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Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den

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29. Oktober – 18. November
15/2005
Herbst
Die Blätter fallen,
fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten,
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten
fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen.
Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an:
es ist in allen.
© Christof Sonderegger, CH-9424 Rheineck
Und doch ist Einer,
welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
Rainer Maria Rilke
Seiten 2+3 Bistum St. Gallen vor einer Bischofswahl
1
Bischof Ivo Fürer zum Administrator ernannt
Papst Benedikt XVI. hat die Demission
von Bischof Ivo Fürer angenommen.
Dies hat der vatikanische Mediendienst am Gallustag, 16. Oktober, mitgeteilt. Bischof Ivo Fürer wurde vom
Papst für die Zeit bis zur Einsetzung
des neuen Bischofs zum Administrator
mit allen Vollmachten eines Diözesanbischofs ernannt. Mit der Annahme der
Demission ist das Wahlverfahren für
den künftigen Bischof von St. Gallen
eröffnet worden.
Nach Bekanntwerden der Annahme des
Rücktrittsgesuchs von Bischof Ivo Fürer
durch Papst Benedikt XVI. ist das Domkapitel unter dem Vorsitz von Domdekan
Markus Büchel zusammengetreten. Das
Domkapitel ist das Bischofswahlgremium
im Bistum St. Gallen. Innerhalb von rund
zwei Monaten werden die 13 Kanoniker,
so heissen die Mitglieder des Domkapitels, eine Liste von sechs Kandidaten für
das Amt des Bischofs erstellen. Das Domkapitel hat entschieden, dass sich Seelsorgerinnen und Seelsorger, diözesane
und pfarreiliche Räte sowie Einzelpersonen bis zum 19. November zum Anforderungsprofil des künftigen Bischofs äus-
Das Domkapitel
Das Domkapitel unter dem Vorsitz von
Domdekan Markus Büchel ist das Bischofswahlgremium im Bistum St. Gallen. Ihm gehören 13 so genannte Kanoniker an: fünf Residentialkanoniker
(«Domherren») und sieben Rural- bzw.
Landkanoniker. Das Domkapitel ist
nicht nur Wahlgremium; seine 13 Kanoniker sind auch Kandidaten für das Amt
des Bischofs. Im Folgenden die Namen
und Jahrgänge der Wähler und Kandidaten.
sern können. Die Unterlagen sind erhältlich bei der Bischöflichen Kanzlei, Klosterhof 6b, Postfach 263, 9001 St. Gallen.
Den Rückmeldebogen finden Sie auch
unter www.bistum-stgallen.ch.
Wahlverfahren
Wenn die Sechserliste erstellt ist, wird sie
zum Informativverfahren nach Rom
übermittelt. Dieses Verfahren kann einige
Monate dauern. Kommt die in Rom ge-
Sabine Rüthemann, Informationsbeauftragte des Bistums St. Gallen
Weitere Informationen zur Wahl des
Bischofs in der Diözese St. Gallen unter
www.bistum-stgallen.ch.
© Bistum St.Gallen/Regina Kühne
Bistum
Papst hat Demission
angenommen
prüfte Liste wieder zurück, hat das Domkapitel einen Monat Zeit, den neuen
Bischof von St. Gallen zu wählen. Am
Wahltag wird die Liste dem Katholischen
Kollegium vorgelegt, das sich zu den
Kandidaten äussern und gegebenenfalls
Kandidaten als mindergenehm erklären
kann. Danach bildet die Liste die Grundlage für die Wahl im Domkapitel. Es ist
zu erwarten, dass das ganze Wahlverfahren bis zur Einsetzung des neuen Bischofs
einige Monate dauern wird.
Bischof Ivo Fürer feierte am 20. April seinen 75. Geburtstag. Nach diesem Zeitpunkt hat er, wie es das Kirchenrecht vorschreibt, dem Papst seinen Rücktritt angeboten.
Ivo Fürer bleibt bis zur Einsetzung des neuen Bischofs Administrator mit allen Vollmachten.
Die Residentialkanoniker:
– Markus Büchel (Domdekan), 1949.
– Josef Raschle (Dompfarrer), 1942.
– Josef Rosenast (Generalvikar), 1950.
– Guido Scherrer (Regens), 1960.
– Alfons Sonderegger (Pfarrer in
St. Gallen-St. Otmar), 1938.
Die Ruralkanoniker:
– Felix Büchi (Pfarrer in der Seelsorgeeinheit Sargans-Vilters-Wangs),
1956
– Jakob Fuchs (Pfarradministrator
im Seelsorgeverband OberrietRüthi-Kobelwald), 1932.
– Meinrad Gemperli (Pfarrer in Wil),
1936.
– Alfred Germann (Pfarrer im Seelsorgeverband Rapperswil-Kempraten), 1943.
– Martin Schlegel (Pfarrer im Seelsorgeverband Balgach-Widnau-Diepoldsau), 1938.
– Georg Schmucki (Pfarrer in der Seelsorgeeinheit Uzwil und Umgebung),
1942.
– Bernhard Sohmer (Pfarrer im Seelsorgeverband Mosnang-Mühlrüti-Libingen), 1942.
– Josef Wirth (Pfarrer in der Seelsorgeeinheit Magdenau), 1950.
2
Bistum
Wahlvorbereitungen beginnen
Zum Stabwechsel im Bischofsamt – Forum-Gespräch (2)
Seinen Rücktritt hat Bischof Ivo Fürer
im April angeboten. Am Gallustag ist
die Nachricht aus Rom eingetroffen:
Papst Benedikt XVI. hat die Demission
angenommen. Für die Diözese St. Gallen
hat damit die Zeit der Wahlvorbereitung begonnen. Das PfarreiForum hat
in der letzten Nummer mit einer Gesprächsrunde angefangen, die Fragen
rund um den Stabwechsel diskutiert.
Beteiligt sind: Frauenbundspräsidentin
Rosmarie Koller-Schmid, Pfarrer Roland
Strässle und Kirchenverwaltungsratspräsident Markus Urech-Pescatore.
In der Kirche ist manches anders. Auch
der Rücktritt eines Bischofs. Er kann
nicht wie ein Politiker einfach seinen
Rücktritt erklären. Er wird auch nicht
wie in der Wirtschaft beim Erreichen der
Altersgrenze automatisch pensioniert.
Vielmehr bietet ein Bischof dem Papst
seinen Rücktritt an. Und erst, wenn der
Papst diesen annimmt, ist der Bischof
«pensioniert».
man um den Rücktritt ersuchen muss, etwas devot klinge. Auch wenn es grundsätzlich positiv sei, dass für Bischöfe eine
Altersgrenze gelte: «Freilich könnte ich
mir etwas mehr Spielraum vorstellen. Vor
allem, wenn ein Bischof mit 75 noch so
vital ist wie Ivo Fürer.» Die Frage sei
auch, welche Rolle ein zurückgetretener
Bischof in der Kirche spiele. «Altbischöfe
könnten doch ihren Nachfolgern als Ratgeber sehr nützlich sein.»
