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Menschen wie du und ich - Adolf-Bender-Zentrum

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LAND / REGION
MITTWOCH, 19. MÄRZ 2014
Greenpeace-Aktivisten
besetzen Atomkraftwerk
Fessenheim
Straßburg. Rund 50 Aktivisten
der Umweltschutzorganisation
Greenpeace haben gestern das
Gelände des umstrittenen Atomkraftwerks Fessenheim nahe der
deutsch-französischen Grenze
besetzt. Die Demonstranten entfalteten zwei Banner, auf dem ein
„Ende des Risikos für Europa“ gefordert wurde. Laut Greenpeace
kamen die Aktivisten aus 14 Ländern. Von deutscher Seite aus begleitete die Organisation die Aktion mit einem Hubschrauber in
der Luft.
Nach Polizeiangaben wurden
bis zum Mittag 34 der 56 Aktivisten festgenommen. Die anderen
Greenpeace-Mitglieder
verschanzten sich zunächst auf einem Dach auf dem Reaktorgelände. Der französische Energiekonzern EDF sieht als Betreiber des
Atomkraftwerks durch die Aktion „keine Konsequenz für die Sicherheit“. Die Aktivisten hätten
keine Gebäude betreten.
Umweltschützer auf beiden
Seiten des Rheins fordern seit
Jahren die Stilllegung der Reaktoren. Sie verweisen auf das Erdbebenrisiko im Rheingraben. Das
Kraftwerk Fessenheim ist einer
von 19 Standorten mit 58 Atomreaktoren in Frankreich. Die beiden 900-Megawatt-Reaktoren
von Fessenheim wurden 1977
und 1978 in Betrieb genommen.
Das Kraftwerk soll bis Ende 2016
vom Netz gehen. Der französische Staatspräsident François
Hollande hat angekündigt, bis
2025 den Anteil der Atomenergie
in Frankreich von 75 auf 50 Prozent zu reduzieren.
afp/dpa
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NR. 66
NACHRICHTEN
Menschen wie du und ich
Eine beklemmende Spurensuche im Saarland: Das Buch „Die Nazis aus der Nähe“
Aus unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet der neue
Band „Die Nazis aus der Nähe“,
wie der braune Terror im Nordsaarland Mitläufer und Mittäter
fand. Eine Untersuchung, die
freilich deutlich über das St.
Wendeler Land hinaus weist
und exemplarisch den Aufstieg
der Nationalsozialisten in der
Provinz wie auch den Widerstand gegen sie zeigt.
Von SZ-Redakteur
Bernard Bernarding
St. Wendel. Vor 75 Jahren begann der Zweite Weltkrieg, gerade mal 25 Jahre nach Ausbruch des ersten. Bis heute ist
die Frage aller Fragen, wie es
zum Desaster des „Dritten Reiches“ kommen konnte. Wie war
es möglich, dass eine Horde
dumpfbackiger Nazis ein ganzes Volk erst in ihren Bann und
dann auch ins Verderben zog?
Warum haben am Ende, von einigen rühmlichen Ausnahmen
abgesehen, alle mitgemacht?
Den Versuch einer Antwort
gibt ein neues Buch aus dem
Saarland, dessen Titel ein
Schlüssel zum Verständnis des
Unverständlichen ist: „Die Nazis aus der Nähe“. Tatsächlich
versteht man das Phänomen
besser, wenn man nah heranzoomt. Die direkte, lokale Betrachtung gibt exemplarisch
Auskunft darüber, wie der
Keim des Bösen im Mikrokosmos der Dörfer gedeihen konnte. 25 Autoren aus dem Saarland, darunter Journalisten,
Historiker und Studienräte, haben sich dazu auf „Spurensuche
im St. Wendeler Land“ gemacht
und Hitlers Helfer aus der Nähe betrachtet.
Die Autoren des fast 500 Seiten starken Werks aus der „edition schaumberg“ haben nichts
ausgelassen: Wie sich der nationalsozialistische Virus breitmachte, ganze Kreise befiel und
fiebrige Aktivitäten auslöste.
