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Die sozial engagierte Moderatorin Sandra Thier über - Mediaplanet

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EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET
Auslandsaufenthalte Mehr als Plan B
Integration & Bildung Aus für Hotel Mama
Die Zukunft ist
Alternative
Die siamesischen
Studentisches
international
Bildungsmöglichkeiten Zwillinge
Wohnen
MAI 2013
MEINE ZUKUNFT
3
TIPPS
UM DIE
KARRIERELEITER
EMPOR ZU
KLETTERN
FOTO: RTL II
VON DER STUDENTIN
ZUM TV-STAR
Die sozial engagierte Moderatorin Sandra Thier über Studium, Karriere
und wie sie beides unter einen Hut bringen konnte.
Entdecke die Vielfalt!
Bachelor- und Master-Studien
Weiterbildungslehrgänge –
Vollzeit und berufsbegleitend
www.fhstp.ac.at
„ Medien „ Informatik „ Verkehr
„ Gesundheit „ Soziales
EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET
2 · MAI 2013
XXXX
VORWORT
WIR EMPFEHLEN
o. Univ.-Prof. Dr.
Wolfgang
Mayrhofer
Leiter der
Interdisziplinären
Abteilung für
Verhaltenswissenschaftlich
Orientiertes
Management, WU
Wien
SEITE 10
BILDUNG ALS SCHLÜSSEL
ZUM ERFOLG
Eine erfolgreiche Karriere,
die auf Bildung aufbaut,
ist ein adäquater Weg zur
Selbstverwirklichung.
„Noten und
Studiendauer spielen
beim Einstieg in
den Beruf eine
untergeordnete Rolle.“
FOTO: SHUTTERSTOCK
Bildung ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg am österreichischen Arbeitsmarkt.
Dies zeigt sich besonders deutlich bei niedrig qualifizierten Personen. So lag die
Arbeitslosenquote von Personen mit maximal Pflichtschulabschluss im Jahr 2012 bei
18,7 Prozent, jene von Lehr-Absolventinnen und Absolventen bei 6,0 Prozent und jene von
Personen mit höherer Schulausbildung bei unter 4 Prozent. Die Arbeitslosenquote von
Akademikerinnen und Akademikern betrug hingegen nur 2,6 Prozent.
Expertenpanel
S. 9
Karlheinz Töchterle, Konrad Paul
Liessmann, Hubert Dürrstein und Michael
Hanke über Bildung, Wissen und
universitäre Mobilität.
Erwachsenenbildung als
Wirtschaftsmotor
S. 7
Prof. Dr. Michael Landertshammer über
den Stellenwert kontinuierlicher Ausund Weiterbildung.
SEITE 8
Höhere Bildung ist der beste
Schutz gegen Arbeitslosigkeit
B
Forschung und Entwicklung, um
sich im oberen Qualitätssegment
der jeweiligen Branche zu positionieren und damit Wettbewerbsvorteile erzielen zu können. Darüber
hinaus steigen aber auch die Anforderungen an ganz traditionelle Berufe. Gab es z.B. vor 30 Jahren noch
viele Schreibkräfte, die Diktate verschriftlichten, so wurden diese im
Laufe der Jahre oftmals durch Absolventinnen und Absolventen von
HASCH oder HAK ersetzt, die aber
keine Diktate mehr schreiben, sondern bereits wesentlich qualifiziertere Aufgaben vielfach eigenverantwortlich zu erfüllen haben.
HERAUSFORDERUNG
„So betreiben
immer mehr
Unternehmen
eigenständig
Forschung
und Entwicklung, um
sich im
oberen
Qualitätssegment
der jeweiligen
Branche zu
positionieren.“
Bildungsniveau gestiegen
Das Bildungsniveau der österreichischen Bevölkerung hat sich richtigerweise parallel dazu in den letzten Jahrzehnten ebenfalls deutlich
verbessert. So hatte im Jahr 1981 fast
die Hälfte der österreichischen Bevölkerung keine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung,
während der Anteil der Personen
mit einem tertiären Bildungsabschluss bei rund 5 Prozent lag. Der
Anteil der AkademikerInnen ist
seither stetig auf heute mehr als
FOTO: AMS/MONIKA SAULICH
ildung ist entscheidend für Karriere des
Einzelnen und Wirtschaftsleistung eines Landes. Bildung
spielt dabei aber
nicht nur für den
persönlichen Arbeitsmarkt-erfolg
eine Rolle, sondern hat natürlich
auch Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung und Innovationskraft eines Landes. Unternehmen in Ländern mit einem hohen Einkommensniveau wie Österreich können daher nicht nur
auf Preis- und Kostenstrategien, sondern müssen vor allem auf
innovationsbasierte Wachstumsstrategien setzen und benötigen
dafür laufend höhere Qualifikationen bei ihrer Belegschaft. Die steigende Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften ist dabei nicht
nur durch einen Strukturwandel in der österreichischen Wirtschaft hin zu ausbildungs- und
innovationsintensiveren Branchen bedingt, sondern auch durch
Änderungen der Anforderungen in den traditionellen Branchen. So betreiben etwa immer
mehr Unternehmen eigenständig
Dr. Johannes Kopf
Vorstandsmitglied des
Arbeitsmarktservice Österreich
15 Prozent angestiegen. Auch der
Anteil der Personen mit Sekundarabschluss hat weiter zugenommen (von 50 Prozent im Jahr 1981
auf mehr als 66 Prozent), während
zum Glück heute nur mehr knapp
20 Prozent der österreichischen Bevölkerung über bloß einen Pflichtschulabschluss verfügen. Speziell
das Ausbildungsniveau von Frauen
ist im Laufe der Jahre massiv gestiegen, mittlerweile verfügen z.B. mehr
Frauen als Männer über einen akademischen Abschluss.
Mehr Sicherheit
durch Wissen
Wenn vor dem Hintergrund der europäischen Konjunkturschwäche
aktuell leider auch die Arbeitslosigkeit von Akademikerinnen und
Akademikern steigt, so ändert das
jedoch nichts an den deutlich besseren Arbeitsmarktchancen von
Menschen mit einem universitären
Abschluss gegenüber niedriger Qualifizierten. Die Arbeitslosenquoten
von Menschen mit nur Pflichtschulabschluss entwickelten sich noch
deutlich schlechter. Eine gute Ausbildung ist einfach der beste Schutz
gegen Arbeitslosigkeit.
Mag. Christoph Hofinger
Managing Partner und Scientific
Director, SORA
We make our readers succeed!
MEINE ZUKUNFT, ERSTE AUSGABE,
MAI 2013
Managing Director: Eliane Knecht
Editorial Manager: Triin Metusalet
Project Manager:
Daniel Wolfgruber
Tel.: +43 1 236 3438-11
E-Mail:
daniel.wolfgruber@mediaplanet.com
Distribution: Der Standard
Verlagsgesellschaft m.b.H., 1030 Wien,
Vordere Zollamtstraße 13
Druck: Mediaprint Zeitungsdruckerei
Ges.m.b.H. und Co. KG, 1232 Wien,
Richard-Strauss-Straße 16
Kontakt bei Mediaplanet:
Eliane Knecht
Tel.: +43 1 236 3438
Fax.: +43 1 236 3438-15
E-Mail: eliane.knecht@mediaplanet.com
Das Ziel von Mediaplanet ist es, seinenLesern
qualitativ hochstehende redaktionelle Inhalte zu
bieten und sie damit zum Handeln zu motivieren.
So schafft Mediaplanet für unsere Inserenten
eine Plattform, um den Kontakt zu den Kunden zu
pflegen und Neukunden gewinnen.