Mitwirkung
In der Gesprächsrunde taucht die Erinnerung an die letzte Vakanz vor zehn Jahren
auf. Damals wurden die Bistumsangehörigen vom Domkapitel aufgerufen, die bevorstehende Bischofswahl sowohl mit ihrem Gebet als auch mit Vorschlägen zu
zahl von Vorschlägen habe das Prozedere
ein wenig an ein Jekami erinnert.
«Man müsste die Bistumsangehörigen
wohl klarer informieren, auf was es beim
Bischofsamt ankommt. Nur wenn sie das
Aufgabenfeld wirklich kennen, können sie
fundierte Vorschläge machen, meint Rosmarie Koller.
Markus Urech sagt, dass nicht nur eine
breite, sondern auch eine qualifizierte
Mitwirkung an der Bischofswahl angestrebt werden sollte. Dabei denkt er vor allem an den Seelsorgerat, dessen Mitglieder
ja mit den Aufgaben des Bistums besonders vertraut sind.
Er und Rosmarie Koller könnten sich auch
eine noch weitergehende Mitwirkung des
Katholischen Kollegiums (Kirchenparlament) vorstellen – über das Streichungsrecht hinaus, das es vor 150 Jahren aus po-
Wie wirkt eine solche Regelung auf die
drei Mitglieder der Forum-Gesprächsrunde? «Etwas komisch», sagt Markus
Urech. «Vom wirtschaftlichen Leben her
sind wir es uns gewohnt, dass man ein
Recht auf die Pensionierung hat.» Ob es
denn vorkomme, dass ein Rücktrittsgesuch nicht bewilligt werde, fragt Rosmarie Koller. Roland Strässle erinnert daran,
dass das Rücktrittsgesuch des Bischofs
von Chur, Amédée Grab, nicht angenommen wurde. «Er ist noch über die Altersgrenze von 75 im Amt. Dies vermutlich
deshalb, weil er gleichzeitig Präsident des
Rates der Europäischen Bischofskonferenzen ist. Weil diese Amtszeit erst in einem Jahr ausläuft, kann er auch sein Amt
als Bischof bis dann ausüben.» Auch
meint Roland Strässle, dass die Art, wie
© PfarreiForum/ Regina Kühne
«Etwas devot»
Die Teilnehmenden an der Gesprächsrunde: Markus Urech-Pescatore, Präsident
des Kirchenverwaltungsrates Rorschach (links); Rosmarie Koller-Schmid, Präsidentin
des Katholischen Frauenbundes St. Gallen/Appenzell; Roland Strässle, Pfarrer von
St. Gallen-St. Fiden.
begleiten. «Insgesamt 44 verschiedene Namen wurden vorgeschlagen», sagt Roland
Strässle: «An sich war der Aufruf zum
Mitdenken ja gut gemeint. Es sollten jene
besonderen Fähigkeiten einzelner Priester
ans Licht kommen, die möglicherweise
wenig bekannt waren.» Doch bei der Viel-
litischen Gründen beanspruchte. Doch
Roland Strässle warnt: «Das rührt an das
Konkordat und könnte Rom den Anlass
geben, auch andere Konkordatsbestimmungen ändern und beispielsweise das
Bischofswahlrecht des St. Galler Domkapitels streichen zu wollen.» (or)
3
Katholisches Kollegium
mittelbar unterstellte Leiter der örtlichen
Seelsorge. Dadurch befinden sie sich in
einer etwas andern Situation als ihre protestantischen Kollegen.
Die Pfarrer und
die Kirchenverwaltung
Festhalten am Antrag
Wenn das bestehende Stimmrecht der
Priester abgeschafft würde, dann wäre es
ohne weitere Konsequenzen möglich, eine andere Person mit bischöflicher Beauftragung in den Kirchenverwaltungsrat
zu delegieren.
Der Administrationsrat hält deshalb an
seinem Antrag fest, dass der Pfarrer (oder
seine Stellvertretung) beratende Stimme,
aber auch ein Antragsrecht haben soll.
Zur Sitzung des Katholischen Kollegiums
am 15. November
Das Katholische Kollegium wird sich
an seiner Sitzung vom 15. November
nebst Geschäften wie dem Budget
nochmals mit der Teilrevision der Verfassung auseinander setzen.
Eine zweite Lesung der Teilrevision der
Verfassung des Katholischen Konfessionsteils ist zwingend. Wesentliche
Grundsatz-Entscheide sind bereits gefallen: Weiterhin Stimmrecht erst ab 18 Jahren, weiterhin 180 Mitglieder im Kollegium (keine Verkleinerung) und Ausländerstimmrecht.
Kraft des Amtes
Werner Kamber
«Entscheid, den man
nicht fällen sollte»
Sonderstellung der Pfarrer
Auf evangelischer Seite gibt es zu dieser
Frage einen Entscheid des Bundesgerichtes aus dem Jahr 1994; er betrifft einen
Pastor im Kanton Thurgau. Danach hat
die Kirchgemeinde (vertreten durch den
Kirchenverwaltungsrat) zwar kein Mitspracherecht bei innerkirchlichen Aufgaben, welche die Seelsorge betreffen, wohl
aber bei administrativen, finanziellen
und arbeitsrechtlichen Fragen. Folglich
kann der Pfarrer nicht Mitglied seiner
Aufsichtsbehörde sein.
Dieser Entscheid des Bundesgerichtes ist
nicht 1:1 auf die katholische Kirche zu
übertragen. Denn die Pfarrer sind nicht
einfach, wie es ein Pfarrer an der Sitzung
im Juni formulierte, «Angestellte der
Kirchgemeinde, sondern sie brauchen ja
auch die Missio des Bischofs», sind also
auf Grund ihrer Weihe dem Bischof un-
© PfarreiForum/Regina Kühne
Dagegen wird die Stellung einerseits der
geweihten Priester und andererseits der
Laien im kirchlichen Dienst wohl nochmals generell zu diskutieren geben: Bei
der Frage nämlich, ob die Pfarrer im Kirchenverwaltungsrat, dem sie bisher kraft
ihres Amtes automatisch angehören, weiterhin Stimmrecht haben sollen oder neu
beratende Stimme und Antragsrecht. Daraus ergibt sich die Anschlussfrage, wie es
mit Laien steht, welche ihren Pfarrer in
diesem Gremium vertreten.
Für die zweite Lesung liegt ein Antrag
von Pfarrer Niklaus Popp, Gossau, vor,
der sinngemäss weiterhin die vollwertige
Mitgliedschaft des Pfarrers, des Pfarradministrators oder eines Seelsorgers mit
bischöflicher Beauftragung fordert.
Das Katholische Kollegium wird darüber befinden, ob das Stimmrecht der Pfarrer im
Kirchenverwaltungsrat abgeschafft und durch ein Antragsrecht ersetzt werden soll.
