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Hygieneüberwachung in Schulen – Wie sieht die Praxis aus

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Hygieneüberwachung in Schulen –
Wie sieht die Praxis aus
Erfahrungsbericht des Gesundheitsamtes Dresden in
Zusammenarbeit mit der Landesuntersuchungsanstalt
27. Dresdner Kolloquium „Umwelt und Gesundheit“
Tilo Hackel
LUA Dresden
Hygieneüberwachung in Schulen - Rechtsgrundlage
• § 8 Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst im Freistaat
Sachsen (Überwachung ... auf Einhaltung der Anforderungen der
Hygiene)
in Verbindung mit § 36 Infektionsschutzgesetz (infektionshygienische
Überwachung)
• (Rahmenhygieneplan des Länderarbeitskreises)
(UVV Schulen – GUV-V S1)
(Technische Regelwerke)
Routinekontrollen durch Hygieneinspektoren finden ca. alle 3 Jahre statt,
ggf. ergänzt durch anlassbezogene Kontrollen.
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
Einrichtungen in Dresden 2011/12
140 allgemeinbildende Schulen
•
•
•
•
•
Grundschulen
Mittelschulen
Gymnasien
Förderschulen
Schulen mit mehreren Schularten
247 Kindertagesstätten
73 Horteinrichtungen (+14 Kitas mit Hortbetreuung)
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
70
27
19
16
9
Entwicklung der Schülerzahlen in den letzten Jahren
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen 2012
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
Schwerpunkte bei Routinekontrollen
• allgemeine Ordnung und Sauberkeit
• bauliche Beschaffenheit (Fußböden, Fenster, Türen, Anstriche,
Feuchteschäden/Schimmel)
• Zustand und Ausstattung der Sanitäranlagen
• Trinkwasserhausinstallation
• künstliche Beleuchtung, Sonnenschutz
• Einsatz von Reinigungs- und ggf. Desinfektionsmitteln (Pläne)
• Auftreten übertragbarer Erkrankungen i. S. § 34 IfSG,
Informationswege, Wiederzulassung
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
Infoblatt des GA Dresden zur Meldung von Infektionen für Leiter von
Schulen und Kitas
Hygienestatus an Schulen 2010/ 11
gut
akzeptabel
unzureichend
_________________________________________________________________________________________________________________________________________________
Ordnung/
Sauberkeit
70%
20%
10%
baul. Zustand
77%
18%
5%
Sanitäranlagen
72%
23%
5%
__________________________________________________________________________________________________________________________________________________
Feuchteschäden/
Schimmelprobleme
bei ca. 8% der Schulen vorhanden
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
Hauptsächliche Mängel
Bau/Ausstattung
• schadhafte Fußböden, veraltete Fenster
• keine Wasseranschlüsse in Unterrichtsräumen
• keine blendfreie Beleuchtung, z. T. fehlende Tafelbeleuchtung
(EN 12464)
• Feuchtigkeit im Mauerwerk
• allgemeine Renovierungsbedürftigkeit, „abgewohntes“ Mobilar
• fehlender Sonnenschutz
• Garderobe im Klassenraum (z. T. auch nach Sanierung)
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
Hauptsächliche Mängel
Sanitäranlagen
• mangelnde Grundsauberkeit
• fehlende Händetrocknung und Seife
• schadhafte Fliesen
• defekte Kabinentüren und WC-Sitze, fehlende WC-Deckel
• Geruchsbelästigung
Sonstiges
• allgemeine Sauberkeit
• Mängel im Lüftungsverhalten
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
Reinigungsrhythmen
Schulen
Kitas
Horte
Klassen-/
Gruppenräume
2-3/Woche
tgl.
2-3/Woche
Flure/Treppen
2-3/Woche
tgl.
2-3/Woche
Sanitärräume
tgl.
tgl.
tgl.
-
3-4 Wochen
3-4 Wochen
1/Jahr
1/Jahr
1/Jahr
Bettwäsche
umfassende
Grundreinigung
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
Trinkwasseruntersuchungen auf Legionellen an Dresdner
Schulen 2007-2010
140
123 *
120
Anzahl
100
80
60
40
20
9
4
0
0
>
< 100/100
1/1
>
> 100/100
10/1
>1000/100
KBE
*) davon 88 mit 0 KBE
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
>
100/1
>10000/100
Trinkwasseruntersuchungen auf Schwermetalle an
Dresdner Schulen 2007-2010
180
163
161
160
153
150
140
Anzahl
120
100
< GW
> GW
80
60
40
20
12 *
8
0
3
0
Ni (0,02 mg/l)
Cu (2 mg/l)
Cd (0,005 mg/l)
Pb (0,025 mg/l)
*) davon 5 Trinkbrunnen betroffen (Ursache Flaschenfüllarmatur)
Maximumwerte der Überschreitungen:
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
Ni 0,92 mg/l
Cd 0,013 mg/l
Pb 0,093 mg/l
Belüftung mit RLT-Anlagen
Schulen
4 Objekte
- 3 Neubau/ Komplettsanierung, 1 Bestand
Turnhallen
3 Objekte (Neubau)
Kitas
14 Objekte
- 10 Neubau, 4 Bestand
Der Hygienezustand der Anlagen stellt sich heterogen dar.
