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1. Pressespiegel Johannes-Passion von Bach wie aus einem Guss

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Pressespiegel und Pressemitteilungen
der
Hochschule für Musik und Theater Hamburg
März 2010
____________________________________________
1. Pressespiegel
(Hamburger Abendblatt, 30. März)
Johannes-Passion von Bach wie aus einem
Guss aufgeführt
Eine beeindruckende Aufführung der Johannes-Passion von
Johann Sebastian Bach ist Solisten, Chor und Orchester unter
der Leitung des Sinstorfer Kirchenmusikers Michael Thom am
Sonnabend in der beinahe voll besetzten Kirche in Sinstorf
gelungen - nahtlos anknüpfend an die traditionellen Kirchenmusiken großer Werke an genau dieser Stelle.
Ausgewogen, transparent und dynamisch verstand es Thom,
das auf historischen Instrumenten spielende Hamburger Barockorchester, seine beiden Chöre, die Junge Kantorei und die
Sinstorf-Marmstorfer Kantorei sowie die unterschiedlichen
Solisten insbesondere hinsichtlich des dramaturgischen Zusammenhangs zu einer Einheit zusammenzuführen.
Die Chöre ließ Thom von der fünfzehnköpfigen Jungen Kantorei intonieren, denen die Charakterisierung des bitteren Spotts
und des volksverhetzenden Hasses im "Kreuzige keuzige!"
überzeugend gelang. Bei den Chorälen wurde sie unterstützt
von der Sinstorf-Marmstorfer Kantorei, der man ihre innere
Anteilnahme abzuspüren glaubte. Höhepunkt der Aufführung
aber war die Darstellung des Evangelisten durch Wilfried Jochens, Professor für Gesang an der Musikhochschule Hamburg.
Auf der Kanzel der ehrwürdigen Sinstorfer Kirche stehend
nahm er die "Gemeinde" geradezu mit hinein in das Passionsgeschehen, das er dramaturgisch eindrucksvoll wiedergab.
Eine beeindruckende Passionsdarstellung mit eigener Ausstrahlung, nicht zuletzt auch dank der Solisten Christfried
Biebrach als Christus sowie Mechthild Weber (Sopran), Gesine Grube (Alt), Simon Kannenberg (Tenor), und Bernd Trautmann als Pilatus, die im Quartett den Schlusschoral intonierten.
Nach langem, ergriffenen Schweigen anhaltender Beifall für
diese gelungene Darstellung aus einem Guss.(kuj)
1
(Hamburger Abendblatt, 27. März)
Bergedorf feiert Hasse-Jubiläum
Hamburg. Der 100. Geburtstag der Bergedorfer HasseGesellschaft wird von diesem Sonnabend an mit einer Reihe
von Konzerten gefeiert, in deren Mittelpunkt Werke des berühmten Barock-Komponisten Johann Adolf Hasse (16991783) stehen. Zum Auftakt erklingt das Requiem "Der 113.
Psalm" in der Bergedorfer Kirche St. Petri und Pauli. In der
Hamburger Musikhochschule wird mit einer Ausstellung und
einem Symposium an Hasses Leben und Werk erinnert.(jomi
(Die Welt, 22. März)
Entdecke Baal im Malersaal
Doch'n Lehrstück: Samuel Weiss inszeniert Brechts Drama
mit Studenten am Schauspielhaus
Von Monika Nellissen
Baal frisst, kotzt, säuft, hurt. Baal spuckt große Töne, verliert
sich in bildreichen Gedichten, gibt den skrupellosen Kraftmeier und endet als nacktes Nichts. Zusammengekrümmt wie
ein Embryo im Mutterleib, ist sein letztes, kläglich gewimmertes Wort "Mama". Samuel Weiss hat mit den Studenten der
Theaterakademie im sechsten Semester Bert Brechts MonsterDrama "Baal" im Malersaal inszeniert. Ausgezeichnet.
Die acht angehenden Schauspieler, Pina Bergemann, Benedikt
Greiner, Rüdiger Hauffe, Arash Marandi, Wiebke Mollenhauer,
Anton Pleva, Marie Seiser, Lisa Stiegler, sind sicht- und hörbar
noch nicht fertig, haben ja aber auch noch mindestens ein Jahr
der Ausbildung vor sich. Schon jetzt werfen sie sich mit einer
solchen Vorbehaltlosigkeit in ihre Rollen, zeigen zudem so viel
Individualität selbst im chorischen Miteinander, dass es einfach Spaß macht, ihnen zuzuschauen.
Samuel Weiss, als Schauspieler wie als Regisseur sehr erfahren, ist seiner Aufgabe schon vollkommen gerecht geworden,
als er jedem der Studenten paritätisch ausgewogen Aufgaben
gestellt hat, die sie fordern, aber nicht überfordern. Auch
Nacktheit mutet er ihnen zu, wenn sie notwendig ist. Auf der
anderen Seite wird sie einfach nur behauptet, wenn die Studentinnen hautfarbene Unterwäsche tragen und dem Voyeurismus keine Chance eingeräumt wird. Darin zeigt sich die
sensible Seite der Regiearbeit. Auf der anderen Seite ist Weiss
nicht pingelig, wenn es gilt, Baal, den Wüstling, bei einer
Fressorgie zu zeigen. Er stopft Spaghetti - was sonst? - in sich
hinein, saut und brüllt, dass die Trommelfelle der Zuschauer
zu platzen drohen.
Seht her, scheint Weiss augenzwinkernd zu sagen: Das, was
dem derzeitigen Theater als trendige Verrohung unterstellt
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wird, das können wir auch. Denn Witz hat diese Inszenierung,
bei der am Ende ein Schwarzwaldmädel in Tracht - im Stück
ist es ein Waldarbeiter - dem sterbenden Baal rät, die Zähne,
falls er noch welche hat, zusammenzubeißen. Baal krümmt
sich dabei in einer süßlichen Tannenlandschaft, die gemalt,
als optischer Blickfang jedem Wohnzimmer im Gelsenkirchener Barock zur Zierde gereichte.
Doch Weiss wählt diese Gags nicht in launiger Willkür, sondern schafft Hinweise auf das unruhige Leben Brechts, der
sich in den Jahren 1918/19 in Augsburg den "Baal" als erstes
seiner Stücke mit 19 Jahren abrang, der eindeutig autobiografische Züge trägt. Als gewichtigsten Kunst-Griff dieses Kollektiv-Projekts lässt Weiss den Baal von allen Studenten, männlichen wie weiblichen, in einer Art Stafettenlauf spielen. Den
Stab ersetzt eine Brille, derjenigen Bertolt Brechts ähnlich, der
hier als dichtender Welt- und Frauenverschlinger porträtiert
wird ohne den Anspruch von Genauigkeit. So bekommt die
Figur etwas Brüchiges, Doppeldeutiges, reich Facettiertes.
