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7. Wie lässt sich die Leistungsmotivation der Schüler entwickeln und

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Individuell fördern
Lernpsychologische Grundlagen
7.
Wie lässt sich die Leistungsmotivation der Schüler entwickeln und
steigern?
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Bei John Atkinson wird Leistungsmotivation als Ergebnis eines Konfliktes zwischen Annäherungsund Vermeidungstendenzen aufgefasst. Ob eine Person eine Leistung in Angriff nimmt oder ihr aus
dem Weg geht, ist abhängig von „Hoffnung auf Erfolg“ mit dem sich danach einstellenden Gefühl des
Stolzes bzw. „Furcht vor Misserfolg“ mit dem damit verbundenen Gefühl der Scham. Schüler sind
leistungsmotiviert, wenn die Tendenz „Hoffnung auf Erfolg“ die Tendenz „Furcht vor Misserfolg“ überwiegt. Walter Edelmann hat ein Modell der Motivation entworfen, das darauf hinweist, dass
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Leistungsmotivation sich aus intrinsischer und extrinsischer Motivation zusammensetzt.
Motivation
intrinsisch
extrinsisch
Neugier
Anreiz
Erfolgserwartung
positive
Verstärkung
negative
Verstärkung
kognitiv
emotional
Wahrscheinlichkeit
Belohnung
Zwang
Danach kann es für niedrig leistungsmotivierte Schüler (Überwiegen von Furcht vor Misserfolg) zu
einer mittleren bis hohen Anstrengungs- und Ausdauerbereitschaft kommen, wenn eine extrinsische
(z. B. in Form von Versprechungen einer Belohnung) zu der intrinsischen Komponente dazukommt.
Soll der Schüler intrinsisch motiviert sein, ist es unverzichtbar, dass er bei seinen Aktivitäten häufig
Erfolge erzielt. Besonders bei niedrig leistungsmotivierten Schülern steigert der Erfolg die Leistung,
während Misserfolg die Leistungsbereitschaft hemmt. Bei Schülern mit hoher Leistungsmotivation
kann ein Misserfolg die Leistungsbereitschaft zuweilen steigern. Bei der extrinsischen Motivation rät
der Autor eher zu der Belohnungstaktik.
Als die beiden wesentlichen Gesichtspunkte der Leistungsmotivation sieht W. Edelmann die Erfolgserwartung und die Anstrengungsbereitschaft. Die Anstrengungsbereitschaft steigert sich, wenn der
Schüler seinen Erfolg als aus sich selbst heraus durch Anstrengung erworben erlebt. Um ein solches
Lernen erfolgreich bewältigen zu können, braucht der Schüler Arbeitstechniken und Lernstrategien.
Diese Techniken und Strategien kann der Schüler durch selbstgesteuertes Lernen erwerben.
Edelmann kommt schließlich zu vier Gesichtspunkten des Selbstgesteuerten Lernens:
Der Schüler soll:
•
Spielräume in der Lernsituation erkennen
•
Spielräume wahrnehmen und Entscheidungen treffen
•
Selbstinstruktionen durchführen und Lernstrategien anwenden
•
Verantwortung für das eigene Lernen übernehmen.
Der Lehrende muss begreifen, dass direkte Instruktion und selbstgesteuertes Lernen sich gegenseitig
ergänzende Lehr- und Lernformen sind.
19
Atkinson, J.W./ Litwin, G.H.: Achievement motive and test anxiety conceived as motive to approach success and motive to
avoid failure, Journal of Abnormal and Social Psychology, 1960, S. 52-63
20
Edelmann, Walter: Erfolgreicher Unterricht: Was wissen wir aus der Lernpsychologie, in: PÄDAGOGIK, 3/00, S. 8
Sächsisches Staatsinstitut für Bildung und Schulentwicklung
Comenius-Institut - 2006
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