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INFO II / 2013 1 Gerontopsychiatrische Krankheitsbilder

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INFO II / 2013
Gerontopsychiatrische Krankheitsbilder: DEMENZEN
- Wie Betroffene und deren Angehörige die Krankheit erleben –
Angehörige und Betroffene berichten
Walter (2007): Was ist bloß mit mir los?
Ich parkte mein Auto auf einem innerstädtischen Platz und hatte Erledigungen an
verschiedenen Orten auf meinem Plan. Ich kaufte beim Bäcker ein und ließ die Tüte auf der
Ladentheke liegen, die Verkäuferin musste sie mir auf die Straße nachtragen. Am
Geldautomaten fiel mir meine Geheimnummer nicht mehr ein. Als ich zurückfahren wollte,
fand ich mein Auto nicht mehr, konnte mich nicht erinnern, wo ich es abgestellt hatte. Erst
die Polizei half mir auf Grund meiner spärlichen Angaben, die mir einfielen. Später bat ich
am Telefon Leute um Rückruf, konnte mich aber, als sie zurückriefen, nicht mehr erinnern,
was ich von ihnen wollte. Mehrfach kam es vor, dass ich mir beim Krankengymnasten einen
Termin geben ließ und dann zum Arzt ging, wo man nichts von einem Termin wusste.
Verärgert warf ich der Sprechstundenhilfe vor, dass sie sich nicht an Absprachen halte.
Einem Autofahrer an der Tankstelle drohte ich Schläge an, nur weil dieser – völlig zu Recht,
er war früher da – vor mir nach der Zapfpistole gegriffen hatte. Und so häuften sich die
Peinlichkeiten. Vor meiner Frau begann ein Versteckspiel. Ich übertrug ihr Aufgaben, die ich
früher selbst erledigte. Ich ließ sie ans Steuer sitzen und saß daneben, was ich früher nie
duldete. Aber ich fühlte mich am Steuer nicht mehr sicher. Sie musste die Steuererklärung
machen und erhielt Einblick in meine Finanzen, was ich ihr früher verwehrt hatte. Meine
Arbeitskollegen tuschelten hinter meinem Rücken über mich. Aber die Entwicklung war nicht
mehr zu leugnen. Zu meinem Glück rettete mich die Pensionierung vor einer beruflichen
Katastrophe.
Ehefrau Irene (2007): Nicht mehr zu verdrängen
Irgendwann blieb auch mir nicht verborgen, dass sich Walter veränderte. Anfangs nahm ich
es auf die leichte Schulter. Ich neckte Walter sogar oft: „Na, du wirst wohl ein bisschen
senil…“ Er reagiert mit Humor, nahm meine Hand und meinte: „Warte, bis du in mein Alter
kommst! Dann reden wir weiter.“ Heute mache ich mir Vorwürfe, dass ich die Veränderungen
nicht ernstgenommen habe. Aber mein Tag war so ausgefüllt mit Haushalt und
Enkeltöchterlein, dass ich Walters zunehmende Schusseligkeiten liebevoll überging. Dann
kam die Geschichte mit dem Rasenmäher, die mich endgültig aufhorchen ließ. Walter mähte
den Rasen im Vorgarten. Mittendrin hörte er auf, stellte den Motor aber nicht ab, sondern
ging ins Haus, vermutlich, um etwas zu trinken, zog sich um und setzte sich auf die
Terrasse. Er hatte völlig vergessen, den Rasen zu Ende zu mähen. Wenn ich aus dem Haus
gehen wollte – jetzt konnte ich mir das noch für kurze Zeit erlauben – sagte er verärgert: „Ich
bin nicht in Rente gegangen, damit ich hier alleine herumsitze.“ Später wurde mir klar, dass
er Angst hatte, ich könnte nicht mehr zurückkehren. Ein paar Wochen danach waren Maiers
zu Besuch, unsere Freunde. Mit ihnen zusammen wollten wir eine Woche auf Mallorca
verbringen und heute noch einige Einzelheiten besprechen. „Von wo fliegen wir ab?“ fragte
Walter. „Wie besprochen, ab Stuttgart.“ Maiers brachten die Rede auf die Unterkunft und auf
das Programm. Sie wollten, dass wir benachbarte Appartements im Hotel bekämen. „Und
von wo fliegen wir ab?“ fragte Walter dazwischen. „Ab Stuttgart, wie besprochen.“ Dann
kamen wieder die Maiers. Herr Maier plante Rundfahrten um die Insel, er wollte viel erleben,
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während Frau Maier den Strandkorb vorzog. „Und von wo fliegen wir ab?“ wollte Walter
wieder wissen. Ich wäre am liebsten in den Boden versunken, und ich war froh, als der
gemeinsame Abend endlich vorbei war. Als ich Walter danach auf diese Peinlichkeiten
ansprach, reagierte er ärgerlich, er wusste nichts mehr. Zu dieser Reise kam es nicht. Ich
traute mich nicht, die möglicherweise oder sicher zu erwartenden „Überraschungen“ mit
Walter schreckten mich ab.
