Ihr Lebensweg in der Türkei?
Ich bin ein Grossstadtkind, in Istanbul geboren und aufgewachsen.
Nachdem ich das Gymnasium abgeschlossen hatte, liess ich mich zur
Flight Attendant bei den Turkish Airlines ausbilden. In der Jugend hat
man Träume – Sprachen und Reisen entsprachen meinen Vorstellungen. Doch leider hat mir mein Vater einen Strich durch die Rechnung
gemacht (… lacht). Er war Lehrer, und so half ich ihm nach meiner
Ausbildung in der Schule aus.
Das hat ja nichts mit der grossen weiten Welt zu tun.
Nein, es war auch nur eine kleine Zwischenstation. Mit 18 Jahren
ging ich nach England, um mein Englisch aufzubessern. Da fand ich
es aber ziemlich langweilig. Das Essen, die Mentalität und das Klima
entsprachen nicht so ganz meinen Vorstellungen. So zog es mich
ziemlich schnell von Bristol weg nach Paris.
Fotos: © S. Geisler
Wenn Ihnen mit dem gleichen Vorgehen
dasselbe zu Hause in Ihrer Familie passiert
wäre, hätte vermutlich höchstens Ihr Hausarzt davon Kenntnis erhalten. Bei einer Laboruntersuchung wäre eine entsprechende
Meldung an den Kantonsarzt gelangt, aber
ohne Kontrollen und Auflagen für Ihr Zuhause. Es wäre für Ihre Familie eine Erfahrung
mehr gewesen, die Sie trotzdem nicht wiederholen möchten. Es lohnt sich also, auch
für zu Hause den disziplinierten sauberen
Umgang mit Lebensmitteln sicherzustellen.
So bewahren Sie Ihre Familie vor unliebsamen Erfahrungen und verhalten sich im PZ
Rotacher automatisch korrekt im Umgang
mit Lebensmitteln. Und der Duft von frisch
gebackenem Zopf kann weiterhin durch die
Abteilungen ziehen.
Stefanie Geisler, Beratung für
Hygiene & Infektionsprävention
Und wie kamen Sie dann in die Schweiz?
Die Liebe war der Grund. Aber ich muss enttäuschen, ich habe meinen Mann nicht erst in Paris, der „Stadt der Liebe“ kennengelernt.
Wir hatten uns in den Ferien in der Südtürkei kennengelernt – ich
war damals 14. Seitdem pflegten wir einen regen Briefkontakt und
naja, Paris brachte uns dann schon näher. Wir nutzten die Möglichkeit, uns häufig zu sehen. Als Schweizer hatte mein Mann es nicht
ganz so weit wie in die Türkei.
Und von Paris ging es dann direkt in die Schweiz?
Wir heirateten zunächst bei mir zu Hause in Istanbul und lebten 4
Jahre dort. Aber mein Mann bekam Heimweh nach Winterthur und
als ich 25 war, zogen wir in die Schweiz.
Wie war die Integration in der Schweiz?
Sehr gut. Ich habe sehr schnell die Sprache gelernt und dadurch
problemlos Arbeit finden können. Nachdem ich zunächst in der Abwaschküche eines Pflegeheims gearbeitet hatte, war ich neugierig
auf den Pflegeberuf geworden. Ich habe dann die Ausbildung zur
Pflegefachfrau gemacht und acht Jahre in Winterthur gearbeitet.
Was hat sie zu einem Wechsel in das PZR bewegt?
Die Karriere. Ich hatte hier die Möglichkeit, als Abteilungsleiterin
­tätig zu sein.
Sie haben erst hier Deutsch gelernt. Wie haben Sie sich bis dahin
mit Ihrem Mann verständigt?
(Lacht) Das geht schon. Von jedem etwas: Englisch, Italienisch …
d
ög lichkeiten im PZR»
Was war Ihr erster Eindruck von der Schweiz?
Es läuft alles in geregelten Bahnen. Die Schweizer Demokratie gibt
einem das Gefühl, ernst genommen zu werden. Ich finde es wichtig,
dass das Volk mitentscheiden kann. Ausserdem fühlte ich mich als
Ausländerin von Anfang an von den Schweizern angenommen.
Was vermissen Sie in der Schweiz?
Die Sonne und das Meer. In Istanbul habe ich 200 m vom Meer entfernt gelebt – das fehlt mir hier. Aber einen kleinen Ersatz dafür habe
ich. Wann immer es geht, verbringe ich die Zeit am Lago Maggiore
im Tessin. Das Klima und das Dolce Vita entsprechen eher meinem
Naturell.
Zieht Sie noch etwas nach Istanbul?
Natürlich besuche ich regelmässig meine Eltern und Schwester dort.
Ich freue mich dann auch, Freunde wieder zu sehen. Ansonsten bin
ich mit meinem Leben in der Schweiz glücklich. Vielleicht zieht es
mich ja wieder zurück ans Meer, wenn ich pensioniert bin. Das weiss
ich noch nicht.
