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Egal, wie wenig Geld und Besitz Du hast, ein Tier - Tiere in Not e.V.

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Egal, wie wenig Geld und Besitz Du hast,
ein Tier zu haben, macht Dich reich!
November 2007
Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde,
zum Ausklang des Jahres möchten wir über unsere Tierschutzaktivitäten – auch als
Kooperationspartner von „
aktion tier –menschen für Tiere e.V.“
, die uns bei den stetig
wachsenden Tierschutzaufgaben zur Seite stehen - berichten:
Im Jahre 2006 konnten wir insgesamt 1 1 9 Tiere vermitteln:
63 Hunde
42 Katzen
6 Kaninchen
1 Meerschweinchen
5 Nymphensittiche
1 Prachtrossella
1 Papagei
Wir haben folgende Investitionen durchführen lassen:
Auf unserer Pflegestelle bei Frau Maus in der Eifel wurde das Grundstück z. T. eingezäunt,
damit die Hunde dort freien Auslauf haben. An der Westseite der Außenzwinger wurden
zusätzlich Schutzmaßnahmen gegen Regen, Schnee und Wind installiert.
Unser Verein besitzt kein Tierheim. Unsere Tiere sind ausschließlich in privaten Pflegestellen
untergebracht. In einer privaten Pflegestelle in der Eifel stehen wir mit zwei nahe gelegenen
Hundepensionen in Verbindung, denen jeweils eine Hundeschule angeschlossen ist; denn viele
Hunde, die wir als Notfälle erhalten, müssen vor Vermittlung in ein neues Zuhause von
erfahrenen Hundetrainern/innen therapiert werden. Ziel soll es sein, eine Rückgabe von bereits
vermittelten Tieren weitgehend zu vermeiden.
Unser Aufgabengebiet wächst stetig. Die Abgabe von Hunden, Katzen und Kleintieren nimmt zu,
die Futter-, Pensionskosten und insbesondere die Kosten für tierärztliche Behandlungen sind
immens gestiegen. Dies zeigt auch der folgende Bericht über den Babykatzen- Boom.
Das Katzenelend auch mit Babykatzen nimmt jährlich zu, seien es draußen
geborene oder in der Wohnung. Die Kastration einer weiblichen Katze
kostet inzwischen 100 bis 120 €. Zunehmend sind nicht alle Besitzer in
der Lage, diese Kosten aufzubringen mit der Folge einer stetig
zunehmenden Vermehrung.
Sobald die Futterkosten für die Babykatzen – aber der 5. Woche – anfallen, wird der
Tierschutzverein eingeschaltet, um die Tiere abzuholen.
Bei den frei geborenen Katzen leiden außerordentlich an Katzenschnupfen,
Wurmbefall und Verflohung festgestellt. Ihr Immunsystem ist so
geschwächt, dass sie trotz ärztlicher Betreuung und unserer Fürsorge
oftmals nicht überleben.
Ohne die Mithilfe und Weitergabe von Baby-Katzenmeldungen an
befreundete Tierschutzvereine könnte dieser Babykatzen-Boom nicht
bewältigt werden. Zusätzlich müssen die Muttertiere noch kastriert
werden.
Wir möchten Ihnen nunmehr von einigen Tierschicksalen berichten, die Dank unserer engagierten
aktiven Tierschützer alle ein glückliches Ende gefunden haben:
Der achtjährige Kater Charly - genannt auch „
Kater Dreibein“
, weil ihm ein Bein amputiert
werden musste -, konnte trotz seines Alters und seiner Behinderung in ein schönes neues
Zuhause nach Bonn vermittelt werden.
Daysy, eine Doggenmixhündin konnte kurz vor ihrem 10jährigen Geburtstag in ein schönes neues
Zuhause in Oberhausen vermittelt werden, und zwar nach ihrem Auftritt als Notfall im
Fernsehen „
Tiere suchen ein Zuhause.“Sie war ein Trennungsopfer, der Tierhalter konnte sie
wegen seiner täglichen 12stündigen Arbeitszeit nicht halten und musste sie schweren Her-zens
nach neun Jahren abgeben. Daysy und ihr ehemaliges Herrchen haben unter der Trennung beide
sehr gelitten. Für uns ungewöhnlich war, dass sich der Halter in regelmäßigen Abständen nach
Daysy erkundigte und uns finanziell unterstützt hat.