Wie die Strukturen in Dörfern
und Städten so verändert wurden, dass die Bürger gleichsam
„automatisch“ zu Mitläufern
wurden. Wie die jüdischen Mitbürger erst schikaniert und
dann vertrieben oder deportiert wurden. Wie sich wenige
mutige Dissidenten (vergeblich) gegen das Unheil stemmten.
Der Maler Adolf Bender, der viele Jahre in St. Wendel lebte, war ein entschiedener Gegner Hitlers.
Deshalb war er unter anderem im KZ Börgermoor inhaftiert. Dessen Insassen nannten sich selbst
„Moorsoldaten“. Seine dortigen Erfahrungen verarbeitete Bender in Bildern wie diesem, „Prügelstrafe“ betitelt, das sich auch im Band „Die Nazis aus der Nähe“ findet. FOTO: ADOLF-BENDER-ZENTRUM
Dass die Lage fatal war, wird
schon in der Einleitung des Buches deutlich, als das Kriegskind „Felix“ erzählt, wie es zur
Hitlerjugend kommen sollte.
Das liest sich dann so: „Ja, so
einfach ist das nicht“, sagte der
Großvater, „da musst du parieren. Da kannst du nicht mehr
machen, was du willst.“ „Was
muss ich denn da machen?“,
fragte Felix. „Ei“, sagte der
Großvater, „da musst du machen, was der Fähnleinführer
sagt.“ „Und wenn ich nicht hingehe?“, fragte Felix. „Das hat
keinen Wert“, sagte der Großvater. „Die haben Listen mit
den Namen. Da müssen alle
hin.“
Das verdienstvolle Buch der
Herausgeber Klaus Brill, Bernhard Planz, Inge Plettenberg
und Klaus Zimmer ist auch deshalb für alle Saarländer (und
andere) von Interesse, weil sich
die Spurensuche zwar im St.
Wendeler Land konzentriert,
sich aber nicht darauf beschränkt. Vor allem aber, weil
die Region im östlichen Saarland pars pro toto steht, also
beispielhaft für das Ganze. So
wie sich in Marpingen oder
Oberthal eigentlich kreuzbrave
Katholiken der NSDAP annäherten, Blockwarte wurden
und in die Partei eintraten, so
taten es unzählige Menschen
auch in Saarbrücken, Frankfurt
oder Leipzig. Die Wucht des
Buches ergibt sich aus dem
Umstand,
dass es die
dramatische
Entwicklung
des Nationalsozialismus in
allgemeiner
Form
beschreibt, aber
auch
ganz
konkret auf die Vorgänge in den
Dörfern und Familien eingeht.
So erfahren wir, wie im Haus
des frommen Bergmanns Johann Scheid in Oberthal die
bange Frage gestellt wurde,
„wohin das alles wohl führen
wird?“ Und wie ausgerechnet
der Bischof von Trier diese Bedenken zerstreute, als er SS und
SA als Ordnungsdienst für die
Heilig-Rock-Wallfahrt 1933 engagierte. In dem Artikel „Im
Taumel der Begeisterung“ steht
die Antwort auf die Frage, die
sich viele Katholiken damals
stellten: „Was soll denn so
schlimm sein an den Nationalsozialisten, wenn selbst der Bischof anerkennende Worte für
sie findet?“
Nach der Lektüre des Buches,
das ebenso spannend wie beklemmend auch das Schicksal
eines Antifaschisten aus Niederlinxweiler beschreibt („Hubert im Wunderland“), weiß
der Leser ziemlich genau, warum am Ende diabolischer Prozesse der Verführung und Propaganda, der Einschüchterung
und der nackten Gewalt ein
ganzes Volk „Heil Hitler!“
schrie und in Europa das Inferno losbrach. Dabei ist die
furchtbarste Erkenntnis des
Buches zugleich die banalste:
Aus der Nähe betrachtet sehen
die Nazis aus wie ganz normale
Menschen – so wie du und ich.
¼ „Die Nazis aus der Nähe“:
herausgegeben von Klaus Brill,
Bernhard Planz, Inge Plettenberg und Klaus Zimmer, edition
schaumberg, 480 Seiten, 39,90
Euro.
Die Bundeswehr hört fast alles
Datenschützer sehen Tests eines neuen militärischen Überwachungssystems in Daun kritisch – Hört das Militär auch zivile Gespräche ab?