Soll das Stimmrecht der Pfarrer im
Kirchenverwaltungsrat beibehalten
werden? Bernhard Ehrenzeller, Professor für öffentliches Recht an der
Universität St. Gallen und Mitglied
der vorbereitenden Arbeitsgruppe
für die Teilrevision, tendiert zu einem Nein. Der Sinn des Bundesgerichtsurteils von 1994 sei an sich
klar:
Interessenkollisionen im Kirchenverwaltungsrat als Aufsichtsbehörde
sind zu vermeiden. Nach Art. 34 Absatz 3 der St. Galler Kantonsverfassung dürfe niemand einer Behörde
angehören, die ihn unmittelbar beaufsichtigt. Allerdings sei der Kirchenverwaltungsrat in der katholischen Kirche nicht unmittelbare Aufsichtsbehörde des Pfarrers, der auf
Grund seiner Weihe dem Bischof
unmittelbar unterstellt ist. Das Gesetz könne also Ausnahmen vorsehen. So könnte der Katholische Konfessionsteil in seiner Verfassung, rein
rechtlich betrachtet, für die Pfarrer
weiterhin das Stimmrecht im Kirchenverwaltungsrat vorsehen. Zu begründen wäre das «mit der kanonischen Sonderstellung des Pfarrers».
Aber: Es wäre ein politischer Entscheid des Katholischen Kollegiums
– «den es aus prinzipiellen Überlegungen nicht fällen sollte, da die Gefahr von Interessenkonflikten offensichtlich besteht». (ka)
4
Botschaft des Administrationsrates:
«Sonntag
ist uns ein Anliegen»
Der Administrationsrat engagiert sich
ideell und materiell für die Erhaltung
des Sonntags als Ruhetag. Dies geht
aus einem Bericht hervor, den die Exekutive des Katholischen Konfessionsteils erstellt hat. Sie gibt darin Antwort auf ein Postulat von Kollegienrat
Peter Oberholzer, St. Gallen, der im
November 2004 ein Postulat für das
«Anliegen Sonntag» eingereicht hatte.
Auch der Administrationsrat wehrt sich
dagegen, «dass der Sonntag etappenweise
zum Werktag umfunktioniert wird». Trotz
verändertem gesellschaftlichen Verhalten,
soll den Christen der Wert des Sonntags
bewusst bleiben. In seiner Antwort auf das
Postulat von Peter Oberholzer, Präsident
des Schweizerischen Ökumenischen Komitees für den Sonntag, erinnert die Arbeitsgruppe «Sonntag» unter der Leitung
von Administrationsrat Hans Wüst zunächst auf das vielfältige und längjährige
Engagement der Bischöfe auf schweizerischer Ebene sowie auf Bistumsebene, in
Kirchgemeinden und im Konfessionsteil.
gemeinsamer Lebensrhythmus eine
«Kraftquelle» sei. «Der Sonntag enthält
im Kern ein Kontrastprogramm der Entlastung und Befreiung, das angesichts
modernen Zeitmanagements nichts an
seiner Aktualität eingebüsst hat. Die besondere Verzahnung von Ruhe, Rhythmus
und Ritual macht den Kern des Kulturgutes Sonntag aus, der sich jüdisch-christlicher Lebenserfahrung und Lebensweisheit
verdankt.» Es gehe nicht darum, das gesellschaftliche Umfeld zu verteufeln, sondern ein für die Menschen wichtiges Alternativprogramm im Umgang mit der
Zeit nicht leichtfertig preiszugeben.
Mit Blick auf die Abstimmung über das
Arbeitsgesetz am 27. November ermuntert der Administrationsrat die Kirchgemeinden, die Plakatkampagne des Referendumskomitees zum Schutz des Sonntags zu unterstützen. Ausserdem hat er
für die Plakataktion des Ökumenischen
Komitees für den Sonntag einen Beitrag
des Konfessionsteils gesprochen. Seinen
Bericht zum Postulat «Sonntag» hat er
auch den st.-gallischen Leitungen der politischen Parteien zur Information zugestellt. Als mittelfristiges und langfristiges
Engagement werden alle Kirchenverwaltungen eingeladen, «zum angemessenen
Schutz des Sonntags beizutragen». In
Vernehmlassungsverfahren und im direkten Kontakt mit den Behörden will der
Administrationsrat immer wieder das
Anliegen «Sonntag» vertreten. Ferner will
er sich für weitere Projekte wie etwa die
Mitfinanzierung katechetischer Lehrmittel zur Bewusstmachung des Wertes des
Sonntags, auch in ökumenischer Perspektive, einsetzen. (eg)
© Christof Sonderegger, CH-9424 Rheineck
Konfessionsteil
Zukünftiges Engagement
Alternativprogramm Sonntag
Zum Wert des Sonntags heute gibt der
Administrationsrat zu bedenken, dass ein
Der Sonntag als gemeinsamer Lebensrhythmus.
Weil ich ohne Sonntag nicht leben möchte
I
mmer wieder werde ich gefragt, wieso
ich mich für den Sonntag einsetze.
Meine Antwort: Weil ich ohne Sonntag nicht leben möchte. Es gäbe nur noch
Werktage. Schlimmer: es wäre ein Leben
ohne Himmel. Am Sonntag lebe und erlebe ich ein Stück Himmel. Kein Labor
und kein Seelentrip geben uns Auskunft
über das Leben nach dem Tod. Das kann
nur Gott selber tun. Er hat es in der Auferstehung Jesu glaubwürdig getan. Und
das feiere ich und lasse mich davon hochziehen. Ich geniesse den freien Tag wie
das alte Gottesvolk, das der Herr selbst
von der Sklavenarbeit befreit hat. Wir
sind kein Anhängsel der Wirtschaft. Wir
sind vielmehr Kinder Gottes, Menschen
mit einer unantastbaren Würde, unverzweckt, uns selber geschenkt, mit einer
ewigen Bestimmung. Ein bisschen in den
Himmel treten, dazu gehören die Familie, die Gemeinschaft, die Natur, die Musik. Wenn am Samstagabend die Glocken
läuten, lasse ich alle Arbeit ruhen und
nehme mir vor, einen kleinen Schritt in
die grosse Verheissung zu tun. Es ist ein
bisschen sterben und auferstehen, die
Mühsal ablegen und den eigenen Selbstwert in der Hand Gottes wieder entdecken. Wer am Sonntag durch Arbeit die
Familien auseinander reisst, verhindert,
dass Eltern und Kinder miteinander den
Sonntag heiligen können. Wenn wir in
Salami-Taktik die Sonntagsarbeit einführen, sind wir Materialisten geworden, Erdenstaub, nur noch und nichts anderes
als Erdenstaub. Das mag ich nicht. Ich
feiere den Sonntag.
Peter Oberholzer, Präsident des Schweizerischen Ökumenischen Komitees für den
Sonntag
5
Rechtzeitig über das Sterben
nachdenken und sprechen
Für Käthi Güdel gehört das Sterben
zum Leben. Darüber nachzudenken und
zu sprechen ist für sie daher etwas
ganz Natürliches. In ihrer Patientenverfügung hat sie ihre Wünsche und
Vorstellungen für ihren letzten Lebensabschnitt festgehalten.