GUT ZU WISSEN
www.uni.li
EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET
MAI 2013 · 3
XXXX
INSPIRATION
FACTS
GUTE AUSSICHTEN
BILDUNG =
KARRIERE =
WOHLSTAND
Im Jahr 2012 haben 362.000 ÖsterreicherInnen berufliche
Weiterbildungskurse und Schulungen besucht
Im Vorjahr haben rund 14 Prozent der österreichischen Bevölkerung Aus- und
Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch genommen (privat und beruflich)
Über drei Viertel der erwachsenen Personen,welche Bildungsmaßnahmen
ergreifen, tun dies aus beruflichen Gründen
Das äquivalisierte Nettohaushaltseinkommen betrug im Jahr 2011 bei
PflichtschulabsolventInnen – im Mittel – rund 19.000 Euro und bei Personen
mit Universitätsabschluss über 34.000 Euro
Im Vorjahr gab es bundesweit über 360.000 Studierende; rund 200.000 davon
waren Frauen
QUELLE:STATISTIK AUSTRIA
DER BLICK IN DIE ZUKUNFT
Immer mehr ÖsterreicherInnen
erkennen den hohen
Stellenwert fundierter
Aus- und Weiterbildung.
FOTO: SHUTTERSTOCK
EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET
4 · MAI 2013
TIPP
XXXX
INSPIRATION
Den eigenen
Horizont erweitern
■ Frage: Welchen Nutzen kann
man aus einem Auslandsaufenthalt
während des Studiums ziehen?
■ Antwort: Das Leben in einem
anderen Land eröffnet nicht
nur völlig neue Perspektiven
und macht ein bisschen
selbstständiger, sondern
bringt auch Kontakte und
Freundschaften auf der ganzen
Welt.
Am Anfang ist man dann doch ein
bisschen nervös. Die Koffer sind gepackt, alle Formulare ausgefüllt.
Das Flugzeug hebt Richtung Finnland ab. Für ein halbes Jahr verlagerte Mathias Past sein Leben
nach Helsinki – dort absolvierte er
im Zuge des Erasmus Austauschprogramms ein Auslandssemester. „Man fängt fast bei Null an“,
erzählt der heute 27-jährige Unternehmensberater. Glücklicherweise hatte er schon von Wien aus einen Platz in einer Studenten-WG
mit sieben Mitbewohnern organisiert, ein Tutor der finnischen Fachhochschule holte ihn vom Flughafen ab und kümmerte sich um das
Administrative. „Wenn man von
Beginn an gut unterstützt wird, tut
man sich einfach leichter“, meint
Past. In Helsinki hat er viel gelernt:
Kochen, bügeln und das Zusammenleben mit anderen, aber auch,
den eigenen Horizont zu erweitern. „Man sieht plötzlich viele DinMag. phil. Heidrun
Moertl (Ms)
Scientist,
Forschungsbereiche:
Amerikanische
Kulturwissenschaften, Indigene Studien,
Alterswissenschaften
Mag. (FH) Mathias
Past, CMC
Geschäftsführer
der Unternehmensberatung
LOGSOL e.U.
1
ERWERBEN SIE
INTERKULTURELLE
KOMPETENZEN
Dissertation
und
hat
bereits eine fixe Stelle als Zentrum für Inter-Amerikanische
Studien der Karl-Franzens-Universität Graz inne. Ihre große Auslandserfahrung war mit ein Grund,warum
man sich für sie entschieden hat. „In
meiner Fachrichtung ist das eigentlich ein Muss“,erklärt Mörtl.
Geistige Öffnung
BRÜCKEN SCHLAGEN: Interkultureller Austausch ist essentiell, um über den eigenen,
FOTO:SHUTTERSTOCK
kulturell vorgegebenen Schatten zu springen.
ge ganz anders“, sagt der ehemalige
Logistik– und Transportmanagementstudent.
Freunde aus aller Welt
Koffer packen ist für Heidrun
Mörtl inzwischen nichts Besonderes mehr. Schon lange hat sie aufgehört, damit früher als einen Tag
vor Abflug zu beginnen. Gerade
kommt sie von einem ExpertInnentreffen in Spanien und ist für ein paar
Tage in Graz, um dann gleich wieder ein Flugzeug Richtung USA zu
nehmen. Sie ist zu der Hochzeit von
Freunden eingeladen. Mörtl hat
Freunde und Kollegen auf der ganzen
Welt. Schon mit 15 verbrachte sie ein
paar Wochen in den Vereinigten Staaten,als Studentin kam sie zurück.Und
immer wieder zog es sie ins Ausland.
Im letzten Jahr forschte sie mit einem
Marietta-Blau-Stipendium des Bundesministeriums für Wissenschaft
und Forschung in Minneapolis. „Mit
der Zeit baut man einfach Netzwerke auf“, sagt die 28-Jährige. Die Amerikanistin schreibt derzeit an ihrer
FACTS
■ Planen und Informieren Jede Uni hat ein Auslandsbüro,
das die Studienplätze in anderen
Ländern vergibt, den Aufenthalt
koordiniert und auch sonst die
erste Anlaufstelle für Fragen ist.
■ Auswahl Haben zwei Unis ein
Partnerabkommen, ist der Austausch (fast) unbürokratisch, die
Studiengebühren werden meist
erlassen. Aber auch ein Aufenthalt auf eigene Faust ist möglich,
wenn auch planungsintensiver.
■ Vorfreude Infoquelle Internet:
Egal, ob bei Erfahrungsberichten, Stipendien oder Fotos der
Partneruni: Ein Blog hält die Lieben daheim am Laufenden.
■ Wohnen Die Mutigen fahren
einfach los und begeben sich vor
Ort auf die Suche nach einem
Quartier. Weniger Abenteuerlustige sollten bereits vorher die
Studentenwohnheime vor Ort
oder die lokale Wohnungsbörse
konsultieren.
■ Gepäck Der Tag, um sein
halbes Leben zu verpacken, ist
gekommen – und trotzdem gilt
die 20 Kilogramm-Beschränkung? Pakete können nachgeschickt werden, besuchende Familie und Freunde eignen sich
als Boten.
Mehr Informationen
im Web:
www.lebenslanges-lernen.at
www.oeh.ac.at
!
„Man muss sich einfach darauf einlassen“, schildert sie die wichtigste
Voraussetzung für einen erfolgreichen Auslandsaufenthalt. Dann lernt
man nicht nur eine völlig neue Kultur und ein fremdes Land kennen,
sondern auch viel über sich selbst
und den Umgang mit anderen Menschen. Es gibt viele Möglichkeiten, einen Teil seiner Ausbildung im Ausland zu verbringen; von den meisten
Universitäten wird das auch finanziell unterstützt. Zusätzlich gibt es
unterschiedliche Stipendien für
verschiedene Bundesländer, Studienfortschritte oder -richtungen. Mit
ein bisschen Organisation kann sich
heute jeder einen Auslandsaufenthalt
leisten, meint Past. Die Mehrkosten
werden zum Großteil gedeckt,belohnt
werden die Ausgaben auf jeden Fall.
„Es ist eine geistige Öffnung“, erzählt
er.Und die wirkt bis heute nach.Nicht
nur in den besseren Englischkenntnissen, sondern auch in seinem Engagement in der ‚Jungen Wirtschaft
Niederösterreich‘, wo er sich um die
internationalen Angelegenheiten
kümmert. Immer noch ist er mit den
finnischen Studienkollegen und den
Erasmus-Studenten in Kontakt,die inzwischen wieder in ganz Europa verteilt sind. In Zukunft könnte sich Past
auch vorstellen, seine berufliche Tätigkeit als Unternehmensberater zum
Teil ins Ausland auszuweiten. „Das
ist sicher eine Nebenwirkung des
Auslandssemesters“,sagt er.
Dr. Konrad
Pesendorfer
Fachstatistischer
Generaldirektor
von Statistik
Austria
Beliebte Ziele
Am liebsten gehen
Österreichs Studierende
nach Deutschland oder in
die USA.
Bis 2020 soll die Hälfte der HochHochschulabsolventInnen einen
studienbezogenen Auslandsaufenthalt vorweisen können – dieses
Ziel ist im Regierungsprogramm
festgelegt. Statistik Austria erhebt
die Zahlen darüber.
Die aktuellsten Daten betreffen Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2010/11.
Sie zeigen, dass knapp ein Viertel der Studierenden an öffentlichen Universitäten Auslandsaufenthalte unternommen hat,
an Fachhochschulen sind es
20 Prozent und an Privatuniversitäten 15 Prozent. Die häufigsten
Zwecke des Aufenthalts sind Fachstudium und Praktika, seltener
wird ein Sprachkurs belegt oder
für Abschlussarbeiten recherchiert.