Und sie verschafft allen Studenten die Möglichkeit, sich von
den unterschiedlichsten Seiten zu zeigen.
Weiss hat sich zudem der verschiedenen, von Brecht verworfenen, Fassungen des "Baal" bedient und hat, als Zentrum der
Inszenierung, eine Szene mit der Mutter gewählt, in der der
glaubt, an einem Herzanfall zu sterben. Brecht der Hypochonder.
Doch Mama weist Baal zurecht, er sei total betrunken, seine
Faulheit stinke zum Himmel. Langsam kriecht er der weinenden Mutter in den Schoß und beginnt wie ein Säugling an deren Brust zu nuckeln, bevor sie ihn wegstößt. Am Ende
schließt sich der Kreis mit dem krepierenden Brecht als nackter Säugling. Begleitet und kommentiert wird nicht nur diese
Szene von Bach-Chorälen und Hippie-Songs, die Joachim
Kuntzsch mit den Studenten wunderbar einstudiert hat.
Doch bevor das Leben dieses durchaus zarten Wüstlings vor
uns abrollt, sitzen die Schauspieler in eleganten Roben, historisierend kunstvoll frisiert (Kostüme: Janina Brinkmann), in
der ersten Reihe des Zuschauerraums. Eine junge Frau erklimmt eine hölzerne Wand, die sich später als Rückseite einer
containerähnlichen, verkommenen Behausung entpuppt, die
wiederum in einen Wald verwandelt wird (Bühne: Ralph
Zeger).
Im Lotussitz empfängt sie wie in einem Ashram die chorisch
laut herausgebrüllte Anbetungsorgie mit dem "Choral vom
großen Baal", bevor Johanna, von Baal missbraucht, ins Wasser geht. Hier ist es eine Wanne, in der sie sich per Stromschlag durch einen Föhn tötet. Aus dieser Wanne auch beschwören mit wispernden Kinderstimmchen zombieähnliche
Gestalten das Paradies der Hölle.
Nichts ist an den Haaren herbeigezogen, auch die Barszene
im Vorraum des Malersaals als Pausenfüller, in der der voll-
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ständig betrunkene Baal klagt: "Warum seid ihr nicht im
Schoß eurer Mütter geblieben." Wer das Stück "Baal" nicht
kennt, hat möglicherweise Schwierigkeiten personeller Zuordnungen; ein spannender, fantasievoller, klug aufgebauter
Abend ist ihm dennoch gewiss
(Hamburger Morgenpost, 22. März)
NACKTE STARS VON MORGEN
Studenten der Theaterakademie zogen sich für das BrechtStück "Baal" aus
VON HEIKO KAMMERHOFF
Bertolt Brecht hat das szenisches Porträt dieses attraktiven
Stinkstiefels mit gerade einmal 20 Jahren geschrieben. Und
auch wenn er später immer wieder an dem Text gefeilt hat,
bleibt es das Werk eines jungen Mannes.
Es passt also sehr gut, wenn sich die Schauspielschüler der
Theaterakademie Hamburg im Rahmen ihrer Ausbildung mit
dem Stoff auseinandersetzen. Zusammen mit ihrem Regisseur Samuel Weiss haben sie eine sehr lebhafte Fassung mit
einem außerordentlich hohen Kreisch- und Schreifaktor erarbeitet.
Die acht Darsteller wuseln mit Glitzerklamotten und hochtoupierten Frisuren auf, neben und in einem großen Holzcontainer umher, die Titelrolle wechselt dabei zusammen mit der
Brille als Erkennungszeichen zwischen ihnen hin und her: Sie
alle sind Baal. Oder: Baal ist in ihnen allen. Ein wirkliches Ensemblestück.
Das drückt sich auch in den reichlichen Chor- und Musikszenen aus, die einen manchmal etwas hektischen, ungestümen
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und überspielten Eindruck hinterlassen. Sehr schön das Bild,
wie sich gleich sechs der Darsteller zusammen in die Badewanne - in der sich vorher ein von Baal verführtes Mädchen
umgebracht hat - drängen und wild umherplappern. Selbst in
der Pause machen sie weiter und inszenieren im Foyer eine
wilde Barszene - mit Flasche überm Kopf, Treppensturz und
Messer im Rücken. Sogar ein "echter" Polizist taucht auf.
Sehr einfallsreiches Theater, wenngleich zuweilen arg aufgeregt.
(Hamburger Abendblatt, 22. März)
Junge Stimmen erklingen im Rathaus
Die Reihe der Pinneberger Rathauskonzerte des Kulturvereins
Pinneberg klingt am Freitag, 26. März, aus mit den "Jungen
Stimmen". Das Konzert beginnt um 20 Uhr im Ratssaal.
Koloratursopran Svenja Liebrecht und Tenor Douglas J. Rice
werden am Flügel von Martin Schumann begleitet und präsentieren einen Strauß bunter Melodien aus den Bereichen Oper,
Operette, Lied und Musical. Es kommen Werke von Loewe
und Sondheim über Händel, Mozart, Dostal, Kalmann,
Strauss, Lehár bis zu Webber und Bernstein zu Gehör.
Der Kulturverein Pinneberg freut sich, jungen Stimmen in guter Tradition auch in diesem Jahr wieder ein Forum zu bieten.
Svenja Liebrecht studierte an der Musikhochschule Hamburg
bei Ingrid Kremling und machte ihr Diplom mit Auszeichnung.
Sie sang unter anderem bereits an der Staatsoper Hamburg
und an der Oper in Kiel, gewann den ersten Preis des EliseMeyer-Wettbewerbs und erhielt zahlreiche Stipendien.
Der gebürtige Kanadier Douglas J. Rice studierte an der Sir
Wilfried Laurier Universität, der Britten-Pears-School und dem
New England Conservatory. Er befasste sich auch mit Tanz
und Schauspiel, gilt als Mozart-Sänger und hatte Auftritte in
den großen Konzertsälen wie der Carnegie Hall.
(Kieler Nachrichten, 20. März)
Einblicke in eine manchmal schmerzhafte
Künstlerwelt
Künstler im Dialog: Zuhörer stellen Fragen an das „Duo
Kaala“
Von Werner Bodendorff
Zuhörer fragen – Künstler antworten. Mit dem nunmehr dritten Konzert der laufenden Saison aus der Reihe „Künstler im
Dialog“ versucht das Landeskulturzentrum Salzau in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater Hamburg einerseits gegenseitige Berührungsängste abzubauen,
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andererseits erhalten interessierte Musikliebhaber Einblick in
die arbeitssame Welt der angehenden jungen Musikkünstler.