«Mit 80 Jahren muss man immer bereit
sein», sagt Käthi Güdel. Vor etwas mehr als
einem Jahr hat die allein stehende Frau ihre Wohnung in Bern aufgelöst und ist ins
Betagtenzentrum in Laupen gezogen. Hier
schätzt sie die liebevolle und aufmerksame
Bestellung
Die Patientenverfügung «So möchte
ich leben, so möchte ich sterben» mit
Begleitbroschüre kann zum Preis
von 15 Franken bezogen werden bei
Caritas Schweiz, Bereich Kommunikation, Löwenstrasse 3, 6002 Luzern,
Tel. 041 419 22 22, E-Mail: info@
caritas.ch, www.caritas.ch oder bei
Regina Bayer, Leiterin Fachstelle Begleitung in der letzten Lebensphase,
Caritas St. Gallen, Tel. 071 227 34 71,
Fax 071 227 34 69, E-Mail: r.bayer@
sg.caritas.ch, www.caritas-stgallen.ch.
Veranstaltung
Unter dem Titel «So möchte ich leben – so möchte ich sterben. Chancen und Grenzen einer Patientenverfügung» lädt die Caritas St. Gallen
am 22. November um 19.30 Uhr zu
einer Veranstaltung im evangelischen
Kirchgemeindehaus St. Mangen,
Magnihalden 15, in St. Gallen ein.
Referenten: Dr. Bruno Späti, Onkologe, St. Gallen; Klaus Dörig, ehemaliger Spitalseelsorger Kantonsspital
St. Gallen; Regina Bayer-Birri, Fachstelle Begleitung in der letzten Lebensphase, Caritas St. Gallen.
Betreuung. «Es ist viel Wert, dass man
noch eine Persönlichkeit sein darf», sagt
Käthi Güdel und krault ihre Katze.
Vorkehrungen für Todesfall
Die Angewohnheit, ihre Angelegenheiten
selbst zu regeln, hat Käthi Güdel bis heute
beibehalten. Sie hat sich auch
über ihren eigenen Tod Gedanken
gemacht. In einer Kiste hinter
dem Fernseher bewahrt sie einen
Brief auf mit der Aufschrift «Im
Todesfall». Darin steht, wer benachrichtigt werden muss und
wer ein Zirkular erhalten soll.
Und dass sie wie ihre Geschwister
kremiert und im Familiengrab
beigesetzt werden möchte. Zudem hat sie auch einen Lebenslauf geschrieben. «Solche Sachen
muss man machen, so lange man
noch schaltet im Kopf», sagt Käthi Güdel.
zum Einsatz kommen, also Symptome
wie Schmerzen, Atemnot und Unruhe gelindert werden. Zudem ermöglicht es die
Verfügung, spezielle Anliegen zu äussern,
die den Inhabern einer Verfügung bei der
Behandlung, Pflege und Begleitung besonders wichtig sind.
Foto: Susi Lindig / Caritas
Leben
Neue Patientenver fügung der Caritas
«Leben nicht verlängern»
In der Mappe findet sich auch eine Patientenverfügung der Caritas, die sie vor
ihrer Knieoperation im Spital vor drei
Jahren erhalten hat. Alle lebensverlängernden Massnahmen seien bei ihr zu unterlassen bei einer aussichtslosen Prognose, hat sie darin festgelegt, denn sie ist der
Meinung: «Was hat man noch vom Leben, wenn man nur noch daliegt an den
Schläuchen. Das Leben verlängern muss
man nicht. Man muss nehmen, was das
Leben bringt und damit zufrieden sein.»
Wünsche festhalten
Die Patientenverfügung der Caritas stösst
seit Jahren auf eine grosse Nachfrage. Immer mehr Menschen ist es wie Käthi Güdel ein Anliegen, Wünsche für die letzte
Lebenszeit schriftlich festzuhalten. Die
Caritas will dazu beitragen, dass die Methoden der palliativen Medizin vermehrt
Käthi Güdel schreckt nicht vor schwierigen
Themen zurück. Eine Patientenverfügung
hilft, sich aktiv mit dem Sterben
auseinander zu setzen.
Über den Tod sprechen
Die Caritas hat nun eine neue Patientenverfügung erarbeitet, die etwas umfassender ist. Neu kann darin eine Vertrauensperson bevollmächtigt werden, Entscheide über medizinische Behandlungen zu
fällen. Um die Verbindlichkeit zu erhöhen, kann die Verfügung mit einer Erneuerungs-Vereinbarung jährlich aktualisiert werden. Caritas bietet dabei regelmässig ergänzende Informationen und
Beratung an. Die Begleitbroschüre zur
Patientenverfügung beantwortet wichtige
Fragen, die beim Ausfüllen einer Patientenverfügung auftauchen können. Sie
regt zudem dazu an, die Verfügung im
Gespräch mit Angehörigen und den behandelnden Personen auszufüllen.
Stefan Gribi / Caritas
6
Akzente des Glaubens
Zug der Getauften
zu Christus unter
der Mittlerschaft
der Kirche.
Liturgischer Kalender
Sonntag, 30. Oktober
31. Sonntag im Jahreskreis (A)
Erste Lesung: Mal 1, 14b–2, 2b. 8–10.
Zweite Lesung: 1 Thess 2, 7b–9. 13.
Evangelium: Mt 23, 9b. 10b.
Allerheiligen
Offb 7, 2–4. 9–14; 1 Joh 3, 1–3;
Mt 5, 1–12a.
Mittwoch, 2. November
Allerseelen
2 Makk 12, 43–45; 1 Thess 4, 13–18;
Joh 11, 17-27.
© Beuroner Kunstverlag, D-88631 Beuron.
Dienstag, 1. November
Donnerstag, 3. November
Röm 14, 7–13; Lk 15, 1–10.
Pirmin, Glaubensbote (†753).
Idda von Toggenburg, Reklusin
(†13. Jh.).
Sonntag, 6. November
32. Sonntag im Jahreskreis (A)
Erste Lesung: Weish 6, 12–16.
Zweite Lesung: 1 Thess 4, 13–18.
Evangelium: Mt 25, 1–13.
Mittwoch, 9. November
Ez 47, 1–2. 8–9. 12; Joh 2, 13–22.
Weihetag der Lateranbasilika.
Freitag, 11. November
Weish 13, 1–9; Lk 17, 26–37.
Martin, Bischof von Tours (†397).
Sonntag, 13. November
33. Sonntag im Jahreskreis (A)
Tag der Völker
Erste Lesung: Spr 31, 10–13. 19–20.
30–31.
Zweite Lesung: 1 Thess 5, 1–6.
Evangelium: Mt 25, 14–30.
Mittwoch, 16. November
2 Makk 7, 1.20–31; Lk 19, 11–28.
Otmar, Gründerabt von St. Gallen.
Zum Fest Allerheiligen
A
m 1. November feiert die Kirche
das Fest Allerheiligen. An diesem
Tag wird nicht nur der grossen
Heiligen der Kirchengeschichte wie Franziskus, Bruder Klaus, Maria Magdalena
und Mutter Teresa gedacht, sondern aller
verstorbenen Christen, die in der Vollendung bei Gott sind. Das Bild auf dieser
Seite zeigt etwas auf vom Festgeheimnis
dieses Tages. Es stammt aus einer 1000
Jahre alten Handschrift aus dem ehemaligen Kloster Reichenau. In der Mitte befindet sich ein Taufbrunnen, in dem ein
Mensch gerade die Taufe empfängt. Links
neben dem Taufbrunnen stehen drei
Bettlerfiguren, die auf die Taufe warten.