Ein Viertel absolviert
Auslandssemester
Bei über 80 Prozent der Studierenden dauern die Studienaufenthalte ein bis sechs Monate.Die beliebtesten Länder sind Deutschland,
die USA und Spanien, aber auch
Frankreich ist gefragt.
In einer zunehmend integrierten Europäischen Union und
Weltwirtschaft bedeuten Erfahrungen, die Studierende in Auslandsaufenthalten sammeln
können, nicht nur eine persönliche Bereicherung, sondern legen
auch den Grundstein für die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Volkswirtschaft in der
Zukunft.
DR. KONRAD PESENDORFER
BARBARA WAKOLBINGER
redaktion.at@mediaplanet.com
redaktion.at@mediaplanet.com
Bildung bewegt!
Wussten Sie, dass der OeAD jährlich mehr als 15.000 Personen aus Österreich zu Bildungs-, Forschungs- und Lehrtätigkeiten in allen Bildungsbereichen international mobil macht?
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Æ weltweite Stipendien für in Österreich Studierende, Graduierte und Forschende
Æ Stipendien für internationale Studierende, Graduierte und Forschende in Österreich
Æ Forschungsförderungen, Preise und Praktika in Österreich und weltweit
Æ rein nationale und hochschulinterne Förderungen.
OeAD steht für
Æ
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Æ
Æ
Bildungsmobilität
Europäische & Internationale Kooperation
Lebenslanges Lernen
Service & Beratung
Stipendien & Förderungen
Netzwerke & Projekte
Die OeAD-GmbH ist die österreichische
Agentur für internationale Mobilität
und Kooperation in Bildung,
Wissenschaft und Forschung.
bild
wiss ung
ens
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iona
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... go international!
EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET
MAI 2013 · 5
TIPP
XXXX
NEWS
2
Mag. Gabriele
Schwendinger
Studienzentrumsleiterin des bfi OÖ
und der HFH
BESUCHEN SIE
DIE UNI AUCH
OHNE MATURA
Ü40: Karriereschub durch
Studium
ALTERNATIVE
BILDUNGSMÖGLICHKEITEN
Bildung ist keine Frage des Alters
oder der aktuellen beruflichen
und familiären Situation. Für
wissbegierige Personen lässt sich
immer eine passende Alternative
finden.
FOTO: SHUTTERSTOCK
Praxiserfahrung als Lehrinhalt
■ Frage: Welche Vorteile
haben berufsbegleitende
Weiterbildungen gegenüber
dem klassischen Studium?
■ Antwort: Durch die
große Praxisnähe von
berufsbegleitenden Lehrgängen
kann das Gelernte unmittelbar
im Job angewandt werden.
Seitenlange Semesterarbeiten schreiben, trockene Theorie pauken
und in überfüllten Hörsälen sitzen – ein Studium ist nicht für jeden der richtige Weg. Viele Jugendliche entscheiden sich deshalb direkt nach der Schule in einen praktischen Beruf einzusteigen. Das bedeutet jedoch schon lange nicht
mehr, dass man damit auf Bildung
verzichtet. Mittlerweile gibt es in
Österreich viele Möglichkeiten,
Beruf und Bildung miteinander zu
verbinden. Neben dualen Studiengängen oder Lehre mit Matura
sind berufsbegleitende Lehrgänge dabei besonders gefragt. „Für
Universitätslehrgänge braucht
man nicht notwendigerweise eine Matura“, sagt Dieter
Scharitzer von der WU Wien.
„Je weniger Sie an Ausbildung haben, desto mehr Praxiserfahrung müssen Sie nachweisen.“ Konkret bedeutet dies,
dass man z.B. an der WU für bestimmte berufsbegleitende Lehrgänge ohne Matura 48 Monate, mit
Matura zwölf Monate, und mit akademischem Abschluss nur sechs
Monate Berufserfahrung nachweisen muss, um zugelassen zu werAss.Prof. Dr.
Dieter Scharitzer
Assistenzprofessor,
Lehrbeauftragter
und Academic Director am Institut
für MarketingManagement,
WU Wien
FOTO: WILKE
07. - 08. J
uni
MQ Wien
Ovalhalle
09:00 - 19
:00 Uhr
Eintritt fre
i
BE informed ...
!
!
den. „Die Leute bringen hier ihre praktische Erfahrung ein, das
ist der größte Unterschied zu einem ordentlichen Studium“, so der
Assistenzprofessor an der WU.
Karriere ohne
Uni-Abschluss
Zugleich ist dies auch einer der größten Vorteile für die Teilnehmer: „Sie
suchen sich zu ihren alltäglichen
Problemen Antworten im Lehrgang.“
Anders als bei einem Studium stehen bei berufsfreundlichen Lehrgängen also konkrete Probleme und Anwendungsbereiche im Mittelpunkt
des Unterrichts.
Doch für wen kommt ein solcher
Lehrgang in Frage? „Es sind vor allem
Leute,die mit den Bedingungen eines
Vollzeitstudiums nicht zurecht kommen“, sagt Scharitzer. Universitätslehrgänge ermöglichen es ihnen,sich
fachlich und praktisch in ihrem Metier weiterzubilden.Außerdem besteht
die Möglichkeit, sich Vorleistungen
aus einem begonnen Studium anrechnen zu lassen.
Ziel- und
lösungsorientiert
arbeiten
Eine Möglichkeit, sich selbst beruflich besser zu positionieren und dabei gleichzeitig andere auf dem Karriereweg zu unterstützen, ist die
Weiterbildung zum Coach. Ständige gesellschaftliche Veränderungen
stellen gerade im Beruf immer mehr
Menschen vor Probleme. Ihnen dabei unter die Arme zu greifen und bei
der Lösung der jeweiligen Schwierigkeiten zu helfen, gehört zu den
Kernaufgaben eines Coachs. In entsprechenden Lehrgängen lernt man
Methoden und Techniken, die einem
dabei helfen,anderen zu helfen.
Familie, Beruf und
Universität lassen sich
nicht ohne weiteres
vereinbaren: Es ist ein
ständiger Kampf um Zeit
und Aufmerksamkeit.
Dennoch entscheiden
sich viele Österreicher
dafür. Vor allem
Menschen über 40
bietet dies eine Chance,
beruflich nochmals
durchzustarten.
Immer mehr Firmen verlangen
heutzutage von ihren Mitarbeitern spezielle Ausbildungen,
wenn es um die Besetzung von
Führungspositionen geht. Ein
Trend,der mitverantwortlich dafür ist,dass ältere Menschen sich
häufiger für ein berufsbegleitendes Studium entscheiden. „Es ist
seltener geworden,dass man nur
auf Grund der langjährigen Zugehörigkeit automatisch eine
Führungsposition erhält“, sagt
Gabriele Schwendinger. „Deswegen bieten wir spezielle Ausbildungen für die Generation 40
und 50 Plus an“, so die Studienzentrumsleiterin des bfi Oberösterreich.
Bildung kennt keine
Entfernungen
Der größte Teil der an einer
Fernuni eingeschriebenen Studierenden gehört jedoch in die
Altersgruppe der 23 bis 35-Jährigen.Für diese liegt der besondere
Anreiz in der Praxisnähe der Ausbildung und der Möglichkeit,dies
berufsbegleitend zu erledigen.
LUKAS DAVID WAGNER
LUKAS DAVID WAGNER
redaktion.at@mediaplanet.com
redaktion.at@mediaplanet.com
EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET
6 · MAI 2013
EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET
MAI 2013 · 7
INSPIRATION
ECKPFEILER FÜR
EINE KARRIERE
MIT ERFOLG
■ Frage: Wie kann man in
Studium, Beruf und bei sozialem
Engagement erfolgreich sein?
■ Antwort: Egal ob als
Moderatorin oder Patin, man muss
Leidenschaft haben und für die
Sache brennen.