Eingeladen war am Donnerstag das aus zwei Damen bestehende „Duo Kaala“ – ein Ausdruck, der aus dem indischen
Sanskrit kommt und „Kunst“ bedeutet. Nach der kenntnisreichen Moderation von Annette Prieß präsentierten die aus Taiwan stammende Shin-Ying Lin (Flöte) und die Französin Alexandra Guirand (Harfe) zunächst Werke aus dem Barock wie
Marin Marais‘ Thema und Variationen über die berühmte Les
Folies d’Espagne und der Moderne: André Jolivets „Trois
incantations“, Jean Francaix‘ „Cinque piccoli duetti“ und eine
„Sonate für Flöte und Harfe“ von Carmen Petra Basacopol, die
die beiden Künstlerinnen hoch konzentriert und tadellos vorbereitet zu Gehör brachten.
Dann nach der Pause aber die Befragung, die sich um die zum
Teil recht schmerzhafte Bildung der für das Harfenspiel nötigen Hornhaut drehte, die nur durch viel Üben wächst, bis hin
zu der Erkundigung, ob die beiden wegen ihres Namens auch
indische Musik machen würden, was wegen der Unvereinbarkeit der beiden Musiken mit diesen Instrumenten jedoch verneint wurde. Eine Frage betraf das vorwiegend moderne Repertoire. So würden das Barock und die Klassik diese seltene,
aber aparte Zusammenstellung kaum kennen und man wäre
auf sogenannte Arrangements angewiesen, während insbesondere modernere Komponisten einiges mehr für Flöte und
Harfe komponiert hätten. Die brennendsten Anfragen aber
betrafen die Harfe selbst: Ihr Aufbau, ihre Spielweise und warum sie ausgerechnet sieben Pedale hat. Alexandra Guirand
beantwortete sie souverän mit einem charmanten französischen Akzent.
Danach ging es munter mit einer barocken Sonate von Francois de Boivallée sowie Witold Lutoslawskis „Drei Fragmenten“ von 1953 weiter. Nicht zuletzt erklang die „Casilda Fantasie“ von Albert Doppler, mit der die Musikerinnen noch einmal ihre hohe Spielkunst zur Freude aller zeigten. Sie verabschiedeten sich mit einer kurzen Jacques-Ibert-Zugabe.
(Die Welt, 17. März)
Baalistisches Gutachten
Regisseur Samuel Weiss inszeniert Brechts erstes großes
Drama mit Studenten am Schauspielhaus
Von Monika Nellissen
Samuel Weiss scheint auf dem Sprung zu sein, doch wirkt er
nicht gehetzt. Selbst das blitzartige Verschlingen des Puddings erklärt er damit, dass er immer so schnell esse. Zwischen Proben in der Gaußstraße und der Vorstellung am
Schauspielhaus nimmt er sich Zeit zum Gespräch. Die Besorgnis, es könne für ihn knapp werden, entschärft er freund-
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lich gelassen mit dem Hinweis, er radle zum Bahnhof Altona.
Kein Problem. Die Zeiten des "Sturm und Drang und Wahnsinns" sind offenkundig einem Zustand innerer Zufriedenheit,
nicht Selbstzufriedenheit, gewichen. Keine schlechte Grundhaltung für eine Produktion, die der Schauspieler und Regisseur Weiss mit Schauspielstudenten im 6. Semester der
Hamburger Theaterakademie erarbeitet, Bertolt Brechts
"Baal". Kommenden Sonnabend ist Premiere im Malersaal.
Dass Weiss sich - bekleidet - in der Wanne fotografieren lässt,
heißt nicht, dass er sich und die Studenten mit dem Bade
ausschüttet. Es ist nur ein Hinweis auf ein SchauspielhausFoto, auf dem sie sich als nacktes Kollektiv in ästhetisch verhüllender Inszenierung in einer Wanne räkeln. Nacktheit, sagt
Weiss, mute er den Schauspielnovizen zu. Nacktheit als Übersetzung des Textes als exzessive Orgie, in der ein Mann im
wilden Selbstverwirklichungsdrang ins Verderben rennt. Dreimal habe er die acht Studierenden, zumal die vier Mädchen,
gefragt, ob sie das wollten. Im Übrigen lernten sie dabei, was
es heiße, später an einem Stadttheater zu arbeiten.
Wahrscheinlich, mutmaßt Weiss, überfordere er die jungen
Leute mit diesem wüsten Stück aus Poesie und Derbheit, psychologischer Tiefe und Kolportage, Moral und Eiseskälte, das
vom erst 19 Jahre alten Brecht geschrieben wurde. Aber es
erzähle viel über das Lebensgefühl angehender junger Künstler, über Allmacht und Versagen, darüber auch, was Kunst zu
leisten vermag und welche soziale Position Künstler einnehmen. "Die fette, versaute Berserkersau Baal interessiert mich
nicht", erklärt Weiss Regie-Nichtintentionen. Zumal das Stück
die Möglichkeit schaffe, den anarchisch asozialen Charakter
des Lyrikers Baal, der steckbrieflich formuliert ein "Mörder,
Varietéschauspieler, Dichter, Karussellbesitzer, Holzfäller,
Liebhaber einer Millionärin, Zuchthäusler und Zutreiber" ist,
von allen Studenten, auch den weiblichen, spielen zu lassen.
"Baal als Zentrum von allen gemeinsam gespielt, das geht
erstaunlich gut", stellt Weiss fest. "Dadurch wird diese Persönlichkeit, die aus vielen Personen besteht, noch reicher, genial
und brüchig."
Dabei rührt den 43Jährigen die Begeisterungsfähigkeit der
Studenten, sich einfach in ihre Rollen zu schmeißen. Möglicherweise fühlt er sich an eigene Zeiten erinnert, in denen ihm
allerdings nichts, aber auch gar nichts peinlich war: "Ich hatte
keine Schmerzgrenze, was Wirkung versprach, wurde gemacht", zeigt er sich heute erstaunt über den "albernen
Quatsch" sich über die Grenze des Zumutbaren hinaus präsentiert zu haben.
"Ich musste einfach vorkommen. Da bin ich wohl Baal ähnlich", sinniert Weiss, der sich auch heute noch einen "Darstellungsneurotiker" nennt, bei dem immer etwas passieren müsse. Beim Regieführen aber lerne er langsam, dass auch wenig
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auf der Bühne zu tun ungeheure Wirkung erzeugen könne. An
den Staatstheatern von Stuttgart und Oldenburg hat er bereits
beachtete Inszenierungen erarbeitet.
Der Schweizer Samuel Weiss, seit zehn Jahren im Ensemble
des Deutschen Schauspielhauses, gilt als einer der besten
deutschsprachigen Schauspieler.