Die Bundeswehr testet in Daun
derzeit ein neues Aufklärungssystem. Datenschützer fürchten,
dass dabei auch zivile Gespräche
oder E-Mails erfasst werden
könnten. Von offizieller Seite gibt
es dazu teilweise widersprüchliche Aussagen.
HIN T E RG RUN D
.................................
Von SZ-Mitarbeiterin
Katharina Hammermann
Auf Horchposten: Mit diesen neuen Aufklärungsfahrzeugen will die
Bundeswehr die militärische Kommunikation möglicher Gegner abhören. Derzeit werden sie in Daun getestet. FOTO: PLATH
Einsatz in Krisengebieten angeschafft werden. In Daun erprobt
das Bataillon Elektronische
Kampfführung 931 derzeit die
Funktionstüchtigkeit. Und das
bereitet Datenschützern Sorgen.
Sie halten es für möglich, dass dabei auch zivile Kommunikation
abgefangen wird.
„Wenn das Gerät in der Lage
wäre, zivile Frequenzen aufzunehmen und zu analysieren, hätte ich da schon datenschutzrechtliche Bedenken“, sagt Heinz-Pe-
.................................................................................................................
Messe für Berufs- und
Studienanfänger
Dillingen. Von Hochschulen
über große Firmen bis zur Polizei und Bundeswehr – bei der
Infomesse „Studium & Beruf“
am Technisch-Wissenschaftlichen Gymnasium in Dillingen
präsentieren sich 22 Aussteller
aus Wirtschaft, Wissenschaft
und öffentlichem Dienst. Die
Veranstaltung am 20. März
von 10 bis 14 Uhr ist Teil des
schulinternen
Qualifizierungsprogrammes „Studium
und Beruf“. Den Schülern sollen dabei neben dem Fachwissen Kompetenzen für einen
Start ins Studium beziehungsweise Berufsleben vermittelt
werden.
mv
Peter Nagel kandidiert
bei Landratswahl
www.sz-einkaufswelt.de
Daun/Berlin. Das teuerste Auto
der Welt – der knapp zwei Millionen Euro teure Bugatti Veyron
Super Sport – ist im Vergleich zu
diesen Fahrzeugen ein Schnäppchen. Zehn Millionen Euro hat
die Bundeswehr für drei neue
Fahrzeuge ausgegeben, die sie
seit Februar in Daun testet. Wie
der Preis von 3,3 Millionen Euro
pro Stück vermuten lässt, haben
diese Fahrzeuge besondere Fähigkeiten: Sie sind geländegängig
und gepanzert. Das Entscheidende ist jedoch: Sie wurden mit der
neuesten Technik für die „elektronische Kampfführung“ ausgestattet. Es handelt sich um drei
Prototypen des neuen „Mobilen
geschützten Fernmeldeaufklärungssystems der Bundeswehr“.
Nach dem Scheitern der Überwachungsdrohne Euro Hawk sollen diese an den Boden gebundenen Ausspäher ab 2016 für den
SEITE B3
ter Thiel, Landrat des Vulkaneifelkreises. Und erwartet, dass in
diesem Falle das Militär die zivilen Behörden informiert. Das jedoch sei nicht geschehen. Landet
also in der Eifel derzeit ziviler
Nachrichtenverkehr wie Telefonate oder E-Mails als „elektronischer Beifang“ im Netz der Bundeswehr?
„Prinzipiell ist das nach meinem Kenntnisstand nicht ausgeschlossen“, sagte Ralf Brauksiepe
(CDU),
Parlamentarischer
Zur Erprobung des neuen
Abhörsystems richtet das
Bataillon Elektronische
Kampfführung 931 nach
Auskunft des Verteidigungsministeriums eigene
Funknetze ein: In der Nähe der Spezialfahrzeuge
werden Funkgeräte benutzt, die Gesprächsdaten
werden aufgefangen und
verarbeitet. „Sollte es während der Erprobung zur
unbeabsichtigten Erfassung von zivilem Funkverkehr kommen, werden daraus gewonnene Daten
umgehend gelöscht“, so
das Ministerium.
kah
Staatssekretär im Verteidigungsministerium während einer Fragestunde im Bundestag – und
musste sich daraufhin kritischen
Fragen stellen. Auch, weil deutlich wurde, dass die Bundeswehr
die Datenschutzbeauftragte des
Bundes nicht hinzugezogen hatte. Nach Auskunft des Landesdatenschutzbeauftragten prüft diese nun, ob die Vorgehensweise
der Bundeswehr rechtens ist.