RLT-Anlagen sind hygienisch sensible Objekte, die regelmäßiger
Wartung und Instandhaltung bedürfen (Vorgaben in VDI 6022). Die
hierfür erforderlichen Kosten sind von vornherein mit einzuplanen.
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
Probleme mit RLT-Anlagen in
Gemeinschaftseinrichtungen
• Projektunterlagen gelangen dem GA vorab nicht immer zur Kenntnis
(Prüfung auf VDI-Vorgaben, Einhaltung der Außenluftströme)
• nötige Sensibilität für hygienische Belange nicht bei allen
Installations- und Wartungsfirmen vorhanden (z. B. geschützte
Lagerung der Anlagenteile auf der Baustelle, Verschluss der
Zuluftöffnungen bei fortwährenden Bauarbeiten)
aber: Das niedrigste Angebot erhält oft den Zuschlag
• alte Anlagen nur mit Grobfiltern Schmutzeintrag in die Anlage
• teils unzureichende oder fehlende Wartung
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
So sollte es nicht aussehen
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
Kopfläuse – immer wieder im Fokus
2009
2010
Läusemeldungen von Schulen
493
557
Läusekontrollen durch GA in
Schulen (Anzahl Kinder)
981
239
Bescheinigungen Läusefreiheit
12
10
Schuldzuweisungen helfen nicht weiter. Alle Eltern sollten sich der
gemeinsamen Verantwortung bewusst sein und bei Auftreten in der
Einrichtung ihre Kinder auf Befall untersuchen. Herstellervorgaben zur
Behandlung unbedingt einhalten.
Schriftliche Bestätigung der Eltern betroffener Kinder über Behandlung
ist sinnvoll.
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
Kopfläuse – frühzeitige Elterninformation notwendig
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
Wieder im Blickpunkt der Öffentlichkeit:
Masern
• in Dresden wurden im Jahr 2011 3 Erkrankungen bei Kindergartenund Schulkindern registriert
• Mitteilung des CRM von Oktober 2011:
- Masern: Im Oktober ist ein 13jähriges Mädchen aus ... (NRW) an den
Spätfolgen einer Masern-Erkrankung (subakute sklerosierende
Panenzephalitis, SSPE) gestorben. Die auslösende Infektion mit dem
Masernvirus erfolgte vor 12 Jahren, nach schubweisem Verlauf führt
die Erkrankung immer zum Tod. Dies ist der zweite Todesfall an
Masern in diesem Jahr. Anhaltend kommt es landesweit zu regionalen
Ausbrüchen ....
Der Impfstatus sollte bei Kindern, aber auch Jugendlichen und
Erwachsenen überprüft und ggf. ergänzt werden.
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
Masern
• Erreger: Masernvirus
Reservoir nur Mensch, geringe Umweltresistenz
• Übertragung durch kleinste Expirationströpfchen
(Sprechen, Husten, Niesen),
Kontagions- und Manifestationsindex nahe 100%
• Inkubationszeit 8-10 Tage, 14 Tage bis zum Exanthem
• Klinisch zunächst katarrhalische Symptome,
Enanthem der Wangenschleimhaut,
später konfluierendes Masernexanthem, am Kopf beginnend
• Infektiösität 5 Tage vor bis 4 Tage nach Auftreten des Exanthems
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
Masern - Komplikationen
• Häufig bakterielle Superinfektion infolge transitorischer Immunschwäche
(Otitis media, Bronchitis, Pneumonie)
• 0,1% Masernenzephalitis
Verlauf 10-20% letal, 20-30% ZNS-Schäden
• Spätkomplikation subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE)
Manifestation nach ca. 8-10 Jahren,
Häufigkeit 1-10/ 100.000 Masernfälle (höchstes Risiko bei Erkrankung
im 1. Lebensjahr),
Verlauf 100% letal
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
Masern – Situation in Deutschland
Anzahl
WHO-Ziel: Elimination bis 2015 (<1 E/ 1 Mio EW)
In Deutschland dürften höchstens 80 Masernerkrankungen im Jahr auftreten.
1800
1600
1400
1200
1000
800
600
400
200
0
2007
2008
2009
2010
2011
Deutschl.
566
915
571
780
1607
Sachsen
1
3
2
4
23
Dresden
1
1
0
0
7
Gemeldete Masernerkrankungen in den letzten Jahren
(Datenquelle: RKI, Survstat, Datenstand 01.10.2012)
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
Fazit und Ausblick
• Hygienestatus an Schulen kann überwiegend als gut eingeschätzt werden.
• Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen der letzten Jahre führten zu deutlich
verbesserten räumlichen Gegebenheiten, für einige Schulen besteht aber
weiterhin erheblicher Sanierungsbedarf. Diesbezügliche Mängel sind seit
langem bekannt und werden von Eltern und Lehrern (berechtigterweise)
immer wieder angesprochen, was für alle Beteiligten eine unbefriedigende
Situation darstellt.
Sanierung öffentlicher Schulen sollte nicht unter dem Sanierungsdruck
der öffentlichen Haushalte leiden.
• Ausdünnung der Reinigungsrhythmen an Schulen aus hygienischer Sicht
nicht vertretbar.
• Ziel muss die Schaffung guter hygienischer Rahmenbedingungen an allen
Dresdner Schulen sein.
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
| 17.10.2012 | Hygieneüberwachung in Dresdner Schulen
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