Im August d. J. flog der Ehemann der 1. Vorsitzenden zum zweiten Mal
nach Rumänien und besuchte ca. 150 km von Bukarest entfernt den Ort
Viperesti. Dort lebt für rumänische Verhältnisse ungewöhnlich ein
80jähriger Tierfreund in ärmlichen Verhältnissen mit seinen ca. 50
Tieren. Seine Schützlinge wurden ausgesetzt oder über seinen
Gartenzaun geworfen.
Der Kontakt kam im Jahre 2003 zustande, als eine in Köln lebende Rumänin unserem Tierarzt Dr.
Hüby von dieser großen Not berichtete. Die Tiere leben nur von trockenem Brot und Maismehl.
Darüber hinaus fehlt auch Geld für Kastrationen, um weiteres Tierelend zu vermeiden.
Daraufhin initiierte unser Verein Spendensammlungen, die der Ehemann der 1. Vorsitzenden mit
nach Rumänien nahm, um an Ort und Stelle Kastrationen durchführen zu lassen und Futter bereit
zu stellen. Auf seiner Rückreise brachte er 2 Katzen, eine Mutterhündin mit ihren drei Welpen
mit. Durch Zufall wurde das Leben dieser Tiere aus einem Erdloch gerettet. Sie waren total
abgemagert, verlaust und schwach auf den Beinen und wären wegen der heftigen Regenfälle dort
fast ertrunken. Die Tiere wurden von Eveline Maus in unserer Pflegestelle aufgepäppelt. Alle
Welpen sind inzwischen in liebevolle Hände vermittelt worden, zwei davon aufgrund eines
Artikels in der Zeitschrift „
Frau im Trend.“Das Muttertier, genannt Mama Nelli, derzeit noch
auf unserer Pflegestelle in der Eifel, hat sich nunmehr von ihren schrecklichen Erlebnissen
erholt.
Sie ist inzwischen kastriert worden und hat mit den übrigen Kumpels auf vier Pfoten
Freundschaft geschlossen.
Eine zweite kleine trächtige Hündin wurde in der Pflegestelle bei Frau Werner in Hürth
untergebracht. Die Hündin hat inzwischen vier gesunde Welpen geboren. Auch diese Tiere
warten auf ein neues geborgenes Zuhause.
Lara, eine Mischlingshündin, wurde als Welpe in liebevolle Hände im Allgäu
vermittelt. Sie starb kurz von ihrem ersten Geburtstag aufgrund eines
Krebsleidens. Die Besitzer waren über diesen Verlust so traurig und
geschockt, dass sie keinen Hund mehr haben wollten. Frau Maus spendete
in häufigen Telefonaten Trost. Nur wenige Wochen später entschieden
sich diese Tierfreunde dazu, doch wieder einen Hund von unserem Verein
zu nehmen. Sie kamen nochmals extra aus dem Allgäu angereist und sind
nunmehr glückliche Besitzer einer dreijährigen Australien ShepherdHündin. Zusätzlich traten sie unserem Verein als Mitglieder bei.
Eine langjährige engagierte Taubenschützerin bat Frau Seehausen um Hilfe, weil sie
mit ihren vielen Tauben umziehen wollte, und zwar auf einem Grundstück,
ausgestattet mit einem neuen großen artgerechten Taubenschlag, der ihr von einem
Tierschutzverein gespendet wurde. Gemeinsam mit anderen Tierschützern war das
für Frau Seehausen eine Selbstverständlichkeit. Dank guter Organisation konnten
somit alle Tauben ohne Verletzung und Stress in ihr neues Zuhause einziehen.
Eine Landschildkröte wurde von Frau Kramm-Hillebrand buchstäblich in letzter Sekunde vor dem
sicheren Tod gerettet. Das Tier wurde ohne Wasser und Futter aus einem Hamsterkäfig befreit
und Dank intensiver stationärer tierärztlicher Behandlung wieder gesund. Die Schildkröte ist
inzwischen vermittelt worden, wo sie artgerecht gehalten wird.