Die Pressestelle im Ministerium hat eine ganz andere Antwort
auf die Frage, ob zivile Kommunikation erfasst werden könnte:
Das Gerät sei dazu ausgelegt, „militärisch genutzte Funkfrequenzen zu empfangen und darüber
übertragene Daten zu verarbeiten. Festnetz- und Mobilfunkverbindungen sowie über diese Verbindungen übertragene E-Mails
lassen sich damit nicht aufklären.“ Eine Antwort, die nicht dazu passen will, schreibt die Herstellerfirma Plath doch, das System könne dank der genauen
Peilsensorik „alle elektromagnetischen Aussendungen“ entdecken.
Wie kommt es zu diesem Widerspruch? Das Ministerium erklärt dazu: Die Technik sei zwar
in der Lage, Mobilfunk zu entdecken, nicht aber, an die Inhalte zu
gelangen. Die Geräte seien speziell entwickelt worden, um den
Truppenfunk von Streitkräften
aufzuklären. Es sei auch nicht davon auszugehen, dass sich Streitkräfte in militärischen Konflikten auf Handys verlassen.
Günther Weiße, Spezialist für
Funkaufklärung, Autor mehrerer
Fachbücher und vor seiner Pensionierung selbst 32 Jahre bei der
Bundeswehr, sagt hingegen: „Natürlich können solche Systeme
auch Mobilfunk- und andere Signale empfangen.“
Homburg. Gleich zweimal hat
Peter Nagel, der für die CDU
als Landratskandidat im Saarpfalz-Kreis ins Rennen geht,
am Montagabend die magischen 100 Prozent erreicht:
Ohne Gegenstimmen wurde er
von der Vertreterversammlung der saarpfälzischen CDU
auf Listenplatz eins der Gebietsliste für die Kreistagswahl
gewählt. Und ebenfalls 100
Prozent Zustimmung gab es
für den IHK-Geschäftsführer
als CDU-Kandidat für die Wahl
des Landrates im Saarpfalzkreis.
thw
Vortrag zu Hilfen für
behinderte Menschen
Saarbrücken. „Alt und behindert – welche Wege gibt es?“
heißt das Thema einer Vortragsveranstaltung am 28.
März, 14 Uhr, bei der Lebenshilfe Obere Saar, Werk 1, Industriestraße 8, in Saarbrücken. Referentin ist Jeanne
Nicklas-Faust, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung
Lebenshilfe.
red
¼ Anmeldung unter
Tel. (0 68 27) 30 21 36.
Luxemburg hält an
Telefonzellen fest
Luxemburg. Anders als im
Nachbarland Belgien, wo Telefonzellen im Handy-Zeitalter
systematisch abgebaut werden, hält man in Luxemburg an
den öffenlichen und privaten
Telefonkabinen fest. Ein Postsprecher erklärte der Tageszeitung „Luxemburger Wort“,
es gebe seitens der Post im
Großherzogtum keinerlei Bestrebungen, auf die öffentlichen Fernsprecheinrichtungen zu verzichten. Derzeit
existieren nach Informationen
der Zeitung im Großherzogtum Luxemburg noch 621
Telefonzellen, davon 373 öffentliche und 248 private in
Hotels und Restaurants. Seit
2003 wurden allerdings bereits 166 private Kabinen und
47 öffentliche abgebaut. red
Chor für Einheimische
und Migranten
Saarbrücken. Ein neuer Chor
will im Saarland Einheimische
und Migranten zum gemeinsamen Singen zusammenbringen. Bei einem „Such-undSing-Workshop“ am 29. März
sollen die Zuwanderer Lieder
aus ihren Heimatländern vorstellen, teilte der Träger des
Projekts, das Diakonische
Werk an der Saar (DWSAAR),
am Dienstag mit. Die Initiative
„SingBar international“ endet
am 15. November mit einem
Abschlusskonzert in Kooperation mit dem Saarländischen
Chorverband.
epd
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