Tochter Ulrike (2008): Tu doch was!
Ich besuchte meine Eltern oft, brauche Mama als Babysitterin. Mit Papa häuften sich die
Schwierigkeiten immer mehr. Ständig hatte er etwas an mir auszusetzen. Nichts konnte ich
ihm recht machen. Er wurde oft sehr beleidigend und verwandte grobe, sogar vulgäre
Ausdrücke. Peinlich, peinlich! Gewöhnlich flossen die Tränen, oft hielt ich es nicht mehr aus
und fuhr vorzeitig weg. „Mama, findest du nicht, dass Papa sich unheimlich verändert hat?“
fragte ich eines Sonntags, als ich wieder einmal zu Besuch bei den Eltern war und mit ihr in
der Küche gemeinsam das Mittagessen vorbereitete. „Er sitzt jetzt schon fast zwei Stunden
in seinem Sessel im Wohnzimmer, redet nichts und scheint gar nicht mitzukriegen, dass ich
zu Besuch bin.“ Ich ging hinüber und sprach Papa an. Aber er schien mich gar nicht zu
hören. Als ich seine Hand nahm, lächelte er. Er schien aus einer anderen Welt
zurückgekommen. Beim Essen verhielt er sich wieder einigermaßen normal. Er beteiligte
sich am Gespräch. Doch plötzlich schaute er verwundert mein Töchterchen Sabrina an und
sagte: „Wer hat denn das fremde Kind mit ins Haus gebracht?“ Mir stockte der Atem. Und ich
stieß verzweifelt hervor: „Mama, tu doch was!“ Aber was sollte sie tun? Natürlich war ihr
auch klar, dass etwas mit Walter nicht stimmte. Lange hatte sie seine Vergesslichkeit für
altersbedingt gehalten, doch jetzt war auch sie überzeugt, dass diese durch das Alter nicht
mehr erklärt werden konnten. Papa war ja erst 62. Das ist heute doch noch nicht alt!
Ehefrau Irene (2008): Die Diagnose
Nachdem ich dem Hausarzt über die Entwicklung in den letzten Monaten berichtet hatte
überwies er Walter sofort in die Klinik für Gerontopsychiatrie Weinsberg, wo ich rasch einen
Aufnahmetermin bekam. Am Tag nach der Aufnahme, als die ersten Untersuchungen
gelaufen waren, wurde ich zum Chefarzt gebeten. Er machte ein sehr ernstes Gesicht und
redete Klartext:
„Ihr Mann leidet an der Alzheimerkrankheit. Darüber sind wir uns relativ sicher. Sein Zustand
wird sich im Lauf der Zeit immer mehr verschlechtern. Nervenzellen im Gehirn werden
zerstört, was zu einer langsamen Verschlechterung führt“, sagte er zu meiner Erschütterung.
„Gibt es keine Heilung?“ fragte ich besorgt.
„Nein, nach heutigem Wissen noch nicht“, war die ernüchternde Antwort.
„Und wie schnell schreitet die Krankheit voran?“ wollte ich wissen.
