close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Ackerkratzdisteln in Brachen Wie vermehrt sich die - Strickhof

EinbettenHerunterladen
Ackerkratzdisteln in Brachen
Autoren: Andres Meerstetter und Gabriel Popow, Strickhof
Wie erkenne ich die Ackerkratzdistel?
Ausdauernde Pflanze mit Wurzelausläufern (Die Wurzel bricht beim Ausreissen ab, sie ist
endlos).Wird ca. 180 cm hoch. Längliche, leicht eingebuchtete, häufig etwas herablaufende,
stachelige Blätter mit gewellten Blattrand. Blüht im Juni und August, Blütenstände 1-1,5 cm
gross, blau-violett blühend. Die Art ist zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche
Pflanzen.
Wie vermehrt sich die Ackerkratzdistel?
•
•
•
Vorwiegend über Wurzelstücke, die bei der Bodenbearbeitung abgetrennt und einige
Meter verschleppt werden.
Ausdehnung im Acker vorhandener immer zurückgedrängter Nester über Wurzelausläufer unter der Pflugsohle. Diese können pro Jahr um mehrere Meter wachsen.
Wenn schon im ersten Brachejahr starke Distelnester auftreten, sind es alte Stöcke.
In Brachen (lückenhaft, über Jahre nie bearbeitet) können sich Distelsämlinge etablieren
(in immer wieder bearbeiteten Äckern können sie nicht überleben). Die Bedeutung der
Samen wird meist überschätzt. Sie haben einen wesentlich schlechteren Flugapparat als
der Löwenzahn und verbreiten sich deshalb nicht so weiträumig, wie häufig
angenommen wird.
Sexuelle Vermehrung
Vegetative Vermehrung
Mit welchen Arten kann man sie verwechseln?
Gewöhnliche Kratzdistel: Heisst auch Lanzett-Kratzdistel. Zweijährige Pflanze, sie macht
im ersten Jahr eine Rosette und streckt sich dann im zweiten Jahr.
Erstellt am : 27.06.2002
Pflanzenschutz
Ackerkratzdisteln in Brachen
Seite 1 von 3
www.strickhof.ch
Wilde Karde:
Nach dem Versamen stirbt sie ab. Sie bildet nur eine Pfahlwurzel und
keine Ausläufer. Die Vermehrung geschieht ausschliesslich über
Samen. Sie hat tief eingebuchtete Blätter mit Stacheln an den Spitzen,
einen viel grösseren Kopf als die Ackerkratzdistel und wird oft bis zwei
Meter hoch. Meist findet man nur Einzelpflanzen und nicht Nester wie
bei der Ackerkratzdistel.
Sie ist ebenfalls zweijährig und hat Dornen am Stängel. Ihr Kopf ist
sehr gross. Sie ist Bestandteil der Bache-Mischungen und deshalb
sehr häufig in diesen Flächen.
Gänsedistelarten:
Die Blätter sind krautig, nicht stachelig (lassen sich problemlos
anfassen). Die Pflanzen enthalten Milchsaft (= weissliche Flüssigkeit,
wenn man Blätter oder Stängel abbricht). Die Blütenfarbe ist gelb.
Einige Arten sind einjährig und haben eine Pfahlwurzel; die AckerGänsedistel ist mehrjährig und bildet ebenfalls Wurzelausläufer.
Kompasslattich:
Die Blätter sind krautig, nicht stachelig (lassen sich problemlos
anfassen). Sie sind nach zwei Himmelsrichtungen ausgerichtet
(Pflanze wirkt wie gepresst). Die Pflanzen enthalten Milchsaft (=
weissliche Flüssigkeit, wenn man Blätter oder Stängel abbricht). Die
Blütenfarbe ist gelb. Die Pflanzen sind einjährig und haben eine
Pfahlwurzel.
Wie bekämpft man die Ackerkratzdistel?
Indirekte Massnahmen
•
•
•
•
Brachen nur auf distelfreien Flächen anlegen. (Gilt auch für andere Wurzelunkräuter)
Brachen nur anlegen, wenn man bereit ist, jährlich 20-30 Arbeitsstunden pro Hektare für
die Pflege zu investieren.
Brachen nicht länger als 3-4 Jahre am gleichen Ort belassen. Auf grossen Flächen
Rotationsbrachen anlegen (bessere Bodenbedeckung durch Luzerne und damit mehr
Konkurrenz zur Distel, nur 1-3-jährig). Buntbrachen nur so gross, dass man jährlich
zweimal Einzelstockbekämpfung gegen Disteln vornehmen kann. (= 5-10 m breite
Streifen)
Nach der Brache die Flächen wieder intensiv acker- oder futterbaulich nutzen. Wenn
möglich mehrjährige Kunstwiese anlegen. Der dichte Bestand und der häufige Schnitt
drängen die Disteln zurück. Vor Ackerkulturen pflügen und nachher Stoppeln bearbeiten.
Disteln durch gute Bodenbedeckung konkurrenzieren.
Direkte Massnahmen
Alte Distelnester haben unter der Pflugsohle fingerdicke Ausläufer. Auch das beste Herbizid
tötet diese nicht ab. Distelnester können nur durch mehrmals pro Jahr durchgeführte,
kombinierte Bekämpfungsmassnahmen wieder zurückgedrängt werden. Meist zeigt sich ein
Erfolg erst nach mehreren Jahren. Mit Chemie allein lassen sich Distelnester nicht
beseitigen.
• Nesterbehandlung mit der Rückenspritze:
LONTREL oder CLIO (Wirkstoff: Clopyralid). Dosierung: 0,3 % + 0,5 % Herbizidöl
Glyphosate-Mittel (z.B. ROUNDUP ULTRA, GLYPHOS). Dosierung: 1-2 %
Die Behandlung erfolgt auf 20-50 cm hohe Pflanzen im ersten Aufwuchs (ca. Ende Mai)
und bei Wiederaustrieb ca. ab Ende August bei warmem, wüchsigem Wetter.
• In den nachfolgenden Ackerkulturen auf Disteln wirkende Mittel einsetzen, wenn Disteln
genügend entwickelt sind:
Zuckerrüben:
LONTREL oder CLIO
Mais:
2,4 D-Mittel (z.B. GESIN)
Kartoffeln:
MCPB-Mittel (z.B MCPB)
Erstellt am : 27.06.2002
Pflanzenschutz
Ackerkratzdisteln in Brachen
Seite 2 von 3
www.strickhof.ch
Stoppelfeld:
Getreide:
•
2,4 D-Mittel, Glyphosate-Mittel, MCPA
In dichten Beständen sind die Disteln gut abgedeckt und zu den
üblichen Spritzterminen meist nicht aufgelaufen. Eine befriedigende
Wirkung ist deshalb nicht zu erreichen.
übrige Kulturen: Es sind keine selektiven Herbizide verfügbar!
Auf biologisch wirtschaftenden Betrieben: Köpfen der Disteln kurz vor der Blüte. Umbruch
der Brache, wenn die Nester zu gross werden. Intensive Kunstwiesen und energische
mechanische Massnahmen in den Hackfrüchten versprechen den besten Erfolg.
Erstellt am : 27.06.2002
Pflanzenschutz
Ackerkratzdisteln in Brachen
Seite 3 von 3
www.strickhof.ch
Document
Kategorie
Gesundheitswesen
Seitenansichten
5
Dateigröße
126 KB
Tags
1/--Seiten
melden