Rechts ziehen die Neugetauften ihres Weges. Sie tragen prachtvolle Kleider und
Kronen, Zeichen für die königliche Würde, die allen Christen durch die Taufe zukommt. Auf einer geschwungenen Reihe
erkennt man verschiedene Personen: Ordensleute mit ihrem Haarkranz, Bischöfe,
Priester und Diakone mit ihren liturgi-
schen Gewändern, weltliche Personen
mit Hosen und Stiefeln. Alle tragen einen
Heiligenschein. An der Spitze gehen
Frauengestalten. Eine blau gekleidete
Frau, die vermutlich die personifizierte
Kirche symbolisiert, weist auf Christus
hin. Er ist nicht als leidender Gekreuzigter gemalt; mit seinem purpurnen Königsgewand, dem goldenen Kreuz und
seiner Krone erscheint er vielmehr als
Sieger über Schmerz und Tod. Zu ihm als
Ursprung der Heiligkeit wird in einem
goldenen Kelch der Schatz der Heiligen
getragen. Der Mönch von Reichenau eröffnet mit seiner Malerei eine urchristliche Sicht von Heiligkeit: Der Ursprung
des Heiligseins liegt nicht in besonderen
frommen Leistungen, sondern in einem
Geschenk. In der Taufe schenkt Gott, der
Heilige schlechthin, den Menschen sein
Heil. Gott ist es, der in der Taufe die
Menschen zu seinen Heiligen macht.
Evelyne Graf
7
Nachrichten
Hoher Besuch in St. Gallen
Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel
bei griechisch-or thodoxer Gemeinde zu Gast
Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., kommt
am 6. November nach St. Gallen. Er ist
zu Gast bei der griechisch-orthodoxen
Kirche in der Ostschweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Er wird zuvor
an der ökologischen Jahrestagung der
Binding-Stiftung in Vaduz FL teilnehmen und dort als «Europas grüner Patriarch» geehrt werden. Er hatte 2002
den Binding-Preis für Natur- und Umweltschutz erhalten.
Brückenbauer
Die Bemühungen des Patriarchen um
Zusammenhalt der Orthodoxie wurden
mehrmals durch die Konflikte mit Moskau erschwert, insbesondere in der estnischen und der ukrainischen Frage.
Schweren Belastungen ist der Dialog mit
Rom ausgesetzt. Die Orthodoxie wirft
dem Vatikan vor, in ehemals kommunistisch regierten Ländern mit orthodoxer
Mehrheitsbevölkerung «aufdringliche»
Missionierung zu betreiben und mit den
«unierten» Kirchen Parallelstrukturen zu
Preis für Umweltschutz
© KNA-Bild, Bonn
Bartholomaios ist der 270. Nachfolger
des Apostels Andreas. Nach dem Tod von
Dimitrios I. wurde er im Oktober 1991
im Phanar in Istanbul an die Spitze der
Ostkirche gewählt. Seit dem Beginn seines Pontifikats hat der Phanar, der Sitz
des Patriarchats am Goldenen Horn, als
Zentrum der Weltorthodoxie eine deutliche Aufwertung erfahren. Da sich die Orthodoxie als Bund gleichberechtigter «autokephaler» Nationalkirchen versteht, besitzt der Ökumenische Patriarch – anders
als der Papst – keine universale Weisungsbefugnis. Er ist vielmehr der «Primus inter pares», das «Ehrenoberhaupt».
Als solcher hat er aber die Vollmacht, etwa ein panorthodoxes Konzil einzuberufen oder einer Nationalkirche die Autokephalie (Selbstständigkeit) zu verleihen.
Union und der Türkei hat der Patriarch
ausdrücklich begrüsst: Die Annahme europäischer Standards durch die Türkei,
gerade auf dem Gebiet der Religionsfreiheit, könne das Überleben der türkischen
Christen sichern. Es könnte gerade die
europäische Sendung der Türkei werden,
auf ihrem Boden Christen, Muslime und
Juden zusammenzuführen.
Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., auch der
«grüne Patriarch» genannt, ist bekannt
für seinen weltweiten Einsatz für die
Schöpfung, für die Bewahrung von Natur
und Landschaft.
errichten. Doch dem Reform-Patriarchen, der sieben Sprachen fliessend
spricht, gelang es immer wieder vermittelnd und ausgleichend Einfluss zu nehmen. Er gilt nicht nur innerorthodox als
Brückenbauer, sondern auch zu den anderen christlichen Kirchen und zu den
monotheistischen Religionen. So initiierte er neben umfassenden ökumenischen
Aktivitäten eine Reihe von islamischchristlichen Begegnungen und interreligiösen Konferenzen mit ranghohen Vertretern von Christentum, Judentum und
Islam. Angesichts der Kriege auf dem
Balkan erhob das Ehrenoberhaupt von
weltweit 350 Millionen orthodoxen
Christen seine Stimme gegen alle Versuche, ethnische Konflikte religiös zu legitimieren. Den Beginn der Beitrittsverhandlungen zwischen der Europäischen
Besondere Aufmerksamkeit widmet Bartholomaios auch dem Schutz der Umwelt.
Dafür hat ihn 2002 die Liechtensteiner
Binding-Stiftung mit ihrem Preis für Natur- und Umweltschutz ausgezeichnet.
Auf Initiative von Patriarch Bartholomaios wurde am 10. Juni 2002 in Rom bzw. in
Venedig vom Papst und vom Ökumenischen Patriarchen eine Ökologieerklärung
unterzeichnet, die neue ethische Prinzipien im Verhältnis zur Umwelt fordert.
Die Menschheit müsse so handeln, dass
die Erde auch für künftige Generationen
Heimat sein könne, wird zum Beispiel in
der Erklärung betont. Papst und Patriarch
äussern ihre Sorge darüber, dass so viele
Menschen durch Gewalt, Hunger, Armut
und Krankheit leiden müssen und dass
grundlegende Ressourcen wie Wasser,
Luft und Boden durch einen schrankenlosen Fortschritt gefährdet sind. Sie fordern
alle Gläubigen zur ökologischen Gewissens- und Bewusstseinsbildung auf und
schaffen einen neuen Begriff der «ecological awareness». – Nun nimmt Patriarch
Bartholomaios an der ökologischen Jahrestagung der Binding-Stiftung in Vaduz
teil und besucht anschliessend die griechisch-orthodoxe Kirche in St. Gallen,
der Pfarrer Ignatios Papadellis vorsteht.
