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I. Wie habe ich mich vorbereitet? II. Wie habe ich mich NICHT

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LEO – Erfahrungsbericht
Juristenfakultät der Universität Leipzig
Zum Examenstermin 2009/ II
von: Markus Pannwitz – 9,26 Punkte (staatliche Pflichtfachprüfung)
Die Leipziger Examensoffensive (LEO) und ich – Ein Erfahrungsbericht
I. Wie habe ich mich vorbereitet?
Ich habe viele Veranstaltungen von LEO konsequent besucht und aktiv mitgearbeitet.
Außerdem habe ich 100 Examensklausuren geschrieben und an einer Lerngruppe
teilgenommen. In der Lerngruppe haben wir uns abgewechselt. Besprochen wurden
Examensklausuren, die derjenige, der an der Reihe war, eine Woche vorher ausgegeben hat, damit die anderen schon mal eine Lösungsskizze anfertigen konnten. Wir
waren drei Mann mit je unterschiedlichen Eigenschaften, die sich sehr gut ergänzten.
(ein guter Strafrechtler, ein guter Zivilrechtler und ein guter ÖffRechtler). Weil ich mit
LEO nicht auf 100 Klausuren gekommen wäre, habe ich bei Jura Intensiv einen
Klausurenkurs dazu gebucht, da ich eine objektive Bewertung meiner Klausuren für
notwendig hielt. Ich habe bei LEO zwei Probeexamen geschrieben. Im ersten Probeexamen bin ich haarscharf „durchgefallen“. Das zweite Probeexamen habe ich mit
6,5 Punkten absolviert und den „scharfen“ Durchgang im Freiversuch schließlich mit
9,26 Punkten bestanden Das ganze Lernjahr habe ich in Monats-, Wochen- und Tagespläne durchstrukturiert – zugegeben, meine Freundin (Studentin für Grundschullehramt) hat mich didaktisch unterstützt. Ohne Struktur und Zeiteinteilung hätte ich
definitiv kein Prädikatsexamen geschrieben. Als Lernmaterial dienten mir LEO Skripte, Hemmer Falllösungsbücher „Die wichtigsten Fälle“, UniRep Bücher (die Gelben),
sowie die JUS.
II. Wie habe ich mich NICHT vorbereitet?
Ich habe KEINEN Hauptkurs in einem kommerziellen Repetitorium besucht. Ich habe
NICHT in der Bibliothek gelernt, sondern bei LEO oder zu Hause im Studentenwohnheim, bzw. mit der Lerngruppe (in einem Raum der Dresdner Bank). Ich habe KEINE
Karteikarten geschrieben, sondern den LEO-Lernplan genommen und mir 1 Ordner
für jedes Rechtsgebiet angelegt. Zu jedem Lernplanpunkt habe ich mir ein Schema
erarbeitet, Definitionen niedergeschrieben und Probleme/Lösungen notiert. Ich habe
KEINE Rechtsprechung auswendig gelernt und KEINE Lehrbücher von vorn bis hinten gelesen, außer Medicus „Bürgerliches Recht“.
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III. Kann ich LEO weiterempfehlen?
Antwort: JA!!! Folgende Argumente sprechen für LEO. Die Dozenten sind größtenteils einfach nur super. Empfehlen kann ich Prof. Dr. Welter (Besonderes Schuldrecht, sowie Rund ums Sachenrecht), Prof. Dr. Drygala (BGB AT, Schuldrecht AT),
auch Prof. Dr. Meyer (Bereicherungsrecht), Prof. Dr. Haertlein (Kreditsicherheiten),
Prof. Dr. Degenhart (Staatsrecht, Staatsorganisationsrecht), Prof. Dr. Kotzur (Europarecht), Prof. Dr. Enders (Baurecht, Polizeirecht) und Prof. Dr. Schneider (Rund
ums Strafrecht). Es wurden ausgezeichnete Repetitorien gehalten. Auch einige Mitarbeiter-Dozenten der Lehrstühle kann ich nur wärmstens ans Herz legen, so zu nennen Dr. Hummel (Kommunalrecht, Allg. Verwaltungsrecht) und Dr. Labrenz
(Baurecht). Keine lahme Vorlesung. Hier wird richtig Betrieb gemacht. Mitarbeit und
Motivation wird geboten. Der Stoff ist methodisch sehr gut aufgebaut. Das Material
ist gut bis sehr gut. Die Räumlichkeiten in der neuen Uni bieten ein hervorragendes
Lernumfeld. Es ist alles da. Es kostet nichts. Ich kann nur Lobeshymnen singen. Das
universitäre Repetitorium ist jedenfalls konkurrenzfähig. Meine Lerngruppenpartner
waren alle bei LEO und haben ansehnliche Ergebnisse. Allerdings ist etwas mehr
Eigeninitiative gefragt, als im kommerziellen Repetitorium. Man bekommt die Lösungen nicht „mundgerecht“ kopiert, sondern muss sich um Skripte bemühen, welche
bestellt werden müssen. Viele Zusatzinformationen sind nur in Eigenarbeit zu gewinnen. Ein paar mal zu ZimoKopie fahren muss eingeplant werden. Dies ist jedoch in
Anbetracht der Geldersparnis ein geringer Preis. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine gute Examensvorbereitung mit LEO zweifelsfrei möglich ist. Ob das
Ergebnis im gewünschten „oberen“ Bereich liegt, hängt jedoch maßgeblich von der
eigenen Initiative, Motivation, Mit- & Nacharbeit ab.