Eigentlich wollte Sandra Thier Meeresbiologin werden: In Australien studieren, sich auf Delfine und Wale spezialisieren und in einer Forschungsstation direkt am Meer arbeiten. Irgendwie
kam es dann doch anders für die 33-jährige Steirerin, die heute vor allem als
Nachrichtenmoderatorin beim deutschen Fernsehsender RTL II bekannt
ist. In Graz geboren, fiel nach der Matura die Studienwahl leicht. Es musste nur
etwas sein, das in ihrer Heimatstadt sicher nicht angeboten wurde. „Ich wollte
die Welt entdecken“, erzählt Thier, „und
die erste Station war Wien.“ Dort inskribierte sie Publizistik, Theaterwissenschaften und Philosophie. „Ich habe neben dem Studium immer gearbeitet“,
erinnert sich die Moderatorin. Denn finanzielle Unterstützung von Zuhause gab es keine. Ihre ersten journalistischen Schritte machte sie „ganz unten“,
beim Hörerservice von Ö3. Als die ersten
Fachhochschulen in Österreich eröffneten, wurde die Steirerin neugierig und
bewarb sich für den berufsbegleitenden
Lehrgang Kommunikationswirtschaft.
mus,wechselte schließlich als Volontärin
zu einem Jugendmagazin und begann zu
moderieren. „Verdient habe ich damals
gar nichts, zum Teil konnte ich nicht einmal meine Miete ganz zahlen“, erinnert
sich die 33-Jährige.„Das war mir egal.Ich
habe nur gearbeitet und gelernt und wieder gearbeitet. Aber ich war total glücklich“,schildert Thier.
Bildung und Berufserfahrung
als Wettbewerbsvorteil
Von der Uni schon den Zugang zu wissenschaftlichem Arbeiten gewöhnt, begeisterte sie an der FH die Gemeinschaft
und die Praxisnähe. Ihr journalistisches
Know-how erarbeitete sich Thier „learning by doing“. „Ich habe nie für andere,
sondern immer nur für mich selbst studiert“, sagt die Moderatorin. Das einzige,
was sie nie geschafft habe, ist ein Auslandssemester.Noch bevor Thier ihre Pläne für einen Master oder Doktor im Ausland fertig geschmiedet hatte, ging ihre
Karriere richtig los. „Denn plötzlich hatte ich einen riesigen Wettbewerbsvorteil“, sagt Thier. Gerade einmal 25 Jahre alt, hatte sie mehrere Studien ausprobiert und Jahre an Berufserfahrung
angehäuft. Der Schritt nach Deutschland
war nicht mehr weit.Im Jahr 2005 ließ sie
Wien hinter sich und ging als News Anchor zu RTL II. Dort moderiert sie auch
heute noch die Nachrichten und betreut
das Magazin ‚RTL II Spezial‘. Inzwischen
Zielstrebigkeit als Wegbereiter
zum persönlichen Glück
Während sie dreimal in der Woche bis
zehn Uhr Abends und jedes zweite Wochenende im Hörsaal saß, arbeitete sie
sich im ORF hoch, betreute Sendungen,
schnupperte in den Magazinjournalis-
Sandra Thier
TV-Moderatorin
und Journalistin,
geboren am
23.5.1979 in Graz
TIPPS ZUR
ERWACHSENENBILDUNG
■ Frage: Welche Bedeutung
haben Erwachsenen- und
berufliche Weiterbildungen in
Österreich?
■ Antwort: Gerade für eine
kleinere Volkswirtschaft wie
Österreich sind Neugierde und
Wissensdurst eine wichtige
ökonomische Antriebskraft.
2
Bildungsgeschichten
erzählen
Die Begeisterung für bewegende Geschichten begleitet Thier auch in ihrem
sozialen Engagement: Seit 2010 ist die
Moderatorin UNICEF-Patin und reist für
die Kinderhilfsorganisation durch die
ganze Welt. Sie besuchte Kinder in Burundi, Bangladesch oder Ghana, sprach
mit Kindersoldaten und Kriegsopfern.
In Burkina Faso ist es üblich, dass bereits Säuglinge auf dem Rücken der Mutter in die Goldminen des Landes mitgenommen werden, sie wachsen dort auf,
atmen den Steinstaub ein. Erreichen sie
ein Alter von etwa vier Jahren, beginnen
sie selbst zu arbeiten. „UNICEF versucht
diesen Kreislauf zu durchbrechen“, erzählt Thier. Dabei setzt die Hilfsorganisation vor allem auf Bildung. Kindergärten und Schulen werden eingerichtet,
wo die Kinder lesen, schreiben und rechnen lernen – oft mit einfachsten Mitteln.
„Kreide, Tafeln und Holzstäbchen zum
Rechnen, viel mehr steht nicht zur Verfügung“, erzählt die Moderatorin. Der
größte Unterschied zu Österreich? Während hier die Kinder jammern und die
Schule ein Muss ist, ist sie in Burkina Faso ein Privileg. „Die Kinder lieben es in
die Schule gehen zu dürfen, sie freuen
sich und singen.Das ist das stärkste positive Gefühl, das mir dort vermittelt wurde“, meint Thier. „Denn sie wissen sehr
wohl,dass Bildung die einzige Chance ist,
da herauszukommen.“
BARBARA WAKOLBINGER
redaktion.at@mediaplanet.com
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Es ist nicht einfach, Familie, Beruf und Bildung
unter einen Hut zu bringen.
Steht man vor der Entscheidung,
ob man sich berufsbegleitend
weiterbilden will, ist der erste
und wichtigste Schritt, dies im
Vorfeld mit der Familie zu besprechen. Hat man dieselben
Zielvorstellungen? Wie steht es
um das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen einer Fortbildung?
1
klappt es auch mit der Miete.
Bachelor Top Up Programs
Machen Sie sich ein Bild vom Output
des ersten Jahrgangs bei der Abschlussausstellung unter dem Motto
„EXHIBITIONism – Bachelors zeigen alles“
im WUK Projektraum von 27. – 29.5.2013.
Bildung als Basis 5
nachhaltigen
Erfolgs
„Österreich hat ein sehr dichtes Netz
an Möglichkeiten der Erwachsenenb i l d u n g “,
sagt
Michael
Landertshammer. Als Institutsleiter des WIFI Österreich und WKOBeauftragter für Bildungspolitik
kennt sich der 59-Jährige mit der
Thematik bestens aus. „Wir beobachten, dass langsam aber sicher
die herkömmlichen Lernphasen
– also Schule, Studium oder Lehre
– immer mehr durcheinander geraten“, so der promovierte Rechtswissenschaftler. Ein Trend, der auch
innerhalb des Arbeitsprozesses zu
beobachten sei: „Arbeits- und Lernprozesse verschwimmen ineinander.“ Bildung und Fortbildung sind
heutzutage Themen, die in jeder Altersgruppe und zu jedem Zeitpunkt
Relevanz haben – zum Lernen ist es
nie zu spät.
Gerade bei Berufstätigen spielt die
Erwachsenenbildung eine immer
wichtigere Rolle: „Fortbildungen
sind zu einem überwiegenden Teil
berufsbegleitend organisiert“, erklärt der Bildungsexperte.
3
VOR UND HINTER DER KAMERA
1. Als TV-Moderatorin muss man
stets eine gute Figur machen,
auch wenn es nicht immer leicht
fällt
2. Neben der Kamera fungiert
auch der Computer als Arbeitsgerät, da die Moderatorin großen
Wert auf eigene Recherchen legt
3. Als UNICEF-Patin bereist die
Journalistin Entwicklungsländer
und versucht, die öffentliche Aufmerksamkeit auf deren Probleme
zu lenken
1
FOTOS: RTL II
Job und Bildung: eine
doppelte Belastung
Wie Untersuchungen des WIFI
Prof. Dr. Michael
Landertshammer
Leiter der
Bildungspolitischen
Abteilung der
Wirtschaftskammer
Österreich
Foto: Petra Spiola
Österreich zeigen, beschleunigen
Fortbildungen die Karriere und
sorgen später für ein höheres Einkommen. Dennoch sollte man die
zusätzliche Belastung neben der
Arbeit nicht unterschätzen. „Ich bewundere jeden, der sich neben seinem Job weiterbildet“, so Landertshammer. Deswegen rät er, sich im
Vorfeld genau zu informieren. Eine
Möglichkeit dazu bietet der ‚Tag der
Weiterbildung‘, der am 12. Juni zum
fünften Mal stattfindet. Hier kann
man von Experten lernen, wie man
sich auf die Doppelbelastung am besten vorbereitet.