In der Ostschweiz und im Fürstentum
Liechtenstein zählt die Kirche rund
2500 Mitglieder.
Evelyne Graf
8
Interreligiöser Dialog zwischen der Schweiz
und dem Iran
Von Vorsicht geprägt
Eine Delegation der Schweizer Bischöfe ist mit Muslimen und Christen aus
dem Iran zusammengetroffen. An einer
Pressekonferenz in Einsiedeln betonten sie die Wichtigkeit solcher Begegnungen. Es gelte, der Situation der
Muslime in der Schweiz mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Aber auch die
Situation der Christen im Iran sei zu
beobachten. 2006 soll ein Gegenbesuch in Zentralasien folgen.
Die Vertreter der «Islamic Culture and
Relations Organization» (ICRO) und
der Arbeitsgruppe «Islam» der Schweizer
Bischofskonferenz (SBK) thematisierten
das verstärkte Zusammenleben von
Christen und Muslimen im westlichen
Europa, auch in der Schweiz. Weihbischof
Pierre Bürcher sagte, die Schweizer Bischöfe verfolgten ein religiöses Ziel: Sie
wollten den Gästen aus dem Iran, Muslimen und Christen, die Situation der Kirche und der Christen sowie der Muslime
in der Schweiz darlegen.
so der iranische Delegationsleiter Ayatollah Mahmoud Mohammadi Araqi, «dass
der interreligiöse Dialog die Grundlage
des Dialoges der Völker ist.»
Missverständnisse würden zumeist auf
mangelndem Wissen beruhen. Deshalb,
so Bürcher, könne die westliche Welt
nicht länger die Augen verschliessen vor
der ständig wachsenden Präsenz von Personen islamischer Religionszugehörigkeit. Und die Kirche sei speziell durch
Papst Johannes Paul II. zu einem «vertieften interreligiösen und verständigen Dialog» aufgerufen worden, was durch Papst
Benedikt XVI. erst unlängst als «ein vitales Bedürfnis für die Zukunft der Welt»
interpretiert wurde.
Für die Schweizer Bischöfe ist der Islam
«zu einer Angelegenheit unserer Gesellschaft geworden und die Kirche muss ihren Gläubigen dabei helfen, wie man
gastfreundlich und aufrichtig mit den
Muslimen zusammenlebt, ohne unsere
Identität zu verschweigen».
Vertiefung der Beziehungen
Grundlage des Dialoges
Das erste Treffen stand ganz im Zeichen
des Informationsaustausches. Konkrete
Ergebnisse konnten an der Medienkonferenz nicht präsentiert werden. Beiderseits
verfolgt man die Politik der kleinen
© CIRIC, Freiburg/Schweiz
Anlässlich der Pressekonferenz im Kloster Einsiedeln betonten die Vertreter beider Religionen die Wichtigkeit solcher interreligiöser Gespräche. «Wir glauben»,
Eine Delegation aus dem Iran (ICRO) besucht zusammen mit der Arbeitsgruppe
«Islam» der Schweizer Bischofskonferenz das Grossmünster in Zürich. In der Mitte:
Weihbischof Pierre Bürcher, Präsident der Arbeitsgruppe «Islam» der SBK, und
Ayatollah Mahmoud Mohammadi Araqi, Präsident der ICRO.
Schritte, welche bereits den Dialog «als
Ergebnis» betrachtet und mögliche Konfliktfelder – wie etwa die Stellung der
Muslime in der Schweiz oder jene der
Christen im Iran – vorerst einmal nur
intern erörtert.
Dennoch geht man nicht mit leeren Händen auseinander. Die Arbeitsgruppe «Islam» wird gemäss Bürcher im kommenden Jahr einer Einladung Folge leisten und
einen Gegenbesuch im Iran abstatten.
Und mit Interesse wurde auch der Vorschlag von Ayatollah Mahmoud Mohammadi Araqi aufgenommen, zur besseren
interreligiösen Verständigung der beiden
Länder eine islamisch-christliche Forschung aufzubauen sowie gegenseitig Studenten und Professoren auszutauschen.
Victor Kälin / Kipa
Tag der Völker
Der Tag der Völker wird dieses Jahr
am 13. November offiziell gefeiert.
Die Schweizer Bischofskonferenz hat
ihn unter das Motto «Nehmt einander an» (vgl. Röm 15,7) gestellt. Eine
multikulturelle Gesellschaft, wie sie
in der Schweiz durch die Migration
in den letzten Jahrzehnten gewachsen ist, braucht das Beispiel der
Christinnen und Christen, die aus
dem Glauben den gegenseitigen Respekt, die Achtung vor dem Andern
und die Annahme des Schwächeren
zu ihrem Ideal machen. Der Delegierte für Migration der Schweizer
Bischofskonferenz, Bischof Norbert
Brunner, verweist in seinem Wort
zum Tag der Völker auf das Pauluswort «Nehmt einander an»: «Wir
sollen den Anderen, auch und besonders den Fremden, als Menschen annehmen, auch wenn wir dessen
Überzeugungen, dessen Lebensweisen, dessen Anderssein nicht immer
verstehen können.» Paulus erwarte
von den Christen mehr als nur Toleranz. «Er meint eine uneingeschränkte Bejahung des Andern als
Schwester und Bruder, die möglich
ist, weil Gott in Christus auch uns
angenommen hat. Eine solche Haltung brauchen wir in der heutigen
und zukünftigen Situation der Migration.» (com/eg)
9
Agenda
kens. Veranstalter sind die «Bibelgruppen
Immanuel», eine Bewegung in der katholischen Kirche, die vor allem durch die
Glaubenskurse von Pfr. Leo Tanner bekannt wurde.
Advent
Opfer
Das Unwetter im August hat das Dominikanerinnenkloster Maria Zuflucht in
Weesen hart getroffen. Auch die Hostienbäckerei stand über einen Meter hoch unter Wasser. Der Backautomat, den die
Schwestern vor drei Jahren für 200 000
Franken angeschafft haben, muss repariert
werden. Um die neben der zurzeit bereits
laufenden Renovationsarbeiten durch das
Hochwasser zusätzlich angefallenen Sanierungen zu ermöglichen, sammelt die Inländische Mission seit Mitte Oktober
schweizweit für das Kloster Weesen.
Inländische Mission: 60-20522-3,
Vermerk Kloster Weesen.
Orientierung
Gymnasium Marienburg, Rheineck
Das Gymnasium Marienburg in Rheineck lädt Eltern, Schülerinnen und Schüler
sowie Lehrpersonen zu einer Informations-Veranstaltung am Donnerstag, 17.
November, 19.30–21 Uhr, ein. Die Schule
orientiert über das Gymnasium, den Eintritt nach dem 6. Schuljahr, die Ausbildung zur Maturität, die Tagesschule mit
Mittagstisch und die soziale Schulgeldregelung sowie das Internat.
Infos unter Telefon 071 886 18 18,
marienburg@marienburg.ch,
www.marienburg.ch
Gottesdienst
«Dankstelle»
Am Samstag, 12. November, um 18.30
Uhr findet in der Schutzengelkapelle in
St. Gallen die «Dankstelle», ein offener
Gottesdienst mit viel Musik und Liedern,
statt. Die «Dankstelle» versteht sich als
ein Ort der Begegnung und des Auftan-
Foto: zvg.