IV. Wie empfand ich die Examensvorbereitung und kann ich allgemeingültige Tipps geben?
1. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich bei der Examensvorbereitung und dem
schriftlichen sowie mündlichen Examen an meine Belastbarkeitsgrenze gekommen
bin. Es bringt absolut nichts, wenn Ihr von 6:00 Uhr bis 23:00 Uhr durchlernt. Ausgleich finden - ganz wichtig!!!!!! Geht joggen, trinkt ein Bier und trefft Euch mit guten
Leuten (Freunde & Familie). Frische Luft, ordentliches Essen, abends mal eine Runde Fernsehen. Das kann man nicht genug betonen. Die Prüfungen sind nicht nur
Wissensprüfung, sondern müssen auch nervlich durchgestanden werden. Daher
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Freizeit einplanen. Kurz vor dem schriftlichen Examen habe ich nur meine Ordner
zum Durchblättern mitgenommen und eine Woche Urlaub gemacht. Meine Mitstreiter
in der Lerngruppe haben mit dem Kopf geschüttelt. Es war aber die richtige Entscheidung.
2. Ein weiterer universal gültiger Ratschlag ist es, vom ersten Tag an alle LEOKlausuren mitzuschreiben. Und zwar in dem dafür vorgesehenen Prüfungsraum, nur
mit dem Gesetz, ohne fremde Hilfe. Klausuren immer abgeben. Und wenn Ihr allein
die Lösungsskizze abgebt. Egal! Macht mit und zieht es durch. Setzt einen Punkt,
lernt zu gewichten und vor allem fertig zu werden. Klausuren schreiben und Argumentieren Lernen ist wichtiger als alle 5 Theorien zum Erlaubnistatbestandsirrtum zu
kennen. Das ist jedenfalls meine von Art. 5 GG geschützte Meinung. Der LEO Klausurenkurs ist sehr nah an der Examenswirklichkeit, also quält Euch da hin - wer das
nicht wahrnimmt, dem kann man nicht mehr helfen.
3. Gebt niemals auf und bleibt 12 Monate lang dran. Das klingt vielleicht recht floskelhaft, ist aber zu verinnerlichen. Ich selbst habe an einem Tag ungelogen 3 Examenskursklausuren zurückbekommen mit 3 mal 3 Punkten (zwei im Strafrecht, eine
im Zivilrecht). Da habe ich stark an mir gezweifelt. Diese Zweifel kommen bei jedem,
der sich ernsthaft auf das Examen vorbereitet. Lasst Euch dadurch nicht einschüchtern. Es geht jedem so, diejenigen, die weiter machen und motiviert bleiben, werden
ein stetig steigendes Niveau feststellen und zum Schluss überhaupt nicht mehr
„durchfallen“.
4. Bildet eine Lerngruppe. Das Argumentieren und Vorbereiten des Falls schult Eure
rhetorischen Fähigkeiten. Es kommen automatisch Fragen Eurer Lerngruppenpartner, diese Fragen müsst Ihr genau wie im mündlichen Examen beantworten. Eine
sehr gute Übung. Lernen durch Lehren. Außerdem kann man sich über Ängste und
Hoffnungen austauschen, was an manchen Tagen von höchster Bedeutung ist.
V. Das Examen
Wenn Ihr in der eigentlichen Prüfung sitzt, sollte „nur“ noch das im LEO eintrainierte
Programm ablaufen. 1. Sachverhalt lesen und verstehen 2. Sachverhalt lesen und
verstehen 3. Probleme und Schwerpunkte notieren, Personenverhältnisse skizzieren
4. Zwei Stunden Lösungsskizze 5. Drei Stunden schreiben, fertig werden und abgeben. Ihr müsst das Papier kennen, Euren Füller kennen, den Zeitablauf im Gefühl
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haben, ohne auf die Uhr zu schauen. Durch die Routine, die Ihr im LEO Klausurenkurs und dem LEO Probeexamen entwickelt habt, strahlt Ihr so viel Ruhe aus, dass
Euer Umfeld von Eurer Entspanntheit gleichsam angenervt ist. Dann schreibt ihr super Klausuren. Das ist die 1000-fach nachgewiesene und objektiv belegte, bisher
nicht verworfene Wahrheit. Das muss man mal deutlich sagen.
VI. Ergebnis
Geht zu LEO und lasst Euch nichts einreden. Vertraut auf die Erfahrung der Professoren und gebt Gas. Ich empfehle ausdrücklich, sich das Geld zu sparen. Daher soll
dieser Beitrag zur Aufklärung und Angstbeseitigung beitragen. Ich schreibe diesen
Erfahrungsbericht, weil ich selbst hin und her gerissen war und mich die große Unsicherheit teilweise gelähmt hat. Dies ist nicht notwendig. An der Universität werdet Ihr
ausgezeichnet ausgebildet, so dass auch die anspruchsvolle staatliche Pflichtfachprüfung zu meistern ist.
Ich wünsche allen, die dies gelesen haben, Gottes Segen für die anstehenden Herausforderungen. Es haben viele vor Euch geschafft und Ihr werdet das auch schaffen. Insofern wünsche ich viel Lernspaß im LEO und alles Gute für die Zukunft.
Markus Pannwitz
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Seele and Geist
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