„Das können wir leider heute noch nicht sagen, das ist bei jedem Patienten anders. Sie
müssen unter Umständen mit einem Krankheitsverlauf von Jahren rechnen, und dabei wird
sich seine Krankheit trotz Behandlung kontinuierlich verschlechtern.“
Ehefrau Irene (2010): Grauer grauer Alltag
Eine bewegte Nacht liegt hinter mir. Um 2 Uhr ist Walter aufgestanden, wollte sich anziehen
– er glaubte, er müsse zur Arbeit gehen. Er hatte einen Hut auf dem Kopf, auch Schuhe
hatte er gefunden, jedoch kann er schon lange keine Hose mehr anziehen, wollte deshalb im
Schlafanzug los. Zum Glück fand er die Haustüre nicht. Nur mit Mühe und nach langen
Überzeugungsversuchen gelang es mir, ihn von diesem Plan abzubringen. Zum Glück
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erkannte er mich, und ich konnte ihn bewegen, wieder ins Bett zu gehen. Bald war er auch
wieder eingeschlafen. Um vier Uhr stand er erneut auf, verließ das Schlafzimmer, rumorte in
der Wohnung umher, verstellt Tische und Stühle. Plötzlich kam er ganz aufgeregt in das
Schlafzimmer und berichtete in hastigen Worten, dass sich ein Fremder in der Wohnung
aufhalte. Er fasste mich bei der Hand und zog mich vor den Spiegel im Flur – in dem er sein
eigenes Bild gesehen, sich aber nicht erkannt hatte… Es ist jetzt sieben Uhr, Zeit zum
Aufstehen, obwohl ich noch wie gerädert bin. Jetzt beginnt ein langer zermürbender Tag,
ohne Pause, ohne Privatheit für mich. Zunächst versuche ich mit viel Geduld, Walter ins
Badezimmer zu steuern. Ich will ihm nicht alles abnehmen, er soll das, was er noch kann,
selbst tun. Die nun folgende Körperpflege gleicht eher einer Wasserschlacht. Manchmal
gelingt es mir, ihn rechtzeitig zur Toilette zu bringen, manchmal lässt er auch alles unter sich.
Beim Anziehen muss ich darauf achten, dass er die Bekleidung in der richtigen Reihenfolge
wählt, manchmal gelingt mir das auch nicht, und ich gebe nach, denn Walter kann sehr
aggressiv werden, wenn ich versuche in seinen Willen einzugreifen. Jetzt beginnt das
Frühstück. Bis vor einiger Zeit haben wir beim nahen Bäcker noch gemeinsam Brötchen
geholt. Ich habe diesen kleinen Spaziergang immer sehr genossen. Doch ich musste diese
liebe Gewohnheit leider aufgeben, Walter war nicht mehr sicher im Verkehr, einmal wäre er
fasst in ein Auto gelaufen und einmal wollte er unbedingt in die andere Richtung gehen. Zum
Frühstück decken wir dann gemeinsam den Tisch, was wieder zu Problemen führt, denn
Walter verwechselt das Geschirr, Besteck und die Lebensmittel. Beim Essen muss ich
darauf achten, dass Walter ausreichend trinkt, ich muss ihn ständig auffordern. Dann kommt
das Abräumen. Walter stellt die Butter in die Geschirrspülmaschine, das benutzte Geschirr in
den Kühlschrank. Ich darf ihn aber nicht korrigieren, sonst wird er aggressiv, manchmal
sogar tätlich. Später muss ich seine Irrtümer wieder in Ordnung bringen – aber erst
außerhalb seiner Sichtweite, sonst beginnt der Streit wieder. Ich bin jetzt schon müde,
obwohl der Tag erst begonnen hat. Welche neuen Überraschungen hält Walter für mich
bereit? Walters Krankheit macht mich wider Willen zur Full-Time-Pflegekraft. Meine
Wohnung ist mein Gefängnis, ich bin darin eingeschlossen, im Grunde lebendig begraben.
Ich kann mich nicht mehr daraus befreien. Wie lange halte ich das noch aus? Das ist nicht
mehr der Mann, den ich einmal aus Liebe geheiratet habe. Am liebsten würde ich ihn an
seine Familie zurückgeben.