So überrascht er mit dem Gedanken: "Wenn jemand das kann,
chamäleonartig einfach zu verschwinden, das muss toll sein."
Vielleicht tut er das eines Tages, einfach für sich, obwohl er
weiß, dass das Publikum Verwandlung nicht honoriert. "Es will
die Performance, das sich zur Schau-Stellen."
In diesem Sinne hat er, der erklärtermaßen auf Tod und Leben
agierte und, so vermutet er, dabei vielleicht sogar der virtuosere Schau-Spieler war, paradoxerweise Geborgenheit und Sicherheit auf der Bühne empfunden. Bis heute. Als "totales
Landei" im schweizerischen Städtchen Männedorf geboren,
im 300-Seelendorf Almenz in einer "lebhaften Großfamilie"
aufgewachsen, mit insgesamt elf Geschwistern aus den unterschiedlichen Verbindungen der Eltern, und mit der Mutter
zeitweilig herumvagabundiert, hatte er das Gefühl sich zu verlieren, und damit den Drang "vorzukommen".
Bis zu seinem 15. Lebensjahr sei er wie ein weißes Blatt gewesen, vollkommen ahnungslos, erinnert sich Weiss. Auf dem
Wiener Max-Reinhardt-Seminar erlernte er das SchauspielerHandwerk und strahlte bereits als Eleve am dortigen Burgtheater jenen Grat permanenter "Überhitzung" aus, die heute
einer mählichen Abkühlung im Sinne eines Reichtums durch
Beschränkung der Mittel weicht.
Diese Reduzierung der Mittel können die Zuschauer erleben,
wenn Samuel Weiss im Mai im Lastenaufzug des Schauspielhauses einen Monolog über sich selbst hält.
(Die Welt, 12. März)
Konzertreigen für Gustav Mahler zum 150. Geburtstag
Von Stefan Grund
Zum 150.Geburtstag des Komponisten Gustav Mahler in diesem Jahr und seinem 100.Todestag im kommenden Jahr soll
in Hamburg sein Gesamtwerk aufgeführt werden. Unter dem
Titel "Mahler in Hamburg 2010/11" bieten das NDRSinfonieorchester, die Philharmoniker Hamburg, die Elbphilharmonie-Konzerte sowie das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) ein umfassendes Programm, teilte die Kulturbehörde mit.
Weitere Beteiligte sind die Hamburger Symphoniker, das Ensemble Resonanz, die Veranstaltungsreihe "ProArte" der Kon-
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zertdirektion Dr. Rudolf Goette, das Hamburg Ballett, die
Hamburgische Staatsoper und die Hochschule für Musik und
Theater Hamburg. Das diesjährige SHMF wird mit der Sinfonie Nr. 4 in G-Dur von Gustav Mahler eröffnet, das NDRSinfonieorchester spielt am Sonntag, dem 11. Juli, um elf Uhr
in der Musik- und Kongresshalle Lübeck unter Leitung von
Christoph von Dohnányi. Auch im weiteren Programm des
SHMF gibt es Mahler-Abende, so erklingen die Rückert-Lieder
und die Sinfonie Nr. 5 cis-Moll beim gemeinsamen Konzert
von Bariton Thomas Hampson mit dem Schleswig-Holstein
Festival Orchester unter Leitung von Christoph Eschenbach
am Mittwoch, dem 14. Juli, um 20 Uhr in der Laeiszhalle. Mit
dem Pianisten Tzimon Barto spielt das Festival Orchester unter Eschenbach Mahlers 1. Sinfonie D-Dur "Titan" am 16. Juli
um 20 Uhr in der MuK Lübeck.
Der Künstler wurde am 7. Juli 1860 in Kalischt in Böhmen geboren und starb am 18. Mai 1911 in Wien. Zwischen 1891 und
1897 prägte Gustav Mahler als Erster Kapellmeister am Hamburger Stadt-Theater und Konzertdirigent im Conventgarten
das Hamburger Musikleben entscheidend
(Hamburger Abendblatt, 11. März)
Pianist Volker Banfield spielt in Bad Segeberg
Zu Gast beim nächsten Konzert des Konzertrings Bad Segeberg am Dienstag, 23. März, ist der renommierte Pianist Volker Banfield.
Bad Segeberg. Banfield ist seit Jahren in den großen internationalen Musikzentren zu Gast und hat in Deutschland mit
zahlreichen Rundfunkorchestern mehr als 90 Aufnahmen eingespielt. Daneben hat er mehrere CDs produziert, die große
Beachtung fanden. Neben seiner Konzerttätigkeit ist Banfield
auch ein ausgewiesener Pädagoge, war jahrzehntelang Professor für Klavier an der Hochschule für Musik und Theater
Hamburg und ist gefragter Juror bei internationalen Wettbewerben.
In Bad Segeberg wird der Künstler ein interessantes, vielseitiges Programm spielen. Neben der für den Komponisten besonders typischen F-Dur-Sonate von Joseph Haydn steht mit
der C-Dur-Phantasie von Robert Schumann auch ein bedeutendes Stück des diesjährigen Geburtstagskindes auf dem
Programm. Berühmte Musik des 20. Jahrhunderts bringt der
zweite Teil des Konzerts mit Claude Debussys Images II und
der zweiten Klaviersonate von Sergej Rachmaninoff. Dieses in
verschiedenen Fassungen vorliegende Werk spielt Banfield in
seiner eigenen Bearbeitung.
Das Konzert findet statt im Bürgersaal des Rathauses Bad Segeberg und beginnt um 20 Uhr. Karten zu 15 Euro gibt es nur
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an der Abendkasse. Wie immer haben Mitglieder des Konzertrings und Schüler freien Eintritt.
(Die Welt, 7. März)
Berenberg Kulturpreis
.Das Trio Bonnard wurde mit dem Berenberg Kulturpreis 2010
geehrt. Hermann Rauhe, Ehrenpräsident der Hochschule für
Musik und Theater und Kuratoriumsmitglied, hielt die Laudatio. Katharina Trebitsch stellte die mit jeweils 5000 Euro geförderten Stipendiaten vor: Bühnenbildner Florian Lösche und
Marimbaphon-Spielerin Lin Chen. Zusätzlich fördert die Stiftung das Michel Kinder- und Jugendfilmfest, dessen Leiter
Albert Wiederspiel sein Konzept vorstellte: "Wir nehmen auch
kommerzielle Filme ins Programm. Nach Moritz Bleibtreu
bleiben die Kids auch für einen Streifen aus Indonesien."
(Hamburgerr Abendblatt, 6. März)
Und jetzt alle: Happy birthday, lieber Hermann
Rauhe!
