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Mein Resümee: Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wie

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Mein Resümee:
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
wie stimmungsvoll und erinnerungswürdig waren doch Weihe und Segnung unseres
Mahnmals am 26. April 2009 im Beisein von geschätzten 900 Besuchern. In wirklich
eindrucksvoller Weise ist es dem Bildhauer Professor von Pilgrim gelungen, die gedemütigte Kreatur Mensch auf dem Weg vom Lager zu den Arbeitsstätten darzustellen.
Wunderbar hat er auch den alten Baumbestand mit einbezogen, dessen Äste sich wie
die Kuppel einer Kathedrale über das Mahnmal wölben.
Gelungen ist auch der neue Gedenkort "Rampe", der symbolhaft mit seiner alten Rampenanlage für das Aus- und Einladen der damaligen KZ-Häftlinge steht und dessen
historischer Waggon vom Typ G10 den Transport unter widrigsten Verhältnissen symbolisieren soll.
Wie beschämend verlief dagegen die Podiumsdiskussion vom 14. Mai 2009. Der Moderator Dr. Sepp Dürr, MdL, war mit seiner Aufgabe überfordert. Nicht einmal die Redezeiten konnte er gleichmäßig verteilen, von einer "geleiteten" Diskussion ganz zu
schweigen..
Es ist doch müßig, über die Zahl der Toten zu streiten. Selbst im Hause Dr. Raim besteht hier keine Einigkeit: Während Historiker-Tochter Dr. Edith Raim ihre aus dem
Jahre 1949 abgeschriebene Zahl von 14.500 als wissenschaftlich begründet sehen
möchte, spricht Historiker-Vater Dr. Ernst Raim von der 1949iger Einigung auf diese
Zahl einem "würdelosen Gefeilsche". Beide stellen aber auch fest, dass die Zahl
14.500 nicht alle Toten umfasst. Ich habe mir die Mühe gemacht, die Doktorarbeit von
Frau Dr. Raim und ihre Quellen aus dem Staatsarchiv zu studieren: Bei der Zahl der
Toten ist die Doktorarbeit - wissenschaftlich gesehen - am "dünnsten", wie auch ein
Vergleich mit der Systematik der Zahlen aus dem Parallel-Lager "Mühldorf" zeigt..
Den großen deutschen Bildhauer Professor von Pilgrim, der das Mahnmal geschaffen
hat und der mit der ganz seltenen Ordens-Auszeichnung "Pour le Mérite" vergleichbar
einen Nobelpreis für Kunst besitzt, musste ich - da er selber nicht dabei sein konnte –
aus Gründen des Anstands gegen die ungezogenen Äußerungen von Frau Dr. Raim in
Schutz nehmen. Ihre Äußerungen über meine kommunalpolitische "Erfolglosigkeit"
dagegen haben mich mit einem Schmunzeln an ihrem Realitätssinn zweifeln lassen.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
auch bei unserer "Gedenkarbeit" werden wir uns den Rat von Fachleuten holen; ich
habe das in meinem Berufsleben schon immer so gemacht. Dass mit dem Einbinden
von Fachleuten aber nicht die beiden Damen gemeint sein können, die schon im Vorfeld per Presse unsere oben beschriebene "Gedenkarbeit" als "Themaverfehlung", "irreführen und … etwas völlig Falsches", "deplatziert", "mittels einer moralischen Keule
erpresst", "Schmarrn mit falschem Inhalt und falscher Symbolik" bezeichnet haben,
dürfte auf der Hand liegen. Und diese Feststellung habe ich auch in der Podiumsdiskussion getroffen: Fachliches Beraten ja, aber nicht zusammen mit Frau Dr. Raim und
Frau Dr. Hammermann. Leider war die Presse nicht in der Lage, diese Aussage richtig
wieder zu geben. Oder würden Sie – nach dieser Vorgeschichte – die beiden Damen
durch ein Einbinden auch noch belohnen?
Ich bedauere es, mich auf diese parteipolitisch organisierte Podiumsdiskussion überhaupt eingelassen zu haben, aber ich habe noch nie davor gekniffen, meine Meinung
zu sagen. Ich sehe aber jetzt noch deutlicher, dass es Themen gibt, die so sensibel
sind, dass sie besser im kleinen Kreise diskutiert werden als auf einem Podium, vor
allem dann, wenn auf dem Podium in jedem zweiten Satz von wissenschaftlicher Begleitung die Rede ist: Wie blutleer sind doch gerade auch historische Darstellungen,
wenn sie nicht von einer gewissen Symbolik unterstützt werden: So stehen z.B. in "Dachau" zwei rekonstruierte Häftlingsbaracken, die jetzt als Symbole ihre Aufgabe erfüllen.
Wir werden unsere Gedenkarbeit konsequent fortsetzen und dabei versuchen, auch
das Leid mit zu berücksichtigen, das unsere Heimatvertriebenen erdulden mussten.
Gerne werden wir unsere geistigen und historischen Grundlagen ab sofort auf unserer
Internetseite darstellen.
Bei allen Überlebenden aber entschuldige ich mich, dass ich an dieser unwürdigen
Podiumsdiskussion überhaupt beteiligt war, auch wenn ich meine Statements knapp,
klar und ohne Verletzungen abgegeben habe.
Diese Podiumsdiskussion hat der Arbeit für das "Gedenken" keinen Dienst erwiesen..
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr. Klaus Bühler
1. Bürgermeister
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Seele and Geist
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