Ehefrau Irene (2011): Verheiratet und doch allein
Ich bin verheiratet und doch alleine. Oder: Wir führen eine Ehe zu Dritt: Walter, Alzheimer
und ich. Walter ist erst 65. Er hat seine Persönlichkeit durch diese unheilvolle Krankheit völlig
verloren. Das ist nicht mehr der Mann, den ich einmal geliebt und geheiratet habe. Was ist
das für eine Ehe! Ich bin verheiratet und doch allein. Walter ist 15 Jahre älter als ich – mir hat
der Altersunterschied nie etwas ausgemacht. Jetzt macht er sich aber immer mehr
bemerkbar. Soll ich das Leben einer Nonne führen? Ist das überhaupt noch eine Ehe? Die
verwirrende, im Grunde unvereinbare Gleichzeitigkeit von Ehefrau und Pflegekraft macht
mich kaputt. „Was willst du hier? Was tust du in meinem Bett?“ sagte er einmal. Wie gerne
bin ich früher zu Walter ins Bett gehüpft. Und heute? Selbst bei intimen Begegnungen wird
Walter grob, ungeschickt, ungeduldig, kann mittendrin aufstehen und davonlaufen. Ich bin
gedemütigt, beginne ihn zu hassen, Walter stößt mich immer mehr körperlich ab. Ich will ihn
nicht mehr anfassen. Soll ich mit 50 das Leben einer Nonne führen? Ich bin aus Fleisch und
Blut mit vitalen Bedürfnissen und keine Mutter Theresa.
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Ehefrau Irene (2013): Lebenslänglich?
Neulich las ich von einem Buch, in dem eine verzweifelte Tochter sich Luft verschaffte,
indem die ihre Erfahrungen mit der Pflege ihrer Mutter niederschrieb: Mutter, wann stirbst du
endlich? Ein schrecklicher Gedanke, aber ich gestehe, dass ich ihn manchmal auch habe –
und ein sehr schlechtes Gewissen dabei. Die Ehe ist eine dem Wesen nach auf Dauer
angelegte Gemeinschaft zwischen zwei Menschen, getragen von gegenseitiger Achtung,
Wertschätzung und Hilfe. Walter hat sich – sicher nicht böswillig – aus dieser
Gemeinsamkeit verabschiedet.
Meine Nebensitzerin aus der Selbsthilfegruppe hat einen Weg gefunden, den ich – noch
nicht oder nie? – gehen könnte: Sie pflege ihren Mann, sagte sie, habe aber einen anderen
Partner, an den sie sich auch einmal anlehnen könne. Ist das ein ethisch verantwortbarer
Weg aus dem Dilemma des Alleinseins, oder ist es ethisch verwerflich? Ist das auch eine
Möglichkeit für mich? Zweifel quälen mich.
Das ist mein Dilemma: Einerseits – habe ich nun so viele gute Jahre mit Walter erlebt –
warum sollte ich nicht auch die bösen annehmen? Habe ich Walter nicht Treue versprochen,
„bis der Tod uns scheidet“? Liebe ich meinen Mann nicht tief genug, war meine Liebe
egoistisch, galt sie eigentlich gar nicht Walter, sondern dem materiell abgesicherten Leben,
das er mir bot? Reift man nicht unter Schwierigkeiten, denen man sich stellt, zu vollem,
wahren, reifen Menschsein heran, und bleibt der, der vor allen Widrigkeiten des Lebens
davonläuft, auf diesem Weg zurück?
Aber andererseits: Was geschieht mit mir, wenn mich dieses Opfer – lebenslänglich –
überfordert? Wenn ich dabei selbst krank werde? Ich bin erst 50 – zu früh, um mit dem
Leben abzuschließen. Ist Treue ein Schlagwort der Moralisten, die anderen etwas zumuten,
was sie selbst nicht leisten müssen? Ist die Alzheimer-Ehe wirklich eine Ehe oder nicht
vielmehr ein Gefängnis für den Gesunden, der gegen seinen Willen zur Pflegekraft
umfunktioniert wird und kein eigenes, selbstbestimmtes Leben mehr hat? Lebenslänglich
ohne eigene Schuld? Beruht die Ehe nicht auf Gegenseitigkeit, auch auf gegenseitiger
Verantwortung? Und wenn ein Partner aus dieser Verantwortung ausscheidet? Kann eine
Ehe auf Vereinnahmung des einen, für den anderen als alleinigem Zweck reduziert werden?