Doch nicht nur für die eigene Karriere sind berufsbegleitende Weiterbildungen hilfreich: Auch die jeweiligen Betriebe und die gesamte
Wirtschaft profitiert davon. Gerade für eine kleinere Volkswirtschaft
wie Österreich, die stark auf Export
setzt, sei es extrem wichtig, „dass
es Menschen gibt, die sich mit neuen Entwicklungen auseinandersetzen.“ Ob dies formell im Zuge einer
Weiterbildung, oder informell in
der Freizeit geschieht, mache dabei
keinen großen Unterschied.
Bildungsteilzeit:
Lernen und Arbeiten
Wem es zu viel ist, sich neben der
Arbeit weiterzubilden, der kann in
Bildungskarenz gehen oder aber Bildungsteilzeit beanspruchen: Dieses
neue Modell ermöglicht es, neben
der Aus- und Weiterbildung in Teilzeit weiterzuarbeiten. „Das ist eine wirklich gute Innovation“, freut
sich Landertshammer. Letztendlich
sei es eine alte Weisheit, welche die
Vorteile der Erwachsenenbildung
am besten auf den Punkt bringe:
„Wer rastet, der rostet.“
LUKAS DAVID WAGNER
redaktion.at@mediaplanet.com
Ein Fernstudium kommt
besonders dann in Frage,
wenn man einen formalen Abschluss, etwa ein Zeugnis, anvisiert. Ist die Weiterbildung
umsetzungsorientierter ausgerichtet, bietet sich Präsenzlernen
– also das Lernen in einer Bildungseinrichtung vor Ort – an.
Das so genannte ‚Blended Learning‘ – oder auf Deutsch: integriertes Lernen – ist die Mischung
aus beidem. Diese Form des Lernens gewinnt immer mehr an
Beliebtheit.
2
Will man Bildung in Anspruch nehmen, kann man
Förderungen in den einzelnen
Bundesländern beantragen. Zudem kann man Bildungsausgaben steuerlich geltend machen – ein Aspekt, der besonders
für Selbstständige relevant ist.
3
Das Lernen selbst
bringt einen Motivationsschub: Wer sich weiterbildet
,geht engagierter zur Arbeit und
ist offener gegenüber Veränderungen.
4
Wenn Sie Bildungskarenz
beantragen wollen, müssen
Sie dies mit Ihrem Arbeitgeber
vereinbaren, bevor Sie Weiterbildungsgeld beim AMS beantragen
können. Außerdem muss das Arbeitsverhältnis seit mindestens
sechs Monaten bestehen.
5
EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET
8 · MAI 2013
NEWS
XXXX
Studentenleben
zwischen WG und
Wohnheim
■ Frage: Wie wichtig ist für
Studenten die Suche nach einer
passenden Wohnung?
■ Antwort: Die richtige
Wohnqualität ist ein
wesentliches Kriterium für ein
erfolgreiches Studium.
Ob bunt zusammengewürfelte
Wohngemeinschaft, die traute Zweisamkeit mit Freund oder Freundin,
das eigene Apartment oder das Zimmer im Wohnheim: Gerade für Studenten sind die Wohnmöglichkeiten
so bunt und vielfältig, wie für kaum
eine andere gesellschaftliche Gruppe.
Umso wichtiger ist es dabei,dass man
das Richtige für sich findet.„Denn die
Wohnqualität ist ein wichtiges Kriterium für ein erfolgreiches Studium
und Leben“, meint Josef Wimmer,
stellvertretender Geschäftsführer
der Österreichischen Jungarbeiterbewegung (ÖJAB). Als gemeinnütziger Verein bietet die ÖJAB in ganz Österreich 3.800 StudentInnen einen
Wohnplatz.
Josef Wimmer
Stellvertretender
Geschäftsführer
der ÖJAB
Kai Schubert,
Bakk. phil.
Publizistik-Student
lich, nach der Rückkehr von einem
Auslandssemester an Universitätsstandorten leichter und schneller
Wohnmöglichkeiten zu finden.“
Mobilität dank Flexibilität
Party-WGs, Kommunen
und fensterlose
Abstellkammern
„Momentan ist die Situation für Studierende am freien Wohnungsmarkt
sehr eingeschränkt und kostenintensiv“, so Wimmer. Abhilfe sollen dabei unter anderem Studentenheime liefern. Immerhin rund zehn
bis zwölf Prozent aller Studierenden in Österreich sind dort untergebracht. Gerade die unbürokratischen
Modalitäten und die speziell zugeschnittenen Benützungsvereinbarungen machen Wohnheime für
Studenten besonders attraktiv: „Der
Bologna-Prozess beginnt jetzt erst
richtig zu wirken“, meint Wimmer.
Daher sei es notwendig, allen Studierenden flexible Voraussetzungen zu
schaffen. „Damit wird es ihnen mög-
Dass diese Wohnungssuche ganz
schön Nerven kosten kann, musste vor vier Jahren auch Kai Schubert erfahren. Der mittlerweile
24-jährige Deutsche entschied sich
2009, für sein Studium nach Wien
zu kommen.
„Am Anfang war ich bei der Wohnungssuche relativ naiv“, meint
Schubert. „Ich dachte, Wien ist eine große Stadt, da wird sich schon
was finden lassen.“ Ende August
– rund sechs Wochen vor Studienbeginn – startet er von seiner Heimatstadt Mönchengladbach aus die
Wohnungssuche. Jedes Wochenende fliegt er nach Wien, um vor Ort
zu suchen. Nach einigen Absagen
+
+
+
+
+
+
+
bekommt er eine Einladung zu seinem ersten Wohnungs-Casting:
„Als die Türe aufging, kam mir eine Rauchwolke entgegen – es waren irrsinnige viele Leute da und voll
die Partystimmung.“ Anstatt eine
Führung durch die Wohnung angeboten zu bekommen, wird ihm nur
ein Bier in die Hand gedrückt. „Die
Leute wollten sich nur profilieren“,
so der Publizistik-Student. In den
nächsten Wochen folgen ähnliche
Rückschläge: Fensterlose und überteuerte Zimmer,riesige Kommunen,
aufdringliche Vermieter, die offensichtlich mehr als nur einen Mitbewohner suchen.
Mittlerweile lebt Schubert mit
seiner Freundin in einer gemeinsamen Wohnung. An die WG-Suche denkt er noch mit Schrecken
zurück: „Ich hoffe, dass ich hier so
lange wohnen kann,wie ich will.“
Trend: Nachhaltige
Studenten-Wohnungen
Wie lange man als Student in ein
und derselben Unterkunft wohnen
möchte, ist also ganz von den eigenen Vorstellungen und Erfahrungen abhängig. Wichtig ist, dass die
Rahmenbedingungen passen. Ein
Trend, der auch vor dem Wohnungsmarkt nicht haltmacht, ist das
Thema Nachhaltigkeit. Ganze Studentenwohnheime – etwa
das ‚GreenHouse‘ im neuen Wiener Stadtgebiet Aspern, das erste
Passivenergie-Studentenheim – werden nach ökologisch-nachhaltigen
Gesichtspunkten errichtet.„Ich glaube es ist einfach notwendig,dass man
hier dieses Bedürfnis der Studierenden auch unterstützt“, so Wimmer.
LUKAS DAVID WAGNER
redaktion.at@mediaplanet.com
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KURZNACHRICHTEN
(RE-) INTEGRATION
in das Bildungssystem:
Zwischen Normativität
und Realität.