Für das Kloster Maria Zuflucht
in Weesen
Taizé-Gottesdienst «Feel the light».
Besinnliche Tage
Weihnachtstage und Jahreswechsel
Das Haus St. Josef in Lungern bietet ab
dem 23. Dezember besinnliche Weihnachtstage an: Bussfeier, Hl. Christmesse
in der hauseigenen Kapelle, Lichtfeier in
der Weihnachtslandschaft, Kamingespräche, fröhlicher Silvesterabend, Gottesdienste zum Abschied des alten Jahres
und feierlichem Start ins neue Jahr.
Geistliche Begleitung: Pfarrer Klaus
Dörig, ehemaliger Spitalseelsorger in
St. Gallen.
Detailprogramm: Haus St. Josef,
Bahnhofstrasse 24, 6079 Lungern,
Telefon 041 679 75 65; E-Mail info@hsj.ch
Gedenkmesse
Taizé-Gottesdienst «Feel the light»
«Aller Äbte Jahrzeit»
Am Samstagabend, 26. November, findet
in der Andreaskirche in Gossau zum dritten Mal die besondere Adventseinstimmung «Feel the light» statt. Ähnlich wie
die «Nacht der Lichter» in St. Gallen
möchte dieser Anlass besonders Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen.
Im Lichtermeer von gegen 1500 brennenden Kerzen werden Lieder aus Taizé gesungen. Höhepunkt des Gebetes bildet eine fünfminütige Stille, die Gelegenheit
bietet, in die Tiefe der eigenen Person zu
kommen. Ein Bruder aus Taizé wird beim
Gottesdienst dabeisein.
Um 19.30 Uhr ist Einsingen, um 20 Uhr
beginnt die einstündige Feier. Danach ist
Gelegenheit zum Verweilen in der Kirche
oder zu Gespräch und Austausch im Andreaszentrum, wo Getränke und Imbiss
bereitstehen.
Informationen unter www.kathgossau.ch
Am Mittwoch, 9. November, feiern Bischof Ivo Fürer und das Domkapitel in
der Kathedrale St. Gallen den traditionellen Gedenkgottesdienst «Aller Äbte Jahrzeit». Sie beten dabei besonders für die
Äbte und Mönche des ehemaligen Klosters sowie für die verstorbenen Bischöfe
und Priester des Bistums.
Abschlussfeier
50 Jahre Schönstatt-Gnadenkapelle
«Vom Himmel berührt» – unter diesem
Motto stand das Festjahr der Schweizer
Schönstattbewegung. Gefeiert wurde
das 50-Jahr-Jubiläum der SchönstattGnadenkapelle in Quarten. Ihr Weihetag ist der 20. November. Darum lädt
die Schönstattbewegung am 20. November zum feierlichen Abschluss des Festjahres ein: 17 Uhr Eucharistiefeier im
Bildungszentrum Quarten mit Lichterprozession zur Gnadenkapelle. Anschliessend Apéro. (cm)
Impulstag
40 Jahre nach dem Konzil
Das Zweite Vatikanische Konzil (1962–
1965) war das grösste Ereignis der jüngsten Kirchengeschichte. 40 Jahre danach
stellt sich die Frage: Was ist aus dem frischen Wind in der Kirche geworden? Die
Katholische Arbeitnehmerinnen- und
Arbeitnehmer-Bewegung der Diözese
St. Gallen (KAB-SG) lädt zu einer Bildungstagung am 12. November im Pfarreizentrum in Wil (9.30 bis 16 Uhr) ein.
Referenten: Bischof Dr. Ivo Fürer und Redaktor Josef Osterwalder.
Infos, Detailprogramme und Anmeldung:
KAB-SG, Postfach 322, 9004 St. Gallen,
Telefon/Fax 071 245 12 72, E-Mail
kab-sg@gmx.ch.
Feier
Segnungsgottesdienst
Am Montag, 21. November, von 19.30 bis
21 Uhr findet im Kapuzinerkloster in Wil
ein Segnungsgottesdienst statt. Dazu lädt
die regionale Gebetsgruppe von Wil mit
Pfr. Joseph Keiser, St. Gallen ein.
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Radiotipps
Kolumne
Tele Ostschweiz
«Gedanken zur Zeit»
Persönlichkeiten präsentieren «Gedanken zur Zeit». Sie dauern etwa 90
Sekunden und werden von TVO jeweils am Samstag um 18.55 Uhr und
dann stündlich bis am Sonntag, letztmals um 11.55 Uhr, ausgestrahlt. Am
29./30. Oktober mit Myrta Grob Käser, Trogen; am 5./6. November mit
Charlie Wenk, Pfarreibeauftragter,
St. Gallen-Halden; am 12./13. November mit Gabriella Ruaro, St. Gallen.
Radio aktuell
92,9 MHz (99,2 MHz im Kabelnetz)
«Prisma»
Kirchliches Magazin «Prisma»,
jeden Sonntag von 8.15 bis 8.30 Uhr.
Redaktion: Roger Fuchs.
«Gedankestrich»
Täglich um 11.45 Uhr, Wiederholung
später im Tagesprogramm. Es sprechen am 29. und 30. Oktober Helena
Graf, St. Gallen; vom 31. Oktober bis
6. November Pfarrer Andreas Nufer,
St. Gallen-Halden; vom 7. bis 13. November ein Sprecherinnen und Sprecher-Team; vom 14. bis 20. November
Regina Weingard, St. Gallen.
Radio Ri
100,8 MHz (Via Kabel 105,7 MHz)
Kirchliches Magazin «Prisma»,
Jeden Sonntag um 11 Uhr.
Redaktion: Roger Fuchs.
Radio Zürisee
102,2 MHz (im Linthgebiet)
Jeden Sonntag um 8.25 Uhr Kurzsendung «Gott und die Welt».
Robert Lax gilt vielen als einer der grossen
amerikanischen Dichter des zwanzigsten
Jahrhunderts. Der Sohn jüdischer Einwanderer konvertierte in jungen Jahren
zum Christentum. 37 Jahre lang lebte er
als weltlicher Eremit auf griechischen Inseln, ehe er kurz vor seinem Tod im Jahr
2000 in sein Geburtshaus in Olean, New
York, zurückkehrte. Die bewusste Verlangsamung ermöglichte ihm die Wahrnehmung des Wesentlichen und führte ihn zu
einem Dialog mit dem Du Gottes. Daraus
sind Texte und Psalmen von tiefer Leuchtkraft entstanden.
Sonntag, 30. Oktober, 8.30 Uhr, und
Donnerstag, 3. November, 15 Uhr, DRS2
Die Mennoniten –
Nonkonformisten der Reformation
Die Mennoniten oder Täufer gelten als älteste protestantische Freikirche. Als Radikale der Reformation wurden sie bis ins
18. Jahrhundert verfolgt, weil sie Kirche
und Staat trennen wollten, den Kriegsdienst verweigerten und die Erwachsenentaufe praktizierten. Sie flüchteten in
den Jura, später in die USA. Wie und warum konnte diese Gemeinschaft so lange
überleben? Und wie leben heute die Nachkommen dieser radikalen Christinnen
und Christen? Was ist aus ihrem pazifistischen Erbe geworden? Und wie gelingt ihnen der Spagat zwischen Tradition und
Moderne? Heidi Kronenberg hat mit der
Predigerin Nelly Gerber-Geiser und mit
dem mennonitischen Historiker Hanspeter Jecker gesprochen.