Eigentlich dürften diese Zeilen nicht geschrieben, sie müssten
gesungen werden. Deshalb stellen wir uns vor, dem großen
Chorliebhaber, langjährigen Präsidenten der Musikhochschule
und bis auf den heutigen Tag unvermindert universal umtriebigen Musikanreger Hermann Rauhe kämen die Glückwünsche zu seinem heutigen Geburtstag in fröhlichen Melodien
zu Ohren, intoniert von allen, die er im Laufe seines Lebens
mit seiner Begeisterung für Musik angesteckt hat. Der Rathausmarkt würde kaum ausreichen, um die Menge zu fassen.
Was Hermann Rauhe in den bisherigen 80 Jahren seines Lebens für die Musikstadt Hamburg geleistet hat, ist so immens
- so folgenreich und vielschichtig, dass man sich vor ihm und
seinem Lebenswerk nur tief verneigen kann.
Am 6. März 1930 in Wanna (Niederelbe) geboren und 30 Jahre
später in Hamburg promoviert, übernahm Hermann Rauhe
1978 das Präsidium der Hochschule für Musik. Erst vor sechs
Jahren zog er sich zurück, seit 2004 leitet Elmar Lampson die
Geschicke des Hauses am Harvestehuder Weg. "Nie ist eine
deutsche Musikhochschule dermaßen in den Medien und auf
den verschiedenen Bühnen der Gesellschaft präsent gewesen
wie in der langen Amtszeit Hermann Rauhes", schreibt Lampson. "Seine Botschaft ist es, Musik als Inspirations- und Innovationsquelle für alle Bereiche der Gesellschaft zu entdecken."
Rauhe wirkte als Netzwerker schon Jahrzehnte bevor der Begriff populär wurde. Politik, Wirtschaft, Medizin, Medien - Berührungsängste waren ihm immer fremd. Er initiierte den
10
Popularmusik- und den Jazzstudiengang, verschaffte der Musiktherapie durch einen eigenen Lehrstuhl Geltung und richtete den Studiengang Kulturmanagement ein. Unvergessen seine unzähligen, durch schwungvolle Darbietung des Evergreens "Tea For Two" gewürzten Vorträge über Musik. Ad
multos annos!(TRS)
(Die Welt, 5. März)
"Das Wichtigste ist, junge künstlerische Talente zu fördern"
Hermann Rauhe, Musikmanager und Ehrenpräsident der Musikhochschule, feiert morgen seinen 80. Geburtstag
Von Peter Krause
Sein an Augustinus angelehntes Lebensmotto löst er auch mit
höchst schaffenslustigen 80 Jahren noch ein: "Nur wer selber
brennt, kann andere entzünden." Hermann Rauhe, Ehrenpräsident der Musikhochschule, Anstifter und Pädagoge, Musikvermittler und Manager, feiert morgen seinen runden Geburtstag. Für die WELT sprach Peter Krause mit Hermann
Rauhe.
DIE WELT: Von Gustav Mahler ist uns der Satz überliefert:
"Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern Weitergabe des Feuers." Was treibt Sie bis heute an, zum Fackelträger der Musik zu werden?
Hermann Rauhe: Das ist die Musik selbst, die mich antreibt.
Mir geht es um die Vermittlung von Musik für Kinder, Jugendliche oder Senioren und die Vermittlung durch Musik. Wie
können wir erreichen, dass möglichst viele Menschen Musik
erleben? Schließlich ist die Musik ein Faktor, der uns alle beflügelt, der uns fit und gesund hält. Die Hirnforschung bestätigt ja eindrucksvoll, wie stark die Musik den Menschen beeinflussen kann, auf allen Ebenen. Da kommt nun die Vermittlung durch Musik ins Spiel, ihr Einsatz in der Therapie, in der
Prävention, in der Persönlichkeitsentwicklung. Natürlich gibt
es Musik als reine Kunst, als Selbstzweck, aber es existiert
eben auch diese unglaubliche Wirksamkeit: Schauen Sie sich
die Völker verbindende Kraft an, wie sie Daniel Barenboim mit
seinem West-Eastern Divan Orchestra musikalisch umsetzt.
Mich interessieren die Brücken, die Musik bauen kann, wie
verschiedene Kulturen und Religionen durch Musik zueinanderfinden können. Eine große musikalische Ökumene sozusagen.
DIE WELT: Heißt, Fackelträger der Musik zu sein, zur rechten
Zeit das Feuer weiterzureichen an Jüngere und loslassen zu
können?
Rauhe: Das Wichtigste ist, dass man junge künstlerische Talente entdeckt und fördert. Das geschieht durch die vielen Sti-
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pendien, die ich durch meine Vorstandstätigkeit in diversen
Stiftungen vergeben darf. Durch meine neue Stiftung, die am
12. April in der Musikhochschule vorgestellt wird, möchte ich
jetzt gezielt auch junge Kulturmanager unterstützen. Loszulassen gehört für mich selbstverständlich dazu: Ich habe auf
diese Weise vielen Leuten Türen geöffnet und Positionen verschafft. Mein Amt des Präsidenten der Musikhochschule habe
ich übrigens freiwillig aufgegeben, denn es gibt dafür keine
Altersbegrenzung. In diesem Sinne abzugeben habe ich längst
nichts mehr, denn meine Ämter sind ja alle ehrenamtlich. Dabei gilt für mich: Geben heißt Nehmen und ist folglich die
größte Bereicherung: Ich werde ein glücklicher Mensch, wenn
ich mich für andere engagiere.
DIE WELT: Was bedeuten dann Demut und Dienen für Sie?
Rauhe: Der beste Kulturmanager ist der, der im Hintergrund
bleibt. Dasselbe gilt meiner Meinung nach für Manager überhaupt. Wer Öffentlichkeitsarbeit nur auf seine Person bezogen
macht, muss scheitern. Man muss demütig dienen, sich hingeben können an die Sache, an die Musik. Nach dem Kriterium der Hingabe vergeben wir übrigens in der Ritter-Stiftung
die Stipendien an junge Künstler. Eitle Selbstdarstellung, wie
sie bei Sängern und Dirigenten besonders verbreitet ist, muss
man nicht fördern. Das Aufeinander-Hören gerade in der
Kammermusik erscheint mir hier als vorbildhaft. Deshalb halte
ich sie für das Herzstück jeder Musikausübung und ausbildung.
DIE WELT: Was sind Ihre Visionen für die Musikstadt Hamburg?
Rauhe: Ich wünsche mir, dass möglichst alle Menschen sich
mit Musik beschäftigen. Vor zehn Jahren hätte man gesagt,
ich sei völlig verrückt geworden, wenn ich gefordert hätte: "Jedem Kind ein Instrument." Nun verwirklichen wir diese Vision.