FOTO: SHUTTERSTOCK
Herausforderung
Integration
Mag. Christoph
Hofinger
Managing Partner
und Scientific
Director, SORA
Mag. Roman
Pöschl
Geschäftsführer,
BBRZ
Die
beiden
Experten
Christoph Hofinger, SORA und
Roman Pöschl, BBRZ, sind sich
einig: Auch wenn das österreichische Bildungssystem und
der Arbeitsmarkt grundsätzlich offen sind und vielfältige
Möglichkeiten bieten, haben es
bestimmte Bevölkerungsgruppen schwerer, Zugang zu finden. Denn um das System optimal nutzen zu können, braucht
es laut Pöschl Information und
Selbstkoordination. Dinge, bei
denen vor allem Menschen, die
aufgrund psychischer oder körperlicher Erkrankungen vorübergehend aus dem Berufsleben ausgetreten sind, auf
Probleme stoßen können. Auch
Jugendliche mit Migrationshintergrund kämpfen mit Informationsdefiziten über das
österreichische Ausbildungssystem – Unterstützung aus
dem Elternhaus ist oft nicht
möglich, erklärt Hofinger. Daher plädieren die Experten für
möglichst frühe Investitionen
in Bildung, offensive Information und begleitende Unterstützung benachteiligter Gruppen.
Jugendliche mit
Migrationshintergrund:
Hohe
Bildungsambitionen
Studentenheim – wie du es dir wünschst
Deine ersten eigenen vier Wände, Unabhängigkeit und die
beste Zeit in deinem Leben. Für all dies steht MILESTONE, ein
völlig neues Wohnkonzept für Studenten im 2. Bezirk Wiens
nahe der neuen WU.
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„Es liegt auf keinen Fall am fehlenden Ehrgeiz“, sagt Christoph
Hofinger, wissenschaftlicher
Leiter des Forschungsinstituts SORA. In einer derzeit laufenden Studie zeige sich deutlich, dass Jugendliche mit
Migrationshintergrund eine im Vergleich besonders hohe Bildungsmotivation aufweisen. Dennoch ist der Anteil
an Menschen mit Migrations-
hintergrund in der Gruppe
der Arbeitnehmer, die nur die
Pflichtschule absolviert haben,
besonders hoch. „Das liegt auch
an der fehlenden Kenntnis des
österreichischen Schulsystems
sowie an mangelnden Ressourcen“, meint der Sozialwissenschaftler. Ist die höchste abgeschlossene Ausbildung nur
die Pflichtschule, bedeutet das
nicht nur ein erhöhtes Risiko,
arbeitslos zu werden, sondern
auch eine unterdurchschnittliche Zufriedenheit im Arbeitsleben. Die Lösung? Individualisierte Beratung, Werbung für
technische Lehrberufe und der
gemeinsame Unterricht der 10bis 14-Jährigen als Chance, den
Anschluss nicht frühzeitig zu
verpassen.
Berufliche Rehabilitation:
Leben neu gestalten
Menschen wieder das Gefühl
zu geben, selbst etwas bewirken zu können – das sei nach einer erzwungenen Berufspause
durch physische oder psychische Erkrankungen die größte Herausforderung, erklärt
Roman Pöschl, Geschäftsführer des Beruflichen Bildungsund Rehabilitationszentrums.
Während bei physischen Einschränkungen das Erlernen
von neuen Kompetenzen und
die Umorientierung im Vordergrund steht – etwa vom Bauarbeiter zum Bautechniker –,
konzentriert sich die Arbeit
bei psychischen Erkrankungen vor allem auf den schnellen Gesundungsprozess. Zwar
gebe es in Österreich viele
Umschulungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten, allerdings sind diese nicht für alle
Berufsgruppen gleich zugänglich: „Je geringer qualifiziert
und älter ich bin, desto höher
werden die Zugangsbarrieren.“
Pöschl setzt deshalb auf niederschwellige Unterstützungsangebote, viel Vermittlungsarbeit
und wünscht sich auch möglichst frühe Investitionen in
Bildung. „Denn berufliche Rehabilitation ist in Österreich
immer noch eine ‚Kann-Leistung‘ und schließt vor allem Menschen in Hilfstätigkeiten aus.“
BARBARA WAKOLBINGER
redaktion.at@mediaplanet.com
EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET
MAI 2013 · 9
EXPERTENPANEL
XXXX
Karlheinz Töchterle
Bundesminister für
Wissenschaft und
Forschung
Konrad Paul Liessmann
Professor für Methoden der
Vermittlung von Philosophie
und Ethik, Universität Wien
Michael Hanke
Inhaber des Lehrstuhls
für Finance, Universität
Liechtenstein
Hubert Dürrstein
Geschäftsführer der
OeAD-GmbH
Frage 1:
„In Zeiten der
vielzitierten
Wissensgesellschaft
kann eine sich
verstärkende
Kommerzialisierung
von Wissen und Bildung
beobachtet werden. Wie
sehen Sie die zukünftige
Entwicklung des
Bildungssystems vor
diesem Hintergrund?“
Die in der Frage konstatierte
„Kommerzialisierung von Wissen
und Bildung“ fasst verschiedene
Phänomene mit verschiedenen Ursachen und Folgen in einen wohl zu
pauschalen Verbund zusammen. So
werden z. B. in Österreich nach wie
vor große Teile der schulischen Ausbildung als öffentliche Aufgabe angesehen und entsprechend finanziert. Diese verlässliche staatliche
Basis gerät immer dann in Gefahr,
wenn das öffentliche Bildungssystem den Ansprüchen nicht mehr
genügt und private Anbieter die
entstehenden Lücken (für Wohlhabende) füllen. Deshalb ist es wichtig, Qualität und hohes Niveau des
öffentlichen Bildungssektors flächendeckend zu erhalten.
Offenbar gibt es Kräfte, die eine
Aufspaltung des Bildungswesens anstreben. Den öffentlichen und staatlichen Bildungseinrichtungen stehen
immer mehr private Anbieter gegenüber,die den Vorteil haben,den ideologischen und ökonomischen Beschränkungen öffentlicher Einrichtungen
nicht entsprechen zu müssen.Auch im
Bereich der tertiären Bildung ist Ähnliches zu beobachten: Einer breiten,aber
zunehmend unterfinanzierten Ausbildung stehen hochdotierte Exzellenzinitiativen gegenüber. Gleichzeitig
nimmt der Einfluss der Wirtschaft
über Drittmittel und Forschungsfinanzierung auf die Wissenschaft zu.
Ich halte dies für bedenklich, da für
die gedeihliche Entwicklung einer zukünftigen Wissensgesellschaft weniger die fragwürdigen Eliten ausschlaggebend sein werden, sondern der
Bildungsstand der Bevölkerung.
In Zeiten verstärkter Budgetprobleme ziehen sich viele Staaten zumindest teilweise aus ihrer Verantwortung im Bildungsbereich zurück. Während Faktenwissen immer leichter, schneller, und vielfach kostenlos verfügbar ist (Internet), gewinnen Fähigkeiten im Umgang mit Fakten und Daten, wie z.B.
Informationssuche und –verarbeitung, Aufbereitung von Ergebnissen und deren Kommunikation, dramatisch an Bedeutung. Die
Zukunft des Bildungssystems liegt
vorwiegend in der Persönlichkeitsentwicklung und der Vermittlung
solcher Methodenkompetenzen,
um für die Herausforderungen der
Zukunft vorzubereiten.
Ein modernes Bildungssystem
umfasst nach heutigem Verständnis
die gesamte Bildungskette mit allen Komponenten des lebenslangen
Lernens von der schulischen Bildung über die Berufsbildung bis hin
zu Weiterbildungsmaßnahmen. Da
die Erwartungen an die Bildungsangebote laufend steigen, wird das
Ganze nur leist- und machbar in einem vernünftigen Angebots-Mix, in
dem einerseits Bildung als öffentliches Gut seinen Platz haben muss,
und andererseits Bildung als Produkt vermarktet werden sollte.Letzteres gilt schon heute insbesondere
auf dem internationalen Bildungsmarkt, auf dem komplette Ausbildungspakete mit guten Erfolgschancen und entsprechenden Standards erwartet werden. Der Wettbewerb hat hier seinen Preis.