Und was machen Sie, wenn Sie nicht arbeiten?
Ich bin ein sehr sozialer Mensch, d.h. ich treffe mich viel mit meinen
Freunden. Ansonsten gehe ich gern Wandern in der Region Winterthur oder in den Tessiner Bergen und schwimme sehr gern. Und ich
bin begeisterte Autofahrerin – und geniesse es, die Sonne und den
Fahrtwind zu spüren.
Ich bin in der grossen Stadt Istanbul aufgewachsen, wo ich euch von jeder Ecke eine
Geschichte erzählen könnte. Eine von diesen hat mich sehr berührt: die Geschichte
vom berühmten Turm.
«Der Mädchen-Turm»
Der Turm befindet sich in Üsküdar. Chrysopolis war ein antiker Ort auf der Südseite des
Bosporus von Konstantinopel, heute der
Stadtteil Üsküdar. Es besteht zwar keine
genaue Information, wann der Turm gebaut
wurde, aber es wird nach manchen Quellen
erzählt, dass der Bau des Turmes auf 341 v.
Chr. zurück geht.
Der Legende nach verliebte sich ein junger
Mann mit dem Namen Leandros in eine
Nonne namens Hero, die der Aphrodite ver-
bunden war. Aber die Liebe war der Hero verboten. Sie lebte im Mädchen-Turm. Leandros
schwamm jede Nacht zu der Insel, um Hero
im Turm zu sehen. Sie trafen sich jede Nacht.
Hero zündete immer ein Feuer an, damit er
die Insel finden konnte. In einer stürmischen
Nacht ging das Feuer aus, und Leandros verlor den Weg in dem tiefen Wasser und starb.
Nachdem Hero davon erfahren hatte, nahm
sie sich das Leben.
Warum ich Euch anstelle unserer berühmten
Küche, unserer Religion oder unseres Ramadans eine Geschichte erzählt habe? «Es
ereignet sich nichts Neues. Es sind immer
dieselben alten Geschichten, die von immer
neuen Menschen erlebt werden.» (William
Faulkner)
Veranstaltungskalender
13. September 2013
Gottesdienst und Abendmahl
17. September 2013
Erntedank-Nachtessen
11. Oktober 2013
Oktoberfest
23. Oktober 2013
Infoveranstaltung für Bewohnende und Angehörige
27. Oktober 2013
Gottesdienst mit der Kirchgemeinde Dietlikon
29. November 2013
Gedenkgottesdienst mit Apéro
1. Dezember 2013
Dietliker Weihnachtsmarkt
3. Dezember 2013
Öffnen des Adventsfensters
6. Dezember 2013
Samichlaus
17. Dezember 2013 Weihnachtsfeier Ost 2 und Ost 3
18. Dezember 2013
Weihnachtsfeier West 1 und West 2
19. Dezember 2013
Weihnachtsfeier Ost 1 und West 3 und freiwillig Mitarbeitende
Geburten
Folgende neue Erdenbürger erblickten das Licht der Welt:
Mihailov Maria am 25. Februar 2013
Kissling Sasu Amina am 18. März 2013
Taemmler Phileas am 6. Juni 2013
Stelletti Livio am 22. Juni 2013
Zumbach Josua Benaja am 7. Juli 2013
Prüfungserfolge
Folgende Mitarbeitenden haben ihre Aus-/Weiterbildung
bestanden:
Enggist Darlene zur Fachfrau Gesundheit EFZ
Korreng Vanessa zur Fachfrau Gesundheit EFZ
Krebser Simone zur Fachfrau Gesundheit EFZ
Zitat
Laux Nadine zur Fachfrau Hauswirtschaft EFZ
Gehringer Jan zum Diätkoch EFZ
Beck Kerstin in CAS Management und Politik
im Gesundheitswesen
«Die Freiheit des
Menschen liegt nicht
darin, dass er tun kann,
was er will, sondern
dass er nicht tun muss,
was er nicht will.» (J. J. Rousseau)
Böhm Constanze als DAS in Leadership
Müller Patrick in CAS Management und Politik
im Gesundheitswesen
Pfister Rolf in CAS Service Management
Jubiläen
Impressum
Jubiläen bis Ende Juli 2013
Sivalingam Gnanapandithan
10 Jahre
Arnegger Lucia
5 Jahre
Berra Gilberto
5 Jahre
Bosshart Kathrin
5 Jahre
Holzwarth Grit
5 Jahre
Kalu Godwill
5 Jahre
Kubak Tülin
5 Jahre
Marty Irene
5 Jahre
Schmutz Elisabeth
5 Jahre
Schwager Ursula
5 Jahre
Sieber Natasa
5 Jahre
Redaktionsverantwortliche
Kerstin Beck, Leitung Unternehmensentwicklung
Konzept und Gestaltung
Gutzwiller Kommunikation und Design
Druck
Sprüngli Druck AG, Villmergen
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1050 Exemplare
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2 x jährlich
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