Sonntag, 6. November, 8.30 Uhr, und
Donnerstag, 10. November, 15 Uhr, DRS2
Angst vor der Freiheit –
Freiheit von der Angst
Angst ist eine gesunde Reaktion auf eine
konkrete Bedrohung. Oft tritt sie aber ohne ersichtlichen Grund auf, als dumpfes,
einengendes Gefühl, das auf Dauer krank
machen kann. An einem Symposium der
ETH Zürich haben der Dalai Lama, der
buddhistische Mönch Matthieu Ricard
und der christliche Theologe Eugen Drewermann ihr Verständnis dieses schwer
fassbaren Phänomens dargelegt. Lorenz
Marti fasst die wichtigsten Punkte der Debatte zusammen.
Sonntag, 13. November, 8.30 Uhr, und
Donnerstag, 17. November, 15 Uhr, DRS2
Foto: zvg.
Medientipps
Begegnung mit Robert Lax
Vreni Ammann, Seelsorgerin,
Berg-Freidorf
Totengedenken
Es ist ein seltsames Gefühl, wenn du in
der Zeitung die Todesanzeige deines
Vaters liest. Du warst bei ihm und erschrickst doch über das, was hier geschrieben steht, es sind Worte, die du mitbestimmt hast und trotzdem bist du erstaunt. An diesem Morgen überkommt es
dich wie eine neue Tatsache, dein Verstand weiss es längst, doch dein Herz hat
noch nicht wirklich begriffen: Du musst
Abschied nehmen für immer. Du beginnst zu ahnen, dass dir nichts anderes
übrig bleibt, als damit zu leben, dass jemand nicht mehr da ist, den du gern
hast . . .
Tage und Monate vergehen, und du lebst
wirklich mit dem Verlust, doch zum
Alltag geworden ist das einschneidende
Ereignis nicht, das willst du auch gar
nicht . . .
Allerseelen, der Totengedenktag naht.
Auch wenn du kaum mehr über deine
Trauer sprichst oder gerade deshalb, bist
du froh um einen solchen Tag. Du betest,
gedenkst, dankst und trauerst in einer
grossen Gemeinschaft. Nein, du bist bei
weitem nicht die Einzige, der es so geht.
«Es ist ein guter Brauch», geht es dir
durch den Kopf, «dieser Tag gibt der
Trauer einen Platz, nicht als Störenfried,
sondern als Möglichkeit, das Leben zu
lernen mit allen Dimensionen, die dazugehören.»
11
© Mirjam Hunold, Benken
Menschen unter uns
Leiterin der «Sunntigskinderfiir»-Gruppe
AZB 9450 Altstätten
15/05
Susi Rüdisüli, Benken:
Susi Rüdisüli mit Kindern der «Sunntigskinderfiir»-Gruppe.
S
usi Rüdisüli empfängt mich in ihrem Heim in Benken, wo Hund und
Katze friedlich nebeneinander leben, kleine Fische im Aquarium schwimmen . . . Lachend weist die Mutter von
drei Söhnen im Alter von 13, 15 und 17
Jahren auf ihre tierliebende Familie hin.
Die Kinder durften sich zur Erstkommunion ein Tier wünschen, so sind im Garten auch noch Schildkröten, Kaninchen
und Wellensittiche. Im Gespräch erzählt
die gelernte Schneiderin, Familienfrau
und Gemüseverkäuferin begeistert von
ihrem ehrenamtlichen Engagement in
der Pfarrei Benken. Seit 1994 gestaltet sie
«Sunntigskinderfiire», seit einiger Zeit
sind auch die Kinder aus der Chrabbelfiirgruppe dabei. So kommen jeweils 15
bis 40 zwei- bis achtjährige Kinder zusammen. Ein Höhepunkt der «Sunntigskinderfiire» ist alljährlich der Palmsonntag:
Dann ziehen die kleinen Kinder mit Weidenkörbchen, gefüllt mit Äpfeln und besteckt mit Zweigen, in den Gottesdienst
ein, die Grösseren tragen die Palmbäume,
die sie zuvor selbst gebunden haben. Ein
weiterer Höhepunkt im Jahr ist die Pfar-
Das «PfarreiForum» im Internet:
www.pfarreiforum.ch
rei-Wallfahrt von Benken und Kaltbrunn
nach Einsiedeln, jeweils am ersten Sonntag im Juli. Da ist Susi Rüdisüli die Leiterin und Ansprechperson für die Kindergruppe. Zusammen mit anderen Helferinnen und Helfern gestaltet und leitet
sie das Programm für die 35 bis 80 Kinder. Besonders gefreut hat sie, dass dieses
Jahr erstmals der Pfarrer, Lukas Hidber,
bei der Kindergruppe dabei war. «Auch
die Kinder hats riesig gefreut zu erleben,
wie er mit ihnen wanderte, betete, sang,
spielte und am Mittag seine Wurst mit
ihnen übers Feuer hielt!» Während des
Erzählens spürt man die Liebe und
Warmherzigkeit von Susi Rüdisüli, aber
es wird einem auch bewusst: Da ist eine
Frau, die anpacken kann, sie hat das Herz
auf dem rechten Fleck! Sie bekennt: «Die
Familie, die Kirche und der Glaube geben
mir Kraft. Ich wünschte mir, dass viel
mehr Menschen den Weg in die Gemeinschaft der Kirche fänden! Denn Gott ist
barmherzig wie es das Gleichnis vom verlorenen Sohn uns nahe bringt.»
Evelyne Graf
Inhaltsverzeichnis
Herbst
Bischf Ivo Fürer: Papst hat
Demission angenommen
Zum Stabwechsel im Bistum
Die Pfarrer und
die Kirchenverwaltung
Sonntag ist uns ein Anliegen
Neue Patientenverfügung
Liturgischer Kalender
Hoher Besuch in St. Gallen
Interreligiöser Dialog
Agenda
Medientipps
Seite 1
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Seite 5
Seite 6
Seite 7
Seite 8
Seite 9
Seite 10
Seite 11
Impressum
Herausgeber: Verein Pfarrblatt im Bistum St. Gallen
Webergasse 9, 9004 St. Gallen
Redaktion: Evelyne Graf,
Webergasse 9, Postfach 659, 9004 St. Gallen
Telefon 071 230 05 31, Telefax 071 230 05 32
E-Mail pfarreiforum@free.mhs.ch
www.pfarreiforum.ch
Satz/Layout: rva Druck und Medien AG, Altstätten
Druck: rva Druck und Medien AG, Altstätten
Auflage: 78 000, erscheint 17҂ im Jahr
Einzelabonnemente (nur Mantel) können bei der
Redaktion bestellt werden.
Adressänderungen beim Pfarramt Ihres Wohnortes
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