Frage 2:
„Aufgrund der
Dynamiken am
Arbeitsmarkt kann
seit geraumer Zeit ein
Trend in Richtung
praxisnaher AUSbildung
identifiziert werden.
Welche Potentiale,
aber auch Risiken,
ergeben sich durch diese
Spezialisierungen?“
Auch universitäre Ausbildung
ist immer in weiten Teilen praxisnah gewesen. So haben z. B. die
drei ‚höheren‘ Fakultäten der vorhumboldtschen Universität vor
allem Priester, Juristen und Ärzte
ausgebildet.Die Vorstellung von einer ganz und nur der Wissenschaft
verpflichteten universitären Bildung ist erst aus den Idealen Humboldts abgeleitet worden und hat
auch in den modernen Universitäten immer nur kleine Teile sowohl von Fächern als auch von Studierenden erfasst. Die in der Frage
erwähnte Spezialisierung hat mit
diesem Befund wenig zu tun. Deren Gefahr liegt, wie immer, in allzu großer Einseitigkeit und dem
Ausblenden von Kontexten.
Praxisnähe ist mittlerweile ein
Fetisch geworden. Grundlegende
und allgemeine Ausbildungen, die
Idee von Bildung überhaupt, lebt
von Praxisferne. Einarbeiten kann
man sich immer, aber die entscheidenden Innovationen und kreativen Ideen bedürfen einer Distanz
zur Praxis. Orientiert man sich nur
an der Praxis, führt dies zu Kurzsichtigkeit, Atemlosigkeit und dem
Gefühl, es der Wirklichkeit ohnehin
nie Recht machen zu können. Unser
Bildungssystem braucht viel mehr
Gelassenheit, Muße, Distanz und
Neugier auf das, was gerade nicht
tagesaktuell ist.
Eine hohe Spezialisierung verschafft manchmal Vorteile beim
Berufseintritt, geht aber häufig auf
Kosten eines breiten Verständnisses für ein Fach. Von Universitätsabsolventen wird zu Recht erwartet, dass sie mehr mitbringen als
kochrezeptartiges „Umsetzungswissen“: Kompetenzen wie vernetztes Denken, fächerübergreifende
Sichtweisen (über den Tellerrand hinaus), sowie kritische Reflexion des
eigenen Handelns, auch unter ethischen und sozialen Aspekten, bringen entscheidende Vorteile, sobald
Absolventen in höhere Positionen
aufsteigen, die mehr erfordern als
reines Fachwissen.
Worked-based learning ist heute ein etablierter Ansatz in der
internationalen Bildungslandschaft. In Österreich gibt es einige
erfolgreiche Ansätze, wie das duale
Ausbildungsmodell, die HTL‘s oder
Studienangebote von Fachhochschulen mit guten beruflichen Perspektiven für die AbsolventInnen.
Diese positiven Entwicklungen
dürfen aber nicht dazu verleiten,
die schulische Grundausbildung zu
vernachlässigen oder bei der forschungsbasierten Bildung zu sparen; beides sind Kernaufgaben für
die gesellschaftliche Entwicklung:
ausreichendes Elementarwissen ist
die Basis für die berufliche Entwicklung, Wissenschaft und Forschung
für Innovation und Technologieentwicklung.
Frage 3:
„Im Zuge der Globalisierung ist der Erwerb von
interkulturellen Kompetenzen und Fremdsprachenkenntnissen essentiell geworden. Welchen
zukünftigen Stellenwert
wird Mobilität vor allem
im Bildungswesen
haben?“
Mobilität ist kein Wert an sich
und fundierte Bildung, aber auch
renommierte Wissenschaft, kann
auch ohne sie gelingen, auch in Zeiten weltumspannender Informationsnetze. Andererseits ist die Begegnung mit und das Eintauchen in
andere(n) Kulturen,wozu die Kenntnis fremder Sprachen einen essentiellen Beitrag leistet, in Zeiten verstärkten Austauschs und intensivierter internationaler Kooperation
unabdingbar. Dazu trägt Mobilität
wesentlich bei; neben dieser meist
lokal gemeinten Mobilität ist aber
auch eine solche auf geistigen und
sozialen Feldern wichtig.
Die Globalisierung z.B. führte
und führt auch zur Standardisierung, das heißt, dass weniger vielfältige Fremdsprachenkenntnisse – so wünschenswert dies wäre -,
als vielmehr gute Englischkenntnisse auf den Märkten gefragt sind.
Mobilität wiederum war und ist
ein wesentliches Moment von Bildung, die Angleichung und Vereinheitlichung der Ausbildungsgänge
etwa in Europa – Stichwort: Bologna - bringt uns tendenziell aber um
eine der schönsten Erfahrungen der
Mobilität: etwas ganz Anderes kennenzulernen. Andere Menschen,
andere Kulturen, andere Zugänge,
andere Bildungskonzepte, andere
Sprachen, andere Denkweisen. Zudem ist Mobilität schon aus ökologischen Gründen nicht beliebig zu
steigern, viele Menschen werden
ihre Ausbildung nach wie vor an einem Ort bekommen müssen. Deshalb muss neben der wichtigen physischen Mobilität auch für die geistige Mobilität, für ein offenes Denken, gesorgt werden.
Gegenwart
und Zukunft
des Bildungs2020 sollen
Fremdsprachensystems 50BisProzent
der österreikenntnisse sowie interkulturelle Erfahrungen
werden in vielen Branchen
nicht mehr als ‚Asset‘ von Bewerbern gesehen, sondern als selbstverständlich vorausgesetzt. Sowohl
für die Entwicklung von Sprach-, als
auch für jene interkultureller Kompetenzen, ist Auslandserfahrung
von großem Wert. Gute Universitäten bieten vielfältige Möglichkeiten
zur Entwicklung dieser Kompetenzen, sowohl durch ein umfassendes
Netzwerk von Partnerunis, als auch
durch unterstützende Angebote im
Rahmen des Curriculums.
chischen HochschulabsolventInnen mobil gewesen
sein. ERASMUS - heute Synonym
für die Mobilität von Studierenden
in Europa - hat dafür den Weg geebnet. Diesen Prozess gilt es fortzusetzen und über den tertiären Bereich
hinaus systematisch auszubauen.
Dafür gibt es ab 2014 die neue Programmgeneration ‚Erasmus für alle‘,mit der die Mobilität auf allen Bildungsebenen forciert werden soll.
Auch weltweit werden vermehrt
Programme für den gegenseitigen
Austausch initiiert und damit temporäre Studienaufenthalte in anderen Kulturkreisen ermöglicht. Diese Entwicklung unterstützt u.a. die
OeAD-GmbH als österreichische Internationalisierungsagentur im Bildungsbereich.
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10 · MAI 2013
EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET
TIPP
GASTKOMMENTAR
XXXX
3
SAMMELN SIE
BERUFSPRAXIS
WÄHREND DES
STUDIUMS
Dieser erfüllt drei Funktionen: Er fungiert als
Machbarkeitsstudie,
Wegweiser und dient als Informationsunterlage. Die Erstellung eines Businessplans kann mit Hilfe
fertiger Softwarelösungen erfolgen,oder in Eigenregie.
1
Finanzierungsmöglichkeiten abchecken
AUF REGEN FOLGT SONNENSCHEIN
Viele AkademikerInnen kennen die tristen
Tage der Jobsuche. Es gibt aber passende
Regenschirme, um diese Zeiten zu
meistern.
FOTO: SHUTTERSTOCK
Stube oder freie
Wildbahn?
Noten und Studiendauer spielen beim
Einstieg in den Beruf eine untergeordnete Rolle. Der Erfolgsfaktor heißt: Praxiserfahrung. Das zeigen etwa Analysen
wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge (z.B. www.vicapp.at). Viele
Studierende wissen das und bemühen
sich bereits während des Studiums
um Praktika in den Ferien, Auslandsaufenthalte mit Praxiskontakten,
Mitarbeit in Projekten, Volunteering,
etc. Auch aus der Not geborene Tätigkeiten sind hilfreich. Personalabteilungen schauen wohlwollend auf
Eigenkapital unterscheidet sich vom Fremden dadurch, dass Fremdkapital
auf Zeit geliehen wird (z.B. Darlehen). Eigenkapital muss daher
nicht der eigenen Geldbörse entnommen, sondern kann z.B. von
‚Business Angels‘ oder via ‚Crowd
Funding‘ lukriert,werden.