Ich glaube also, dass es gelingen wird, dass jeder Hamburger
in irgendeiner Form mit Musik zu tun hat. Dazu muss nicht
jeder unbedingt ein Instrument spielen, schließlich besitzen
wir alle das schönste Instrument: die Stimme. Menuhin hat
einmal gesagt: Geigen ist schön, Singen ist besser. Für eine
stilistische Breite des Musizierens habe ich mich an der
Hochschule immer eingesetzt: Wir wollten nicht nur klassische Musiker, sondern auch solche im Jazz und Pop ausbilden. Wann die Elbphilharmonie ihre Pforten öffnet und wie
viel Geld sie letztlich kosten wird, halte ich für sekundär. Sie
hat schon jetzt bewirkt, dass Menschen über Musik reden,
Musik machen und sich von ihr begeistern lassen.
DIE WELT: Sehen Sie die Gefahr, dass angesichts des neuen
Leuchtturms viele zarte Pflänzchen der Musik kaum noch
wahrgenommen werden?
Rauhe: Darin liegt in der Tat eine Gefahr. Die Breite des Musikangebots muss erhalten bleiben. Es kann doch nicht sein,
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dass es jetzt nur noch um Anne-Sophie Mutter und das New
York Philharmonic geht. Pro Arte hat die Stars schon immer
erfolgreich präsentiert, dazu brauchen wir keine Elbphilharmonie! Wir brauchen eine Balance nicht nur zwischen
Laeiszhalle und Elbphilharmonie, sondern auch zwischen all
den anderen Aufführungsorten und Veranstaltern, nicht zuletzt der Alsterphilharmonie, also der Musikhochschule, wo
gerade ein Master-Studiengang für Musikvermittlung entwickelt wird. Hier muss investiert werden. Zur Eröffnung der
Elbphilharmonie stelle ich mir beispielsweise ein großes offenes Singen vor, damit sich auch die Kinder und Jugendlichen
gleich mit diesem Ort identifizieren und nicht nur die High
Society. Wie die Berliner Philharmonie wirkt die Elbphilharmonie schon architektonisch integrativ. So sollte sie dann
auch belebt werden: Sie muss alle Menschen einschließen.
(Hamburger Abendblatt, 5. März)
Musikhochschule mietet "Theater im Zimmer"
Mehr als 50 Jahre lang galt das kleine Theater an der Alsterchaussee 30 als Bühne für zeitkritische und avantgardistische
Stücke - bis 1999 die jährlichen Unterstützungen der Intendantin Gerda Gmelin ausblieben und der Spielbetrieb eingestellt wurde. Seitdem ist es ruhig geworden in der seit 1947
unter Denkmalschutz stehenden klassizistischen Villa.
Nach dem Verkauf und längst überfälligen Renovierungen
sowie Anbauten für die Technik gab es 2004 noch einen
Wiederbelebungsversuch mit dem experimentellen Stück
"Tamara": Dabei mussten die Zuschauer durch die Räume
gehen, um der Spielhandlung zu folgen. Doch auch dieser
letzte Versuch scheiterte an zu geringem Erfolg, die Bühne
wurde endgültig geschlossen.
Richard Kunicki, der seit Januar 2005 einen neuen Betreiber
sucht, ist nun fündig geworden. "Die Hochschule für Musik
und Theater hat die Räume angemietet", sagt Kanzler Bernhard Lange. "Für die Studenten stellen sie optimale Probenräume dar, da das Theater in direkter Nachbarschaft liegt."
Der große Theatersaal etwa dient der Jazz-Bigband zum Üben.
Wann immer die Studenten Zeit neben ihren Kursen haben,
können sie in schöner Kulisse proben.
Nun kehrt wieder Leben zurück ins "Theater im Zimmer".
"Neuerdings hört man wieder Cello, Geige und Klavier", sagt
Anwohner Helmuth Barth erfreut. Ob auch wieder Aufführungen dort stattfinden sollen, ist noch unklar. "Zurzeit prüft unsere Verwaltung die Auflagen für Sicherheit und Feuerschutz",
sagt Lange. So schön das Theater ist - vorerst werden die Konzerte weiterhin im Hauptgebäude der Musikhochschule gespielt.(val)
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(Die Welt, 3. März)
Berenbergs Kulturpreis
Von Maria Baufeld
.Das in Hamburg ansässige "Trio Bonnard" wurde mit dem
Berenberg Kulturpreis 2010 ausgezeichnet. Die mit 15 000
Euro dotierte Auszeichnung wurde 1990 aus Anlass des 400jährigen Bestehens der Bank gegründet und fördert nun im
20. Jahr den Nachwuchs Hamburgs. Prof. Hermann Rauhe,
Ehrenpräsident der Hochschule für Musik und Theater und
Kuratoriumsmitglied, hielt die Laudatio auf die außergewöhnlichen Kammermusiker Olena Kushpler (Klavier), Hovhannes
Baghdasaryan (Violine) und Mikhail Tolpygo (Violoncello).
"Selbstlose Hingabe, das demütige Dienen am Kunstwerk das ist es, was wir brauchen und das ist es, was wir heute auszeichnen", so Rauhe. Darüber hinaus wurden zwei mit jeweils
5 000 Euro geförderte Stipendiaten vorgestellt: Der Bühnenbildner Florian Lösche - für seine Arbeit für Woyzeck im Thalia
- und die Marimbaphon-Spielerin Lin Chen. Zusätzlich fördert
die Stiftung in diesem Jahr das Michel Kinder- & Jugendfilmfest. Katharina Trebitsch, Mitglied des Kuratoriums der Stiftung, stellte das Filmfest gemeinsam mit dessen Leiter, Albert
Wiederspiel vor. "Es ist immer einfacher und kostengünstiger
geworden, Filme zu produzieren, aber es gibt immer weniger
Gelegenheiten, bei welchen sie gezeigt werden können. Das
gilt speziell für Jugendformate", kritisierte Wiederspiel, der
den Mangel an internationalen Foren am Buchstaben "I" demonstrierte: "Israel, Island und Irland kommen bei uns quasi
nicht vor." Sein Konzept, um junge Menschen für andere
Sichtweisen zu begeistern: "Wir nehmen auch zwei bis drei
kommerzielle Filme ins Programm. Nach Moritz Bleibtreu
bleiben die Kids auch für einen Streifen aus Indonesien."
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2. Pressemitteilungen
Begehrte Hamburger Regieprojekte
Einladung für Regieprojekte der Theaterakademie nach Berlin, Moskau, Straßburg und
Amsterdam
Auch in diesem Jahr veranstaltet das Gorki Theater in Berlin
wieder sein Osterfestival - und gleich vier Arbeiten der Theaterakademie sind eingeladen und dort über Ostern zu sehen.
