close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

(Kompliziertes Verfahren - Wie der neue K\366lner Erzbischof

EinbettenHerunterladen
Kompliziertes Verfahren - Wie der neue Kölner Erzbischof bestimmt wird
25.09.2014 19:46
Veröffentlicht auf epd (http://www.epd.de)
Startseite > RPT > druckoptimiert
Kompliziertes Verfahren - Wie der neue
Kölner Erzbischof bestimmt wird
Newsfeed-Tickermeldung - Zentralredaktion/epd-Zentralredaktion
Kompliziertes Verfahren - Wie der neue Kölner Erzbischof bestimmt wird
Eigentlich wäre Joachim Meisner vor 25 Jahren gar nicht Erzbischof von Köln geworden: Erst
eine Änderung der Wahlordnung durch Papst Johannes Paul II. sorgte damals dafür, dass der
erzkonservative Theologe an die Spitze des mitgliederstärksten Bistums in Deutschland
gewählt wurde. Statt der ursprünglich geforderten absoluten Mehrheit im Domkapitel genügte
durch die Änderung im dritten Wahlgang die relative Mehrheit der Stimmen. Meisner wurde
mit sechs Ja-Stimmen bei zehn Enthaltungen gewählt. Nach seiner Emeritierung durch Papst
Franziskus ist der Kölner Bischofsstuhl jetzt vakant und es steht die Entscheidung über seine
Nachfolge an.
Damit beginnt ein kompliziertes und langwieriges Verfahren, das obendrein umstritten ist:
Eine Initiative reformorientierter Priester und Diakone fordert, Klerus und Laien stärker in die
Kandidatenfindung einzubeziehen, die bislang in der Hand des Vatikans und des Domkapitels
liegt. Seit dem Jahr 1200 besitzt das Domkapitel - ein Kollegium von Geistlichen - das Recht
zur Wahl des Erzbischofs.
Dieses Recht wurde im Staatskirchenvertrag zwischen dem Vatikan und dem Freistaat
Preußen 1929 neu geregelt. Nach dem "Preußischen Konkordat" reicht das Kapitel eine
Vorschlagsliste nach Rom ein. Der Papst legt dann eine Liste mit drei Kandidaten vor,
zwischen denen das Domkapitel auswählen kann.
Zunäch wählte das 16-köpfige Domkapitel am Freitag einen kommissarischen Leiter des
Erzbistums, den Diözesanadministrator. Die Wahl fiel auf den bisherigen Generalvikar, Prälat
Stefan Heße. Unter Mitwirkung des Priesterrats muss das Domkapitel nun eine
Kandidatenliste für den Bischofsstuhl erstellen, die sie an die Apostolische Nuntiatur in Berlin
schickt - das ist die offizielle diplomatische Vertretung des Heiligen Stuhls in Deutschland. Die
Anwärter auf den Bischofsstuhl müssen mindestens 35 Jahre alt und seit fünf Jahren Priester
sein, außerdem müssen sie einen Doktortitel erworben haben.
Der päpstliche Botschafter in Deutschland kann dann Informationen zu den Vorgeschlagenen
einholen. Beispielsweise kann der Nuntius mit einem Fragebogen Verhalten, Bildung und
geistige Fähigkeiten, seelsorgliche Eignung und Erfahrung abfragen. Er leitet die
Kandidatenliste mit den gesammelten Informationen sowie einer eigenen Bewertung und
Empfehlungen aus den Bistümern der Kölner Kirchenprovinz nach Rom weiter. Zur Kölner
Kirchenprovinz zählen die Bistümer Aachen, Limburg, Münster, Trier und Essen.
In Rom werden diese Unterlagen geprüft und dienen als Grundlage für die Zusammenstellung
einer Kandidatenliste mit drei Namen. Dabei ist der Papst nicht an die ihm unterbreiteten
Vorschläge gebunden - er kann also auch einen neuen Kandidaten ins Rennen schicken, wie
Johannes Paul II. dies 1988 mit Meisner praktizierte, dessen Name nicht auf der
Vorschlagsliste des Domkapitels stand. Die päpstliche
Dreierliste schickt der Vatikan zurück
1 von 2
Kompliziertes Verfahren - Wie der neue Kölner Erzbischof bestimmt wird
25.09.2014 19:46
Vorschläge gebunden - er kann also auch einen neuen Kandidaten ins Rennen schicken, wie
Johannes Paul II. dies 1988 mit Meisner praktizierte, dessen Name nicht auf der
Vorschlagsliste des Domkapitels stand. Die päpstliche Dreierliste schickt der Vatikan zurück
nach Köln. Dort hat Dompropst Norbert Feldhoff drei Monate Zeit, das Wahlgremium
einzuberufen. Wenn nicht innerhalb dieser Frist gewählt wird, kann der Papst einen Bischof
direkt ernennen.
Wird die Frist gewahrt, wählt das Domkapitel einen der drei vom Papst genannten Kandidaten
zum neuen Erzbischof. Dem Gremium gehören der Dompropst und der Domdechant sowie
zehn residierende und vier nichtresidierende Domkapitulare an.
Bevor ein gewählter Nachfolger sein Amt antreten kann, müssen die Landesregierungen von
Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz als Nachfolger des Freistaats Preußen seiner
Ernennung zustimmen. Erst mit ihren positiven Stellungnahmen kann der neue Erzbischof
von Köln offiziell ernannt werden. Vor der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin
Hannelore Kraft (SPD) muss er gemäß Konkordat außerdem einen Treue-Eid ablegen.
2 von 2
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
9
Dateigröße
39 KB
Tags
1/--Seiten
melden