2
Wählen Sie den
richtigen Standort
Die richtige Standortwahl
ist von unterschiedlichsten Faktoren abhängig.
Während für den Handel die öffentliche Anbindung (Lieferanten,
Laufkundschaft,…) essentiell ist,
sollten sich Firmen im technologischen Bereich u.a.mit der Nähe zu
qualifiziertem Personal beschäftigen.
3
Die Zukunft ist jetzt
E
TIPPS FÜR EINE
ERFOLGREICHE
GRÜNDUNG
Erstellen Sie einen
Businessplan
An die Stelle streng voneinander getrennter Lebensphasen – zuerst Ausbildung, dann
Beruf – tritt eine Gemengelage. Das macht den Erwerb beruflicher Praxis bereits
während des Studiums wichtiger. Essentiell damals, heute und in Zukunft:
die Suche nach dem Weg durch die Arbeitswelt.
lfenbeinturm war gestern. Heute ist Elfenbeinturm plus die Zeit
danach. In einigen Studien wohl auch fast nur
mehr die Zeit danach.
Der europaweit schallende Schrei nach mehr Employability,
d.h. Sicherung individueller Beschäftigungsfähigkeit durch entsprechende Gestaltung der Studien, ist nur die
Spitze der einschlägigen Zumutungen
an die europäischen Bildungssysteme.
Bologna hat das Seine dazu beigetragen,genauso wie der Mangel an öffentlichem Geld für die Bildung oder die
Vermarktlichung fast aller Lebensbereiche.Das mag man,wie ich,bedauern
oder begrüßen.Aber es führt wohl kein
Weg um eine Auseinandersetzung
mit der Verbindung von Studium und
Beruf herum.
6
Kellnern oder Aushilfsjobs. Wer hier
besteht, hat – so die Argumentation –
extrafunktionale Qualifikationen wie
Durchsetzungsfähigkeit erworben.
Wohin des Weges?
Studierende verschlägt es,vereinfacht
gesagt, in vier typische Karrierefelder,
entweder durch die sträflich unterschätzten Umstände oder auf Basis
eigener Entscheidungen.
■ Der Klassiker: Organisationswelt.
Man bewegt sich langfristig in meist
mittleren und größeren Organisationen. Dabei ist es egal, ob es sich um
Unternehmen oder um Organisationen aus dem öffentlichen oder Nonprofit– Bereich handelt.
■ Für Spezialisten: Frei flottierende
Professionals. Menschen in diesem
Karrierefeld arbeiten oft in relativ rascher Abfolge,z.T.auch parallel,in verschiedenen Organisationen. Wichtig ist ihnen die Nutzung ihrer speziellen Kompetenzen.Sie verfügen über
einschlägige und gefragte Qualifikationen, etwa im Bereich IT oder Grafik
und Design.
■ Stand-alone: Selbständige. Eigene
Firma mit (selten) vielen und (meist)
wenigen Mitarbeitenden, oft auch als
Einzelunternehmer – sie gehören traditionell zum Bild.
■ Zwischen Lust und Frust: chronisch Flexible.SnowboardlehrerIn im
Winter, im Sommer Mitarbeit im Designbüro, dazwischen kleine Übersetzungsjobs – manchmal freiwillig,
manchmal gezwungenermaßen.
HERAUSFORDERUNG
„Was für die
Einzelnen passt
und langfristig
aufgeht, hängt
von deren
Präferenzen und
der Situation am
Arbeitsmarkt ab.“
Diese Menschen verfügen über ein
breites Kompetenzspektrum und
nutzen dieses parallel für Tätigkeiten
in ganz unterschiedlichen Bereichen.
Was für die Einzelnen passt und
langfristig aufgeht, hängt von deren
Präferenzen und der Situation am Arbeitsmarkt ab. Patentrezept gibt es
keines. In Zeiten der Krise beobachten wir, dass der Klassiker, die Organisationswelt, auf Kosten der Professionals und chronisch Flexiblen– die
Hits während der Boomjahre nach
der Jahrtausendwende – wieder an
Attraktivität zu gewinnen scheint.
Ein sicherer Hafen oder doch eher
Illusion?
Elfenbeinturm als
Berufung?
o. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mayrhofer
Leiter der Interdisziplinären Abteilung für
Verhaltenswissenschaftlich orientiertes
Management, WU Wien
Geht den Universitäten das exzellente Nachwuchspersonal aus? Fast
scheint es so. Unterdotierung, z.T. katastrophale Zustände in Sachen Ausstattung, ein schlechtes Image oder
auch die Sucht nach dem schnellen großen Geld verringern die Attraktivität von Universitäten für
die Besten. Das bedroht langfristig
den Standort Österreich und Europa. Wer hier auf politischer Ebene
nicht gegensteuert und in Rahmenbedingungen für Bildung investiert, handelt fahrlässig. Erst wenn
eine akademische Karriere wieder hoch attraktiv für die intellektuelle Spitze eines Jahrgangs wird,
gibt es Hoffnung auf eine bessere
Zukunft für alle.
Wählen Sie IHRE
Rechtsform
Hier stellt sich die Frage,
ob ein Unternehmen allein oder mit Partnern gegründet werden soll.Als Einzelunternehmer ist die Gründung
unkomplizierter und kostengünstig.Die Gesellschaftsgründung hat
u.a. den Vorteil, dass mehr Knowhow in die unternehmerische Tätigkeit fließt.
4
Beziehen Sie externes
Knowhow
JungunternehmerInnen
können nicht alles wissen. Im Zeitalter des Internets ist es aber möglich, externes Wissen per Mausklick zu
erhalten und Beratungsinstitutionen zu kontaktieren. Grundsätzlich ist es ratsam, schwierige Bereiche (vor allem zu Beginn)
outzusourcen.
5
Achten Sie auf den
Firmenauftritt
Will man kreativ sein, ist
zu überlegen, welche
Sprache für den Firmennamen gewählt wird und ob ein
Akronym oder Blend in Frage
kommt. Neben ansprechendem
Logo und Claim, ist auf eine einheitliche Unternehmenskommunikation (on- wie offline) zu
achten.
Wissen.schafft.Gesundheit
Weil Gesundheit Profis braucht
6
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EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET
MAI 2013 · 11
INSPIRATION
XXXX
TIPPS
NEUER BILDUNGSTREND
DAS DUALE STUDIUM
VEREINT THEORIE UND
PRAXIS
Diese Form des Studium ist besonders geeignet,wenn Unsicherheit besteht, ob
nach der Matura studiert oder Geld verdient werden soll
Aufbauend auf einer Art Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen,
verpflichtet sich die studierende Person, in der studienfreien Zeit, in diesem zu
arbeiten und somit Praxis zu sammeln
Es besteht auch die Möglichkeit, zusätzlich zum Studium, eine
Berufsausbildung im Unternehmen zu absolvieren
Die Gegenleistung des Vertragsunternehmens ist – neben dem Gehalt – eine
Art Stipendium,welches die Ausbildungskosten der studierenden Person deckt
Eine klassische Woche im Rahmen eines Dualen Studiums sieht zwei Tage
Theoriestudium und zwei bis drei Tage Praxis im Partnerunternehmen vor
Es besteht die Möglichkeit einer Übernahmevereinbarung, sodass die
Studierenden nach dem Abschluss verpflichtet sind, eine vorgegebene Zeit
lang im Partnerunternehmen zu arbeiten
QUELLE: ACADEMIA NOVA
ZWISCHEN STUDIUM UND JOB
Der Weg zwischen Uni und
Arbeitsplatz ist nur die
Aufwärmrunde für den Sprint
zum Erfolg.
FOTO: SHUTTERSTOCK
SEI NETT ZUR
MENSCHHEIT.
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Seele and Geist
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