Ich kam immer mehr in ein gefährliches Grübeln.
Ein Anruf aus dem Pflegeheim nachts um drei weckte mich aus meinen Träumen. Ich solle
sofort ins Heim kommen. Mir war sofort klar. Meine Leidenszeit hatte ein Ende. Walter hat
mich – war das sein letzter Dank? – aus meinen Sorgen erlöst.
Und eigenartig: Ich vermisse ihn jetzt erstmals seit langem wieder.
Dieter Karotsch
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Stichwort: DEMENZEN
Definition: Sammelbegriff für Krankheiten des Gehirns, die mit dem schleichenden Verlust kognitiver
Leistungen, der sozialen Kompetenz, dem Verfall der Ausgangspersönlichkeit und im Endstadium mit
umfassender Abhängigkeit und Pflegebedürftigkeit verbunden ist
Ursache: etwa 100 verschiedene Ursachen, am häufigsten ist die Alzheimererkrankung.
Formen, Demenztypen: (1) degenerativ, (2) vaskulär, das heißt gefäßbedingt, oft postapoplektisch,
(3) Demenz bei internistischen Krankheiten, zum Beispiel Stoffwechselstörungen,
Schilddrüsenstörungen, Überdosierung von Medikamenten, (4) Systematrophien, zum Beispiel
Morbus Pick und Chorea Huntington, (5) Pseudodemenzen, zum Beispiel im Rahmen einer schweren
Depression; mit dem Ende der depressiven Episode verschwinden oft auch die demenziellen
Symptome
Pathologie: Je nach Demenztyp zu unterscheiden, bei degenerativen Formen Zellschäden und
Zellverlust, bei vaskulären Formen Gefäßschäden mit der Folge von Zellverlusten.
Diagnostik: Verhaltensbeobachtung, bildgebende Verfahren, psychologische Testung
Risikofaktoren: Unterschiedlich, je nach Demenztyp, generell aber steigt das Risiko mit
zunehmender Hochaltrigkeit steil an
Häufigkeit: Jeder Dritte über 80 ist betroffen
Symptome: Gedächtnisabbau, Desorientiertheit, Affektlabilität, Perseverationen, Verlust
lebenspraktischer Fähigkeiten und Funktionen, Agitiertheit oder Apathie, Bewegungsunruhe,
Aggressivität, Tag-Nacht-Rhythmusstörungen, Schlafstörungen, Sprachverfall, eingeschränkte
Urteilsfähigkeit, Verkennungen, oftmals depressive Verstimmungen, Wahnproduktion, sog.
„Herausforderndes Verhalten“, mit dem der Patient versucht, in einer ihm unverständlich gewordenen
Umgebung zurecht zu kommen, Verweigerung der Kooperation in Behandlung und Pflege,
Inkontinenz, Hilflosigkeit und umfassende Pflegebedürftigkeit
Verläufe: zunehmende Verschlechterung, bei der degenerativen Demenz kontinuierlich, aber oft steil
abfallend, bei den vaskulären Demenzformen eher in Stufen mit sog. Plateaus (vorübergehendem
Stillstand)
Behandlung, Pflege und Betreuung: (1) Behandlung: internistische Basistherapie, Antidementiva,
Neuroleptika, eine kausale medizinische Therapie ist heute noch nicht bekannt, (2) Pflege und
Betreuung: Grundpflege, Sozio- und Ergotherapie, Milieugestaltung, Beziehungsaufbau, Vermeidung
von Eigen- und Fremdgefährdung
Prognose: ungünstig, die Krankheit führt je nach Demenztyp nach vier bis zwölf Jahren zum Tod
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Seele and Geist
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