Immer häufiger werden Zwerghasen ausgesetzt, um lästigen Fragen von
Tierheimen und Tierschutzvereinen zu entgehen. Das führt zu dem
Problem, dass sich diese Tiere mit Wildkaninchen vermehren und kaum
vermittelbar sind. Hinzu kommt, dass die gezüchteten Zwerghasen die
Gefahren der Natur wie Wildkaninchen nicht kennen. So hat Frau KrammHillebrand eine am Rhein ausgesetzte schwangere Häsin gerettet. Es
stellte sich später heraus, dass die sechs geborenen Häschen Wildlinge
waren, deren Vermittlung unmöglich ist, da sich die Gene des Vaters, ein
Wildhase, durchgesetzt haben. Die Tiere sind überaus scheu.
Besonders grausam war das Schicksal des Zwerghasen Schlappi. Er wurde im Februar im tiefen
Schnee ausgesetzt und fast erfroren aufgefunden. Eine intensive tierärztliche Behandlung und
die Wärme unter einer Rotlichtlampe retteten sein Leben.
An dieser Stelle möchten wir allen Mitgliedern unseren Dank aussprechen für ihre aktive
ehrenamtliche Tätigkeit sowie ihre Unterstützung mit Sach- und Geldspenden. Für aktive
Tierschützer unseres Vereins ist ein 24-Stunden-Tag nicht selten. Mit vollem Einsatz stoßen sie
oftmals an ihre maximale psychische Belastungsgrenze, um Tieren aus der Not zu helfen.
Abschließend möchten wir Ihnen eine Abhandlung über den Begriff Tierschutz
grundsätzlichen Nachdenken vermitteln:
zum
Was ist eigentlich Tierschutz?
Tierschutz sollte nicht mit Tierliebhaberei verwechselt werden. Ein
tierlieber Mensch liebt die Tiere oftmals seiner eigenen Person
wegen, zur Unterhaltung, als Gesellschaft oder Mittel gegen die
Einsamkeit. Er ist entsetzt über Tierquälereien, drückt seinen
Abscheu dagegen an den entsprechenden Stellen aus und überlässt
den Anderen das Handeln. Hier wird die eigene Bequemlichkeit oft
zur unüberwindbaren Schranke. Haben wir ganz vergessen, dass
der Verbraucher die Macht hat, durch sein Verhalten auf viele
Dinge Einfluss zu nehmen? Gäbe es noch Kosmetika mit
Tierversuchen oder KZ- Hühner in Legebatterien, wenn keiner mehr
diese Produkte kaufen würde? Wären sinnlose Stierkämpfe in
südlichen Ländern noch an der Tagesordnung, wenn wir darauf
verzichten würden, uns diese grausamen Schauspiele anzusehen?
Müssten noch Tiere für Pelzmäntel sterben, wenn unsere Eitelkeit
nicht wäre?
Ein Tierschützer ist ein Mensch, der nicht um seiner selbst willen,
sondern zugunsten der hilflosen, geschundenen und missbrauchten
Kreaturen den Kampf gegen das Unrecht aufnimmt. Tierschützer zu
sein, ist keine Angelegenheit des Vergnügens oder Profilierung,
sondern Selbstaufgabe und Verzicht auf Freizeit und angenehme
Stunden.
Verantwortungsbewusstes,
konsequentes
Handeln,
Bereitschaft
zum
Umdenken
und
Aufgabe
mancher
Annehmlichkeiten inklusive.
Tierschutz kennt keine Grenzen. Er ist auch kein Anlass zur
Freude, sondern eine Aufforderung, sich zu schämen, dass wir ihn
überhaupt brauchen. Viele Missstände werden sich erst dann
ändern, wenn wir Liebe gegen Gewalt setzen, Vernunft gegen
Egoismus und Engagement gegen Gleichgültigkeit.
Wir wünschen Ihnen und Ihren gefiederten und vierbeinigen Freunden eine besinnliche
Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes glückliches Jahr 2008 und hoffen
weiterhin auf ihre persönliche und finanzielle Unterstützung.
Anita Kramm-Hillebrand
1. Vorsitzende
Irmgard Seehausen
2. Vorsitzende
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Seele and Geist
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