International wird es dann im Mai und Juni: Drei Inszenierungen der Theaterakademie sind zu wichtigen Festivals in Russland, Frankreich und den Niederlanden eingeladen: Gernot
Grünewald, Felix Rothenhäusler und Alexander Riemenschneider heißen die glücklichen Regiestudierenden, sie reisen
mit ihren Projekten zum Postgraduierten Festival "Your Chance" in Moskau, zum professionellen Festival "Premieres" in
Straßburg und zum International Theater School Festival in
Amsterdam.
Hintergrundinformationen
Sa. 03.-So. 04. April: Einladung zum "Osterfestival", Berlin
"VIELLEICHT ISZT FAUST ICH ODER DU KUCHEN", nach
J.W. Goethe und Ewald Palmetshofer (Studienprojekt I, Dezember 2009)
Regie und Ausstattung Lea Connert, mit Julia Goldberg, Martin Winkelmann
"faust fisting for freedom oder WEITER!" [faust II, 5. akt], nach
J. W. Goethe, (Studienprojekt I, Dezember 2009)Regie &
Bühne: Felix Meyer-Christian, Bassist: Matthias Reiling, mit:
Sebastian Klein, Jascha Viehstädt, Sebastian Moske, JanFriedrich Schaper, Urte Clasing, Simone Landschreiber, Lina
Ritters, Nika Viehstädt
"Kein Fest wie jedes andere - Revueprojekt über nationale Feierkultur" (ein Kiezstürmer-Projekt der Theaterakademie Hamburg in Kooperation mit dem St.Pauli Theater, November
2009)
Regie: Anne Sophie Domenz, Bühne: Saskia Senge, Kostüme:
Anna Sophia Röpcke, Dramaturgie: Hannah Kowalski, Regieassistenz: Margret Schütz, mit: Katrin Bethke, Moritz Grabbe,
Betty Freudenberg, Vincent Heppner, Verena Reichhardt
"Der Fremde" von Albert Camus (ein Kiezstürmer-Projekt der
Theaterakademie Hamburg in Kooperation mit dem St.Pauli
Theater, November2009)
Regie: Gernot Grünewald, Technik: Michael Köpke, Mit: Julia
von Doege, Julia Goldberg, Lisa Stiegler, Marie Seiser, AnnKathrin Doerig
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Sa. 15.-Di. 18. Mai: Einladung zu "Your Chance", Festival,
Moskau:
"Der Fremde" von Albert Camus (ein Kiezstürmer-Projekt der
Theaterakademie Hamburg in Kooperation mit dem St.Pauli
Theater, November2009), Aufführung am Sa., den 15.05.
Regie: Gernot Grünewald, Technik: Michael Köpke, Mit: Julia
von Doege, Julia Goldberg, Lisa Stiegler, Marie Seiser, AnnKathrin Doerig
Do. 03.-So.06. Juni: Einladung zu "Festival Premieres", Straßburg:
"Die Affäre Rue de Lourcine" (eine Produktion des Lichthoftheaters im Rahmen von "Start Off", gefördert von der Hamburgischen Kulturstiftung), Aufführungen am Fr., den 04. und
Sa., den 05.06.
Regie: Felix Rothenhäusler, Dramaturgie: Tarun Kade, Ausstattung: Lea Dietrich, Musik: Matthias Krieg, musikalische Einstudierung: Uschi Krosch, Licht: Andreas Juchheim, Mit: Isabell Giebeler, Matthieu Svetchine, Johannes Kühn, Sebastian
Moske, Claudius Franz
20.-30. Juni: Einladung zum "ITs Festival", Amsterdam
"Caligula" von Albert Camus (Diplominszenierung 2009
Kampnagel), Aufführung am 29.06
Regie: Alexander Riemenschneider, Bühne: David Hohmann,
Kostüme: Rimma Starodubzeva, Musik: Tobias Vethake, Dramaturgie: Rahel Bucher, Regieassistenz: Marie Gimpel, Ausstattungsassistenz: Hanna Karberg, mit: Christiane Boehlke,
Thorsten Hierse, Gunther Eckes, Birger Frehse, Stefan Ruppe
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Jazz studieren in Hamburg - kreativ - vielseitig
- exzellent. Bewerbungsfrist endet am 1. April!
Die Hochschule für Musik und Theater Hamburg hat in puncto Jazzausbildung einiges zu bieten
- den Bachelorstudiengang in Jazz und jazzverwandter
Musik und
- den Master in Jazzkomposition, der in dieser Form bisher in Deutschland einzigartig sein dürfte.
Die Bewerbungsfrist für beide Studiengänge endet am 1. April
für das folgende Wintersemester; er muss zu diesem Zeitpunkt in der Hochschule eingegangen sein. Weitere Informationen zu Auswahlverfahren und Bewerbungsunterlagen erhalten sie unter
http://www.jazz.hfmt-hamburg.de/
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Die Jazzabteilung der Hochschule bietet dabei nicht nur eine
umfassende Ausbildung zum professionellen Musiker und
Komponisten, sondern auch Freiräume und Anregungen, ein
eigenes künstlerisches Profil zu entwickeln. Stilsicherheit, Improvisation, instrumentaltechnische Exzellenz und Ausdruckskraft sowie Musiktechnologie, Künstlermanagement und Musikpädagogik sind grundlegende Inhalte, die auf dem Weg
zum professionellen Musiker vermittelt werden und die kreative Entfaltung der Studierenden zum Ziel haben.
Zu den Dozenten der Jazzabteilung zählen:
Wolf Kerschek: Komposition, Arrangement; Nils Landgren:
Posaune; Lucas Lindholm: Bass; Fiete Felsch: Saxophon;
Claus Stötter: Trompete; Buggy Braune: Piano; Holger Nell:
Schlagzeug; Stephan Diez: Gitarre; Gesang: Z.Zt. Ulita Knaus;
Ken Norris, Marc Secara; Percussion: Z.Zt. Trilok Gurtu, Rani
Krija, Mark Nauseef.
Diese international renommierten Solisten sind durch ihre
fortwährende künstlerische Arbeit prädestiniert, um aktuelles
Know-how weiterzugeben und zugleich die Rolle von Mentoren einzunehmen. Eine enge Kooperation mit der NDRBigband ermöglicht es den Studierenden an den Produktionen
teilzuhaben und im Masterstudiengang für dieses außergewöhnliche Jazzorchester zu schreiben.
Die HfMT Hamburg bietet eine klassisch fundierte Instrumentalausbildung. Um die instrumentale Ausdrucksfähigkeit und
Vielseitigkeit zu perfektionieren, erhalten alle Studenten neben
dem Hauptfach Jazz auch klassischen Hauptfachunterricht.
Kooperationen mit unterschiedlichen Bereichen wie Theater,
Klassik, Multimedia und Kulturmanagement aktiv betrieben
und ausgebaut. Ein an die Hochschule angeschlossenes
Career Center unterstützt die Studenten beim Start der Künstlerkarriere.
Workshops mit international renommierten Jazzgrößen
(Branford Marsalis, George Colligan, Nils Wogram, Martin
Wind, Mark Nauseef, u.a.) werden den Studierenden regelmäßig angeboten.
Die "HfMT Bigband" und das "Film &
Popularmusikorchester" reflektieren das künstlerische Potential des Studiengangs und absolvieren regelmäßig repräsentative Auftritte und Gastspiele.
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STARS VON MORGEN - Orchesterkonzert mit
den Hamburger Symphonikern Die Hamburger Symphoniker und die Hochschule für Musik
und Theater Hamburg verbindet eine seit langem gewachsene
Partnerschaft. Absolventen, die mit ihrem Konzertexamen die
Königsklasse der Instrumentalstudiengänge abschließen, werden in Symphoniekonzerten regelmäßig von dem angesehenen Klangkörper begleitet. Und immer wieder sammeln junge
Instrumentalisten bei den Symphonikern erste Orchestererfahrungen.
Erstmals geben die Symphoniker nun in ihrem Sonderkonzert
"Stars von morgen" am 21. März herausragenden Absolventen
der Hochschule die Chance, in der Laeiszhalle vor großem
Orchester ihre Kunst zu präsentieren.
Emilie Gastaud wird das Harfenkonzert von Ginastera spielen,
Stepan Simonyan Beethovens heroisches "Klavierkonzert Nr. 3
in c-Moll". Der Geiger Alberto Menchen Cuenca trägt die rasante "Carmen-Fantasie" von Pablo de Sarasate vor.
Und die Komponistin Ruta Paidere stellte ihr neues Opus
"Profiles of sand" vor. Entscheidend für den Entstehungsprozess war für die Lettin ein literarischer Impuls - der Roman
"Wüste". des zeitgenössischen französischen Schriftstellers Le
Clezio.
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Doktorand der Hochschule für Musik und Theater
Hamburg in die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste berufen
Am 6. März 2010 wurde Gerhard Folkerts in Salzburg in die
Klasse III der Europäischen Akademie der Wissenschaften und
Künste als ordentliches Mitglied aufgenommen. Zu dieser
Klasse gehören Pierre Boulez, Friedrich Cerha, Krzystof Penderecki, Wolfgang Rihm und Udo Zimmermann, Alfred Brendel,
Thomas Hampson und Lorin Maazel.
Gerhard Folkerts studierte von 1967 bis 1974 an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg Schulmusik, dann
Klavier bei Eckart Besch und Musiktheorie bei Christoph Hohlfeld.
Folkerts ist Komponist und Konzertpianist. Er komponierte
das Kalavryta-Oratorium, Chöre, Kammermusik, ca. 200 Lieder für Gesang und Klavier. Das Programm seiner Klavierabende enthält u.a. Werke von J.S. Bach, Bartok, Chopin, Dessau, Eisler, Folkerts, Rihm, Schostakowitsch, Schumann,
Theodorakis. Er konzertierte u.a. in Aarhus, Athen, Berlin, Philadelphia, Hamburg, Kopenhagen, Luxemburg, Nikosia, Salzburg, Wien.
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Zur Zeit arbeitet Folkerts an seiner Dissertation ?Die musikalische Poetik Mikis Theodorakis? an der Hochschule für Musik
und Theater Hamburg, sein Doktorvater ist Prof. Dr. Dieter
Glawischnig.
Weitere Informationen unter
http://www.gerhard-folkerts.de/index.html
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Professorentitel für Sonia Simmenauer
Im Rahmen eines festlichen Empfangs verlieh der Präsident
der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Prof. Elmar
Lampson, Sonia Simmenauer die akademische Bezeichnung
"Professorin".
In seiner Laudatio führte Lampson aus:
"Sonja Simmenauer ist eine der international renommiertesten Konzertagentinnen und der HfMT seit vielen Jahren durch
ihre Lehrveranstaltungen im Masterstudiengang Kammermusik eng verbunden, einem Studiengang, der für den Konzertbetrieb besonders relevant ist.
Sie verbindet in ihren Unterrichten den Aspekt der künstlerischen Persönlichkeitsentwicklung mit Fragen rund um das
Berufsleben unter besonderer Berücksichtigung der Einstiegschancen junger Künstler und kann dabei auf einen reichen
Erfahrungsschatz aus ihrer langjährigen Praxis zurückgreifen.
Künftig wird sie auch als Professorin im Bereich Musikvermittlung und Selbstmanagement unterrichten sowie in weiteren
berufsvorbereitenden Fächern.
Gerade in Zeiten sich verändernder Berufswelten braucht die
HfMT die Unterstützung solcher kompetenten, international
anerkannten, in der beruflichen Praxis stehenden und in der
Szene gut vernetzten Persönlichkeiten."
Frau Simmenauer wird sich insbesondere für den Aufbau des
neuen Studiendekanats Zwoelf, die Entwicklung des Masterstudiengangs Musikvermittlung und die Vermittlung und inhaltliche Betreuung von Praktika einsetzen. Damit erhalten die
Studierenden hervorragende Einstiegschancen ins Berufsleben.
Sonia Simmenauer
wurde in Amerika geboren und wuchs in Frankreich auf. Sie
studierte Deutsch und Englisch an der Sorbonne, zog dann
1982 nach Deutschland und arbeitete zunächst sechs Jahre bei
der Konzertdirektion Schmid in Hannover, bevor sie sich 1989
mit ihrer eigenen Agentur, dem Impresariat Simmenauer, in
Hamburg selbständig machte. Heute leitet sie eine der weltweit bedeutendsten Agenturen für Kammermusik-Ensembles
und vertritt Starsolisten wie Gidon Kremer, Kim Kashkashian,
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Isabelle Faust und Kolja Blacher genauso wie die international
führenden Streichquartette, unter ihnen das Alban Berg Quartett, das Arditti und Juilliard Quartett, daneben junge Spitzenensembles wie das Artemis oder Kuss Quartett. Im Frühjahr
2008 erschien Sonia Simmenauers viel beachtetes Buch
"Muss es sein? Leben im Quartett" im Berenberg Verlag, in
dem sie einen facettenreichen Einblick in das Leben professioneller Quartettformationen gewährt.
Seit 2009 hat das Impresariat seinen Sitz in BerlinCharlottenburg.
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